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Jüdische Rundschau · 1912-06-07 · Heft 23 (7.6.1912) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVII (1912)
Issue
Heft 23 (7.6.1912)
Date
1912-06-07
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 23 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seile 21! n1ann**1־l>;«ftcn an zweiter Stelle, aber es ergibt sieb bei einer Prüfung unserer Liste, daß in dieser Stimme eine grö.lcre Anzahl verhältnismäßig hoher Betrüg« enthalte» ist, so daß der Betrag von ruiul «)000 M, den unsere Lnndsinannschatt nach dem Delegierten’ tagsbcschluß «och aufbringen muß, sich in der Hauptsacht• ans Beiträgen der weniger gut situierten Ge• $jn!1״;!gsgcnossen 7usanu11cnsetzen wird. Ls ist also jeder berufen, hier beizustcuern, und Jiieniaud darf beiseite stehen! Die Werbe• und Sammeltätigkeit für oeii I onds kommt sowohl den Gruppeiivcrbäuden wie mich den Ortsgruppen und Einzelpersonen zu, und wir hoffen, daß manche Versäumnis, die aus unserer Aufstellung ohne weiteres ersichtlicht ist, schleunigst naehgeholt werden wird. Wir bitten noch alte jene Ortsgruppen und Einzelpersonen, die bereits Beiträge gezeichnet, dieselbe» aber noch nicht abgeführt haben, dringend, nunmehr um baldige Ein• Ziehung bzw. Zahlung bemüht zu sein, damit der zweite Ausweis, den wir in Kürze an dieser Stelle veröffentlichen werden, einen recht erheblichen Fort• schritt der Sammlungen dokumentiert. I« II II , II .»1 25 2» 25 25 20 I »» 461 M. und Nieder- Eingänge aus Deutschland bis zum 1. Juni 1012: Gruppen verband Ostpreußen. .V1. L. Sambursky, Königsberg 30 M. I)r. W. Stein 60 ״ 30 ״ M. Q r u p p c n v e r b a n d Posen. Bisher nichts cingegangen. (j r u p p enverb a n d Obcrschlcsic n. Oitsgmppe Tamowitz 60 M. R. -A. Dr. Dobr/ynsky, Beutlien 1)1׳ Ingenieur Eugen Fracnkel Si.-gimmd üoldstcin Isnlor ller/fcld Hugo besser Siegfried besser ״ Diverse Spenden unter 20 M. aus Beutlien, Sohrau und Rybnik 219 (iruppenverband Mittel Schlesien. Dr. Sandler, Breslau Lotte u. Else Kober ,; Lippnuum Bloch Dr, Steiuitz. Zahnarzt Schachtel Max Kober Professor Badt Dr. Ikrschak Leo Grünthal Diverse Spenden unter 20 M. Gruppenverband Berlin, Dr. Hevmaiin, Dr. M.intkc, Richard Liriithcim Professor Warlmrg Dr. Walter Munk S. Hcniier Julius Busse Sanität: rat Dr. B. Lc Dr. A. Eiiasberg U. A. Schachtel II II II II II II I» 100 M. 20 200 30 25 20 20 20 20 91 I» 1• II »» II M >1 II I 516 M. Berlin 500 M 1» 3(W» ״ 1» HK» ״ II HI0 ,, II HK» ״ II ״ «50 II HM» ״ y״ HK* ״ 11 I« 70,60 יו G r u p p e n v c r ha 11 d Brandenburg• P o m m e r n. Bisher nichts cingegangen. G r 11 pp c n verband Hansestadt e. «Moritz S. Wolff, Hamburg KJO M, Hr. Allen II (»0 || l.copaln Landau 100 11 ״Unser Stammtisch“ |) 40 1• Hr. Frauck, Altona bei 91 100!> Hr. B. David ן! 3(» 11 Hr. Victor, Wandsbcck bei II 50 9 Dr. Kalmus II 50 II II. ü. (Johcn II 10» II I1;. A. Straus, Dcpenai! 20 II Inverse Spenden unter 20 M. aus!<iel mul Lübeck 73 II 723 M 1• r 11 p p c n vc r b a n d Mitteldeutschland. Dr. Sichel, Chemnitz R.־A. Hans Block, Hannover Dr. Jacobsolm ״ M. J. Lüneburg ״ Diverse Spenden unter 20 M. aus Jeßnitz, Halle, Erfurt, Nord• haiiscn,־ Chemnitz, Hannover 20 M. ״ 20 ״ •30 ״ 20 91,33 181,33 AI Gruppcnvcrband Rhein 1.•Westfale 11. Köln II וי II I» I» I). Woilfsohn, Heinrich Dülken S, lloofien Dr. Bodcnhcimcr Hrtino Stern, Aachen |>1p!.-l11g. Aheles, Dortmund K.-A. Di L. Weinberg Alfred Horn X Walier, Elberfeld Dr. Grimberg ״ Willy Meyer, Schwelm Diverse Spenden unter 20 M. aus Elberfeld und Köln Gruppen verband Hessen und Hesse Nassau. Df. Schwarzschild, Frankfurt n. M. 50 M. 50 1000 M. ״ 30 20 100 20 20 20 20 20 20 20 I» II II II II II II II II 115 U05 A Gruppe 11 v erbau d Baden, Elsaß-bothringen und Württemberg. B. Mainzer, Mannheim 100 M. Julius Simon ״ 500 ״ Dr. Elias, Mülhausen I. Eis. 50 ״ Verein ״Zion" ״ 50 ״ , ״ Diverse Spenden nufer 20 M. aus Mannheim und Heidelberg 20 720 ״ M. G r u p p c n v c r b a n d Bayern. Gabor Straus, München 50 M. Dr. Elias Straus ״ 50 ״ l)r> J«. Strau* ״ 50 ״ Jacob Re«״h ״ 23 ״ Jak. Fraeukcl 193 ־״ 20 , ״ M. Zusammen 6256,45 M. Bchanntniachung Am' So n n ab c 11 d , den 6. Juli 1912, uni Q Uhr abends, findet in den Räumen der 1111 m 0 b i 1 i c n g e s c 11 s c 1! a f t ״Palästina“ »11. b. H., Berlin W. 15, Sächsische Str. 8, die diesjährige ordentliche Gesellschafter- V e r s a in m 1 u n,g statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Vorlage des Jahresberichtes nebst Bilanz, Gewinn• mul Verlustreehiiung für 1911. 2. (ieiielmiigtmg der Jahresbilanz und die Gewinn• Verteilung. 3. Entlastung der Geschäftsführer und des Vcrwaltungsrates. I. Erhöhung des Stammkapitals, 5 Verlegung des Sitzes der Gesellschaft von Berlin- Charlottenburg nach Berlin-Wilmersdorf. 6. Geschäftliche Mitteilungen. ImmohilicugcscUschaft Palästina in. b. II. Die Geschäftsführer: A. Awadiowitz. K. Llehtheim. Agitallonsreisen des Parteisekretärs Wiesbaden. (Unlieb verspätet.) Am 15. Mai spracl» in unserer Ortsgruppe Herr ,Parteisekretär Kurt Rose 111> a 11 m über das Thema ״D e r U 1» t e r g 1111 g der d c 1t t s c 1» c » Jude n“. Ausgehend von dem bekannten Buch T11 e i 111 a b c r s zeigte der Redncr an Hand statistischer Daten, daß das deutsche Judentum infolge der Assimilationsbestrchungai und deren letzten Ausläufern, wie Taufe, Mischehe, Kinder• taufe usw., sieh stetig vermindert und für die Zukunft noch traurigere Perspektiven vermuten läßt, wenn sich nicht die deutsche Judenlieit noch rechtzeitig aufrafft und sich wieder dem Nationaljudciituui zu* wendet. Darmstadt. Zu einer ätiflerst interessanten Debatte über den Zionismus gestaltete sich die von der Zionistischen Ortsgruppe veranstaltete, sehr stark besuchte Versammlung vom 20. Mai, in der Herr Parteisekretär Kurt Rosen bäum (Berlin) über die ״Gegenwart der Juden“ referierte. In seinem mit Beifall aufgenonunenen Vortrag entwarf er ein Bild von der gegenwärtigen Lage des jii• disclicn Volkes, die, zumal im Osten, unhaltbar sei. Doch ist das jüdische Problem im Wesen überall dasselbe und in den einzelnen Ländern nur graduell verschiede». Deshalb gäbe es auch für das Juden• prolilem aller Länder nur eine Lösung: die Kouzeiitration des jüdischen Volkes auf einem Territorimu, wofür Palästina am besten geeignet sei. Nach dem Vortrag ergriff als erster Diskussionsredner das Wort Herr Prof. Dr. Julius Golds t e i 11. ln äußerst interessanter und geistvoller rhetorisch glänzender Weise suchte der bekannte Red* ncr den Zionismus zu widerlegen. Die Juden frage, führt er aus, sei in Westeuropa total verschieden von der in Osteuropa. Der deutsche Jude sei durch die Aufnahme der deutschen Kultur deutsch-national geworden, da eine Nation nicht durch Rasseumomentc und gemeinsame Abstammung, sondern durch eine Summe gleicher innerer Erlebnisse gebildet werde.' Die Assi in i 1 a t i o 11 sei notwendig, weil mau die Juden nicht mehr ins Ghetto zurückführen könne. Der Zionismus sei tmjüdiscli, weil er das Religiöse aufgähe; das Wesen des Judentums sei aber die Religion. Seinen mit starkem Beifall aufgciiommcucn Ausführimgcn erwiderte in gleicher vorzüglicher Weise Herr stnd. N a 1» u in G 0 1dm a n n (Frankfurt a. M.). Er ging auf jedes einzelne Argument des Vorredners ein und suchte es zu widerlegen. Die Judenfrage sei überall dieselbe, da ihr Wesen überall darin besiehe, daß eine nationale jüdische Minorität innerhalb niiilersnationaleii Majoritäten lebte. Der Unterschied zwischen den Problemen der westeuropäischen mul denen der östlichen Juden sei nur zeitlicher, historischer Natur. Vor hundert Jahren war die Lage der deutschen Juden genau dieselbe wie die heutige der russischen. Dei Definition einer Nation durch Herrn Prof, Goldstern führe, praktisch angewandt, dazu, daß mau die Nationen nicht mehr nach Engländern, Deutschen usw׳. unterscheiden sollte, sondern nach den kulturellen Niveaus der einzelnen Schichten. Die Aneignung der europäischen Kultur will der Zionismus auch. Doch verlangt er dabei die Wahrung der nationalen Eigenart. Die liberalen Juden hätten n i c 111 d a s Recht, den Zionismus vom S t a 11 d p u n k t d e r j ii d i s c 11 e n Religion a 11 z 11 g r e i f c n , da sie ja dieselbe aufg c g e h c 1t h ä 11 c 11. Monotheismus und Ethik der Propheten, worin sich ihre Religion erschöpft, sei heute Gemeingut aller Menschen, nichts spezifisch Jüdisches mehr. Verstellt mau aber unter Religiösem ־— wie Prof. Goldstein — ethische Begeisterung, Hingäbe an eine Idee, dann sei der Zionismus die religiöseste Partei im Judentum. Auf diese mit hinreißendem Schwung vorgetragcneu, mit stürmischem Beifall aufgcnonuncncti Ausführtingen erwiderte Herr Prof. Goldstein in längerer Rede, in der er erklärte, Zion sei für ihn nur ״Souv e ח i!“ aber nicht ״Espoir“. Auch er wolle die jüdische Eigenart bewahren. Das wesentlichste an seinen Ausführungen war das Zugeständnis, daß das Problem der russischen Juden ein nationales sei. Von diesem Zugeständnis ging Herr N. Goldmann in seiner Erwiderung aus. Die Lage der deutschen Juden sei bis zur Emanzipation dieselbe gewesen, wie die heutige der russischen Juden. Also sei vor hundert Jahren das Problem der deut- scheu Juden auch ein nationales, die Jude« mithin eine Nation gewesen. Durch das Einan/ipatiouscilikt eines Ministers also sind die Juden über Nacht aus einer Nation zu einer Religioiisgemein• Schaft geworden; das Unhaltbare und Vernunftwidrige dieser Behauptung ergibt sich von selbst. Ferner aber sind die deutschen Juden bis‘ zur Emau/ipation auch national gewesen, heute aber nur religiös, so gibt Herr Prof. Goldstein zu, daß sie durch die Aneignung der deutschen Kultur ihr Nntio- »:des aufgegeben, mithin sich assimiliert haben. Auf diese logisch schlagende Argumentation erwiderte Herr Prof. Gold st ei 11 in längeren Ausführungen über den Begriff der nationalen Eigenart und suchte dann die Propheten als diejenigen, die das Nationale im Judentum zugunsten des Religiösen gesprengt haben, für sich als Kronzeugen an/uführen. Darauf erwiderte Herr Gold man 11 treffend, indem er <1n schlagenden Beispielen die nationale Grundlage des Propiictismus uachwics. Die großen Gedanken der Propheten hat auch der Zionismus. Auch er glaubt an die ethische Aufgabe des jüdischen Volkes. Diese aber könne es nur erfüllen, wenn es, wie alle Völker, auf eigenem Moden lebe. Nach einigen Bemerkungen des Herrn Rechtsanwalt Joseph Strauß und des Herrn Rosenb a 11 111 schloß die im höchsten Maße anregende und geistvoll verlaufene Debatte, die durchweg auf hohem Niveau stand und auf alle Teilnehmer einen tiefen nachhaltigen Eindruck gemacht hat. Der schöne und fruchtbringende Verlauf der Ver- Sammlung ist besonders bemerkenswert, da unsere . Gegner nach berühmten Mustern eine rege Gegenagitation unter Zuhilfenahme der Presse veranstaltet hatten. Auch der objektive Bericht «!er ״Neuen Hessischen Volksblätter‘• über die Versammlung fand eine recht haltlose Erwiderung aus diesen Kreisen. Mitteilungen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Die von uns zur Vorbereitung des Delegiertentage» versandten Prcllnoli/en sind, wie wir fcststellen konnten, in einer sehr großen Anzahl von Zeitungen zum Abdruck gebracht worden. Wir bitten alle Gesiniiiiiigsgenossen, uns die Notizen, soweit sic ihnen in den Lokalblättern zu Gesicht kommen, cinzuschicken, da cs uns nicht möglich ist, mit Hilfe der Anuoucenlnircaus, bei denen wir abonniert sind, alle Abdrücke genau zu kontrollieren. Auch alle Berichte über die Tagung interessieren uns. w Wir haben einen Smulcrahdruck herstclle» lassen, der den Bericht des Vorsitzenden, gehalten vor dem XIII. Dclcgicrteiitag, mul die statistischen Aufstclhingen über die finanziellen Leistungen der ein- /.einen Gruppen enthält. Wir geben das Heft kostenlos ab und bitten die Ortsgruppen, uns ihre Bc- Stellungen umgehend zukoniuien zu lassen. Persönliches Unser Gg. Gurt Nawratzki (Hasmonaca) hat in Straßlmrg sein nationalökoiiomisches Doktorexamen cum laude bestanden. Er dissertierte über die jüdische Kolonisation in Palästina. Unser lieber Fremd Julius Simon ist durch den Tod seiner jüngsten Schwester, Frau Marta W o I f f in Karlsruhe, die am 2. Juni im Alter von 28 Jahren verstorben ist, in Trauer versetzt worden.

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