Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVIII (1913)
- Issue
- Heft 3 (17.1.1913)
- Date
- 1913-01-17
- Page
- Seite 24 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 24 Nr. 3 IV. Neuwahlen. ist zunächst die Frage Es ist zunächst die Frage zu erledigen, ob der Ausschuß wie bisher in Nürnberg bleiben oder nach München, dein Wohnsitz des Sekretärs, verlegt ״״tAraus־ Der Ort des Ausschusses ist für ein Jahr München. Erste Abslimmung: 18 für, 18 gegen. Es wird darauf hingewiesen, dal) der bisherige Vorstand des Z. G. ft. sowie alle auswärtigen Vertreter für München sind. Zweite Abstimmung: 27 für. Antrag angenommen. In den Ausschuß werden per Akklamation gewählt: Jakob Frankel (München), Vorsitzender, Dr. E. Straus, stellvertretender Vorsitzender, l)r. M.'May er, Kassierer. I>r Schlesinger bittet zum Schluß um Hilfe für die ihrem Verfall cntgegengchende Ortsgruppe Würzburg. W e I d I c r verspricht, in seiner Propagandatiitigkcit mit Wiirz.burg zu beginnen. R.-A. Stern weist auf die Bedeutung der Ix•- vorstehenden Yemcnitenaktion hin. Korn erklärt den Eintritt des Vereins Hasomir in den Z. O. ft. Der Vorsitzende schließt mit Worten des Dankes die Tagung. Am Abend fand im gleichen Saal eine sehr gut besuchte Veranstaltung der Nürnberger zionistischen Ortsgruppe statt. Der Redner des Abends, Herr R.-A. Dr. Eli Straus, entwarf ein allseitig reiches und in einem großen Zusammenhang eingestelltes Bild der in Palästina geleisteten praktischen Arbeit. Die klare und inhaltsschwere Rede erntete begeisterten Beifall. ״ AÜS.ALLefi W£U ״ Deutschland In neuerer Zeit mehren sich die Preßstijuineii, welche zeigen, daß die praktische Palästinaarbeit des Zionismus ganz dazu angetan ist, uns die Sy 111• pathien aller der Kreise zu gewinnen, deren Urteil nicht durch irgendeine dogmatische Auffassung vom Wesen der Judenfrage und deren Lösung getrübt ist. Die ״Kölnische Zeitung“, die im allgemeinen als das Sprachrohr sehr maßgeblicher Kreise gilt, zeigt sich in einem unlängst erschienenen Artikel über das jüdische Kolonisationswerk sehr wohl orientiert, schildert die großen Möglichkeiten des ״neuen Jiscliuw“ und fahrt dann fort: ״Die wirtschaftlichen Interessen der deutschen Kolonien Palästinas können in vielen Beziehungen mit denen der jüdischen als gleichlaufend bezeichnet werden. Die allgemeine Besserung der Zustände, die durch die jüdische Kolonisation beseliteunigt wird, insbesondere die Stärkung der persönlichen Sicherheit und die Einführung geordneter Rechts- Verhältnisse, ist für die deutschen Kolonien von größtem Wert. Die Türkei hat von der jüdischen Siedlung zweifellos nur Vorteile zu erwarten. Mit jüdischem Kapital wird ein durch viele Jahrhunderte vernachlässigtes Land zu neuer Blüte gebracht, inmitten der unruhigen arabischen Bevölkerung schafft ein seßhaftes, a! heilsames Element Ruhe und Ordnutig, liebt die Sicherheit und Steuerkraft des Landes und schlägt eine für den Welthandel wichtige Brücke zwischen Orient und Okzident.“ Auf die Anfrage des antisemitischen Abgeor ncten Dr. W c r n e r Gießen betreffs des reich gesetzlichen Verbots des Schüchtcns ist im Reich tage folgende schriftliche Antwort des tierc, insbesondere einem reiclisgesc_ des Scliächtens, stehen g#n n d sä t z I i c 11 c B denken entgegen, weil es sich hierbei Fragen handelt, deren Regelung zur Zustand keit der Einzelstaaten gehört. Den glcicl grundsätzlichen Standpunkt hat die Rcichsleitung Jahre 1911 bei Beratung der Novelle zum Sh gcsctzbuch gegenüber Anträgen eingenommen, 1111 Gegensatz zu dem Ziele der vorliegenden , träge landesrechtliche Beschränkungen des Schiri teils für unzulässig erklären wollten. Danach w n 1 c 111 beabsichtigt, ein reiclisgesctzliche« Verbot Scliächtens in die Wege zu leiten.“ — Eine älinli Antwort wurde dem gleichen Abgeordneten im Rcic tag in der Ausländerfrage an den deutschen Hc schulen vom Direktor des Reichsamts des Irin« L>r. Lewatd, zuteil: ״Die Zulassung von Ausländ an deutschen Hochschulen fällt in das Gebiet einzcistaatlichcn Zuständigkeit. , wird van den beteiligten Bundesregierungen mit : fit'1>u1’>r1'mk11׳ Aufmerksamkeit gewürdigt. Die j?,cl“ .c nc gesetziehe Rcgcluin,g von Reichs we i hcrbeizuführen, besteht nicht.“ \ . Hie dritte Anfrage des Herrn Dr. Werner <! neu sei hier in ihrem komischen Wortlaut wie { ««geben: ,, »Hält der Herr Reichskanzler den Erlaß nerrn Ministers der öffentlichen Arbeiten ge die Verteilung judengegnerischer Schriften aut B; ס• P ״sw. für zu Recht ergangen? Ist der 1 Keichskanzlcr dann bereit, seinen Einfluß d geticnd zu machen, daß auch gegen jüdische juüenfreundliche, Christen- und Deutschtum ctumpfendc Preßerzcugnisse vom Schlage des ,, ner Tageblatts und des ״Ulk“ ebenso scharf* gegangen wird?“ JUEP1SCHE RUNDSCHAU_ Darauf ist dem Präsidenten des Reichstages jetzt folgende Antwort zur Belehrung des Herrn l>r. Werner zugegruigen: ״I K׳r Stellvertreter des Reichskanzlers. Berlin, den 10 Januar 1013. Liier llodiwohipcborcii beehre ich mich initzuteilen, daß ich uiclit in der Lage hin, die Anfrage Nr. 28 des Abgeordneten Dr. Werner (Gieße״), helivffciul die Verteilung judengegnerischer Sehrifteil auf Bahnhöfen und in den Zügen Nr. (121 der Drucksachen , zu beantworten, da ihr Gegenstand zur verfassungsmäßigen Zuständigkeit des Re i e 11 s nicht ge h ö r t. Delbrück." Sehr erfolgreich scheint demnach der Feldzug des Herrn Dr. Werner nicht ausgegangen zu sein. Amerika Die sozialen Institutionen New Yorks bereiten sieh auf den Empfang eines großen jüdischen Einwaiidererstroms aus den Balkaiiliindern vor. Man ist sicher, daß diese Leute durchaus zu den ,,erwünschten“ Elementen zählen werden, und daß cs ihnen bald gelingen wird, in der neuen Heimat Fuß zu fassen, ln- Sonderheit ist man der Ansicht, daß die Spagnolcn, dank ijjircr dem Spanischen so ähnlichen Muttersprache, als Agenten des norilanicrikanischcn Handels in den südainerikanisclieii Ländern guten Verdienst finden werden. TURneii «lSport Turn* und Sportverein Königsberg i. Pr. 1. M ä n n e r - A b t e 11 u n g: Turnabundc: Montag und Donnerstag 8y»—10•,! Uhr. Turnhalle der Mädchen-Volksschule, Brandenbiirgcrtorstr. 4 b. Sonntag, den 26. Januar er.: Turnfalirt mit Damen. (Siehe unten.) Sonnabend, den 1. Februar er.: Turn-Kneipe. (Ort: Üritish-Hotcl, Bergplatz 3; Beginn 9 Uhr präzise.) Dienstag:, den 4. Februar er.: Vortrag (siehe unten). Donnerstag, den 6. Februar er.: Musikturnen, Beginn 9 Uhr präzise. Sonntag, den 9. Februar er.: Flalbtagsinarsch am Laiidgrabcn entlang nach Inditten-Metgothcn. — Treffpunkt: Aiieroeliscnmonumeiit, llufcuallee. — Zeit: 9 Uhr präzise, Rückkehr 12• j Uhr. Dienstag׳, den II. Februar er.: Vortrag des Herrn Dr, med, Joscplisolin: ״Der Jude und die Sexualfrage.“ Nur für Mitglieder der Mäniier-Abtcilung. Beginn: 9 Uhr präzise. Ort: Kl. Domplatz 15c. 2. Frauen-Abtcilung. Turiiabende: Montag und Mittwoch 8• 4—10 Uhr. Turnhalle der II. Knabcn-Volksschule, Turncrstr. Mittwoch, den 22. Januar er.: Musikturnen; Beginn 8'/a Uhr präzise. Sonntag, den 9. Februar er.: Eialbtagsmarsch nach Mav-Asclunann-Park. Treffpunkt: Wrangclturm, 10 Uhr präzise. 3. Gemeinsame V e r a 11 s t a 11 u 11 g e 11. Sonntag, den 26. Januar er.: Halbtagesfabrt nach Cranz. Treffpunkt: Granzer Bahnhot 78/a’ Uhr. Rückkehr: 1,15 Uhr nachmittags. Dienstag,^ den 4. Februar er.: Vortrag des Herrn Dr. Stirn: ״Die jüdische Arbeit in Palästina“, Beginn: 9 Uhr präzise; Ort: Kl. Domplatz 15c. Der Vorstand. * Der Sportklub ״Hakoah“ in Wien ist mit 22 Mann (km österreichischen Eishockey Verbände beigetreten. * Der Vorstand des ״Deutschen Kreises der Jüdischcn Turnersehaft“ wird für die Osterfeierlage den I. TurnUig des Kreises nach Berlin einberufen. Das Programm der Tagung wird den Vereinen in Kürze bekaimtgegebcii werden. Das Zentralkomitee des Makkabi in Konstantinopcl bat sieh entschlossen, eine M o n a t s s c 11 r i f t in trauzösischcr Sprache für die Interessen der jüdischen Turnersehaft und die physische Hebung der jüdischen Jugend im Orient, mit dem Namen ״Makkabi“ herauszugeben. •Die Revue wird in Oktavformat, schön ausgestatte(, mit vom Beza lei hergestellten künstlerischen Einband, 21׳ Seiten stark, erscheinen und allgemeine Aufsätze jüdisch-nationalen Charakters, schöngeistige Beiträge, Informationen aus der jüdischen Renaissancebewegung 1111(1 einen fachmännisch turnerischen Teil enthalten. Für die Leitung dieses Organs ist die bewährte Kruft unseres Gesinnungsgenossen Dr. Israel Auerbach gewonnen worden. somsTisaie EsraGuna Mitteilungen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Wir machen unsere Berliner Gesinnungsgenossen darauf aufmerksam, daß unser Zentralorgan die ״Welt" von jetzt ah an den Verkaufsstänüen auf den Perrons der Stadt- und Hochbahn und an den Kiosken der Firma Georg Stilke zum Preise von 30 1. käuflich ist. Wir bitten von dieser Einrichtung, durch die einem oft geäußerten Wunsche Zionisten entsprochen wird, reellI hantig zu machen. zahlreicher Gebrauch * Angeregt durch die überaus■ greife liianspruchnähme unserer P a I ä s t i 11 a 1.1 c I» t b i 1 d e r s e r 1 e n von seiten unserer Ortsgruppen und י ir11p|K-1m׳rba11de haben wir uns entschlossen, bei Verwendung unserer Bilder dem Vortragenden ein vorzügliches 8 k i o p t i ko n zur Verfügung zu stellen. I!er Apparat vvird den (iriippeiivcrbämlcn für ihre Propaganda kostenfrei zugesandt, während wir den Ortsgruppen die gering« Leihgebühr von 15, -- M. berechnen. Damit verbilligen sieh die Kosten solch eines Abends ganz bedeutend und wir dürfen wohl aiiuebinen, daß die hianspruclinähme dieser Einrichtung steh zu einer immer regeren gestalten wird. aus dem öeMemDeN Berlin. Wie seit Jahrzehnten veranstaltet auch in diesem Jahre die Lehranstalt für die Wissen- Schaft des Judentums eine Reihe von Vorlesungen zum Besten ihres Stipemlienfonds, Auch in diesem Jahre weist die Liste der Vortragenden hervorragende Namen auf. Am 27. Januar spricht Oberrabbiucr Dt. Immanuel Löw, Szcgediu, über: ״Agad i s c 11 c Miszelle 11“; am J. Februar Rabbiner 1>r. Jacob, Dortmund, über: ״Das Oese t z. Mose s“; am 10, Februar Idr. Alphons Sußnitzki über: ״Die Dömnes (die Nachkommen Sabbatai Zevvis) in ihrer sozialen, wirtschaftlichen und politischen Stellung in der g e g <• ri vv ä r 1 i g e n Türkei“; am 17. Februar Direktor Fraub erg er, Düsseldorf, über: ״Jüdisches Kunstge werbe“; am 3. März Stadtverordneter Redakteur Dr. jur. J. Lcvy über: ״Aus alter Zeit“; am II). März Chefredakteur J. Landau über: ,,C h a m be rla i n, Goethe und die Juden“. Die Vorlesungen finden in der Aula der Lehranstalt, Artilleriestr. U, Montags, abends 8 Uhr, statt. Einlaßkarten, zu 5 M. für den ganzen Zyklus, 1 M. für eine Vorlesung, sind zu haben beim Hofjuwclier Herrn Lugen Marcus, Unter den Linden 31, beim Sekretariat der Lehranstalt und am Eingang in den Saal. Berlin. 111 der Dczemhermimmer des Gemeinde* hlatts werden folgende Aiisliitle aus dem Judentum bekannt gegeben: Gesell,ilbführer Erich Königsberger, Seblaebtensee, Viktoriastralle 52, jetzt Kurfürstciiilanim 21. - Handlungsgehilfe Martin Dudelheim, Kulicplat/str. 15. - Ticgeldrucker Adolf Mcvcr, Strciit/crstr. 32. Frau Erna Saloinon, geh. Lindenfeld, Scliöncbcrg, Wartburgstr, 15. Kmifm.inn Gotthilf Kraft, Neue Grünstr. 32. Kaufmann Willy Berger, Kurfiirvtendanun 5, jetzt Jägers(!. 27. Stenographin Anna Jacob, Charlottenhurg, Grolitiann- Straße 39. Chemiker Dr. phil. Gregor Himmel färb, Cliarlottcnburg, Tegeler Weg 102. Rentier Ferdinand Schäfer, Wilmersdorf, Kurfürstend.unm 173,74. — Frau Marta Schäfer, geb, Wolf, ebenda. -- Kaufmaunsfrau Gertrud Winkler geb. Soberski, Wilmersdorf, Holsteinische Str. 2. Fabrikbesitzer Hans Hirsdiler, I loliciizollcrnstr, 15. Kaufin.inn Chaitn Dorrmann. (iröben-Ufer 9. KauTmanii und Fabrikaut Bertliold Courant, zuglcieli für seine« minderjährigen Sohn Helmut Courant, Wilmersdorf, Eisenzahnstr. 2. - ■ Frau Clara Courant, geb- Heiner, ebenda. — Fräulein Marta Courant, ebenda. - Schuler Sigurd Courant, ebenda. Schneiderin Fräulein Hedwig Ucko, Charlottenhurg, Mcineekcstr, 6. Fräulein Margarete Laser, Seliönebcrg, Neue Bavrentlier Str.• 2. — Schriftsteller Adolf Sommerfeld, Wilmersdorf, Düsseldorfer Str. 21. Breslau. Die Breslauer Zionistische Ortsgruppe beklagt den Tod eines treuen Mitgliedes, des Herrn Louis Horn, der am vergangenen Donnerstag im 72. Lebensjahre heimging. _ Er gehörte zu den Begründern der ״Breslauer Zionistischen Vereinigung“ und nahm den lebhaftesten Anteil an allem Zionistischen. Seine echte, altjüdische Religiosität lieft es ihn als selbstverständlich erscheinen, daß man, wenn man für Zion bete, auch für Zion arbeiten muß. Ej hatte kein Verständnis für ein 11,•ich Deutschland verlegtes Zion oder eine andere symbolische Umdeutung unserer «altehrwürdigen Gebete. Oft gab er diesen Ucberzeugt!iigen Ausdruck in seinen Gesprächen mit Zionisten und Nichtzionistcn, wenn diese auch seine Vorgesetzten waren. Seme Eigenschaft als Beamter der Synagogen-Gcmeindc hielt ihn durchaus nicht zurück, seiner Uebcr/eiigung stets offen und rürklialtslos Ausdruck zu geben. So wird er in unserer Erinneriuig als treuer Genosse unseres Weges tortleben . . . Posen. Wie wir dem ״l'osener Tageblatt“ entlieb men, hatte die Repräsentanten wähl der Synagogengcmeiiule vom 7. Januar folgendes Ergebnis: Gewählt wurden: Salomon Bergei mit 916 Stimmen, Abraham Neiimark 896, I Icrni.inn Wo II 11 ei in 840, David Peltesolin 700, Hugo Hrodnit/ 7dl, Kommerziellrat N. Hamburger <>56, Salomo Friedv11th.il 630. Zu Stellvertretern: Nathan B a u m galt 9SM>, Menno Brock 802, Jakob Neu mann 890, Sally Cklsncr 707, und Ludwig Bleistein 625, Von den’1151 eingeschriebenen Wählern übten 920, also 90 Prozent, ihr Wahlrecht aus. Von den Gewählten standen die Herren Wollheim, Baumgart und Neumann auf der zionistischen Liste. Wir hoffen, in der nächsten Nummer auf Grund der Mitteilungen unserer Poscner Freunde genaueres über den Wahlverlauf berichten zu können.