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Jüdische Rundschau · 1912-04-19 · Heft 16 (19.4.1912) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVII (1912)
Issue
Heft 16 (19.4.1912)
Date
1912-04-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 10 JUcDlSCUE RUNDSCHAU Seite 137 Die wirtschaftliche Lage hat siel« verschlechtert, insbesondere auch durch minier weitere Audiildtin;׳• »le> lienosseiischaltswesuis in kiililaiitl timt der hetze'- risrticn B»)ykottbcstreb1111gen, die ihre Spitze direkt ge; eit die Juden richteten. Es beweist, wie;;rausait die russische Regierung verfährt, dall sie hei die •eil Verfolgungen nml dem infolgedessen herrschenden großen Elend der russischen Juden sogar das Funktionieren der jüdischen Woliltäligkeitsaiistalteu zu beeinträchtigen oder zu verliiinleru sticht. Der Hilfsvercin leiht seine Unterstützung namentlieh den vielen Tausenden russischer Juden, die sich ein neue Heimat suchen müssen. 1911 betrug die 1״'!, nute jiidiselie Auswanderung mehr als 100 000 Personen, TU u davon aus Rußland. •11000 überseeische jü- Jisihe z\uswamlerer nalnnen ihren Weg durch Dentscii. 1.1 ml mul erhielten von den Seliiit/k.miiti'cs und tuen/., lind I lafenkoiliitees des I lilfsvereins U'at und Hilfe. Sie wurden beherbergt, verpflegt, bekleidet, in Krank, hciisfällcn ausgeheitt, und wo es not tat, wurde ihnen der Weg in die neue Heimat geebnet. Herr Dr. Paul Nathan gab hierauf einen kurzen Ucberblick über die Oesamtiiiiigkeit des Hilfsvereins in den zehn Jahren seines Bestehens. Herr Bankdircktor Simon erstattete den Finanzbericht. Er teilt mit, daß aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens des Vereins der Vorsitzende Dr. James Simon 100 00(1 Mark, Herr Direktor Gotz-Moskau 36000 Francs und Herr Manuel Schwarz 23 000 Mark gegeben haben. Die Versammlung genehmigt den (lescliäftsbericbt und erteilt der Verwaltung Entlastung. Herr Justi/rat l>r. Ilorwitz spricht unter lebhaftester Zustimmung der Leitung des Vereins Dank und Bewunderung ans und verbindet damit gute Wünsche für die Zukunft. Bei Schluß der Versainui- Umg werden den Leitern des Vereins .־inlialleiido lebhafte Ovationen dargehraelil. Der!Generalversammlung ging eine Sitzung des Zentralkomitees des II i I f s v e r c i u s der Deutschen Juden voraus, die von Mitgliedern aus allen Teilen Deutschlands besucht war. In derselben wurden die Herren Prof. Dr. Eugen Mitt- \v och- Berlin und Julius Basch- München kooptiert. : H6BRA6I5CH : Soeben ist in Jaffa das erste Heft der licbrii- Ischen Monatsschrift ״Hachakiai•* (Der Landinaiiii), einer theoretischen und praktischen Fachzeitschrift für alle Zweige der Landwirtschaft, erschienen. Die Zeit- Schrift wird von den Agronomen Dr. M. Zagorodsky und J. Wilkanskl redigiert. Das cr-lc Heft enthält folgende Beitrage: B. Apfelbaum; Die Kultur der Citrus-Arien in Palästina; O. S.: Die Feldmäuse; D. M.: Anleitung für den Kauf von Milchkühen; Chronik (Die Anpflanzung von Wcherkardcu. Palästinensische Baumwolle. Bruimcnbohrung. Win/crgenossenschaft); Fragen und Antworten; verschiedene Notizen aus Fachzeitschriften; Hnmlclsnachrichteu; Bibliographie; landwirtschaftlicher Kalender für die Monate Nissan und Ijar. — Der Ahouneuientspreis des ״Hachaklai" beträgt im Anstande 12 Frcs. jälirlieb, 6 Frcs. halbjährlich. 2I0HISTI XIII. b'kz Q Die Tagesordnung des Delegicrtciitoges geben wir in folgendem bekannt: Montag, den 27. Mai, vor m. 10 U11 r. 1. Eröffnungsrede und Bericht des Zentralkomitees: R.-A. Dr. I laulke, Berlin. 2. Begrüßungsansprachen: a) «les Zionistischen Aktionskomitees: Prof. Dr. Otto Wat bürg, Berlin; b) tles Zionistischen ürtippcnvcrbandc* und der Zionistischen Ortsgruppe Posen; 3. Referate: a) Unsere Palästinapolitik; b) Erziehung zum Zionismus. (Die Referenten werden noch bekannt gegeben.) א a c 11 in i 11 a g s s i t z tt n g. Fiiiauzreferat: Dr. Ileymann, Berlin. 1. 2. Generaldebatte. Dienstag, den 28. Mai, vorm. 10 Uhr. 1. Zionistische Jtigendpropagauda. 2. Unsere Nntionalfands.Propagamla: Referent Dr. Sichel, Chemnitz. 3. Diskussion. N a e h 111 i 1. Statutenänderung: 11 a g s s i t z. u 11 g. Referent Dr. Walter Munk, Berlin. 2. Wahl der Mitglieder in den Zcntral-Ausschuß der (iesauitorganisaticm. 3. Wahl des Zentralkomitees und der Revisoren. Zur Uebernaluiic von Mandaten haben sich he• reit erklärt: Josef Gohlselunidt, Hamburg; Dr. Julius Becker, Berlin; Dr. Eliasberg, Berlin; Adolf Pollak, Berlin; Dr. Stahl, Tanmwitz; Zahnarzt Max Läufer, Posen; Frau Dr. Sandler, I ran Frida Schachtel, I rau Martha Steinitz, Leo (irüullial, Pani Walk, Samuel Nelken, I lein/. Margulies, Sigmund Borger, Frau Helene Borger, Max Ehrlich, Fräulein Pine Bileski, Fräulein Bertha Dawidow, Apotheker Sigb. Wolff, Dr. Samy Kober, Leopold Altuiann, Dr. Hermann Badt, sämtlich in Breslau; Eugen Mittwoch, Frau Klara Mittwoch, Berlin; Dr. Oppel, Dr. Pelz, M. L. Sambtirsky, Dr. Rosen fehl, Dr. Berlowitz, Leo Pienes• mann, A. I. Rosen/.wcig, Otto Colin, Josef Salz• mann, Willy Perlis, Moses Marx, sämtlich Königsberg; Simon Scherck, Posen, Agitationsreisen des Parteisekretärs Eydtkulincn. Zum ersten Male hatten wir Oe־ legenheit, in unserem ürenzorte eine zionistische, ja jüdische Versammlung überhaupt tagen zu sehen. Diese erfreuliche Erscheinung halsen wir unserem Königs• beiger Proviii/i.ihoistaml, insbesondere den liemuhuu• gen des Herrn Dr. Rosenfeld zu verdanken, welcher die Notwendigkeit einer intensiven Bearbci• Umg der ostprenßisehen Städte von Königsberg aus schon auf unserer letzten Vertraiicnsmäuncrversamm• hing betont hat. Den glänzenden Ausführungen des Parteisekretärs Herrn Kurt Hosen ha 11111, welcher das Thema: ״Was will der Zionismus“ in geradezu meisterhafter Weise entwickelte, folgte ein mehr als 100 köpfigvs Publikum mit größtem Eifer, und die nachher stattfindemle Diskussion legte davon Zeug• nis ab, daß an unserem Ort tatsächlich Interesse für unsere große Idee vorhanden ist. elegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland vom 20. bis 28. Mai 1912 in Posen, Rcichshallen, Herderstraße. Nur wenige Wochen (rennen uns noch von unserer Posener Tagung. Die Vorbereitungen der gastgehen• den Ortsgruppe sind in vollem Gange, mul die zahlreichen Anfragen, die ans allen Teilen Deutschlands in unseren Bureaus eittlaufen, geben uns Zeugnis von dem regen Interesse, daß allerseits dem diesjährigen Delegiertentag eutgegengebr.ielit wird. Wir haben begründete Hoffnung, daß diese Anteilnahme auch in der Zahl der Delegierten, die nach Posen entsandt werden, ihre» Ausdruck finden wird. Dazu ist aber vor allem notwendig, daß die A b I i e f e - rtmg der L a 11 desbe i t räg e , deren Hübe statutengemäß für die Vertretung der einzelnen Gruppen maßgeblich ist, in beschleunigtem Tempo betrieben wird. Dabei ist zu berücksichtigen, daß der Termin der Wahlen, den wir in Kürze bekannt• geben werden, auch noch von der zur Verfügung stehenden Zeit in Abzaig zu bringen ist. Fallen auch unserem Pclegiertentagc weniger repiäsentative Aufgaben zu, als beispielsweise unseren Kongressen, so ist es doch wünschenswert, daß der Fortschritt, den unsere Bewegung in den verflossenen zwei Jahren gemacht hat, in der Zahl der entsandten Vertreter ihre» Ausdruck findet. Hierzu ist aber die hescltleimigtc Abführung der LainJesbeitrage die erste Voraussetzung, Mitteilungen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Ein süddeutsches Distrikfskomitec plant für Agi• tationszweeke die Herausgabe eines I I tägig crscliei• nendeit Blattes und sucht einen jüngeren Gesinuttngs• genossen für Redaktion und einen Teil der Administration. Es sind voraussichtlich ca. fi Stunden tag• lieber Arbeit erforderlich. Anfangsgelialt ca. 1800 M, Meldungen sind an die Z. V. f, D., Berlin W. 15, Sächsische Straße 8, zu richten. Berlin. Die Jüdische Gemeinde hat zu ihren neun Rabbinern zwei neue auge-tellt, und zwar Dr. Markus P a t u c 11 o w s k i, bisher au der privaten Tier• gaiUtisynagoge, und Dr. Bäck-Düsseldorf. Freibrtrg i. B. Ein angeblicher gnlizischer zio. nistischer Student namens R a b b i n o w i t s c h , mitt• lerc Figur, kurzes, blondes Bärtchen, hat hier aus der Kasse der Ortsgruppe und des V. J. St,, auch von privater Seite teilweise unter Schwindeleien sielt Unter- Stützung geben lassen und in Karlsruhe gegenüber dem Ortsgruppen-Vorstand unter Benutzung der VisViikarte eines Gesinnungsgenossen eine Urkunden• fälsclutng begangen. Wir warnen unsere Freunde, ihm irgendwelche Unterstützung zuteil werden zu lassen. Ostrowo. In der gemeinsamen Sitzung des Vor- Standes mul der Rcprä-entuiüctnVcrsammlung der hie• sigeu israelitischen Gemeinde ist endgültig der An• trag׳ attl Anschluß seitens der Gemeinde Raxclihow einstimmig angenommen worden, so daß am 1. April die einst grolle Gemeinde Ruwhkow, die bis zun Jahre 1908 »och einen eigenen Seelsorger hatte, auf. gelöst wurde. AUS HAMBURG-ALTONA. Blumenfeld-Vortivig Aul Sonnabend, den 20. April, präz. 8׳ .. Uhr, spricht im großen Saale des l.ogenheims (Hartung• slraße 9) I lerr Kurl B 111 in e 11 f e I rl über »las Thema: J 1111111 ־ t u 111 u n d freies M e 11 s c h e 111 u m!“ An den Vortrag, der öffentlich ist und sich hoffen!• lieh eines besonders grollen Auditoriums erfreuen wird, schließt sieh eine Diskussion au. VeReiNS-RUMDSCHAU Köln. Jüdischer Turnverein: Sonnabend, »len * 20. d. M., im Borussia-Saale, 9 Uhr abends, III. Vor* trag im Zyklus ״D a s j ü »l i s c h e P r o b I e in“. I ierr Zahnarzt Max F ,1׳ b i a 11 .Dortmund spricht über »las Thema ״Der D e g e u e r i e r 11 n g s p r o ze ß“. * Berlin. Die Organisation für hebräische Sprache und Kultur, «kreii Ziel es ist, hebräische Sprachkeiintnisse von »leu Aidlingen bis zur Beherrscluing »les hebräischen Spraehitlioms und bis zur Möglichkeit des tieferen Eindringens in die he• bräischc Literatur zu vermitteln, eröffnet am Dienstag, den 'JO. April, abends 1.9 Uhr, ihr Somnierseiuestcr in der Lehrstätte ״West“, Bleihlreustr. •H (Gharloltcnbürg), 19. < h ineiiulescliii!»•, Di»• Kurse siml die I ort. Setzung »ler um der Organisation veranstalteten Win!»iknr-e. Trotzdem können Fortgeschrittener•* in alle Stufen vingcrcild werden. Ferner beginnt ein Lesekurs, auf »len besonders aufiiieiksain gemacht wir»l, da er die Teilnehmer instand setzen soll, im Winter in »len Anlaiigcrkursiis eiuziitreten. Alle diese Kurse finden jeden Dienstag, ' ,9 -111 Uhr abends, statt. Auch in »ler Lehrstalte ״Zentrum", in der Lehrerbildungsanstalt der Jüilischvn Gcmeimie, Große Hamburger Str. 27, findet Mittwoch, abends (1.9 bis 10 Uhr) ein Kursus fnr Fortgeschrittenere statt, der am kommenden Mittwoch schon ahgehalteii wml. Der Preis für die Teilnahme am Kurs beträgt für den Sommer 3 M. Die Anmeldung erfolgt in »len Unter• ricldsräitmen vor Beginn der Lektion. Lübeck. Die Zionistische Ortsgruppe entfaltete in letzter Zeit eine rege Tätigkeit. Außer der Verteilung der Lichtlteinischcn Broselmre, des Merkblattes von Schachtel und des Jahresberichtes der Zion. Verein!- gütig für Deutschland wurden '1 Versammlungen vir. anstallet. Am 29. 2. sprach unser würdiger Rabbiuer Herr Dr. Ga rieb.ich (»her das Flugblatt »les I lan.iiieibumlis, am 12. 3. hielt Herr Rechtsanwalt Dr. Martin Meyer ein Referat über h1ge11dorg.ini• sation mul am 20. 'L sprach Herr Dr. fl ans 111 an» aus Lemberg über »las Lehen in »len jmlischcn Kolonien Palästinas. Alle 3 Vorträge waren sehr gut besucht lind »las Interesse »ler Anwesenden äußerte sieh durch sehr lebhafte Diskussionen. Chemnitz. En letzter Zeit sprachen in Chemnitz I lerr Prof. S o m hart über ״I) i c Zukunft »1 e r Juden“, Herr Prof. Goldstein über Einladung »ler S.-Logen über ״Die »Ie u t s c h j u »1 i s e 11 e W a 111 v c r w a n »I s c h a i t“. Am 2(». März veranstaltete die hiesige Zionistische Ortsgruppe über beide Vorträge erneu äußerst anregend verlaufenen Diskussionsaheml. Ihrer I■'iulatlung hierzu haben ca. BIO Personen Folge geleistet. Frankfurt a. M. 111 »ler Zionistischen Oltsgruppe sprach am 13. April Dr. Elias Auerbach aus Haifa (Palästina) über ״Die• Juden in Pa• lästina“. Der Vortrag, »ler ein übersichtliches Bild »ler gegenwärtigen landwirtschaftlichen mul kulturellen Arbeiten in Palästina bot, fand bei den Zuhörern reichen Beifall, Insbesondere verstau»! es »ler Redner, die zionistisch»• Methode der Palastiuanrbcit gegenüber »len früheren Methoden und auch »len insbesondere von »ler lea und »ler Alliance noch jetzt äuge• wandten ins reckte lacht zu setzen und ihre Vorzüge üher/eugeiul nach/»!weisen. Hannover. Am 31. M.irz fand tlie diesjährige ordentliche Generalversammlung der lue• sigcn Zionistischen Ortsgruppe statt. In Vertretung »les bisherigen Vorsitzenden, »les Herrn Dr. Schöne• manu, »ler Hannover vor wenigen Wochen ver• lassen liat, erstattete der zweite Vorsitzende, Herr Dr. Jacobsolm, »teil Geschäftsbericht. An Wraust.11• tutigcu im Berichtsjahr sind drei groß angelegte• offent• liehe Versammlungen zu erwähnen, bei denen die Einladung durch Anschlag au .»len Plakatsäulen sich gut bewahrt hat. In zwei Versammlungen sprach I lerr Kurt B 111 m e 11 f e I d , in »ler drillen sprachen Herr Rabbiner Dr. Emil C »»Im •Kiel uml Herr Dr. Schön »•mann. Besonders diese dritte Versamm• hing muß als voller Erfolg bezeichnet werden. Trotz- »lern von wohlbekannter - natürlich mosaischer — Seite versucht w»irden war, in •len Tages/eitinige« gegen die Versammlung Stimmung zu inaehiit, war diese von nahezu 300 Personen besucht, und der Zionismus war wictlcr einmal Tagesgespräch in j 1:111• itover. (S. Näheres ״Brief aus Haiiimver“ Nr. 5 J. R. 1912.) Nebenher gingen eine Anzahl von klei• neren Gnippeitvcisamuiitiiigen. Die Arbeit für »km J. N.־F, wini durch folgendes Spemleiikonto veranscliauliiiit, das nach den Ausweisen in »ler J. U. geführt wurde.

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