Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1912-02-02 · Heft 5 (2.2.1912) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVII (1912)
Issue
Heft 5 (2.2.1912)
Date
1912-02-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2651273-2651763-2651768--08201-2665424
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

״beiU: 36 JU EPISCHE RUNDSCHAU Nr. 5 sozialistischen Partei (ebenso oder in noch viel stärkoren! Malle in Rußland). Pie Zionistische Organi* sation will eben eine normale Situation schaben, von der ans die Losung der vielen Linzelprobleme der Judenlieit .™gestrebt werden könnte. Die Frage wirft sich da auf, ob es überhaupt von Werl ist, das jüdische Volk zu erhalten. Die Wissenschaft ist sich im allgemeinen darüber ganz klar, dal! Art־ crhalümg etwas Wertvolles ist; die Varietäten gehen dem Leben Buntheit. Für uns ist die l1־a;:c. was praktischer ist, Aufgehen oder Forthcsti'hen? Ls ist wohl das erstemal in der Weltgeschichte, »lall sich ein Volk diese Trage stellt und überlegt, ob es leben oder untergehen soll, diese Ungeheuerlichkeit allein zeigt völlig unseren anormalen Zustand. Für uns ist die Antwort, oh wir leben wollen, ein* fach, ja! *Wir haben noch in der Völkergemeinschaft etwas besonderes zu sagen. Doch wie? Was muH vor allen Dingen der westeuropäische Jude tun, tun nicht aufgesogen zu werden, was mtilt geschehen, um die Juden als Volk zu erhalten? Ls ist ein Irrtum, zu glauben, dal!, wenn der Zionismus sein Ziel \ erwirklicht haben wird, alle Juden der Welt in l’a• liistina leben werden. Die Diaspora wird forthestehen, und unser Streben muH dahin gehen, etwas anderes als l,ictüts־Judcu aus unseren Kindern zu machen. Die Kinder solcher Pietäts-Juden, wie wir sie jetzt haben, sind rettungslos fürs Judentum verloren. W«>-# hin assimilierte Juden gelangen können, haben wir erst im Prozeß MetternichAVertheim in Berlin ge* sehen; die Dekadenz, der Lamilie Wertheim ist mehr als ein Linzelfall. Aus dem Pietäts-Judentum entwickelt sich eine (icneration ohne Halt und Wurzel, und bezeichnend ist, daß sie nur hei den Haltmul Wurzellosen der anderen Völker AnsehluH finden gute Juden müssen wir aus unseren Kimlern machen. Ls ist Schlaffheit, dies Streben nach der Lrlcichlerniig des Lebensweges des Kindes. Ucbeili.aiipi leidet unsere Zeit au einer krankhaften Uchersehützung des Kindes. Das Kind soll zum Kampfe erzogen werden, und nur der liebt sein Kind wirklich, wer es zur Zucht, C'ieluirsam und Idealismus erzieht. Ls zeigt sich leider, (lall das Kind am hergebrachten Judentum keinen Halt hat. Das sogenannte liberale Judentum ist, wie das liberale Christentum, nur eine Stufe zur Abstreifung der letzten Reste von leeren Formeln. Wir sind am Rollen und der Abgrund des Ver- Schwindens gähnt vor uns. I lerzl war es, der ייחס ׳■ml der ahsehlüssigen Balm ein Halt zitrief und «lein Fallen ein kräftiges I leminuis entgegensetzte, «len Zionismus. Daran müssen sieb alle diejenigen festklammern, die nicht im Abgrund verschwinden wollen. Der Ruf zur nationalen Besinnung war «las grüble .VUunent in der neueren Geschichte der Juden. Die* Grölte des Zionismus kann weniger verstanden als empfunden werden. Was verdorrt schien, bricht wicilcr aul, schlummernde Kräfte beginnen sieh wieder zu regen. Ls ist groß, zu empfinden, nicht «kr letzte Rest eines abgestorbenen Volkes zu sein, sondern Mitglied einer historischen Gemeinschaft, die blüht und geseiht. Solche ticfüllte mul solches Streben er/eugen wahre Aristokraten. Statt «lei־ Vernichtung, «He uns droht, wollen wir mifbaueii. Wir zeigen damit «lei־ Welt ein glänzendes Beispiel von reinem Idealismus. Line bodenständige eigene Kultur wir«! eine heilsamc Rückwirkung auf «las Diaspora-Jiidentiiin haben. Wir sind überall ungern aufgeiiommeii, weil wir keine Heimat haben. Entscheidend ist, was 11a־« Volk «lort zu sagen haben wird, und sein Streben muH sein: «lie allgemeine Kultur zu bereichern. Die abgchrochvnc Entwicklung muH \vie«ter mitgenommen werden. Zu freien, reclitliehen Verl1alt11is>en wollen wir unser l.eheu entwickeln mul «lie Mangel «lei emop.iischvn KulUir möglichst nicht mit.intm-limen. Nene Ikgeistermig gibt uns neue Lebenskraft, neue Ziele. Niemand zu Leide, uns zu Liehe. Wir sind nicht hl««D eine religiöse Gemeinschaft; «lie kosmopolitischen Träume lassen wir fahren und durch «lie Tat haben wir es bewiesen, «lall wir, wie jedes andere Volk, uns einen Grundstock des Volkstums schaffen können: ackerbautreibende Bevölkerung. Wir werden so schnell mul gründlich etwas Bedeutendes leisten, wie uns die jüdische Volkskraft unterstützt. L.s hängt von tmserein Willen ab, ob «lei Znmisnms ein Märchen bleiben soll, Die jüdischen Massen müssen sich an weitherzige Zieh* hcrunmuchcu, mul Krämer und Schacherer mögen nicht in unseren Ratsstuheu sitzen. Mit seltener Anteilnahme lauschte «lie zusamnici: gepreßte Menge den Ausführungen des Redner! Schon die rein technische Vollkommenheit bestrickt die Zuhörer, «lie geistreichen Apercus gaben di Würze, doch vor allen Dingen wiiltte Dr. Klee es de Gemütern tüchtig eiu/ulicizeii, die Augen glühten, <|j Herzen schlugen rascher, man fühlte sieh bvschwüg '״ Taten. Lin seltener Beifallssturm bezeugte «IL dem Redner. Das Sntmpivl der DiskusMou wurde un» nie! geschenkt. Einige unklare sozialistische Kopfe glaui teil «ine Lanze für «len Sozialismus brechen z müssen. Ls ist merkwürdige, wie Leute, die m zum Diskutieren kommen, aus den klarsten Worte Mißverständnisse herausgreifen, um auf ihnen hermi zurcilcu. Sie beweisen nur, daß sie nicht über/ou; sein wollen. Es war Herrn Dr. Klee ein leichtes, di .Mißverständnisse ins klare zu bringen und seine Am tuhrimgcn nach allen Richtungen hm zu vervul «ständigen. Die Anwesenheit Dr. Klees in Antwerpen bracht uns eine Fciertagsstimiming, wofür ihm hier micl mals gedankt sei. g p Aus der hebräischen Bewegung Miiteilungcn der Organisation für hebräische Sprache u. Kultur (Iifcfcdruth Ibrith) (Zentrniburcau: Bcrim-ClinrioHcuburg, Knntstr. ö'L) Allgemeines. Aut «lern düsteren Grunde des jüdischen Lebens, aus «ler inneren Zerrissenheit mul Lrsclniltcnmg unseres Volkstums erhellt sich die hebräische Renaissance gleichsam als leuchtendes SyinlH»! der Einheit und der unverwüstlichen Schaffenskraft unseres natio• iialcn Ingeniums. Die Neubelelniug der hebräischen Sprache hat aufgehört ein bloßes Ideal w c 11 i g e r (icisteskämpfer zu sein. Luter historischen Notvvcn- «ligkeit entspringend, hat sie konkrete Gestalt angeuominen und in weiten Volkskreisen tiefe Wurzeln gefallt. Die Lrliebtuig «le* Hebräischen zur Verbandhingsspraehc auf dem nmg>ten Ziouistciikongreh 111 Basel dokumentiert «lie Wiedergeburt unserer Nationalspräche als ein Wirklichkeit werilcutles Volksideal, was au hebräischen Wirkungskräften über «len ganzen Erdball zerstreut ist und sieh mir in Ein/elhcobachhingen feststellen läßt, (las zeigte sich hier in zusaniineiifasseuilcr Potenz, und es ergab selbst für diejeitigen, die mit den einschlägigen Verhältnissen im Liiizelnen vertraut sind, ein überraschend erfreuliches Gesamtbild: Ein über Erwarten großer Teil aller Kongreßteilnehmer bcliieiile sich «Ics I Icbräischen als natürlicher Verkehrs- und Umgangssprache. Während einer ausgedehnten, äußerst lebhaften Sitzung wurden die Kongreßverlianilhmgeu ausschließlich un Ilehr.iischen gefühlt, und zwar nicht etwa als bloße Demonstration, suinlcrn im ernsten Bewußtsein des inneren imzcrtreiinliehen Zusammenhanges zwischen der Atiferdelnmg «ler Nation mul «ler Nctihclchitng ihrer Sprache. Fortschritte der hebräischen Bewegung. Der Aufschwung des Hebräischen, «ler sowohl auf dem Kongreß wie in einer anläßlich desselben stattgebabten Soiitlerveranstaltimg 11er ״I list.uli tilli Ibntli“ zutage getreten ist, hat .1111 di!• weitere Gestalluug der hebräischen Bewegung befruchtend und ■iiifem niii gewirkt. Unter dic>cu Einwirkungen h.ibcit unsere Gesinnungsgenossen in Galizien, der dortige /weigverbantl miseicr Organisation in Gemeinschaft mit dem hebräischen Schuiveibaud und «lein liebrai* sehen Lchrervcrbaml, einen allgemeinen Hebräer* tag vom P). ׳JO. November in Lemberg veranstaltet, au dem etwa a(H) Delegierte aus allen Teilen «Ics Landes teiluahnieu und zu «lern auch «lie dortige jüdische Gemeinde und mehrere grolle jüdischen Or* ganisationen, wie die Lcmbcrgcr Buei Britli-Logc, «lie Zionistische Lamlesorgauisation in Galizien, die Lei* Hing «ler Zionistischen Weltorganisation uu«l «las Zentralkomitee der ״llistadrnlh Ibrith“ Vertreter entsamli hatten. Dieser hebräische l.amlcskougrcH hat alle wichtigen Fragen der hebräischen Betätigung, die Probleme mul Aulgahcu des hebräischen Schul- und Lr/ielmngswesens, «len Aushau der hebräischen Or- ״.misatiousgcbildc lind «lie Forderung «ler hebräischen Presse mul Literatur im Laude eingehend und suchkundig durclibcratcn und einen würdigen, von tiefer Begeisterung und ernstem Streben getiagcuen Verlauf genommen. Fr bezeichnet «len Beginn einer n e u e 11 Aera für die gesamte jüdisch-nationale Bewegung in Galizien und stellt eine bemerkenswerte Erscbeimuig für die hebräische Bewegung im allgemeinen dar. Bemerkenswert ist auch die Heran «gab«׳ eines neuen hebräischen Tageblatts ״Bafh-Kol" in Krakau. Von den jüngsten hchräi>chcu Forts« hritlcn in an• «leien L.mtlcru begrüßen wir «lie von unserem Ivoiuitccmilglicd R. Üraiuin hcgrüntlctc Wochenschrift ״I la-Deror•• ■ in Amerika (New York, SU öl De- I.meey-Strcet. Abimncinentsbetrag 1׳ Dollar jährlich), und wimsehcii iiir guten Erfolg. Der Anklaug, «len «las neue Unternehmen gefunden hat, zeigt, «lab «lie hebräischen Bestrebungen auch in der neuen Weit nunmehr Boden zu gewinnen beginnen. Diese liestrcbmigeii gehen namentlich von «lern unter dem Namen ״Achicber“ wirkenden Zweigverciu der ״I listailnitli Ibiilh“ in New •York aus, der eine eifrige Tätigkeil für die Verbreitung hebräischen Wissens durch Abendschulen, Kurse mul Voiträgc, sowie für den Absatz hebräischer Publikationen eull.iltet. In der• selben Richtung wirken auch in anderen Zentren der Vereinigten Staaten verschiedene, ebenfalls unserer Organisation allgegliederte hebräische Gruppen. Um jedoch «len verstreuten hebräischen Energien «laselhst ein«• großer«• Einheitlichkeit und Konsolidierung zu verleihen, li.ilun wir einleitende Schritte zur Bildung eines h c b r ä i s c 11 e 11 L a n d c s k o in i t e e s für A m e r i k a unternommen. ln Rußland leidet «Isc hebräische Bewegung, wie «las gesamte jüdische Leben «laselbsi, and iiiernd durch «lie ■tuberen I ieiimniisse und Witlerstäudc, durch «lie Unieibimhnig der Vereinsmul Versammlungsfreiheit. Und vs ist daher sclum als Erfolg zu bezeichnen, wemi unsere «lortigen Gesinmuigsfrcuiule doch nicht gänzlich .111 ihrer Aufgabe verzweifeln, mul 111 einzcIih n Orten, in «lenen «l.e äußeren I lindcriiissc leichter zu überwinden sind, sich auch ein wirkliches hebraisehes Leben bemerkbar macht. Die hebräische Bewegung in Deutschland. Was die hebräische Bewegung in Deutschland anbetrifft, so zeigt sich die Ent- Wicklung derselben vornehmlich im fortschreitenden Ausbau «ics hebräischen S p r a c 1111 n t c r ־ r 1 c h t s. Hier, wie im europäischen Westen überliniipt, handelt es sich zunächst vor allem um das Er* lern e n der h e b r .1 i s e h e n S p r a c h e! < uw 11» nicht eine leichte AufgalK*, namentlich für erwachsene Anfänger ־ allein um so verlockender für die Willensstärken und l!vi>cr/eugtmgslesten. Allerdings sind die Schwierigkeiten nicht zu unter* schätzen, die dem Erlernen des I k br.iiselten 111 Deutsel1l.mil im Wege saul. Vor allein lelilt es hur noch an geigneten l.olubiichcru. Für die Einrichtung von Sprachkursen in der Provinz mangelt es 110111־ häubg an Lehrern, mul wir k«muten «Filier den vielfachen au uns gcrieliü'tcn dicshv/ugln’hcn Wünschen mir in besilir.mktem Maße nachkomm••!!. f.s ist not• wendig, «Iah die m Betracht kommenden Lehrkr.iltc erst mit «len besonderen hiesigen Verhältnissen «ertraut werden. Und «vir hoffen, daß 1יי mis 111 nicht allzulerner Zeit gelingen werde, eine Gruppe wirk* lieh brauchbarer hebräischer Lehrer m Berlin heran• zubildcu, um sodann von hier aus nach der Provinz geeignete Kräfte Imisendcn zu können, wobei «lie Instituiioi! der Wanderlehrer >11 t;1 w.igung zu ziehen sein «birfte. Zugleich befassen wir mis mit der AnsatbiiHiiig einer geeigneten licbrai-ciien I .Iifincthode in der Form von Unterrichtsbriefen. Das I) e ti t s c 11 e L a n «I e s k o m i t e e unserer Organisation hat zu Begum des (.ihres ä(17׳J eine Re- Organisation erfahren und bestellt jetzt aus folgenden Miiglietlcru: Dr. Heinrich Löwe, I. Vorsit/eiuler, Dr. Georg Gcrson (Berlin. Lübecker Straße KJ) Schrift- und Kassenfülircr, Rabbiner Dr. J. Bleichroder, Dr. Arthur Biram, Dr. J. Meisl und Dr. Gotthold Weil Ik'isit/ci. Bcrlr.md llanihmg und Moritz Siinoii Revisoren. Das ncugebililete I andeskoinitec hetrachtet es als eine seaier Hauptaufgaheu, die hebraische Agitation in Dei1>s־eh!an«l intensiver zu gestalten, Und w ir lioiicn. .1.11• .die Freunde uml Anhänger der liebiaischeu Bestrebungen;0 allen Teilen «le> Reiches ihm hierbei zur Seite stellen wilden. In Berlin selbst entwickelt *ich die Tätigkeit der ״IIM,idruth" in erfreulicher Weise. Außer den hebräischen Sprachkursen veranstaltet die Ortsgruppe .11׳ wöchentlich hebräische Versammlung, die sich eines /alilrciclicn Besuches erfreuen, und «Icmnaclist wird liier auch eine Volksversammlung zur Propaganda Ihr die hebräischen Bestrebungen staufmdeu, Neuerscheinung«.*!!. An «In s«׳r Stelle sei besonders auf «las un ״JudNeli«u! Verlag" erschienene Huch von I le luu h 1.0vw ,.Die Spinell« 11 «ler Juden'* luugvwicscit, «las wertvolle |>i« liste für «lie 11! br.ii'i lu׳ Prop.1 g.nul.« leistet. Von den jüngsten Neuerscheinungen auf den! Gebiete des hebräischen Biieherni.u kies seien 11. a. hesonders erwähnt «lie Ausgabe sämtlicher Gedichte von Tsdternichovvski (Verlag ״Haschiloah“, Odessa); der III. Band des großen ״Millon" von Ben-Jehuda; der I. Band einer hebräischen Tolstoi-Ausgabe (Verlag ״Misrach umaarab", Wilna); der VI. Baud der En/.y* klopäilie ״Ozar Jisracl" in New-York, sowie der II. Band «ler gesammelten hebräischen Schriften von Mcnilelc Mocher Seforim (Verlag ״Moriali'' Odessa). Die Kämpfe in der Alliance Grllndung eines deutschen Landcskomitccs. Am Sonntag, den 2S. «I. M., f.iml in Berlin eine von der Deutschen Konfcrcii/gcmciiischaft «ler Alliance Israi'lite Universelle eiiibeiufeue Delegieitenversamin* hing «ler deutsch« 11 Lokalkomitees statt, die zu den! Vorgehen »ler Pariser l citnng Stellung nehmen sollte. Die Versammlung war s« hr stark beschickt. Abgesehen von zahlreich«׳ui G.isten, «he «len Verhandlungen folgten, 11.11 inieii «l.ir.m als stiminbereelitigte Mitglieder 1 iS Berliner mul etwa 'dl Herren aus allen Teilen des Reiches teil. Nach l.mgcrcu Verhandlungen wurde mit allen gegen eine Stimme die Gründung eines Deutschen Lamles-Komitees der Alliance Isruelite Universelle beschlossen und ein Komitee ans fünf Personen eingesetzt, «las bis zur Einsetzung des defimtiveu Vorstandes «lie Geschäfte lies Laiiileskoiuitees führen wird. Diesem vorbereitenden Komitee gehören auch die Herren Gebei1nr.it Landau und Justi/rat Fuchs an. Der Leitung der deutschen Konferenz* gemciuschaft wurde einstimmig ein Vertrauensvotum erteil(. Max Nordau über die russischamerikanische Paßfrage Herr N. S. Bnrstein in Cardiff hatte an Max Nordau ein Schreiben gerieiitet, worin er ilm um seine Meinung über den ru-siscli-aiuerikauischen Paß* konlhkt befragte. Nordau erwiderte folgendermaßen•. ״Paris, l'J. Januar 1dl2. (icchrter t l«-rr Bnrstein! Wir Juden haben tatsächlich nicht unseresgleichen in unserem unverwüstlichen Optimismus, den kein Mißerfolg zu trüben vermag. Den Ihren bewundere ich geradezu. Wie können Sie erwarten, daß >die Paßagitation, der die Schlauheit kriecherischer Achselträger in Amt und Würilcu den Stachel genommen hat, irgendwelche gute Folgen zeitigen wird? Mr. Taft war gezwungen, den Vertrag mit Rußland zu kün* digen,. aber er wußte die Form der Kündigung 90

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.