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Jüdische Rundschau · 1913-03-14 · Heft 11 (14.3.1913) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 11 (14.3.1913)
Date
1913-03-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. וו Seile 10? * % JUEDISCHE RUNDSCHAU « AUS ALLCR W£IT ־־ Deutschland Zu den bevorstehenden prculiischcu Landtagswählen wollen die Freisinnigen in Berlin wiederum den Täufling Mugdan kandidieren lassen. Ls viril Sache der Juden des Wahlkreises sein, auf diese ITovokntion mit dem Stinun/elfel die rechte Aut- 11 oft /tt geben. Neu ist diesmal das Eingreifen der A ״ I i s c m i t e n> in den Lamltngswahlkampf, die /ווי!■- r it im preußischen Landtage iiincrtrctcn sind. Sie stellen in Schmalkalden-Eschwegc den früheren Ahge• ordneten Lattmann auf, in Weilburg kandidiert der! hristlich-so/iale Abgeordnete Behrens und in Kassel• i and der deutsch-soziale Lehrer Heins. Die beiden irt/teren Kreise waren bisher in konservativem Besitz, Wo sich die Konservativen also nicht mehr sicher inhleti, legen sie die Wahrung der reaktionären Oe- 1 ־ halte vertrauensvoll in die Hände •der antisetniti-!chm Demagogie. Natürlich unterstützt auch das /entrinn wieder in allen Zwcifelsfällen die konser- ,.ative Reaktion. Ein Beweis, daß der Kampf gegen den Liberalismus auch diesmal mit jedem Mittel geführt werden wird! Italien Ans Rom wild berichtet, daß Senator Malvano, ein Jude, zum Präsidenten des Staatsrates ernannt wiiii'i Bulgarien Per bulgarische üroßrabbincr Ehre n p re i ß überreichte im Zusammenhang mit der Aktion der bulgarischen Juden wegen Gewährung von Garantien für ilic Erhaltung der Bürgerrechte der Juden von Silistria bei den bevorstehenden rumänisch-hulgarisehen Verhandlungen dem englischen Gesandten Iransyde die Abschrift eines Memorandums an die bulgarische Regierung mit der Bitte, sie an Sir Edward Grcy zwecks Ueberreichung an die Londoner Botschafterreunion zu leiten. Ebenso überreichte der Grollrabbiner den übrigen fünf Gesandten der Großmachte eine Abschrift des gleichen Memorandums. 1)11• Gesandten versprachen, das Schriftstück ihren Regierungen zur Kenntnis zu übersenden. (iegenüber den Abschwächungsvcrsuchen der rumänischen offiziösen Presse des Inhalts, daß die Rechte der bulgarischen Grenzjuden ohnehin durch die Grund• ,ätze des internationalen Rechtes sichergestellt seien, wird von seiten des Großrabbinats darauf hingewiesen, dal) gerade die Tatsache, daß Rumänien gegenüber den Juden bisher das internationale Recht nicht angewendet hat, die bulgarischen Juden veranlaßte, die Sicherstellung ijjrcr Rechte für die Zukunft zu verlangen. Der im Zusammenhang mit dieser Aktion der bulgarischen Juden veröffentlichte Aufruf Luigi Luzzatis hat hier starken Eindruck gemacht. Der Groiirabbiner sandte an Luz.zati namens der bttlgarisehen Juden eine Pankdepesche. Ungarn Auf dem letzten Kongreß des internationalen Bundes wissenschaftlicher Akademien, der in Rom statt fand, wurde beschlossen, den nächsten Kongreß im Mai dieses Jahres in Petersburg abzuhalten. An den Verhandlungen werden Vertreter von 22 Akadcinicn teilnehmen. Pie ungarische Akademie der Wissenschaften hat nun den hervorragenden Oricntalisten Prof, Ignaz G o I d z i h e r zu ihrem Dclegierten gewählt. Pa jedoch Goldziher Jude ist und als solcher einer besonderen Erlaubnis zur lieberschreitung der russischen Grenze bedürfte, lehnte er die Wahl kategorisch ab. Daraufhin verzichtete auch der zweite Delegierte der ungarischen Akadcmic, Prof. Julius König, auf die Teilnahme an dem Petersburger Kongreß. Infolgedessen wird die ungarische Akademie auf dem diesjährigen Akademikerkongreß nicht vertreten sein. Einem ungarischeu Journalisten erklärte Prof. Goldziher, er persönlieh hätte zwar als Mitglied der russischen Akadcmic, die ihn schon vor zwanzig Jahren gewählt hat, das Privileg des unbeschränkten Aufenthalts in Rußland, und es hätte darum gar nicht erst der Aktion bedurft, die in Petersburger Gclchrtciikreisen eingeleitet wurde, damit ihm durch einen besonderen. Erlaß des Zaren die Teilnahme am Kongreß erinöglicht würde; allein er wolle unter keinen Uinständen von einer Vergünstigung Gebrauch machen, die seinen jüdischen Brüdern vorenthaltcn wird, und müsse die Zumutung entschieden ablehncn, die bc- ־ schämende Rolle eines privilegierten Ansnahtnsjuden zu spielen. ]Russland ln gut informierten Gerichtskreisen in Kiew wird auf das bestimmteste versichert, daß die Befreiung Beilis' nahe bevorsteht. Der Untersuchungsrichter Maschke witsch soll zu der Uebcrzcugung ge• langt sein, daß es sich bei der Ermordung des Knaben Justschinski wohl um eine« Ritualmoril handeln könne (!), daß aber Mendel Bciiis an dem Mord unschuldig sei. Die chemische Untersuclning des Lehms, der an den Kleidern des ermordeten Knaben gefunden wurde, soll unzweifclhaft ergeben haben, daß dieser Lehm von anderer Beschaffenheit sei als der in der Saizewsclien Ziegelei (wo Bciiis beschäftigt war) gebraucht!;. Pa mit entfäljt das Hauptbclastungsnioiiiciit gegen Bciiis. - Wie ferner berichtet wird, soll in den nächsten Tagen ein offizielles Communique über den Gang der Untersueliung veröffentlicht und z.u gleicher Zeit der arme Bciiis, der seit mehr als anderthalb Jahren im Ge• fängnis schmachtet, auf freien Eull gesetzt werden. V/£R6INS.t RUNDSCHAU Berliner Vereinskalender ־ Sonnabend, den 13. März: ״Chcwra Kadischa“: Grün• dungsvcrsamnilung. Montag, den 17. März: Zionistischer Verein West- Berlin: Vortrag F. M. Kaufmann. Dienstag, den 18. März: Jüdischer Jugendvercin Charlottcnhurg: Vortragsabend. Donnerstag, den '20. März: Verein ״Gordin": l)ramatisch-musikalischer Abend. Sonntag, den 23. März: Bar Koehba: Purimball. tirdischer Jugendverein Charlottenburg: Purim-!cdoutc. Montag, den 21. März: Misrachigj-uppe Charlottenbürg: Purimfest. Mittwoch, den 26. Marz: Jüdisch-nationale Frauen- Vereinigung: Kinderpurimball. Berlin. ״K 11 a c k e ז E d e“ oder ״I) i e Reise, nach P a l ä s t i n a", heißt die neue Ausstattungsposse von Lazarus Bart 11, Rechtsanwalt G r o n emann und Dr. Hildesheimer. Die Uraufführirng erfolgt am Sonntag, den 23. März, mit erstklassiger Besetzung. Alles Nähere aus dem heutigen Inserat des Jüdischen Turnvereins ״Bar Koehba“, Berlin. Berlin. Am 20. März, um 0 Uhr abends, iin ״Marinehaus“, Brandenburger Ufer 1, veranstaltet der Jüdische Literarische Arbeiter-Verein ״Gordin" einen dramatisch-musikalischen Abend, wobei das Stück von H. H e i j e r m a n s ״De r e v i g e J 11 d e“ und das von S c 11 a I o m - A I e i c h c 111 ״N 11 r a Doktor“ in jüdisch aufgeführt werden. Sonstiges Programm des Abends: Jüdische Volks-Lieder (Solo- und Chorgesang), Klavierspiel, Tanz usw. Berlin. Nacli vielen Mühen ist es gelangen, hier eine Chcwra Kadischa ins Leben zu rufen. Die kanstituierendc Versammlung findet am Sonntag, den 1ö. er., vormittags statt. Näheres siche im Inseratenteil. Berlin. Der Klnder-Purlm-Ball der Jüdisch nationalen Frauenvcrcinigung findet am Mittwoch, den 26. März, nachmittags 4 Uhr Im Tiergartenhof statt. des Jüdischen Turnvereins wBar Koehba׳-״Berlin Sonntag, den 23. März, 9 Uhr, in der Schlaraffia, Encke-Plaiz 4 Zur Aufführung'gelangt: ח,**!יד׳v» (itiiiitmiiiitiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiii oder nmiHiiuiiiiiiiiittiiimiiimiiii v■ ■jixrt; Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz von : Lazarus Barth, Rechtsanwalt Gronemann und ן Dr. Hildesheimer | Er1IMa»slge Besetzung! Regie %*? 5 : Eintrittskarten sind Im Vorverkauf 6 M, 3,50 (tnkl. j Kaffee) auf allen Turnsälen, In dem Büro, Bletbtreu- | straäe 25, pari., und bet J. Lewl, ZlgorcticngefdiAft,! Gertraudtenstr. 20, 21, zu haben. Abendkasse M. 5.— Bcrlln-Charlottcnburg. Am Montag, den 17. dieses Monats, abends 0 Uhr, im kleinen Saal des Restaurants ״Tiergartenhof", Vortrag des Herrn Fritz Mordechai Kaufmann über ״Revis i o n des Zionismus, eine Auseinanderset/ung mit Doktrinen und Praxis“ im Zionistischen Verein West-Berlin. Gaste, Damen und Herren, willkommen. Zur Deckung der Unkosten werden 20 Pf. Lnitrittsgebühren erhoben, Charlottenburg. Am Dienstag, den 18. März, abends 0 Uhr, hält in unserem Vereins lokal des Jüdischen Jugcndvercins Charlottenburg, Caf£ Kutschen!, Wilinersilorfer Str. 33, Herr stud. med.* Siegfried Ksinski einen Vortrag über ״Die Medizin im alten Testament“. Anschließend Diskussion, — Gäste, Damen 111111 I lerren, sind herzlichst willkommen. Charlottcnhurg. Am Sonntag, den 23. März, veranstaltet der jüdische Jugendvercin Charlottenbürg in den ״Prachtsälen des Westens“, Spich ent- . Straße 3, eine P u r i m R e d o u t e (Kostümfest). Das Fest verspricht ein recht vergnügtes zu werden. Währeml der Kaffeetafel werden auf das Fest bezügliehe humoristische Vorträge stattfinden u. a. m. Eintrittskarten ä I M. sind int Vorverkauf bei Herrn Georg Hoch, Sihilicrstr. 51, Herrn S, Kutscher«, Wil- Miersdorfer Str. 33, und bei Herrn Louis Lamm, Berlin, Neue Friedrichstr. 61-63, zu haben. Chnrlottenburg. Die ncugegrümletc Mlsrachi- Gruppe Charlottenburg veranstaltet am Montag, den 24. März, abends 8'/״ Uhr, im Festsaale des Hüttenliauses (Baehstr., am Hahnhof Tiergarten) ein Purim- Fest, verbunden mit einem Liehtbilder-Vortrag über Palästina, musikalischen Vorträgen, Tanz usw. Billets ä 1 M. sind an der Abendkasse zu haben. Leipzig. Anläßlich des Pu rimfest es veranstaltet die Zionistische Vereinigung zu Leipzig am Sonnabend, den 20. März 1013, in den oberen Sälen des Krystallpalastcs ein großes Kostüm fest, dessen Reinertrag anteilig der.Hilfsaktion zugunsten der jemenitischen Juden zuflicßcn soll. Königsberg. Der hebräische Sprachverein ״Iwria“ veranstaltet sein diesjähriges Purimfest am Sonntag, 23. März, 8'i Uhr abends, im großen Saale des ״Artushofs“. Unter anderem wird auch eine hebräische Kindcraiifführung stattfinden. Eintritt I M., Kinder die Hälfte. Wir bitten um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen. Kattowltz. Die zionistische Ortsgruppe Kattowitz veranstaltet am 15, März. 1013 im Saale der ״Reichshalle“ einen Puriin - Maskenball ״Europa im Orient", zu welchem wir alle oberschlesischen Gesinnungsgenossen lierzlichst einladen. Wir bitten um recht zahlreiches Erscheinen. Berlin. Unter Bezugnahme auf den in Nr. 0 unseres Blattes gebrachten Artikel: ״Warum ist der Zusamnieiischluß jüdischer Handwerksmeister eine Not- Wendigkeit ׳“ werden wir darauf auf merksam geinacht, daß die Angaben über den Ursprung diese» Referats nicht zutreffend sind. Der propagandistischen Tätigkeit des Zentralverbandes ist es gelungen, in Cassel einen Verein selbständiger jüdischer Handwerker ins Leben zu rufen. Von diesem Verein wurde auf Veranlassung des Zentralverbandes zum 20. Januar er. eine öffentliche Versammlung einberufen, in welcher der erste Vorsitzende des ״Vereins selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens zu Berlin“, Herr Louis Wolft, das obeu bczeichnete Referat gehalten hat. Es fand daher kein Verbandstag statt, sondern eine Propagandaversammlung für den C asseier Verein. - Fm übrigen findet der Verbandstag vom 18. bis 20. Mai in (;öl 11 a. Rh. statt. Berlin. Im Jüdischen Verein Nordost (Bezirksgruppe des ״Neuen Jüdischen Geindndevtreins") fand die Monats Versammlung am Dienstag, den 4. März, in den Unionsfestsälen, Greifswalder Str. 222, statt. Auf der Tagesordnung stand u. a. ein Vortrag über Sozialpolitik im alten Judentum, den Herr Rabbiner Dr. Ludwig A. Ros eilt hat freundliehst übernommen hatte. Berlin. In einer Versammlung des ״Neuen Jttdischcn Gemeindevereins" sprach Herr Rechtsanwalt M. Fe b 10 wi c/. - Berlin über ״Ausländerfrage n", Den klaren Darlegungen wurde reicher Beifall zuteil. Die sehr zahlreich Erschienenen nahmen einstimmig eine Resolution an, die sich gegen jede Beschränkung der Rechte der Ausländer in den jüdischen Gemeinden wandte. Berlin. Am 27. v. M. sprach vor einem zahlreich erschienenen, zumeist aus ÄKademikerinnen bestehenden, Publikum in der Jüdischen nationalen Frauen- Vereinigung Frl. Dr. Käthe Friedemann über* ״Die jüdische Akademikerin und der. Zionismus. Mit großer Geschicklichkeit und Sachkenntnis hat es die Rcdncrin verstanden, allen eventuellen Einwendungen im vorhinein zu begegnen, so daß eine Diskussion sich erübrigte. Der Appell an die jüdische Studentin blieb auch nicht erfolglos, denn seitens einiger Gäste ist der Frauen Vereinigung die Anregung gegeben worden, eventuell eine weibliehe akademische Gruppe zu begründen. Akademikerinnen, die sich für einen derartigen Zusammenschluß interessieren, werden gebeten, sich an Frl. stud. phil. Raczkowski, hier, Wiciandsts. 32. zit

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