Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVIII (1913)
- Issue
- Heft 9 (28.2.1913)
- Date
- 1913-02-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2651815-2651825--08825-2666103- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seile 86 J U EDI SCH E RUNDSCHAU Nr. 9 wahrt, und die Vertiefung in die jüdische V isseiischaft bildete seine Erholung in den Feicrstumleii und war ihm Erhebung in dem Gleichlauf der läge. Was Wunder, da« er zu den Ersten in unser״! Bezirke gehörte, die den Ruf vernahmen, als I heoilor ׳*er׳u die jüdisch-nationale Standarte aufpflan/te und alle Zion&frcundc um sich scharte. laue verwandte Saite in der Brust war auch hei dem Versto!heuen berührt worden, denn was er längst im stillen gefühlt, das hat der Zionismus /״ klarem und vornelunlicliein Ausdrucke gebracht. Er hat sich sofort unserer < rganisution angcschlosscn und. nicht aufgehort, die Entwicklung unserer Bewegung aus mitfühlendem Herzen zu begleiten und sich ihrer weitausslrahicmlcn Wirkungen zu erfreuen. In unserer kleinen (icmcimlc bildete sein Haus den Mittelpunkt zionistischen Lebens, und sein Tod reibt eine Lücke in unsere Reihen, die nur schwer ausgofiillt werden wird. Schönlankc. Herr Rabbiner l)r. M. L. B a in ־ her gor, Schönlanke, schreibt uns: 111״ voriger Nummer Ihres Blattes wird mitgetcilt, da« ein Schöffengericht einen Juden mit 10 M. Ordnungsstrafe belegt, weil er den Eid nicht unbedeckten Hauptes leisten wollte. — Bei der prinzipiellen Bedeutung der Frage halte ich es für notwendig, darauf hinzuweisen, da« eine höhere Instanz, das Kgl. Landgcriclit Broinberg (III. Strafkammer vom 20. Januar 1 *)05) bereits in gleichem Falle die Entscheidung des Schöffengerichts als falsch aufgehoben hat. In der Entscheidung heißt cs wörtlich, ״da« in der Bedeckung des Hauptes seitens eines strenggläubigen Israeliten bei der Eidesleistung ein die Würde ries Gerichts oder die Achtung vor diesem verletzenden Umstand nicht Zu finden ist.“ Bei der Begründung ist gesagt: Es sei kein Zweifel, da« rituelle Vor- Schriften, bei der Eidesleistung ebenso wie bei anderen religiösen Handlungen das Haupt zö bedecken hei den Juden bestehen, was auch bei der Bedeutung des früheren Preußischen Gesetz.es betr. des Fades der Juden v. 15. Januar 1879 anerkannt wird. Die Kornmission des Abgeordnetenhauses hat eine diesbeziigliehe gesetzliche Bestimmung nicht aufgenomnicn, weil sic der Annahme war, ״daß der Richter deinjenigen, der sich in seinem Gewissen bedrängt füllte, beim Schwören den Kopf zu bedecken, verständige Nachsicht werde zuteil werden lassen.“ (Koch, Pro• zeßordnung 6, 341.) Die Entscheidung des Landgcrichts Bromberg findet sich in der ״Juristischen Monatsschrift für Posen, West- und Ostpreußen mul Pommern“, Jahrg. VIII, 1905, S. 36.“ VOeiNS-RUMDSCHAU Berliner Vereinskalender März: Sonnabend, den I. März: Mendelssohn-Chor: Stiftungsfest. Sonntag, '2.: Bar Kochba: Vortrag Dr. Klee. Montag, den 3. März: N. J. G. V., Bezirksgruppe Rosenthaler Vorstadt ־ Gesundbrunnen: Vortrag, R.-A. Greifenhagen. Mittwoch, den 12. März: Jüdisch-nationale Frauen- Vereinigung: Vortrag, R.-A. Greifenhagen. Mittwoch, den 26. März: Jüdisch-nationale Frauen- Vereinigung: Kinderpurimball. * Berlin. In der Jüdisch nationalen Frauenvereinigung spricht am Mittwoch, den 12. Miirz, in Flavorlands Fcstsälcn.. Neue Friedlichste. 35, Herr Rechts• anwalt G r e i f e n h a g c n über Sport und 11 a t i 0n a 1 e Erziehung. Berlin. Der Kinder-Purim-Ball der Jüdisch nationalen F r a u c n v t* r e i 11 i g u n g findet am Mittwoch, den 26. März, nachmittags 4 Uhr im Tiergartenhof statt. Berlin. Wie bereits angekündigt, veranstaltet der Mendelssohn-Chor am 1. März d. J. in den Armin- Hallen, Kommandantensir. 58/59 sein XIII. Stiftungsfest. In dem Konzert gelangen Lieder von Mendt lssohn-Bartholdy und Brambach zur Aufführung, Ihre sohsfischc Mitwirkung haben zugesagt: Herr G. N. Schm erd! (Violine), Frl. Steffi Hegyesi (Sopran), Herr Opernsänger Philipp (Baß). Für heitere Vorträge während der Kaffeetafel sind Frl. Marry M a x e I vom Metropol-Cabaret und Flerr Alfred Sch ma so w vom Friedrich־ Wiihelmstädtischcn Schauspielhaus verpflichtet. Karten im Vorverkauf i 1 M. sind bei M. Dobrin, Neue Königstr. il/36 zu haben. Berlin. In der Bezirksgruppe Rosenthaler Vorstadt-Gesundbrunncn des N. J. G. V. spricht am Mont: g, den 3. März, abends 8»/* Uhr, Flerr Rechtsanwalt Cireifenhagcn im Saale der Brauerei Oswt d Berliner, Brunnenstr. 140, über ״Entartungscrscheinungcn im modernen Juden tum und ihre Bekämpfung“. Kattowitz. Am Sonntag, den 2. März er., I Uhr nachmittags veranstaltet die Zionistische Ortsgruppe im Saale des Deutschen Hauses eine öffentliche Vor- Sammlung. Vortrag des Flerrn Dr. Heinrich Loevvc über, ״Das liberale Judentum, wie cs ist und wie es sein soll.“ Es wird um püuktliehen und zahlreichen Besuch gebeten. Zur Deckung . der Unkosten wird ein Eintrittsgeld von 25 Pf. erhoben. ' ’Berlin. Am '20. Februar er. fand eine Besprechung zahlreicher im Sutten I •e: lin•., ><<>׳.vir in Vounliii, insbesondere Neukölln, \voh«1h<'1(tcr fVUtj'Jit'dei' dir judis'ehen Gemeinde statt, die zur Begründung unter Bezirksgruppe Süden dts Neuen Jüdischen Ge- (Heinde-Vereins lührte. Die einleitenden Worte des Herrn Dr. Klee, der als Vertreter des Zcntralvor- Standes des N.J.G. V. erschienen war, weckten ztin- »lenden Beifall. Sämtliche Anwesende traten, soweit sie 1111 Bezirke der neuen Gruppe wohnen, dieser hei. Bin provisorischer Vorstand, bestehend aus den Herren Herzog und W e i 11 b a 11 m als Vorsteher bzw. Vorsteher-Stellvertreter, S a I i 11 ff e r als Bcisit/er, Glasermeister Marcus als Kassen lülircr und Rechtsanwalt G reifen h a g e 11 als Schriftführer, wurde gewählt. In Abwesenheit des Herrn Herzog übernahm darauf Herr Weihbaum den Vorsitz. Lange blichen die Mitglieder der netten Bezirksgruppe noch beisammen, um den Erfahrungen zu lauschen, die die Leiter der älteren Gruppen ihnen mitteilten. Die Gruppe Süden tritt unter den günstigsten Auspizien ins Lehen und dürfte sehr bald eine rege Tätigkeit nach mißen und innen entfalten. Bremen. Am Montag, den 17. Februar, sprach Frl. Cora Berliner als Sekretärin des Verbandes der jiid. Jugcndvercim׳ im hiesigen Jüdischen Jugendbund ״Freundschaft“ über ״Die Aufg a h e n der jüdischen j u g e 11 d“. - Die Red- 111■ rill entwickelte »las allgemein bekannte Programm der jüdischen Jiigeiulvcreine, berührte speziell die Aufgaben der weiblichen jüdischen Jugend und ihrer Zusammenarbeit mit der männlichen und hob als besondere Leistung eines Verbaiulsvereins die in Leipzig begonnenen Unterriditskurse für Ausländer hervor. Als erster Diskussionsredner geißelte Herr Rabbiner Dr. Rose na k mit scharfen Worten die sogenannte Neutralität des Verbandes mit Bezug auf die Behandlung der ״Richtlinien“: er sei kein Propliet, aber noch ein oder zwei.derartige Fehlgriffe und der Verband habe sielt das Vertrauen der deutschen Juden verscherzt. Von zionistischer Seite entgegncte Gg. Apotheker A. Schindler, solche Unterrichtskurse wie die erwähnten seien seit langer Zeit schon von den national-jüdischen Studenten cingefübrt worden, alter nicht für ״Ausländer“, sondern für unsere jüdischen Stammesbrüder. Mit großer Entrüstung wies Schindler den von der Rcfercntin gebrauchten Ausdruck ״jung-jüdisches Parlament“ (!), den sie mit Bezug auf den nächsten I >elegicrtentag der Jiigetulvereinc gebraucht hatte, zurück. In ihrer darauf erfolgten Antwort ging sie hierauf mit keinem Wort wieder ein. Herr Moses S c h r .־! g e n (1 e i 111, der Präsident der hiesigen jüdischen Loge, mit lebhaftem Beifall applaudiert, mahnte' besonders zur Einigkeit und zur besseren Eintracht zwischen jung und alt. Von national-jüdischer Seite sprach Herr Bloch, der Sekretär des Bremer Komitees des 1 lilfsvcrcins der deutschen Juden: die Hauptsache in den fugendvereinen sei die Verbreitung des jtidischcn Wissens, Nach einigen weiteren Reden von Vercinsmitgliedcrn sprach die Referentin noch über die zionistische Mitarbeit, die man nicht vermissen wolle; im Verband arbeiteten die Zionisten recht fleißig mit, und es sei wünschenswert, daß dies in allen Vereinen geschehe. Frl. Berliner, die über eine gute Rednergabe verfügt, erntete am Schluß ihrer Ausführung reichen Beitali. Stettin. Nachdem infolge des am 23. Januar stattgefimdenen Vortrages des Herrn Dr. S a n d 1 e r in unserer hiesigen Zionistischen Ortsgruppe eine Sammlung für ein Yemenitenhaus eröffnet worden war, 11 ie voraussichtlich etwa '2011 M. cinbringcn wiril, hat auch der Verein ״Esra“ sein Interesse an dieser Angelegenheit in wirksamer Weise betätigt. Er hatte für den 20. Februar Herrn Davis Tri et sc 11 zu einem Liehtbildervortrag über Palästina und insbesondere über die Lage der Yemenitisehen Juden eingeladcn, der von Herrn Dr. ined. Landsberg durch eine Ansprache cingeleitct wurde. Der Vortrag fand reichen Beifall seitens der Zuhörer, unter denen unsere Gesinnungsgenossen zahlreich vertreten waren. Eine zugunsten eines Yemenitenhauscs vorgetiomniette Sammlung ergab ebenfalls etwa 2(K) M., so da« für ein Stettiner Yemenitenhaus bereits 400 M. verfüghar sind. Da sich verschiedene hiesige Vereine zu Beiträgen bereit erklärt haben, und auch von privater Seite noch Spenden zu erwarten sind, so erscheint das Stettiner Yemenitenhaus erfreulicherweise gesichert. Die seit Jahren unermüdlich betriebene Aufklärungsarbeit über Palästina hat somit wiederum einen schönen Erfolg zu verzeichnen. Stettin. Zionisten treffen sich jeden Freitagabend beim Vorstand, Herrn H. Jakob, Turnerstr. 10, Eingang Arndtstr., I, 1. Danzig. Die Zionisten treffen sielt an jedem 1. und 3. tXmnerstag des Monats, abends 9 Uhr, im Schliiter-Caftl. Chemnitz. Für den 31. Januar gewann unsere Zionistische Ortsgruppe Herrn Dr. nted. Prager als Referenten für »las Thema: ״Zur Psycno- 1,0 g i c des modernen Judentums.“ In drei Stadien schied der Referent die Diaspora: Moderne Juden fangen an, sich in der neuen Kultur aktiv zu betätigen. Damit eröffnet sich ihnen der Unterschied gegen das Alte, was sie vcrkehrterweisc mit einem unrichtigen Maßstab, mit dem des Fremden zu bewerten beginnen. Sie übersahen, daß die Bewertung zweien, zeitlich durch zwei Jahrtausende getrennten Perioden gelte, und mußten natürlich finden daß gegenüber dem Neuen im Eigenen nur wenig vorhandelt war. Nach dieser Erkenntnis begannen sic sich dem Judentum zu entfremden, kam die Vernachl.issigimg dessen, was ihnen weniger wert wurde, Hierzu kam, daß die in der damaligen Zeit aus der französischen Philosophie ausgeltende Idee der Ver• ' biuiinuti;׳ auf sie um so starker einwirken mußte, als im jüdischen Schrifttum dieselbe auch voraus' gesagt war. Nun folgte ein dritter Schritt, die Auf- ״;die'der Treue an das Volk. Es bleibt nichts als der jüdische Glaube, mul als sich auch dieser als I lindcmi! für ihr Ziel zeigte, wurde er gemodelt und reformiert. Sie bemühten sieh alles ah/ustreifen und nur der neuen Kultur zu dienen, können diese aber nicht restlos auiuclmu'ii, weil sie eine starre, starke bereits bes.ißeii, welche aus einem anderen Boden erwuchs, ans einem anderen seelischen Typus. Dieser Zust mul konnte nur Verkümmerung erzeugen. Die Juden verstümmelten sich, um in die neue Kultur zu passen, statt m dieser die eigene Individualität zu entwickeln und die Kultur zu bereichern. Mit vielem (ieschick mengte Herr Dr. Prager in sein gedarikentiefes Referat Hinweise auf Fehler, die liberale Rah. Inner begehen, und zeigte dir »las Judentum schädigendes Wirken auf. Die Debatte, an weicher sieh u. a. insbesondere die Herren Zahnarzt Schönberger, Dr. Fuchs, G o 11 c i 11 und W i 11 k e I s b e r g beleiligteit, wurde bedauerlicherweise durch die Flcrren Dr. Fuchs und (ioiteiu zu sehr und zu einseitig auf tlas religiöse Gebiet abgelenkt und nur zu wenig leider in »len Intentionen des Referats geführt. Der Vortrag machte durch seinen (icdankenreiehturn einen mächtigen Eindruck aut alle Zuhörer, die dem Herrn 13r, Prager mit lebhaftem Beifall für den gebotenen Genuß dankten. Chemnitz. Atu 19. d. M. sprach in unserer Zionistischen Ortsgruppe Herr Laz, Barth aus Berlin über das Thema: ״Neue und alte Geg- 11 e r des Zionismus.“ An Beispielen der versehicilenen zionistischen Phasen zeigte er ihre Kampfesweise auf, verstand es aber an Vorfällen der jüngsten Zeit, insbesondere das Rassewühlen unserer Widersacher zu brandmarken und ihr unjüdisches und rückgratloses Treiben aufzuzeigen. Dem Referat folgte eine lebhafte Debatte, die durch Herrn Laudau mit einer Anfrage an Herrn Barth eingcleitct wurde. Als Gegner des Zionismus kanten zwei Herren zu Wort. Ihre Eitnvände wurden durch Herrn Winkelsherg und insbesondere■ durch Herrn Barth in seinem glänzenden Schlußworte zerstreut. Leipzig. ״Alte und neue G e g n e r des Z i o n 1 s tu 11 s“, dieses so oft besprochene und doch stets so unerschöpfliche Thema, nchandcltc Lazarus Ha r 111 , Berlin, in anziehender und aktueller Weise in einem Vortrag, den er am Montag, den 17. Februar 1913, vor der Zionistischen Vereinigung zu Leipzig hielt. Der Redner ging historisch vor. Er gab einen Ucbcrbliek über die erste Periode des Zionismus, wo es darauf uttkain, im modernen Judentum erst die geeignete geistige Disposition für die machtvoll andrängenden neuen Gedanken zu schaffen. Damals, als llcrzls Judenstaat den Blick in ungeahnte Perspektiven lenkte, waren die Gegner nur die Lauen, Indifferenten, die allen Glauben an das Nationale verloren hatten oder gefährliche Konsequenzen fürchteten, und einige Fromme, die nur unter mcssianischer Führung die Rückkehr erhofften. Wirklich Positives machte nie• inand gegen den Zionismus geltend. So war cs denn leicht, die zionistische Idee zu propagieren, die Mühen kanten erst, als die Kolonisation in Palästina begann. Bald zog die ereignisvolle zweite Periode, die der praktischen Arbeit, herauf. Auch sic hatte ihre Geg• rter, die allen Erfolg bezweifelten und bald diesen, bald jenen Vorschlag zur Lösung der jüdischen Land* frage in Anregung brachten. Jetzt ist tum die dritte Periode gefolgt. Man durfte sie am besten als die Zeit der nationalen Festigung bezeichnen. Unter der Führung des nationalen, des zionistischen Gedankens sollen sieh die Juden aller Länder wieder zur geistigen Einheit, zur Volksgemeinschaft znsaiiiinenfiiidcn. Die• ses nationale Judentum, das die ganze Welt um־ spannen will, hat, wie Lazarus Barth hervorhebt, , zwei Gegner gefunden, »lenen es ebenfalls um einen j Zusammenschluß der intern,•itionalen Judeiihcit auf i allgemeinster Basis zu tun ist. Es sind die Orthodoxie / : und der Liberalismus. Beide begehen den Grund- י fehler, daß sie nur die religiöse Seite berücksichtigelt und das Nationale übersehen. Der orthodoxjüdische Weltbund, die ״Aguthas Jisroel“, stellt ein dogmatisches Programm der jüdischen Religion ׳nj sammelt, dessen Bekenner allem als vollwertige Juden 1 gelten sollen. Ein Gewissenszwang ist daher uti.11׳•• j! bleiblich. Mancher Orthodoxgesinnte wird sich um dcsscntwillcn von vornherein fernhalten, und auf dm § Zutritt der anderen ist dann natürlich überhaupt nicht j zu rechnen. Die religiöse Ucber/cugung ist stets ■ 1 nur Sache der einzelnen Persönlichkeit, man kamt j sich nicht durch Namensuntersdirift festlegen in hestimmtcr Richtung. Da es also der ״Aguthas Jisroel“. ' J die sonst viel Gutes geleistet hat, an der Allgemeinheit / fehlt, um jeden bewußten Julien in sich aufnehiiieii f zu können, so darf sie nicht als Lösung des jüdischen! Vercmigungsproblcms betrachtet werden. Nur das nationale Moment, das tmabhängig ist von Willen und (icistcsart des einzelnen, wird als ein objektives J Judentum alle Juden zu umschließen und vor dem; Verfall und der Zersplitterung zu schützen imstande sein. Der andere Gegner, der Liberalismus, fordert \ die Anpassung an das moderne Leben, den )An־ ' schlull an die umgebende Nation; nur die Religion if soh nach wie vor die Juden aller Länder verbinden.!1 Indessen, was ist diese Religion! Der positive Kern, g ihr eigentliches Leben, die jüdische Hoffnung, das j‘ jüdische Leiden, der tiefe Strom reicher Empfin• Z düngen, der alle Gebete umfließt und das jüdische ן Volk mit der monotheistischen Gottesidee zur uni vergänglichen Einheit verbindet, all das soll ver• / schwinden. Was die Posencr Rabbinerkonferenz in; ihren ״Richtlinien“ festsetzt, ist vernünftig, geiat* 1 t *»