Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1913-01-10 · Heft 2 (10.1.1913) · p. Seite 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 2 (10.1.1913)
Date
1913-01-10
Page
Seite 15 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2651273-2651815-2651818--08747-2666018
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 2 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seile 15 . Finanzen. Es wurde «in dreigliedriges Präsidium mit strenger Ressortteil« ng eingerichtet und jedem Präsidialnmglied ein Hbr. als Ersatzmann und Sekretär beigegeben. Die Finanzmwaltung wurde 7.cntral1giert, aic Nationalfondsarbcit in wescntliciien Punkten r.-foriniert. Neugeregelt wurde ferner die Stellung der Inaktiven zum Althcrrnverbände. Von größter Wichtigkeit für die Weiterentwicklung des K. Z. V. dürften die aut die zionistische innen.•! rbeit beziigliehen Beschlüsse sein. Die FuxenstunJen werden in Zionismus und jüdischer Geschiente von jetzt an für erst* und zweitsemestrige Füxc getrennt gegeben; ein zionistisches Burschenseminar soll jedes Semester stattfinden; endlich sollen Hebräisch und Turnen in immer größerem Maße berücksichtigt werden. Ztir Entlastung des Konvents wurde ein Korporationsausschuß gebildet. Die jüdische Turnbewegung wurde einer eingehenden Besprechung unterzogen, und es wurde beschlossen, dal) sämtliche K. Z. V.-Verbindüngen der ״Jüdischen Turncrsdialt“ als Förderer beitreten sollten. Zum Schluß wurden die Wahlen zum Präsidium des K. Z. V. vorgenommcii, die folgendes Ergebnis hatten; Dr, Walter Fischer, Halcnscc, Auguste-Viktoria-Str, (), Vorsitz, und Finanzen; Dr. Alfred Wöllstein, innere Verwaltung; Referendar Liebes, Keilarbcit. Zur gleichen Zeit fand der 1. ordentliche Altlicrrentag des K. Z, V. statt. Dieser nahm das Statut des Altlierrenverbandes an und gab Richtlinien liir die zionistische Betäti- Sing der alten Herren, Die Vorstandswahl ergab: r. Egon Rosen 11 erg. Westfälische Str. 58, Vorsitz; Dr. Lcscinsky; Dr. Edelstein; Dr. Gerson; Dr. Weiß. So schloß der Kartelltag in zuversichtlichstcr Stimmung, nachdem er in seiner dreitägigen Sitzung eine außerordentlich große Arbeit geleistet hatte. Berlin, Am Mittwoch, den 18. Dezember v. Js., sprach in der hiesigen itlisrach]gruppe Herr Herrmann Struck über: ״Die Kunst im Judentum“. Einleitend entwickelte er seine Anschauung über den Begriff der jüdischen Kunst. Nicht die Nationalität des Künstlers und nicht die Wahl der Motive mache den UntersdiieJ Zwischen jüdischer und anderer Kunst aus, sondern unter jüdischer Kunst sei die Darstellung irgendwelcher Motive durch jüdisebe Künstler in spezifisch jüdischer Weise zu verstehen. Wie dies gemeint sei. das definierte der Redner an Israels grandiosem Werke ״Ein Sohn des• alten Volkes“. Weiter polemisierte der Redner gegen die oft gedankenlos narligesnrochcne Phrase von der Kunstfeindlichkeit des luuer.tums, Ihre Unrichtigkeit zeigte er an der Hand von Beispielen aus der Zeit des alten jüdischen Staates. Zu seinem eigentlichen Thema übergehend führte er eine Reihe prächtiger Lichtbilder vor, die die Werke der bcdeutendsten jüdischen Künstler in ausgezeichneten Reproduktionen Wiedergaben. Zu den meisten gab er ausführliche Erläuterungen, die ihren Zweck, die Hörer zu intensivem eigenem Studium anzuregen und sie das Charakteristische der einzelnen Künstler kennen zu lehren, wohl erfüllen, konnten. Er schloß seine außerordentlich interessanten Ausführungen mit einem Zitat aus S. R. Hirsch, daß so lange auch die bedeutendsten Verdienste in Kunst und Wissen- Schaft dem Judentum nichts nützen würden, als sic nicht gepaart seien mit der Beschäftigung mit der Thora und ihrer Wissenschaft, Und er wies darauf hin, daß als Ergänzung bierzu der Zionismus uns die Beschäftigung mit den übrigen nationalen Gütern unseres Volkes wicdcrgcbracht habe, daß aber der Veranstalter dieses Vortrages, der Misrachi, beide Prinzipien vereint in sich verkörpere. Der Vortrag, der den Beginn eines von der Misracliigruppc voran- •falteten Zykltisses bildete, wurde von dein außerordentlich zahlreich anwesenden Publikum mit starkem, allgemeinen Beifall aufgeuoinmen. Berlin. Am Montag, den 30. Dezember v. Js., veranstaltete die hiesige Mtsrachigruppc eine große öffentliche Versammlung, in der Herr Leopold Lebowitsch aus Budapest, der langjährige Führer der ungarischen Misrachisten, über das Thema; ״Die Zukunft des Judentums und der Zionismus“ sprach. Trotz der für Kau Heute recht uugeeigneten Jahreszeit und trotz schlechten Wetters hatte sich eine zahlreiche Zuhörerschaft «ingefunden, um der Versammlung beizuwohnen. Eine lebhafte Diskussion folgte dem Vortrag und ergänzte ihn in wirkungsvollcr Weise. Der Anschluß einer Reihe neuer Mitglieder und einige namhafte Spenden für die vom Misrachi zu gründend« Kolonie bestätigten den Erfolg des Abends. Stettin. Zionisten treffen sich jeden Freitagabend beim Vorstand H. Jacob, Tumcrstr. 10, Eingang Arndtstr. 1, 1, Königsberg i. Pr. Das Makkabiierfest der Zionlstischcn Vereinigung fand am 11. Dezember v. Js. in den Sälen des Gcsellscliaftsliaiises des Tiergartens statt. Das in seinem ganzen Verlaufe sehr stimmungsvolle Fest, welches von etwa <150 Personen besucht war, wurde durch die Festrede eröffnet, die Herr Kurt Blumen fcid übernommen hatte. Er kennzeichnete die Beziehungen der Konflikte im Judenwm unserer Zeit zu den Kämpfen der Makkabäer, nerr Leo Oolianin trug, von Herrn Martin Asch- «anasy am Flügel meisterhaft begleitet, eine Reihe ״,״ Jüdischen Volksliedern vor und löste durch seine glanzenden Stimmittel und den packenden Ausdruck, wie immer, rauschenden Beifall aus, Der ernste Teil des Programms brachte schließlich noch die Vor- ™״ff «er neuesten, von Dr. B 0 d c n h cl m c r, 11,4111 ■tV״ P^üfijiihr 1912 aufgcmmiiiicneii Palästinancntbiluer. Die Bilder veranschaulichten die verschie-. denen Arbeitsgebiete und die Erfolge unserer Koloni* sstlonsarbeit in Palästina. Besonderes Interesse erregten neben den Aufnahmen aus verschiedenen Kolonien die aus Tel Awiw mit dem imposanten Bau des hebräischen Gymnasiums. Der weitere Teil des Festes war gedacht, als ein Ausschnitt aus dem Marktlcbcn in Tel Awiw. An den Verkaufsstellen winkten Schilder in hebräischer Schrift und Sprache, und so mancher des Hebräischen weniger Kundige konnte hier sehen, wie heute Biiffett, Lotterie, Sekt im Lande unserer Väter heißen. Ein Fcstzug palästinensischcr Bauern, die ihre Erzeugnisse auf den Markt in Tel Awiw brachten, bewegte sich durch die Menge, und fröhlicher Jubel hallte durch den Saal, als ein Herr, den man sonst mehr auf der Rednertribüne zu sehen gewohnt war, als Rosch ha Waad von Tel Awiw vom Kamele herab dem Volke erzählte, was er alles Wunderbares auf seiner Europareise in der Kdiilla in Königsberg i, Pr. gesehen und erlebt hätte. Air den Düffcttbctricb schloß sich der Tanz an, währenddessen das nicht tanzlustige Publikum in cirtcm Ncbcnsaatc in fröhlicher Sekt- Stimmung heileren Knbarettvorlrägcn lauschte, Von dem bedeutenden Uebersehussc des Festes konnte auch diesmal wieder ein großer Betrag für gemeinnützige palästinensische Zwecke zur Verfügung gestellt werden. Eydlkuhncn. Am 1. Januar hatten wir Gelegenheit, Herrn Dr. Albert Ü old h erg, Neuenahr, auf einer Besuchsreise in unserer Mitte zu sehen. Herr Dr. Goldhcrg übernahm bereitwillig einen Vortrag über: ״Der Zionismus und die westeuropäischen Juden“. In lichtvollen Ausführungen behandelte er das Problem geradezu erschöpfend und erntete den begeisterten Beifall der zahlreich Erschienenen. Aut den vom Versammlungsleiter, Herrn Referendar Bry, an die Versammlung gerichteten Appell folgten fünf Ncuanmcldungen, — im Dezember v. Js. vcranstalteten wir eine Makkabiicrfclcr, welche sehr gut bcsucht war, zumal das Fest die erste Veranstaltung dieser Art in unserem Orte war. Das mit einem großen Aufwand von Kosten zusainmengcstelltc Programm war in jeder Hinsicht vollendet. Besonders fanden die von Herrn Oolianin mit seltener Klangschönheit vorgetragenen Volkslieder Ungeheuern Beifall. Den Ahenu füllte noch das von Dilettanten aufgeführte Jargon-Theaterstück ״Menschen״ von Schülern Alcichem aus, das von allen Mitwirkenden sehr gut gespielt wurde und wobei Frl. Rebecca Papir und Herr Tobias Schcrcschcwsky bcsonders hervortraten. Erwähnt seien noch die Vorfülming von Palästina-Lichtbildern, die mit großem Beifall mitgenommen wurden, welcher sich nach jedem Bilde erneuerte, Das Fest ergab einen schönen Heberschuß, von dem ein Teil bereit* an den Nationalfonds abgeführt wurde. Posen. Den Schlußakt des kurzen, aher bewegten Wahlkampfes zu den Poscncr Rcpräscntantenwalilcn bildete eine von der Zionistischen Ortsgruppe Sonntagabend nach dem Bazar-Saale cinbcrufcnc Wiihlervcreainmlung, nachdem bereits am vorangcgangcncii Nachmittage die Richtlinien — Liberalen mit den ihnen so innig zugeneigten Kompromiß- Konservativen sich gemeinsam den Wählern vorgestellt haben. Herr Rechtsanwalt Kämpfe r, aut dessen Unfehlbarkeit auch die konservativen Khillcmaehthaber schwören, hat im Bewußtsein der einz.igcn wirklichen und wahren Mission des jüdischen Liberalismus, des Kampfes gegen den Zionismus das zionistische Gespenst rcdegcwaltig, wie immer, erstehen lassen. Die Furcht vor der Vermehrung jüdisehen Lebens auf dien Gebieten durch den Zionismus ließ Kämpfer *wahrhafte Kapriolen ausführen; schließlich wurde auf die Gefahr hingewiesen, die dem Geldbeutel der Poscncr Juden droht. Unser Gesinnungsgcnossc Karcski gab in vornehmer schneidiger Weise die Antwort darauf. — Am Abend aber war das jüdische Posen bei den Zionisten zu Gaste, und schon beim Erscheinen des Redners, R.-A. Dr. Klee, löste stürmischer Jubel der erschienenen 600 Hörer die Begeisterung aus, die der Kampf um eine große gerechte Sache bringt, Klee eröfinctc seine Rede sofort als Antwort auf Dr. Kämpfers Unter- Stellung, daß wir unser Programm in der Tasche behielten, wenn cs sich um Stimmenfang handele, mit einer scharf pointierten Erklärung des zionistisehen Programms im ganzen und des zionistischen Programms für die Gcineindcstuben im besonderen. Mit Berufung auf das bedeutende Wort Herzls von der Rückkehr ins Judentum vor der Rückkehr ins Judenland geißelte er das absichtliche Niciitverstelienwollen der liberalen Kapital- und Provinzführcr. Er erinnert daran, wie alle Beschämung, die dem Juden׳• tum unserer Tage durch Erscheinungen, wie den Metternich-Prozeß aus den liberalplutokratisehen Klümpel stammt, der leider auch, hoffentlich nicht mehr allzu lange, die Bevormundung des jüdischen Volkes, namentlich in den Großgenieinden, mit liberalcn Worten und höchst unlihcralcn Taten betätigt. Mit treffenden Worten wies er nach, ein wie eitler Schwatz die immer betonte Friedensliebe dieser Leute ist, wie in Wirklichkeit die naive Aufforderung an die Zionisten zum politischen Selbstmord, wie die beharrliche Verweigerung des einzigen wirklich gerechten Wahlsystems des Proporzes in Wahrheit eine Erklärung des Krieges innerhalb der jüdischen Gcineindeii 111 Permanenz ist. Unter großem Beifall kennzeichnete er die Kleinlichkeit der Poscncr Drahtzieher, die es über sich gewinnen können, einen der komm:• lensten Kenner des jüdischen Genieindelcbens. den von Zionisten auf den Schild erhobenen Dr. Kollen seit er, der überall alt Autorität In jüdischen Ocmciudcfragcn zitiert wird, den Eintritt in die Oe* mcimlcKtube zu verweigern. Mit warmem Appell an die Wähler, mit ihrem wnhlzcttcl einen guten Schritt vorwärts zu gehen auf positivem Wege, schloß der Redner, dem minutenlanger stürmischer Beifall für seine glänzenden Ausführungen dankte. Nachdem Herr Wöllstein, Dr, Calvary und Pleöner unter Wahrung kleiner Divergenzen namens der von ihnen vertretenen gesetzestreuen Organisationen, erklärten, für die zionistische Liste eintrelen zu wollen, dankte der Vorsitzende l)r. Kollenschcr dem Redner des Abends und schloß die Versammlung mit dem warmen Appell an die Wähler, am 7. Januar für das eine wahre Ocsanitjudcntiini einzutreten. Dresden. Am 6. Dezember 1012 veranstaltete die hiesige Zionistische Ortsgruppe ihre Makkabäcrfeicr. Als Festredner des Abends fungierte Herr Rechtsanwalt Greifenhagen - Berlin. Var allem trug Herr kgl.-sächs. Hofschauspieler Siegfried Le• w i n s k y durch den warmen und tiefen Vortrag Roscnfcldschcr und Fmgsclicr Lieder zum Gelingen des Festes bei, Ferner widmeten ihre geschätzte Kraft: Frl. Eatfmcs, eine Dresdner Violinvirtuosin, durch den Vortrag des Wienawskischen Violin-Kon* zerles; Frl. Himmel färb durch Klaviervorträge; die Herren Holstein und Pa gl in durch den Vortrag von Uedem von Brahms, Löwe, Lartzing, Stimmungsvoll wurde die Feier eingeleitet mit dem Entzünden der Chamikali-Lichter von Herrn Kantor I I o f 81 e i 11. Ein Ball schloß sich an die Vorträge an. Ahlem. Der um 1. Januar 1QU3 von Herrn Direktor S i I h c r 11 e r g - Ahlem gegründete ״Verein ehemaliger Ahlcmcr“ (ehemalige Zöglinge der Israel. Lrz.-Aiistalt Ahlem) begeht mit dem Eintritt des kommenden Jahres sein 10 jähriges Jubiläum. Der Verein, der das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den ״Ehemaligen", den Austausch von, gc* sammelten Erfahrungen zum Nutzen auch der jüngeren Generation erstrebt, ferner die Gewährung zinsfreier Darlehen in Notfällen oder zur Fortbildung, endlich Lust und Liebe zu Handwerk und Boden׳- kultur unter der jüdischen Jugend zu wccken׳ sein Ziel nennt, setzt sich heute aus ca. 250 Mitgliedern zusammen, die ,,bis an alle vier Enden der Erde“ zerstreut sind, Aus Anlaß des festlichen Tages hat dieser Verein einen hübsch aiisgcstnttctcn Fesfbcricht hcratisgcgcbcn und seinen Begründer una bisherigen Vorsitzenden als äußeres Zeichen der Dankbarkeit und Verehrung zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Elberfeld. Am 30. Dezember 1S12 fand hier eine Versammlung der religiös-liberalen Ortsgruppe statt, zu welcher man die ganze Gemeinde eingeladet* hatte, Herr Rabbiner Dr, Kelter-Danzig sprach über das Thema: ״Was ist und Was will der religiöse Liberalismus?" In etwa änderthalbstündiger Rede setzte der Herr Redner das liberale Programm auseinander. Aber es ging auch an diesem Abend wie sonst in liberalen Versammlungen. Vor lauter blumigen Redewendungen wird einem so dumm, daß man stets so klug bleibt wie zuvor. Nach Schluß des Referates teilte der Vorsitzende der liberalen Ortsgruppe, Herr Dr. Grüneberg, mit, daß nur fünt Minuten Redezeit für die Diskussionsredner bewilligt würden, da Herr Dr. Kelter um 11 Uhr 40 Minuten nach Düsseldorf reisen müsse. Das war mm nicht liberal, denn Düsseldorf wäre auch am andem Morgen in einer halbstündigen Fahrt zu erreichen g ״wesen, auch fuhr noch ein Zug um 12 Uhr 20 Minuten, aber Herr Dr. Kelter wollte nun mal durchaus tun 11 Uhr 40 Minuten fahren, Schließ-' lieh gingen die Liberalen in ihrem Liberalismus so weit, eine Redezeit von zehn Minuten zu bewilligen. Uns fiel angesichts dieser Acußemng von Libcralisnnis das Drciklmcnwahlrccht der Gemeinden, der vollzogenc Wahlrechtsraub in Bochum und der versuchte in Köln und Duisburg ein. In zehn Minuten kann man nun eine Lebensauffassung, selbst wenn sie so schlecht fundiert ist wie die rcligiös-liiwrale, nicht völlig ad absurdum führen, Fünfzeh.1 bis zwanzig Minuten sind dazu doch nötig. In gedrängter Kürze, in einer Art Telegrammstil, wurden von Herrn Dr. Griinebcrg die Widersprüche in den liberalen An׳• schaumigen hervorgehoben, und als von ihm nachgewiesen wurde, daß die Erfüllung der angeblichen Mission der Liberalen gleichbedeutend sei mit der körperlichen Auflösung des jüdischen Volkes — eine Tatsache, die doch von den liberalen Rabbinern durchaus zugegeben wird —, da bestätigte der Herr Redner seine liberale Gesinnung, indem er vom Vorstandstische aus seinem Gegner Rufe wie ״kompletter Wahnsinn“ entgegenrief, ein Benehmen, das doch immerhin von der Regel abwcicht. Daß das Schlußwort eine Hetzrede gegen den Zionismus war, verstellt sich am Rande. Ein guter Abgang mit Applaus erfreut jeden Schauspieler. Und schließlich ist ein liberaler Rabbiner doch auch nur ein Mensch, der sich seines Beifalles auch gern freut. Der christliche Zionist, die Gcsinnungsgli'ichlicit von Zionisten und Antisemiten wurden von den Liberalen mit herzlichem Beifall applaudiert. Wir hoffen, daß der Zug des Redners in der nächsten Versammlung der Liberalen etwas später abf.ihrt. Köln. Am Montag, den 30. Dezember v. Js., sprach Herr Kurt Blumcnfeld, Berlin, in der hiesigen Zionistischen Vereinigung. Herr Kurt Blumcnfeld ist hier in Köln schon seit langem als glänzender Redner bekannt; dieser Umstand im Verein mit dem aktuellen Thema seines Vortrages: ״Zion i s in u g und O r i c n t a i i s in 11 s" bewirkten cs, daß schon, bevor Herr Lehrer Reinhardt die Versammlung «röffnctc, der große Saal der Rhein- Inndloge bis auf den letzten Platz besetzt war. Die interessanten Ausführungen des Redners fanden den ungeteilten Beifall der Versammlung. Mit besonderer Freude können wir fcststcllcn, daß eine ganze Reihe von Nlchtzionislcn, die bisher noch nicht zu unseren Veranstaltungen erschienen waren, dem Vortrage de« Herrn Blumcnfeld mit sichtlichem Intereise folgten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.