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Jüdische Rundschau · 1913-02-07 · Heft 6 (7.2.1913) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 6 (7.2.1913)
Date
1913-02-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 56 JUEDISCHE J> erg er am jüngsten Mittwoch seinen auf •I Abende berechneten Vortragszyklus über ״Das Gebet" (im An- Schluß an den Mischnatraktat Berachoth). Der Redner behandelte zunächst die Grundlage der ganzen Vorunstaltung, der er einen Aushau zu einer j u ti i s c h e n V o I k s a k a d C m i e wünschte, und erörterte sodann die Dreiteilung des Religionsgc.set/e< unter Bezugnähme auf die letzte Misdina des Iraklales ()1 Iah, worauf er auch die Autorität der von Lsra begründeten ״Grölten Synode“ durch den Hinweis bewies, daß in ihr Propheten, d. h. Männer, weiche von direktem üottesgeistc erfüllt waren, sahen. Dadurch gehe unser eun ihr festgesetztes, von den Gottesmäiinern gutgeheißenes (iebetbueh weit über den Rahmen eines Werkes von (ielehrten hinaus. Bei der nunmehr f״l• genden Besprechung der ersten Misehna entwickelte der Redner in echt volkstümlicher, leicht faßlicher und überzeugender Darlegung, unter Heranziehung vieler Hngadas so viele schöne rein religiöse und allgemein ethische Gedanken, dall das die Aula der Rciigionsscliule (Rykestr. 53) füllende Auditorium am Schlüsse mit dem lebhaftesten Beifall den empfangenen geistigen und ästhetischen Gcmill (!uittierlc. Im Anschiult an den Vortrag dankte Herr Dr. Loevy dem Redner für den geistvollen Vortrag und hielt sieh für verpflichtet, dem Vorsitzenden des Voriragsaus- Schusses, Herrn Ludwig Hehr, »len Dank des Vor- Standes auszusprechen, da lediglich Herrn liclirs Initiative und rastloser Energie das Zustandekommen der Vortragsvcranstaltung zu danken sei. Die nächsten Vorträge hält Herr Rabb. Dr. Königsherger am Mittwoch, den 12., 20. Kcbruar und 6. Marz. Am letztgenannten Tage, als Ersatz für den 10. Februar, an »lern der Redner durch amtliche Berufung nach auswärts behindert ist. Am 12. und 20. März folgen dann noch 2 Vorträge des Herrn Rabb. I!r. Bergmann über das llicma: ״Die Erbauung sb ii c h e r unserer V a t e r.“ Stettin. Zionisten treffen sich jeden Freitagabend beim Vorstand, Herrn II, Jakob, Turnerstr. 10, Eingang Arndtstr., I, I. Danzig. Die Zionisten treffen sich an jedem 1. und 3. Donnerstag des Monats, abends 0 Uhr, im Schlüter-Cafe. Posen. Am 20. Januar fand eine g.ulbesudite Ortsgruppcnvcrsamnuung statt, bei der Rechtsanwalt Dr. M a n a s s e ein Referat über ״I) i e y e m e n i t i - sehen Juden" hielt. Unter Zugrundelegung der Broschüre von Jehosehuah I־' e I d m ann, gab der Redner ein anschauliches Bild über die Lage der Juden in Ycmen, ihre Geschichte und besonders auch über ihre Bedeutung für die national jüdischen Siede- Umgen in Palästina als landwirtschaftliche Arbeiter. Zum Schlull regte der Referent die Bildung eines Poscncr Komitees für die yemenitischen Juden an. Er richtete besonders einen Appell an die Gesinntingsgenossen, sieb an dem llilfswerk tatkräftig zu heteiligen. Als zweiter Referent des Abends berichtete Herr Lehrer G 1111 m a n 11 über den Ausfall «I e r R e p r;i sentantc n w a h I c 11 am 7. J nnuar. Der Referent hob hervor, daß der den Zionisten aufgezwungene Wahlkampf den Beweis erbracht bat, daß wir für unser zionistisches Programm auch in der Poscncr Judenschaft 25--33'.4 Prozent Gefolgschaft haben und daß cs nur an der Ungerechtigkeit des herrschenden Wahlsystems liegt, wenn der entsprechende Anteil an der Repräsentanz nicht erreicht werden konnte. Der Wahlkampf hat im allgemeinen sich in parlamentarische״ Formen bewegt, einzelne Entgleisungen sind den Kompromißlern passiert; der Redner entschuldigt auch dieses mit der üblen Position, in die sich die Khillcorthodoxic durch das Kompromiß mit den Liberalen gebracht hat. Der Zionismus lud den Kampf mit Ehren bestanden, und die Marseblinie ist in der glücklichsten Weise für die Zukunft festgelegt: Unsere Ideen und ihre Verfechter werden hier wie überall siegen — aus eigener Kraft. — Nach einer angeregten Diskussion schloß der Vorsitzende Dr. Kollcnschcr die Versammlung. Glogau. Am 20. Januar veranstaltete der Zionistische Diskutierklub einen Vortragsabend, an dem Herr Dr. Paul Michaelis aus Berlin über ״Assimilation“ sprach. Der Referent entledigte sich in formvollendeter Weise seiner Aufgabe und, indem er auf die Gefahr und das Unvernünftige der heutigen Assimilation hinwies, legte er dar, daß nur »1er Zionisimis imstande ist, jetzt das Judentum vor dem Untergänge zu bewahren. In der sich anschließenden Diskussion sprach u. a. Herr Rechtsanwalt Dr. Sehr euer, dessen Worte auf die Zuhörer großen Eindruck machten. Dem Referenten des Abends sei ־ füf seine Bereitwilligkeit, uns in unserer zionistischen Tätigkeit zu unterstützen, an dieser Stelle herzliehst gedankt. Künigshütte. Im November vorigen Jahres wurde hier ein Zionistischer Mädchenklub gegründet, dessen Mitglieder mit dem Zionismus bekannt gemacht »xlcr indenen der Zionismus befestigt werden soll. Allwöchentlich hat genannter Klub seine Zusammenkünftc. bei welchen Referate über allgemeine zionistische Themen von den jungen Mädchen gehalten werden. Bis jetzt wurden folgende Referate gehalten: Erl. Böhm aus Ratibar über ״Zionistische Organisationen“, Frl. Gottheit über ״Die jüdische Frau von einst und jetzt“, Frl. Ring über ״Der Zionisnius und seine Gegner“. I>cn weiteren Inhalt dieser Abende bildet das Lesen der jüdischen Rundschau, weit, jungjüdischcr Bücher und Zionistischer Broschüren. Am 18. Januar d. J. trat der Zionistische Mädchenklub mit seinem ersten Vortragsabend in die Oeffcntlichkcit. Heinz Margulies aus Breslau war für diesen Abend als Redner gewonnen worden. Groß war die Zahl seiner Zuhörer, die mit Spannung seinen für jeden Zionisten interessanten und für jeden dem Zionismus Feincrstdieiulen, lehrreichen Ausführtingeii über die zionistische Jugend lauschten. Der reiche Beifall zeigte, »lall des Redners Worte fruchtbaren Boden gefallen waren. Dem Vorfolgte ein gemütliches Beisammensein, zu dessen ai trag I )»n Sammlung Verschönerung I lerr I tr, P i n c z »> w c r (Knltowstz.) mit seinen ernsten und heiteren Gesängen und 1 rl. N ei ss er mit jüdischen Rezitationen beitrug, materiellen Erfolg des Abends ergab eine für das Königsluitter Vemeniteutiaus. Wrescheit. Am 2b, Januar ist Herr Salti Gumperl, Wresclieu, Begründer und langjähriger Schriftfiihrer der Ortsgruppe Wrcschcn, verstorben. Wir verlieren in dem Daliingcschiedenen einen unserer besten Gesinnungsgenossen, dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden. Leipzig. Herr Davis Tri et sch (Berlin) spraeli in der Zionistischen Vereinigung am 13. Januar er. vor einer zahlreichen Zuhörerschaft über: ,,Paliist i na und die Juden" mit den Unterthemen: Der alljüdische Charakter der Pnlüstinabestrcbuugcn. -- Die jüdische Einwanderung und Kolonisation. - Palästina als neues Zentrum der judenheit, - Die ycmcnitischc Einwanderung. Der Vortrag fand lebhaften Beifall. In der anschließenden Diskussion wurden verschiedene Angelegenheiten der praktischen Paliist inaarbeit erörtert, mul es ergab sicli hierbei, wie erfreulich das Verständnis dafür und die Absicht, selbst init/iiwirken, auch unter unseren hiesigen Freunden fortsehreitet. Die Ausführungen des erfahrenen Palüsliitakeiincrs dürften dem weiteren Bekanntwerden; der Hilfsaktion für die yemenitischen Juden förderlieh geworden sein, für die wir in hiesigen /io• nistisdien Kreisen zurzeit eifrig werben. Als neue Gruppe unserer Vereinigung haben wir soeben den Zionistischen J 11 g e 11 d v e r e i n gegründet. Wir werden durch diese Neugrüiulimg voraussichtlich 1 eine größere Anzahl junger Leute dein Zionismus und damit dem Judentum besser zu erhalten vermögen, als ohne dem, da es sich vorerst zumeist um junge Juden handelt, die hier fremd sind, und denen bisher die Gelegenheit fehlte, ihr jüdisches Interesse zu betätigen. Diese Gruppe hält jeden Sonntag uaclunittag Zusammenkünfte ab, die der Belehrung und Unterhaltung dienen. Wanderungen und spartliehe Betätigung sind als wichtige (,linkte in »las Arheitsprogramm au!genommen. Hannover. Am 23. Januar fand eine Versammlung der Zionistischen Ortsgruppe statt, in »ler Herr Referendar Dr. Herzfeld über W. Rathc- »aus liucli ״Höre Israel“ sprach. An das interessante Referat schloß sich eine sehr lebhafte Debatte, die Gelegenheit zur Erörterung der zionistischen Kernfragen bot. - Die jungen Zionisten Hannovers haben sieh zu einem Hcrzl-Klub zusnmmengeschlossen. Der Klub hat seine Arbeit aufgenommen. Düsseldorf. Am Drnuerstag, den 23. d. M,, sprach in einer Mitgliederversammlung »ler hiesigen Zionistischen Ortsgruppe Herr Referendar Max Strauß aus Köln am Rhein über ״Was tut uns not? Betrachtungen und Forderungen für die deutscheu Zionisten.“ Der Referent beleuchtete die verscliiedenen Methoden der bisherigen Agitation und glaubte die geringen Erfolge lediglich darauf zurückführen zu dürfen, daß keine genügenden hebräischen Sprachkenntnissc uns zur Seite ständen, .um den erforderlichen Zusammenhang mit der alten Kultur des Judentums und »ler sich im Osten entwickelnden zu erreichen und aufrecht zu halten. Er forderte unbedingt für alle Ortsgruppen Einrichtung hebräischer Sprachktirse. An das instruktive Referat schloß sich eine eingehende Diskussion, in der die Voraussetzungen des Redners nicht in Abrede gestellt, wohl aber der Erfolg und die Durchfülirmigsmöglichkeit in Zweifel gezogen wurden. Darinstadt. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland veranstaltete am 22. Januar im ״Hotel I less“ eine Versammlung, in der Herr Julius S i in o n- Mannheim, Mitglied des Zionistischen Aktionskomitecs, über ״Die deutschen Juden und der Zionismus“ sprach. Der Redner zeichnete in großen Zügen die Entwicklung der deutschen Juden seit der Emanzipation. Er erklärte, daß die deutsehen Juden cs nicht verstanden hätten, ihre Eigenart in Einklang zu bringen mit der mode m Kultur, daß aber mir die bewußte Pflege der jüdischen Eigenart die Erhaltung des Judentums ermögliche. Das Judeniuin Westeuropas müsse Interesse an der Renaissancc des Judentums gewinnen, die gegenwärtig in Palästina zu beobachten sei. Nur auf diese Weise könne verhütet werden, daß es durch die starken Ein- Wirkungen von außen erdrückt werde. Die Türkei werde die Pläne der Zionisten fördern, sobald sie einen einheitlichen jüdischen Willen sehe. Der Zio• iiismus, der die Schaffung eines jüdischen Zentrums in Palästina erstrebe, widerspreche nicht der Liebe zum deutschen Vaterlandc. Nichtjuden hätten derartiges nie behauptet, mir Juden hätten in unfreier Besorgnis solches befürchtet. Deutschland werde es verstehen, wenn deutsche Juden in der Sorge daß das Judentum zugrunde gehe, nach Palästina ziehen um an der Rekonstruktion des jüdischen Volkskörpers mitzu wirken. Derartige jüdische Treue werde »len jüdischen Namen in den Augen der Welt nur erhohen. Deutschland sei so reich, Söhne seines Landes -cnibcliren zu können, die ihre kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Deutschland nach einem iKticn jüdischen Gemeinwesen tragen würden. Das käme auch dem Mutterland zugute. — Der Redner schloß mit einem Appell an alle Juden, die die ErnzSürißei'' D ,'''ו *«* «km Zionismus an/uschhclkn. Das deutsche Judentum gehe sonst runTdes ftsH!rhtrdC! htCUte, nur durdl dic^Einwandcriuig des östlichen Judenelcmcntcs erhalten. _ Starker Beifall des zahlreich erschienenen Publik» dankte dem Referenten für seine überaus intens? tem Ausführungen. . Einige Darmsiadter Juden, sich zum geistigen Vormund der übrigen jüdisc Bevölkerung berufen fühlten, haben aus kr.v Li rillt, ihre Mitbürger könnten vor» den zionistbc Gedanken infiziert werden,?len 1 agesbl.ittern Boykott gedroht, falls sie den Bericht über di Versammlung aiifneliuien. Sic haben dabei ü) sehen, daß sie sich selbst ein Armutszeugnis 1 siellen, wenn sie fürchten, «laß schon allein der rieht über eine Versammlung genügt, um sie in i| festen Uebcr/ciigung schwankend zu machen. — D wozu noch mehr Worte verlieren. Durch solch » Handlungsweise werden die Gegner des Zionist am besten charakterisiert. Warnung Bei dem Vorsitzenden der Ortsgruppe Elberl sprach am 2, I'ebruar ein Mann vor, der sich Schi steiler und Dramaturg Dr. Wolff aus Brünn nan und behauptete, früher Sekretär der dortigen , nistisdien Vereinigung gewesen zu sein. Augcnhl! lieh befinde er sich auf der Reise nach einem Sa torium, um eine Lungenerkrankung auskurieren lassen. Zwecks Ergänzung seiner Reisekasse w! er gegen Honorar einen zionistischen Vortrag in Ortsgruppe halten. Der Vorstand ging auf das , erbieten ein und zahlte dem Herrn einen Vorscl auf den am 3. Februar zu haltenden Vortrag, diesem Vortrag erschien indessen Herr Dr. W. nicht, so daß wir Ortsgruppen und Gcsinnun genossen vor ähnlichen Abschlüssen wie dem \ uns gemachten warnen. Schluß de• redaktionellen Teils. Jüdische Gemeinde, Berlin Gottesdienst: Freitag, 7. Februar, abends: in allen S agogen 51'» Uhr. Predigt: Synagoge Fasancnstr.: Ra Dr, Hochfefd. Synagoge E i n d e n s t r,: Zweiter Gotte dienst abends 8>1 Uhr. Rabb. Dr. W schauer. Soniub e n d , 8. F e hruar, vormittags: in t Alten, Kaiscrstr.- u. Rykestr.-Synagoge 0 Uhr, den anderen Synagogen: Frühgottesdienst 8 0 Hauptgottesdienst 10 Ohr. Alte Synagoge: Rabb. Dr. Stier. Synagoge Rykestr.: Rabb. Dr. Petucbowi Neue Synagoge: Rabb, Dr. Blumcntlial. Jugend gottesdicnst:SynagogeLützo Straße, nachm. 4 Uhr: Rabb. Dr, Wei Abendgottesdienst: 5 Uhr 47 Min. Gottesdienst an den Wochentag» morgens: in d. Alten, Kaiscrstr.- u. Rykcs Synagoge 7 Uhr׳ in den anderen Synagogen Uhr; abends: in allen Synagogen 5 Uhr. Zentral« für Deutschland Geldsendungen sind •ueichHerißch tu richten ■n Herrn ,KetVelltiilatr Qurloltcabarf, Roicber-StreS• S. Dftr JüäUoli• KatlonaHondi l«t d&su bestimmt. Bod*n •1• Oomkontolgoßttiro <10• jtHiachea Volke• tn •rw0r uc״* Zrt'tUn mu •rh*U0n, Vom 6. ZioniaUnkopf(! IBQl *«gründot, b<1*it*t •in V0rmör0n ▼<m über 8 Million««! M»rk. Vor einigen Tagen bat das ״Hilfskomitee die Yemenitisehen Juden“ eine Broschüre ״Von 11 Juden iles Yemcn“ herausgegeben, die in der nächst Nummer der ״J. R,“ eingehend besprochen werd wird. Weite Kreise im Judentum sind also bei al sonstigen Verschiedenheit ihrer Stellungnahme zu »1 jüdischen Fragen der Gegenwart bereit, den Hiius bau für die Ycmcniten zu fördern, dessen Dur! fühnnig Sache des Jüdischen Nationalfonds i Diese Tatsache allein kennzeichnet die Bedeutung » Angelegenheit; deshalb ist es vor allem u seren Gesinnungsgenossen zur Pfiic zu machen, ihr Interesse an den Unternehmungen d Nationalfonds in Palästina durch Unterstützung dies allgemeinen Propaganda zu bezeigen. Es handelt si nicht nur um die Spenden, sondern um die Samm tatigkeit, die wir von unseren Freunden verlang dürfen. Tod!431«T «r 14 Z ’ I>t ־E>lau *• י• Februar, d. Todestag s, Schwiegermutter Rosalie Nathan M.

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