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Jüdische Rundschau · 1913-01-10 · Heft 2 (10.1.1913) · p. Seite 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 2 (10.1.1913)
Date
1913-01-10
Page
Seite 14 (sequence 4)
Language
German
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Seile 14 Nr, 2 TaImud• Thora-Schule Dr. Heinrich Urody zu bcrufen. , . . Brody ist seit Beginn der modernen zionistisehen Bewegung deren treuer Anhänger, und Hat auch, wie der Referent in der Kultusge111c111de-Kepr״- scntaii/ ausdrücklich licrvorhob, aus seiner zionistisehen Gesinnung nie ein Hehl gemacht, Er hat auch die bekannte ßroscliiire ״Widerspricht der /10msinus unserer Religion?M verfaßt, in der er die Linwände der Orthodoxen gegen den Zionismus entkräftet. Wir können wohl von Hrodys Amtsführung einen neuen Aufscliwnng des jüdischen Lebens in Prag erwarten. Russland Wiederum ist in der Beilis-Affäre eine neue Wendung eiugetreten. Die russische Justiz hat wieder einmal einen schlagenden Beweis für ihre Uiibcrcchenbarkeit erbracht. Gegen den armen Ikilis wurde eine neue Anklageschrift abgefaßt, in welcher er der Beteiligung an der Ermordung J lischt sein 11 skys beschuldigt wird, und zwar wird diesmal ausdrücklich das Ritualmordniotiv angegeben, * Ein unheimlicher Moiistrcprozoß ist jetzt nach zweimonatigen Verhandlungen soeben einen schreckliehen Abschluß gefunden. Fast zweihundert Personen, fast durchweg Juden, sind mit schweren Kcrkcrstnfcn bedacht worden, weil sie behufs Zulassung , .1111 Dentistcncxaineii in den vorbereitenden Stadien gewisse Ungesetzlichkeiten begangen hatten. Alle die Angeklagten hatten sich aber das Verhängnisvolle Dcntistcnzeugnis nicht etwa zu dem Zweck verschafft, um der zahnärztlichen Praxis iiacltz.ugdieu, sondern einzig und allein, um von den für die Juden bestehenden Wolinrechtsbesehräiikuiigcn befreit zu werden. Die Richter in Moskau haben laut einem Gesctzcsparagraphcn ihr Urteil gefällt und zweihundert Männer und Frauen, die das grausamste Ausnaluncrccht haben umgehen wollen, sonst aber nicht die geringste Schuld auf dem Gewissen haben, zur Kerkerhaft verurteilt. Sie fühlten allerdings selbst, daß ihr Verdikt allen moralischen Gesetzen Hohn spricht, und plädierten zugleich für kaiserliche Gnade. Amerika Aus Honduras wird berichtet, daß Regierung und Parlament des Landes einem Vorschlag des Herrn Senor Richard Sampsan, des Generalkonsuls von Nicaragua zugestinunt haben, demzufolge jüdischen Einwanderern bei der Niederlassung besondere Vergünstigungen gewährt werden sollen. Sampson selbst ist ein jüdischer Immigrant aus Kiew. Die Konzession soll sieh auf gesunde, unbescholtene Leute unter 40 Jahren beziehen. Allen verheirateten Ansiedlern sollen 60 ha zur Verfügung gestellt werden, allen Unverheirateten 25 11a. Bei einer Verehelichung sollen dann weitere 25 11a gewährt werden. Weiter werden alle möglichen Erleichterungen bezüglich der Naturalisation, der Bnlinanlage und der Besteuerung z.ugesagt. Bauholz und motorische Kräfte aus den Wasserfällen stehen zur Verfügung, Das Land soll sehr fruchtbar und dünn bevölkert sein. Die Gründung einer Bank mit 500 000 Dollars Kapital ist geplant. Auch einen ״zugkräftigen“ Namen haben die Initiatoren des neue« Planes für ihre Unternehmung bereits gefunden, Mail will das Neuland ״Palaestina“ nennen. Ob diejenigen, auf die es abgesehen ist, für diesen vornehmen Rcklametitel Verständnis haben werden? PALfleSTmA-RUMDSCHAU ln den Clianukahtagen fand in der Farin des Jüdiselten Natioiialfonds Ben-Sch einen die dritte Konferenz der jüdischen Landarbeiter statt. 34 Delegierte aus den verschiedenen jüdischen Kolonien Judäas nahmen an den Beratungen teil. Aus dem Rechenschaftsbericht des Vorstandes ging hervor, daß die neue Berufsorganisation der Landarbeiter allmählich Wurzel zu fassen beginnt. In der Berichts- Periode wurde eine Statistik der landwirtschaftlichen Arbeiter in Judäa angelegt, die Lebensversicherung der Motorarbeiter angebalint (auf den Natioiialfonds- Gütern werden sä m tl i ch e Arbeiter gegen Unfall versichert) sowie eine Krankenkasse für die Arbeiter begründet. In letzter Zeit versuchte der Vorstand Arbeitergenossenschaften auch auf dem Gebiete des Pflanzenbaues ins Leben zu rufch, während die bisher bestehenden Genossenschaften nur den Körnerbau bctreiben. Auch dem Informationswesen auf dem Gebiete des Arbeitsmarktes wurde die nötige Aufmerksamkeit zugewendet. TVRnen 5.sport Die junge jüdische Sportbewegung erstreckt sich schon heute auf die verschiedensten Gebiete des vielseitigen sportlichen Betriebes. Die Wiener Hakoah hat jetzt neuerdings ihren verschiedenen Uiitcrabtci- 1'*nR*n ®‘"e *chwerathletischc Riege angeglicdert. Unser Budapester Verein leistet bekanntlich seit 1UEDISCHE RUNDSCHAU langem auf dem Gebiete des Riugkampfes Gutes und konnte bereits in Mamburg gelegentlich des Kongreß- Schauturnens Proben seines Könnens ablegen, Resultate der Sportabteilmig der Berliner Bar Kocliha vom 5. Januar 1613: Fußball Borussia I — Bar Kochba I 3:2. Hockey B. H. C. III Bar Koeltha I 3:2, EsS/öj'A* B6 Z ALE L22 ״ Dieser Tage ist cs ein Jahr geworden, seit die vom Fratieiiverband für Kulturarbeit in Palästina im ״Bezalel“ gegründete Abteilung für Spitzenindustric als ein selbständiges Atelier und besondere Schule eröffnet worden ist. Die Zahl der Schülerinnen ist in diesem Jahre von 74 auf ca. 150 gestiegen. Außerdem haben bereits 23 Schülerinnen als ausgebildcte 'Arbeiterinnen das Atelier verlassen, dem sie jetzt Heimarbeit liefern. Das Budget dieses Jahres betrug ca. 20 000 Francs, von denen ca, 15(300 Francs als Arbeitslohn den Mädchen ausbezalilt wurden. Es ist überflüssig, darauf hinzuweisen, von welchem Segen das Atelier fiir die armen Familien Jerusalems ist, die jetzt durch die Arbeit ihrer Töchter jeden Monat einen ansehnlichen Zuschuß für ihren Lebensunterhalt bekommen. Es verdient aber hervorgehoben zu werden, daß dank dem Spitzeuatelier 20 jüdische Mädchen die Charakter und Seele verderbende Atmosphäre der Missionsanstalten verlassen haben. Das Atelier gibt den Schülerinnen auch täglich eine Stunde Unterricht in Hebräisch, Rechnen und biblischer Geschichte, Der Unterricht erfolgt in fünf besonderen Abteilungen, die je nach den Vorkenntnissen der Schülerinnen eingerichtet sind. Aßsabbatlieh veranstaltet ferner die Lehrerin, Frl. Gelber, gemeinsame Lesestuiiden, zu denen auch die Heimarbcitcrinncn sich einfindeii. Ebenso sorgt das Atelier für ärztlichen Beistand in Krankheitsfällen. Das Jerusalemer Atelier wird von 'Frau Schoschanah Persitz in Moskau erhalten, die auch den Absatz der Waren organisiert. 1/0 JW L. Mitteilungen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Von einer ganzen Reihe unserer Gesinnungs• genossen ist an uns die Anfrage gerichtet worden, ob es möglich sei, solche Beiträge zu unserem Landeso rg a n i s a t i on s fo n d s für 1912, die uns im Laufe der letzten Wochen zugiiigcn, noch in die Zusammenstelhing aufzunehmeit, die wir wie im Vorjahre unserem Jahresbericht beizufügen gedenken. Da auch jetzt noch solche verspäteten Zahlungen von■ Ortsgruppen und Gesinnungsgenossen bei uns eingehen, erklären wir uns bereit, die Listen, mit deren Ausarbeitmig wir bereits beschäftigt sind, noch bis zum 20. Januar offen zu lassen und alle bis dahin nachträglieh gezahlten Beträge dort auszuweisen. — Wir bitten dringend alle jene Gesinnungsgenossen und Ortsgruppen, welche die Einsendung der rückständigen Beiträge bisher verabsäumten, von dieser Nachfrist Gebrauch zu machen, damit unser Jahresbericht ein recht vollständiges Bild von der Opfcrwilligkeit unscrer Freunde geben möge. * Wir machen unsere Berliner Gesinnungsgenossen darauf aufmerksam, daß unser Zentralorgan die ״Welt“ von jetzt ab an den Vcrkaufsstiniden und Kiosken der Firma Georg Stilke zu in Preise von 30 Pf. käuflich ist. Wir bitten von dieser Einrichtung, durch die einem oft geäußerten Wunsche zahlreicher Zionisten entsprochen wird, recht häufig Gebrauch zu machen. * Die Vereinigten Zionistischen Bureaus sind in Zukunft durch die folgenden Fernsprcchanschlüssc zu erreichen: Amt Uliland 845, 846 und 868. Durch die Aenderungeti in der Anlage war der telephonische Verkehr in den letzten Wochen Störungen unterworfen, die wir zu entschuldigen bitten. AUS [׳ifiO^e-ALTOUft Die Zionistische ' Ortsgruppe Hamburg- Altona veranstaltet am Sonntag, den 12. Januar, abendN 8 Uhr, in Harburg a. E. eine Propaganda-Ver- Sammlung, in welcher Herr Dr. S. Simon*Hambürg über: ״Die Zukunft de» jüdischen Volkes“ sprechen wird. Das Versammlungslokal, Harburg a. E., Thüringer Hof (Kicselbach), Linden- Straße, ist von Hamburg bequem mit Linie 34 zu erreichen. Wir hoffen, daß die Hamburger Gesinnungsgenossen sich recht zahlreich einfinden werden. ♦ Gesellschaft zur Verbreitung jüdischer L i t c r a t ti r we rk e , e. V., Hamburg. Wir machen unsere Vertrauensleute nochmals darauf aufmerksam, daß unsere nächste Ziehung am 15. Januar statlfindcn soll, und bitten unsere Miltarheiter dringend, Gcl.1 und Los-Kopien unverzüglieh dem Unterzeichneten cin/tisenden, damit eine Verzögerung unserer Geschäftsführung vermieden wird Zahnarzt Alfred Unna, Hamburg 13, Rotenbaumchausscc 45. VEREINS-RUNDSCHAU Berliner Vereinskalender 11. Januar: ״Kadimah“: Feier des Hihi-Jubiläum*. 13. Januar: Bar Kochba. ücffentiichcr Turnabend. 15. Januar: Neuer Jüdischer Gcmcindcvcrein. Vortrag l)r. Eschelbacher. 19. Januar: Bar Kochba. Dipl.-Ing. S. Weizniann über: ״Jüd, Volkshumor.“ Neuer Jüdischer Gemeindeverein: Winterfest. * Berlin. Anläßlich des dreißigjährigen ״Bilu“-Jubiläums veranstaltet die ״Kadiniah“ am Sonnabend, den 11. Januar, abends 9 Uhr, bei Rußland, Mittelste 60, eine große Versammlung, in der Herr Dr. S. Bernstein sowie J. Lin und Ganzer über das Thema: ״Die P i o n i e r e der P a I ä s t i n a b e w c g u n g“ sprechen werden. Gäste willkommen. Berlin. Am Montag, den 13. Januar, abends 9 Uhr, findet im großen Saale der S o ph ic n - säle, Sophienstr. 17/18 (Bahnhof Börse), eine öffentliche Versammlung der Berliner Zionistischen Vereinigung statt, in der •Herr Richard Lichtlieim über: ״Der Zionismus und die orientalische Frage“ sprechen wird. Einfüll• rung von Gästen erwünscht. Eintrittspreis 20 Pf. Um zahlreiches und pünktlichrs Erscheinen wird gebeten. Berlin. Die von der Bezirksgruppe Schönhauser Vorstadt des Neuen jüdischen Gemeindevereins eingerichteten Vorträge, die in der von der jüdischen Gemeinde zur Verfügung gestellten Aula Rvkestr. 53 statlfindcn und die von den Herren Rabbiner Dr. Pctuchowski, Dr. Eschelbacher, Dr. Kä* nigsberger und Dr. Bergmann gehalten werden, wurden durch einen äußerst anregenden Vortrag des Herrn Dr. Eschelbacher über den Talmud cingclcitct. Im Namen des Zentralvorstandes des Neuen jüdischen Gcmciiidevercins begrüßte Rechtsanwalt Dr. Klee die Erschienenen und dankte den Herren, die sich frcumllichst dem Verein, bei seiner Arbeit für die Erhaltung des Judentums zu wirken, zur Verfügung gestellt haben. Herr Ludwig Bchr sprach im Namen der Bezirksgruppe. Herr Dr. Königsberger wird am 29. Januar, 12., 19. und 26. Februar über ״Das Gebet“ sprechen, Herr Dr. Bergmann am 12. und 26. März über ״Die Erbamingsbücher der Väter“, Herr Dr. P e t u c 11 o w s k i wird Vorträge aus der Mischna halten. Der Zutritt steht jedem erwachsenen Juden frei. Der nächste Vortrag findet am 15. Januar statt. Herr Dr. E s ch « Ib ach er spricht über die ״Hngadah im Talmud“. Der Neue jüdische Gemeimlcverein zählt jetzt etwa 1400 Mitglieder, hat drei Be/irksgruppen: Schön- Hauser Vorstadt, Rosenthaler Vorstadt und Nord :ist. Die Begründung der Bezirksgruppe Süden steht bevor. Berlin. Der Jüdische Turnverein ״Bar Kochba“ veranstaltet am Montag, den 13. Januar, einen öffentliehen Turnahend in der Turnhalle seiner Charlottenburger Abteilung, Joaehimsthaler Straße 32, abends 81/2 Uhr. Zweck dieses Abends ist; der Oeltentlichkeit Gelegenheit zu geben, den Betrieb der regulären Turnabemie näher kennen zu lernen. An diesem Abend können auch alle Nichtmitglicder des Vereins aktiv teilnelimen und in Reih und Glied antreten. Der ,,Bar Kochba“ hofft, daß die nationaljüdisclie Jugend, die sich noch nicht in seinen Reihen befindet, recht zahlreich von diesem Gastrecht Gebrauch macht. Programm: Allgemeine Freiübungen, Geräteturnen mit Sclnvierigkeitsklcttern, Ballspielen, Schlußlied. Berlin. Der VI. ordentliche Kartelltag des K. Z. V. fand vom 29. 31. Dezember 1912 in Berlin statt. Er bedeutet in jeder Beziehung einen außerordentlichen Fortschritt. Der Bericht des Vorsitzenden, Dr. W11 n d e r I i c 11, ergab eine bedeutende Zunähme der Mitgliederzahl und einen guten Fortschritt der Gesamtarbeit des K. Z. V. Der von Dr. Fischer erstattete Finanzbericht zeigte einen außerordentlich günstigen Stand der Finanzen, speziell des Kartcllfonds, wahrend der von Dr. Wöllstein ge gebene Propagaiidabcricht die immer zweckmäßigere Ausgestaltung des Kcilhetricbcs ergab. Nach der an neuen Anregungen äußerst reichen Generaldebatte wurde dem Präsidium, besonders seinem Finanztcchniker Dr. Fischer einstimmig Dechargc erteilt und der herzlichste Dank für seine erfolgreiche Tätigkeit ausgesprochen, in seinen weiteren Sitzungen zeitigte der KartdUag zunächst eine Reihe wichtiger Be* ן Schlüsse auf dem Gebiete der Organisation und der

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