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Jüdische Rundschau · 1913-05-09 · Heft 19 (9.5.1913) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 19 (9.5.1913)
Date
1913-05-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 188 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 19 Gabriel Rieß er. Die Resolution des Zcntralvercins ist kein Mordversuch, aber ein Totschlngsvcrsuch (Heiterkeit! am deutschen Zionismus, freilich sowohl am untauglichen Objekt als auch mit untauglichen Mitteln; beides ist strafbar! Besonders krankend empfinde ich eine gewisse Unaufrichtigkeit. Vertretcr unserer Organisation haben mit den Führern des Zcntralvercins vor Monaten über einen modus vivendi verhandelt und während der Verhandlungen hatte längst schon ein organisierter Kampf gegen die Zionisten begonnen. l)er Zentralvercm hatte schon vorher versucht. die jüdischen Lehrer an den Berliner Schulen gegen die Verbreitung zionistischer Ideen unter der jüdischen Jugend zu organisieren. Der Rcligionsunterricht soll zu diesem Kampf herabgewürdigt werden. Das ist eine Ungeheuerlichkeit vom piulagogischcn Standpunkt aus und ein unerlaubter Eingriff in unsere wichtigsten Elternrechte. Ich verbitte mir, daß ein Rcligionslchrcr in der Rcligions-' stunde meinem Kinde gegenüber gegen den Zionismus Stellung nimmt, d. h. einen Gegensatz schafft zwisclten Elternhaus und Schule, meinem Kinde etwa beibringen will, der Zionismus, dem der Vater seine beste Kralt und seine ganze Begeisterung weiht, sei eine üble und unerlaubte Sache! Sollte es vorkommen, so werden wir uns zu wehren wissen; aber was geht cs den Zentralverein an, wenn wir die gebildete jüdische Jugend in bewußt jüdischem Sinne heranzuziehen suchen! Ich will dabei gar nicht fragen, ob der ״liberale“ Religionsunterricht allein wirklich die Garantie gibt, daß unsere Kinder dem Judentum erhalten bleiben. Ich glaube, daß in vielen Fällen der Religionsunterricht keineswegs genügt hat, zu bewirken, daß die Jugend dein alten Stamme die Treue hält. Daß der Zentralverein hinter unserem Rücken bereits am 14. September 1912 eine Lehrer- Versammlung in Berlin einberuft und dort gegen den Zionismus Front macht, daß dann viel später der Zentralverein mit unseren Vertretern eine Konferenz abhält und in ihr keine Silbe von seinen Maßnahmen verlauten läßt, das beweist doch, daß der Kampf gegen uns beabsichtigt und vorbereitet war, daß es sich nicht um ein künstlich konstruiertes Phantom der Resolution, sondern um einen Schlag gegen den Zionismus überhaupt handelt. Charakteristisch ist übrigens auch, mit welchen Argumenten in jener Versammlung gegen den Zionismus scharf gemacht worden ist. So sprach Professor Blaschkc vom Zionismus, ״der mit den Anschauungen der Staatsbürgcr-Zeitung arbeitet“ (Pfui!) — und dann sprechen die Herren gelegentlich von ihrem guten Ton und begreifen gar nicht, wie maßlos sie provoziert haben — sei geeignet, die Idee der konfessionellen Schule zu fördern. Man kann ja über die konfessionelle Schule verschiedener Ansicht sein, aber ob gerade der Zentralvercin berufen ist, gegen die konfessionelle Schule Front zu machen, das ist eine Sache, in der Herr Rektor Dr. Adler in Frankfurt a. M. z. B,, der doch auch ein anständiger Mensch ist, sicher ein guter Jude zu sein glaubt und über den ״Vc*rdacht“, Zionist zu sein, erhaben ist, mit Herrn Blaschkc wahrscheinlich nicht übercinstimmen wird. In dieser Lehrerkonferenz ist auch das Wort gefallen, daß der Zionismus den Antisemitismus ■in der Schule fördere. So etwas können wirklich nur ganz weltfremde Oberlehrer sagen. Der Antiscniitismus ist da, und ich habe noch immer gefunden, daß er am geringsten da ist, wo die Juden bei aller ersönlichen Bescheidenheit und allem Takt mit clbstbewußtscin und Stolz ihre jüdische Eigenart betonen. Junge Zionisten haben den Stolz, der unserer Jugend so bitter not tut. Auch vor der Lektüre zionistischer Schriften wurde in jener Lehrer- Versammlung des Zcntralvercins gewarnt. Dann nehme man den Schülern zunächst den Grätz, dann aber auch die Bibel und das Gebetbuch aus der Hand! Vielleicht können wir uns damit trösten, wie ein Freund scherzend bemerkt hat, daß den Schülern aut keine intensivere Weise Interesse für den Zionismus eingeflößt werden kann, als wenn Lehrer in dieser unerhörten Form sich gegen ihn wenden. Es erwachsen uns hier aber Verpflichtungen zu ernster und systematischer Arbeit. Halten wir diese Voraufgegangenc Agitation mit der gefaßten Resolution zusammen, so gibt es nur eine Antwort; Wir müssen aus dem Zentralvercin austreten. Zu diesem Entschluß müssen wir, so wehe er manchem tun mag, schon aus Ehrgefühl kommen. Wir sind aus den Reihen des Zcntralvercins verdächtigt worden, und kein Zionist kann daher mehr Mitglied des Zentralvereins bleiben. Im übrigen ist die Zahl der Zionisten, die bis heute noch Mitglieder des Zentral- Vereins geblieben sind, ganz gering. Es erhebt sich aber eine ernste Frage; Die Aufgaben, die der Zentralvercin lösen soll, sind wichtige. Es muß eine Organisation zur Erkämpfung der Vollberechtigung existieren, die vom Vertrauen der hinter ihr Stehenden getragen ist. Uebrigcns, selbst wenn man auf dem Standpunkt steht, daß letzten Grundes diese Dinge nicht die entscheidenden seien, so muH man sich doch eben wehren, wenn man angegriffen wird. Was nun weiter? Unser Vertrauen zum Zentralverein ist auch vom Standpunkte seiner ureigenen Aufgaben schon dadurch stark erschüttert worden, daß man ,ausgerechnet Prof. Falkenhcim aus Königsberg zum Referenten bestellt hat, einen Mann, der heute noch Mitglied ,einer antisemitischen Burschenschaft »t, die seinen eigenen Sohn nicht aufgenommen hat, and vor wenigen Tagen ihre StiftungscTnladung unterschrieben hat. Das ist kein Mann, der (nullifiziert ist, uns zu sagen, was (Ins jüdische Ehrgefühl verlangt. Früher war es im Zentralvercin nicht üblich, solche Männer in den Vordergrund zu .stellen. Har Laik c 1111 c i 111 ist nicht sehr für scharfe Abwehr. Auch in der M u g d a n - Affäre war er gegen den Radikalismus getauften Juden gegenüber. Getauften und Antisemiten gegenüber ist Toleranz am Platze, gegen das selbstbewußte Judentum aber, das im Zionismus organisiert ist, ist mau in der Abwehr scharf. Es ist klar, daß wir auch zu der Objektivität des Zcntralvercins 1ms gegenüber kein Vertrauen mehr haben können. Der mäßigende Einfluß F u c 11 s’ wird nicht immer da sein. Jusiizrat Auerbach, der in Mainz von dem Tage, an dem der Zionismus entstanden sei, gesagt hat, daß mau ihn noch einmal ״verfluchen“ werde, und ähnliche Herren können leicht das Heft in die Hand bekommen. Spricht doch Herr Auerbach schon von ״Leisetretern“ gegenüber den besonneneren Elementen! Was dann? Wer bürgt uns dafür, daß nicht der Zentralvercin bei weiterer Radikalisierung einmal erklärt, er erstrebe die vollen Rechte nur für die von ihm vertretenen Juden, mit den Zionisten habe er nichts zu tun, für sic sei er nicht verantwortlich und gegen ihre Entrechtung habe er nichts cinzuwenden. Hat es denn nicht Geiger schon einmal ähnlich gesagt? Wer kann uns verdenken, daß wir zu jenen,•die den Tag ״verfluchen“, an dem der Zionismus gehören ist, nicht das Vertrauen haben, daß sie uns objektiv vertreten werden. Wir müssen also notwendigerweise eine neue, wirklich neutrale Organisation schaffen, von der wir sicher sind, daß sic unsere staatsbürgerlichen Rechte energisch vertreten wird. Ich bin überzeugt, daß diese Organisation großzügig arbeiten und hoffentlich auch Erfolge erzielen wird. Wir bedauern diesen Kampf, der uns aufge- /.willigen ist, er trennt uns von manchen lieben Weggenossen. Die Bedenken, daß er uns vielleicht zu einem gewissen Teile von der Erfüllung unserer eigentlichen positiven zionistischen Arbeit ablcnkcn könnte, teile ich nicht. Wir haben genug arbeitsfreudige und fällige Männer in unseren Reihen, so daß unsere großen Aufgaben nicht vernachlässigt zu werden brauchen und doch noch Kraft bleibt, die Aufgabe auf uns zu nehmen, zu deren Erfüllung der Zentralvercin unfällig und nicht mehr legitimiert ist. Und nun ans Werk! (Stürmischer Beifall.) Dr. Hantkc bringt nun die in unserer vorwöchigen Nummer veröffentlichte Resolution zur Verlesuiig und erteilt alsdann das Wort Herrn Dr. Moses -Mannheim: Am 28. März erhielt ich von Herrn Justizrat Horwitz einen Brief, in dem es u. a. heißt: ״Was die Behandlung des Zionismus ,•inlangt, so wird von Herrn Geh.-Rat I-' 11 c 11 s ein Referat gehalten werden, das sich mit Ihren Ausführungen 1111 ״Hamburger Isr. Familienblatt“ decken wird.“ — Ich war nämlich in einem Artikel für einen Flieden zwischen Zentralvercin und Zionismus eingetreten. Aber nicht etwa so wie Herr Prot. E a I k c n h e i m , indem icli den Zionisten und gerade nur ihnen,!den guten Ton gepredigt hatte. Nun las ich dann am 31. März in der Tagespressc das Referat über die Versammlung des Zcntralvercins und war naturgemäß aufs höchste überrascht. Ich mußte annelimen, daß seit dem 28. März Dinge vorgcfnllen waren, die die meinen Leitzielen so entgegengesetzte Stellungnahme des Zcntralvereins hätten erklärlich scheinen lassen. Das Protokoll der Zentralvcreius- Versammlung hat mich aber belehrt, daß solche Dinge nicht vorgefallen sind und daß der Zentralverein ganz ohne äußeren Anlaß zu seiner unerhörten Resolution gekommen ist. Trotz der mannigfachen Differenzen, die es bezüglich der Definitionen des Nationalismus gibt, hat der Zentralvercin doch den Mut gehabt, Juden, die nichts als Juden sein wollen, der antisemitischen Bewegung preiszugeben. Das eigentliche Motiv der Resolution scheint zu sein, daß die Herren ihre eigene Persönlichkeit in gliinzeiukrem Liebte hinstellen wollten. Dabei ist das Bestreben deutlich, die christliche Umgebung zum Kampf gegen den Zionismus aufzurufen, weil man allein nicht mit ihm fertig werden kann. Der Angst ruf Ludwig Geigers, mit dem er in bezeichnend naiver Weise Avcnarius um Hilfe angebcttelt hat, hat eine Unterstützung gefunden. Wir in der Provinz wissen sehr gut, daß die Scharfniaehcr gegen den Zionismus identisch sind mit jenen, die auch sonst das Heft in der Hand haben und es störend empfinden, daß die Zionisten sich ״eindrängen“. Die Beschäftigung mit dem Antisemitismus färbt allmählich ab. Das Verfahren der Zentralvereinsversammlung hat gezeigt, wie man die antisemitische Kampfesweise akzeptieren kann. ״Die Zionisten drängen sich ein.“ Die Angst vor der hereiiistürmeiulcn Jugend, ihrer Frische und ihrem Enthusiasmus ist groll. In «allen anderen Orgnnlsationen betrachtet man die Teilnahme der Jugend als Vorzug, uns möchte man sic gern ewig zum Vorwurf machen. Aber unsere Gegner sind dieselben Leute, die draußen im Leben die eifrigen Demokraten spielen, in den Gcmcindestuben jedoch sind sic die ärgsten Reaktionäre, Der Zentralvercin sucht sich mm die Terminologie des Zionismus anzueignen, ohne auch nur den Willen zu haben, sich ihrem Geiste hinzugeben. So wird jetzt von der ״Renaissance des Judentums“ gesprochen, Allerdings steckt in den Auf- .fassungen ein gewisser Widerspruch. Herr Prof Falkenhcim ״bedauert“, daß die Existenz des Zcntralvercins durch den Antisemitismus leider noch not wendig gemacht sei. Gehcimrat Fuchs aber spricht davon, daß der Verein an der Renaissance des Judentums arbeite. Wo ist die Brücke zwischen ja und nein? Ich war ein eifriges Zentralvcreinsmit• glied; von der Renaissance des Judentum:!, an der der Zentralvercin mitarbeitet, habe ich aber nichts gemerkt. Man ist von jenem Kosmopolitismus früherer i'age. zu einem großen deutschnationalen Kulturprotzentum gekommen. Wir finden cs manchmal lächerlich, in welcher Weise der Zentralvercin den Antisemitismus zu bekämpten sucht. So schreibt z. B. die Zeitschrift ״Im deutschen Reich", daß ein Arzt hei einem Vortrag in Dresden über den Geburtenrückgang von den statistischen Daten der rasselrcnidcn Juden gesprochen habe• daraufhin bat der Zentralverein gegen die Bezeichnung ״rassefremd“ energisch protestiert. Nun passiert es dem unglücklichen Zentralvercin in derselben Nummer seiner Zeitschrift, daß dort mit Behagen erzählt wird, Bismarck habe nicht umsonst den Rassejuden S i m o 11 zu sieh berufen. Es ist eben ein Unsinn, alle Differenzierung wcg/ulcugncn. Wir wollen nicht unsere Eigenart bestreiten. Der Hurra-Patriotismus tut es nicht und nicht der rührselige Appell an die Toleranz. Wir schätzen die jüdische Individualität so hoch ein, daß wir ihr nicht nur eine Heimat in unserem Lande, sondern auch ein Fortleben in Deutschland sichern wallen. Und cs ist ganz intcrcssant, daß die Zionisten allerorts an allen sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Arbeiten mit Energie und Verständnis teilnelimen. Wir werden uns durch Anfechtungen irgendwelcher Art nicht beirren lassen. Und wenn das Angstgefühl andere zum Abrücken von uns veranlaßt, so schließen wir nur unsere Reihen um so dichter zusammen. ״Der Starke ist am machtigsten allein“. Kurt Blumenfeld: Der Zentralvercin hat sich eine Formel für seine Anschauungen geschaffen und schon die Tatsache, daß es nötig war, sie zu schaffen, zeigt, wie unsicher sich der Zentralvercin fühlt. Wer sich sicher fühlt, muß keine Erklärungen abgeben. In seiner Formel spricht der Zentralverein vom Nationalismus und fordert, daß seine Mitglieder sich zum deutschen Nationalismus bekennen. Die Juden, die das deutsche Nationalgefühl leugnen, stehen außerhalb seiner Reihen. Der Zentralvercin kann sich gar nicht genug daran tun, zu beteuern, daß der Begriff des Nationalgefülds strittig ist. Strittig ist für ihn aber immer nur der jüdische, nie aber der deutsche Nationalismus. Der deutsche wird immer als fertige, einfache und klare Sache liir.gestelit. Nur wer sich als jüdischnational bezeichnet, wird auf die Begründüng seines Nationalgefühls geprüft. Und da es unter den Zionisten manche divergierende Ansichten über die Theorie des Nationalismus gibt, wie allerdings auch unter den Deutschen selbst, so wird die Berechtigung, uns jüdiscluintional zu fühlen, überhaupt bestritten. Bei solchen Gelegenheiten wagt man es, unseren Freund Moses Cal Vary zu zitieren. Er gäbe doch selbst zu, sagt man, daß wir fest verwurzelt seien irn deutschen Leben. Es lohnt nicht, mit jenen Herren darüber zu reden, wie vielgestaltig unsere Beziehungen zum Leben des deutschen Volkes sind. Nur eines wollen wir ihnen sagen, daß der deutsche Nationalismus des Zentralvereins genau so wie unser jüdischer Nationalismus eine Tendenz ist. Es muß doch aulfallen, daß die jüdischen Organisationen wie der Zentralverein und das K. C. immer davon reden wie deutsch sic sind und das ist allerdings das Produkt einer noch nicht sehr lange zurückgehenden Entwicklung. Wenn der Zentralvercin dcutscunationai sagt, kann er damit nicht meinen, daß die deutschnationalc Gesinnung die Herzen seiner Mitglieder schon bis zum Rande füllt, sondern er möchte zum Ausdruck bringen, daß sie nicht mehr solche Juden sind, wie die Juden jenseits der Grenzen. Der deutsche Nationalismus soll die Eutjudung bctonen. Das deutsch nationalistische Wirken soll darin bestehen, daß die Juden auf Kosten der jüdischen Entwicklung in jeder kommenden Generation deutscher werden. Moses Cal Vary aber, auf den man sich mit Unrecht beruft, stellt bloß fest, wie die Situation heute liegt. Nun fragt es sich, was man für die Zukunft haben will. Daß die assimilatorische Bcwegung, die cs der Mehrheit des deutschen Judentums unmöglich macht, zionistisch zu werden, fortschreitet. Ob cs für die Juden ein erstrebenswertes Ziel ist, daß sie auf Kosten ihres Judentums Deutsche werden, wie anderswo auf Kosten ihres Judentums Franzosen, ob also der Zustand der deutschen Assimilation als normaler angesehen werden soll? Der Zentralvercin will den bestellenden Zustand zu einem bleibenden statuieren. Er möchte gern die Juden deutsehnational und jüdisclinationa! zugleich sein lassen. Das kann aber nur der Uebergangsjudc, der mit dem grollen Teil seines Seins eintaucht in die Interessen, seiner Umgebung. Jeder Mensch, der heute lebt, will aber doch zu einer gewissen Einncitliehkeit und Stabilität Vordringen. Und wenn me Herren vom Zentralvercin tausendmal sagen, der Begriff Tom Nationalismus ist vieldeutig, und wenn s!e diese Vieldeutigkeit erproben an der Theorie des jüdischen Nationalismus, so müssen wir doch fragen, wie stehen Sie einer Tendenz gegenüber, die diese Vieldeutigkeit durch eine Vereinheitlichung beseitigen will? Wer mit der deutschen Assimilation und mit der Entjudung als einem wünschenswerten Ziele rechnet, wird jenen recht geben, die erklären, ihr Leben bestehe aus Kompromissen, denn sie müssen in jedem Augenblick nach Zwecken fragen und Rücksichten nehmen. Jenes Judentum besteht ausschlieB-

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