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Jüdische Rundschau · 1912-09-06 · Heft 36 (6.9.1912) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVII (1912)
Issue
Heft 36 (6.9.1912)
Date
1912-09-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 36 J U H D i 3 C IT ii aUNDSCHÄU ^eite 341 d! itemien Stelle« hat sie unter ihre Freunde und AnliS»«״ verteilt. Ab«׳ mich im Kreise der Aulitmgci kuimto sie 11 cht alle befriedigen. Nicht aus einer «rolle» Volksbewegung, die sich auf breite Massen der Bevölkerung stützt, hervorgegangen, Kernte sich das Konnte(: nur auf dk> Kreise der’ jc1!1«e« stützen, die als Verschwörer unter Abdul jl.inud den Fall des Absolutismus vorbereitete« Diese ciuz׳‘!"vn Personen mußten also befriedigt werden und ,11.111 konnte doch nicht alle befriedigen, oder niVn i» dem Malle, wie sic es beanspruchten. Selsbtve .*■ •iillich kamen dabei'auch manche Fehler, U״. ree.:! ..il!i«keifen und Ungerechtigkeiten vor. Die bc•■1׳•». rechtschaffenen Elemente, die ihren Euthusiasnu• der Revohitionspcrtode bewahrt hatten, pro. tcü 'eil gegen diese Ungerechtigkeiten bei der Ilefür.!.וו1ז ׳« wem« fälliger, aber skrupelloser Kollegen. Ab. r natürlich kann man nicht alle Unzufriedenheit * aut "ieses persönliche Moment zuritekfühicn. Es bil<M־■׳ aber die Stimmung, welche von verschiedenen Sein ״. aus«cnutzt wurde. Der Parlamentarismus, so nlö:׳ ich in die Türkei cingcfiihrt, fand jr,m/ imvorbrr •.׳etc Elemente %׳or. und vom ersten Taue an he- «.יתר der hciflcste, erbitterste Kampf, nicht wegen best ■nmtcr Prinzipien, sondern um die Macht. ״Öle toi ,.ue je m’y inette.״ Das war die Devise im Kat:;׳ fe. Und hier wiederum vereinigten sieh im pte gegen das Komitee (׳au/, verschiedene, manch• 1;1! entgegengesetzte Elemente: die einen, die das! •;tce zu radikal und seine «anze Tätigkeit fiir die Tradition des Islams als zu gefährlich betrachteten, ilic anderen umgekehrt, die das Komitee zu gemüßigt, zu wenig liberal fanden. Die beiden Parteien hatten in ־.׳״wissem Malle recht. Die jungen mul unerfahrenen Pol׳■* ker, die über Naclif Herrscher über das grolle Kci«i1 geworden sind, wollten in vieler Hinsicht zu roser! mul radikal vorgellen. Das ticsetz über die Heranziehung nicht muselmanischer Untertanen zum Militärdienst, das einen ersten ernsten Schritt für die Olvichhercclitigung aller Elemente darstellte, wurde in orthodoxen ottomanischen Kreiser kaum mit Oe• n11;;!n1mg begrüßt, Die wirkliehe politische Sünde vimi Standpunkt der Reaktionäre bestand elu-n darin, dal! die Jtmglürken cs sehr ehrlich mit der Moderni* sierimg und Europäisierimg der Türkei gemeint haben. Alwr auch die radikalen Elemente haben recht. Denn die jungtürken, obwohl aus einer Revolution hervorgegangen, scheuten sich vor einer wirklichen Demo* kraiMerimg des Staates, wollten nicht au die grollen Ma.sen herantreten und glaubten, die grolle Reform, die mc ehrlich anstrebten, nur mit sozusagen meclia* nisclien Mitteln, iii erster Linie durch die Hilfe des Offizierkorps, durchführen zu können. Sie haben das grolle Prinzip vergessen: ״On peilt faire tout avcc la bajonnettc, on ne pent pas s’y nsseoir." Man kann es auch nicht leugnen, dall sie besonders im Anfänge manchen Felder gemacht haben. Ihre ganzen politischen Anschauungen haben sie aus nvwkrcicli geschöpft, und in all ihrer Tätigkeit hat hei ihnen uns grolle Ideal eines grollen zentraliticrenden Staates vorgeschwebt. Diese Konzeption bat sie manchmal — viel mehr als etwa der türkische Fanatismus — dazu verleitet, gegen die nationalen Bestrebungen verschiedener Elemente vorzngeheu. Hemerkenswert ist es doch, uiid für die richtige Heiirteiluiig der Sachlage nicht zu vergessen, dali gerüde das politisch entwickeltste mul reifste Element, die Armenier, treu mildem Komitee zusammeiiliielten. Diese Ursachen waren'^s, welche die Unzufrieden• heit genährt und den Sturz, des Komitees vorbereitet haben. Aber, wie schon früher erwähnt, von einem wirklichen Sturz kann kaum die Rede sein. Das Komitee ist die einzige organisierte politische Partei in der Türkei. Es zählt in seiner Mitie die Jäliigslcn, t'iilschiedcn aufgeklärtesten Elemente, es verfügt noch beule über eine grolle Anzahl Anhänger in der Armee, besonders bei den subalternen Offizieren. Es hat reine Filialen im ganzen Laude, Dali diese Weit- Hiiit/ung berechtigt ist, beweist vielleicht am besten der Umstand, daß auch nach dem Siege nicht die gegnerische ententistische Partei ans Ruder kam, so«• d׳rn ein gemischtes Ministerium, in dem, wie die b't/ten Mitteilungen aus der Türkei andeiiten, di l'orlefcuilles bis zur Hälfte der uiiionistischen Partei a'igehören. Es ist schwer, in diesem Falle zu proplie zt'iiien, weil die Lage zu kompliziert ist, und man muß mit vielem rechnen. Aber es scheint mir doch über jeden Zweifel erhaben, dall noch auf eine lange Reihe von Jahren die Komiteepartei einen überaus giollen Ein flu II atif die Geschicke des Landes auslitten wird. .... Wie gesagt, hat sich also ein neues Ministerium gebildet, das zum Teil aus entschiedenen Gegnern der Jungtürken, wie Kvnvol und Nasiro. zum Teil au*. Komiteefreundlichen oder neutralen Mitgliedern bestand. Es scheint, daß eine Politik der Rache 11ml der Verfolgung gegen die Jungtürken, die von inaiuheii Vertreter« der äußersten Richtung der Entente Liberale gewünscht wurde, nicht zustande kommt, und daß' das große Ministerium, das aus den alten hohen Beamten besteht, eine versöhnliche Taktik anwemlen wird. Es scheint auch, daß es Ls scheint auch, daß die MädiU״ ־mTichlig wiinwhcii, dem neuen Ministerium behilflich zu sein und alle Mittel, die ihnen zur Verfügung stehen, anwcoden, um die äußeren Schwierigkeiten, mit denen die Türkei zu kämpfen hat (Balkan-Wirren), zu he• *eiligen. Soviel über die Geschichte der letzten Ereignisse. Versuchen wir nun, den richtigen Charakter aller dieser Entwicklungen zu deuten •und festznstellen, inwieweit mul in welcher Richtung, sie unsere Be* wegung bce.niit.sscii könnten. 1. Es nuiß zuer.t Jiervorgcliobcn werden, (lall aHetu Anscheine nach eine jede Möglichkeit der vuekkebr zum a'ieu Regime vollständig ausgeschlossen ist, und• dall die Konstitution־ und alles, was damit zusaininciihäiip;t, in der Türkei erhallen bleiben wird, Ls ist nur möglich, daß der Gedanke, «Er schon laimst vielen Iiit!0.:che1t Politikern, mul zwar in heulen Lagern,״ Unionisteu ebenso wie Ententisten, vorschwchlc, nämlich unter Währung der Konsiituion den parlamcntari..ehe 11 Charakter derselben einzn- .schränken mul etwa nach «leutschem Muster das Ministerium unabhängig vom Votum des Parlamentes »jnizugeslalten, zur Geltung kommt. Man hofft, auf diese Weise die Eibiilenmg des Parteikampfes zu mildern, da in diesem Falle dasjenige, wns die Leidensehaften am meisten entfacht, die Hoffnung auf eine Minsiterstclle, .•msgoschaltet wäre. Das Bestehen des Parlamentes selber, die Freiheit der Presse, der Ver- Sammlungen, freie Wahlen, vielleicht sogar nach einem verbesserten Wahlrecht — das alles scheint einen ernsten und unantastbaren Teil im Programm aller Parteien und aller Politiker zu bilden. 2. Wahrscheinlich wird nucli der Politik einer überspannten Zentralisation ein Ende gemacht werden. Um dies aber richtig beurteilen zu können, muß man nicht vergessen, dal) auch in jmigtiukisehen Kreisen diejenige Strömung immer mehr und mehr die überband gewann, welche mildere Töne anz.uschlageii bestrebt war, und anstatt von Türkisienmg zu sprechen, immer mehr eine OUomanisienm« forderte und den Forderungen der Nationalitäten immer größere Aufmerksamkeit zu schenken suchte. Umgekehrt muH es auch nicht vergessen werden, daß in den Reihen der Ententisten eine nicht kleine Anzahl ganz, chauvi- »isliseh mul stark reaktionär gesinnter Männer sich befindet. 3. Die letzten Ereignisse haben cs noch einmal bewiesen, wie weit die, wahre Gesinnung der Mächte der Türkei gegenüber von den, ihnen so oft unterschobcncn Entschlüssen, an die Zerstückelung der Türkei heranzutreten, entfernt ist. Gerade jetzt war der ,Moment für den großen Kladderadatsch so geeignet wie nie: der italienische Krieg, der alhauisclic Aufstand, provokatorische Umtriebe in Mazedonien, militärische Empörung, Ver- Wicklungen an den Grenzen, Unruhe in den kleinen ־äalkan-Staaten, das alles waren doch die günstigsten Momente fiir ein Eingreifen Europas. Und trotzdem hat Europa von jedem Angriff in diesem Sinne vollständig Abstand genommen, vielmehr der Türkei die aufrichtigsten Dienste zur Aufrechterhnltung des status (pio auf dem Balkan geleistet. Das kommt höchstwahrscheinlich nicht mir daher, daß sich Europa über die Verteilung der Heule, wie man cs gewöhnlieh erklärt, nicht verständigen kann, sondern vielmehr daher, dall die europäische Diplomatie in ihren Kalkülen die Heltarniiig.!::unicnto eines ((roßen Slaats Organismus mit in Betracht zieht und ganz genau weiß, welche Kraft dem türkischen Staat innewohnt und mit welchen Gefahren der Versuch einer sogar nur teilweise!! Amputation verbunden wäre. Ist man aber dann nicht berechtigt, zu vermuten, daß, wenn dieses jetzt nicht geschehen ist, Europa wenigstens der Türkei die Möglichkeit einer freien unbehinderten Entwicklung gewähren wird, in der Hoffnung, daß der türkische Staatsorganismus sich günstig entwickelt und ilic Türkei als selbständiges SüanFgebildo bestehen bleiben wird? Wenn alle diese Annahmen sieh 'verwirklichen, so ist es klar, daß, die jetzige Krise als eine wirk liehe Krise eines Kranken sich darstcllt, eine Krise, nach welcher eine Genesung und eine weitere Ent wieklung kommt, Dann hätte diese Krise das Ende der revolutionären Periode in der Geschichte der neuen Türkei und den Anfang einer friedlicheren mul normalen Entwicklung dargestellt. Diese neue Periode würde dann eine weitere Entwicklung des Parteilchens, Stärkung der öffentlichen Meinung mul des Einflusses derselben auf das politische und soziale Lehen, sowie eine günstigere Entwicklung des kn turclleu Lehens der verschiedenen nationalen Eiemente kennzeichnen. Damit ist die Antwort auf die zweite oben ge* stellte Frage gegeben, .׳mf die!־*rage über die Iledeutmig der letzten Eieignksc für unsere Bewegung, Als Grundlagen für unsere Arbeit in der Türkei haben wir ganz bestimmte Gesichtspunkte nufgcstellt, die in den Erklärungen des 0, mul 10, Kongresses ihren Ausdruck gefunden haben. Der Zionismus witt seine Tätigkeit im Rahmen der Entwicklung der neuen' Türkei 'vornehmen. Er erblickt die nötigen Garantien für die nationale, kulturelle Entwicklung der jüdischen Siedlung in tler großen Reform von I00S, welche der Türkei zu einer freiheitlichen Konstitution verholl'en hat. Es ist also klar, daß, indem wir diese Prinzipien als Grundlagen der zionistischen Tätigkeit feststellen, jeder weitere Schritt zur Befcstigmig der Grundlagen der neuen Türkei auch eine Befestigung unserer Arbeit bedeutet. Wenn also die heutige Voraus:,et/um׳ wirklich in Erfüllung geht und die '1tiikei in eine ruhigere Periode ihrer Entwicklung eintrilt, so' ha;01 das mir eine Erleichterung׳ für unsere Hemülumgcn mit sich bringe». Wir hauen doch alle unsere Hoffnungen auf die feste Ucherzcuguug, die aus dem Studium der Türkei und aus der Kenntnis der türkischen Bedingungen fließt, daß unsere Idee in der Richtlinie der gesunden Entwicklung der Türkei liegt. Darum sind wir fest überzeugt, daß mich die türkischen Staatsmänner es doch duschen werden, bis zu welch hohem Grade die Realisierung des zionistischen Ideals den wahren Bedürfnissen des türkischen Staates entspricht. is ist schon jetzt einem jeden denkenden tür- Rischen Staatsmann einleuchtend, daß die gedeihliche e gei ntwicklimg des Türkischen Reiches mir dann 11Rglieh ist, wenn die Bevölkerung sich rrößert und die Dichte derselben leute bedeutend versich nicht wie in lächerlich kleinen Ziffern ausdriiekt. Solauge in melueren Distrikten die Dichte der F*.e• yölkerung auf dem heutigen Niveau bleibt {Sandjak Zor z. B. I Mensch pro Quadratkilometer), wird Tätigkeit der Regierung, wie der Bau neu :r Eisenbahnlinien, die Bewässerung us\v\, vollständ g resullatlo!; bleiben. Die Türkei ist kein industrielles Land und wird noch Jahrzehnte hindurch wahrschcin* lieh auf die Landwirtschalt angewiesen sein. Eis jetzt aber sind in der europäischen Türkei nur 8*';• '# der Bodcnflächc bebaut, der Rest, mehr als 9(1״■), liegt brach. In der asiatischen Türkei liegen die Verhältnisse noch schlimmer. Es ist also klar, daß ein Aufschwung der Agrikultur, der die Vorbedingimg für die Befestigung der Finanzen und des ganzen ökonomischen Lebens im Lande bedeutet, mir dann möglich isL wenn in diesen Verhältnissen ein entschiedener Wandel eintritt, mit anderen Worten: wenn eine große Immigration dem Laude neue Arbeitskräfte, mit dem nötigen Kapital ausgerüstet, zuli'ihrt. Es ist auch klar, «laß die türkischen Staatsmänner, die die Frage studieren, cinsehcn werden, daß das beste Mciisclienmaterial. das in dieser Hinsicht für die Türkei in Betracht kommt, die Juden darslcllcn. Vom türkischen Standpunkt betrachtet, bildet der Zionismus einen integrierenden Bestand der großen türkischen Frage, der Trage der Immigration mul der inneren Kolonisation. Was dem endgültigen Siege dieser Erkenntnis im Wege steht, ist ein ganzes System von gegen uns ausgestreuten Verdächtigungen. Durch eine Mißdeutmig unseres Programms haben uns unsere Feinde separatistischer Bestrebungen zu beschuldigen und vor der türkischen öffentlichen Meinung zu ver־. lommk'ii gesucht. Aber gegen die irregeleitete öffent* liehe Meinung kau« man nur in einer Weise kämpfen: «lureli eine geduldige, systematische und mit Tatsachen operierende Aufklärungsarbeit. Diese׳ AUiklärimgsarbeit haben wir auch begonnen, und obwohl abschließende Resultate, wie cs ja sclbstvcrstündlich auch voraiiszusehen war, in einer so verhiiltnismiißigkurzen Spanne Zeit nicht gezeitigt werden konnten, können wir docli getrost sagen, daß manches Wichtige schon in diesem Sinne geschehen ist, und daß manche bedeutende Leute der Wahrheit unserer Bc- Imuptungen und unserer Aufklärungen sich nicht mehr verschließen. Hätten diese Männer mehr Zeit und mehr Muße, um sich einem ernsten Studium dieser Frage als einem Teil des ganzen Komplexes der großen türkischen Fragen zu widmen, so hätten wir selbstverständlich auch weitere Fortschritte zu verzeichnen. Die Notwendigkeit, immer wieder auf die von außen oder von innen kommenden Störungen zu reagieren, hat auch unsere Arbeit verlangsamt, wie sie überhaupt die ganze Entwicklung der l'ürkcl gehemmt bat. . Um diese unumgängliche die richtigen Bahnen zu leiten, mit einzelnen Persönlichkeiten sonder« 1ms auch der Presse lins auch geglückt, die Vertreter einiger Zeitungen fiir unsere ideale zu gewinnen, die uns ihre Spalten bereitwillig zur Verfügung stellen. Es ist selbstverständlich, daß wir es bei diesdr Aufklärungsarbeit nie unternommen haben, irgendwelche anderen Zwecke zu verfolgen, irgendwelche lutrigen-Politik zu iiis/enieren, oder unsere Bewegung irgendeiner türkischen Partei, der Tätigkeit irgendeiner, fremden Macht oder der Richtung irgendeiner türkischen Zeitung tintcr/uorilncii. Ich ergreife gern diese Gelegenheit, um die über uns zirkulierenden und leider auch von manchen unserer Freunde zu leichtfertig wiederholten Gerüchte zu dementieren. Wir arbeiten nicht im Dienste einer Macht, wir siiul nicht ein Werkzeug irgendeiner europäischen Regierung. Wie es schon einmal von der Tribüne unseres Kongresses gesagt wurde: Wir machen keine Abcutciicr-Politik. und wir sind auch nicht so töricht und nicht so unbescheiden, um uns den Luxus einer für unsere Verhältnisse lächerlichen Großmacht-Politik zu ertauben. Ebenso fern liegt uns auch der Wahn, uns in die inneren Kämpfe der türkischen Parteien zu mischen, wiewohl es doch selbstverständlich ist, dall wir von Herzen den Sieg einer freiheitlichen Entwicklung in der Türkei begrüßen. Und eben diese unsere Haltung wird uns doch am Ende die Sympathien aller klarblickenden und vernünftigen ottomanischcn Politiker Zufuhren. Auch unsere Arbeit im Schoße der ottomanischcn Judeuhcit im Laufe dieser vier Jahre beginnt schon ihre Früchte zu zeitigen. Der nationale Gedanke entwickelt sich zusehends, und gerade die Vorgänge der, letzten Monate haben für uns erfreuliche Resultate zutage gefördert, so daß wir getrost sagen können, die Tage der heißen Kämpfe tler ersten Jahre siiul scholl vorbei. Die nationale Bewegung wurde von den offiziellen Vertretern des Judentums als eine Macht unerkannt, mit der man rechnen muß, und die erbitterten Feinde von gestern bähen bei den letzten Mcdjlins.Wahlen in Koiistaulinopel mit den Vertretern der nationalen Juden eine Kompromißliste nufgcstellt, um ein gemeinsames Konsistorium zu wählen. Wer das Leben des ottoimmischcn Judentums von Tag zu Tag verfolgen kann, muß sagen, daß in der National!• sicriing 'der dortige« Juden ln den letzten vier Jahren außerordentlich grolle Fortschritte erzielt worden sind. Und wenn wir daran denken, mit welchen bcschcidc- Aulklärungsarbcit in mußten wir nicht mir in Verbindung treten, bedienen. So ist es

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