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Jüdische Rundschau · 1912-03-15 · Heft 11 (15.3.1912) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVII (1912)
Issue
Heft 11 (15.3.1912)
Date
1912-03-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seile V2 JUED1SCHE RUNDSCHAU Bonn. Nachdem ticr hiesige Orieiit.ihsteiivcrem in seiner Sil/im«־ von! 29. Februar «I. J. beselilossen batte, eine Petition tun Erricliimig eines Lelirstuhlcs für tnlntudische Wissenschaft imierhalh der ״׳'״ין• sophischen Fakultät der hiesigen Univeisitäl an das preußische Ministerium der geistlichen Angelegenheilen zu richten, ist dieses Schriftstück am 7. Mm/ ״ach Berlin abgcgatigcn. Zur Hundertjahrfeier der Emanzipation der Juden wird von dieser heile eine Stiftung zu gleichem Zwecke dem Ministerium zur Verfügung gestellt werden. Lehrstühle für judaistisclie und tahmidisehe Wissenschaften sind, wie bereits her chtet wurde, neuerdings auch in Budapest und in Leipzig au den dortigen Universitäten geschallen worden. AUS HA1ÄG-ALT0MA Zionistische Ortsgruppe: Donnerstag, den 21. März, abends 0 Uhr, im grollen •Saal des ״Logen• heims, Hartungstr. 0/11: Vortrag des Herrn Hechtsaawalts Dr. Alexander H a us in a n 11 - Lemberg uher ״Die türkische und arabische Frage ''1 Palästina״, liinlritt frei, Gäste willkoiniiien. Wie alljährlich veranstaltet die Frntivngruppe der / ir.nistisdicii Vereinigung Hamburg-Altona auch in diesem Jahre ein Purim-Kinderfest mit misehüellen• dem Ball. Der Uebersclmli soll armen Kindern eine f! ältliche Ferienzeit in gesunder Luft, unter sorgfaltiger Pflege gewähren. Aus diesem Grunde bitten w r, daß unsere jüdischen Brüder und Schwestern zum 0dingen des Festes ״ach Kräften beitragen mögen. 1/6RCIN5 ־RUNDSCHAU Berliner Vcrcinskalender Sonnabend, den 16. März. Kadimah: Vortrag Dr. Julius Hecker: Somberds Judenpolitik. Sonntag, den 17. März. J iid isch er T urn v ere i n ״Ba r Ko c 11 ba": ״Bösen Buben-Kaffee“ der l'raiienabteihmgen. Montag, den 18, März. B. Z, V.: Zwei grolle öffentliche Versammlungen anläßlich der Sitzung des Großen A. C. Dienstag, den 19. März. Zionistischer Verein W e s t B e r 1 i 11: Vortrag Julius Berger: Zionistische Propaganda. — Vortragszyklus Trictsch, dritter Abend. Berlin. A in M o n t a g, d e 11 18. M ä r z, a I! e 11 d s 0 Uhr präzise, finden .1 111 ä II1 i e 11 de r T .1 voll z ä 111 i ״ z u e r s 0 h e i n c 11. Z n r D e c k n n g g 1111 g des (i r n II eil A k t i <111 s k u ini t e 1׳ s z w e i p r <> II e zionistische V o l k s v e r sa m in I '111 - ^cu statt, und zwar in der Brauerei Kö 11 igs t ad t, Sch ö 11 h unser All ec 10/II u 11 d in de 11 P r a c 111 s ii I c 11 d e s W e s t c 11 s , S p i c h e r u s t r 3. T11 e 111 ■1: ״W a s will d e r Z i o 11 i s m n s V“ Folg e 11 tl e Mit g!jeder <1 e s A k t i o 11 s k <> m i t e e s w e r d e 11 sprechen: Pr f. Warhiirg, Ad. Böhm, Dr. H a n t U e , D1-, II a I p c r 11, I > r, J a c o 11 s o 11, I) r. Kl e c, Julius S i 111 o n , N, S o k o I o w , A d, S t a 11 d , I) r. 1־ s c 111 eno'v, P r f. W c i z in a 11 n , l>. Wolffsolin, Die III eisten tl e r R e tl 11 e r w c r!1 e n i 11 b e i d e n Versa 111 m I n 11 g e 11 sprec b c n, l> i e II e r I i n c r G e s i 1111 ti 11 g s g e miss e 11 w e r tl e 11 c 1־ sucht, 11 er U n kosten wird ein Hi 111 r i 11sge I»j von 20 P f g, er h «>hc n. Berlin. Im Verein ״KadimaU" (Gruppe der B. Z. V.) spricht an diesem S «1111 a b 0 n d , den 16. März, abends 8׳׳•. Uhr, Herr Dr. Julius Becker über So 111 hart s ״S uden pol i t ik“. Lokal: Hotel Ruhlnnd, MitteEtraßc «>. — Gäste willkommen, Berlin. Jüdischer Turnverein ״Bar Kochba". Sonntag, den 17. März, nachmittags •I Uhr, ״Böser Unheil-Kaffee“ der ITaiicn-Abtciltmgeii mit Aiiffühnnigeii mul allen mir denkbaren Ucberraschungen hei Neumauu, Roseuthaler Str. :16. Eintritt einsehlielllieh Kaffee und Kuchen I M. Damen als Gäste herzlieh willkommen. Cii.iriottcnburß. Der Zionistische Verein West-Berlin benutzt die aus Anlaß der Sitzung' »les Großen Actions-Comitcs erfolgende Anwesenheit zahlreicher namhafter Mitglieder des Grollen A.-C., um eine interne Aussprache über eine der brennend• steil Fragen der Parleiorgauisatiot» mul Technik her• bciziiführen. Am Dienstag, den 19. März spricht zu diesem Zweck der Vorsitzende des Vereins, Herr J u- I i u s Her g e r über das Thema: ״Zionistische P r o p a g a 11 d a “. J >er Vortrag findet abends 9'/:׳ Uhr, im Cafe Sezession (Kutschern), .1111 Kurfürstemlamm, statt. Mehrere Mitglieder des Großen A.-C. haben ihre Teilnahme an der Debatte zugesagt. Köln. Jüdischer Turnverein: Samstag, den 10. März, 9 Uhr abends, im Saale des Hotels ״Gol- (lener Stern“: I, Vortrag im Zyklus ״Das jüdische Problem“. Herr Dr. G rii 11 ehe rg- E I ber f c Id über ״Die Rassenfrage". Diskussion. Berlin. Berliner Zionistische Vereinigung. Die Sclu'kelblockiniiaher werden dringend gebeten, zu den grollen Versammlungen am Montag, den 18. März 1612, ihre Schckelbloeks mitzubriugen und in den Versammlungen Schekel cmzuzielii‘11. /Adressen für Linladungen zu dieser Versammlung au das Zentral• biireau der Z. V. f. D. erbeten. Berlin. Die Zionistische Vereinigung hatte in diesen Tagen die große Freude, zwei helle Gäste von außerhalb in ihrer Mitte zu begrüßen. Am 16. Fe• hruar las I lerr Richard H u I d s c 11 i 11 0 r aus I lam• hing biblische Novelle 11. Wir lernten eine sympathische Persönlichkeit keimen, einen jüdischen Dichter voll innerer Wärme, von großem Können und erlesenen! Geschmack. Einen Künstler mit feinem Ohre für die einfache, erhabene Schönheit biblischen Stiles, Dieser Stil ist die feste Grundlage seiner Eigen• art, gibt seinem Talente Sicherheit und Kraft, ״De• lila“ und ,,Simsons Tod“ zeigen den Farbenreichtum eines Erzählers, der aus dem Vollen schöpft, orientaüsche Glut der Empfindung und der Sprache, edel• stes Ebenmaß in Haltung und Aufbau, In beiden' Novellen liilU großzügige Phantasie eine versunkene, feine Welt in märchenhafter Pracht lebendig־ erstehen. Schwächer - für mein Empfinden — war ״Der Pro* iihel“; aber auch hier der prophetische Stil meister• lieh getroffen. -- Daß diese seltene Darbietung vor leeren Sitzen erfolgte, ist für uns Berliner Zionisten einigermaßen beschämend. Hoffentlich machen wir diese Barbarei bald wieder gut. . Am II. März feierten wir den Gedenktag der Jude n e m a n z i pution durch Veranstaltung einer Mitglicdcrver• Sammlung, in der Herr Arnold Wiener aus Katt.׳• witz, der Vorsitzende des Olieischlesisehcn Gruppen• Verbandes, über die historische Bedeutung tler Butan• zipation sprach. Mehr als IIK) Hörer folgten mit größtem Interesse den tiefgehenden, von reichem ge• sehichtlichcni Wissen und wärmstem jüdischen Emp• finden getragenen Ausführungen des Referenten. I Nach Erörterung unserer besonderen Legitimation für die Veranstaltung einer solchen Gedenkfeier schil• derte der Vortragende die Stellung des alten Prcu-! Heu zu den Juden, und wies im Anschluß daran nach, 1 wie die Emanzipation vor allem eine wirtschaftliche I Notwendigkeit für den Staat selbst war. Besonders lehrreich warm die Mitteilungen uher die muiigeii der Städteordmmg von 1808, durch du• cjn wesentlicher Teil der spälcicu Emanzipation genommen worden war, und was der Referent \|,£r den Anteil der Juden der Gegenwart an der K m]. immalverwaltiing in den Gemeinden Preußens;.״v führte. Es folgte die Erörterung einer Anzahl Ljn/C|. fragen: Ist die Emanzipation ernsthaft bedroh!? \v,1r die Emanzipation ein Glück? Wie soll sieh j t/t noch unser Rechtskampf in Prcußcn-Dcutschland •;c. stallen? (Aus!ander■frage.) Raum und Zeit v! rin eine ausführlichere Wiedergabe des inhaltreii In n \',,r. träges, den reicher Beifall lohnte und nach (k,,tn Anhörung man die großen l'rfolge der Orgatiis ui!,!! in ObcrscliicsicM erklärt finde!. Eine Diskussion 1,״j nicht statt. In einem Schlußwort führte Herr t >!•, II a 111 k e einen von dem V01 tragenden nur an1:1״.<:)׳. teten [,unkt näher aus, daß nämlich auch der Zioais• mns eine 1־nicht der Emanzipation ist, vor ilcren Einführung eine Organisation des gesamten J1tt\n• tums umnöglicli war. Berlin. Am I», März fand in Berlin die General- Versammlung der Berliner Alliancemitglledcr st,,!! die, trotz der gleichzeitigen Hundertjahrfeier in ,ן*./ Neuen Synagoge einen recht stattlichen Besuch; ״f. wies. Die Versammlung wählte die bisherigen Mi!, glieder des Lokalkomitees durch /.und wieder und als neue Mitglieder die Herren Rechts mvaU Schachtel, L i c 111 e n b e r g, Professor (;;1rj Le w i n , Oskar L ö w e 11 b erg, S1nit.ilsr.it Dr Ligen Cohn und Syndikus Dr. 1־ eitelberg. Nach e’:!n vom Vorsitzenden Herrn Justizrat Fuchs erstatteten Bericht über die Lage, dem sich eine Aussprache anschloß nahm die Versammlung die nachfolgt,!!׳,.« Resolutionen au: 1. Die Generalversammlung bestätigt den ßc• Schluß des Lokalkomitees in seiner letzten Sitzung betr die Verwendung der in Berlin eiiilaiilemleii!׳*> träge mul beauftragt die zur Bildung des Lauteskoniitees eingesetzte Kommission, die Konstituiming des Landeskomitees möglichst zu beschleunigen. Oie Generalversammlung erblickt in der Organisation des Laudeskomitees die einzige Möglichkeit, den dcnl d cii Mitgliedern der Alliance die ihnen nach Zahl und Bedeutung gebührende Einflußnahme auf die Leitung der A. I. U. zu verschaffen. 2. Die Generalversammlung der Berliner Alli.u ct־• mitglieder nimmt mit Entrüstung davon Kenntnis, daß die Pariser Leitung der Alliance hei ihrem letzten Kooptationsvnrschlag den um unsere Sache wie um das Judentum seit vielen Jahren so hochverdienten Herrn Rabbiner Dr. Werner nicht zur Kooptation vorgeschlagen hat und so von der Mitarbeit aiis/.u• scheiden versucht. Die Generalversammlung sicht in der nach Beseitigung des Wahlrechts versmTiten Ausschciduug des Herrn Dr. Werner die Absicht, sich jede tmbeiptcme Kritik fern/.ultalten. Sie spricht Herrn Dr, Werner dir volles Vertrauen und ihren Dank für seine treue /Arbeit aus und hofft auf seine eifrige Mitarbeit in 1 Lamleskoinitec. ־ In der anschVivlWuden Sitzung des Lokalkomitees Berlin wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder Justizrat Max Duells, Vorsitzender, Rabbiner Dr. Weiße, .stellvertretender Vorsitzender, und Heinrich Frankel als Kontrolleur xviedergewähtt. __ Nciigcwählt wurden Justizrat D/ia• loszinsky als Schriftführer, San.-Rat Dr. Colin als stellvertretender Schriftführer, Rentier Gideon Heymann als Schatzmeister, Assessor Dr. Friedemaiin als stellvertretender Schatzmeister. Berlin. Am vergangenen Sonntag, den 10, März, cröflnele der Jüdische Turnverein Bar Koeltba auf seinem Sportplatz in Schulzendorf seine Sp.!1• und Spielsaison. Trotz des nicht gerade einladenden AVcttcrs waren 50 Aktive auf dem Platze uml gaben sich mit regem Eifer dem Training in den verschie• densten sportlichen Hebungen hin. U. a. waren zw ei vollständige l'ullhallmamiscliaften. je II Mann, zur Stelle. Ein gemeinsamer ruhiger Waldlauf tief hin. in in den herrlichen Forst, der dem Platze benachbart ist, sollte den LeicFtathieteu, die in der winterlich» n Muße versteiften Sehncnbäuder lockern. Laufe uher I kürzere Strecken, Wurf• und Sprungübtmgeii unter I erfahrener Leitung, vervollständigten das Pensum des I Tngcs.^ Auch einige I lockcyschlügcr ilieses reiz• volle Spiel findet muerdiugs in der Abteilung gleich• f™j ר־ן ךr 0ü1^j»üü1?80c3rai1t!!1!ä1nos8 3“ÜG!?SaCPr־^ Montag, den 18. März, abends 9 Uhr präzise, in den Prachtsiilen des Mens, SpicIietA 3 teÄ) und m den Spötterei llilnigstadf, Schönhauser flllee 1011־ [ ^״־ r ׳ ׳״W 3.C.— C הס t J w J l Tiiuiuai /־■“״■'s, r הי c7׳a /'/! j t j V.--V t-J C_J C—^ LJ Lü (דr J □ Ansprachen halten die Mitglieder des Aktionskomitees der zionistischen Organisation. Herren• Professor Dr. Otto Wnrburg-ßcrlin, Adolf Böhm• Wien, Dr Georg 117 11 ״״״11־ rs a .» rt”' , Dr. Victor jacobson-Ko״S.a,,״nontl,1״ Dr..Alfred KIcc.MI״, Jajl«־ S(n,c.n.:״״״!.״ci'n,. ' Nal״״t,’ SrtrtÄrtV “ AdoÄ»4.U^ Dr. E. W. Tscliicnoxv•״loskau, Professor Dr. Ch. Wcizmann-Manchcstcr, David'Wolffsolin-köln Bio Redner nnpocjton in fceüdcs3 UcpoansenEunqcn! ־ Zur Deckung der Unkosten wird ein Eintritt sstdd von 20 Pf. erhoben• * 1־■

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