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Jüdische Rundschau · 1913-02-07 · Heft 6 (7.2.1913) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 6 (7.2.1913)
Date
1913-02-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seile 55 Nf. 6 Artikel wieder einmal recht schlecht wegkommt kann nicht weiter verwundern, aber komisch ist cs ’jedenfalls, wenn der Herr Geheimrat einen Mann wie A venarius um seine Hilfe im Kampfe gegen die Monistische Gefahr angeht. Herr Qeiger hat sich schon öfters mit derartigen Ersuchen einen Korb geholt — so, als er der Staatsregicrung nahclegtc, den Zionisten die Staatsbürgerrechte zu nehmen —, und es wird ihm gewiß auf einen Korb mehr’oder weniger nicht ankommen. ♦ Der jüdische Frauenbund teilt uns folgendes mit: ״,Nach dem Erscheinen des Buches der ehemaligen Polizeiassistentin Schwester Henriette Arendt ״Kleine weilte Sklaven״, sind wir von verschiedenster, auch von christlicher Seite, auf die darin erwähnten l alle jüdischer Kinder hingewiesen worden, für die angeblich von keiner jüdischen Institution Hilfe zu erlangen gewesen wäre. Ebenfalls wurden wir darnul aufmerksam gemacht, daß Henriette Arendt die Bilder der jüdischen Kinder als Postkarte hat vervielfältigen lassen, die sie zur Erlangung von (kldinittcln in jüdischen Kreisen verbreitet. Wir haben uns nun bemüht, authentisches Material über die jüdischen Fälle zu erhalten, doch ist uns dies bisher nicht geglückt. Wir möchten nur bemerken, daß gerade die Angaben über die jüdischen Kinder mit größter Vorsicht aufzunehmen sind, da Henriette Arendt selber getaufte Jüdin ist.״ Oesterreich Einige russische Blätter wissen zu erzählen, daß der berüchtigte russische Agent provocateur Azcw vom Wiener Bankhause Rothschild als Preßagcnt angestellt wurde. (?) Er figuriere unter dem Pseudonym Wolfmann. Die amerikanischen jüdischen Blätter drucken diese Nachricht ohne jeden Kommentar nach. England ln der Londoner Shoreditch Town Hall, einem großen, ungefähr 1500 Personen fassenden prächtigen Saale, fand am 19. Januar eine von dem dortigen ״Joint Zionist Council“ veranstaltete Versammlung statt, die zu den glänzendsten zionistischen Vcranstaltungcn der letzten Jahre zählte. Herr So kolow, der sich gegenwärtig auf einer Tournee in England befinde!, war der Redner des Abends. Bekanntlich beabsichtigt unser A. C.-Mitglicd im Anfang des Monats März In Amerika einzutreffen. Der berühmte Physiologe Professor Dr. Leonhard Hill von der Oxforder Universität und Primarius der Ersten Klinik von London veröffentlicht im ״Daily Mail״ einen längeren Aufsatz über seine Beobachtungen bei den verschiedenen Schlachtmcthoden. Der Gelehrte erklärt, daß er auf Grund vicljährigcr Forschung und Untersuchung sowie auf Grund seiner Beobachtungen der in den verschiedensten Schlachtliaiisern geübten Tötungsmethoden bei Gcnußticrcn, die innerste Ueberzeugung gewonnen habe, daß die vom jüdischen Gesetze vorgeschricbenc Schachtmethode die zweckmäßigste und leichteste ist und daß diese dem Tiere die geringsten Schmerzen verursacht. Türkei Die Delegation der Brüsseler Union des Associations Isradlites, bestehend aus den Herren Dr. Paul Nathan-Berlin, Elkan Adler-London und Dr. Bernhard Kahn-Berlin, die zur Organisation des Hilfswerks in den Balkanländcrn nach dem Orient gereist ist, hat sich nach Erfüllung ihrer Mission auf der ersten Etappe der Reise — wo die Hilfsaktion für die okkupierten serbischen und bulgarischen Ocbietc und für Bulgarien selbst in ihren Orund/.ügcn geregelt und auch schon bezüglich Adrianopels für den Fall seiner Erschließung Vorsorge getroffen wurde — am 19. Januar von Sofia nach Saloniki weiterbegeben, wo sie bis zum 27. Januar blieb. Jetzt fangen auch die intelligenteren Türken an, einzuschcn, daß wir Juden dem Ottomnncriturn am treuesten ergeben sind. So schreibt in der Smyrnaer türkischen Zeitung ein bekannter Publizist: ״Beim Einrüge der griechischen Armee in Saloniki waren alle Stadtviertel mit griechischen Fahnen geschmückt. Es sah aus, als hätte man seit Hunderten von Jahren die Ankunft der Griechen gewünscht. Die Muselmänner, die größten Patrioten, hißten die griechischen Fahnen, Nur die Juden machten eine Ausnahme. Ich be* trachte es als eine Pflicht meines Gewissens, diese Tatsache festzuhalten. Unter allen Elementen, die *ich über den Sturz Salonikis betrübten, waren cs die Juden, die ihr Bedauern am lebhaftesten ausgedruckt haben. PALA€5TINA־RUM0SCHAU Die Chaussee, die von Jaffa über <jic deutsche Siedlung Walhalla nach ״Tcl-Awiw“ fuhrt, war •eit langem in sehr schlechtem Zustande. Da man aut eine Ausbesserung der Straße durch die zuständige Behörde vergebens wartete, entschlossen •ich die Einwohncr, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Die Bewohner von Tcl-Awiw stellten darauf für die Instandsetzung der Straße 1100 Frs. zur Verfügung, die Deutschen ca. ein Drittel dieses Betrages und den Rest steuerte die Stadtverwaltung bei, so daß die Angelegenheit zur Befriedigung sämtlicher Einwohner von Jaffa erledigt werden konnte. Im abgelaufcncn Jahre wurden in Tcl-Awiw und Nachalath-Benjainin 20 neue Häuser, darunter vier zweistöckige, erbaut. * Der neue Gouverneur von Jerusalem, T a h a r Chcircddin Bcy, ist dieser Tage hier eingctroffen. Bisher konnte er jedoch die Amtsgcsclüifte aus Gesundheitsrücksichten nicht übernehmen. TURnen &sport Seit ungefähr einem halben Jahr hat der J. T. V. Bar K0chba eine Florettfechtricge. Schon jetzt kann man — trotz der Jugend dieser Abteilung — sagen, daß die Bar Kochbancr auch auf diesem Sportgebiete viel Fleiß und Geschicklichkeit beweisen. Es ist ja bekannt, daß in nicht jüdischen Fcchtvereinen so mancher Jude den Ruf eines guten Fechters genießt und für die Ehre seines Vereins wohl cinzutreten weiß; aber bisher sind Juden fast nie für die jüdische, sportliche Ehre — im wahrsten Sinnt des Wortes — ״mit der Klinge in der Hand“ cingetrctcn. Jetzt bietet sidi ihnen auch hierfür Gelegenheit. Der J. T. V. Bar Kochba übt unter der Leitung des Feclitwarte H. Kuhn jeden Dienstag abends von 8 bis 10 Uhr in der Turnhalle und jeden Mittwoch abends von 1*9—10 Uhr im Zeichensaal der 31, Ocmcindeschule, Alt-Moabit 23. Am Mittwoch ist stets Einzelausbildung für neue Mitglieder. Gäste sind will* kommen 1 Der durch seinen sensationellen Flug Berlin— Petersburg auch im Auslände bekannte russische Aviatiker W. Abramowitsch ist, kaum 22 Jahre alt, plötzlich gestorben. Er war ein Enkel des in Rußland populären jüdischen Schriftstellers S. Abramowitsch, der zahlreiche Werke aus dem Leben der russischen Juden veröffentlichte, die durch Ihren litcrarischen Wert allgemeine Anerkennung fanden. Der Verstorbene fungierte als Oberinstrukteur an der Aviatikerschule in Johannisthal bei Berjin und hatte durch seinen Wclt-Höhenrekord den ersten Berliner Aviutikcrprcis errungen. Den Flug Berlin—Petersburg legte er in 17 Stunden zurück. + Am 23. und 24. März d. Js, findet in Berlin der I. Kreisturn tag des Deutschen Kreises der Jüdischen Turnerschaft statt, an dem sich voraussichtlich eine große Zahl von Delegierten der einzelncn Kreis-Vereine beteiligen werden. Das Programm hat vorläufig folgende Fassung erhalten: Sonnabend, 22. März: Hcgrüßungsabend, veranstaltct vom Jüdischen Frauenbund für Turnen und Sport. Sonntag, 23, Mürz, vormittags: Verhandlungen; nachmittags: Schauturnen; abends: Ball, veranstaltct vom Bar Kochba-Bcrlin. Montag, 24. März, vormittags: Vorturnerstundc, verbunden mit sportlichen Vorführungen; nachmittags: Verhandlungen. »ihm«׳— ר׳ירי/רזזדדחוז׳זרל׳יז׳״ז Mitteilungen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Unsere vorzügliche Agitationsbroschüre ״Das Programm des Zionismus“ von Richard Lichtheim wird in diesen Tagen in einer neuen, wesentlich umgearbeiteten Auflage erscheinen. Die erste Auflage von 20 000 Exemplaren ist vollständig vergrifren. Das ist ein Erfolg, wie er keiner unserer früheren Werbeschriften beschicden war und man darf wohl sagen, daß schon diese Tatsache allein für die Brauchbarkeit dieses Propagandamittels spricht. Die neue Ausgabe erscheint in der gleichen vornehmen Ausstattung wie die erste Auflage. Trotzdem sich der Umfang des Heftes vergrößert hat, ist der Preis von 30 Pf. für das Exemplar beibchalten worden. Da sich voraussichtlich die Bestellungen auf die Schrift in der nächsten Woche häufen werden, bitten wir die Ortsgruppen, uns ihren Bedarf möglichst sofort aufzugeben. * Montag, den 24. und Dienstag, den 25. Februar, finden in Berlin in den Räumen des zionistischen Zentralbureaus, Sächsische Straße 8, Sitzungen des Großen Actions-ComiM• der Zionistischen Organisation statt. VEREINS-RUNDSCHAU Berliner Vereinskalender Februar: Sonnabend, 8,: Verbindung Im K. Z. V. Hasmonaea: Montag,' 10.: Zionistischer Verein ״West-Berlin“: Vortrag Dr. Becker. Dienstag, 11.: Histadruth: Oeffentliche Versammlung. , _ Jüdischer Jugendverein Charlottenburg: Oesenichtsvortrag Blitz. Donnerstag, 13.: B. Z. V.: Oeffentliche Propaganda- Versammlung. Donnerstag, 20.: Jüdisch - Nationale Frauenveremigung: Vortrag für jüdische Akadcmikerinncn. Sonnabend, 22,: Jüdischer Frauenbund für Turnen und Sport: Maskenball. Berlin. Am Donnerstag, den 13. Februar, abends 9 Uhr präzise, veranstaltet die Berliner Zionistische Vereinigung im Tiergartenhof, am Bahnh. Tiergarten, eine große öffentliche Propagandaver- Sammlung, in der f ferr Richard Licht heim über das Thema ״Der Zionismus und die orientalische Frage“ sprechen wird. Nach dem Vortrag werden Lichtbilder aus den jüdischen Kolonien vorgeführt■ Zur Deckung der Unkosten wird ein Eintrittsgeld von 30 Pf. erhoben. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten. Berlin. I>cn Mitgliedern der Berliner Zionistischeu Vereinigung ist ein Propaganda-Fragebogen zugegangen, in den diejenigen Personen eingetragen werden sollen, die irgendwie (ür zionistische Be- Strebungen zu interessieren sind. Wir bitten dring c n d, den Bogen recht sorglältig auszufüllcn und umgehend an uns zurück gelangen lassen, da die von uns beabsichtigte systematische Propagandanrheit erst nach Rückkunft der Bogen wirksam in Angriff genommen werden kann. Berlin-West. Am Montag, den 10, Februar, spricht im Zionistischen Verein West-Berlin Herr Dr. Julius Becker über das Thema ״Z i o n I sm u 8 und Qolusjudcntu m“. Als Oästc sind jüdisch interessierte Damen und Herren willkommen und zur Diskussion eingeladen. Lokal: Caf6 Kutschcra, Charlottenburg, Wilmcrsdorfcr Str. 53/54. Beginn: abends 9 Uhr. Berlin. Der Berliner Verein der Organisation für hebräische Sprache und Kultur veranstaltet Dienstag, den 11. Februar, 9 Uhr abends, im Hotel ״Ruhland“, Mittelste. 00, eine öffentliche hebräische Versammlung. Herr Dr. Sackheim (Jardeni) wird über: ״Die ersten Pioniere des ,Bilu‘ ״ sprechen. Im Anschluß daran findet eine Diskussion statt. Gäste, Damen und Herren, herzlich willkommen. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird dringend gebeten. Berlin. Die Generalversammlung des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina findet am Mittwoch, den 12. Februar, nachmittags 5 Uhr, im Hause der jüdischen Gemeindc, Rosenste. 2—4, Zimmer 21, statt. Um zahlreichen pünktlichen Besuch wird gebeten. Berlin. Die Verbindung Im K. Z. V. ״Hasmonaca“ veranstaltet ihren diesjährigen Ball morgen, Sonnabend, den 8. Februar, in den Räumen des Brudervereins, Kurfürstenstraße. Berlin. In der Jüdisch-nationalen Frauen verein )gung findet am Donnerstag, den 20. Februar, eine Versammlung statt, in der Frl. Dr. Kate Friedemann über ״Die jüdische Akademikerin undderZionismus“ sprechen wird. Oesinnungsgenossen werden höflichst gebeten, für diese Versammlung Propaganda zu machen und Adressen von Damen, die sich für dieses Thema interessieren, an die Berliner Zionistische Vereinigung, Sächsische Str. 8, zu senden. Insbesondere kommen Akademikerinncn, Studentinnen, Lehrerinnen, Malerinnen und Bildhauerinnen, Schriftstellcrinnen, Musikstudierende und Schauspielerinnen in Betracht. Charlottenburg. Im Jüdischen Jugendverein Charlottenburg findet am Dienstag, den 11. d. M., abends 9 Uhr, ein Geschichtsvortrag des Herrn B. Blitz statt. Lokal: Cafi Kutschers, Wilmcrsdorfcr Str. 53/54. Gäste, Damen und Herren, sind bestens willkommen. e Berlin. Neben den von der Bezirksgruppe Schönhnuscr Vorstadt des Neuen Jüdischen GerneIndevereins veranstalteten ״Lernabenden״ (Mischna Pesachim), welche Habt». Dr. Pctuchowski an jedem Montag, abends 9 Uhr. vor zahlreichem Zuhörerkreise awiilt, begann Rabb. Dr. Königs-

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