Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVII (1912)
- Issue
- Heft 24 (14.6.1912)
- Date
- 1912-06-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nationalfonds-Debatte Landau-Hamburg empfiehlt die Anschaffung gc. cifjiuur IUieliscii für!׳rolle VersaiiuuitiiiKeii (Teiler, form), ferner verschiedene Marken von b Pf. aufwärts namentlich für Telegrammformulare. Die ücsimmnps! gcm»>c»t »missen sieh gewöhnen, wirklich fiir jede;, Wort צ i*f. /n zahlen, lir erinnert an seinen Artikel in der Rundschau. Der Vorschlag sei durch die Schv.wngkcileii, siel» Telegrammformulare, Marke״ Uctiiiwusuiigcn zu beschaffen, entstanden. Ls soll ein fi des (mthaben (Konto) von 20 M. bei der Zentrale eingeführt werden; vorgcdriicktc Postkarten sollen die Uehersveisung erleichtern. f)r. Fricdm;1nrt־Tr״ppau berichtet über seine Er. faluiiiigcn mit dein Spemlculniche, das für uns anderst günsi'gc Resultate erzielt habe. ״Wir machen d.is alles mehr privat. Wir «eben auch der Biichscnlecrung usvv, keine Drucksachen, sondern geschriebene Briefe bei (die an die 1־ rau des Hauses z.u richten sind,. Ls bestellt auch Lin Unterschied in der Form der im Hriefe enthaltenen Bitte (gegen Chemnitz). Wir in Tioppau haben dadurch S <)UÜ Kronen mir durch Bitei,:■eil au gebracht. Die Leute wissen so allmählich etwa י vom Zionismus. Redner erwähnt auch seine ErfaVnngcn bcziigl. der Telegramme. Das dortige Bure :•!» übernimmt bei «rollern Festlichkeiten für tlie ein/‘ Inen Bürger der Stadt das Versenden der Tele, «ramme und lälit sich das «ut bezahlen (00 Heller). Die Le ute gewöhnen sich daran und der Nationalfomls hat den Profit. , Prl. Lnndsborgcr-Poscn macht den Vorschlag rcg׳!.׳milligcr Extrabeilagen der Rundschau b/.w. Na. tim! .Ifonds-Mitteiluiigen. Dieser Extraabdrnck soll in bcstinunten Zwischenräumen an alle Bfichscniiihaber «c«1־mlt werden (evtl, durch die Vertrauensleute). Die Leide werden dann häufig־ private Mitteilungen durch dii Nation,׳ilfoiulszettel erhalten und sich daran «e. wühlten, diese auf für sic bekannte N'ameu und Inter• C" ates zu studieren. D.'u'urch werde nainentüch in kleineren Städten eine Hchun« der üiicbscngcldcr so. wollt als auch der Wertzeichenerträge usw. erzielt werden können. Wir N. F.«Arbcitcr sind, weil die Arbeit 7u sehr auf den einzelnen beruht, zu über, la'tet. Wir müssen uns eine Schar von Mitarbeitern schaffen. Scltokkcn - Leipzig tadelt den schlechten (Je. srhniack in der Wahl von Drucksachen und anderen PropagamlamiUeln. Der Anfertigung von Drucksachen •null mehr Sorgfalt zugrimüe gelegt werden, damit die Kreise der Intellektuellen, au die wir doch konu men sollen, schon dadurch »licht abgcstollcn werden. Ls mul) auch hierein kleines Komitee wirklicher Sach, verständiger (Künstler usw.) gebildet werden, das die Drucksachenfragc in unserem Sinuc erledigt. Dr. Hoppe: Das günstige Resultat der National, fondsarbeit sei insbesondere der Rührigkeit der einzclnen Kommissare zu verdanken. Ls empfiehlt sich, für die Büchsen besondere Beamten zu ernennen, wie wir es in Königsberg• machen. Diese Einrichtung hat unsere Büchscncingänge verdoppelt und verdreifacht. Wir in Königsberg haben in Anlehnung an das Goldene Buch ein Silbernes Buch geschaffen. Dieses Buch senden wir nicht in jedes Haus, sondern mir zu bestimmten Leuten, von denen wir wissen, dall da etwas zu erwarten ist. Wir lassen sie auch nicht selbst eintragen, sondern der Name und die Summe wird von uns nachträglich eingezcichuet. Dr. Sichcl-Chcinnitz bringt eine Resolution ein: ״Es wird den Nationalfonds-Kommissärcn zur Pflicht gemacht, die Spendenbücher einzuführ*.«“. Die Agudah Jisroel und Dr. Breuer In dem vorwöchenllichcn Berichte über die Ko״• ferenz. der Agudah Jisroel wurde von unserin Korre• spoiulcnle» bereits auf das taktlose Auftreten des H'-'iin Rabbiner Dr. Breuer, Frankfurt a. M., bin• gewiesen. Daß inan den Herrn und seine Schimpf* »cdm gegen den Zionismus jetzt richtig cinschälzt, beweist .,in der ״Jüdischen Presse“ ״von hoclige• sc11.it/ter Seite“ zugegangener Brief, in dem es heißt; ״Es dürfte Ihnen lind Ihrem Leserkreise nicht fremd sein, daß auf der sonst so glänzend und bc• fricoigend verlaufenen Versammlung der ״NgudatU Jisroei“ zeitweise Erregung, ja bei vielen Teilnehmern sogar tiefgehende Entrüstung durch Ausführungen hcivorgcrufcn worden ist, die einer der Herren Rabbinen (gemeint ist Herr Dr. Breuer — Amu. d. Red.) in *eine Begrüßungsansprache eingeflochtcn hatte. In der Absicht, als den Wesenskern der ״Agudah“ und a's ihr unterschiedliches Merkmal von andern weit• umspinini.iiden Organisationen die Verteidigung des •orageistos mul Toragesetz.es festz.ulcgen, hat er sich in inaiUof heftiger Weise gegen den Zionismus ge• wandt.“ Nachdem dam: fcstgcstcllt wird, daß dieser ״Aus- “di ״weithinreichende Mißstimmung erzeugt“ hat, wird «ic der ׳\gudah wohlgesinnte Presse aufgefordert, i.naehdrüiklichst“ zu betonen, ״daß der Redner für *ein. Ausführungen allein verantwortlich ist, nicht im Namen des provisorischen Komitees gesprochen hat, dem er nicht angehört.“ In dem Nachwort, das die ״Jüdische Presse“ diesem Schreiben anfügt, wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß dureil diese Erklärung ״die auflcrordentliehe Erregung sowohl der Presse wie der Versäumt« hiiigslciliiehmer“ beschwichtigt werden wird. Was die zionistische Presse betrifft, so darf man nicht :mnehmer., daß :.je durch eine Rede des Herrn Dr. Breuer in ״außerordentliche Erregung“ gerät. Acli 111'in• Seine Acitßcnmgcu sind uns und auch unsern religiös koiiservativskiJ Gesinnungsgenossen erheblich gleichgültig. Und die ,,Erregung der Vcrsammlungs* teiliichmcr“ hätte man wohl leichter zur Ruhe bringen können, wenn mau auf der Konferenz, von seiten der Leitung diesen Angriffen in derselben Schärfe eutgegengetreten wäre wie jetzt. Immerhin vcrzcich״ neu wir die nachträgliche Abschätzung des Herrn Dr. Breuer mit aufrichtiger Befriedigung. Die Arbeit der Agudah wird dadurch »1ur gefördert werden können. Ein ״fäcr'cblatt“ für unsere deutschen Ortsgruppen Unser fleißiges Zentralbureau hat uns in üankens* werter Weise zum Posencr Delcgierteutag (wieder* gegeben in einer der letzten Nummern der J. R.) eine Zusammenstellung der materiellen Leistungen unserer Ortsgruppen ausgearbeitet. Die Gruppen sind da in aljdiabctischcr Reihenfolge allesamt aufgeführt. Ich habe mir die kleine Mühe gemacht, die Orte etwas anders zu gruppieren und dadurch ein wenig — zu zensieren. Ich habe Reihen aulgestellt nach der Höhe der Eingänge fiir die drei da angegebenen Zwecke, im nachfolgenden gebe iclt nun eine ZusamniciisteU hing der Orte nach der Höhe der Schckcleingängc v o n 30 M. a n, und derjenigen andern, die trotz der geringen Zahl der Schekel noch über 100 M. für den N.!•'. und andere Palästinazwecke aufgebracht haben. Bei diesen beiden Sammelzweeken und auch bei den Eingängen fiir die Laiidesorgauisation ist immer neben der aufgebrachten Summe angegeben, welchen Platz die betr. Orte in der nach der Höhe der Eingiingc geordneten Reihe cinuehincn. Man erhält da״ durch die Möglichkeit, auf den ersten Blick zu erkennen, ob ein Ort fiir alle Zwecke gleichmäßig ge* arbeitet hat. In der Tat ist das bei vielen Orten der Fall: sic haben in allen drei Reihen so 'ziemlich die gleiche Plntzmmimcr. Aber man sicht auch ganz gewaltige Schwankungen. Ich habe mir erlaubt, die besonders auffallenden Unterschiede durch Fettdruck b/w. Atisrufungszeichen hervorzuheben. Pen Fett• druck habe ich angewandt, wenn die Schckelzahl verhältnismäßig niedrig: hierbei kt cs schwer, ohne weiteres, insbesondere ohne die (mir meist abgehende) Kenntnis der Zahl der jüdischen Einwohner an den Orten einen Schluß zu ziehen. Kann doch die höhere summe für L. B. oder N. F. schon dadurch erreicht sein, daß ein einziger Zionist am Orte oder ein einziger Jude ant Orte sogar die große Summe 11er* gegeben hat. Anders dagegen bei einem niedrigeren Platz, in den Reihen für Landesbeiträge und N. F. Das zeigt unzweifelhaft eine Minderleistung, ein geringeres Maß an Arbeit für den einen oder anderen Zweck. Die Minderleistung mag in dem einen oder andern Falle bestimmte, vielleicht mehr oder minder ent* schuldbarc Ursachen haben, wenngleich cs ziemlich sicher ist, daß die Verhältnisse allerorts im großen ganzen die gleichen sind. An einigen Orten hat man aber den gar nicht abzuweiscuden Eindruck: hier ist mit Absicht etwas boykottiert worden! Besonders wenn für die Lnmlesorganisntion nichts ab« geliefert wurde. Das merkwürdigste Mißverhältnis zeigt da K ö<1 i g sh ü 11 c , das mit 200 M. Schekel an neunter Stelle stellt, beim N. F. mit 411 M. an 27. Stelle, aber für die Landsmannschaft nichts aufgebracht hat. Sehr auffällig ist auch das schlechte N. F.-Ergebnis von Fulda: hei 41 Schckclzahlcrn und dem verhältnismäßig nicht schlechten Ergebnis •von 112 M, für die Landsmannschaft mir 6 M., sage und schreibe sechs Mark für das ganze Jahr 1011 für den N. 1•,, StevUungsgeuosscnsütaH und andere Palästina* zwecke! Das ist mindestens kein Zeichen von Opfer* Willigkeit oder von Arbeitseiler. Es wäre vielleicht von ’Nutze•״, warn die Ortsgruppen, die ich nur gestattete mit einem oder gar mehreren Ausrufiings• Zeichen zu verseilen, sieh darüber an dieser Stelle atislasscn würden, was bei ihnen die Minderleistungen verschuldet hat. Es wäre denkbar, daß Gruppen* leiler anderer Orte ihnen dann Mittel und Wege angeben, wie sie es für das laufende Jahr besser machen können. Besonders hervorheben möchte ich aber zum Schluß noch zwei Orte: Chemnitz, von wo bei nur 13 M. für Schekel 2S0 M. für die Laiidesorgauisation mul 733 M. fiir den N. F. atisgewicsc» sind, und H alle, wo bei 33 Schckclzahlcrn neben allerdings mir 72 M. Lnndesbeiirägen 7SQ M. für den N. F. aufgebracht wurdenI Alle Achtung! Mögen sich die andern Ortsgruppen insbesondere Chemnitz für das laufende Jahr ttiul für die nachfolgenden, zum Vorbild nehmen. Hugo Schach tcl. 5־ Schi M ekel Killt:• Itlft Landes• beiträge!Kühl• M ן liif? N.-F. und Palästina* Zwecke [Mbi• M ן ft ן• Berlin . . 13:13 1 6:137 1 10 301 2 Hamburg, 411 2 0U5 O M 3215 4 Breslau . 375 3 1170 0 4 000 3 Frankfurt a. W. . 4 785 3 2 011 5 Königsberg Pr. . 1ל2 r.?60 4 10 803 1 Kattowllz » 267 0 602 8 2020 7 Posen . . 222 7 602 7 2 307 0 Köln n. Rh. 210 8 «25 6 1774 8 Königshütte 200 0 —Hl 411 27II Bcuthcn . 1\1 10 300 11 1274 11 München . 166 11 456 0 1511 10 Leipzig . 100 12 101 221 592 24II Nürnberg-Fürth . 150 13 205 18 003 13 Elberfeld . 127 14 260 13 007 15 Qlciwltz . t 115 15 21» 17 305 80II Essen . . e 114 10 165 231 443 251 Duisburg. 102 17 110 31!! 100 4711 Hannover 100 18 HO «2!! 702 18 Mannheim « 07 10 316 10 l 767 0 rrcilmrg I. B. . . 04 20 80 42!.' 008 2'A . Stettin . . 04 21 65 60!! 823 32 1 Straßburg 00 22 225 14 1 102 12 Dessau . 80 23 221 10 702 10 Tarnowitz t 85 24 120 31 025 21 Mülhausen Eli. . 81 25 168 10 241 4211 Ratibor . t 80 20 120 30;105 371 Dortmund 16 27 130 27 311 85 Mainz . . * « 70 28 05 30! 53 «ו¬¬ Esclnvcilcr (IS 20 Hl 37 100 ו 48 Hohcnsalza 08 30 68 6211 170 611 Regcnsburg 03 31 130 28 43 -III Lübeck . 1 58 32 165 21 673 20 Emden . 1 58 33 48 ־.! 57 64 -111 Darizig . 65 34 00 38 015 <K> Konstanz. ♦ 53 35 118 33 208 43 Halhcrstadi 61 30 165 20 025 11 Offenbach e 60 37 HO 43! 20 -III Stuttgart . 40 38 20 77!!! 430 20 Chemnitz. 43 30 2H0 12 783 19 Kassel. . 42 40 25 74!!! 154 62 Dresden . 42 41 80 40 20 —!11 Qncscn . 12 42 54 53!! 130 68 Fulda . . 41 43 112 30 6!!ו¬ Bremen . 10 14 121 29 42 וו¬ Memel 1 40 45 15 69!! 140 67 Glogau . 37 40 64 51 101 40 Düsseldorf 35 47 142 25 30» 38 Wronkc . 35 48 141 20 325 31 Oalliugcn 83 40 43 02!! 30 — 11 Halle a. S. 33 60 72 40 780 17 Karlsruhe i. B. . . 33 51 114 35 202 45 Metz . . 31 52 0 80.'!! 300 28 Pleß . . 31 53 ע— rvK> 33 Samtcr . « 31 64 15 81!!! 01 — 1 Schönlankc 31 55 153 24 119 60 Nikolai . 30 60 —!!! 75 — 1 Rybnik . 30 57 30 09 101 03 Marburg . » 28 60 28 71 160 63 Tilsit . . 23 07 6 87!!! 142 55 Ostrowo . 21 72 41 03 112 01 Dt. Eylau * 20 74 70 47 317 31 Gießen . 20 75 _ —!!! 312 20 Kiel . . 20 70 41 Gl 253 41 Wiesbaden 20 * 77 27 72 191 50 Erlangen . 18 19 45 61 200 40 Wünburg 18 80 18 80 142 58 Bonn . . 1« 84 40 55 331 30 Stolp L p. 12 01 48 63 200 46 Allcnslcln 10 00 75 45 134 60 Krotoschin 0 102 8 85 200 30? Heidelberg 8 105 38 05 105 02 Dricscn , 0 110 20 00 140 51 Varel . . 6 111 222! 16 206 44 Ein Brief Dr. Bodenlieimers Herr Rechtsauwalt B o d c n h e i m c r, der am Erscheinen beim Posencr Delcgierteutag verhindert war, sandte der Tagung das folgende Schreiben: Köln, de21 ״. Mai 1912. An den Delegicrtcntag der deutschen Zionisten. * I* o s c n. Liebe Freunde und Gesinnungsgenossen! Zu meinem größten Bedauern ist es mir dies• mal, zum ersten Male, seitdem die Zionistische Ver* ciiiigiing für ׳Deutschland besteht, unmöglich, «an den Beratungen ihrer berufenen Vertreter tcilzunehincn. Die Fülle der Arbeit, nicht privater Natur, sondern auch im Dienste unserer Sache, die ich nach meiner Rückkehr aus Palästina hier vorfatul, erlaubt mir leider keine längere Abwesenheit. Im Geiste aber bin ieii bei Ihnen und aus der Ferne wünsche ich Ihren Beratungen den besten Erfolg. Da es mir aIso־ unmöglich ist, Ihnen persönlich über meine letzten Erfahrungen int Lande unserer Zu• ktmft zu berichten, will ich cs nicht unterlassen, wc* nigstens in diesem Briefe zum Ausdruck־ zu bringen, wie tief der Eindruck ist, den die Fortschritte der jüdischen Sicdhmgsarbeit in Palästina auf mich ge• macht haben. Wenn ich die jüdischen Kolonien, die iclt vor dreizehn Jahren an der Seite unseres unver• gesseneu Ucr/.l kennen lernte, mit dem heutigen Zu•