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Jüdische Rundschau · 1912-07-19 · Heft 29 (19.7.1912) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVII (1912)
Issue
Heft 29 (19.7.1912)
Date
1912-07-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 20 J U EDI SCH E RUNDSCHAU Seite 27J Die In der Nummer 18 (1912) der ״Jüdischen Rundschau'4 ansgewiesene Summe der lüicliseiilecrun• een von 1818,02 M. erhöht sieh denmncli durch die letzten Leerungen in erfreulicher Weise auf 2880,41 M. Demnach sind ans Uüchseu ciiigcgangcn: 1909: 901,21 Mk., 1910: 1314,15־ M., 1911: 2880,41 M. (einschl, der Leerungen, die im Januar und Februar 1912 statlfauden), also eine Vermehrung um mehr als 100 0/0 gegen das Vorjahr I Die folgende Tabelle gibt über den Inhalt und .die Zahl der Büchsen genaueren Aufschluß: Inlitll 1. L cerung 2. Leerung äj ö der Ir Iliiclucn Muk 3 5 2 ■8 111)1.11( In «1s דד ■fl Inlialt in r > - 1 *j •i ן Ö C Su lll III * I11I1.il t In Et tnlhlellcn 31 M*1k!3s Maik t! ש ן! < u Maik bis 1,— 25 15,97 37 22,49 : 62 38,46 1- ־־,2 - 45 72,22 56 113,62 i 101 185,34 ־2 - 3,— 30 74.08 3(. 88,(»9 I 66 162,77 3— 4,- 27. 95,50 32 109,78! 59 205.38 4- - 5,- 26 116.711 29 132,83 55 249,54 ־5 - 6 — 9 49,30' 17 9 3,% 26 143,35 ־6 _ 7,-. 15 100,20 22 145,50 i 37 245,70 ־7 -,8 ־ 14 104,18 10 77,08 1 24 181,26 8- -10,- 15 135,57 18 161,25 1 33 29(»,82 10- -,2 ו¬ 10 108,56 11 133,08 21 241,64 12- ¬,15־ 6 82,12 7 94,75 13 176,87 15- >20,- 9 154,96 5 82,68 1 14 237,64 20- -25,- 5 112,70 6 119,55 . 10 232,25 25- -30,— 3 83,05 — — 83.05 30- -50,- 4 142,32 — — 4 ■־' 142,32 50, — — 1 57.55 1 1 57,55 Sa. 243 1447,63 | 28(» 1432,81 529 2880,44 Es wurden also in einem Jahre 529 Leerungen vorgcnoiumcn und 2880,11 M. abgeführt, so daß auf jede Leerung durchschnittlich 5,15 M. kommt. Außerdem legte die Kommission besonderen Wert auf die Sammeltätigkeit in den Versammlungen. — Hier hatten'die einzelnen Vertrauensleute die Pflicht, soweit sic einzelnen Vereinen angehörten, in den Versammlungen dieser Vereine für den J. N.-F. zu sammeln. — |)a aber diese Sammlungen sehr oft für einen bestimmten Zweck stattfaudeu, z. B. zur Eintragung ins (ioldeue Buch, zu Oelbaimispendcn. so lassen sieh diese Betrage diesmal noch nicht im einzelnen ausweiseu. Jedoch wird durch Ein• richtiing einer Statistik auch dafür Sorge getragen werden. Jedenfalls sind außer diesen Spenden noch in den großen Versammlungen der B. Z. V. durch unseren Schriftführer, Herrn Max J a c o b s o 11 n, diesmal 292,04 M. gesammelt worden, wahrend im Jahre 1910 mir 122,00 M. cinkamen, also diesmal ca. 2</i mal soviel wie im Vorjahre. Die Ablieferung und Abrechnung der Gelder aus den Büchsen wurde so gehandhabt, daß die einzelnen Vertrauensleute auf Grund der ihnen vom Vorstand gelieferten Listen und der offiziellen Büchsenleerungsscheine mit der Schatzmeisterin, Frl. Rose 1! h I ii 111, abrechnctcn, und daß diese daun die clngcliefcrtcn Gelder auf das Konto des Herrn Wollstcincr überwies. Die eingegangenen Beitrage wurden dann, wie eben schon augegehen, von Zeit zu Zeit in der ״Jüdischen Rundschau" veröffentlicht. Der Verbrauch von Nationalfonds-Mnrkcu und Telegrammen hat sich noch nicht in gewünschter Weise vermehrt, wenn sich auch durch unsere Koni• mission und die Vertrauensleute, die bei Gelegenheit der üüchsenlccrungcn die Marken und Telegramme verkauften, eine Steigerung hierin schon bemerkbar macht. Eine vom Unterzeichneten angelegte und durch die N.-F.-Kommission eingeführte Versendung von gedruckten Briefen au Zionisten und ändere Juden in Groß-Berlin bei Fnmilieuerciguisscn hat bedauer• iieherweise noch nicht zu einem Ergebnis geführt, obwohl diese Briefe in Form und Ausstattung nichts zu wünschen übrig ließen. — Die Gehefreudigkeit unserer Volksgenossen bei feierlichen Gelegenheiten auch für den N.-F. auszunutzen, wird aber eine der nächsten Aufgaben der J. N.-F.-Kommission sein, so daß wir das nachstemal auch hier mit Erfolgen kommen können. Die einzelnen Spenden in Groß-Berlin verteilen sich folgendermaßen: Allgemeine Spenden. 1552,55 M. Goldenes Buch.1271,81 Oclbäume.‘1(147.90 Sclbstbcsteuerung.. 87,50 Genossenschaftslands und Landspende . 398,80 ״ Woiffsolm-Fonds.2/4,!,i* ׳• Verschiedene Spenden. 829,25 •״ Sammelbüchsen. 2880,44 ״ 113־Jö,l 5 M. Wir erwarten, daß dieser kleine Erfolg unserer Tätigkeit durch die Mitarbeit aller unserer Gesinnungsgenossen weiter erhöht wird, so daß wir im nächsten Jahre noch eine größere Summe dem Nationalfonds überweisen können. So übergebe ich denn in» Namen der J. N.-F.- Kommission diesen Jahresbericht der Oeffentlichkeit, in der Hoffnung, daß er den Gesinnungsgenossen zeigt, daß cs auch in Berlin mit dem Jüdischen Nationalfonds recht gut vorwärts geht, und daß er alle unsere Freunde anspornt, durch reichliche Spcn- »I H »♦ den unsere Arbeit zu unterstützen und weitere Kreise für unsere Tätigkeit und unsere grolle Idee zum Wolde unseres Volkes zu gewinnen. Die HationaKonda-Kommioslon von Groß-Berlin 14r. med. Julius L 0 e w e 1111 e im, Vorsitzender. A11 in. der Red. Vorstehenden Jahresbericht hat die Nationalfonds-Kouimission von Groß-Berlin zu der kürzlich erfolgten Leerung an alle Büchsen• inhaher in Groll-Berlin verschickt, und zwar ist er in sehr praktischer Weise als Sondcralnlruck in das die Biiehscnlecrung ankündigende Zirkular cingcklcht worden. Er ist somit allen Interessenten ohne einen Mehraufwand von Porto zugänglich gemacht worden. Damit ist von der Berliner N.-F.-Kanimission schon ein Teil der Forderungen des Poscncr Delegierten- * tages vorher erfüllt worden. ÖUS-sßLLCß lß/Jk.LT Iius & fand Auf Grund der bekannten Scnatscntsdicidung, wonach die Juden, denen der Aufenthalt außerhalb des Ausiedlimgsrayous nur bedingungsweise gestattet ist, vom Dumawahlreclit ausgeschlossen sind, hat das Ministerium des Innern verfügt, daß in Sibirien auch diejenigen Juden, die eine russische Hochschule absolviert haben und sonst im ganzen Reiche wahlberechtigt sind, von den Wahllisten zur bevorstehenden Duma wühl gestrichen werden müssen. - * Wie im russischen Reiche ,,freie" Duma wählen gemacht werden lind welchen (k-hrauch die Juden, die im Besitze des Wahlrechts sind, davon machen können, illustriert folgender Vorfall: Dieser Tage hestellte der Gouverneur von J c k a t e ri 11 o s I a w den Rabbiner der jüdischen Gemeinde zu sich und sagte ihm, wie er höre, beabsichtigten die Juden, au den hevorstehenden I )11111,1 walilcn tätigen Anteil zu nehmen unddie Progrcssisten zu unterstütztn. Die Juden hätten anscheinend die Lehren d « r j 11 n gs t c 11 Vergangenheit schon vergessen . . Der Gouverneur!orderte den Rabbiner auf, seine (ilauheiisgenosseu daran( aufmerksam zu machen, daß ihre Teilnahme am Wahlkampf böse Folgen für sie haben könne. . . Deutlicher kann man es nicht sagen! Große Emnüning hat liier das Vorgehen einiger jüdischer Fabrikbesitzer hervorgerufen. 111 den großen Schuhfabriken unserer Stadt, deren Eigentümer Juden sind, werden christliche und jüdische Arbeiter hescliäftigt. Bisher feierten min die christlichen Arbeiter am Sonntag mul die jüdischen am Sonnabend. Einige Fabrikbesitzer fanden schon seit längerer Zeit au diesem Zustande kein Gefallen und erschwerten in jeder Weise die Arbeitsbedingungen derjenigen jiulisehen Arbeiter, die die Sn bunt ruhe beobachtoten. Nunmehr entschlossen sieh die Fabrik• besitzer zu einem radikalen Mittel. Sämtliche jüdisehen Arbeiter mußten sich schriftlich verpflichten, auf die Sahhatruhc zu verzichten und mit ihren christlichen Kollegen am Sonntag zu feiern. Wer die Erklärung nicht unterschrieb, wurde einfach au die Luft gesetzt. Unter diesen Umstanden sehen sieh zahlreiche jüdische Arbeiter genötigt, dem Machtgebot iiirer Brotherren zufolge und sehr gegen ihren Willen den Sabbat zu entweihen. Man befürchtet, daß das böse Beispiel der jüdischen Scliuhfabrikanten auch in anderen Industrien, z. fl. der Kleiderkonfekti'on, die gleichfalls zum großen Teile in jüdischen Händen ist, Nachahmung finden wird. ]Rumänien Bisher waren sämtliche Studierenden an der inedizinischcn Fakultät der Bukarcster Universität von der Erfüllung ihrer Militärdienstpfliclit bis zur Erreielmng des 28, Lebensjahres befreit, damit sie ihr Studium ungehindert beenden konnten. Nunmehr hat das Krieg.siniuisterium verfügt, daß die ,,Fremden" von dem Genuß dieses Vorrechts ausgeschlossen bleiben. Die ״Fremden" - das sind bekanntlich in der Terminologie der rumänischen Gesetzgebung die jüdischen Bewohner des Landes, auch wenn sie hereits seit vielen Generationen in Rumänien ansässig sind. Die Folge dieser Ministerialverordmmg wird also sein, daß die jüdisclien Studenten nach ein- bis zweijährigem Univcrsitätsbcsucii ihre Studien unterbrechen müssen, um iiirer Heerespflicht zu gelüigen. Man bedenke, die rumänischen Juden, die unter Fremdcnrccht stehen — ohne daß sie einem ausländischen Staatsverbaml angcliören —> müssen die Pflichten gegen das ״Vaterland" strenger erfüllen als die Landeskinder, die sich im ungeschmälerten Genuß aller staatsbürgerlichen Rechte befinden. PALßeSTlNA-’RUMDSCHAU Vor etwas mehr als einem Jahre erwarb der Verein ״Agudatli-Acbwah" in St. Louis (Nordamerika) ein Grundstück in Untcrgalilaa und gründete daraut i-ine neue Kolonie, die den Namen ״Poriah" (Die Fruchtbare) erhielt. Zum landwirtschaftlichen Leiter der neuen Siedlung wurde Herr Israelit, ein Kolcmistcnsolm aus R e e 11 oho 111, bestellt. Im Gegensatz, zu den meisten anderen jüdisclien Kolonien Galiläas, in denen der Getreidebau vorherrscht, ist Pori.111 vorzugsweise Pflan/imgskoloiuc. Bis jetzt sind •100 Diiuaiu um Mandelhaiimeii und 11) I >1m.1m mit OcIImiiiiicii bepflanzt. Die jungen Pflanzlingen 111U will,! In sieh aiillerordentlieh .gut und berechtigen zu den schönsten I loffmingeii für die Zukunft der Kolonie. Gegenwärtig werden weitere 1009 Diuiain tu har gemacht, um im nächsten Winter Mandel- und Oeibaumkiiltuieii darauf anzulegen. Sämtliche Ar• beiten werden von jüdisclien Landarbeitern durchgeführt. Nelien itl aschkcnaskchcn Tagelöhnern und Monatsarhcitcm Werder, etwa 20 palästinensische Scphardim hei der Ausrodung des Doriigesirüpperwendet. V״r einem Monat besuchte Herr llrrry Goldmauu aus Amerika, ein Bruder des Gründers der Kolonie, Ileirn Simoi Guhlinaii in St. Louis, die neue Sicdclung und stellte den Lauda!heitern zum Zeichen seiner Zufriedenheit mit ihren Leistungen den Betrag von 500 I rs. zur Gründling einer Klei ich Bihliothck mul zur Anscltalfmig einer Waschmaschine zur Verfügung. Die schwierigste f rage der jungen Kolonie ist die Frage der Wasserversorgung. Poriah liegt auf einem hohen Hügel obcrhaUi des Tiherias! ccs. (,) etlen gibt es nicht in der näheren Umgebung. 11.ן י t/t wurde das erforderliche Wasscrqti.mnuii vom I ibcr assec oder aus der benachbarten Kolonie Je iiiua Ju ch Lasttiere oder l'ulu werke herbeigescliafft. Die Koren dieses Transports belaufen sielt auf 10 001 15־) I rs. jährlich. Die Herstellungskosten einer Wasserltir 11g vom Tiberiasscc oder voll den Quellen in Jcirma werden auf 10 000 Er-, geschätzt. I löcltsh alirsc•!! inlieh wird sich demnach die Leitung der Kolonie 1 1UI zur Anlage einer solchen Wasserleitung entschlichen. Uebrigciis versorgen während eines großen 'le ies des Jahres zwei große Zisternen die Ai beiter! ml Tiere mit gutem Trinkwasser. Das Klima von Poiuh ist sehr gesund und erfrischend, die landschaftli he Lage von hervorragendem Reiz. Sämtliche Besuc 1er der jungen Kolonie gehen jhrcr Bewunderung Aasdruck, daß e. in so kurzer Zeit gelungen ist, hier ein derart schönes und zukunftsreiches Werk zustande zu bringen, das der jüdischen Kolonisation sicher1 ich noch zu großer Ehre gereichen wird. * In Bath-Sehloinoh (Uni-cl-Dscliemal), Stunde von Sichrnit-Jacob und 1' ״. Stunden von Caifa 111tfernl, ist eine ca. 400 Dnnam große Wirtschaft bei einer Witfrau zu übernehmen. Davon sind ungefähr 2 ha unter einem verwahrlosten, jedoch verlvrscmissfälligen Weingarten, ca. 10 1)1111;!in, hart an der Kolonie, können bewässert werden — ein Brunnen ist an Ort und Stelle. Der Kaufpreis, in den auch ein Wohnhaus itis 5 Zimmern und Küche und kleinem Nebengebäude inbegriffen sind, beträgt ca. 15 000 M. Zum Belrieb und zum weiteren Aushau dieser Wirtschaft (bei den liier guten Weiden ist aticii die Viehmul Zicgeiihaliung zu empfehlen) s nd noch weitere 20 25 000 M. erforderlich. Der K .af muß jetzt abgeschlossen werden, und der neue Hesilzer muß, infolge der lokalen Verhältnisse, sieh auch bald nicderlassen. Weitere Auskünfte, jedoch an nur ganz ernste Reflektanten, erteilt Dr. M. Lcwitc, Landwirt in Bath-Schlomoli, hei Caifa. Der kulturellen Wirksamkeit des palusti- 11 e n s i s c h c n L e h r c r s t a u d e s wird im Jahresbericht des Itiiisvereins ein recht ehrenvolles Zeugnis ausgestellt: ♦.Unsere Lehrer sind erfreulicherweise fast alle Idealisten. In der Schule bilden sie mit aulU■rordi ntlieber Liehe mul Ergebenheit die Kleinen mul außerhalb der Schule wirken sie als Lehrer mul Bildner der erwachsenen Jugend segensreich. Unsere Lehrer stehen an der Spitze der von ihnen ins Lehen gerufenen Jugendvcrciiie. Sie schaffen Lesehallen und halten vor großen Zuhörcrseharen Geist und Gemüt erhebende Vorträge. Das ganze jüdisch-geistige Lehen unserer Stadt, das in der letzten Zeit ziemlieh rege i>t, wird von unseren Lehrern befruchtet. Sie bewähren sielt als wirkliche Kulturträger, und sie werden auch als solche geachtet und geliebt.44 TURnen s.sport I )ie S p o r t a b t e i 1 u 11 g des Jüdischen Tum v c r e i n s Bar K o c 11 b a beteiligte sich am Sonntag zum erstenmal an einem öffentlichen Bahnmccting. Wir nahmen an den Konkurrenzen teil, die den Angehörigen nicht im Berliner Athletikverbände organisierter Vereine Vorbehalten waren. Unserem Mitglied!־ritz. Asch gclan׳ es, im 1509111• Lauf den zweiten Platz zu belegen. Im lOO-nt-Lauf (|ualifi/icrtc sich Locweiistein für dei: Endlauf, endete dann aber als Letzter. Ihm sowie den anderen beiden Laufen! des Bar K'ochha, die sieh an dieser Konktirrenz beteiligten, scheint es au Endgeschwindigkeit zu fehlen. Der Mangel sollte durch regelmäßiges Training über mittlere Strecken zu belieben sein. In der Olvinpisdien Stafette (S0Ü, •100, 200, 200 nt) büßte der erste Mann, der schlecht vom Start wegkam, zuviel Terrain ein, als daß die Läufer der kürzeren Strecken, die durchweg sehr brav liefen, es hätten gutmaclien können. Wenn unsere Mitglieder von diesem ersten

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