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Jüdische Rundschau · 1912-07-19 · Heft 29 (19.7.1912) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVII (1912)
Issue
Heft 29 (19.7.1912)
Date
1912-07-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 29 Seite 27 t JUEDI3CHE RUNDSCHAU |1.1111llung, ‘•'e k׳l’ri״lc '־! ייalle eine Reihe von Vergünstigungen gewähren in 41er Lage sein wiril. Sämtliche HiieUer gleichzeitig aii/iischatfeii ist ,111111 notwendig. Man beginne mit * siiinllidien -׳•• zionistischen, iintioiialjüdisclieii mul er/iililemlen Werken mul den durch Sternchen biucichnclcn Werke der ׳uii'cren Rubriken, und vervollständige die Biblio- Uick daun langsam und /.war derart, daß ein bis *«ei Werke monatlich hinzukommen. Zur Bestrcitimg der Kosten ist eine einmalige Umlage zu ver• anstallcn - für Werte, die am Orte nutzbar geni.iclit werden, erhält man erfahrungsgemäll leichter liiiliere Beträge —, ferner hat die Ortsgruppe b/.w. der (huppenverband vierteljährlich kleinere Aufwendig!• gen 11׳׳ machen, aullerdcm kommen noch die durch Leih- und Strafgebühren erzielten Beträge hinzu. In hohem üradc mithestimmeud für den Wert nun l.eihhibliolhek ist ihr äußerer Zustand. 1:im Bibliothek, deren Bände unsauber und!»eschädigt sind und sieh zudem monatelang bei den Linllcilimi luri'i'itreihen, kann gemeinhin als heuut/har nicht geh'ii und wird sich niemals einen Leserkreis erwerben können. Deshalb muli mich bei unseren Biliiioiheken auf einen gut organisierten Leihverkehr ganz besondere Sorgfalt verwandt werden. Di;• Bücher 111i1>scu sauber gebunden sein (zu kauten sind daher lediglich broschierte Exemplare), die entliehenen. Weike müssen nach bestimmter — nicht allzu langer — |'1לח pünktlich zurückgebracht Werden, für beschädigte Biieher oder verzögerte Ablieferung sind Strafgebühren /11 entrichten usw. - Oerecht rigoroses Vorgehen hieiliei wirkt erzieherisch lind wirbt der Dlldlotlick 11I11 ndreiii neue Freunde; denn viele Menschen ■ und die wertvollsten sind oft darunter - *, die ein Vorurteil gegen Leihbibliotheken haben, überwinden dieses leicht, wenn sie sehen, daß Zucht im Betrieb herrscht. ״Einrichtung und Verwaltung“ ist somit eia äußerst wichtiges Kapitel. — — * * * . . Die zionistische Propaganda hat in jüngster Zeit neue Richtlinien erhalten. Wir haben erkannt, dalt die Vollwertigkeit der Zionisten grundbediiigeud ist fiir die Ausbreitung der Idee. So ist die ״Erziehung des Zionisten“ mitunter gleichbedeutend mit ״Erzichung zum Zionismus“ — ein Arbeitsproblcm gc• worden, das sich durch Diskussionen nicht mehr ״auf später“ verschieben läßt. Wir sind uns heute klar darüber, was wir zu leisten haben. Dadurch sind wir zur Arbeit fähig geworden. Mit dem Nächstliegenden muß begonnen werden! Parteischulen können wir uns heute noch nicht schaffen. Für Fortbildungskurse, welche die Parteischule ersetzen .sollen, wird das — einzig Erfolg versprechende — höhere Niveau so rasch auch nicht zu erreichen sein. Der Schaffung zionistischer Leihbibliotheken steht indes nichts hindernd im Wege. Daher soll jede größere Ortsgruppe, jeder — kleine Gruppen umfassende — Distriktsvcrbaud cs sieh zur Pflicht machen, ,eine Leihbibliothek zu gründen und auszugestaltcn. Denn die zion i s t i s c I! e Bibliothek bildet den Grund- Stützpunkt unserer Erziehungsarbeit, Das muß festgehaltcn werden! * Dieser Sehnsuchtsschmerz raubt seinem Sabbat den Frieden (S. 25 ff.). Er läßt ihn zweifeln, ob das entfesselte Judenvolk noch einmal das Brandmal der Sklaverei auslöschen wird. (Fallende Fesseln, S. 3«J.) Ahnenblut nennt Zlocisti den ersten Teil seiner Sammlung, in dem die eben angeführten Gedichte enthalten sind, Sic zeigen ihn als den Erben alten J1ulenschmcrz.es. Auf einen gleichen Ton sind die im zweiten Teile — am Tore des Abends — stellenden Gedichte gestimmt, ohne daß cs dem Dichter gelingt, die allgemeines Menschenschicksal behandeln• den Dichtungen über das Niveau gut klingender, gercimter Philosophien zu erheben. Es sind g e d a c 11t c Gedichte, nicht innerlich geschaute, notwendig gewordene. Doch findet sich auch unter ihnen nianclies Gute, so ״im Joch des Alltags“ (II., S, 55). Sehr fein ist ״Noömi-Mara, das Wunder“ (II., S. 63). ״Wo sich dein Wort verfing im blütenlosen G« husch an uns'res Träumegnrtcns Bord, Dort sprießen sprühbide Sterne wilder Rosen. Du ließest deine Hand am Zweige gleiten; Und Nachtigallen bauen dort ihr Nest ׳ Und rüsten Lieder׳ .weher Heimlichkeiten. Und die dein Fuß gestreift, die Auen, Bekränzen sich zuin Fest mit zarten! Flaum,“ Das Gedicht erinnerte mich lebhaft an ein feines Exlibris von Hans Baslannier, das eine׳ in einer Dornenkrone kniende nackte* Frauengcstalt zeigt. Ueherall, wo ihr Körper den Dorncnkranz berührt, blüht er in Rosen auf. PT,״•.?- *ffן״’׳,׳ Zionistische und 1;.1U0na!]il(ii3che Wcrko. Achail haam, Am Scheidewege. Ihilicr, M., Drei Reden über das Judentum, Br. S\. 2,-•-, geh. M. 3, -. Odin, Emil, Moderne Probleme im Judentum. (Prcuß. Jahrb. 1007.) M. 2,50. , Dubnow, S. M,, Die Grundlagen des Nationaljudcnbims. M. 1,50. Heimkehr, Essays jüdischer Denker. Br, M. 2,50, geh. M. 3,50. ließ, Moses, Rom und Jerusalem. Br, M. 2,25, geb. M. 2,75. ließ, Moses, Jüdische Schriften. Br. M. 2,75, gcb. M. 3,50. I lerz.l, TI1., Zionistische Schriften. Br. M. 3,50, geb. M. 5,—-. Joseph, Dr, M., Das Judentum am Scheidewege. Br. M. 3. , geh, M. -1,• Kaliseher, II., Drlschalh Zion. M, 2,50. Nordau, M., Zionistische Schriften, Br, M. 2,-־, geh. M. 3,50. Pasmanik, D. u. andere, Jüdische Fragen. Br. M. 2,—. Pasmanik, I)., Die Seele Isrnels, Br, M. 2,—, geh. M» 3, Sapir, J. B,, Der Zionismus, Stimme der Wahrheit! Die. (Snninielschrlft.) Br, M. 1,50׳, geh. M. 1,50־. Zionistische Kongroßnrotokolle, I—X. Zionistische Ahc-Bucli, Das. Geschlchtswerkc, wissenschaftliche und Wcrko all• gemeinen Inhalts. Aeher, M,, Aeiiml haitni, Br. M, 1, *A11I11, Maxim, Die Nnllnnnlilillenprulileme der Gegen• wait. Auhagen, 11״ Beiträge zur Kenntnis der Landesuatur Syriens, Br. M. 2,—. Hemfeld, S., kämpfende Geister Im Judentum. Gcb. M. 3,-10. Biick, Leo, Das Wesen des Judentums. Clcb. M. 2,—. Birnbaum, Dr. N. (Mathias Achcr), Ges. Schriften II B., Br. M. 6, , geh. M. 8,-. Besser, Dr. M., Die Juden in der modernen Rassen• thcoric. M. —,<10. Caro, ()., Sozial• und Wirtschaftsgeschichte der Juden im Mittelalter. Br. M. 6,~, geb. M. 7.—. Cluoanowitscli, L., Die Krise ucr jüdischen Kolon(• vatio» in Argentinien. Dubnow, S. M., Die jüdische Oeschichtc. Kart. M. 1,50. Grütz, Dr. H., Geschichte der Juden, Geb. M. 12,־־, Cminwald, Hygiene der Juden. Qeb. M, 15,—. Hölscher, G., Geschichte der Juden in Palästina seit 70 n. dir. M. 1,50. Judenpogrome in Rußland, Die. Br, M. 8 ׳,—. Jtnlt, Dr. J. M., Die Juden als Rasse. Katz, Albert, Der wahre Taimudiudc. Lazarus, Ruth (Nahida Rcmy), Das jüdische Weib. M. 5,׳—. *Löwe, Heinrich, Die Sprachen der Juden. Br. M. 2,-, geb. M. 3,״. Oppenheimer, Dr. Franz, Der Staat. Kart. M. 3,־־, gcb. M. 4,—, Perles, Felix, Jüdische Skizzen, Br. M. 4,—, gcb. M. 5,—. *Kuppin, Dr. A., Die Juden der Qcgcnwart. Br. M. 5,־־, gcb. M. 6,—. Schcciiter, S., Die Cliassidim. Br. M. 1,—, gcb. M. 1,50. Somhnrt, W., Die Juden und das Wirtschaftsleben. Br. M. 9,-י gcb. M. 11,-. Texthihcl (Kautzsch). Geb. M. 6,—. *Thcilhabcr, Dr. F., Der Untergang der deutschen Juden. Br. M. 2,50. Auch in der Form ist dies Gedicht gut gelungen. Das gilt sonst weniger von den Gedichten des zweiten Teiles. Der Reim verführt da oft zu un• möglichen Wendungen. ״Des Schilfes Halme rascheln welch im Wind, Beugen sich wie Kinder im Gebet, Und ist (I), oh Gott, die müd' und einsam sind, Nun segnend, über die Wiesen geht.“ (Lied zur Nacht, S, 50.) Das ist ein Beispiel für viele. Bei allem bietet Zlocisti mit seiner Sammlung der jüdischen, Literatur wie auch der Psychologie des Zionismus eine beachtenswerte Bereicherung. Hebräisch-deutsches Liederbuch Die jüdischen Schulen im Orient leiden unter dem Mangel an Schulbüchern, die der Eigenart des Orients entsprechen. Bisher werden dem Unterricht notgedrungen meist Bücher zugrunde gelegt, die für europäische Länder — Frankreich, Deutschland, Eng• land usw. — geschaffen sind und in der Hauptsache in Natur• und Kulturverhältnisscn dieser Länder wurzeln. Der Hilfsverein der Deutschen Juden ist nun daran gegangen, Schulbücher herauszugeben, die den Bedürfnissen des Orients mehr nngepaßt sind. Der Anfang ist mit einem liebräisch-deutschen Liederbuch gemacht worden, das von Herrn A. Z. idclsohn, Gc• sanglchrcr an den Schulen des Hilfsvcrelns der Deut* sehen Juden In Jerusalem, unter Mitwirkung komp«• tenter Persönlichkeiten *usammengcstellt wurde. *Zollschnu, Dr. J., Das Rasscnprohlem. Kart. M.7,—, geh. M, 8,40. Belletristische Werke, n) Erzählende Werk e. Asch, Sch., Bilder aus dem Ghetto. Br. M. 3,—. geb. M. 4,—. Asch, Sch., Das Städtchen. Br. M. 3,—, geb. M. 4,—. Hliiiiiciitlial, JI., Der Weg der Jugend. 3 Bände. *Bricger-Wasservogel, L., Rene Kiclitcr. Br. 4,—, geb. M. 5,—. Buber, M., Die Geschichten des Rabbi Nacbinan. ISr. M. 3,—, geb. M. 4,50. Buber, M., Die Legenden des Baalschem. Br. M. ö,—, gcb. M. 7 50. Feuerstein, M., Jünglinge. Br. M. 2,—, geb. M. 3,—. Frisch, E., Das Verlöbnis. Br. M. 2,50, geb. M. 3,50.!!albert, A., Das Rätsel Jude, ller/l, Th., Allueiiland. Ilcrzl, Th., Philosophische Erzählungen, (ich. M.5,—. I luldsdiiiier, Die stille Stadt. Br. M, 3,—, gcb. M. 4, Jalfe. R., Ahasver. Jakobowski, L., Wcrtlier, der Jude. Br. M. 1,80, gcb. M. 3,-•. Melameif, S. M,, Gestalten und Schalten. Br. M. 2,50, geb. M. 3, . Per»•/, J. I.., Erzählungen. Ilr. M. 3, , geb. M. 4,—. Rotblum, IX, (iolus. M. 2, . Scimit/Icr, A., Der Weg ins Freie. Br. M. 5,—, geb. M. <», *. Schnlatiiii'AIcidicm, Riichele. (Jüd. Novellenscliatz.) Viola, M., Dr. Gutmami. M. 1,50. Wassniiinnn, J., Die Juden von Zirndorf, Br, M.4,—, geb. M. 5, . Ynik-Steiner, IL. Der Tiilinudbaiier. Br. M. 3,—, geb. M. 1־, . Zangwill, 1., Tragödien des Ghetto. Br. M. 5,—, geb. M. 6,-. Zangwill, L, Komödien des Ghetto. Br. M. 5,—, gcb. M. 6,—. Zangwill, I., Träumer des Ghetto. II. Bd. Br. M. 8,—, gcb. M. 10,50. Zangwill, I., Kinder des Ghetto. II. Bd. Br. M. 7,50, geh. M. 10, Zangwill, L, Der König der Schnorrer. Br. M. 2,—, geh. M. 2,50. Zlocisti, Aus einer stillen Welt. II. Bd. Geb. M. 6,50. b) Dramen. Asch, Sch., Der Gott der Rache. Br. M. 2,—, geb. M. 3, . Asch, Sch., Sabbatai Zcwi. Br. M. 2,—, gcb. M. 3,—. *Asch, Sch., Die Familie Groligliick. Br. M. 2,—, geb. M. 3,—. ♦Hcrzl, T11., Pas neue Ghetto. Br. M. 1,—. Holitschcr, A., Der Golem. Br. M. 2,—, geb. M. 3,—. *Nordau, M., Dr Kolm. Br. M. 2,40, gcb. M. 3,50. *Pinski, D., Eisik Scheitel. Br. M. 1,50, geb. M. 2,—. *Tschirikow, E., Die Juden. Br. M. 2,—. c) L y r i k. Beda, Getaufte und Uakigeiaufte. Beda, Israeliten und andere Antisemiten. *Bialik, Ch. N., Gedichte. Br. M. 3,-, gcb. M. 4,20. Grünaii, H., Gedichte und Lieder. Br. M. 2,—. *Junge Harfen. Kart. M. 2,—. lungmann, M., Dornen. Geh. M. —,50. Klemperer, V., Talniudsprüelie. Br. M. 1,—, geb. M. 1,50. Münchhausen, B. v., Juda. M. 8,—. *Rosenfcld, Morris, Gedichte. Vergriffen. Werner, S., Rutil und andere Gedichte. Br. M. 1,50, geh. M. 2,50. *Zlocisti, Th., Vom Heimweg. Br. M. 2,40, geb. M. 3,-. Singen gehört, wie Zeichnen und Turnen, zu den Schulfächern, die im Orient — trotz ihrer großen Bedeutung — noch nicht recht zur Entfaltung ge• langt sind. Die Welt des Liedes, die einen uns,1gbaren Zauber hat, der jüdischen Jugend in jenen Ländern zu erschließen, wo das Schicksal der Juden seit vielen Generationen Not und Elend ist, bedeutet nicht nur einen Fortschritt auf pädagogischem Gebiete, sondern eine Bereicherung heraiiwachscnder Generationen!mit großen Werten für das ganze Leben. Zudem bietet das Singen auch ein Hilfsmittel ersten Ranges für den Sprachunterricht. Das Liederbuch ist für Kindergärten, Volks• schulen und höhere Lehranstalten bestimmt. Das hebräische Liederbuch enthält neben biblischen und mittelalterlichen Dichtungen, Scliöp* . hingen moderner jüdischer Dichter. Es bietet viel Eigenartiges, insbesondere, was das musikalische Eie• ment betrifft. Die echte Volksmelodie kommt darin zum Ausdruck, wie die Volksseele sic geschaffen hat. Die Lieder dieser Art sind zum Teil untuittcl• bare Volkslieder aschkenasisclien oder sephardischcn Ursprungs,. zum Teil sind* sic von verschiedenen jüdischen Tonsetzern komponiert; Herr Idclsohn selbst hat einen großen Teil davon geliefert. Manche der Lieder haben allerdings auch fremdländische Melodien, die sich in der jüdischen Bevölkerung ein* gebürgert haben. Die Stimmfähigkeit der orientalischen Schüler mußte besonders berücksichtigt werden, da die Kna* ben im Orient nicht einen Sopran, wie in Europa, sondern eine Altstimme, hohen und niedrigen Alt,

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