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Jüdische Rundschau · 1912-06-28 · Heft 26 (28.6.1912) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVII (1912)
Issue
Heft 26 (28.6.1912)
Date
1912-06-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 26 Seite 241 ju: .am nuiinncMau Unsere Palästinapolitik Referat von L, Motzkin, gehalten auf dein Dclcgiertcntage der deutschen Zionisten. IV. Die ethische Berechtigung des Zionismus resultiert natürlich nicht aus dem Vorhandensein ituicnfeindlichcr Tendenzen, gegen die wir macht* ins sind, sondern ans dem Vorhandensein einer 1• ilionaljiulisclieii Individualität. Das ist eine Trivinlität, die kaum noch wiederholt zu werden hraudit, 1h aucii unter denen, die aus Acrgcr über den Anti* *vmitismus zum Zionismus gelangt sind, nur verein* /eite über diese zu einem Programm verdichtete Stimmung nicht hinaus/ukonunen vermögen. Jeden ״imreii Geist hat auch der elementare Zionismus, «ier Zionismus des edlen Zornes, der Zionismus des instinktiven Würdegcfühls und des Schmerzes um die am stärksten Bedrohten gar bald zur Ikkeiinung der nationalen, nach Befreiung strebenden jüdischen Persönlichkeit gebracht hat, und wohl wenige Zio* lüsten gibt es, die vor der Rückkehr ins Judenlaiul die Rückkehr zum ,Judentum früher oder später an sich nicht erlebt hüllen, Und doch können wir bei der Propaganda des ZiniisgeiJnnkcns selbst diesen Ausschnitt der iliißer* liehen Judcnfragc, die Konstatierung des Judenhasses, nicht missen. Der erhabene Gedanke, dal) im Laufe der Zeit überhaupt jede Feindseligkeit linier den Nationen schwinden wird, ist gewili unserer Seele nicht fern, seitdem ihn uns ein Jcsaias gelehrt hat. Allein diese Lehre vermag uns über geschichtliche Tatsachen nicht lünweg/usctzen, und die geschieht* liehen Tatsachen bieten uns auch für die Zukunft keine günstige Prognose. Ist nun diese Einsicht an und für sich unetliisch oder erniedrigend? Ist überlumpt unsere jüdische Persönlichkeit etwas rein Abstraktes, etwas, das auf sämtliche Katastrophen gar nicht zu! reagieren braucht, das von ihnen gar nicht berührt wird und eine unabhängige und reine Formel für sich gefunden hat? Vermögen wir überhaupt in einer Art philosophischer Weltabge* sdiicdcnlicit sämtliche jnuen feindlichen Hrseheimm* gen aus dem Kreis unserer Betrachtungen und Er* wägmigcu auszuschalten? Nein und nimmermehr! Einen Kultus der Judenhaßkonstatierung brauchen uSr *.11.«.״II..»-.» ..!..1.* —!•- . » ... ----*׳•' «••ייv »«Mit k'IH/i Juilemlaseki zu einem abnormen RestaUeu. Denn das ist wahr, daß der Judenhaß nur eine Illustration zur Anomalie des gesamten Daseins der jüdischen Nation bietet, daß die Reibungen mul t lein* *״. ״״v.vk •utr-<.n>111n1n1l$ mir Ullllll IH'rCCtUlgt, .WCIIII dieser nicht als Grundlage der Judcnfragc dient, son* dern in seinem Zusammenhang mit der Judcnfragc analysiert und unserem Verständnis nähergeriiekt wird. Nur unter der unpsychologischen und naiven Voraussetzung, daß cs eine Frage der jüdischen Massen, eine Frage der spezifischen jüdischen Not. der charakteristischen jüdischen Katastrophen, daß cs eine Frage der Jndenbedrückung, in welcher Form auch immer, bald überhaupt nicht mehr geben wird, könnte man cs verstellen, daß das Problem der jinlisehen Individualität von der gesamten Judcnfragc loszulösen wäre. Denn das ist ja wahr, daß jenes Problem auch unter den idealsten Bedingungen keine befriedigende Lösung in der Zerstreuung finden kann. Wohlgemerkt, Nichtzionisten mit nationaler Gesinnung gibt cs ja, die auch darüber anderer An* siebt sind, die in einer gewissen Inkonsequenz ge* rade die Lösung der Jtidcnluinsfrage ohne Konzen* tralion für möglich halten — das sind Ja jene, welche die abstrakte Formel von der Erhaltung׳ der jüdischen Persönlichkeit rein abstrakt, ohne terri* toriellc Grundlage und selbst ohne bestimmte sprach* liehe Form, erreichen zu können glauben. Indes sehen wir von dieser gänzlich a/ionisti* sehen Auffassung ab, obscboti sie nur einen Grund* satz des geistigen Zentrums nach einer anderen Riehhing weiter ausbildet, nämlich den Grundsatz, daß wir die Frage der Juden durch ein Judeiilaud über* hnupt nicht zu lösen vermögen oder nicht zu lösen brauchen. Eines ist aber sicher, daß diese nationale Irrlehre — die Ausbildung der jüdischen Nationalität ebne Streben nach einem jüdischen Zentrum — noch mehr dem Leben augepaßt Jst, als die Lehre vom reinen jüdischen geistigen Zentrum. Die gefährlichste Seite der letzteren Lehre ist ihre völlige Abwendung vom Leben. Die Judenfrage mit ihrer Not ist nämlich nicht nur nicht vcrgängheb, sondern das stärkste, das dringendste Moment im jüdischen Leben, und sie sollten wir umgeben? Wir sollten die gesamte Tragik des ludcnclctuls von unseren Betrachtungen fcrnlialten? wir sollten üic Wanderung der Juden, die stärkste Anomalie des Judendascins, außer acht lassen und das Streben auf* Reben, diese ungeheuerliche Erscheinung jemals zur Grundlage unserer historischen Konzentrierung zu machen? Die Gefahr liegt nahe, daß wir bei einer etwaigen Betonung des geistigen Zentrums von den Wirtschaftsmöglichkeiten auch in Pa* lästina uns entfernen, daß wir sic gar nicht erst suchen werden. Wer darf aber überhaupt den Grundsatz aufsteilcn, daß wir niemals Mittel und Wege finden können, um durch die Durch* führung einer immer größeren Konzentrierung in Pa* lästina einen immer größeren Teil des Judcnelcnds zu beheben? Wir Zionisten können heutzutage durch unsere PaUistinaarb'cit nur einen ganz geringfügißcn Einfluß!:uf dar, «׳:ויי׳ hr־!! der Bedrückten aiiHiilH'iq aber in :'0.11.■״״ Sinuc rAeu wir ja auch niemals von der A'>'K1,.;l'1111g <!.:!• Juü.t.iu;{. PnlT.tiim soll «loci! nur Ziel v/ÜA.i, nach dein künftig die Juden in schr.r.'cr k'.-,;.T;tr״phe11 zufluchtsuchcnd sollen, soll ein iiiuir.ciu'S Zen* trtini gegen die ־;c werden. Und v. can vorlüntig Palästina .rar!;k־:.:c l:iav.״r.׳derer;:;;.:,1,e11 aufnehmen kann. wie* leicht!:nun sich dies ,״adern, sobald wirklich die müchiPp.ten Faktoren im Jinlen* tim» sich 1111:5 .v.rdilieüni V0!ile!1! Kommt Pal.i .!ina nebst den Nachhr ,׳gebieten für jüdPcke /.!;:•weil in Be* 1 facht, dann können wir an die jnJcnkeit mit großen Ansprüchen herantfden. Auf Grund welcher Wirt* s c 11 a f t s g « s e t z c will die An!!.'ir.!:er..el1aft des geistigen Zentrum.־׳, diese Möglichkeit imcrhaupt!eng* neu? Dartiiii, weil wir jetzt mit bc.dir.inkteii Mitteln in Palästina nur kleine Lei:,In,*wen aiilwei;ca könneu? Wie wurde e; .11־k■ r!,:in, wenn «kr Zionis* mus wirklich das fztu:c Judentum durchciKiugc mul dem jiidi.dien Kd: ui e11t:.p.־cc!1cn:!e (ickP.uisn.un, liiuuleite von Millionen, nneh Pal.i rtma werfen könnte? Es ist eigenartig, daß alle negativen Be* haiiptiingeit der Theoretiker <lcs geistigen Zentrums einzig mul allein Verallgemeinerungen des nioineu* lauen Zustandes sind. Wie viele Netigrünilungeii der jüngsten Zeit widerspreeheil aber diesen gedankliehen. Sclhsthcschrüukuiigeu I Welche Triumphe hat nicht souar das ideenlose, aber wenigstens piiantasie* reiche Untcrnchmcrluni erringen können, wenn cs machtvoll an die Arbeit ging! Sollte die gesamte jüdische Nation mit modernen Mitteln der Juden* frage nicht ein Ende •bereiten können? Nur muß, damit die jüdische Nation jemäls gewonnen werden kann, die Renaissance des jüdischen Volkes in Palästina als Beantwortung sämtlicher jüdischer Diasporaprobleme aufgefaßt werden: die Abschafhing der historischen Judennot ist ebenso national wie die Schaffung und Regenerierung der jüdischen Persönlichkeit. Denn wie sie derselben Ursache entspringen, so sind sie nur in der Verbindung zu er* streben. Meiisehlicher, normaler, imgeluinmtcr Fortbestand des jüdischen Volkes Ist unser Programm, aus den! strahlenförmig die Antworten «uf־ alle Probleme des Judentums umgehen. Wir stellen damit keine Wechsel aus, die nicht cin/ulüxen wären, wir geben damit keine nncrfüll* hären Zusicherungen, wir erklären damit immer wieder, daß unser Endziel nur durch den Willen des gesamten Volkes erreicht werden kann. Dann ist es aber erreichbar. Wir tragen vor allem eine histori* sehe Erkenntnis in uns und suchen auch mit den uns /!!stehenden Krälten Teile dieser Erkenntnis in die 'lat iimzusetzen. Allerdings mit dieser Erkenntnis treten wir als Kampfgenosseiischaft auf, da wir den Zionismus über alle sonstigen nationalen Strebungen stellen und jede andere jüdische Allgemcinheitsoe- Ijitigung im ,Vergleich (!;!mit als eine palliative Not* Wendigkeit proklamieren,‘ aber darin besteht zugleich unsere Stärke. ’ ״ ' V. Und wie steht cs mit dem Problem des Vater* ).indes? Befreit uns davon die Idee des geistigen Zentrums? Ich weiß mich dessen nicht zu ent* sinnen, ob die Vertreter dieser Ideologie das er* wähnte Problem von ihrem Standpunkte aus irgendwo erörtern, aber die Möglichkeit liegt auf der Hand, daß gar mancher hierin den Schlüssel zur Lösung des Problems finden wird. Ja', dieser Gedanke dürfte am ehesten in den Ländern auftauchen, in denen die Juden gesetzlich .anerkannt sind. Ist es aber wahr, daß das geistige Zentrum das berührte Problem spielend leicht löst, während ihm sonst nicht bciziikomnicn ist? Wer sollte — würde mein Gegenpart fragen — daran Anstoß nehmen, daß wir außer unserem sonstigen Leben ein geistiges Judentum in Palästina schaffen wollen? Nun, wer auf dem primitiven Standpunkt steht, daß die Seele jedes Menschen einzig uiiu allein dem Staate, dessen Bürger er ist, gehört, der wird auch Im Streben nach einem auswärtigen Kulturzentrum eine Abwendung von angeblichen Verpflichtungen erblicken, der wird darauf fiinweisen, daß die neu aufgebaute jüdische Kultur ja die Juden der ganzen Welt in ihren Bann hm will und sic folglich den Kulturen und Be* Strebungen des Vaterlandes abspenstig machen wird. Wenn also das Streben nach einer Heimstätte zur Abschaffung der jüdischen Anomalien in irgend weichem Gegensatz zum bewohnten Vatcrlandc ge* bracht werden kann, so läßt sich derselbe Gegensatz mit Bezug auf das Kulturzentrum konstruieren. Allein die menschliche Seele, auch die nicht* jüdische, ist gar nicht so einheitlich. Wenn cs den Deutschen in Amerika nicht unmöglich ist, gute ameri* ka ui sehe Bürger zu sein und zugleich an Deutschlaud und am deutsche״ Volke zu hängen, so läßt sieh derselbe Gedar.kcng.1ng auf die Juden anwenden, die nicht nach Palästina auswandern werden. Faßt man die Idee des Vaterlandes nicht rein mechanisch auf, so bestellt für den Juden überhaupt kein Gegen* satz zwischen der Liebe zum Geburt;!and und dem Strebe״ ״ach einer historischen Heimstätte. Selbst die Geschichte der jüdischen Vergangenheit hat Belege dafür, wie kompliziert die Empfindungen des Juden mit Be/.u׳־• auf die Idee des Vaterlandes sind und sein können. Sogar der Jude früherer Jahrhunderte hat es bei allen Verfolgungen wohl verstanden, neben einer fanatischen Sehnsucht nach dem ״gelobten‘׳ Lande starke Anhänglichkcitsgcfühlc für das von ihm bewohnte Land zu gewinnen und sie lange nach dem Verlassen seiner. Domizils zu konservieren. Das sind natürliche Gefühle, die ein auf eine höhere Warte erhobener •Zionismus nitnincrmehr ertöten wird, wie cs denn überhaupt Aufgabe des Zionismus nicht ist, positive Werte ab/uschafkn, sondern Neuwerte hinzii/uschaffcn. Zugegeben sei, daß somit die Seele des Juden der Diaspora eine Art Doppelleben fuhren wurde, Ist nun aber sonst das Lehen des luden nicht voll der Probleme und der Konflikte? Bleibt mir der Jude sich selbst trui, bleibt er nur echt, so kommt er allen Verpflichtungen, die an ihn menschlich gestellt werden können, nach. < Das Verhalten der Umgebung zu den Juden bat diese überhaupt von jeder Verpflichtung zur Rechen* schnftsablcgung über ihre HcimstäUenprohlcmc bc* freit. Mehr als ein ehrliches Nachkommen den Staatliehen Verpflichtungen gegenüber kann von ihnen füglich imiit verlangt werden. Wenn ich trotzdem von dem Problem der zwei Vaterländer spreche, so geschieht es nicht .aus opportunistischen Ruck* sichten, sondern aus inneren. Und zwar geschieht es aus folgendem Grunde: Audi diejenigen unter uns, die eine Masscinvawlerung von Juden nach Palästina erhoffe•״ und erstreben, wissen sehr wohl, daß voraussichtlich nur eine Miuticrhcit des jüdisdien Volkes in Palästina und de/1 Nachbarländern sich nicdcrthsscii wird, sie wissen sehr wohl, daß Mil- Honen Juden außerhalb der erstrebten Heimstätte wohnen bleiben werden — selbst bei weitestgehenden Perspektiven, selbst wenn der Herzlsclie Geist im ganzen Judenvolke siegen sollte. Wenn wir da* bei von der Lösung der Juden frage auch für die Ztirückbjeibemlen sprechen, so soll darunter, wie gesagt, nur verstanden werden, daß die gesamte Judenhcif in der Zukunft die Möglichkeit haben soll, ein von Juden dicht bewohntes und ihnen historisch zukomnictules Land als Heim gegen jedwede Katastrophe, gegen jedwede spezielle jüdische Not — ebenso gegen die materielle wie die mo* ralische und seelische mit einem Worte als das Heim ihres problemlosen Lebens zu betrachten. Unsere abnorme und weclisclvolk• Situation gewährt lins niemals die absolute Sicherheit der unbestrittenen DndcuMnmligkeit mul beraubt uns der Möglichkeit eines einheitlich jüdischen Lebens, Deshalb wird unter allen Umständen natiirgeiiiaß das Land, das die Zukunft unseres Volkes /iuiincrii soll, mit inn erer Psyche aufs engste verknüpft sein. Allein zugiueh verbinden uns auch unzählige Bande mit dem Lunde unserer Geburt, unserer Erziehung, unserer Erleb* nisse, lind der Jude, der in der Diaspora bleibt, wird eben die Kombination beider Einpfmduiigsarten schaffen, Anders wird es natürlich mit denen sein, die wirklich nach Palästina atiswandern und nicht mir indirekt, sondern auch direkt an der Schaffung der historischen Heimstätte in Palästina arbeiten werden. Sie werden den von ihnen heute bewohnten Lau* dern wirklich verloren gehen. Allein diese Konsc* quenz. ist für jeden Zionismus vorhanden und sie wird auch zweifellos durch die Lehre vom geistigen! Zentrum nicht 'nhgcxchafft. Wer seelisch einheitlich' werden will, wird in dem einen wie im anderen Fall zum Wanderstab greifen müssen. Indes auch diese radikale Lösung des gestellten Problems, die unser Inneres gänzlich zu befriedigen vermag, muß die Außenwelt ruhig hiiwiehinen. Was ganzen Volks* teilen, die aus wirtschaftlichen Gründen in die Ferne auswandem, nipht versagt werden kann, das wird doch wohl dem sonst stets bedrückten Judentum gestattet sein. Hier hört eben das Problem auf, da kein sozialer Organismus der Welt über die Seelen seiner Angehörigen verfügen kann. Da treten schon höhere Gesetze kt Kraft. Im Zusammenhang dam.it will ich noch den tfveut. Eimvand streifen, daß die Idee des geistigen Zentrums für die ottomanische Regierung annehmbarer wäre. Die Parole, daß die Juden nicht das Land besiedeln, sondern nur eine Stätte zur Auslebiuig ihres geistigen lehs schaffen wollen, würde sie weniger stören. Allein die türkische Regierung wird sieh wohl weniger lim Ideologien als um reale Tatsachen kümmern. Real läßt sieh kein zäonisti* sclies Programm ohne Zuführung von Judenntassen verwirklichen. Die türkische Regierung wird sich also die Frage vorlegen müssen, ob die ludeneiinvamlcrtiiig für sie einen Gewinn oder ein Unheil bedeutet, und sie kann sich nur im ersteren Simm entscheiden, wenn sie einsichtig wird. Politische und wirtschaftliche Rücksichten können es nur sein, die sie in ihren Entscheidungen bestimmen werden, und darüber gilt es Klarheit zu schaffen. Bei wirk* lieber 'Zunahme der Einwanderung sowie bei Vor- Verhandlungen über E i n w a n d c ru n gs möglichkeiten wird es der türkischen Regierung wold verstandlieber sein, wenn das Programm des Zionismus darin gipfelt, ein Zentrum gegen die Judcnfragc oder in ihrer Sprache ein Zentrum gegen jedwede jüdische Notlage zu schaffen. Sie wird die Einwanderungsfrage rein konkret auffassen und unter allen Finessen nur die eine materielle Wahrheit verstehen, daß die Juden nach Palästina auswandern wollen, weil cs ihnen wo anders schlecht geht, weil sic wo anders arg verfolgt werden. Ihr gilt es eben nur zu beweisen, daß das Judenstreben nach Palästina für sic ein Glück ist, ein kaum eiimischätzcndes historisches Glück ist, und solange sie das nicht verstehen will, werden alle anderen -Surrogate unnütz sein. Daß wir mit unserem Kommen der Türkei in ihren Qcsundungv* und Regcncrierungsbestrcbungen eine außerordentliehe Stutze verleihen, ist eine Wahrheit, ohne die wir mit unserem Latein fertig wären. Und diese Wahrheit müssen und können wir wegen ihrer Echtheit den türkisdien Machtlaktorcn beibringen. (Schluß folgt.)

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