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Jüdische Rundschau · 1912-06-21 · Heft 25 (21.6.1912) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVII (1912)
Issue
Heft 25 (21.6.1912)
Date
1912-06-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 25 JUED1SCI beite 233 ßUS.ALUß IMIJ •: Deutschland Mehrere deutsche Handelskammern haben heim Herlit'cr auswärtigen Amte gegen einen Erlaß des (jonvt rncurs von Petrikau Beschwerde erhöhen, der den jüdischen Handelsreisenden zu den bisherigen ßcsciiränkungcn eine neue, den bestehenden 11.111• dehvvi trägen direkt widersprechende aiiferlegt. He. kaunh'ch muß vor jeder Abreise von Rußland nach dem Auslande der Paß mit einer Bescheinigung der russischen Polizei des letzten Aufenthaltsortes ver• seh n werden darüber, da» dem Reisepaßinhaber der Au-uitt aus Rußland gestattet ist. Nach einem ganz wii'snrliehen Erlaß des Gouverneurs von Pctrikau in dessen Amtsbezirk die großen Industriestädte־ L«»l/, C./enstoehau und Snsnowicc gelegen sind «*׳•len jüdischen Kaufleuten diese Bescheinigungen er זי dann erteilt, wenn diese die russische Gewerbe, «teuer von ISO Rubel (325 Mark) pro Jahr bezahlt buhen. Von christlichen Reisenden wird dagegen eine derartige, ganz ungcselzmäOigc Steuer über. 1יי י'1':׳•י"•»* verlangt, während jüdische Reisende in •edem Fall die Steuer bezahlen müssen, auch «■ •’׳» s*c »n Rußland selbst keinerlei Geschäfte he. treiben. bisher sind die erwähnten Beschwerden der H. uulelskammern ganz, erfolglos geblieben. /Russland Großes Aufsehen erregen die Veröffentlichungen •m konservativ, antisemitischen ״Kiewlj.iniu“, aus denen hervorgeh«, daß der eigentliche Entdecker der wanren Mörder des Knaben Juslscfiinsky der füil.ere Kriminalbeamte Krasxowski ist, der eine/eit. I. 1״>. amtlich mit der Untersuchung der Mordaffärc luuaut w׳ar, seine Nachforschungen aber nicht ten• den/iös in der gewünschten Richtung des ״Ritual• 1־> .filcs" betrieb und darum das Vertrauen seiner Vorgesetzten Behörde verlor. In Gemeinschaft mit I rasul setzte er nunmehr seine Nachforschungen als I rivatmann fort und gelangte zu den bereits hekannten überraschenden Ergebnissen. Die Rcdak. tion des ״Kiewljanin" gibt den Inhalt der zweiten Meldung Brasuls, bzw. Krassowskis, ausführlich wie• der und bemerkt dazu, die Ehre der russischen Rechtspflege erfordere, daß dieses von einem ge• wiegten Fachmann, einem gewesenen Gelicimagen• len der Polizei, gesammelte Material gewissenhaft nachgeprüft werde. Die Verteidiger des Angeklagte״ Beilis 11.111111־ der Staatsanwaltschaft eine neue Eingabe überreicht, m der sic auf Grund der neuen Enthüllungen um eine Revision des schwellenden Prozeßverfahrens gegen Beilis bitten. Zugleich erneuerte der Verteil!!• ger Margolin sein Gesuch um vorläufige llafteut• lissung des Angeklagten Beilis gegen Eilegung einer mgeiiiesseiii 11 KiiiiIImii, 111/umlicn 11.11 die *ihml»« m« •ill'i llntl gegen •׳tuen dir Verteidiger Beilis', וויו׳ RccIiImiiwuIi Gr1gor1m1tscl1.Bar»k1, das Diszi• ן lin.irverfaliren eingeleitel, weil er den Protest gegen d •׳ Ritualmordhescluildigung miumterzcicluiet hatte. Die Kiewer Mordatl.ire beschäftigte auch die I•׳• iihstiiima in einer ihrer letzten Sitzungen. Die ״l positjonellen Parteien stellten nämlich den An״ tr. g, die Duma sollte mit Rücksicht auf die neuesten Enthüllungen Brasuls und Krassowskis in eine Be• *I uclnmg der vor einem halben Jahre cingcbrachten Interpellation der rechten Parteien betreffs des K1. wer Knabenmordes eintreten. Die Rechte mußte dii-cni Antrag, der ihr eigentlich sehr wider den Str.Ji ging, notgedrungen mstimmen, und so wurde de 1־ die Beratung der betreffenden Interpellation auf die Tagesordnung einer der nächsten Sitzungen Ci-Mlt. Mit Rücksicht darauf, daß die russischen Behörden die i agung der geplanten jüdischen Eniigrations* konteren*, in einer russischen Stadt allem Anscheine ״ad. nicht gestatten werden, beschloß die jüdische Enu utionsgcscllschaft in Petersburg in ihrer jüngsten Sit/un*», die Konferenz, für Ende des Sommers nach K r a k 1 u einzuberufen. Türkei Am Saloniki wird uns geschrieben: Einen erfreulichen Aufschwung nehmen hier der Kindergarten unj (j;e Schule des Hilfsvercins der ״rutschen Juden, Der Kindergarten zählt etwa 120, d׳c .Schule etwa 150 Kinder. Im Kindergarten wird?“«chütßiich hebräisch gesprochen, der Unterricht ,n der Schule wird geteilt in hebräischer, türkischer ״nd deutscher Sprache geführt. Einer der rührigsten Förderer dieser Institution ist der Redakteur Herr ^lorentin, der seinerzeit auf dem Hamburger Kongreß das türkische KuUurrcfcrat hielt. Anläßlich der Jahresfeier des hiesigen Turn• Vff«in& ״Maccabi“ wurde eine Sammlung für die u; ״hau :;1 *׳pier ui Ecz ver.ר. Eraucs ergab. Wie wir hören enthalt des ,Herrn . in Berlin hier’erneute eine Loge ins Leben r i , Unter den au־׳gewi..׳,־. Tagen Saloniki vc1!.;:.;e.1 1 200 Juden, darunter viele Betriehc, die infolrjcdcr.r.cn müssen. Dadurch werden Juden beschäftigungslos. die in kurzer Zeit 3000 md C..,f einem kurzen Auf* ,;er vom Bnc Brith rr:’.;;•.lagen gemacht werden, •c״ Hnlienern, die in diesen ..ca, befinden «ich ca. Unizer;■ro.'lcr hiesiger Arbeit einMellen viele spaniolisclic auch O |S1 .•‘H HT ׳ CT i V. 1 < L» ä;< e. ״ t J Der I) c u t s c h c Kreis der ״Jüdischen T11 r 11 c r s c h .1 f t •‘ hat einen recht erheblichen Zu• wachs erfahren, indem der Bund Jüdischer Korpora« tianen mit seiner gesamten Akliviias bcigclrclcn i$t. * In der britischen .,4..n1::;cl1r.ft für die Olympi« sdien Spiele, deren leichtathletische Konkurrenzen am ö. Juli ihren Anfang nehmen, sind, soweit sich bisher übersehen läßt, zwei Juden vertreten. Zu• nächst wird der Cambridge-Student S. S, A b r n 11,1111 s mit ,recht guten Chancen den Wcitspriing mit Anlauf mul aus dem Stand, sowie den Dreisprung bestreiten. Sein Bruder, |)r, Adolph Abrahams, ist ärztlicher Berater der Mannschaft, Ferner wird D. I I. Jacobs England im Laufen über kurze Strecken vertreten. Von den Kanadiern, die in Stockholm starten werden, ist der Mittelstreckenläufer Tait zu pciinui, der im Vorjahre in der englischen Meilen• meisierMlialt Zweiter wurde. Wir werden bald in der Lage sein, die Liste zu vervollständigen. 111 wie hohem Grade befruchtend die Tätigkeit der ״Jüdischen Turneruhaft“ aijch auf andere Or• ganisationen zu wirken beginnt, zeigt die Tagcsord• innig der nächsten DcTcgicrtenversammlung des ״Ver• banilcs jüdischer Jugendvcreine", die in der X. Vorstaiidssit/iing am 12. Mai fcstgclegt wurde. Als dritter Punkt ist da angeführt ״Körperliche Aus• bildung der Mitglieder". Wenn dicr.cn zeitgemäßen Bestrebungen ein wirklicher Erfolg ficachicileii sein soll, so wiul cs erforderlich sein, daß die Jugend• vereine sich nicht mir die Ideenwelt der jüdischen Turner zu eigen machen und aus ihrer jahrelangen Aufklärungsarbeit Nutzen ziehen, sondern daß sie sich and! tleu bestehenden Orgnsikatlumdoriiieii, die sich in jahrelanger Praxis bewähr! haben, einfugcii. * » \k ן I x N Vj 3 « |t) I d<!11 ן» »jui'i tuni;' 111 de» di lllsi heil | uiuh a• koiuiti'is ihr 111׳hiaisvlu n Organisation mit ver»1l1i1־de• neu Mitgliedern und < »asten des l’o.cncr Zion. Delc• giertent.iges wurde von Ei11/elper»011en aus der Pro• v i 11 z niehrfaili der Wunsch geäußert, daß wir ihnen für die Ferienzeit hebräische Prlv.itlehrer aus Palästina empfehlen möchten. Wir bitten daher die• jeuigen, die hebräischen Unterricht wünschen, sowie diejenigen Palästinenser, die hebräischen Unter• rieht erteilen wollen, uns gell, bis zum 15. Juli davon schriftliche Mitteilung machen und die Bedingungen angeben zu wollen. Organisation für )1 ebr. Sprache und Kultur. Herlin-Cl.arlottcnburg, Kantstr. 93. * Laut Vor>tandsbc$ch!ull vom 12. Mai 10t2, wird auf die Tagesordnung des im Jahre 1913 in Frank• furt a. M. stattfindenden Delegicr!c:1ta׳;c5 des ״Ver• bandes jüdischer Jugendvcreine Deutschlands‘• als besonderer Punkt die ״Förderung der hebräischen Sprache" gestellt werden. Trotz, der schweren Hindernisse, die jeder jüdi* scheu Tätigkeit unter den Volks-,־,lassen im Wege stehen, bricht sic’.! doch die Bewegung Balm und I .uk cl.!!;;t sich innig wie der Willcnr.bciähgr•׳; vcr.׳.cl a des russischen Judentum!!. b,e gebuiigen, die in den Lhlcn Tr leier der hebräischui T 111 Rußland I1:br;'.ir.chc der , C.cr.in• K ז. ח..; teil wurden, die Tausende von die vielen Gäste, die kommen waren, um <*;״:־ Ec: Literatur beiwohnen zu ', ׳ über 70 verschiedenen Gc,:;:k;d Vereinen aus Nah und l ern, beredtes Zeugnis für das dem f Icbräisciicn cntgegiv׳. 1r:r .H:•■ \7c. e:־!rc Kund• .ums• •firn" zu ,linngcii־׳ •Mi ge..'׳:: dien;׳:..:;:• i.n von.'־, i.icrj t: ul ein ׳ ist ״־. u:.se, das Aber nicht mir int Fe.׳J4;:. .־־ » : ::ז ־.eresse kund. Es treten ■'־.,.:ck .:;׳.v.gcn der hebräischen Arbeit na vor, d;e le. a u;.d üc• scheiden vor sich geht. So ist cs auch mit Freude .׳.ubc• gfuCt ii, daß in den Kursen von Halpern in Warschau, die schon zum Teil mit dein zweckentsprechenden hctirüiscliditcfarischen Stoff ausgextattvt sind, In reit* dreizehn hchr.iisclic Kiiiiiergärtiicrinnen au .׳:chililct wurden, und daß das Odcssacr Pak^tinakomitee zum Amlcnkcii Lewinskys ein hebräisches Kiiidergartnc• rinncr,•Seminar h11׳;rümlen will •— ein Unternehmen, deneen Förderung wir wiederholt allen Freunden der hebräischen Erziehung ans Herz legen mikliteii. Erwähnung verdient noch die auf Veranlassung der ״Cliowewe S’fath• Eher" in Petersburg stattge• funüeiie und überaus gelungene Aufführung der Oper ,,Siinson und Delila" von Sainf.Saeiis in hebrä• 1scher Sprache. Uebcr 15fK) Gäste haben sich im ״Konservatorium" eingefunilen, um den Wohl, klang hebräischer Laute bewundernd zu genießen. Was unsere Orgnnis.itionsarbeit anbetrifft, so haben wir uns nach Kräften bemüht, die Regelung und Vereinheitlichung der hebräischen Arbeit 111 ver• schicdcncn Ländern anzuregen. In England, Ru. mänien und in den Vereinigten Staaten haben sich auf unsere Veranlassung provisorische Komitees gebildet zur Schaffung von Landcs/cn. t traten nach dem Muster «ler in manchen Ländern bereits bestehenden LanUcsnrganisatiimi-n. — In der Sch w c i z gelang cs uns vor kurzem, die akadc• mische Jugend zu bewegen, einen Hebräertag abzu• halten, an dem unter anderen wichtigen Bcsclilüssen zur Förderung der hebräischen Sprache die Konsti* tuicrung eines Lnmlcskornitccs unserer ״Histadruth" beschlossen wurde. Nicht unerwähnt soll es sein, daß für die in Deutschland unter der jüdisclien Jugend stark verbreitete nationale Turnerschaft gegenwärtig von Mitgliedern unserer ״Histailriifl!" ein Büchlein mit den notwendigen hebräischen Termini ausgearheitet wird. Zweck dieser Arluil ist, auch für das J urnen die hfhräixdicii‘ I nrmen fesfzusetzeii mul nach Mög. ficlikeit zur Durchführung zu hringen. F.UßeSTrNA*RUM05CKßrJ Es ist bekannt, welche Rolle die Frage der Bewässerung der Pflanzen, namentlich im Süden, spielt. Die Verhältnisse in Hulda (bei Jaffa) lagen bis vor kurzem in dieser Hinsicht nicht günstig, da man auf die Benutzung eines arabischen Brunnens angewiesen war, den man mit arabischen Dörfern teilte und der in den Sommermonaten mitunter ganz versiegte oder nur eine trübe Jauche lieferte. Ls kam noch hinzu, daß man hei diesem arabischen Brunnen genötigt war, das Wasser tonnenweise auf Wagen iltiih der Wirt'a'hafl des Jüdischen National• fimds zu hringen. Um diesem Ucbrlxtanile zu he• gegiun, hat »Ich die Verwaltung entschlossen, einen eignen Brunnen zu graben, was aber auf diesem Hoden durchaus keine leichte Sache ist. Der palästi• iicnsisclie Briiiiiuiiholirer konnte nur 1״• zu einer 'liefe von 9J MHeiil \ nfdriu1:111 iniif mußte tl 1011 die Welt! teil ItidiHlluüU aut!;« Im 11, well «י ine lilsliu. meide u1׳t,t|;|111, iiathiinn dn- Butifiiug ImuKs Iic• traclitliche Kosten vi-rursailit li.dte. I nie aiuenka• nihclic Gesellschaft hat e» daun auf sich genommen, ein neue» Bohrloch au/ulcgcii und sich bereit er• klärt, die ersten 93 Meter nicht zu berechnen. Dem amerikanischen Unternehmer gelang ex nun, bis zu einer Tiefe von IW> Metern zu gelangen, wo Wasser gefunden wurde. Durch eigenen Druck ist dann das Wasser bis auf 100 Meter unter der Erdober• fläche gestiegen. Diese» Auf finden von Wasser ist eine befreiende Tat, da man jetzt bei dem Brunnen einen Motor mit Röhren aufstellcn und so das Wasser leichter auf den Wirtxcliaftsliof und die ,Gärten in Hulda wird leiten können. Bemerkenswert ist, daß dieser Brunnen von 180 Meter Tide der erste seiner Art in gan<. Palästina ist. Bisher waren Ifier Bohrungen über 100 Meter unmöglich, weil maa^ keine Instrumente dazu hatte. So hat der Jüdische'Nationah'omls auch auf diesem Gebiete ein Stück Pionierarbeit geleistet. * ft 11 i Die Agitation in den Badeorten um die sich einzelne unserer Gesinnungsgenossen sowohl wie die Leitung der Landxmaumcliait schon in früheren Jahren mit Erfolg bemüht haben, soll und!;:׳:!> in die .cm Jahre systematisch ausgehaut wer• den. Wir dürfen wohl von einem jeden Zionisten, der in der Lrge ist, eine Badereise zu unternehmen, t.־w;11cn. daß ’er sich für kurze Zeit in den Dienst unserer Agitation stellt. Bietet doch gerade die Mulle der Fericiirulic vielfältige Gelegenheit zur Fühlung• nehme mit Sinmniesgenosscn, die unserer Bewegung!*.:.־׳hir ferosteisen. Wir selbst werden einem ledcn gern׳.• mit geeignetem Agitationsmatcrial zur Hand *־*dien und eventuell auch an die größeren Plätze kedner cnUcndcn. Zur Durchführung dieser Arbeit verlangen wir färs erste nichts weiter, als daß uns ein jeder unserer Gesinnungsgenossen, sobald Ziel und Zeit seiner Reise

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