Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVIII (1913)
- Issue
- Heft 11 (14.3.1913)
- Date
- 1913-03-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 106 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 11 Begeisterung für den Alkohol alten Traditionen. ״Die Trinkbepeistcrung und Trinkfcstigkcit war außerordentlich“, erzählt Dr. Klempner 11, 1, 6 in seinen Erinnerungen aus den ersten Tagen der ersten K. Verbindung Viadrinia. Genug des grausamen Spiels! Was ich mit meinen Ausführungen beweisen wollte? Daß sehr viel faul ist im Staate K.C.! Der K.C wird die jüdische Seite seiner Tendenz sehr viel stärker betonen und entwickeln müssen, will er ״von seiner geistigen Blutarmut, die in weiten Kreisen empfunden wird“ (Dr. Holländer-Licariae 11, 3, 42) gebeilt werden. Sitzung des Actions-Comites Am 6. und 7. Marz fanden in Berlin in den Räumen des Zionistischen Zentralbureaus Sitzungen des Actious-Comitds statt, an denen vom Engeren Actions-Comite die Herren Professor War bürg, Dr. Jacobson, Dr. Hantke und Dr. Levin, vom Grollen Actions-Comite die Herren Eiseher, Dr. Friedemann, Dr. Holpern, Dr. II au ISmann, Idelsohn, Dr. Klee, Motzkiu', Naid i t s c h, P o d 1 i 8 c h e w s k y, Rosen 1» a um, R o - soff, S i 111 o n, S t n n d, U s s i s e h k i n, I )r, W e i z* mann und Wolffsohn, sowie ‘1er Manager der A. I*. C., Herr Eevontiu, und die Sekretäre des A. C. teilnahmen. ln der Vormittagssitzung des 0. d. M. wurden, im Anschluß an das Referat von Herrn Dr. Jacobsohn über die politische Tätigkeit während der letzten Monate, politische Fragen behandelt. ln der Nachmittagssitzung hielt Herr Ussischkin, der kürzlich aus Palästina zurückgekehrt ist, einen Vortrag über eine Reihe wichtiger Fragen der Palästinaarbeit. Im Anschluß an dieses Referat wurden die speziellen Fragen der Palästinaarbeit behandelt, und es wurden eine Reihe von Beschlüssen gefallt, die ' wir im folgenden kurz wiedergeben: 1. Kulturarbeit. Das E. A, C. berichtete, daß die Kulturkommission sich mit dein Programm der Kulturarbeit in Palästina, das der Merkas Hamorium dein A. C. unterbreitet, und welches Dr. Lcvin in Nr. 39 der ״Welt“ 1012 dargelegt hat, einverstanden erklärt. Das A. C, beschloß, zur Ausführung dieses Programms, welches zunächst vor allem die Herausgabe guter Lehrbücher in hebräischer Sprache vorsieht, einen Beitrag bis zu 10000 Frcs. zur Verfügung zu stellen. '2. Sanierungsarbeiten in Palästina. Die kürzlich gegründete Gesellschaft jüdischer Aerzte und Naturwissenschaftler wird in allernächster Zeit einen definitiven Plan aufstellen, uni gewisse hygienische Maßnahmen in Palästina durchzuführen. Das A. C. bewilligte der Gesellschaft aus dem zur Errichtung eines hygienischen Instituts vorhandenen Fonds 10 000 M., die zur Anschaffung der ersten Einrichtung dienen sollen. Die angeschafften Instrumente usw. verbleiben dem Fonds des hygienischen Instituts als Eigentum. 3. Beza lei. Vor einigen Wochen •hat das A. C. gemeinsam mit dein Vorstand des Vereins Bezalel unseren Gesinnungsgenossen Herrn Estermann nach Jerusalem entsandt, um die Tätigkeit des Bezalel an Ort und Stelle zu studieren, Die nunmehr cingcgangencn genauen Berichte lassen erkennen, daß der Bezalel auf eine neue geschäftliche Basis gestellt und neu organisiert werden muß. Vor allem ist die Beschaffung eines größeren Betriebskapitals notwendig, um einen geordneten Geschäftsbetrieb einführen und den weiteren Ausbau des Unternehmcris in Angriff nehmen zu können. Das A. C. nahm von den Berichten Kenntnis und beschloß, das E. A. C, mit der weiteren Bearbeitung der Angelegenheit zu betrauen. 4. Palästinareiseberichte. Das A. C, beschloß, diejenigen Mitglieder des A. C., die seit dem letzten Kongreß Palästina bereist haben oder noch bis zum XI. Kongreß bereisen werden, zu veranlassen, dem A. C. Berichte über ihre Eindrücke zü erstatten, um auf diese Weise alle Anregungen zu verwerten, die sich aus den Studienfahrten nach Palästina ergeben. 5. Universität. Im Anschluß au die von Herrn Ussisch kin vorgcschlagcncn Maßnahmen zur ׳Förderung der Kulturarbeit in Palästina beschloß das A. C. die Einsetzung einer Kommission, die bis zum nächsten Kongreß alle Materialien sammeln soll, die sich auf die Gründung einer Universität in Jerusalem beziehen, damit alle wesentlichen Fragen, die^ mit einer solchen bereits wiederholt erörterten Gründung verbunden sind, geklärt werden. 6. Tagesordnung des XI. Kongresses, Die Tagesordnung des XL Kongresses, der am 2. September in Wien eröffnet wird, wurde beraten. Im allgemeinen ergab sich völlige Uebcreinstimmuug. Die Einzelheiten blieben späterer Entscheidung vorbehalten. Abgesehen von diesen einzelnen Beschlüssen wurden die wichtigsten Fragen der Kolonisationsarbeit erörtert, und es winde besonders auf die Notwendigkeit hiiigcwieseii, die P. L, 1). C. energisch zu för- (lern timl überall für den Verkauf der P, L, IX <..- Aktien zu wirken. Bezüglich der Propaganda und Verwaltungstätigkeit 11,111111־ das A. C. einige Mitteilungen des E. A, C entgegen, Es wurde allseitig der Wunsch ausge- Sprüchen, die Beschaffung der nötigen Mittel für die fortgesetzt wachsenden (iesaititaiifgnbcii durch zielbewiilite Arbeit für den Zeitlralfomls zu sichern. Am Nachmittag des 6. d. M. fand eine Sitzung des Auf.siclitsr.1ts des J. C. T. statt. 1111 Anschluß an die A, (',.-Sitzung tagte am 8. d. M, das Komitee der F e lei s t c i n - S t i f t 1111 g. An dieser .Sitzung nahmen vom Komitee die Herren Feldstein, Dr. Lcvin mul Dr. Klee, vom A. C. die Herren l)r. l l.a ״ t k 1׳ und M o t z k i n teil. Es wurde beschlossen, die Stiftung unter dem Namen ״Jüdischer Kulturt'onds Kt'dein“ zu errichten. Die Statuten wurden genehmigt. Der Kulturfonds ist eine englische Genossciischuft, deren Statut sieh eng an die Statuten des Jüdischen Natioiialfonds aiilclint. Der Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina, dessen fünfter Jahresbericht eben erschienen ist, kann mit Befriedigung auf seine Tätigkeit im vergangenen Jahre zuriicksehcn. Die Institutionen, die von ihm ins Leben gerufen wurden, haben sich weiter gut entwickelt und weisen viele Fortschritte auf. ln Jaffa werden zurzeit in der Schule 57 Mädchen beschäftigt, gegen 40 im Vorjahre. Das Atelier in Jerusalem ist von 50 auf 150 Mädchen vergrößert. Das Atelier in Tibcrias beschäftigt in diesem Jahre 80 Mädchen, gegen 30 im Vorjahre. Die feinsten Arbeiten kommen von dort. Neuerdings wird dort auch Nälimiierricht erteilt. In Safed ist im Laufe dieses Jahres eine Nühschule für 75 Mädchen eröffnet. Da unter der Bevölkerung in Safed große Not herrscht, kann man auuehmen, daß die Schule von großem Segen für die Stadt werden wird. Die Zahl der Heimarbeiterinnen, die bis jetzt aus den Schulen hervorgegangen ist, beläuft sich vorläufig auf 2(1, da wegen der schlechten häuslichen Verhältnisse das Arbeiten zu Hause noch nicht überall möglich ist. 1 tn g a 11 % en beschäftigt die vom V e r c i n c i 11 g e fii h r t c S p i t z e!1 i n d u s t r i e und Näharbeit jetzt 3 88 Mädchen, Dazu kommen 16 Lehrerinnen, teils für Spitzen und Nähen, teils für Hebräisch und Turnen. Mit dem Dienstpersonal sind es rund 410 Personen, denen durch den Verhand eine Erwerbsquelle geschaffen worden ist. Auch der Verdienst der Mädchen hat sich gesteigert. Wenn eine mittlere Arbeiterin 25—30 Frcs. monatlich verdient, so gibt es auch schon Mädchen, die bei feinerer Arbeit mul Stücklohn imstande sind, bis zu 50 Frcs. zu verdienen.!11 den Schulen wird auf Ordnung und Sauberkeit gesehen. Die Räume sind hell und freundlich. Auch wird für ärztliche Untersuchung der Augen gesorgt, was speziell in Jerusalem, wo die ägyptische *Augenkrankheit an der Tagesordnung ist, von besonderer Wichtigkeit ist. Die Nachfrage nach den Spitzen ist im Wachsen, so daß die Spitzen gut verkauft werden. Die vom Verbände in Kinereth bei Tibcrias begründete I a n d w i r t s c h a f tliehe H a u s h a 11 u 11 g 8 s c h u 1 c hat sich als sehr lebensfähig gezeigt. Seinen bescheidenen Mitteln entsprechend hat der Verband mit ö Mädchen äugefangen. Der Versuch gelang ausgezeichnet, und zurzeit sind cs 14 Mädchen, die dort arbeiten. Die Mädchen erhalten praktischen und theoretischen Unterrieht in Haushaltung und Gartenbau. Neuerdings soll Milchwirtschaft und Geflügelzucht noch dazu kommen. Das Krankenhaus in Haifa, das vom Verbände subventioniert wird, hat «ich während der kurzen Zeit seiner Existenz als ein wahrer Segen für die Gegend erwiesen. Die Hälfte der Kranken kommt aus den galiläischcn Kolonien, die bis jetzt die Wohltat eines jüdischen Hospitals und eines jüdischen Arztes entbehren mußten. Auch das Jaffacr Krankenhaus wurde vom Verbände subventioniert. An beiden Krankenhäusern bestellen Wöchnerinnen- Stuben, die von der Moskauer Ortsgruppe des Verbamles erhalten werden. Die Zahl seiner Mitglieder ist in ständigem Steigen begriffen. Im Jahre t')U betrugen die Mitgliederbeitriige etwa 10000 M,, im Jahre 1012 17000 Mark. An Spitzen wurden im Jahre 1011 für 7159 Mark verkauft, im Jahre 1912 für 13 859 M. Es ist zu wünschen, daß dem Verbände sich möglichst viele jüdische Frauen anschließen, damit er durch den Zustrom immer reicherer Mittel seine so schön cingcleitcte Tätigkeit in größerem Maßstabe ausüben kann. Um der stets wachsenden Arbeit gerecht zu werden, hat der Verband am 1. März d, Js. eine eigene Geschäftsstelle eröffnet, von wo aus sämtliche schriftlichen Arbeiten erledigt werden, und wo auch die ln seinen Ateliers angefertigten Spitzen zu haben sind. — Die Geschäftsstelle befindet sich im Hnrcnuhaus Börse, Berlin G. 2, Burgstr. 27, Bureau Nr. II, und ist täglich von 9 — 1 und von 3-7 lIhr geöffnet, mit Ausnahme der Sonnabende und Feiertage. Ein allgemeiner Bund jiidischer Hilfsorganisationen? ln der Sitzung des Board of Dcputics in London vom 2. d. M. teilte der Vorsitzende, Mr. Alexander, mit, daß seit einiger Zeit Verhandlungen zwischen, den Vertretern jüdischer Hilfsorganisationen in verschiedenen Ländern im (lange seien, die die Schaffung eines allgemeinen Bundes jüdischer Hilfsorganisationeii zmn Gegenstand haben. In dem neuen Bunde sollen folgende Organisationen vertreten sein: Die Jewish Coloni/ation Association, die Alliance Israelite, der Hilfsverein der deutschen Juden, das vereinigte Komitee der Anglo-Jewisli Association und des Board of Dtputics, die Israelitische Allianz in Wien, das American Jewish Committee und das Hilfskomitee in Frankfurt. ״Jewish Chronkk■“, das führende Organ der englischen Juden, kritisiert den Plan dieses neuen Bundes 111 entschiedener Weise. Er weist darauf hin, daß einige der bedeutendsten und einflußreichsten Organisationen, wie die B’nai B’ritli, die ״Ito“ und die zionistische Organisation, anscheinend von der projektiertem Vereinigung ausgeschlossen bleiben sollen. Die sieben Gesellschaften, die den Bund bilden sollen, könnten in keiner Weise Anspruch auf eine Vertretung der jüdischen Gesamtheit erheben. Außerdem tadelt das Blatt die Geheimniskrämerei, mit der die vorbereitenden Schritte betrieben würden. Vom Jüdischen Verlag Um einen Einheitspreis der Broschüren der Sammlung ״Die Jüdische Gemeinschaft“ herbeizuführen, ist der Preis des Heftes ״Der Rassenadel der Juden“ von Alexander Schnei er auf M. —,50 herab׳ gesetzt worden. Ua»V *Äi ן.י.ן.»' «Jw* •י♦ « y» J++W V» t '.*» ׳ ** —' *• f!'■i-rKiY •*4^auy4Mk ft *A A*l ך «•ft» Haft#, ),w *| lf«*4. .4י♦ l< j| «X# «*• 4, WK| ijj £1* jU4! +*{ 4t **y« jmmm □ *4! ».J Lu 1 r 4A*m* »£ ׳4++ <U< W Hk* JU . 1*2 H #*<I f*»«ft•* «w• 11,11^1 ft« JL/ j «% «*•י +***] «*»*י* *Hf #׳•** far «m» #»f A ui iWy #«Am £fw.-y» ul {%**» fwdk*^»tk 4t '***|י1 .***"י*• ♦ff«׳ «mm» <**«# •*%1# ׳ f** *jmr «#» J »«■ fr *ff» ׳*•mT 4**<j*^( (a|vw Ml M 1 I #.a־■■*׳ Ji A et . 11 4#» Mrf« »*■U» «# 4m «fmitm W—ft Die im vorigen Jahre mit großem Beifall aufgenommene ״Geschichte der Königin Esther“ des Bar Kochba in Prag wird mit ihren humoristischen Zeichnungen und den in zierlichen Buchstaben geschriebenen anheimelnden Versen gewiß auch bei diesem Purimfeste ihre Wirkung auf die Jugend nicht verfehlen. Palästlna-Relse-Gesellschaft e. V. in Hamburg Bekanntmachung. Die Generalversammlung findet statt am Sonntag, 27. April a. c. (I. Chol-ha-Moed Pessach), im Bureau des kgl. Notars Dr. jur. W. Victor, Wandsbek, Lübecker Str. 26, um 11 Uhr vormittags. Tagesordnung: Bericht; Verlosung; Wahlen. Der Vorstand. Die Mitglieder werden dringend gebeten, ihre Beiträge umgehend einzusenden an Dr. B. Tannen• wald, Hamburg, Kaiser-Wilhclm-Str. 110. Schluß der Mitgliedcr-Liste am 15. April. Die Parteipreise wird um Nachdruck gebeten.