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Jüdische Rundschau · 1912-04-19 · Heft 16 (19.4.1912) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVII (1912)
Issue
Heft 16 (19.4.1912)
Date
1912-04-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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beite 138 J UEDI SCHE RUNDSCHAU Nr. 16 Jüdischer Nnliotialfonds: Hüc11sc11Jccn111«c11 Ocihainiiaicmlc Allgein. Spenden Lamlsju'iulc ScIhsiiH'Slcitcrung Goldenes Huch Sicdlimgsgeiiossciiscliaft Dioliahviver I lilfsfomls Orgains.illonsfomls 17»00 M. ״ .1־17 ״ 150.70 ״ 88.05 1.«• Sa, <».15>.«>׳ M, 120. ״ 15,10 1515 .. 777.50 M. Leider hat November 1*11 J lerrn tlie O. ll. I lautlos er dm eh «las im erfolgte Ableben des Stittsgclchrteii,. leb. einen lieibeii Verlu!.l erliiten. Herr Dr. Jacobsohn widmete warme Worte des < l iedenkens dem Toten, zu dessen Ehren die Versäumt• hing sich erhoben hatte. -- Den Kassenbericht er• stattete Herr B. Neumatm. Die Bilanz zeig( folgendes Bild: E i 1111 a 1t m e 11. Bestand am 1. Januar 1011 111.52 AL Sdiekolim 102. M Landes• und Organisationsbeitrag 81. II Erlös für Broschüren »sw. 88.80 fl Eintrittsgelder 51.15 II Ortsgnippcnbeür.igc* 258.50 It (1 )5.*17 Al. A u s g a b c n. Sehekolim 102. M. Landes* uml Organisationsheilräge 81. II Ausgaben für Broschüren 71.1 1 || Agitatioiisunkosten 360.11 II Inkassospesen 17.10 1» Diverse* 1*1.55 Bestand am 1. Januar 1*112 33.77 1 <1ü5.*l7 »M. Der Aufschwung, den unsere Organisation' in Hannover genommen bat, zeigt sieh vielleicht am drastischsten beim Vergleich der letzti.ihrigen Hi• lanzeti. Ilatlen wir 1000 mit 20*1.03 M. angeselilossen, 80 belief sieh 1010 die Hilanz schon auf 181.71 AV, wiihrend wir Idll den ganz annehmbaren Betrag von 07י'.ל(י A1. in den Dienst unserer Sache stellen knnu• teil. Wir hoffen bestimmt, üalt es uns jm laufen• den Jahr durch weitere Erhöhung der Einnahmen gelingen wird, unseren Verpflichtungen dem Zentral• nurcau gegenüber gerecht zu werden, deren maugcl• hafte Erfüllung im Heriehlsjalir übrigens zur Kritik ans der Versammlung heraus Veranlassung gab. I)r. Jaeobsolm dankte I lernt Neumanii für die muhe• volle Arbeit, die dieser in mehr als zehn Jahre»! seiner Tiitigkeil als Schatzmeister der (>. (1. ge• leistet hat und ühcrrcirlilc das Diplom der I and• spende (2 Dunaui), die aus Anlalt seines 10 jährigen Amtsiohiliiums 011 f den Namen des I lerrn Nenmann gestiftet worden ist. Dem Vorstand wurde 1:111• lasluug erteilt, worauf zu den Neuwahlen geschritten wurde. Es wurden durch Zuruf gewählt: Karl Schleisuer, Referendar üoldstciu (Vorsitzende), H. Nctiuiaiu! (Schatzmeister). Atax Wolf, Julius Katzen• *teil» (Schriftführer und N,״l;.•Kommissär), II. Lmtd• ncr, M. Chtisid (Beisitzer). -- Nach einem vortreff• liehen Schluliwort des Herrn Dr. Jaeobsolm wurde die Versammlung geschlossen. -• Den ausgeschiedeuen Vorstandsmitgliedern, I lerrn Lehrer Appel, I lerrn Edmund Lvvv und besonders den Herren Dr. Schone• mann und l‘)r. Jaeobsolm, unter deren Leitung die (). U. Hannover begonnen hat, einen neuen, kr.if• tigern Aufschwung zu nehmen, sei auch au dieser Stelle für ihre gedeihliche Arbeit gedankt. J. K. Köln n. Rh. Jüdischer Turnverein. Am Sonn• tag, den I I, d. AV, fand im grollen Saale des (ädonia- Ifatises ein 1' Ilern• u 11 d J11v n 11 N a c 11 mittag, .welcher der Agitation lür die lugendriege gewidmet war, in l־'orm eines gemütlichen Beisammen• seins statt; erschienen waren über 100 Personell. ״• Herr Rechtsanwalt Dr. M. Ep s t e i 1t Duisburg hielt Unter dem Titel ״W i e erzieh e n w i r unsere u Sohn Benjamin?“ einen Vortrag über die natio. nale Erziehung des jüdischen Kindes. Die Aiisfült• rungeii des verehrten Redners ■ gleich reizvoll in ihrer Mischung von liehcnswürdigeiu Humor und he* gcisteimlein Ernst, plaudernd vorgelragen und doch prägnant Umrissen in der Stilisierung und voll kerniger Frische trugen eine änderst starke Wirkung in sich. Der stürmische Beifall der alten wie der jungen Hörer bestätigte dies zur ()einige. Deklamatorische und musikalische Darbietungen hcMiiitcn den Rest des Programms. 22 -־ Neuaumeldungen erfolgten. Emmerich;1. Rlt. Am 10. Marz hielt hier Herr Lehrer R c i 1111 a r d t Cöln einen Vortrag über ״Grundgedanken des Zionismus". Eine gut besuchte Versammlung lolgtc mit Interesse den Ausführungen des Herrn Referenten, der ein klares Bild ober I nt• Stellung, (iegenwartsarbeil und Ziele des Zionismus bot. Der Redner erntete reichen beitall. Au den Vortrag schloff sich eine lebhafte Diskussion, in der Reinhardt Gelegenheit nahm, seine Ausbildungen in maueben Punkten zu ergänzen mul zu erweitern. Rccs am Nicdcrrhcht. Am 11. April sprach in unse ,er Scltckelzahlergruppe Heu־ Referendar AI (red Pia I/•Köln über das hochaktuelle Thema; ״Köi!• n c 1. w i r die E in a 11 z. i p a t i o 11 der J u d e u feiern?“ Der Herr Redner verneinte die l'ragc. In einem citislümligen, meisterhaften, von tiefer Kenntnis unsci'cr Geschichte zeugenden Vorträge legte Herr Referendar Platz unmiehsichtlich die Wunden blolt, die •I as Jahrhundert der Emnn/ip.ition dem Körper des Judentums geschlagen habe. Nur ein .Mittel gäbe es, diese Wunden zu heilen: Der Jude müsse sieh auf sielt selbst besinnen, den Weg zu seinem eigenen Volkstum zutückliudeu, die Rückkehr Zimt Judentum. Audi au dieser Stelle sei Herrn Referendar Platz verbindliehst gedankt. Myslowilz. In vier am '20. v. AL stallgcfimdcncn (icner,*dvets.niniiliin״ des ״Zionistischen Jugend* blindes" wurde anstelle des aus dein Amt gesellte• denen I lerrn I >r. W e i II I lerr Fritz S c 1111 e c in a 1111 als Vorsitzender gewählt. Ans der Watil gingen feiner folgende Herren hervor: Allieil Notlim 11111, steltveitretemler Vorsözender, Marlin Wolkmvski, Schriftführer, ,Moritz. Alelil, Kassierer. Der NT’.• Koininissioii gehörte1 Herr Nebel, sowie die Damen Uihuch und Wulff ,01. 1111 Aiischhd) an die Vor• standswalih'ii 11.ihm der seit kurzer Zeit in unsereiii Verein cingelülirte Geschichtskiirsns seinen Anfang, lind zwar hielt Herr Kantor Wnlkowski einen mit grollem Beifall;mfgenmmucncit Vortrag über ״Rabbi Jocliaiian heu Sakkai“. Den nächsten Vor• trag hält Herr Nothiuann über ״Bar Kociiha". Die Vorträge sollen regelniällig fortgesetzt werden. Diese ("lescliielitskurse sollen tlen Zweck haben, das Wissen der Mitglieder über jüdische Geschichte zu bereichern. ««SPReCHöAAL.*® Eine Gewissensfrage ln Sumharts Ihieli ״Die Zukunft der Juden“ findet sich folgender Passus: ״Als ein iiulleres Wahrzeichen, dall man entschlossen sei, Jude zu bleiben, als ein Symbol gleichsam, werden alle aufrechten Juden bei dem mosaischen Bekenntnisse ausharren, auch, wenn sie innerlich vielleicht das jüdische Religionssystcin längst überwunden haben, Sie werden doch zu dieser Religion stellen, wie der Soldat zur Ealme stellt.“ -- I >ie Auffassung, der Sonibart liier Ausdruck verleiht, ist in weiten Kreisen des Zionismus die lierrsehende. Wie mir scheint, liegt liier eine der grollten •Schwierigkeiten, mit denen der Zionismus zu tun hat. Es l>tc־il>c ganz dahiiigeslclll, wie weit im übrigen jüdisches Religioiissysteiu lind jüdischer Kultus ms* besondere mit uatioiialcn Elementen dnrchset/i ist. Auf jeden I all können die religiösen Bestandteile für sich ursprünglich das Verhältnis der Koordination in Anspruch nehmen, und es ist ein sehr bedenkliches Verfahren, sic nunmehr im Interesse des nationalen Ideals Gesichtspunkten zu subordiniere 11, Mag immerhin gegen denjenigen, der innerlich das jüdische Religionssystcin überwunden hat und doch aus nationalen Gründen zu dieser Religion steht, der Vorwurf der Heuchelei nicht berechtigt sein, so bleibt doch eine peinliche Dissonanz., die darin bestellt, dall ein wichtiges seelisches Bedürfnis, wie «las religiöse, zugunsten eines anderen, das im Streben nach dem zionistischen Ideal seinen Ausdruck findet, vergewaltigt wird. Selilicillicli dürfte ein Verhallen, wie es Sombart Vorschlag(, doch dazu führen, den ganzen Komplex religiösen Lebens und der damit in Zu* sammeiiliang stehenden Weltnnschammgsfragen zuguiistc-n der nationalen Idee in tlen Hintergrund zu drängen. Damit würde freilich jene Dissonanz an 1111• initU'lbarer Schmerzlichkeit für das Bewtifltsein ein* hüllen; aller die innere Ruhe wäre um den i’rei» einer ungeheuren Einseitigkeit erkauft. Auch die nationale Idee ist in einen gröberen und letzten Endes religiösen Zusammenhang ein/uordiieii; und die Art und Weise, wie ein jeder sich zu dir stellt, hängt im Grunde von dem Bilde ah, «las er sielt von seinen Beziehungen zu Gott uml »Mensch gebildet bat. Nur derjenige, «ler in ganz dogmatischer Weise die Verwirklieiimtg der nationale״ Idee fördert, ohne sie in jenen Zusammenhang einzustellen, kann die rigorose Eorileruug stellen, wichtige Bezirke unseres geistigen Lehens um ihrctwi.lcii hraclizulegen. Nun wird man zwar dieser Erwägung mit «lein Argumente begegnen, dall getaile nur Religion mul Kultus imstande wären, die niisciunndcrstichciidcn Bestandteile der Juden• beit zur Einheit zusammeiiztifassen, und dall es des• halb notwendig sei, ihr Fortbestehen zunächst auf jede Weise sicherzuslelieii. Erst wenn in Altuciilami ein neues jüdisches Kidturzeiilrmn geschaffen sei, könne es sieh der einzelne erlauben, «ach eigener Fasson selig zu werden. Alnr es scheint mir, dall diese Ucberlcguug nicht über die erwähnten Schwierigkeiten liimvcgUilft, Feiner empfindende Naturen werden sich schwerlich jener Forderung unterwerfen, und gerade die Besten wird inan ahsclircckeit, wenn mau sich auf den von Sombart bezcidmeten Standpunkt stellt. Der Gedanke an das nationale Ziel kann den Formen, iu denen sich das jüdische Leben vollzieht, Irotz aller Beimischung nationaler Elemente kein wahres Leben verleihen. Atir hat einst ein begeisterter Zionist, der sieb zugleich als Atheist bekannte, erklärt, er unter• werfe sieh um der nationalen Idee willen aufs ge• oaiiesle den rituellen VotSchriften des Judentums uml besuche auch regelniällig am .Sabbat uml an den l est• und Feiertagen die Synagoge. Wird ein solcher, wenn er sielt am Versölmungstage vor der Allmacht des einzigen Gottes zu Boden wirft, sich eines pciu• liehen Bewitlliseins erwehren können? »Mir scheint, der zionistische Gedanke hat Kraft genug, auf eigenen Füllen zu .stellen; und derjenige, der dem jüdischen Religionssystcin entfremdet ist, erweist ihm keim 11 Dienst, wenn er sieh zu Formen bekennt, die doch für ilm mehr oder minder leer sein müssen, ahge• selten davon, dall sein Verhallen fiir den, dem diese Formell noch mit religiösem luh.ilt erfüllt sind, schwer verletzend und allzu;:«eignet ist, gläubige, gesetzes• treue Jmlcn vom Zionismus ahz.usclircckcn oder ihm zu entfremden. Die allen Tr.uliliuiicn kamt ein jeder .111(11 hei sieh dadurch pflegen, dall er sielt in die Schönheiten und «lie Tiefe der überkommenen rcli• glösen Schriften versenkt, ohne sielt jedoch not• wcmligmvcisc 1111 «*•11 Lclirinhalt zu mit« 1 weifen, dall er sich mit jüdischer Religionsplulosoplüe uml ju. discher Kunst befallt uml überhaupt allen Provinzen jüdischen Lebens sein Interesse z.uwciulet. Aber die Religion darf nicht zur Atrappe werden. Die gegen• tciligc Auffassung stellt nicht nur iu Widerspruch mit den ethischen Prinzipien und (in111dtcndcnz.cn unsere* Geistes, sondern auch im Grunde mit «lein vitalsten Interesse der zionistischen Bewegung selbst. Schluß des redaktionellen Teils. Jüdische Gemeinde, Berlin Gottesdienst• Freitag, den 1*1. April, abends: in allen Synagogen 7! ä Uhr. Son naben «I, «len '211. April, vormittags: in d. Allen Synagoge 8* .• Uhr. In den Synagogen Kaiserstr. u. Rvkcstr. <1 Uhr. In «ler Neuen, Lindenstr. 11. l.üt/owslr,•Synagoge: I r 1111 g o 11 e s «I i e n * t 8 Uhr. 11 a u p t g «> 11 c s (I i e n s t 10 Uhr. Predigt: Sy nag« »ge• Lüt/owstr. Itb* Uhr: Rabl». Dr. Warschauer. » J 11 ß e n «I g o 11 c s «I i e n s t: Alte Synagoge nachm. 1־ Uhr: Rabl). Dr. I sehelbaeher. Abc nilgot t c.sd icu st: 7 Uhr 50 Abu. 0 o 11 e s d i e 11 s t an «I e 11 Wo c 11 e 111 a gen: «M o r• i׳ctts: iu «ler Alte», Kaiserstr.- und Rvkcstr.• Synagoge (1*,״• Uhr, in den anderen Synagogen 7'Uhr. Abends: in allen Synagogen 0>/j Uhr. In der Alten Synagoge halten Vortrag über die , S p r ü e h e «I c r V ä t e r" a b e n «I s 7*/! Uhr n) lierr Rabl», Dr, Esehclbacher, wochcntäglich außer Dienstag, b) Herr Rabl). Dr. Stier am Dienstag. Jüdischer Nationalfonds Zentrale für Deutschland Gtldirndungen Und tuitchlkiillch tu richten in ll«m Mi« Wollal«lB«r, CharlotUaburf, Sjrbal-ftraaaa SS ו^יי^י^יי• 1■י" One .0ז<]I«!״11י ,VnClimntfnnät lut (Inen t1<׳atlmrnt |ml1l«tlnl«nl»an umlon 01• «|»11׳f»n1t(׳lt:11״t11u1 »10» jü>lt1».׳l»011 Volkm *»» orwaritou uml nnf owigo Zollot» ».11 orlialrou Vo 11 ö Zioui.ionl.Micron 1001 KOrrümtot, bo.ltn er lioutr rin VurinOgtiii ««»1» iinliofu U M»llo11.״׳ Mark. Nr. 3/4 der Zeitschrift Palästina Ist als Nationalfonds-Sondcrnummer erschienen. Wir haben eine größere Anzahl dieser Nummer zu einem stark ermäßigten!,reise von 0.30 M pro Exemplar erworben und bitten alle Natioualfoudsvertrnucnslcutc, uns Bestellungen auf das für die Propaganda außerordentlich geeignete lieft aufzugeben. Jüdischer Nationalfonds, Zentrale für Deutschland. In »Nr. 1:1/tt der ״Well“ süui .111 Spenden für den Nutitmnlfomls ״!!*.gewiesen:;ms Deutschland 577,51 M. Insgesamt 25 HO,'J0 ״ In Nr. 15: aus Deutschland 833,87 AL Insgesamt 13076,03 ״ Verlorene Wette von Emma Richter, josefsdorf, an Fritz Schneemann, Atvs* Iowitz. .. Fritz Schn e e in a 11 n: Spende in der Syna gogc Myslowitz. Sclma Epstein, Elberfeld, ihrer glücklichen Landung nach Mcrtlmld Cohn und Ludwig vom Reiingcwinn. Heinz, Hermann (V. J. St.), Königsberg, dankt s. |. Uhr. Heinz Bieber . . ,ד . Chemnitz: Felix und Dipl.■Ing. Winkclsbcrg statt Gratulation an Herrn Dr. spendet an). Übersekunda Aron 10» 0 M. 1,- V 1.- 2,50 I,- I

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