Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVII (1912)
- Issue
- Heft 34 (23.8.1912)
- Date
- 1912-08-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 324 JUEIHSCUE RUNDSCHAU Nr. 34 deiche lernen wir, und nur wenn wir den Anfang und die ersten Ursachen der Ding«: kennen, sind wir jnist.’inde, weiterziibaueii und gedeihlich fortzusclinffcn. Das Protokoll des ersten Ziouistcnkongrcsscs vom Jahre 1807 ist vollständig vergriffen. Die Anzahl der vorhandenen Exemplare genügt schon lallte nicht mehr der Nachfrage, und doch ist die Kenntnis jener grundlegenden Referate, die damals von hegeisterten Männern, den Veteranen unserer Bewegung, gehalten wurden, für jeden Zionisten unerlältlich. Deshalb glaubte die gefertigte Verbindung der hewufiten JuJenhcit kein schöneres und würdigeres Ocschenk zu überreichen, als wenn sic Jedem Zionisten Gelcgmhcit gibt, sich in den Besitz, des l*r״• tokolts über die Verhandlungen am ersten Zionistenkongref» zu setzen und veranstaltete mit ausdrück־ lieber Bewilligung des Aktionskomitees eine Neuauflage des Protokolls des ersten Zionisten* kongresses in vornehme.• Ausstattung. Das Buch wird zum Preise von '2 Kr. 1,70 *״ M. (exkl. Versaudporto) abgegeben. Vereinen und Vertrauensmännern werden bei' Almahme einer entsprechenden Anzahl von Exemplaren die weitgehendsten Rabatte gewährt, ln Deutschland ist das Buch zu beziehen durch den ״Jüdischen Verlag", Berlin W15, Sächsische Str. 8. J ü d. n a t. a k a d. t e c h n. V e r b i 11 d u 11 g IInrissia iin K. P. I. V. z. 1 Id. d. Herrn Muc. Franz Ekstein, Tcpli«•Schönau, Waiscnhnusgassc 0. «V0M״߀ZALeL״^ Das Intetesse weiter — nicht nur jüdischer •— Kreise an dei. Bestrebungen des Bczalcl steigert sich in erfreulicher Weise. Die im verflossenen Winter in Kairo abgchalteuc Ausstellung, welche u. a. von Baron Edmund von Rothschild besucht wurde, hatte zur Folge, dal Herr Baron Edmond von Rothschild und Frau Ba.'oncfl von Rothschild dem llc/alcl je 5000 Frcs. geschenkt haben. in der hiz.teu Woche konnte mau beobachten, dafl in dem Warenhause A. Wertheini in der I.eipzigerstralle ein Schaufenster mit Bezalel-üegenstäuden dekoriert war, und dall sieh infolgedessen ein überaus reger Absatz, in den Erzeugnissen vollzog. Den Alleinverkauf für England hat das kunstgewerbliche Welthaus Liberty & Co. in London übernommen. Die Auswahl der Erzeugnisse findet fortgesetzt eine Vermehrung. Es wurde jetzt die Herstellung von Gegenständen aufgcnominen, die sich besonders für Vcreinsz.wccke als!,reise, Ehrengaben usw. eignen. Auch Vereinsuadein können vom Bczalcl entworfen und hci^cstelk werden. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland hat dem Berliner Turnverein Bar-Kochba einen ktinsl* vollen lUvalel-Teller gestiftet, der heim Sportfest am 8. September in einer Vcrcinsstafcttc als Wamlerpreis zum Auftrag kommen soll. Ein Sortiment ausgezeichneter Teppiche ist jetzt gerade bei 'dem Berliner Bureau eingetroffen. Ein Vergleich dieser Erzeugnisse mit denen der ersten Jahre des Üc/alels, zeigt den Fortschritt der Schule hinsichtlich des Geschmacks und der Technik in eklatanter Weise. Heute sind die Teppiche auf dem internationalen Markte durchaus konkurrenzfähig. Der Umsatz im verflossenen Jahre iiat sieh gegen das Vorjahr Säst verdoppelt, und wird die Summe von 1/1 Million übersteigen.!vom HiLFsueneiNi Der llilfsverciu der Deutschen Juden hat durch seine Knnslantinopler Vertreter den durch die Erdhchciikulnslrophc geschädigten Glaubensgenossen in der Türkei seine Hilfe;mgedeihen lassen. Unter dein Erdbeben hat nämlich amli die jü- «lischt• Bevölkerung der betroffenen Städte nulter־ ordentlich gelitten. In der Stadt Tsehorlu brannte in• folge des Erdbebens ein grober Teil des jüdischen Viertels nieder. 15t) Häuser wurden ein Rauh der Fi..neu und mehr als 800 Personen sind völlig obdachlos. I )er Schaden, den die jüdische• Bevölkerung׳ in dieser Stadt allein erlitt, beträgt über 1V.׳ Milk M. AUS D6M öeM£l'WD€W Berlin. Eine Gcncralvorimmdschaft für unchcliehe Kinder will die Berliner Jüdische Gemeinde entrichten. Es soll den Müttern mul Vormündern 11111,11!;;lull gemacht werden, ihre Mündel ohne stieb■ haltigen Grund der Fürsorge der Gemeinde zu ent־ ziehen. Der!׳iirsorgekouiiuissiou unterstanden im letzten Jahre •10 jugendliche. In 12 Fällen wurde heim Amtsgericht Iteriin-Mittc der Antrag gestellt, die he• treffenden Kinder in Fürsorgeerziehung tmterzuhrin־ gen. Hiermit wird eine Forderung verwirklicht, die der ,,Neue jüdische (ieiiiciiidevcrcin" seit lang,ein vertreten hat, Berlin. Unter allen hauptstädtischen öffentlichen Büchereien ist die der hiesigen jüdischen Gemeinde die jüngste. Um so erfreulicher ist es, dall sie sich in der sehr kurzen Zeit ihres Bestehens in aiibcr• ordentlicher Weise entwickelt hat. Ihr gegenwärtiger liest,nid au ‘ Druckwerken beläuft sieh auf 20 333 Weike mit '.!0'iT> liuuleii. Die llaudscliriltensaiimi• hing zählt )25 Stück, und die wichtige* Abteilung Jur Zeitungsausschnitte enthält 330 Mappen. Die Bibliothek befindet sich seit zwei Jahren in dem Vcr־ wallmigsgeh.iiide Oranienburger Strafte 28׳. Vorher war sie m uuz.wcckmalligcu Räumen in einem Privatliausc in der Oranienburger Strafte untergebracht. Seit der Neiiaiifstellimg in schönen, hellen und zweckmäbig disponierten Räumen hat sicli die Zahl der Hcmclicr um fast 77 Prozent erhöht. Sie wurde int Laute des letzten Geschäftsjahres von l(M)lö Personen im Eesesaal hcimtzt. Das bedeutet eine Steigerung gegen dis Vorjahr von '21 Prozent. Diese grolle /ali! der Leser beweist, welch einem groben Bedurfnis diese Bibliothek genügt. Die Verwaltung der Bibliothek ist eine sehr liberale; sie verleiht nicht mir Bücher innerhalb des Bezirks von Groll- Berlin, sondern nach auswärts durch das ganze Deutsche Reich und .auch Oesterreich bis nach Bosnieu hinein. Es ist z.11 wünschen, dall sich die Bibliothek in der bisherigen Weise wcitcrcutwickcln möge. Berlin. Der Verband der deutschen Juden erstattet soeben seinen 7. Geschäftsbericht vom 1, April 1011 bis 31. März. 1012. Die Berichterstattung׳ in den Korrcspoudcnzhcz.irkcn hat an Stetigkeit ge- Wonnen; die Zahl der Korrespondenten beträgt 138. Der Kassenabschhib verzeichnet 15,00)0 10׳ M. in Einnahmen und Ausgaben, Wobei der allgemeine Fonds einen Bestand von )8117 M., der apologetische Fonds einen solchen von 61)21־ M. aufweist. Der Voranschlag für 1012 I ) sieht 28 200 M. in Einnahme und Ausgäbe vor. Die Arbeit an dem apologetischen Archiv ist fortgesetzt worden. Der Vcrnand hat eine Reihe von Eingaben betr. den Schutz, religiöser Interessen, Erhaltung des Kultus, Zurücksetzung im Heeresdienst, Erwerb der Staatsangehörigkeit lind das Versiehe• nmgsgesetz. lür Angestellte an ,die zuständigen Instanzen gerichtet. Berlin. Das neue Krankenhaus der jüdischen Gemeinde, das au der Exerzier•, Schul- und Ztiuipt- ־.ti.ibe eiNtcht, ist im Rohbau bedeutend vorgeschritten, l ast vollendet ist das au der Exerzier• 1 strabe belogene, von einem kleinen Turnt bekrönte I Verwaltungsgebäude, dessen Mittelbau in Sandsteinveikleidiiug n11'<gcfül1rl M, Die sieh ansehliebeiidcn beiden I 'higclb.mtcn sind in I'utzinanicr liergestellt. Ebenso ist ein grober Teil der im l'avillonstil erriehtelcn Gebäude im Rohbau vollendet, so dab mit «len Piit/nrhcitcu begonnen werden kann. Das Krankenhaus erhält u. a. eine den modernen liygicnisehen Anforderungen entsprechende Abteilung für GcItiiiMiilfc. Berlin. Die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, Berlin N2I, Artilleriestr. II, voran, stallet im Wintersemester 1012/13 folgende V«,!־. lesmigeii: Herr I >r. Banetli wird lesen: I. Talimid babli, Ketubot, V (lortset/ung) 1 Stunden, Montag und Donnerstag 10 12 Uhr. — 2. Talmud babli, llullin, III (Fortsetzung), 1 Stunden, Montag und Donnerstag 8 B> Uhr. — 3. Misehuc lora, Buch 10 (läirtsetzuug), 2 Stunden, Sonntag 10 he. 12 I Ihr. ■1׳ ־. Jore |)e‘a, 11iIch. Mikwaot (Fortsetzung) 2 Stunden, Mittwoch 8 10 Uhr. — 5. Eben lia'czei־, 1 Hielt. Kctulwd (Eortsetzuug), 1 Stunde, Donnerstag 12 I Uhr. — 6. Der jüdische Kalender, 1 Stunde, Montag 12 1 Uhr. — Herr Dr. Ei ho gen wird lesen: 1. Pentateuch mit alten Komentarcu, 1 Stunde, Freitag 11-12 Uhr. •2 •־. Talmud, Pcsaliiiii X 4 Stunden, Sonntag und Mittwoch 8 10 Uhr. — 3. Geschichte der Juden im amoräischen Zeitalter, 2 Stunden, Dienstag tunt Freitag 10—11 Uhr. — 4. Geschichte der exegetischen Literatur, 2 Stunden, Sonntag und Mittwoch 10 It Uhr. - 5. liistori. sehe Uchimgen, 2 Stunden, Dienstag!1-1 Uhr. — Herr Dr. l ütihlcr wird lesen: i. Jüdische Ge- Schichte, die älteste Zeit bis zur Reichsteilung, 2 Stunden, Montag und Freitag 12-1 Uhr. - 2. Jüdische Geschichte, vom Ausgang des Altertums bis zur Blütezeit des Mittelalters, 2 Stunden, Miowoeli 5—7 Uhr. — 3. Historische Uchimgen im Auschlull au die Schriften Agohartis von l.vn!» 2 Stunden, Dienstag 8 10 I Ihr. — Herr I >r. Vahu da wird lesen; I. I)eu(erum>11üum, Fortsetzung, 2 Stunden, Dienstag II I Uhr. — 2. Iliob, 2 Sin״, den, Mittwoch Kl II, Freitag 11 —12 Uhr. - 3. Biln•!, kursorisch, 2 Stunden, Mittwoch 11 — 1 Uhr. •I. Uebuugcii über «lic Quellen der tun! Bücher Moxis, 2 Stunden, Donnerstag׳ ö S nachmittags. — 5. Koiaii mit Berücksichtigung der jüdischen Quellen, 1 Stunde, Donnerstag 5 0 l)l1r nachmittags. — Herr Dr. F rc 11 11 d wird lesen: Die Rechtsstellung «les jüdischen Religionsunterrichts lind «les Rabbiners, 2 Mumien, Dienstag 7 0 Uhr abends — Herr Dr. Hoch feilt wird lesen: Methodik des Unterrichts in der jüdischen Geschichte, 2 Stunden, Montag 0 bis 8 Uhr nachmittags. Herr l)r. Warschauer wird lesen: 1. Ausgewählte Kapitel der jüdischen Homiletik, 1 Stunde, Dienstag ü—7 (ihr nachmittags. — 2. Homiletische Uchimgen, 2 Stunden, Freitag 8—10 (ihr. — Präpnrnndie: Heir Dr. Bancth: Talmud Babli, Baba Mez.ia, 2 Stunden, Sonntag 8 bis 10 Uhr, — Herr Dr. El ho gen: Geiger, Lehr- und Lesestücke der Mischlin, l Stunde, Freitag 0 bis 10 Uhr. — Herr Dr. Yahuda: Ilaftarotli, 1 Stunde, Freitag 12—1 Uhr. — Herr Dr. Baro!: 1. Pentataueli, 2 Stunden, Mittwoch 9—11 Uhr. — 2, Rnschi zum Pentateuch, 2 Stunden, Mittwoch und Freitag 8—9 Uhr. — 3. Miscima: Ausgcwähltc Traktäte aus Ordnung N’csikin, 2 Stunden, Dienstag 6 bis 7 Uhr nachm., Freitag 9 10 Uhr. — Herr Dr. Weyl: 1. llehr. Grammatik, 2 Stunden, Montag 5 7 Uhr, — 2. Lektüre der *Bücher Josiia und Richter, 2 Stunden, Dienstag •1 6 Uhr. — 3. Ecktiire des Gebetbuchs, 2 Stunden• Donnerstag 5 7 Uhr. * Alle Vorlesungen und Hebungen sind tut• entgeltlich. Die Eröffnung des Wintersemesters erfolgt Dienstag, den 22. Oktober, 12 Uhr mittags. Als Zuhörer für die Vorlesungen sind in erster l-inie rite immatrikulierte Studieren Je der hiesigen Unjyersität — und zwar ohne UntVrschicd «ler Fakultat - in Aussicht genommen. Auch andere Personeii können auf Grund besonderer Ermächtigung an «len Vorlesungen teiliiehinen. Die Anmeldung erfolgt hei «lein derzeitigen Vorsitzenden «les Lehrer- Kollegiums, Herrn Dr. Yaluula, am Dienstag, Mutwoeli und F'reitag 1—2 Uhr im Sprechzimmer der Lehranstalt. □E1aE1aaaE10BaaaBaHDE3aE3Da0a0HaHD£10saHDs0B0E1DE1aE0BaaDB0s ם 0 □ 0 □ 0 ם ם Ei ם 0 ם B □ ם ם EI ZIONISTISCHES MEETING Am Mittwoch, den 4, September, abends 9 uhr, sprechen im Saale des Ticrgartenhofs die anlässlich der Jalircskonfcrcnz in Berlin anwesenden Mitglieder des Zentralkomitees der Zionistischen Weltorganisation über das Thema des Zionismus. Eintrittspreis 20 Pfg. BERLINER ZIONISTISCHE VEREINIGUNG. זסם0םםם0םשםםםםםשם0םשםסטשםשס^ב₪םשםשםשםשםשםשםשםסם0נ]שםםם *4 □שםשםשםשםשםכושםשםשםשש