Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVII (1912)
- Issue
- Heft 5 (2.2.1912)
- Date
- 1912-02-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5 JU EDI SC HE RUNDSCHAU Seite 37 cßi/uriclitcn, daß cs Rußland ermöglicht wurde, schamlos /u versichern, die Paßfrage habe mit diesem Schritt nichts zu tun, Rußland wird nicht nachgehen, Amerika wird auf seiner Forderung nicht bcstehen, und keine andere Regierung wird das Beispiel der Vereinigten Staaten naehalunen. Die englischen Juden werden sich nicht rühren. Die Lage der Juden jn Rußland wird schlimmer sein als zuvor, und die Antisemiten in Amerika werden die amerikanischen Juden für ihr mannhaftes Auftreten schwer büßen hssen. Das ist alles. Ihr ergebener Dr. M. Nordau.“ korrcsponDenzen W/1PI1 ^c|- »Neuen Freien Presse“ vom 11 »vH 3(1, Dezember 1011 airgedruckten Befönlerungsiiste von 2113 Fähnrichen zu l.eutnaiils der Reserve entnehme ich folgende 05 auf den ersten Blick jüdische Namen: In der Infanterie, Jäger mul Pionier• truppe, Eisenbahn• und Tclvgrapiienregimvut: Siegtmd Sorger, Hdinmul l.öwy, (iideou Riegler, Jakob Stern, Dr. jur Fugen Heiinaun, Hugo Stern, S.ilomon Lebensart, Adolf Lindenlhal, David Friedman״, Moses Schwager, Salomou Firnherg, Jakob Freund, Paul Karpcles, Fmaniiel Maimheini, Moses l.auli, Isidor Schwamberger, Anselm Gorge, Lernt Feuer, l)r. pltil. David Oppenheim, Siegfried Kramer, Karl Fhrenreich, I Ingo Fhrenreich, Israel Fiselibach, Herz Ochlbcrg false Axdrail, Simon Jakubin, Abraham Zahler, Dr. jur. Jakob Schüufeld, l)r. pltil. Hugo Bergmann, Adolt 'Fink, Leo Kornfeld, Juda Landau, |)r. jur. Simon Lissauer, Elias Radu, David Fried, Siegfried Mayr, Max Eiles, Elias Landsmann, Fmantiet Silber• hach, Moritz Messinger, Ignaz. Scliünteld, Josel Pick, Salomou As/keitasy, Josef I laberleid, Richard Wert• heiiner, Moritz. Wohlberg, Adolf I leinemaun, Alexander (ioldstein, Leopold recte Leih Sersk, Leopold Altmamt, Ailoll Mahler, Alexander Markus, Josel Feuerstein, Dr. jur. Josef Goldeiithal, Majer Bardach, Karl tiold• stein, Jakob Dukaten/ählcr, Fritz Rothschild, J. Isidor Schiffer, Moses Schlang, Rutloli Salomou v. Friedberg, Max Ullmann, llerrmann Rosenberg, Karl Lembergcr, Manfred Offenbacher, Simun Lcuclucr, Dr. pltil. Leopohl Scheinberger, Moritz Schlesinger, (iustav Bär, ״ Richard Kahn, Josef Roscnhnum, Markus Müller, lactpies Färber, Moritz Plaschkcs, Siegfried Fiselter, Dr. jur Stephan Simon, Isidor Silhiger, Isidor Neu• länder. hi der Kavallerie: Otto Aiigeiifeld, Leopold Fiscltl, Joset Brüll, Kurt Ooldschmiut. In der Feld• und Gebirgsartillerie: Artur Lüwy, Leopold Weiß, Wilhelm Ritter v. (iutmaim, In der Festungsartillerie: Max (ioldlterg, Norbert Kolm, Malvin Abclcs. In der Traintrnppe: Rudolf Golilblatt, Moritz. Bicknteycr, Alfred Rosenbaimi, Rudoll Jellinek. ht der Sauitätstruppc: Leopold Kober, Siegmmtd Wiener. Was aber lernst du daraus, lieber Leser? Daß eine Großmacht wie Oesterreich-Ungarn eine Masse jii• disclter Reserveoffiziere in ihrer Armee haben kann, «)lme dadurch an Üiiiidnisfäliigkeit ciiizitbiilicn und daß es andererseits viele jüdische ״anständige'‘ junge Leute in Oesterreich gibt, die sielt nicht genieren, einen jüdischen Vornamen zu tragen. Es scheint mir, als ob Oesterreich in diesem letzten Punkte doch etwas vorgeschrittener ist als Deutschland. AUS.ALL<:R W<rLT ״ Deutschland Das Zirkular des ״Komitees zur Vertretung der Interessen der kleinen und mittleren Ge• mcinden", das wir in unserer letzten Nummer wieder• gaben, ist nicht ohne Antwort geblichen. Das ״Bureau" tjcs ״p. j, Q, ß,״ antwortet darauf in einem ausführlichen Rundschreiben, dessen Einwände wiederum durch ein Schreiben des Komitees wider• legt werden, das besonders durch das Zahlenmaterial interessant ist, welches das Verhältnis von Rechten ״״d Pflichten der kleinen und großen (iemcinden Reffend illustriert. Wir gedenken, unsere Leser in nächster Woche ausführlich über den jetzigen Stand der ganzen Angelegenheit zu unterrichten. PALA65TIMA-RUMD5CHAU I he Zeit der P i I g e r f a 11 r t e n hat begonnen. In diesem Jahre jetloch bleiben die Hotels in Jernsaltiii leer und ihre christlichen Besitzer stehen ßvradeztt vis-ä-vis de rien. (iründe für diese bc• merkenswerte Tatsache sind nicht etwa im ge• Engeren religiösen Eifer der orthodoxen Christenheit ׳" suchen. Mail wird nicht fehlgehen, wenn man das Ausbleiben der Pilgerkarawanen und damit den Rück• gang des bisher so lukrativen Ostergeschäfts, besott• dvrg des Klerus, dem italienisch-türkischen Krieg auf d!c Rechnung schreibt. Nach einer Meldung der Zeitung ״Amoriya" in Jerusalem suchen gewisse Kreise die Befreiung d e r B e wo 111t e rs eit a f t Jerusalems vom Militärdienst nach den! Beispiel der anderen heiligen Städte Mekka und Medina durchzusct/en. Man stützt sielt dabei auf die Tatsache, daß Jentsalem eine heilige Stadt für die Mohammedaner und Christen wie für die Juden ist. Wie der ״Amoriya" meldet, überfiel eine Horde von 12 Arabern das Haus eines jüdischen Wächters, tlas mir eine halbe Stunde von Haifa entfernt liegt. Die Angreifer hatten die Absicht, sich der jung verheirateten I ran des Wächters zu bemächtigen. Der Wächter verteidigte sielt energisch, und cs gelang ihm auch, einige der Räuber zu verwunden. Schließ• lieh war er jedoch der Uebermaclit nicht gewachsen; während ihn die einen festhieheii, drangen die anderen in tlas Haus, tim die Frau fortzusehleppcii. Diese wehrte sieh verzweifelt solange, bis sie er* schöpft ztiKuiiuucnhrach und ohmnächtig liegen blieb. Da die Araber sie für tot hielten, machten sie sich schleunigst aus dem Staube, nachdem sie itmlt schnell alles Wertvolle im I lause /us.miiiieiigerafft hatten. Als die Polizei kam, war von den Räubern nichts mehr zu sehen. Einige Tage später begegnete jedoch der jüdische Wächter zufällig einem der Banditen, erkannte ihn und zwang ihn nach kurzem Kampfe, mit ihm zum Caracnl zu kommen, wo der Araber schließlich alles gestand und noch einige seiner Oe• missen denunzierte. Bald darauf gelang es auch, zwei von ihnen zu verhaften. Sie sehen zu Haifa einer strengen Bestrafung entgegen. M׳M>MiB€ZALeL3״ Die Leitung der Jerusalemer jüdischen Kunstgewerbeschule ״Bezalel" veranstaltet zurzeit eine Aus* Stellung ihrer Erzeugnisse in Lodz. Die Ausstellung wurde vorige Woche im Beisein der vorndunsten Kreise der jüdischen und nicht jüdischen Gesellschaft feierlich eröffnet. Rabbiner Dr. Brande hielt die Eröffnungsrede in polnischer und hebräischer Sprache. Die lokale Presse in Lodz äußert sieh in geradezu überschwenglicher Weise über die Darbietungen der Bczalel-Ausstclhmg. Der Andrang zur Ausstellung ist fortgesetzt sehr groß, und die Bestellungen auf die verschiedenen Objekte mehren sielt von Tag zu Tag. Gleich am Eröffmmgsahend liefen Be- Stellungen int Werte von 2000 Rubel ein. Personen, die Gelegenheit hatten, die früheren Ausstellungen des Bezalel in Warschau, Odessa und Basel zu besuchen, versichern, daß die Ladzer Ausstellung iltre Voigüngcrinnen in jeder Beziehung übertreffe. Demgemäß dürfte auch der materielle Erfolg der Veranstaltung ein sehr bedeutender sein. ElOMISTiSCtJS BetJcöünS Mitteilungen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Ein neues Purimaplc! ״Das P u r im fest ist d n", ein Spiel nt i t Gesang in 2 Bildern, betitelt sich eine kleine Vcrskoinödio, welche uns von den Verfassern, uttsereu Konigsberger Gesinnungsgenossen Patd F eitens t e i n und Louis L e w i 11, zur Verfügung gestellt worden ist. Wir möchten nicht verfehlen, mit he* s o 1t d e r e nt א n c 11 d ruck auf das Werkelten welches für das vorjährige Königsberger Purim• Kinder-Fest verfaßt wurde hiitzttweiscn, weil das Stück über das Niveau der üblichen Purimspielc durch• aus entporragt und Qualitäten enthält, die ihm über• all beifallsfreudige Aufnahme sichern werden. Der Inhalt, welcher u. a. die Piirim-Flistnric als ״Thea• ter auf dem Theater" auf die Bühne bringt, paßt sich dem kindlichen Verständnis trefflieh an; die Verse sind leicht und flüssig und bereiten dem Lernen keine'Schwierigkeit. Fröhlicher I lumor herrseilt in dem ganzen Stück, mir in einer Szene, welche die Alt• ktntft zweier Atiswandercrkindcr in der Kolonie Ort der Handlung ist nämlich: der Garten einer jiidisehen Kolonie in Palästina schildert, gibt es mich einige ernste Worte zu hören. Es geht leider nicht au, näher auf das Werkelten ciitztigehen. Das Gesagte muß genügen. Bemerkt sei nur noch, daß dem Mmmskript die vollständige Regie- I» c a r b e i 11111 g (nebst lUilmcnpIäneu) heigegehen ist, so daß die Aufführung olme grolle Mühe zu bewerkstelligen ist. Versäume daher keine Ortsgruppe, die ein I'tuim-Kinder-Fest vorbereitet, sich das Spiel dessen Aufführungsrecht gemäß dem Wunsche der Verfasser gegen eine Gebühr von 8 M. zugunsten des Lundes-Organisations-Fomls zu erlangen ist. -- zu sichern und sielt einen Abzug des als Manuskript vervielfältigten Stückes von uns senden zti lassen. Ansichtsexemplare werden nur gegen Einsendung von 'I M. fiir die Unkosten der Vervielfältigung eingeschickt. t ״Zionismus oder liberales Judentum?'‘ Das ist eine der Fragen, auf die sich in Deutsch- Innd die ,Diskussion über unsere Ideen neuerdings immer mehr zuspitzt. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland glaubte daher allen denen, die gewohnt sind, den Zionismus in engerem oder weitere;» *Kreise zu verfechten, eine Schrift in die Hand gehen zu sollen, diepmscre Antwort in vornehm sachlicher Fon» darlegt und gleichzeitig einem jeden F'eriierstelienden zur Orientierung dienen mag. Herr Rechtsanwalt Dr. K o II e n s c h e ז Po־w11, unser geschätzter Gesin* mmgsgcnosse, der unsere Propaganda schon mehr• fach durch wertvolle literarische Beiträge bereicherte, hat sich in dankenswerter Weise der Abfassung dieser Broschüre unterzogen und so eine fühlbare Lücke in unserem Sclirifteumaterial ausgefüllt. Wie bei unserer letzten Broschüre waren wir wiederum um eine würdige Ausstattung des Heftes bemüht und glauben, so unseren Ortsgruppen und Freunden den Absatz der Broschüre erleichtert zu haben. Wir legen Wert darauf, daß die erste, verhältnismäßig geringe Auflage so schnell als möglich zum Versand gelange, tmd bitten, uns in diesem Bestreben durch sofortige Bestellungen zu unterstützen. Für größere Bezüge haben wir wiederum erhebliche Ermäßigungen festgesetzt. Der Einzelpreis des zwei Bogen starken Heftes beträgt 20 Pfennige. U)U Exemplare kosten Mark 15,• -,30 ״ ״ ״ 300 --,50 ״ ״ ״ 500 Zionistische Vereinigung für Deutschland Berlin W. 15, Sächsische Str. 8. AUS HAMBURG-ALTONA Herr Referendar I. Möller wird am Dienstag, den <1. Februar 1012, in einer großen öffentlichen Versammlung über die letzte Sitzung des Misrachi-Zenlralkoniitees referieren und zwar mit dem Thema ״Was erwartet das Misrachi- Z e 111 r a I k ״ m i t c e von 11 e r Arbeit der Ortsgruppen?“ Wir machen unsere Mitglieder tmd Freunde wiederholt darauf aufmerksam, daß der Vortrag des Professor Werner Som hart über ״Die Zuk u n f t der Juden“ ant Montag, den 5. Februar, im Großen Saale des Conventgartens, Fuhlcntwictc, statt findet. Wir haben bei der Firma Max Lcicluscnring, Neuer Wall t, folgende Preisermäßigungen für unsere Mitglieder und Sehekelzahler erwirkt: Karten :1 •I M. kosten 3 M., Karten ä 3 M. kosten 2 M., Karten ä 2 AL kosten 1,50 AL und Karten a 1 M. kosten 75 Pf. Wir hoffen, daß unsere Mitglieder von dieser recht wesentlichen Preisreduktion ausgiebige» Gebrauch machen werden. VCREINS-RUNDSCHAU Berliner Vereinskalender Sonntag, den I. Februar: J. T. V. Bar Kochba: Vortrag Trietsch. Montag, den 5. Februar: H e r z1 K I u b: Vortrag Heyntann. Zionistischer Verein West-Berlin: 3. Vorlesungsabend Sokolow. .Mittwoch, den 7. Februar: .. Zionistischer Verein West-Berlin: Vortrag Gustav Landauer. Fl i s t a d r u 111: Oeffentliche hebräische Ver- Versammlung. Sonntag, den 11. Februar: Jüdischer T u! » v e r e i 11 Bar Kochba: Scltautgriien der II. Frauenabteilung. Montag, den 12. Februar: Zionistischer Verein West-Berlin: I. Vorlesungsabend Sokolow. Montag,, den 10. Februar: B. Z. V.: Vorlesung Dr. Richard I luldschiner. ALuitag, den 20. Februar, 1., 1118 ״. März: Zionistischer Verein West-Berlin: Vorlesungszyklus Trietsch. .Mittwoch, den 28. Februar: Zionistischer Verein West-Berlin: Vortrag Julius Bab. Mittwoch, den 6. Alarz: P u r i m f c i e r der B. Z. V. Sonnabend, den 0. ALirz: J. T. V, Bar Kochba: Purimball.