Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1912-10-02 · Heft 40 (2.10.1912) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVII (1912)
Issue
Heft 40 (2.10.1912)
Date
1912-10-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2651273-2651763-2651802--08580-2665837
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 380 Nr *10 hol uns |»cl»1*11, somlorii 1111׳• oitmii.ulisehe Juden, geeint in dein Bcwiilllsein der grollen Aufgaben «los l'tiodciis und <101־ Kcgciicraliou «los <»ll<»n1.1nisol10n Judentums. Der Hauch der Renaissance wollt «lurcli unser Judontuni. tu jüngster Zeit ist auch eine Kolonie unter dom Namen: ״Mcssilat hach.ulaselia“ in Kon־ stanlinopel gegründet worden, die mehr als 120 Mit• glieder /äldt und sich mit der Bearbeitung des (iruml und Hodens beschädigt, Yakir He har, Konstaiitiiiopcl. Eine Zionistendebatte im Neuen Jüdischen Gemeindevcrcin Es war vorauszuschcn, «lall eile öffenllielie Ver• Sammlung, die der ״Neue Jüdische Gentcindcvcrcm“ einheruten hatte, um die impertinenten Angriffe «ler Rcpräscntaiitcnvcrsammlmig zmück/uweiseu, einen stürmischen, leidenscliafllielieit Verlauf nehmen würde. Der!•rolle Saal dos ״Tieigaitcnhof‘• war in Anhetraeht der ungünstigen Zeit sehr gut gefüllt, «las |*11hliku111 offenbar in angeregter Stimmung. I)r. I< I e e beginnt, wie immer, sehr ruhig, sehr gcmaltigt, seihst «ler lliu• weill auf die neueste Mugdan-Affärc und die stillsehwYigeiulc Billigung dieser Lnihltagsknndidalui• von seilen der offiziellen Jutleiilieil vermai: ihn noch nicht zu leitlensehaflliehcn Tönen hiii/ureilieii. I s folgt dann die Auseinandersetzung mit Prof. Knlhclter und sejucu Angriflcn auf den Zhmismn*.. Und min wiid's ״heil!“. Il.1t «lieser Herr nicht noch vor wenigen Jahren Urtter-eldimf in iniserm Organ, der ״J ü di sch 0 11 R 1111 «I s eh .111״, gc.iiehl inni j;1־t 1mil«*n, als ihn in seinem religiösen Kampfe gegen (1c ig «• r <li«• IVosso seiner Richtung im Suche hell? Und nun hat c״ die Auuialhuig, von den Z.ioiiisten als von einer Richtung /u sprechen, ״die das Judentum nicht als eine religiöse Macht schätzt", ״der «las Juden־ tum als Religion mehr »der weniger gleichgültig ist"! Warum mulite gerade er nach genossener Hastfrenndscliaft «las Referat übernehmen und in solcher Weise gegen Zionisten polemisieren? Es war «las die Ridiahi'italion, «lie seine Gesinnungsfreunde nach dem Techtelmechtel mit «len bösen Zionisten von ihm verlangten. Stürmische Zustimmung aus «ler Versammlung. — Und ist es nicht kindisch, den Zionisten «las Recht, über ticineimlcaiigclcgciihcitcii niit/uspieelien, streitig' zu machen? Das es Zionisten streng religiöser (ie־ simimig gibt, braucht ni«J1t erst bewiesen /.11 werden, aber auch die Zionisten, «lie religiösen I )iugeii gleich* gültig gcgenüherstelioii, halten doch dasselbe Recht, iitit/.ureden, wie «lie religiös g I e i e h gültig c 11 Herren ans dem liberalen Lager, die jet/t «lie (ie* schütte der < iemeinde besorgen. Auf «lie Anklagerede des Syndikus Lilicnthal einzugehen, glaubt «ler Rotlner sich versagen /u müssen. Wenn der angestellte Hcamlc, «ler «hieh nicht von einer Partei, sondern von der ganzen Gcmeimle besoldet wird, sich erkühnt, «len zionistischen Milglieilcrii der (iemeinde einen Mangel an vaterländischer Gesinnung vor/uwcrfeii, s«t ist das eine Taktlosigkeit, die «ler Herr mit sieh seihst alun,־teilen muH. Sollen wir uns aufregen über die gehässige (iesinnimg, mit der er ״von solchen Personen" spricht, ״die sielt nur vorübergehend hier in Deutschland nulli.dtcn wollen"? Ist doch die von ihm zitierte Poscner Resoh1li«m, «lie von dem einzelnen Zionisten persönliche I eheusintcressen in Erez-Israel fordert, nichts anderes als ein traditionelles, jüdisches (iehot. Wenn die I lenen ' mit solchen Denunziationen fort fahren, so werden sic noch ganz andere Kampfe erleben. Diesen v«m slürmisehcm lleifall wieilerlyilt unterbroclteiien Ausführungen folgte ein kurzes Referat, in «lern Dr. W i t k t» w s k y «las Proportionalwahhcclit als das einzige Mittel, den Frieden in «ler (iemcimlc her/ustelleii, be/eichnete. Auch er licll es sich nicht nehmen,'gegenüber «ler Behauptung, 111:111 halte «lurcli die Petition an «las Herrenhaus interne jüdische Hinge in «lie Ocffciitlichkcit liiuausgetragen, darauf hinzuweisen, «lall vor Jahren schon Prof, Uciger «lie Zionisten in «ler Presse als vaterlamlslos bezeichnet halte, und «lall dieselben Herren, die sielt über unsre Flucht in «lie Ocffciitlichkcit aufregten, während des Wahlkampfes «lie gleichen I)e1tu11ziali«men }׳egen die Zionisten in der Tagcsprcssc sich geleistet hatten. Die Diskussion eröffttele Dr. Z wirn — mau kamt wohl sagen — mit einigem Temperament. Wenn die liberalen Herren immer wieder unsre vaterländische Gesinnung au/weifeln — von autoritativer christlicher Seite ist uns «lieser Vorwurf noch nie gemacht wor- «len —, so müssen wir ihnen sagen, «lall wir «11 d 1 e s e m P 11 n k t e s e 11 r k i t z I i c 11 siml, «lall d a s Blut uns k o c h t, sobald uns solche antisemitischen Verdächtigungen aus jmlischem Munde cutgegculüuen. Wenn sie mm gar ihre Rabbiner beauftragen, von der Kanzel herab diese empörenden Anwürfe zu wiederholen, so können sie versichert sein, «lall wir «lieseu staimühliehcn Milibruiich ihrer Macht so lange an die Ocffciitlichkcit zerren werden, bis wir gehört werden. Was aber «len Syndikus Liliontlia’l betrifft, so hat er uns mit seiner Rede' schlagend bewiesen, wie recht wir hatten, als wir uns gegen die Besoldung von Vorstandsmitgliedern wandten. Wenn cm Beamter, den nicht das Vertrauen der üemeimle auf seinen Posten berufen hat, somlern aiissehliclllieh dc,r Zusammenhang mit dem Klüngel, der die (iescluifie der ücmciiiüc erledigt, in solchen Tönen über nns zu reden wa^t, was halten wir erst von besoldeten Vorstehern zu erwarten, die 111.u1 wahrlich nicht au» unserem Kreise tieiinieu würde. Unter dem jti- _J UJEDI 8 C HF RU NDSCliAU _ hflmlen Beifall «ler Vci •ammlung kündigte Dr. Zwirn <1111־ seli.iifslni Kumpf an, falls iiuscrn he־ 11*111l1}*,t«11׳ I'nr«le11mg« 11 nicht Rechnung g«׳lrag«11 wild. , . ,, Die Versammlung nahm em.liiumig eine l<«•־ soiulioii au, in «ler «lie länlühr'.iiig «ii's Proportional}, Wahlrechts verlangt wird. Die Eriieiieniisf? des!«cleiitinus Bin Beitrag ziuu Studium «ler Phraseologie. Von Heinrich Margit lies. I. Wir reden liier von einem bestimmten Fall «icr Phrase. Wir haben cs mit den Juden zu tun, mit ausnahmslos allen Juden, «he ״stidz. siml auf ihr Judentum“. Sie allein sind es, ylie uns liier angeben. Das sind verschiedene Männer, die «Icr gleichen Idee leben. Werden sie dadurch gleiche Männer? Statt sich als Kampfgenossen zu bcgriiHen, messen sie sich mit miillrauischcn Blicken, und der eine erledigt den anderen mit dem Wörtchen ״Phrase“. klecn siml .schlechterdings radikal. Ideologen siml Revolutionäre, «lie eine Idee im Degens,11־/. zum He־ sielienilcn «Imcli'cl/en wollen, Ideen bleiben aller niciil i.nlikal. Die Menge ist zwar fällig, Ideen auf־ zum'lum'ii und «lie gleiche Ideologie zu (reihen; nicht aln'1 «lie rink־־i« I1|s|«, a: (legensälzliehkeit «ler Id«•«׳ seihst zu erleben. So schichten sielt notwendig Ideo- Ingen stets in Volk und Prophet; in Komproiuililcr und Radikale; in!!«•dingte und Dulialiugt«׳. Noch sprechen beide von der׳.elheu lilcc, schon aber zwingt es den Propheten, zum Volk zu reileit und cs zu warnen vor «len Wortführern, die mil dem gleichen Inhalt prunken mul doch nur an der äullcrcu Form hallen: ״Verhallt Huch nicht auf «lie l.ügeuworle, wem! die falschen Propheten sprechen; Tempel «les Herrn, Tempel «les Herrn, Tempel des Herrn!“ Wenn von zwei Männern, «lie mil den gleichen Dingen ihr Leben füllen, der eine sich faltig fühlt, die beiden gemeinsame, von beiden zum Lebensinhalt erhobene Idee tiefer, reiner, rückhaltloser mul rücksichtsloser formulieren zu können als der andere, so wird er diesen anderen notwendig als phrasenhaft empfinden. Wer eine Idee sieh bewahrt in ihrer־ ganzen ursprünglichen radikalen Reinheit, wiril pot• wendig phrasenhaft empfinden jenen anderen, der «lies«: Idee verteidigt mit Verbeugungen nach links und rechts, mit Heiuiiiimgen und Milderungen. Notwendig phrasenhaft wirkt auf den, der keine Kon- Zessionen kennt, wer eine Idee lehrt und von ihr spricht und dabei nicht ihrer letzten Ziele und ihres tiefsten Sinnes sich bewidlt bleibt. ״Phrase“ denkt der N.dioiialjtidc, der in einer Jugendhimdversauunlimg von liberaler Seite einen Hymnus hört auf die Idee des Judentums — mit Bücklingen rcelits und links: es dürfe aber nicht national und brauche nicht religiös zu sein. Fr, «ler Nationale, ist jHi.siUver mul darum radikaler; er zieht die Grenzen scharf um sein Judentum mul blicht Ihückeu ab, die jener haut. Sehamvoll läeherlieh schcmt ihm diese negative Formulierung einer Ulce, deren tieferen Sinn er erfüllt hat, und so nimmt er sich das Recht zu fragen: Irgendwie muH es doch sein? VciM'lilielleu wir uns nicht dagegen: oft wohnt jenen liberalen Lobrcdneru die gleiche Ehrlichkeit des Wollcns iniie, wie dem Nationalen, der ihn verachtet. Nicht Unredlichkeit und nicht Uiichrliehkcit machen wir ihnen zum Vorwurf י ־ nur Unfähigkeit. Die Unfähigkeit, die Idee, für die man lebt, «lurcli• ziidenken bis zu ihren letzten Konseipieii/eu, Alles Bedingte, alles I lallie, alles Vermengte, alles nicht ganz. Reine, nicht־ ganz zu Fiulc (iedachte wirkt auf uns, «lie Unbedingten, notwendig phrasenhaft. 11t diesem Falle, in unserer Beurteilung liberaler Phraseologie finden wir einen Gleichgestimmten im Tiaditioiiell-tiesctzestieiicn. Auch seine Vorstellung «Icr jüdischen Idee ist eine so radikale, eine so imbedingte, tiefgreifende r~ und dabei in positiven, klaren Formen so wohlverwahrte und eindeutige, «lall er für «las Pathos des Liberalen gleich uns nicht mehr als ein schmerzliches Lächeln hat, «las sich nur bei tempcramciitlosen Seelen zum hilflosen, gutmütigen Tolerieren verzerrt. ' Beide, Nationale und Gcsot/.cstmie, fühlen sieh als die starken Erleber, als die Unbedingten: Beide stehen Schulter an Schulter im Kampf /;egen jene, «lie ein Judentum lehren, dessen Tiefe zu erfassen sie unfähig ti!1«l. Doppelt *elisam, ja bedrohlich, bleibt daun .,ins: Der Traditionelle, weit entfernt, uns als Kampfgenossen gleichwertig zu erachten, hält uns fast fiir eine Abart, manchmal wohl gar für eine schlimmere Abart jener l iberalen, und das Wort, mit dem er eine Kluft schlägt zwischen sich und uns ־־ cs lautet abermals ״Phrase“. Er findet manchmal hi unseren Endzielen, in unserem späteren Sein Dinge, «iie er selbst geilaeht. Wo aber immer er über dem Gegenwärtigen «Ile späte Zukunft vergibt, leugnet er jede Gemeinschaft mit uns, und lieber wendet er sich zu jenen, die zwar nicht liandclu gleich ihm mul auch inYliI (lenken, wohl aber noch mit uiamlieii der glcnheii Wolle und Ihgiill«• prunken: zu den phraseu* liafldiheialeu Religion .(iiden, Hier hilft es uns wenig, «lall wir, im IlewuHtseiu unseres ehrlichen Wollcns uns beleidigt fühlen mul es lasser zu wissen glauben. Das vermag auch der Liberale, dem wir die Pluasciihafiigkeit vorwerfen. Wir müssen weiter gellen als dieser, ehrlicher sein und darum inilllraiiischcr uns selb.! gegenüber; müssen uns loslösen von unserem Sein und herausirelen aus dem Kreise des Ich, «lall dieses klar und eindeutig vor uns liege und daun urteilen; kalt, aber unerbittlieh. Darum verlassen wir unseren (iruudund treten für einen Moment neben «len Traditionellen, um uns ztt sehen mit seinen Augen. Der Traditionelle, der in eine säbelklirrcmle Ver* biiuhmg nationaler Studenten oder in einen baudiwell* übenden Verein nationaler Turner tritt, «ler Tra- «litionelle, der diese Masse «Icr Nationalisten mit ihrem Nationalismus prunken hört, er kann nicht anders: er muH - zuerst - die nämliche Empfin• iluiig hahen, wie der Nationale, wenn er «lein Lilie• ralcn zunift ,,Phrase“. Menschen sicht er, die die Idee des Judentums lehren gleich ihm; aber vergeh• lieh stiehl er nach Formen, in «lenen diese Idee zmn Ausdruck gelangt. Denn weder leuchtende Augen noch tönende Worte brauchen Beweise zu sein für die Tiefe einer Idee. Und er, der gewohnt ist, seinem ganzen Tun und .seiner geringsten llamllung und seinem kleinsten Gedanken ein«• konkrete Form zu geben, «lie «lie l«l«•«• veiliitt, er, dessen Judentum klar formuliert vor ihm liegt, er, der sieh in jeder Minute .׳•eines Andersseins mul seiner Einzigkeit, ja seiner Anserwahltheit bcwulit ist, er fühlt, dal! seine, die religiöse Idee, die radikalere, unbedingtere ist. Er spürt, «lall diese Turner und Studenten «las Wort Judentum atisspreehcii, ohne sieh seiner Iclzteii Ziele und seines tiefsten Sinnes hcwttlh zu sein. So wie der Nationale /um Liberalen spiiehl: ״Du redest groll vom Judentum; worin zeigt es sich denn? Ist es etwas, das sich unserer grölten nationalen Idee gleichwertig au die Seite stellen kann? Hast Du die Kraft, dieses Dein Judentum erstarken zu lassen gleich uns zum nationalen ZusaimncuscIduH und zur 1111• bedingten Abkehr von anderen Völkern?" Cicnau so spricht der Traditionelle zum Nationalen: ״Du redest groll von Nationalismus. Was ist er denn, «lieser Nationalismus? Ist er etwas, «las sieh messen kann mit unserem Judentum? Hast Du die Kraft, Dein Judentum erstarken •zu lassen gleich uns bis zat seinen letzten Zielen, bis •/.um erhabenen ZusamnictiscltltiB nicht nur der jüdischen Staniiiicssprölllinge, sondern der jüdischen Geister, zur unbedingten Abkehr nicht nur von anderen Völkern, stmdern vom anderen Geist? Zum Liberalen redet Ihr: ״Du predigst ein stolzes Judentum und machst Bücklinge rechts mul links und schlägst Brücken zu den Germanen und verschwägerst Dich mit ihnen; wahrlich: Halbheit nenne ich «las und Phrase!“ ״Geht mir doch, Ihr Nationalisten! Ihr predig( ja selbst ein stolzeres Judentum und macht «loch Verbeugung rechts und Verbeugung links und schlagt Brücken zmn deutschen Geist um) verschwägert Euch mit ihm! Halbheit nenne ich das — Halbheit und — Phrase!“ Schließen wir nicht die Augen davor: so liegen die Dingt?. Der Traditionelle, der noch vollauf wurzelt im umschriebenen jüdischen Geistesleben, der alles, was ihm begegnet, unter bewiilit jüdischer Perspektive registriert —• der hält uns für Phrasenf.'inger. Was wir den Liberalen vorwerfen: dal! sie sich stfdzc nennen, ohne' jüdisch zu sein; «las werfen auch uns die Traditionellen vor und sagen: sie kämpfen für ein Jiitlciitum und wissen doch nichts von diesem. So wie wir formulierten: Der Liberalismus der Jugend• vereine gibt seinen Mitgliedern die Möglichkeit, sich mit dem Ikwulltscin, ein stolzer Jude zu sein, schlafen zu legen, so sagen jene: der Zionist ermöglicht seinen Bekennen!, sich gute Juden z.u nennen, ohne jüdisch zu sein. Man zahlt Schekel, man turnt, man ruft ״Hedad“, mau singt die Hatikwah (mit deutschem Text), mau redet mit Begeisterung vom Volke \md seiner Zukunft, vom Lande Palästina, in das die anderen ziehen■ werden und «las man, wenn man cs noch erlebt, vielleicht einmal .selbst für ein paar Tage Rehen wird, Uinl kommt ein Vergeistigter und sucht nach dem Judentum, so bricht die Entrüstung los: Wir arbeiten doch an der Zukunft unseres Volkes — ist das nichts? Genug. Wir .sahen bis hierher mit den Augen unserer Gegner. Gegner nicht aus Gegensätzlichkeit, Gegner nur aus Ucberlcgenlieit lind aus dem Gefühl des Tieferschürfens. Wir verlassen auch diese Perspektive, und bereichert kehren wir in den Kreis des eigenen lclts zurück־, um reiflich zu prüfen, zu läutern und abzuwägen und dann gewappnet jenen Gegnern entgegenzutreten. Uml mit aller Ehrlichkeit, «lercn wir fällig sind, und mit der Freude, die mau aus der Erkenntnis des rechten Weges schöpft, fällen wir dann da9 Urteil, und dieses Urteil, mit dem wir, versöhnend und ohne Härte, vor die anderen treten, lautet also:

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.