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Jüdische Rundschau · 1912-07-05 · Heft 27 (5.7.1912) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVII (1912)
Issue
Heft 27 (5.7.1912)
Date
1912-07-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
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י f ... ■יי««־׳• rs^w'״״־־-י׳ ד׳, •יי'"׳;;■ ן ד-־-ז;־;, ע•׳־,. i ipöglieli 7.1 f umgrenzen. Wörtlich sagt er: ,,Der jet/1 yorhandonc Ponds von '2000 K. wird vielmelir durch eine von der ,sonstigen Nalionalfqiidsarhcit getrennie >K« ntion langsam vergrößert werden müssen, uml r!;1 c ti einigen Jahren wird die Hiikuwinaer Lai'desorgänisatioM schon so weit sein, tim einen VcuuMßtmgsVollcü'Anfang machen /u I,muten." Nach Ihm handelt es sieh auch nicht tun eine j: rotte lind;uieli nii lil tun eine U e 1 n c uml schließlich uielit tim eine א e 11» s t ä 11 d i g e Ausicdhmg, «omlcin tun eine kleine *Sache in Anlehnung an eine bc• r e i I s I) 1• s l e h e n d e g r ö i) e r e Kol o n i e. I lerr J; $. wirft mir Optimismus vor. Auf alle Falle zeigt er sielt als ein eifervoller Verfechter möglinisl kleiner Dinge. Mir scheint aber, tlali Zionismus (uml moderne Kolonisntionsbestrebimgen überhaupt) sich mit Mutlosigkeit oder pessimistischer Gedanken• richtwng absolut nicht vertragen, und wer damit behaftet ist, sollte diesen Mangel brav für sieh behalten. Eine Propaganda der Mutlosigkeit ge• hört in keine ״Bewegung". Aber auch Widersprüche finden sich reichlich in den gegnerischen Ausführungen. Ich will mir einige nennen. Herr J. S. erwähnt ,,eine ganze Reihe von Juden, die mich ziemlich begütert sintl und nach Palästina niiszuwaudern beabsichtigen", von »lenen ״ein großer Teil mich mit der Landwirtschaft vor• traut ist". — Sollte mit dieser ״ganzen Anzahl"( die so groß ist, daß sie ״einen Krollen Teil" hat) nicht eine Kolonie von hübschen |)imensiouen, wie ich sie skizzierte, zu machen sein? Während der ״Bericht" einen Kolonisaliomtvercitt mit Anteilen ä 12 Kronen erwähnt, macht J. S. daraus eine Spende zugunsten des Girüntlungsfonds. Immerhin werden auch einige nette Anhaltspunkte über die Bukowinaer Kolonie gegeben, die falls sie!stimmen (J. S. läßt selbst gelegentlich Zweifel an der Exnklhcit seiner Informationen) iuimnliiii eine Basis weiterer Erörterung bilden konnten. Das ist ja die größte Schwierigkeit bei solchen Dingen, daß keine oder mir sehr mangelhafte (iriiudlageu geboten werden. Unter solchen Umständen ist es aber schwer, weiter zu bauen. *Also: Die Kolonie soll sich an eine bestehende nnlehneii. Ganz gut. Man kann auch Land in oder bei einer der bisherigen Kolonien finden. Schon wird P hule (Merchawjn) als d i e Kolonm genannt. Mau denkt an einen Anfang mit 10 unbemittelten (?) Arbeitern. (Mittellosigkeit ist kein Vorzug und sollte kein Prinzip sein! Daher das Fragezeichen.) Wohl• hahendere Juden atts der Bukowina sollen veranlaßt werden, sich an jenen Anfang anzttlehnen. hl» kann cs noch immer nicht einsehen, weshalb die Sache durchaus klein sein und als klein propngicit werden muß (auch Kleinheit ist — für Ko• lonien — kein Vorzug und sollte ebenfalls kein Prinzip sein!). Ich kann auch, wenn Herrn J. S. die von mir als möglich angenommenen Ziffern z.u hoch find, einiges ״uachlassen'‘. Ich hatte genug Spiel• raum gelassen, um auch bei kleineren Geldeiiigäugcn eine hübsch grolle Kolonie zu ermöglichen. Was ich ober meinem Widerpart nicht durchgehen lassen kann ist, daß er sieh den Kopf des Nntionalfonüü zerbricht und ihn partout dagegen schützen will, daß die Bukowina ilun größere Gelder zuführen will, um selbst einen direkten Nutzen daraus zu ziehen. Jede neue Geldanlage in Palästina hilft für den N.-F. Propaganda machen und befördert das Tempo 11. —"■■"■ו■ — .. — — ■ ■■■V . ...1.11.1״, Ein Herzlbild Von Hans K 1 ö t z c 1 Saloniki. ich siehe vor meiner Klasse. Vierzig Kinder, Junges und Mädels, sitzen vor mir. Auch wenn nicht das hebräische Buch vor ihnen läge, predigten doch die schwarzen Haare und die fast noch schwärzeren Augen ihr Judentum. Sie betätigen es, indem sic im Chorus laut übersetzen: Ebuhai — mein Gott ־ - n'schoinoh — die Seele scheiiollattoh-bi -י die du mir gabst . . . Eifrig zeigen die kleinen nicht immer ganz, reinen Finger auf die Worte des Buches, die Köpfe liegen dicht beieinander, und möglichst laut zu schreien ist ihr vom Ehrgeiz, gestecktes Ziel. Und ich mag sie nicht zur Mäßigung ihrer jugendlichen Stimmen mal!• neu, - es ist gut, wenn jüdische Kinder ihr Hebräisch recht laut sprechen, - nicht nur in der Schule l Ich blättere in meinem Buche. Einer leidigen Angewohnheit zufolge liegen zwischen den einzelnen Hliittcr.1 Zettel und Notizen aller Art. Hier ein Straßenhalmhillet, auf dessen leerer Rückseite Namen van ״Armensündern" stehen, die demnächst ein Ver* brechen gegen den allmächtigen Schulgolt ״Disziplin" mit einer Nachsitzstunde büßen sollen. In einer grollnüitig-unpädagogischen Anwandlung zerreiße ich den Zettel. Dann folgt eine Einladungskarte, ein Brief meiner Schwester, eine Bücherbestellkartc und eudlieh zwischen dem letzten Blatt und dem Umschlag RU.N ''3 C!! 'A U" .י־ ז 1 C H•:־ ־ j7 p •; : seines Wachstums, Atteli weint der N,*l . die Bukowinner Kolnni•• fäulerl, wild das zutrcffeii. Aul1 ״• dem, aber I״,utile er ans!*ob Lei׳ Sp.,/1״llordc1um׳.• noch 11 e s o 11!1 e 1's staik verni'.'hrlo Eingänge ans der Bukowina erwarten* Das derart spezialisierte Voigchcil vct•.eltafft ihm also doppelte Vorteile. J. S, 1111 eil l< t, der N,-l:. ׳!;•»nute sieb an!.geben, Dazu ist et ja aber da! י . Lin Natimialt' 11*1•., der die Möglichkeiten dri Ge• geiiM'.n't veiji.d'l, iiüi ui, 11 damit knnliige zu ,111111,11 oder zu siebent, wäre wie*der *•prithwöi!liehe Gei/■ hals, der verhungert, um in Zukunft zu essen zu haben! (Das französische Original klingt besser: ״Avare ' tut imbecilc, qui se fait inonrir pottr garder de t|t!״i vivre.") Es ist übrigens schade, daß der N.•!•'. sieh nicht darüber äußert, zu welchen Bedingungen er Privaten oder Organisationen Ländereien überläßt, - Das wäre an ob eine Urtmdlagc, auf der weitergeb,•uit werden könnte. Schon die Bekanntgabe würde hinreichen, um die Entstehung von Kolonien usw. zu fördern, und mein Vorschlag der ״I .־unleskolonieu" wäre ganz dazu;iiigelan, für jeden Groschen, den der N.-l׳'. in diesem Sinne atisgibl, ihm mehrere wieder vin/uhriitgen. Dieser Fonds ist durchaus erst in seinem ers t eil Stadium, und er könnte sc lute II wachsen. Welche Möglichkeiten ihm bevorstehen, das zeigt doch jener, vorwiegend religiös e n Gesichtspunkten cutsprin* };ende ״l'onds" der Ohaluku, der annähernd die zehn• fachen Einnahmen 11:1t . . . Ich halle durchaus alles aufrecht, was ich über die ״l.a u d e s koI o 11 i e n" und ihre verschiedenen Wir• klingen gesagt habe, gleichviel oh J. S. mit seinem Klciuhcitswalu! die Stimmung seiner Landsmannschaft wicderspicgelt oder nicht. Zur Arbeiterfrage Palästinas Immer mehr koninil in der jüdischen Siedlungs• arhei! ein neues Prinzip zur Geltung. Während die Zionsfreumlc einer früheren Epoche das Hanptge• wicht auf den pr i va t r e eh 11 i ch e 11 Erwerb des Bodens ieglcn und der politische Zionismus die Idee der ü {f e n 11 i eh * r c eh 11 i c he n Sielterttng verkündete, bricht sich jetzt die Erkenntnis Balm, daß cs auch einen dritten Faktor gibt, der von ebenso großer Bedeutung für die Zukunft der Kolonisation ist, nämlich: Die j ii d i s e he Arbeit auf jüdisch e in Bode n. Man ist heute wohl allgemein zur Ansicht gekommen, daß ein Plantagen•' besitz in Palästina, auf dem lediglich niehtjihlisehc Arbeiter beschäftigt werden, sieh nicht wesentlich von einem jüdischen Gute in Galizien unterscheidet, auf dem nur polnische oder rutheniselie Arbeiter zu finden sind. Der Jüdische Nationalfonds, der sich aus kleinen Anfängen zu einer der mächtigsten jüdischen Weltinstitutionell emporgcseliwuugen hat und der im lelzlen Jahre eine Jahreseinnalmie in I lühc von 700 000 E'res. atifsveisen konnte, hat die Wichtigkeit und weittragende Bedeutung dieses neuesten Prinzips klar erkannt und seine Tätigkeit danach eiligerichtet. Nicht nur, daß er auf seinen Gütern und in den Siedlungen der von ilun geförderten Gesellschäften (Sicdhingsgcsellsehaft ״Erez. Israel", Palestine Land Development Company), in Hulda und Be 11 sch einen bei Jaffa, in Merchawjn, in ein Bild Herzls, wie Strucks Meisterhand ihn auf die Leinwand bannte. Inuuer wieder muß ich ihn he* trachten, diesen wundervollen Kopf! Da blitzt in mir ein Gedanke mtfl Keines meiner Kleinen hat wohl je etwas von I ler/l gehört, noch weniger je eins sein Bild gesellen. Ich will׳* ihnen zeigen, wen mögen sic woltl darin vermuten? ״Halt! Bücher schließen, Bücher unter den Tisch! Hierher selten! — Wer ist das?" Und ich halte das Bild in die Höhe, Vierzig Köpfe fahren in die Höhe, vierzig Augenpaare schauen auf das Kartellen, Aus den hintern Bänken drängen sie nach vorne, bald um* stehen mich alle. Von Hand zu Hand wandert die Karte, jedes Kind scheint ergriffen von diesem Ideal• bild jüdischer Männlichkeit, Endlich gelangt das Bild wieder zu mir zurück, ״Nun, wer ist das?" Stille. Nur zwei Kinder melden sich, Jakob fuchtelt mir mit ausgostrecklcm Eiliger dicht vor der Nase, die kleine Relieka meldet sich nur schüchtern. ״Na, Jakob, wer ist das?" ״Moses," ruft mit strahlendem Auge der kleine Kerl. Und was meint Rebekchen? Und das liebe Ding sagt ganz leise, so daß ich’s kaum verstehen kann: ״Unser König!" Ich habe beiden nicht widersprochen. Wie nahe doch oft der Irrtum der Wahrheit ist! * ״Nr.' 27, der Ebene Jesreel, in Kineret 11 und Dagaiiiu ,im riheria^ve » eine giolle, im 'stetigen Wachsen hegrilteite /.״Id v׳m jüdischen Aibeikrn beschäftigt, er ]i.it sah .mell der Atticheiliii sorge in den Kolo• men zu:׳ew.11)׳tll uml kamt auf diesem Gebiete bereits auf bedeutende Erfo'ge liluweisen. In eien Kolonien l'el.ii'li likv. :111 iiimI Glieder.1 hat er mit ,׳mein Kostenanfn'.iml von I0IMH) I n ,. für die unvcrlieii.itelen Ar- |>e,um 11• in,e gegiüudct, an dcieu wetteten Aushau jetzt geschritten wird. Ihn eh eine Spende des limu Ing, Siloiuon II alpe rin ans Kiew in Holte von )00(10 I res. wird er in die Lage veiset/l, cm großes Heim in der SicdhmgsgvnossenschnM Merehawja sowie׳ Einzelhäuser für aseliXeiiasisehc und yenienitische Arbeiterfaniilien zu bauen. Der Bau von zwölf yeme* uitisclieii I länsern in Pctarl, Tikwalt mul von drei Häusern für ascltkenasischc Arbeiter, gleichfalls in PeL'ich likwalt oder in (.'Itcdera, soll demnächst in Angriff genommen werden. Bekanntlich ist dein Jüdischen Natioualfomts auch der David und l'auny W o |f f s o h n F o n d s allgegliedert, ans dessen Mitteln mit einem Aufwand von l'HIOII I res. bisher fünf Häuser in l'elaih Tikw.th, füll( it» Reell,lbolh, vier in Rischon lv Zion und eins in Wadi el Chanin gebaut worden sind. In diesem Zusammenhänge soll nicht unerwähnt bleiben, »laß auch der Verein ״Esra" in Berlin sich auf dem Gebiete des Arbcilerhäiiserb.iucs rühmlich betätigt hat. Diese ganze Tätigkeit reicht aber noch nicht entfernt hin, uni dein großen Mangel au Arliciterwohntiugen ab/iihelfeti. Die Frage wird besonders dringend angesichts einer neuen Erscheinung, die sich in letzter Zeit imitier stärker bemerkbar macht. Es ist dies die immer zunehmende Einwanderung der y e 111 e n i t i s e h e n J u »I e n. I >1e jüdische Presse iiatte schon öfters Gelegenheit, über diese unsere Stammesbrüder aus dem lernen südlichen Arabien zu berichten. Immer mehr bestätigt sieh die sehr giiiistige Meinung, die mau gleieii von Anfang an in Palästina über sie gewonnen hat, Mau ist sich darüber einig, daß wir es hier mit einem fleißigen und genügsamen Arhcitcrclcmcnt zu tun haben, das im fernen Ycmeii die :11tjüdischen Tugenden einer holten Religiosität uml strenger Sittlichkeit rein und unverfälscht bewahrt hat. Die geringen Ansprüche, die die Yeuicnitcii au das Leben stellen, versetzen sic in die Lage, mit Erfolg den Konkurrenzkampf auf dein Arbeitsmarkt atifzitnchmen. Es ist ganz klar, daß sie für die jüdische Siedlung nicht nur in uatio* nnlcr Beziehung das beste Arbeitermaterial bilden, sic sind auch wirtschaftlich ein äußerst wertvolle» Element, da mau sich auf ihre Ehrlichkeit und ihren Fleiß unbedingt verlassen kamt. ln erster Linie muß aber dafür gesorgt werden, daß die Yemeuilen in den Kolonien Beschäftigung und Unterkommen finden, denn sobald sie in die großen Städte abwamlcrn, wo es keine genügende Arbeit für sie gibt, so ist, wie es die Tatsachen leider schon gezeigt Italien, zu befürchten, daß sie die Ik'Ulerbcvolkertmg nur vermehren würden. Was nun die Arbeitsgelegenheit betrifft, so liegen die Verhälhiisse sehr günstig. Für absehbare Zeit wird es für viele tausende Yemeniten in den jüdischen Kolonien reichlich Arbeit geben. Anders verhall es sich mit der Wohnungsfrage. Die Kolonien sind begreiflichcrwcisc nicht in der Lage, den Bau von Arbeiter* hiiusern in großem Umfange seihst in die Hand zu nehmen, und da die Yemeniten vollständig mittellos ins Land kommen, ist von ihrer eigenen Initiative Zwei Judenromanc Meier Aaron Goldsclunidt: Ein Jude. ,Max Ürodi Arnold Beer. Das Schicksal eines Jaden. (Verlag beider Bücher: Axel Juncker, Berlin.) Zwei Judenbitchcr, zwischen denen Welten liegen. Meier Aaron Goldsclunidt war Däne (geh. ISBJ, gest. 18S7), ein angesehener Publizist und leiden* scUafUic.bvT Vorkümplcr für Freiheit und Nationali״ tat, eine Art dänischer Gabriel Riesser. Und dennoch schrieb er dieses Buch vom Juden, der an seiner Judcnhcit leidet, sie absehiittelu möchte und dennoch wieder znriickkehrt; dennoch schrieb er dieses Buch von dem gebrochenen Charakter, der weder konsequent uml kalt genug ist, sielt ganz, zu assimilieren, noch stark genug, ganz Jude zu bleiben. Er schrieb es wohl, weil er das Vergebliche dieses Kampfes fühlte, weil er warnen und sich an der schmerzlichen Liebe zu dem Verlorenen Hk* rauschen wollte. Der Kampf, den der Jude zu führen hat, ist überall der gleiche, weil das Prinzip, das ilun ent* gegensteht und er selber, also beide Gegenpole, überall die nämlichen sind. An Koinpcrt kann inan bei den Anfängen dieses Buches denken, aller es überragt das Werk des Ocsterrcichers, wenn nicht an Menschlichkeit, so doch an Künstlertum, es ist schon etwas von jenem modernen Glanz, jener

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