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Jüdische Rundschau · 1913-02-21 · Heft 8 (21.2.1913) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 8 (21.2.1913)
Date
1913-02-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 ל Kr. a denen die Berichte der einzelnen Turnvereine sowie Aufsätze über verschiedene turnerische Fragen veröffentlieht werden sollen. In Jaffa hat der turnverein eine eigene Lesehalle eröffnet, in der die Mitglieder auch Unterricht in der hebräischen Sprache, in der jüdischen Geschichte usw. empfangen. Der Jerusalemer Turnverein erhielt anläßlich der Anwesenheit des Herrn Ussischkin, Vorsitzenden der Citowcvve Zion, ein Darlehen von dieser Gesellschaft zwecks Anschaffung von Turngeräten. Neben dem Turnen der Erwachsenen hat auch der I urnunleirieht in den Schulen Fortschritte zu verzeichnen. Heber ״Das Schulturnen vom medizinischen Standpunkte'‘ hielt kürzlich Dr. Moscowitz aus Rechoboth ein Referat in der Jaffaer ״Jüdisch-Medizinischen Gesellschaft". Außer den Acrztcn waren auch .die Leiter des Hebräischen Gymnasiums, der Mädchenschule, der Schule des Hilfsvereins der deutschen Juden, sowie die Turnlehrer dieser Schulanstalten anwesend. Nach längeren Verhandlungen wurde folgende Rcso- Union gefaßt: 1. Das Schulturnen ist sowohl für Knaben als auch für Mädchen eine Notwendigkeit als Hilfsmittel zur Hebung der Gesundheit der Schüler. Deshalb muß der Turnunterricht in samtliehen Schulen als obligatorisch gelten. 2. Die Schüler und Schülerinnen sollen jedes halbe Jahr von einem Arzte untersucht werden, damit diejenigen, denen das Turnen gesundheitlich unzuträglich ist, auf An- Weisung des Arztes vom Turnen befreit werden. ßUS Den G£M£JttD£N Berlin. Herr Fabrikant D. Wassermann in München, dessen Freigebigkeit viele staatliche und städtische Sammlungen bayrischer geschichtlicher und künstlerischer Denkmäler reiche Förderung verdanken, hat dem Gesamtarchiv der deutschen Juden seine große Sammlung von abschriftlichen Materialien zur Geschichte der Juden in Bayern als Stiftung überwieselt. Es handelt sich um Exzerpte und Abschriften von Urkunden und Akten, die Herr Wasseitunun selbst in jahrelanger Arbeit angefertigt hat. Die benutzten Archive sind : Allgemeines Reiehsarchiv- München, Kreisarehiv-Münehen, Kgl. Geh Staatsarchiv-Münchcn, Archiv des Kgl. I lauses-München, Städtisches Archiv-München, Erzbischöfliches Ordinariatsarcliiv-München, Protestantisches Oberkonsjstorialarchiv-Münchcn, Kgl. Kreisarchiv von Schwaben und Neuburg in Neulmrg a. IX, Kgl. Krcisarclüv von Nieder-liayern in Landshut, Kgl. Kreisarchiv in Nürnberg, Stadtarchiv-Nürnberg, Kgl. Krcisarchiv- Würzburg, Kgl. Kreisarchiv-Spever, Kgl. Krcisarchiv- Bamberg, Kgl. Kreisarchiv-Amberg, (iräfl. Castell- Castellxches Archiv, Städtisches Archiv-Weillenliurg i. B., Städtisches Archiv-Augsburg. Die Rcihcntolgc der Abschriften folgt der Anordnung in den Archiven; ebenso Titel und Signaturen. Die Benutzung wirü außerordentlich erleichtert durch die Namen- und Sachregister, ebenfalls Herrn Wassermanns eigenes Werk, von dessen Umfang die Tatsache, daß es sich allein bei den Personennamen um mehr als 15 000 Nummern handelt, eine Vorstellung gibt. Die Benutzung dieser großen, für alle Zweige der Geschichte der Juden in Bayern grundlegenden Sammlung steht Interessenten frei. Berlin. Die Anlage eines jüdischen Zentralfriedhofes in der Nähe der Döberitzer Heer- Straße bei Spandau ist wiederholt in der Oeffcntlichkcit erörtert worden. Von Spandau wurde bisher der stärkste Einspruch gegen die Anlage erhoben. Das in Frage kommende Gelände ist 30 Hektar groß und liegt zu drei Viertel auf üatower, zu einem Viertel auf Spaiidauer Gebiet. Die Interessenten haben jetzt neue Verhandlungen mit dem Spandauer Magistrat angeknüpft, insbesondere handelt es sich um die Fortführung der Straßenbahn vom Spandauer Güterbahnhof, wo die Leichen eintreffen würden, bis nach Gatow, also durch die Spandaucr Williclmstadt. Es fanden bereits durch Vertreter der Stadt, des Kreises Osthavelland und der interessierten Personen Besiehtigungen statt, denen sich Verhandlungen im Spandauer Rathaus anschlossen. Die jüdische Gemeinde soll die Zinsgarantie für die Straßenbahn, was ungcfälir eine halbe Mifllion ausmachen würde, übernehmen. Die Balm soll tagsüber dem Personen-, nachts dem Leichenverkehr dienen. Berlin. Wie das ״B. T.“ mittcilt, hat die Generalversammlung der Gesellschafter des Verlages der ״Staatsbürgerzeitung“ beschlossen, die Gesellschaft zu liquidieren. Berlin. Ein Prozeß wegen unlauteren Wettbewyrbs hat die 21. Zivilkammer des Landgerichts Berlin I beschäftigt. Gebrüder Kaufmann hiersclbst in der Frankfurter Allee betreiben ein Fleisch- und Wurstwarcn-Geschäft und bezeichnen einen Teil der von ihr vertriebenen Waren als koscher, und zwar als rituell nach den Vorschriften der jüdischen Ritualgcsctzc. Der Verein autorisierter jüdischer Flciscliwarcnhündler Groß-Berlins, vertreten durch seinen Vorsitzenden, den Flcisehermeistcr Sclinar Kaufmann in Berlin, hat durch die Rechtsanwälte Groneman,ו und Dr. Klee die Klage wegen unlauteren Wettbewerbs gegen die Firma Gehr, Kaufmann eingeleitet. Die erwähnte Zivilkammer hat die Beklagten verurteilt, es zu unterlassen, in Ankündigungen, Annoncen, auf Firmenschildern, Geschäftspapieren und an Grem Verkaufsladcn die bisher als koscher bczclchnetin waren weiter als koscher zu bezeichnen. Die JUEDISCHE RUNDSCHAU Gründe der gerichtlichen Verurteilung sind im wesentliehen folgende: ,,Bei der Beurteilung des vorliege״- den Rechtsstreits kann dahingestellt bleiben, ob 111 der Tat aus dem Geschäfte der Beklagten Wurstproben geholt worden sind und in diesen nicht koscheres Fleisch gefunden worden ist. Es entsteht die Frage, was ist unter ״koscherer Ware“ zu verstehen. Den Beklagten ist beizupflichten, daß eine feste Alislegimg für (ias Wort ״koscher“ nicht existiert. Ls kommt hierbei immer auf den strengen religiösen Standpunkt an, den der betreffende jüdische Käufer einniiiimt. Die streng orthodoxen Juden verstellen unter ״koscherer Ware“ nur solche, die aus Tieren, die durch den jüdischen Schächter geschachtet und unter Aufsicht des Rabbiners hergestellt sind und Schweinefleisch nicht enthalten. Die liberalen luden huldigen einer laxeren Anschauung. Jedenfalls ist aber, mag die Anschauung noch so lax sein, unter dem Begriff ״koschere Ware״ stets zum mindesten zu verstellen, eine Ware, die nicht mit Fleisch von unreinen Tieren, namentlich nicht mit Schweinefleisch, versetzt, hergeskllt ist. Durch Zeugen ist nun festgestellt, daß in dem Geschäft der Beklagten koschere und nicht koschere Wurst hergestellt wird. Die koschere Wurst ist aus Rind- und Kalbfleisch hergestellt und hei Mangel von Fettgehalt wird hin und wieder Schweinefleisch mit verarbeitet. Den Augestellten ist aufgegeben worden, für koschere Wursthereitung die dazu besonders bestimmten Maschinen und Apparate zu benutzen. Im Drange der Geschäfte wird aber dieses Verbot nicht beachtet und es werden zur Herstellung koscherer Wurst auch diejenigen Apparate und Maschinen benutzt, die zur Herstellung nicht koscherer Ware bestimmt waren. Die Beklagten haben also zur Herstellung koscherer Wurst wiederholt Schweinefleisch, das unbedingt nicht zu verwenden war, gebraucht. Ob die Beklagten von diesem Verwenden des Schweinefleisches durch ihre Angestellten Kenntnis hatten, ist, abgesehen davon, daß alsdann die Beklagten die erforderliche Beaufsichtigung ihrer Angestellten außer acht gelassen haben, gleichgültig, da die objektive Feststellung zur Klage auf Unterlassimg genügt. Es kann deshalb ein solches wiederhohes Verhalten der Gesellen den ifcklagtcn nicht entgangen sein. Andernfalls fiele ihnen eine imverantwörtliche, das Anstruidsgcfühl verletzende Nachlässigkeit zur Last, Es war daher, wie geschehen, zu erkennen,“ Berlin. Der Frauen-Verein der Berliner Logen U, O. B. B. (E. V.) hat am 3. Februar d. Js. im eigenen Hause, Ilrmmenstr. 41, ein Mutter- und Kinderheim eröffnet. Zweck des Heims ist, jüdischen Müttern vor und nach der Entbindung mit ihren Kindern Aufnahme zu gewähren. Von einer Eröffnungsfeier ist abgesehen worden, da der genannte Fratien-Verein am 0. März d. J, sein 25 jähriges Bestehen .durch eine Feier im Marmorsaal des Zoologischen Gartens festlieh begehen wird. Ein Festmahl vereinigt die Festtcilnchmer am Abend im l.ogenhatis, KIciststr. 10. Berlin. In der Fcbmarmunmcr des Gemeindeblattcs werden die folgenden Austritte aus dem Judentum bckaniitgcjrcbcn: Tischler Israel Iglick, zugleich für seine mimlerjährige Tochter Anna Hertha Iglick, Sickingcnstr. 55. — Frau Else Glauhitz, geb. Lcsser, Fürstenberger Str. 10. — Kontorist Fritz Salonion, Berlin-Steglitz, Birkbuschstr. 12. — Kaufmann Sali Oppenheimer, Claudiusstr. 6. — Artistin Rose Goldberg, Bötzowstr. 37. — Rentier Markus Loewy, Wilmersdorf, Kaiserplntz 8. — Frau Emma Bendin, geb. Stamm, Stettiner Str. 28. — Frau Adelheid Göttlich, geb. Courant, Fontane-Promenade 16. — Kaufmann Kurt I leilbut, Berlin-Schöncbcrg, Freisinger Str. 10. — Architekt Kurt Schwarz, Berlin- Halcnscc, Markgraf Albrcchtstr. 2. — Frau Lili Schwarz, geb. Studzinski, ebenda. — Konfektions• Schneider Georg Crohn, Frankfurter Allee 185. — Verehelichte Kaufmann Lucie Neuniann, geh, Reich, Berlin-Fricdcnau, Tauniisstr. 23, — Opernsänger Alfred Fabisch für seinen minderjährigen Sohn Walter Fabisch, Berlin-Fricdcnau, Kaiser-Allee 103. — Verwitwete Frau Berta Balogh, geb, Steiner, Potsdamer Str. 123. — Bankbeamter Bruno Eisemaiin, Lichtenborg, Holtcystr. 12. — Kaufmann Georg Held, Cliarlottcnlnirg, Sybelstr. 42, — Dr. nliil. Viktor Loewenfehl, Klein-Ziethen (Kreis Teltow). — Lithograph Leo Reich, Sccstr. 11<), — Canti, jur. Georg Basclt, Oberschöneweide, Louisenstr. 16. — Kaufmann Gustav Samuel, Lessingstr. 34. — Frl. Gertrud Bendikowsky, Lessingstr. 23. — Verwitwete Kaufmann Berta Friedlacnder, geb. Perling, Madaistr. 3. — Handlungsgehilfe Paul Schönthal, Weidenweg 4. — Frau Olga Hochhatiscr, geb. Reich, Charlottenburg, Kurfürstendamm 103. — Kaufmann Robert Hochhäuser, Berlin-Wilniersdort, Kurfürstendamm 106. — Kaufmann Ludwig Frankel, Oroß-I.ichterfeklc, Moltkestr. 2. — Frl. Lotte FrMnkcl, ebenda. — Frau [>r. Sophie Landau, geb. Breslauer, Wcslend, Aknzien-Allec 17. — Uhrmacher Alfred Weiß, Neue 1 iochstr. 22. — Metallarbeiter Hugo Jakirr, Kat/bachstr. 17. — Kaufmann Walter Behrcnd, Bcrlin-Schöttcberg, Landshuter Str. 4. — Komponist Erwin Lendvai, Charlottcnburg, Augsburger Str. 27. *VI WHJJVCH 111• Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe, ist zum \ Standsmitglied der Gemeinde gewählt worden. Chemnitz. Vor einiger Zeit wurde bericF daß aus Anlaß einiger schächtgegncrischer Pctitlo eine Deputation des sächsischen Landtages 1 Schachten 1m Dresdener städtischen Schlachthof wohnen wollte, um sich durch Augenschein zu ü zeugen ob das Schächten tierquälerisch sei oder ni Das Ministerium veranlage den Oberbürgermei von Dresden, die bereits erteilte Erlaubnis zu di- Inaugenscheinnahme zurückzuziehen, und die s *»Rehe Landtagsdeputation mußte ihr Vorhaben in der preußischen Stadt Halle a. S. ausfuhren. Weil üjt hiesige ״Volksstimine“ die Intervention des sachsi- *teilen Ministeriums einen Schildbürgerstreich genannt hatte, wurde ihr Redakteur zu einem Monat Gefängnis verurteilt. In der Gerichtsverhandlung wurde'als Grund des ministeriellen Verhaltens angegeben, daß nach der bestehenden (icsct/gebimg die Kammern mit anderen Behörden'nicht direkt, sondern nur durch Vermittlung des Ministeriums verhandeln dürften. Die Lamitagsdcputntion habe sich aber direkt an den Magistrat von Dresden gewandt. Dieser Standpunkt soll in der Revisionsinstan’z angefochten werden. Halle a. S. Am 11. d M. fand hier eine von 1 400 Personen besuchte Versammlung statt, zu der die deutsch-soziale Partei eingeladeit hatte. Herr Generalsekretär 11 e 11 11 i 11 g « e 11 sprach über daj Thema: ״Die Uebersdiweinmuiig unserer Hochschulen mit 111- und ausländischen Juden.“ Der Redner, der übrigens außergewöhnlich plump — die Undläufigen antisemitischen Mätzchen zum besten gab, wurde mit reichem Beifall belohnt von der Vcrsaimn• hing, die sieli fast nur aus Studenten, besonders Medizinern, zusammensetzte. Daß die antisemitische Partei ehe Antiauslämlerbewcgung alt den Universitäten auf ihre Art aiisschlachtet, kann uns nicht in Erstaunen setzen. Daß aber ein so erheblicher Ieil der Studentenschaft diese Verquickung der Ausländer• frage mit der Judenfrage freudig gutheißt und dal) dies gerade in Halle a. S. geschieht, von wo die jüngste Bewegung unter den Klinikern ihren Anfang nahm, zeigt sehr deutlich, wo die Wurzeln der durch den Klinikerstreik eingeleiteten Kampagne zu suchen sind. Auch offizielle Erklärungen können diesen Tatbestand nicht andern. Ferner wird klar, daß die langjährige antisemitische Propaganda, die der V. I), St,, die Burschenschaften und andere Verbände in Ermangelung anderer Ideale• betreiben, nicht ohne• Erfolg geblieben ist. Diese und andere Tatsachen sollten doch denen zu denken geben, die nicht au(* hören, das Ende des Antisemitismus zu prophezeien. Vor allem aber sollten d i c Stammcsgcnossen, welche aus mir allzu durchsichtigen Motiven sich an der Aiisläiiderhet/e beteiligen, endlich erkennen, daß die Steine, die sie werfen, ins eigene Lager fallen. Dülmen. Die hiesige jüdische Schule wild mir von vier Kindern besucht. F ür die Unterhaltung der Schule zahlte bisher der Staat 00!! M. und die Stadt 1100 M. Zuschuß. Liner Anregung 'der Rel'icrung folgend, hatte der Magistrat be.chlossen, die Schule eingellen zu lassen. Die Synagogengemeinde hat sich nun bereit erklärt, die Hälfte des bisherigen städtischen Zuschusses, also 700 M., jährlich zu zahlen. Die Stadtverordneten beschlossen nun, vorläufig noch 700 M. zu zahlen; falls aber die Schülerzahl nicht ziinimmt, soll in der Folge nur der Zuschuß gewährt werden, den die Stadt für jedes Kind der Volksschule zu zahlen hat. - Line gewissenhafte Chronik derartiger Nachrichten, die das Problem der jüdischen Landflucht treffend illustrieren, könnte wohl all• wöchentlich ein halbes Dutzend ähnliche Notizen bringen.! Elberfeld. Am 1. Februar ließ im Viehhof der• Elberfeld benachbarten Stadt L e n n e p der Schlachthofdircktor Klein in Gegenwart des Sanitätsrat l)r. R a m d o 11 r aus Leipzig (beide Herren sind dmch ihre Agitation gegen das Schächten bekannt) Prabe- Schlachtungen nach Art des rituellen Schächtens vornehmen. Die benachbarten Sachverständigen, so z. B. die Schlnchtliofdircktoren von Köln, Elberfeld und anderen Städten hatten hierzu Einladungen erhalten. Ein jüdischer Viehhändler aus Lennep, der bei den Vorgängen auf dem Schlachthofe zugegen sein wollte, wurde hinausgewiesen. Es sollte festgestellt werden, daß die Tiere nach der Schlachtung sich noch erlieben und etwas gehen können. Es wurde aber nicht etwa ein geübter Schächter mit der Schlachtuug betraut, sondern ein christlicher Metzger, ebensowenig wurde ein einwandfreies Messer, wie es für das Schachten notwendig ist, in Anwendung gebracht. Endlich wurden den Tieren sofort nach erfolgtem Halsschnitt die Fesseln von den Füßen gelöst. Die unausbleibliche Folge war dann auch, daß zwei von den geschlachteten Tieren sich erhöhen und ein wenig gingen, um dann zusammcn/ubrcchen. Die Vorgänge w u r d c n auf einem Film f e s t g c h a 11 e 11. Daß der Hergang sich so wie hier geschildert, zugetragen hat, kann einwaiulsfrei nachgewiesen werden, her auf so unzulässige Weise hergestellte Film soll offenbar zur angeblichen Aufklärung des Publikums verwendet werden, während er mir zu dessen lircführung dienen kann. Dieses Verfahren soll hiermit gekennzeichnet werden. Mannheim. In einer Klagesache gegen einen Tagelöhner aus Heidelberg wurde hier vor dem Schöffengerichte der jüdische Kaufmann Würth ab Zeuge aufgerufen. Als er den Hut zur Ablegung des Lides abnehmen sollte, verweigerte er dies, da er strenggläubiger Israelit sei. Der •Vorsitzende ermahnte ihn nochmals, sich keine Strafe zuzuziehen und de״ Hut abzunehmen. Würth aber blieb dabei. Der Zeuge־ wurde nicht vereidigt, aber er wurde zu einer Geldstrafe von 10 M. verurteilt. Er hätte sich nach der Stratbegründung wohl ein Gcbctkäppchcn mitbringen können, das wäre wie früher auch jetzt nicht bcanstandet worden. Worms, ln einer seiner letzten Sitzungen faßte der Vorstand der Kultusgcmemde den Beschluß, ein Museum zu begründen, welches dazu bestimmt sein u° c .r a״ verschiedenen Orten untergebrachten, für die Geschichte des Judentums und der hiesigen jüdischen Gemeinde höchst wertvollen Altertümer unter einem Dache zu vereinigen. Einem Teile

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