Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVII (1912)
- Issue
- Heft 24 (14.6.1912)
- Date
- 1912-06-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 222 Nr. 24• JUEDISCIIE RUNDSCHAU «tainlc derselben vergleiche, wem» ich «hv viele» n»־mn Siedlungen betrachte, die nimlcriieu ui Ischen Stattviertel, die vielen utii^cscli.iffciun Ncliulcn mul Insti• ftitionen, wenn ich höre, wie die Wiederbelebung «11• screr nationalen hebräischen Sprache wenigstens m den Kolonien eine vollzogene lalsacltc gcwortleu ist, so selbstverständlich und natürlich, »lall man nn j Lande kaum darüber nachdcukt, »lall es anders sein könnte, dann sage ich mir, »lall die Erreichung unseres Zieles nur eine Frage der Zeit und unserer eigenen Arbeit ist. . . , , ״ , Mit lebhafter Freude habe ich gesehen, dal! der Jüdische Natioualfonds an »ler grollen I nt Wickelung der letzten Jahre einen ganz erheblich»11׳ Anteil ge. nommen hat, und es war mir eine Genugtuung, zu in•• ohachten, datl man dies im Lande mich allgemein an. zuerkeiuieu hegimd. Die wirtschaftlichen mul ו1ייזן• tischen Ve1l1iillnis.se lassen * *len Augenblick als gm!• slig erscheinen, ganz, ausgedehnte (iehiele »In jinli• seii’eii Sietlhliig zu eisiliiiellen, «her »lies e1i<>1tlt1׳l weit gröllere Mittel, als dem Natitn1.־df»»u«ls heute zur Verfügung stehen. Die I inw.mtleiimi־, »ler yciucniti• sehen jmfeii, eines fleißigen, genngsameii, iimraliscli und religiös hochstehenden Itcvolkcrungs»■IcmenUs, wirft ein neues Licht auf die ZiikimftMiiöglkhkeitcii der jüdischen Kolonisation. Aber die Ansässig• maclumg dieser Arbcitcrbcvölkcrmig erfordeit wieder 'neue beträchtliche Aufwendungen. Zwar macht der Nationalfonds einen Anfang, indem in Aussicht ge• nommen ist, in diesem Jahre hundert'und im nächsten Jahre gleichfalls hundert lliiuscr für die Einwanderer zu bauen, aber wieviel mehr könnten wir mich in dieser Richtung leisten, wenn uns in gröiierem Mali• stabe Mittel zu Gebote standen. Dasselbe lallt sieh sagen von der Frage »ler Arbeilerw»*bm1ng»,n über* bannt, einer der wichtigsten Fragen des neuen jisenuws. Wenn inan behauptet hat, »i»׳r National• londs habe keine Möglichkeit, in Palästina zu ar• beiten, so ist »lies ein fundamentaler Irrtum. Im Gegenteil eröffnen sich dem Natiimalfomls taglüg• lieh neue ArbeitsiiiögliehkeUcn! Deshalb richte ich an unsere Freunde in Deutschland die dringende Aufforderung*. Setzt alle Ftire Kräfte ein Iirr diese wich* tigste und grollte unserer Institutionen. Sorget, daß dein Natioualfonds in nächster Zukunft so reichlich Miltel zufließen, dal} er seiner grollen Aufgabe ge• recht werden kann. Möge jeder deutsche Zionist, jeder deutsche Jude bedenken, »lall es k'ein höheres Glück gibt, als das Bewußtsein, durch'seine Teil* nähme an diesem Werk einen Haustein für unsere nationale Zukunft bcizustcucrn. Mit Zionsgrüikn Ihr ergebener D. II oil e n 11 e i 111 e r. ^*Zusammenstellung der Au trüge, äfe vom XIII. Deleßlcrtentng zum Beschluß erhoben wurden. A. Unsere PalSsUnapolitik. Die Resolutionen zum Referat ״Unsere Palästina• Solitik“ werden am Schlun unserer Wieilergabe »ler totzkinschcn Ausführungen noch einmal verüffeut• licht werden. B. Persönliches Interesse an PalUstina. I. Antrag Zloeisli, Estermann: ״In K(msc»|Ucuz. der überragenden Ikdcutuiig der Palästina-Arbeit für die Befreiung der Ein/.clpvrsöu-. lichkclt, sowie als Mitte! zur Erreichung unseres Fml• Ziels, erklärt cs der Delegiertem,1g für »lie Pflicht jedes Zionisten — in erster Reihe der wirtschaftlich unabhängigen — die Uchcrsiedlmig nach Palästina in ihr Lebcnstmigramin atifzuuelimeu. In ietlcm l'allc sollte jeder Zionist für sieh p e r s ö 111 j e 11 e lut e r* essen in Palästina schaffen.“ II. Antrag des Obcrschlcsischcu Grtippeuveibamls- Ausschusses: Der Dclegiertentag hescliiielit: ״Cs ist Pflicht jedes Zionisten,, nach Möglichkeit Palästina aus eigener Anschauung kennen zu lernen. Das Zentral- Komitee wird beauftragt, in dieser Beziehung eine lebhafte Initiative zu entfalten und ׳durch geeignete Mittel die Vornahme von Palästiiiareiscn zu erleichtern.“ C. Hebräische Sprache. tt’vPe.r Delegiertem;»״ bringt den Kongreltbc• *«״« .”״״ Erinnerung, da» tunlichst alle Zionisten sich die Erlernung der hebräischen Sprache zur Aufgäbe machen.“ D. Gemcindcpolltlk. ״Der Dclegiertentag wählt eine aus 12 Mitghedern bestehende Kommission, welche gemeinsam mit dem gescliäftsführenden Ausselm» des Zentralkomitccs die Richtlinien für die Beteiligung »!er Zionisten au der jüdischen Ocmeiiidepolitik nusarhviten soll.“ In diele* Komitee werden folgende Herren gewählt: h Dr. Pelz, Dr. haac Strati», Dr, Klee, Dr. Köllensc 11 er, Dr. Viktor, Dr. Stahl, Dr. Zwirn, Max Goldreich, Dr. Witkowsky, Rechtsanwalt Tannenwald, Lazarus Bart h und Arnold Wiener. E. Spcndcnbudi des Natlonalfonds. Antrag Dr. Sichel-Cheiunltz: ״Es wird »len Ortsgruppen zur Pflicht das Spendenbuch einzuführen." gemacht, F. Zionistische Fortbildungskurse. Aul rag »ler Ortsgruppe Taruowitz: Das Zenlralkoinitee hat die I inriehtnug von zu»• iilsliseheii l'oilliiltlimgskiirseti im Rahmen »ler Gruppen* verbände uml Ausbihluiigskur.seu im Rahmen der Ortsgruppen mit tunlielisier Beschleunigung m me Wege zu leiten. Zur Unterstützung der Kurse ist ein praktisches zionistisches Kompendium herauszugehen.“ G. Jugenderziehung. A11I1.1!׳»• «I»s Zentralkomitees: ״I. Der Delegicrtentag ist »ler Ansicht, «laß me svsteiuatische korpci liehe Ausbildung^ »ler Juden für »fie Erhaltung »les Judentums mul für »lie Stärkung »les jüdischen Volkshewulltseiits von hoher Beileu• tung ist. , Der Rclegiertentng erkennt daher die national• jüdischen Turn• uiul Sportvereine, »lereii Programm iii'lmi du Pllege von Turiieu und Spult auch »lie Veranstaltung von Vortragsabenden, mdiselieii G»•• schiel»•*• 1111*1' licbi.iischen Spr.i* liktti*•»•11 »In •*Ulli, als wesentliche llestauilteile »ler natioualjmli.selien Bewcgiing au, ־- Fr sieht in ihnen zugleich *las beste Mittel, um die Jugeinl zur Liehe /um Imlentuiu und zur lebendigen Anteilnahme an den Ideen der jfidischeu Renaissance zu erziehen, weil nur solche Jiigeiulvcreiue imstande sind erzieherisch zu wirken, die ihre Mitglieder zur aktiven Betätigung innerhalb des Vereins lierauzielien und »ladtireh ein »lauerndes inneres Interesse an den Tendenzen »les Vereins erwecken. Allen jungen Zionisten wird die aktive Anteilnähme an »ler nathmaljiidischen Tiiriibowcgung, allen ,älteren Zionisten ihre ideelle und materielle Förde- Hing zur Pflicht gemacht." ״II. Der Dclegiertentag ist der Ansicht, da» für *lie Verbreitung »ler zionistischen l*lce unter der jüdischen Jugend tuul für »lie Schulung und Vorbereitung der zionistische!( Jugend zur Arbeit innerhalb der Partei 11er Ziisainnieiisclilti» der jungen Zionisten in den zionistischen Jiigcmlgruppcn crhmlerlich ist. Die Aufgaben der zionistischen Jiigcmlgruppcn erblickt er in n) der Veranstaltung von Jugemlagitalionsver- Kuinmhmgcn, h) Veranstaltung von zionistischen Lescabcnden, I )iskuticiÜbungen und Atishihlungskurscn, c) Veranstaltung von jüdischen (iescliichts- und hebräischen Sprachkursen, s»1\vcit diese Kurse nicht «lurclt andere Organisationen, insbesondere die iiationaljüdischen Turnvereine, veranstaltet wertlcu. Die Mitarbeit in ziouistisciien Jugemlgnippen hcrührt in keiner Weise die Mitgliedschaft unserer Gesinnungsgenossen in den neutralen Jugcndorgaiiisationen." H. Organisatorischo Fragen. I. Antrag des Zentralkomitees zur Finnn/gcbah* rting der Ortsgruppen: ״Die Ortsgruppen sind verpflichtet, einen Jahresbeitrag' von 12 M. einziiffihrcn und ihn in Raten von vierteljährlich 3 M. oder monatlich 1 M. einzuziehen. Aus diesem Jahresbeitrag ist das Rundschau-Abannciiieiit von •f M., der Schekel von I M. und der Lamleshcitrag von 3 M. für sämtliche Mitglieder jährlich abzuführen.“ II. Antrag des Zentralkomitees betreffs Aufbringung des Zentralfonds: ״Das ׳ Zentralkomitee erwartet, da» die aus Deutschland dem Zentralfonds ziifliefkiiden Beiträge mindestens 15 001) M. ergeben werden und fordert »lie Ortsgruppen auf, alles daran zu setzen, um diesen Betrag auf/iibringen.“ *• AUS ALL6R W<?IT ״ Ilussland ln der Sitzung der Reichsdumn vom S, d. M. brachten 37 Abgeordnete einen Antrag ein, wonach die Diiiiiakominission, an die das Projekt zur Aufhebung des jüdischen Ansicdlungsrnyons vor zwei Jahren überwiesen worden war, verpflichtet werden «oll, innerhalb acht Tagen dem Plcmun Bericht zu erstatten. Die Rciclisduina hat diesen Antrag angenommen. Demgemäß dürfte schon nächste Woche die Ent- Scheidung in dieser iür die russischen Juden so außerordentlich bedeutsamen Frage fallen. In jildischen wie lu nichtjüdischen Kreisen Rulilamls sicht man dein KonmiissiuuKhcricht nn»l den Beratungen der Duma hierüber mit greller Spannung entgegen. * von »len Personen, die der Journalist Brasul Bru sehk o wsky in seiner zweiten Denkschrift al hc Ge vo An die ninlinalSlidien Mörder J 11 s t s c ii i 11 s k y s zeichnete, sitzen drei Wegen anderer Vergehen "im fängt! is. Nur die Frau Ts c 11 c r e b y a k o wa , »kr angenommen wird, da» sie die eigentliche stifterin der Mordtat war, befindet sielt noch iiiiin auf freiem Fuße, Nun hat der Qcndarmcricgcncr Iwanow, der die Untersuchung betreffs »ler M< ihmg Brasuls leitet, »liescr Tage »len Staatsauw.־ dringend eisueht, die Vcrliaftuug »|cr Tsclivi ebvakov ajizuordnen, da sic nach zuverlässigen Mitteilung! Vorbereitungen trifft, nach Kanada zu entfliehe Auch einige andere Personen, die der Mitschuld : der Bluttat verdächtig sind, sollen Anstalten gelroff( halicii, nach dein Auslaiule zu entkommen, Bisher liat der Staatsanwalt »lein Anträge Iwanows ״och nicht staltgegehen. Tih'/'ci Das neue türkische Parlament zählt htkamnlich — wie die vorige Kammer -- vier jüdvehe Abge. ordnete. Von »licsen ist »k r Abgcordi'tc I araggj jüngst zum Vorsitzenden »ler Itmigctkoiiimission ge• wählt w*1nlc11. Der Abgeordnete von Saloniki, Ca. rasso, soll «lemnärhst zum Senator ernannt w«1«k׳n. Au seiner Stelle wird »las jungtürkisclic Komitee Herrn Minne Cohen aus Saloniki fur »las dort frei wert!» ml« Ahgconlncteiiinaiulat kandidieren. : H6BRA6ISCH : Von der hebräischen Presse 1. Die Wochenschrift ״llaolam“ ist am!.April von Wilna nach Odessa (Postfach -J$J) verlegt worden. Die Redaktion sowie der Charakter des ״Maolam“ werden keinerlei Veränderungen erfahren. 2. In New York errichtet die Vereinigung der ״Gliowewe S'fatl» Eher“ einen Fomls zur Cuiin düng eines neuen hebräischen Organs für die ainerikanisclte Jmlenlieit au Stelle «les unlängst zu unserem ){»*dauern eingesiellten ״lladeror“. 3. Fs erseiieinen deuuiäelist zwei neue luhr. Zeitselirillen: .1) die Monatsschrift ״I lassafah“, heratisgcgchcn vorn Verein ״Ctmwcwe S'fatl» Fhei'* in Petersburg (Offizierstr. 5t), '}), die den lu-hräischcii Spraeldrageii gewidmet sein wir»l (Ahoimcineiitsnreis für das Ausland ü M. jährlich), uml h) »lie Zeitschrift 1״ lachakloi“ in Jaffa (p. A. Dr. A. Rttppm), praktisches und theoretisches Organ für alle e »eniete der Agrikultur, redigiert von Dr. Zagorotlski und I. Wilkauski, 12 Francs jährlich. 1׳. Fs ist eben erschienen »ler I. Band »ler I lalhjahressehrift ״ilaibri Itcchadasch“, redigiert von Dr. Jacob Caban. Vom hebriUschen Büchermarkt Von den jüngsten Neuerscheinungen »ler licbrä• isehen l.iteratiir seien u. a. hesomlets erwalmt »ler III. Band »ler gesammelten hehr. Schriften von Mendt I»׳ Mo »,her S'lorim (mit einem Essay von Cb. »N. Bi.dik); 2 Ihle, ausgewähltcr Schriften von Lewinsky; Werke von Sc ha Io in Aleich ein in einer gediegenen hehr. Uebeisel/ting; ״Don Quichotte'' in einer iiiiiskili.ifleii Ueheiselzung von Bialik (Verlag ״tuiginan“), «»»wie der 1. Baud »ler .Schritt»״׳ v«m Rah Zair: ״I lat.diiiml“ — eine eiitwickhingsgeschichtlichc Studie über »len Talmud. Ferner sei hier auf die vom ,.Jithilüuuiskonutcc“ in Aussicht genommene hebräische Ucbersctzungsai.sgabt* der Werke »les beliebten judiscli-rnssisclicn Schriftstellers Be 11• Ami hingewiesen, sowie auf das überaus wertvolle gemeinschaftliche Unternehmen der Verlagsanstalteii ״Adiinsal“, ״Tuschija“ und ״Safrutli'* die zu Ehre» des 1 la/.cftr.ih-Jtibiliiums eine A n 111 o I 0 g i c »ler gesamten hebräischen Presse von ihren ersten Anfängen bis auf die neueste Zeit, chronologisch geordnet, ankümligcn. TVRMefi 5.SP0RT Stafcttcnlauf Potsdam-Berlin. Der kommende Sonntag wird den Berlin»!׳! »las grollte volkstümliche Sportereignis »les Jaln׳.:; bringen. Auf »ler rund 23 km langen Strecke \» 1 der Glicnicker Brücke in Potsdam bis zur Siegessäule auf dein Königsplatz, in Berlin wcrilen 52 Verein• , Verbandsmul Regimentsmannschaften je 50 Laufe' verteilen, um »iiirch Ucbcrbringcn einer urkunde v».1׳ einem Läufer immer zum nächst folgenden schließ!:« in ״Stafetten“ die ganze Strecke zu durcheilen. Der Start in Potsdam ist auf S Uhr morgens angcsctö, und kurz nach יי Uhr können die ersten Läufer .1 1׳ der Siegessäule erwartet werden. Wie im Vorjahre wird »ler J ii »I i s c 11 e T 11 rnvercin Har Koc I! b a aticli diesmal mit einer Mannschaft an der Konkurrenz, teiliieliinen. Fleißige Vorbereitung und '»ler kämpf• frohe Eifer, der während »ler letzten Wochen in den Reihen unserer Sportsleute herrschte, lassen er• warten, da» die Mannschaft sieh in dem scharfen Wettbewerb ehrenvoll behaupten wird, leiten falls sind ihr die herzlichsten Sympathien aller derer sicher, die wünschen, da» unsere jüdische Jugend sich auf sich seihst und ihr eigenes Können besinne und verlasse. In diesen Tagen konnte der ״J üdischc T um• und Sportverein München“ sein erstes Stif• Uingsfcst begehen. Der Verein hat sich in der kurzen Zeit seines Bestehens unter »len »Münchener Juden eine׳ geachtete Stelle errungen, seine Mitglicilerzahi ist eine recht hohe, uml es werden die Tiirnahciule red» eifrig besucht. Außer »ler Männcrahtcihutg besteht eine Damen•, Jugend•, Fußball- und Tcnnisabteiliing, welche alle in »leu wenigen Monaten ersprießliche Arbeit geleistet haben. — Das erste Stiftungsfest verlief zu voller Zufriedenheit und bestand aus einem