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Jüdische Rundschau · 1912-05-31 · Heft 22 (31.5.1912) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVII (1912)
Issue
Heft 22 (31.5.1912)
Date
1912-05-31
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seile 108 JUEDISCHE RUNDSCHAU Ni. 22 Wille der Ortsgruppenvorstämlc da ist und sie sieh die Mühe nehmen, monatlich 1 M. oder Vierteljahrlieh 3 M, von den Mitgliedern eiuzuzidicn, Wir müssen nach der ganzen Art unserer Bewegung auf eine mögliehst feste Organisation halten, und diese ist nur zu erreichen, wenn alle unsere Gesinnungsgenossen jede Woche unser Parteil>latt ins Haus bekommen und durch den Fninilicntcil des Natioualfonds mit der Gesamtheit aller unserer Freunde in Deutsch- )and auch persönlich im Zusammenhang!)leihen, Auf diese Weise ist es uns gelungen, den in Frankfurt genehmigten Fiat ein/ulialten. Wir balaneieren, wie Sie sehen, aus dem Ihnen vorliegenden Gewinn und Verlust per 31, 12. 1911 in lautenden Eiiinahm'en und Ausgaben wie vorgesehen mit rund 18 000 M. und haben aulJerdem am Hrosehiirenver,trieb rund 1000 M. Verdient, die wir zur Vermeidung unserer Defizits vermindern. Unser Defizit stellt sich ain 30. 6. 1009 auf 189,01 M., ״ 3221,91 ״ 1900 .12 .31 ״ ״ 6279,17 ״ 1910 .12 .31 ״ 19 .12 .31 ״N ״ 5193,36 ״ Wir haben somit, und ich konstatiere das mit Freude die schwere finanzielle Krisis, die uns speziell 1910 bedrohte, überwunden. Mit der Ausbreitung und Festigung unserer Organisation werden unsere laufenden Einnahmen weiter wachsen. Wir hoffen, dab es uns gelingen wird, auch den Rest unseres Defizits zu tilgen und unsere Arbeit noch intensiver nuszugcstalten. Gegenüber diesem günstigen Hilde hinsichtlich unserer Lamlesliunuz.eu muh ich nunmehr auf einen Gegenstand zu sprechen kommen, der seit dem Frank• fnrter Delegierleutag uns finanziell unausgesetzt die grüble Sorge bereitet hat und wohl in jeder ein* zellten Sitzung des Geschäflsführeudeu Ausschusses Gegenstand der Erörterungen gewesen ist, nämlich unsere Parteipresse in Deutschland. Die Jugendzeitschrift ״Jung Israel“, die der Verlag Jüdische Rundschau G. m. I>. II. für uns in Kommission herausgegeben hat, hat mit erbet)• liehen Verlusten nufgegehen werden müssen, da sich die Unmöglichkeit der Heschatfimg ausreichender ln• seratc hcrausstellte, und noch gröber waren die tinan* ziehen Enttäuschungen, die uns die ״Rundschau“ gebracht hat. Ende 1910 zeigte cs siel) als unumgänglich, die Rundschau in unsere eigene Verwaltung zu lieh• inen, weil es sielt hcrausstellte, dab eben schon zu jenem Zeitpunkt ein sehr bedeutendes Defizit vor• landen war. Dieses erwies sieh noch gröber, als wir angenommen hatten, und wuchs im Jahre 1911, in welchem wir eine /.wcckmülligc Ausgestaltung der Adiuiiiistrationsverltältuissc der Rundschau erst aus• probieren und insbesondere die Inscratcuakouisition neu organisieren muhten, weiter sehr erheblich an. Durch die teilweise Itctrichsvcrciiiigmig mit der Welt seit dem I. Januar 1912 werden erhebliehe Ersparnisse erzielt und erreicht, dab der von uns z. Z. zu leistende Zusehub sielt in erträglichen Grenzen hält. Doch ist die Buiulschnu auch jetzt noch unser Sorgenkind, da die 11:1s zurzeit für Redaktion lind Honorare zur Verfügung ».eilenden Betrüge erheblich zu niedrig sind. Nur die Ausführung des Zwangsabomiemcnts seitens der Orts• gruppen und eine eitrige Unterstützung unserer 111• seratenpropaganda. ׳auch durch Unsere Gesiummgs• genossen seihst kann die Rundschau auf die Dauer finanziell konsolidieren. Das in der!litten vorgclcgtcn Bilanz, figurierende f'ressekonto enthüll die aus vorstehendem rcsuliicrcn• u eit Verrechnungen. Wir sind für die hieraus für die Zionistische Vereinigung für Deutschland selbst entstehenden Verluste durch Garantien einzelner Freunde, die zum grünten Teil unserem Zentralkomitec angehören, voll gedeckt. Unsere Bemühungen, der Rundschau aus dem Kreise der Genossen dieses Unternehmens selbst neue Mittel in gröberem Umtauge zuzuführen, haben dagegen zu einem vollen Erfolge nicht geführt. . , ״ , Zusammenfasseiul können wir sagen, dab das Gesamtbild unserer Landesfiuanzen kein unerfreuliches ist, wenn es auch noch grobe Anstrengungen von uns allen bedarf, um restlos befriedigende Zustände zu schaffen. Ich bitte Sie, zu diesem Zwecke den Ihnen vorgelegten Etat von 21000 M. in Einnahme und Ausgabe zu genehmigen, der aufler einer Steigerung unserer laufenden Ausgaben von 18 000 M. auf 20 000 M., 2000 M. Ziischub für die Rundschau und 2000 M. Beitrag zur Deckung unseres alten Defizits Vorsicht, ich lütte Sic ferner, selbst alles in Ihren Kräften stehende zu tun, damit auch die Einnahmen in Höhe von 2-1000 M. tatsächlich zufliebcn und dafür Sorge zu tragen, dab überall unsere Freunde in Deutschland restlos ihre Pflicht tun, indem Sie nachstellende Resolution zu unseren Lamlesslatutcn nunchmen: ״Die Ortsgruppen sind verpflichtet, ausiialuuslos einen Jahresbeitrag von mindestens 12 M. einznfiiliren und ihn vierteljährlich in Raten von 3 M., womöglich jedoch monatlich in Raten von 1 M, ein- /.!!ziehe». Aus diesem Iah res bei frag ist das obli- Kalorische Rundschau-Abonnement von 1׳ M,, der Schekel von 1 M, und der Laiidcsbeitrag von 3 M. für .sämtliche Milglieder jährlich an die Zionistische Vereinigung für Deutschland ahzufiihreii.“ Stimmen Sie vorstehenden Vorschlägen zu, so hoffe ich, dab wir uns finanziell vollständig konsolidieren können, und wir werden dann in der Lage sein, gestützt auf ausreichende Mittel, den Zionis- »ms in Deutschland z.u Immer stärkerer Geltung zu bringen und für die Realisierung unseres Baseler Programms immer gröbere Summen zur Verfügung stellen zu können“.!Lebhafter Beifall.) Nach Erstattung des Finanzberichtes hält Herr M 01 z k i n ein grob angelegtes Referat über ״Unsere Palästinapolitik". Wir behalten uns vor, dieses Referat, das von den Delegierten und Gästen mit angespanntester Aufnicrksamkeit nm'cliürt mul zum Sehlull lebhaft nkklamierl wurde, in einer der nächsten Nummern vollinhaltlich nh/udruckcu. Nach dem Referate Motzkius wird die Sitzung vertagt. » In der Nnchmlttagssltzimg, die präzise lim 2 IJItr beginnt, referiert der Partei• Sekretär Kurt B l u m e u f c l d über ״Erziehung zum Zionismus".! Der Redner stellte in seinem Referate eine Reihe von Gnuultliescn auL die auf Qrund einer mehrjährigen praktischen Erfahrung in agitatorischer mul organisatorischer Hinsicht aufgebaut sind und in vielfnehcr Beziehung eine neue Orientierung des wichtigen Problems der Erziehung zum Zionismus bedeutet. Es besteht die Absicht, die gehaltvollen Ausführungen des Herrn Blmtienfehl in Senarntalulruck erscheinen zu lassen, um die Diskussion über diese wichtige Frage auch in den weiteren zionistischen Kreisen zu erwecken, Audi auf dieses Referat werden wir noch ausführlich zurüekkomme». Bilanz cler Z. V. f. D. per 2/1. Dezember 1C51׳. Aktiva. Passiva. B ir- und Postschcckkontogulhabcn . . . . 1123,40 Bankschuld. 8600,- Diverse Schuldner. 2800,83 Diverse Gläubiger. 2003,26 Oirantorcn . ... 18 600,— Pressckonta. 18500,- Broschürenbestand. . Mobilien .. . Verlust aus 1910 . 6270,17 Überschuss aus 1911 . 1086,81 Verlust » .. 138-1,00 1,- 6103,36 20 DUO,26 2Ü OUl),26 Gewinn- und Verlustkonto. Debet. Kredit. Verlustvortrag aus 1910 ........ 0270,17 Orgaiiisalionsbciträge 10 608,00 Zinsen ... .... . , . , . . , . 147,- Landesbcitrügc. 7206,06 Agitationsspesen. Ertrag des Broschürenvcrtricbes. 1003,80 Burcauspesen .. 12 1)74,39 Verlustvortrag ins Jahr 1912. 6103,30 24029,77 24 020,77 Vorstehende Bilanz haben wir geprüft und mit den Büchern übereinstimmend gefunden. . , Willi. Samson. Lazarus Barth. Berlin, den 20. Mal 1912. Es beginnt sodann die Gcncraldiskusslon über den Geschäfts- und Finanzbericht, sowie über die erstatteten beiden Referate. Au der Aussprache, die im allgemeinen einen prinzipiellen Charakter über politischen und praktischen Zionismus tragt, beteiligen sich folgende Redner: Dr. J e r e m i a 8 , Richard L i c h t h c i m , Dr. Zwirn. Julius 8 i in 011, l)r. Zlocisti, j)r, Pelz, Lazarus Barth, Ester m a n n , I Jr. B i. r a m , Dr. Isaac Straus, Dr. Klee, C a I v a r y, l)r. Ha Iper 11 und Kurt Blumenfeld. Nach Abschlub dieser Debatte wird folgende von Dr. Pelz eiiigehrachtc Resolution einstimmig angenommcM: ״Der Delegierleutag dankt dem Geschäftsführern den Ausschub für •eine Tätigkeit, erteilt ihm Entlastung und spricht die Erwartung aus, dab die von ihm gewählten Arbeitsmethoden auf dem Gebiet der Propaganda und der Finan/gebahnmg auch für die Zukunft mabgehend!)leiben werden.“ Die Sitzung wird um 7 Uhr geschlossen. * Dienstag, den 28, Mai, Vormittagssitzung. Dr. Sichel (Chemnitz) referiert über unsere Nationalfomlsarbeit. An der Hand verschiedener Vorlagen, wie Natio• nalfomlskailen, Sammclbücher und Propagandafliig- Schriften, setzt der Referent in instruktiver Weise die Möglichkeiten einer Erweiterung der Propaganda für den Nationalfouds in Deutschland auseinander. Das unter lebhafter Zustimmung aufgenommene Referat des Herrn Dr. Siehe) wird durch die Ausfülirungen und Vorschläge der Herren Leopold Land a u , Rabbiner I )r. Fried m a 11 n (Troppan), S. S c b o e k c n und Fräulein Landsberger ergänzt. Ein Antrag, der den Nationalfondskonimissären die Einführung von Spenilenhiicherii uacii dein Muster des Troppaucr Spemlenbiiches zur Pflicht macht, wird einstimmig a n g e n o in in c n. Sodann wird die Spe/iahlebattc über die gestrigen Referate der I terren M o t z k i n mul B111 m e 11 f 1• I d über unsere Pnlüsijnanolitik uml Erziehung zum Zionismus forlgeset/t. Nach einer ausführlichen Aussprache, au der sich die Herren Dr. S t n 111, Simon, Dr, I I e y 111 1111 ״, I >r. Hop p e , Dr. Viktor, Dr. Isaac S t r a 11 (t, Adler, Or. Zlocisti, I>r. J e r c in i .1 8, Lazarus Barth, Dr. W c i II in n n 11, Dr, Zwirn, Parteisekretär Rose 11 bau m und Dr. tlantkc bcteiligeu, werden die vorgcschlagencn Resolutionen und Antriigc angenommen. I. Resolutionen zum Referat ״Unsere Palästina- Politik“ von Leo Mot/kin: ״Der XIII. Dclcgiorteiilag hält unerschütterlich an dem groben Gedanken des Baseler Programms fest lind erklärt, tlall die Agitation für uie Palästiuaarheit bei jeder gröberen Kundgebung im engsten Zusammenhang mit der Propaganda des Zionismus stellt und darum das zionistische Endziel — Lösung der Judcufragc durch Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina -- heluueii nmll." ״Der XIII. יDelegierleutag der deutschen 7.10• nisten erinnert in Uchercinsüitimmig mit den Kon• grebahsclilüssen an die Notwendigkeit, alle Mittel zur 'Vorbereitung und Ermöglichung einer Imnti* gralion nach dem Orient zu ergreifen." ״Der Dclcgiertenlag der deutschen Zionisten legt allen Gesinnungsgenossen ans Herz, eine euergische Propaganda für den /Agrarkredit in I* .11 ä :! t i n a einzuieiten.“ II. Antrag der Ortsgruppe Tarnowitz: ״Das Zentralkomitee hat die Einrichtung von zionistischen "Fortbildungskursen iin Rahmen der Gruppenverhämle und Ausiiildungskursen im Rahnicn der Ortsgruppen mit tunlichster Beschleunigung in die Wege zu leiten. Zur Unterstützung der Kuisc ist ein praktisches zionistisches Kompendium heraiis/iigehcu.“ III. Antrag Zlocisti, Esterinann: »jJ״ Konsequenz der überragenden Bedeutung der 1 atasrma• Arbeit für die Befreiung der Einzel• Persönlichkeit, sowie als Mittel zur Erreichung unseres Endziels, erklärt es der Dclcgicrtcutag Tür die 11 f1!• lc^cs Z.ionisteii — in erster Reihe der Wirt-?>!״.' Unabhängigen die Ucbersiedluiig nach I alastma in ihr Ecbeiisprogramm aufzunchnien. In jedem Falle sollte jeder Zionist für sicli persönliehe Interessen in Palästina schaffen." ״Oie Ortsgruppen sind verpflichtet, einen Jalu beitrag von 12 M, ein/ufübten und ihn in Ra von vierteljährlich 3 M. oder monatlich I M. 1 zu/ieheu. Aus diesem Jahresbeitrag ist das Ru schau-Aboiiuemeut von 4 M., der Schekel von 1 und der Latulesheiüng von 3 M. für sämtliche Ü Rheder jährlich ahzufiihren.“ V. Antrag des Zentralkomitees betreffs Aufb gung des Zentralfonds: ״Das Zentralkomitee erwartet, daß die Deutschland dem Zentralfomls zuflicbenden 1 *rage mindestens 15 000 M. ergeben werden 1 fordert die Ortsgruppen auf, alles daran zu seti um diesen Betrag aufzubringen.“ »

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