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Jüdische Rundschau · 1913-02-21 · Heft 8 (21.2.1913) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 8 (21.2.1913)
Date
1913-02-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 8 I und die Opferwilligkeit der Juden in dieser kritischen Zeit Ausdruck gegeben. Allem Anschein nach kann man bereits von der Ucbcrwindung der Münzkrisis reden, in Jerusalem konnte dank der energischen Mitwirkung jüdischer Kreise, namentlich des Herrn Antübi und der zionistischen Anglo-Palcstinc Company, die Metallikfrage geregelt werden, in Jaffa, wo mehr der Bischlik vorherrscht, entstand eine Bischlikkrisis, die ebenfalls beunruhigend wirkte. Es folgten darauf Beratungen in der Anglo-Palcstine Company, an denen sich auch mehrere Kaufleute und der Waad I la’ir (jüdischer Gemeindevorstand) beteiligten. l>ic hier getroffenen Maßnahmen genügten, um den Kurssturz des Bischliks zu verhindern. Der Waad lla’ir konnte daher eine beruhigende Verlautbarung, die in hebräischer Sprache gedruckt war, affichieren. Dieses interessante Dokument verdient wohl auch hier in deutscher Uebcrtragung vviedergegeben zu werden: Bekanntmachung. Bezüglich der Beunruhigung, die hier wegen der Bischlik־ und Metallikmünzen Platz gegriffen hat, beehren wir uns, auf Grund eingehender Untersuchurig fcstzustcllen, daß sic ganz grundlos ist. I in das Publikum zu beruhigen, hat der Waad I la’ir Unterhandlungen mit den Kaufleutcn angcknüpft, und es wurde nun die Vereinbarung getroffen, daß die Bischliks und Metalliks zu dem bisher üblichen Preisen verkauft werden sollen. Alle diejenigen, die diese Münzen besitzen, .haben daher keinerlei Verlust zu befürchten. Wir hoffen, daß die geehrten Bürger den aus der Luft gegriffenen Gerüchten keinen Wert beimessen und ihren Geschäften in Ruhe nachgehen werden. Dadurch werden sie sowohl sich selbst als auch dem Vatcrlande in kritischer Stunde dienen. Die Sonne des Friedens, der Gerechtigkeit und Redlichkeit möge über unsere Heimat und das geliebte Vaterland strahlen. Jaffa. Der Waad Ha' i r. « AUS ALLCR Wf LT ־־ Deutschland Auf der Plenarsitzung des provisorischen Komitees der ״Agudas Jisrocl“, die am 3. lebrunr in Frankfurt a. M. zusammentrat, gelangte eine Reihe von bereits vorgeprüften Pliinen zur Einleitung der P a I ä s t i n a A r 1ז e i t zur Vorlage. Es soll versucht werden, durch den Bau von ArbcltcrhUuscrn an der Scßhaftmachung eines wahrhaft jtidisehen Arbeiterstandes in den Kolonien mitzuarbeiten. Zur Verfügung gestellt wurde zunächst ein Betrag von 50000 Eres., der dazu dienen wird, kleine Arbeitcrliäuschcn in Verbindung mit Gemiisegarten, evtl, der Gewährung der Möglichkeit einer kleinen Milchwirtschaft, zu errichten. Im einzclnen wurden dafür folgende Bedingungen be* schlossen: a) Da das Unternehmen den Kolonien in hohem Maße zugute kommt, wird erwartet, daü die Kolonievcrwaltungen den Grund und Boden für die Häuser unentgeltlich zur Verfügung stellen. b) Die Häuser werden den Inhabern zunächst pachtbezw. mietweise überlassen mit der Vernflichtung, den Baubetrag allmählich in kleinen Katen zu amortisieren und dadurch den Bau weiterer Häuser zu ermöglichen, c) Als Pächter werden vor allem ehemalige Zöglinge von Jeschiwoth, überhaupt Bnci Thauro gewählt, die bereits mindestens ein Jahr in einer Kolonie landwirtschaftlich tätig waren, Auf Antrag der russischen Gesinnungsgenossen wurde beschlossen, auch von seiten der ״Agudas Jisrocl“ die Bemühungen um Wiederaufrichtung des aschkenasischen Obcrrabbinats zu Je* r 11 s a I c m auf gesunder Grundlage nach Kräften zu fördern, um so mehr, als hieran über Jerusalem hinaus die Gesamtheit in höchstem Maße interessiert ist. * Wir hatten uns vor längerer Zeit in mehreren Aufsätzen mit einem Urteil befaßt, das im Jahre 1872 gegen zwei des Meineids verdächtigte Juden aus Bricg gefällt worden war. Nachdem die Aufmerksamkeit der weiteren Öffentlichkeit zunächst von seiten des demokratischen Schriftstellers Hans Leun auf die Sache gelenkt worden war, gab der ״Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ bekannt, daß er bereits Schritte in der Angclcgenheit unternommen habe. Im Februarheft seiner .Vereinszeitschrift gibt er nun das leider negative Ergebnis seiner Bemühungen bekannt: Sowohl das Bricger Landgericht wie das Obcrlandesgcricht zu Breslau haben den auf Grund neuer Tatsachen ge- *feilten Wiederaufnahmeantrag zur Rehabilitierung der verurteilten Juden, welche bereits ihre Strafe verbüßt haben, jetzt abgelehnt. Beide Gerichte nehmen übereinstimmend an, daß die Unglaubwürdigkeit *weier Belastungszeugen und der Angehörigen des *inen, insoweit sie von dem Schwurgericht als Zcugen vernommen waren, von dem Schwurgericht be- JUEDISCH2 RUNDSCHAU Seite 73 rcits mit erwogen sein mußte. Sie sprechen deshalb den für ihre Unzuverlässigkeit beigebrachten Tat- Sachen iltc Eigenschaft des ״Neuen“ im Sinne des Gesetzes ab. Der Iustanzcnzug ist erschöpft. Das geschehene Unrecht, bei dem 1802 antisemitische Momente in der Urtcilsfällung nicht ohne Einfluß waren, bleibt bis auf weiteres ung׳׳:(il;f1t. Und das ist um so bedauerlicher, als inzwischen der eine der beiden Verurteilten, seiner Befürchtung entsprechend, seine Stellung verloren hat. England Die Londoner Delegierten der provisorischen alhauischcn Regierung Rassib Dl 110, Mehmed Kon i t z n und li. N o g g a f f, richteten an die Rcdaktion des ,,Jcwisli Chroniclc“ in London das nachfolgende in französischer Sprache abgefaßte Schreiben; ״In Beantwortung einer Anfrage Ihres Korrespondenten, beehren wir uns, hiermit zu erklären, daß es selbstverständlich ist, dafl die Juden in Albanien ohne Unterschied dieselben Rechte genießen werden, wie die übrigen den verschiedenen Kulten nngehörenden Bürger. Genehmigen Sie usw,“ — Der Wert solch einer Zusicherung vor der Konsolidierung der albanischen Verhältnisse kann natürlich nur ein recht problematischer sein. Rumänien und einige andere Beispiele haben uns Juden leider die — an sich gewiß sympathische — Eigenschaft der Leichtgläubigkeit genommen. * In der Wahlversammlung, die in London am Sonntag, des 10. Februar, tagte, wurde Dr. J. H. Hertz, der früher Rabbiner in Johannesburg (Südafrika) war und gegenwärtig in Amerika amtiert, zum Chief Rabbi der großbritannlschcn Juden ßewählt. Während der Jahre 1099—1904 war Dr, Hertz Vizepräsident der zionistischen Landesorganisation in Südafrika. Türkei Der Oroßrabbincr hat ein bemerkenswertes Memoraucium über die Judenschaft von Saloniki ausgearbeitet, das den Gesandten der Großmächte überreicht werden soll, Rabbi N a h u m legt dar, welche Rechte die Juden gegenwärtig genießen und wie sie sich voraussichtlich in Zukunft gestalten werden. Weiter gibt er dein Wunsche Ausdruck, daß ein neutrales Regime in der Stadt geschaffen werden möge. Der Minister des Acullercn hat Naluun mitgeteilt, daß er seinen Vorschlag billige, und der Gesandte einer Großmacht hat den Wunsch geäußert, die Dinge mündlich mit ihm zu besprechen. * Die Haltung der omnanisclicn Judeiihelt während de» Kriege* * hat auf die Regierung*- kreise einen starken Eindruck gemacht. Die Minister des Aeußcren und des Inneren äußerten sieh dem Oroßrabbincr gegenüber etwa mit den (01• gemlcn Worten: ״Wir sind den Juden dankbar. In diesen traurigen Zeiten haben wir unterscheiden gelernt, wo unsere wahren Freunde zu finden sind und wer uns feindlich gesinnt ist. Die Juden haben sich gegen uns in mehr als brüderlicher Weise bcwährt." PALfleSTINA-flUJIDSCHAU Palästlna-Relsc-Geoeilschaft (e.־ V.) in Hamburg s Mit dem Eildampfcr ״Wien“ findet am 28. März a. e. eine Gesellschaftsreise nach Palästina statt zu erheblich ermäßigten Preisen. Nur umg e h e n d e Anmeldungen können noch berücksichtigt werden, da die Einzahlung des Fahrpreises bis zum 1. März erfolgen muß, — Fahrkarte Triest—Jaffa und zurück ca. 45t) Frs. II. Kl. und ca. 650 Frs. I. Kl. Reisekosten im Lande je nach den Ansprüchen zwischen 10 und 30 Frs. pro Tag und Person. — Die Mitglieder der Palästinn-Relse-Oescllschaft werden höfliehst gebeten, die Jahresbeiträge umgehend einziisenden an Rechtsanwalt Dr. Bruno Tannenwald, Hamburg, Kaiser Wilhelmstr. HO. Die bi* zum 1. März nicht eingegangenen Beiträge werden unter Zuschlag der Kosten per Nachnahme eiligezogen. Gesinnungsgenossen werden wiederholt auf die außerordentliche Wichtigkeit von Palästina-Reisen hingewiesen und dringend aufgefordert, unserem Vereine beizutreten. Die Verlosung findet am Chol-ha-Moed Pcssach statt. Paliiltlna-Rcisc- Gesellschaft e, V. in Hamburg Der geschäftsführende Ausschuß i. A.: Dr. Ch wo II es, Hamburg-Bahrenfeld, Mozarts^r. 34. Die Parteipresse wird höflichst um Nachdruck gebeten, ■ Der vor kurzem ernannte Gouverneur von Jerugalcm, Tahar Chair Aladin Bey, hat nach einer Amtszeit von nur wenigen Tagen bereits demissioniert. Tahar gehört nämlich zu den eifrigsten Gegnern der nunmehr wieder ans Ruder gelangten Jungtürken, die er vor seiner Berufung nach Jerusalcm in der von ihm begründeten Konstantinopler Zeitung heftig bekämpft hatte. Zu seinem Nachfolger ist Maschid Bey ernannt worden, der in dem Rufe eines vorurteilsfreien und auch den Juden freundlich gesinnten Mannes steht, im Gegensatz zu seinem Vorgänger, der in Konstantinopcl als Anhänger antisemitischer Bestrebungen galt. Allerdings wird hier in jüdischen Kreisen, die Gelegenheit hatten, zu dem Exgouverncur in nähere Beziehungen zu treten, versichert, daß Tahar das Land als Freund der Juden verläßt. Besonders konnte er In den Tagen der Jerusalemer Münzkrisis erkennen, welchen Wert in kritischen Lagen die jüdische Bevölkerung für das Land besitzt. In Privatgcsprächen mit Jerusalemer jüdischen Notabcln versprach Tahar Chair Aladin Bey, seine in Palästina erlangte bessere Kenntnis von der Bedeutung des jüdischen Elements auch während seiner zukünftigen Wirksamkeit in Konstantinopel zu verwerten, Der Großrabbiner llaim Nah um erhielt von der neuen Regierung die formelle Zusicherung, daß die Einrichtung des sogenannten ״roten Zettels“, der den ausländischen Juden bisher bei ihrer Landung in Syrien von den Hafenbehörden überreicht wurde und der den Zweck hat, die Dauer ihres Aufenthalts im Lande auf drei Monate zu beschränken, in dem neuen [Man für die Verwaltung der syrischen Vilajets nicht mehr vorgesehen ist. Ebenso sind in dem neuen Entwurf die gegenwärtige in Palästina bcstehenden Beschränkungen betreffs des Bodenerwerb* der ausländischen Juden fallen gelassen worden. 11־/Rn eil > sport. Turn- und Sport-Verein Königsberg!. Pr. I. Gemeinsame Veranstaltungen. Sonntag, d. 23. 2.: Gemeinsamer Halbtagesmarsch beider Abteilungen. Abfahrt Lizentbahnhof 8.05 Uhr, Rückkehr 1.22־ Uhr. Mittwoch, d. 26. 2.: im großen Saal des Artushofs Turn-Kottimcrs mit Damen, anschließend Tanz. Dienstag, d. 4. 1.: Kleiner Domplatz 15c. Vortrag des Herrn sind. med. Isserlin ״Deutschtum und Nntiomiljudcntum“, Beginn 9 Uhr präzise, II. Männcr-Abteilung. Donnerstag, d. ft. 1.: Musikturnen. Jeden Sonntag regelmäßige I lalbtagesmiirschc. Treff* punkt: 2. '1.: Vor der Turnhalle, 9 Uhr, 9, 3.! Wrangelt 11 rin, 9 Uhr. lft. 3.: Kaiser-Wilhelm-Platz, 8' j Uhr. 23, 3.: I.ehrschmiede, Steindamm, 8*/j Uhr. III. Frauen-Abteilung. Sonnabend, d. I, 3,: In der Hammerschmiede Abschledskaffce für Fräulein Lewin. Beginn 3 Uhr präzise. Mittwoch, d. 5. 3.: Musikturnen. 81/2 Uhr präzise.• Sonntag, d, 16. 3.: Halbtagesturnmarsch nach Inditten. Treffpunkt: Auerochsenmonument, 9 Uhr präzise. Der Vorstand. Das turnerische Programm des an den Ostertagen, 21./24, März, in Berlin stattfindenden I. Kreisturn tag ucs deutschen Kreises der ״Jüdischen Turnerschnft“ ist nunmehr wie folgt fcstgelcgt worden: Vorturnerstunde: Sonntag, den 23. Mürz, vormittags 8 Uhr. Turnerische und sportliehe Lektionen. Vorturnerinnenstunde: Leitung: Frl. Tomasclicwsky. Sonntag, den 23. März, vormittags 10 Uhr. Schauturnen: Am Montag, den 24. März, nachmittags 31/2 Uhr, Städtische Turnhalle, Prinzcnstrnllc. Besprechung der Vorturnerstunde. Montag, den 24. März, abermals. * Die Hoffnungen, die man vor einigen Monaten an die erste Konferenz der palastin cnsisehen Turnvereine geknüpft hatte, daß sie zu einer Ausdehnung des Turnwesens unter der palästineiisisclicn Judenheit beitragen werde, sind In Erfüllimg gegangen. Schon jetzt zählt der Turnverband ״Makkabl“ nicht weniger als II Vereine, und zwar in Jerusalem, Jaffa, Beirut, Pethach-Tikwah, Rischon Le-Zion, Rechohoth, Nell-Zionah, Gederah, Ekron, Sicliron-Jnkob und Rosch Pinah. An anderen Orten sind neue Turnvereine im Entstehen begriffen. So hat, wie wir bereits berichteten, beispielsweise Herr Dr. Elias Auerbach, Arzt in Haifa, früher ein aktives Mitglied des Berliner Turnvereins ״Bar Kochba“, seine Mitarbeit für einen in Haifa zu gründenden Turnverein zugesagt. Ein anderes ehemaliges Mitglied des ״Bar Kochba“, Herr E. Herrmann, wirkt in Jaffa und den benachbarten Kolonien für die Entwicklung der Turnsache. Besonders erfreulieh ist der Erfolg des Jaffacr Turnvereins, dem es gelungen ist, die verschiedensten Elemente der Jsffaer jüdischen Bevölkerung: Aschkenasltn, Scphardim und Yemeniten, an seinen Turnabenden einträchtig zu versammeln. Der Vorstand des Turnverbandes ״Makkabi“ hat beschlossen, periodisch Zirkulare über die Turnbewegung In Palästina herauszugeben, in f I!! 4 I I ן 1 }

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