Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1912-08-23 · Heft 34 (23.8.1912) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVII (1912)
Issue
Heft 34 (23.8.1912)
Date
1912-08-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2651273-2651763-2651796--08517-2665768
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 323 Nr. 34 J U E D ISC H K RU »4 DSCH A U « .״,ul ist einige Anmeldungen zur Teilnahme noch cnlWiiJBinchmci». Durch die Gesell- ,chattsreise ist es möglich, erhebliche Vorteile ״l genießen. Die Anmeldungen ׳müssen aber möglichst uwechend erfolgen bei Herrn Dr. Orun wa Id oder ^ן der Palästina-Reisegesellschaft c.V. in Hamburg (Adresse: Dr. Cb wolies, Hamburg• Bahrcnfeht). _ Timneii &.sport Am letzten Sonntag veranstaltete der J.T.-V. Bar Koelib.t, Iterlin, auf seinem Sportpint/, in Schulzendorf einen turnerischen volkstümlichen Fünfkampf, an dem sieh etwa 00 seiner männlichen Mitglieder beteiligten. Die Höchstpunktzahl von 100 Punkten wurde in keiner der beiden Gruppen, die gesondert gewertet wurden, erreicht. In der Gruppe A erreichte E g e r 1 (י Punkte, nächst ihm waren die Erfolgreich- $!cn Locwenthal und Leo Kaminsky, die jeder g| Punkte erzielten. In der Gruppe D erreichte Orünherg öS Punkte, und Nebenzahl, der in vier Hebungen die Höchstpunktzahl erreichte, 89 Punkte. Dritter wurde Meyerhoff mit 88 Punkten. Der verein", ״J ii d i 8 c h c Turn- und Sport- München, ist dem deutsehen Kreise der jmliselnn Turnersehaft mit einem Mitgliederbestände von lim Turnern und Turnerinnen beigetrelen. A11 s s c h r e I b u n g /.um öffcntlic h c n Meeting der S p o r t a b t e i I u u g des J.T. V. II. K., II e r l i 11, am 8. S e p t e 111 her, n a e h mittags I Uhr. A. Offen nur für Mitglieder der Sportahteiluug: Meisterschaften. I.!(M)-m-Muliaufcu; 2. •lOO-m-Mallaufcn; 3. SOD-m-Mallaufen; 1׳. Ilochsprmig; 5, Speerwerfen. B. Offen für alle jüdischen Jugendvereine 1. 200-in-Mnllaufcn: 2. lUO in-Vorgabelaufen: 3. 3(H1(l.1n-Mallaufen: 4. Kugelstollen; 5. Weitsprimg; 6. Dreikampf in 200-m-Lauf, Weitsprimg, Speerwerfen. C. ()fielt für alte Herren über 28 Jahre. 1. OO-m-Mallaufen I). Jugeudkonkurrenz. I. ׳JtMI-m-l lindernislaufen. E. Stafetten (Einladnngskoiikurrenz). 1. Schwedenst.ifette (100 m, 301) m, 2011 m, 100 111): 2. 10 X lOO-in-Slafcttc. F. Vorführungen. I. Stlllaufcn: 2. Gewehrsprung. G. Damenkonkurre11z.cn. 1. 50-m-Mallaufen: 2. 4 X 50-m-Stafette. Meldungen sind zu riehten an Herrn Georg Israel, Berlin, Pasteurstrafle •13, auch Sonntags in Schulzendorf (siehe schwarz.es Brett). AfcMoschluß: 25. August 1012. Meldungen ohne Startjdd sind ungültig. Nachmcldungen bis 7.11m 1. Sep- Umber hei doppeltem Startgeld. Das Startgeld he* trägt für Konkurrenz. A: 50 Pf., B: 30 Pf., C: 1 M., D: —, E: 2 M., F: —, G: Die Sieger der Kon- Inirrcnz. A erhalten Diplome. Für die siegenden Staletten werden Ehrenpreise gegeben. Die Vorkämpfc linden am 1. September statt. Das Meeting wird auf cim 111 großen Sportplätze, nabe der Stadt, ausgctragen, Es schweben noch Verhandlungen. Nur im Falle, daß diese ohne Erfolg sind, findet das Mecting in Sclnilzendorf statt. Es wird noch näheres he* kannt gegeben. Am 11. August gewann das Mitglied der Spoitahtcilmig des. Bar Kocbba, Hans Gärtner, bei einem Sportfest des Gaues• Anhalt im ״Ver- Dallspi1*lv01t־inc" in Bernburg den 100-m-Lnuf und den •100-m-Lauf. Line Episode, die mit den Olympischen Spielen ״n /tisamniculinnpr;;toht, beneidet die ״Ocstcrrcichiselte Wochenschrift". Auf dem Dampfer ״Finmnd ‘ der Red Star Linie war als Gast des Kolonel Ihompson, des Vorsitzenden des amerikanischen Komitees für die Olympischen Spiele, Herr Felix J. Friedheim aus Göthen. Am 12. Juli stürzte ein schwedischer Matrose des Dampfers vom obersten Bordeck in die See, und wäre sicherlich ertrunken, da er des Schwimmens nicht mächtig war, wenn ihm nicht Herr FrieilSiciin sofort nachgcsprungcn wäre. Ls gelang ihm, den Ertrinkenden schwimmend so lange über Wasser z.u halten, bis beide von einer Pinasse aufgenomiuen wurden. Dem Retter wurden auf dem Dampfer stürmische Ovationen bereitet. Leider hat er sich beim Rcttungswcrk ziemlich bedeutende Verletzungen an beiden Händen zugezogen. Die Tat des Herrn Friedlich!! ist um so mehr anzuerkennen, als sich au Bord des ,,Finland" sinntliebe amerikanische Athleten befanden, darunter die besten Schwimmer der Welt. * In der grollen Zahl der erfolgreichen jüdischen Berufsboxer in ,den angelsächsischen Ländern hat sich Matt W c 11 s, der englische Leichtgcwiclilshoxer, hesonders schnell einen Namen pemmlit. Dimiittclhar uaelulen! er vor nunmehr achtzehn Monaten hi das Lager des Professionals tibergegnngeil war, gelaug es ihm, seinen Meistertitel im Kampfe gegen Freddy Welsch zu erringen. Ein Ereignis, daß damals in der Sportwelt ganz, außerordentliches Aufsehen erregte, da Wells damals ein ganz unbekannler Boxer war. ״Daily News and Leader" schrieb damals: ,,, . . aber der Sieg war wohlverdient, mul von der ersten Minute des Kampfes, wo Wells die Offensive übernahm, und in schneller Folge fünf ״Linke" im Gesicht seines Gegners landete, bis ■/tun Schluß, war der jüdische Boxer der bessere Mann." 1111 November sollen Wells und Wels h nun noch einmal um den Meistertitel kämpfen, und man ist auf den Ausgang recht gespannt, zumal bei Wells letzten Kämpfen eine Fornivcrschlechtcrung, die auf eine längere Krankheit /.urückzufültrcn ist, unverkennbar, war. Tagesordnung für die Sitzung des Central-Comltös der Zionistischen Organisation (1.—h September 1912) im Log cn 11 aus, Berlin W., K lei st 9t r. 10. Sonntag, den 1. September, vormittags 9'/»—1 U 11 r: 1. Sitzung. Eröffnungsrede: Professor Dr. O. Warburg. Berichte: a) Unsere politische Arbeit: Dr. Victor ,Jacobs o u uiui Nalium S o k o I 0 w b) Unsere Tätigkeit jn Palästina: Prof. Dr. O. Warburg. sorgen, insbesondere hat er für die Integrität der Ehre, des Kultus, des Bestandes und des Vermögens der Rcligionsvcrbändc Sbrgc zu tragen. Wie diese Aufgaben von den einzelnen behandelten Staaten gclöst werden,‘ wird im einzelnen dargclcgt. Die vorliegende Arbeit, welche klar geschrieben ist, ist den Interessenten zur Orientierung sehr zu empfehlen. Möge sie auch dadurch Gutes wirken, daß sie unsere jungen Juristen zur 'Nacheiferung tmregt. Aus dem Gebiete des jüdischen Rechts, insbesondere über die Rechtsverhältnisse der Juden in. den einzelnen Teilen Deutschlands, lassen sich noch manche dankbaren Themen für Dissertationen finden, welche die Wissenschaft mehr fördern, als cs sonst bei Doktorarbeiten der Fall ist. R.-A, Dr. Bruno Tannenwald -Hamburg. «Palästina." Monatsschrift für die Erschließung Palästinas. Herausgeber Adolf Böhm, Wien. Rc* daklion Dr. Ernst Müller, Wien. Heft 7/8 bringt den hebräischen Essay ״Sach- Hakol«׳, den Ach ad Haam im ״Haschiloach" verblfentlicht halte und worin er seine Eindrücke von seiner letzten Palästinarcisc resümiert, in deutscher ״Übersetzung. Hei der prinzipiellen Wichtigkeit des Standpunktes Achad) Haains ist es sehr dankensdaß sein Bericht auch dem deulsclilcsenden Publikum zugänglich gemacht wird. — Adolf Böhm spricht über diesen Bericht und setzt sich mit den Kritikern desselben auseinander. Angesichts der leb- Wien Polemik, die sich an Achad-Haams Ausfiihrungeii geknüpft hat, versucht Böhm, Achad Haam gerecht zu werden, ohne Aufgabe des Standpunktes des politischen Zionismus, aber auch ohne Partei- Icidcnschaft. —• Wie gewöhnlich enthält auch dieses Heft der Zeitschrift eine überaus reicblia'tigc Bücherschau, Miszellen, Nachrichten usw. — Bezugspreis der Zeitschrift drei Kronen. — Adresse: Wien, 11/3, Stefaniestr. 12. Wir suchen fiir die hohen Festtage einen stimmbegabten Hilfsvorfeeter deutsch-national, gegen 150M. ־ Honorar. Bewerber wollen sich unter Angabe des Alters ti. der näheren Verhältnisse melden. Der Vorstand der Synagogcn-Gcmcliidc; M. Loewcnstcin Nciislndt (Wcslprcullcn). Wenn man diese Annonce, die nebenbei gesagt nicht in einer Witzzeitung, .sondern im Hamburger Israelitischen Famiiienblntt gefunden wurde, durchliest, scheint es zunächst, als ob sic überhaupt keinen Sinn habe, denn jüdischer M i I f s vo r b c t c r und d c u t s c h-n n t io 11 a I sind doch Begriffe, so sollte man meinen, die einander ausscliiiellcn. Entweder man ist d c u t s ch -11 a t i o n a I, dann ist man kein Chasse 11, oder man ist Chasse 11, dann ist man nicht deutsch-national, denn eine Referate: a) Die Paüisthiaarbdt im Programm des Zionisinus; Richard L i c 111 h c i m b) Beobachtungen und Eindrücke in Palästina; Dr. E. W. Tschlcnow. N a cii in i 11 ags 2 Uhr: Sitzung des großen Actions-Comitös. N ach in i 11 ag s •1 Uhr: 2. S i t z 1111 g des Z c n t r a I - C o m i t e s. Generaldebatte zu den Punkten Politik und Palästina. . Montag, den 2. September, vormittags 9■/* 2 Uhr: 3. S i t z u 11 g. Generaldebatte (Fortsetzung). Bericht über Organisation, Propaganda, Finanzen, Budget: Dr. Arthur Hantkc. Nachmittags 4 Uhr: 4. S i t /:11 n g. Debatte zum Organisaliunsbericht. Zeit und Ort des XL Kongresses. Dienstag, den 3. September, vormittags 9'/* - 2 Uhr: . 5. S11 /. 11 n g. Berichte: 11) Der Stand unserer kulturellen Arbeiten 111 Pnlästina und im Orient: Dr. Schinarja Levin!ל) Die Tätigkeit der liistadruth: Leo Motzkin c) Der Jüdische Nationalfomls: Dr. M. J. Boden- 11 e I m c r. Nachmittags: 4 Uhr: Sitzung des Aufsichtsrats des Jewish Colonial Trust. 5 U h r: Generalversammlung des Jewish Colonial Tatst. Mittwoch, den 4. September, vormitt ags <)> j 2 U It r: (>. Sit z. u 11 g. Zionistische Jugendpropaganda. (Referenten: Kurt ßlumenfcld, Israel Cohen, Dr. Philipp K o r u g r ii 11.) Nachmittags 4 Uhr: 7. (S c h 111 ß -) S i t z 11 n g. Wahl des Legitimations-Ausschusses für den XL Kon* groß. Eventualia. N n ch 111 i 11 ag s 6 Uh r: Sitzung des grollen Actions-Comitös. Aufruf! In diesem Monat jährt sich zum 15.!Male der Tag, an welchem sich die Vertreter der nationalbewußten Judcnschaft zum ersten Zionistenkou• greß in Basel ziisaininengeftinden batten. 15 Jahre der Entwicklung und des Fortschritts, den der zionistische Gedanke in dieser Zeit gemacht, um uns unserem Ziele näher/ubriugen. Durch Ver- Nation ist noch im in e r — mul das gilt auch trotz. Herrn Professor Go Idstein für Neustadt in Westpreuflcn — eine Gruppe von Me 11• s c 11 c n, die durch g I c i c h e A h 11 c n, g I c i c 11 c O c s c 11 i c 111 e und gleiche Kultur z 11 s a mm c 11 g e 11 a 11 e n w e r d e 11. Cliassonim pflegen aber nicht von Armin und Teilt nb/uMammcn. Wer sich indessen an die Ausdrucksweise unserer gebildeten deutschen Juden gewöhnt hat, weiß, daß für sic das Wort deutsch-national eine ganze Anzahl falscher Begriffe in sich schließt. Unter deutsch-nationalen Juden versteht man zunächst eine Klasse von Menschen, die in jeder Versammlung ihren Patriotis- 11ms der Phrase bengalisch beleuchtet zur Schau stellen. Man versteht ferner darunter solche Juden, die sich zu der Ucbcr/cugung durchgerungen haben, daß cs laut Ministerialvcrordnung keine jüdische Nation mehr gebe. Aber selbst wenn man sich solchem Ministerwort löblich unterwirft, wird mau doch noch nicht deutsch-national. Endlich verstellt man in manchen jüdischen Kreisen unter deutscher Nationalität den Besitz der deutschen Stnatsbiirgerrcchtc. Die Staatsbürgerwiirdc kann inan erwerben, eine Nationalität besitzt man, aber man erwirbt sie nie. Und dann: Wie alt mag wold durchschnittlich in der Kille in Neustadt das deutsche Staatsbürgertum sein. Einen d c u 18 c 11 - n a t i o n a I e n C h a s s e n bekommt ihr also nicht, meine lieben deutschen Staatsbürger jüdischcr Nation in Neustadt, trotz eurer sehnlichsten Wünsche. Möge euer Gottesdienst unter diesem Mangel nicht allzusehr leiden. •M

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.