Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVII (1912)
- Issue
- Heft 24 (14.6.1912)
- Date
- 1912-06-14
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 24 JU EDI SC ME RUNDSCHAU Seite 223 gutln-suchtcii Kommers mit anschließendem Ball ״»d einem Ausfluß■ mit turnerischen mul sportlichen Verans(.1Iiu״Kc״• l)ic hci d'» Wctlk.impfcn erzielten Leistungen stehen hinter denen anderer Turnvereine durchaus nicht zurück. Demnächst wird sich der Ver»in der Jüdischen Turncrsciiaft nnschliellcn, und wir •a mischen und hoffen, dal) seine weitere Arbeit rech! erfolgreich werde. «STiscue oesm Die Agitation In den Badeorten um die sich einzelne unserer Gesinnungsgenossen sowi hl wie die Leitung der Landsmannschaft schon in;״liieren Jahren mit Erfolg bemüht haben, soll und muH in diesem Jahre systematisch ensgehant werden Wir dürfen wohl von einem jeden Zionisten de. i:1 der Lage ist, eine Badereise zu unternehmen’ erw rten, daß er sieh für kurze Zeit in den Dienst utisear Agitation stellt. Bietet doch gerade die Mulle der Ferienruhe vielfältige Gelegenheit zur Fühlungnai.nu mit Stammesgcnosseii, die unserer Bewegung bisher fernstehen. Wir selbst werden einem jeden gerne mit geeignetem Agitationsmaterial zur Hand ge!־cii und eventuell auch an die größeren Platze Ki.imr entsenden. Zur Durchführung dieser Arbeit verlangen wir für* erste nichts weiter, als da» uns ein jeder unserer (h vjimungsgeiiossen, sobald Ziel und Zeit seiner Heise fcsistelit. entsprechende Mitteilung macht. Auch in dm l allen, wo der einzelne glaubt, da» die Mögliehke.. einer zionistischen Betätigung am Orte nicht gcgebiii sei, wird oftmals durch Fühhmgnahi! c mit Gesinnungsgenossen in benachbarten Platzen etwas 711 erreichen sein.' Aich jene rednerisch befähigten Gesiiimmgsgenossen, die bereit sind, sich durch Heisch und Tournees in den Dienst der Bäderagitation zu stellen, '־•־ollen ihre Adresse frcuiidlichst baldigst an uns aufgeben. « Der mitteldeutsche Gruppenverband beabsichtigt in Harzburg eine Agitationsvcrsaimnhing 1 ן veranstalten. Gesinnungsgenosse», die zum Soninuraiifcnthalt nach Har/burg gehen, werden daher gebete s, ihre Adresse Herrn David Freund, HohenzollcrnMr. (><», Halberstadt, aufziigcbcn. Vom Jüdischen Verlag Der Jüdische Verlag hat soeben einen ausfüiirliehen Katalog aller Musikalien hergestelit, die durch ihn zu beziehen sind. Zusendung erfolgt auf Wunsch gratis und franko. \ ־ Persönliches Unser Freund Richard L i c h t h e » nt und seine Frau, Irene, gcb. Hefter, wurden durch die Geburt eines Sohnes erfreut. Dem lieben Kollegen unseren herzlichsten Glückwunsch. Mitteilungen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Die von uns zur Vorbereitung des Delegiertentnges versandten Preßnotizen sind, wie wir fcststellen konnten, in einer sehr großen Anzahl von Zeitungen . 71.׳tn Abdruck gebracht worden. Wir bitten alle Gesiniitingsgenossen, uns die Notizen, soweit sie ihnen in den Lokalblättern zu Gesiebt kommen, ein/.uschicken, da es uns nicht möglich ist, mit Hilfe der Aiiiioncenburcatis, bei denen wir abonniert sind, alle Abdrücke genau zu kontrollieren. Auch alle Berichte üb r die Tagung interessieren uns. Wir haben einen Sondcrabdruck!!erstellen lassen, der den Bericht des Vorsitzenden, gehalten vor dem X!1I. Dclcgicrtcntag, und die statistischen Aufstel* hingen über die finanziellen Leistungen der einleinen Gruppen enthält. Wir geben das Heft kosten- . los ab und bitten die Ortsgruppen, uns ihre Be- Stellungen umgehend zukommen zu lassen. AUS MAMBURG-ALTONA Gesellschaft zur Verbreitung Jüdischer Literaturwerke, c. V., Hamburg. Unsere Ziehung für das II. Quartal 1012 findet am 30. Juni statt. Wir bitten unsere Vertreter auch dieses .Mal ,wieder dringend, uns die komplizierte Geschäitsführiing zu erleichtern und uns Geld und Mit* glicdsschcinc spätestens am 20. Juni cinzusciiden. - Im Hinblick auf die Hoffnungen, die der 1‘osener Dclcgicrtcntag auf die Arbeitsfreudigkeit der dcut- *chen Zionisten setzte, erwarten aw.h wir eine Rück- Wirkung dieser Tagung auf den Kreis unserer Tätigtait. Wir verweisen auf die treffenden Worte, mit denen unsere Leitung den bedeutenden Einfluß des Jüdischen Verlages gewürdigt hat, und erwarten, «aß *׳e nicht ungehört verhallen. Unsere Ciesellschal ׳״etet jedem die Möglichkeit, für geringes Geld in den Besitz guter, jüdischer Bücher zu gelangen und durch die l.itigkcii in unserer Organisation zur Ver- Breitung der Kciiiitiiis unserer Literatur wesentlich heizuüageii. Zu jeder Auskunft sind wir stets gern bereit. Der Schriftführer: Zahnarzt Alfred Unna, Hamburg 1 '3, Roteisbamndiniissee I׳». IMS•: RUNDSCHAU Berlin. In der Verbindung im K. 2. V. ״Masnionaea“ veranstaltet ihr A. 11. Dr. Eugen T ä 11 b I c r, Leiter des Gesamtarchivs der deutschen Juden, einen vierstündigen Vortragszyklus über ״Clrundzüge der politischen Geographie Palästinas41. Die Vorträge finden ab Donnerstag, 20. er., im Zionistischen Zentral- Bureau, Konferenzzimmer (Sächsische Str. 8) tun ü Uhr abends statt. .* , Kattow'itz. Am 3. d. M. — eine Woche nach dem jüdischen Turntag — erstattete der Delegierte der ruriiabtcilungeii des hiesigen jüdischen Jugemlbumles, 1 lerr Leo C a p lau, vor einer sehr zahlreichen Zuhürcrschaft Bericht, ln ebenso unterhaltsamer wie prägnanter Weise entledigte sieh der Referent seiner Aufgabe, indem er ein klares Bild der Verhandlungen und eine lebendige Schilderung der turnerischen und sportlichen Veranstaltungen bot. Die Freude und Begeisterung des Referenten über den prächtigen Verlauf der Tagung teilte sich sichtlich den Hörern mit. Herr Siegmund Ha ppn port dankte dem Referenten, der sieh beim volkstümlichen Zweikampf den ersten Preis holte, für die würdige Vertretung der Kattowit/.cr jüdischen Turner. An den Bericht schloß sich eine längere lebhafte Aussprache über den organisatorischeu und technischen Ausbau der Turiiabteiluiigcn. Es wurde der dringende Wunsch nach Einrichtung eines zweiten Turnabcnds in der Woche zum Ausdruck gebracht. Der Wandcr* und Spielkommission, die jeden Sonntag Veranstaltungen trifft, wurden mancherlei Anregungen überwiesen. Ilircin Preisträger Cnplan, sowie dem neuen Vorsitzenden der Jud. Turnerschaft, Herrn R.-A. Grcifenhageii, widmeten die Tiiriiabteilungen Oelbauinspenden. Berlin. Am Dienstag dieser Woche hatte die Berliner Zionistische Vereinigung ihre Mitglieder zur Aussprache über den XIII. Dclcgicrtcntag nach dem Tiergartonhof berufen. Das einleitende‘ Referat hielt Herr Dr. Julius Becker. Er ließ die Ergebnisse» der Tagung in sachlicher Darstellung Revue» passieren und nahm dann noch zu einzelnen Fragen in eingehenderer Welse Stellung. In der Diskussion sprach Dr. Witkowski um! legte seinen in manchen Punkten von der Meinung des Referenten abweichenden Standpunkt dar. U. a. bemängelte er, daß noch längst nicht alles versucht worden sei, um das Großkapital zur Unterstützung unserer Arbeit hernnzuzielien. Ihm trat Dr. Ilantkc in wirksamer Weise entgegen. Sehr unzufrieden war Dr. T heil!!aber mit dem Er■ gebnis der Tagung׳, die nach seiner Meinung wenig Nützliches zustande gebracht habe. Seine Einwände vermochte Julius .Berger unter lebhaftem Beifall der Versammlung zu entkräften. Berlin. .Zionisten treffen . sich . jeden Mittwocl» ahciul im ('!arten des Restaurant T i e r g a r t e 11 h 0 f. Mitglieder der J ü d.- n a 11. F r a u e n v e r c i n i g u n g sind zum Empfang der Gäste anwesend. Berlin. Teilnehmerkarten für Schiller und Schulerinnen der Gemeindesehulen zu den Ferienausflügcn der Jüd.-nat. Fraucnvereiniguiig sind bis zum 1. Juli hei Frl. Sophie M a 111 c u f f e I, Linicnstr. 48, zu haben. . Cliarlottcnhm•[*. Am 2. Juni verunstaltete der Jüdische Jugendverein Charlottenburg einen außerordentlich gelungenen Ausflug nach Tegelort. Etwa 100 Mitglieder und Gäste halten sic!», zusainineiigcfiiiiden mul zogen nun durch den herrlichen Wald von Tegel nach Tegelort. Kattowitz. In einer am 10. d. Mts. stattgehabten, trotz der Lockungen des warmen Juniabends gut bcsuchten Ortsgruppensitzung berichtete Gcsiimungs• genösse Dr. Weis s m a n n über den P osener De- I e g i e r t e n t a g. Mit gewohnter Gewissenhaftigkeit reihte der Referent die Vorgänge chronologisch aneinander, um sich dann in längeren Atisiühningcn über die Ergebnisse zu verbreiten. Er stellte mit Genugtiiimg das. fast restlose Inciiiauderaufgelicn der ver• schiedeneii Anschauungen über die Rnliistinapolitik fest und begrüßte die Einhelligkeit des D.-T. in der Erkenntnis der Notwendigkeit der Betonung des na• tionaleii Moments,in der Propaganda und in unscrui Verhältnis zu anderen Organisationen. Ganz besonders befriedigt Spruch sich der Referent über die Erledigung der JugeiKipropagandnfragen aus, und plädierte ־zum Schluß in warmen Worten für eine Auffassung zio. nistisehcr Betätigung im Sinne der Resolution Zlocisti-Estermann. Der Vorsitzende, Herr Arnold Wie- 11er, leitele die Diskussion mit einer Auseinanderscl/img über die »»»mehr antiquierten ternuui tcchmci ״praktischer“ und ״politischer“ Zionismus ein, indem er in abgerundeten Ausführungen ein Kapitel Geschichte des Zioiik.mii.•; und zionistischer Politik bot. An der Debatte beteiligten .sich ferner die Gcsimnmgs. genossen Josef Lac 11 man 11 und Referendar M. Ehr lieb, der der KaUowitzcr Delegation, insbesondere dem Vorsitzenden mul dem Referenten, den Dank der Ortsgruppe votierte. ־־־ Der vierte Abend « in unserem Palästinakursus fand am 20. v. Mts. statt und brachte ein — wie gewohnt — fesselndes und instruktivem Kolleg unseres Vorsitzenden über ״die Kolonie»“. ilalbcrstadt. In einer Versammlung der Sehekelzalilcr erstattete am Montag, den 3. Juni, Herr David 1׳ re u 11 d -1lalberstadt einen eingehenden Be•• rieht über den De I e g 1 c r t e• » t a g der den!• scheu Zionisten in Posen. An dm mit lebhaftem Beilall aiifgciiuiiiiiii neu Bcih IiI knüpfte׳ sieb eine Ausspräche, die liaiiptsäeldieb die linsen des Mot/.kiusehen Palästinaieferates zum Gegenstand halte. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden eine Reihe lokaler zionistischer Fragen behandelt. Besonders hin-' gewiesen sei auf die Einführung eines Nat i o n a I f o n d s - S p e 11 d c 11 b 11 c 11 c s, wodurch wir' die Eingänge für unseren Fonds erheblich zu vermehren hoffen. Leipzig. Auch die am Donnerstag, den b. d. *Mts, abgchallcue Monatsversaiumlmig war von Mitgliedern der hiesigen zionistischen Ortsgruppe und Freiin* den der /ionisuselien Sache sehr zahlreich besucht. Diese erfreuliche Erscheinung muß immer wieder als ein günstiges Anzeichen hervorgehoben werden, und cs . ist zu hollen, daß das rege Interesse nicht nur wach bleibt, sondern sich immer mehr steigert. Der Redner des Abends, Herr Selig Brodelsky, B. A., B. Sc. F.־ R. A. S., bot aber auch den Anwesenden mit seinem Vorträge; ״Hat die Religion einen Platz, in der nationaleii Bewegung?" eine höchst beachtenswerte Leistung, der mit!(echt reicher Beifall gezollt wurde. Eine lebhafte Diskussion über die gediegenen Ausfuhrungen hielt die Versammlung noch lange zusanimen. Vertreter aller Richtungen kamen dabei zu Worte, F.s herrschte aber schließlich eine Meinung vor, daß der Vortragende die schwielige Frage in einer Weise behandelt hatte, wie sie dem Zionismus nur nützlich sein kann. — Demnächst wird die Grün- (hing eines akademischen A r be i t s z i r k e I s jüdischer Studenten im Anschluß an unsere Orts-, gruppe erfolgen, wie solche in Posen als Notwendig, keit wiederholt bezeichnet wurde, und wofür Vor- Bereitungen schon seit längerem im Ginge sind. Herr Parteisekretär Kurt Rosen bau in hat seine Mit- Wirkung hierbei in freundlicher Weise zugesagt und wird gleichzeitig unseren Mitgliedern ein Referat über’ den Poscner Dclcgicrtcntag halten. Nürnberg. Am Montag, den 3. Juni veranstaltete die Zionistische Ortsgruppe Nürnhcrg-Furth eine, Abscbicdsfeier zu Ehren der aus Nürnberg scheiden-, den Herren Rechtsanwalt Dr. J. Münz, und Heinrich׳ Maie r. Der Vorsitzende der Ortsgruppe, Herr Zahn-y ar/t Singer, hielt eine Ansprache, in welcher er des Näheren die Tätigkeit der beiden Herren und: ihre Verdienste würdigte. Insbesondere hob er her-; vor, daß Herr Dr. Münz in einer grollen Anzahl von' Mitgliederversammlungen Vorträge gehalten und Anregiingeii gegeben habe; ferner habe er durch Schafftmg eines neuen Statuts den bayerischen Gruppenverband reorganisiert. Es sei hauptsächlich dem Ver- diciistc der beiden I lerren zuzusclii eiben, daß einige Scbekcl/alilergriippen neugegrimdet wurden, so in Ansbach, Forchhciin, N'cumarkt und Snl/burg. Wenn man ein vollständiges Bild von der Tätigkeit des Herrn Dr. Münz erhalten wolle, dürfe inan seine Tätigkeit in allgemein jüdischer Beziehung nicht vergessen. So sei er als der Gründer des jüdischen lugendvcrcins anzuselien. Ferner habe er sieh große Verdienste in der Loge, wie besonders in der Alliance Israelite Universelle erworben, wo er als erster den Kampf gegen die destruktiven Tendenzen der Pariser Leitung aufgenoniinen habe. So dürfe mau wohl behaupten, daß das jüdische Lehen in unserer imliffcreuten Stadt zum guten Teile auf seine Person zurüek/uführen sei. Herr Maier habe sich, wie für alle zionistischen Institutionell, insbesondere für die Agitation auf dem Lande interessiert, Dies alles werde noch in den Schatten gestellt, durch seine Tätigkeit auf dem Gebiete des jüdischen NM'.; immer habe er neue Mittel ersonnen und neue Wege gefunden, um für den N.-F. Gelder zu erhalten; so daß er denselben auf eine große Höbe gebracht habe. Die Zionistische Ortsgruppe habe infolge der großen Verdienste der beiden I ierren beschlosven, Herrn Maier in das Gol* dene Buch des Jüdischen N.-F. ein/utragen und Herrn Dr. Münz, dessen Name bereits im Goldiieii Buch verewigt sei, ׳nun Ehrenmitglied der Ortsgruppe zu ernennen und auf seinen Namen ein Duuam Land zu stiften. Nach dieser Rede des Vorsitzenden wcchselten musikalische Vorträge mit Deklamationen ab. Außerdem sprachen die Herren Lehrer Lautmann, ferner Rechtsanwalt Stern im Namen der Zionisten Erlangens, Herr cand. mcd. Lew in für die Zio- »istisehc Jugendgmppe. I lerr O r d e 11 s t c i 11 hat in launiger Weise auf die Familie Münz, speziell auf Frau Dr. Münz, getoastet. Es wurden einige Tele* )׳ramme der Ortsgruppen Bamberg, Würzburg und München verlesen. Letztere stiftete auf den Namen der beiden Herren einen Oelbniim. Mit Singen der Hatikwah wurde die ebenso würdig wie harmonisch verlaufeiie Feier geschlossen. Frankfurt a. M. Am 4. Juni fand eine gemeins.une Versammlung der Zion. Vereinigung und der Zion. Jugendgruppe statt. D. Tachaucr behandelte das Thema ״Zionismus und Antisemitismus“. Saly Geis referierte sodann über den Poscucr Delegiertentag. Er gab einen chronologischen Ueberblick über den Verlauf der Tagung lind faßte die Ergebnisse wie folgt zusammen: Der deutsche Delcgiertentag bildet das Vorspiel des Kongresses. Der diesmalige Dclegiertentag brachte die vollständige Einigung zwischen den bis daliin bestandenen zwei Strömungen, und so darf man der festen Hoffnung sein, daß der nächst-