Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVII (1912)
- Issue
- Heft 1 (5.1.1912)
- Date
- 1912-01-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Stile 2 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 1 zu wühlen! Und da müssen wir den ge• ringen politischen Einfluß, den wir jeder ein• zclne durch den Stimmzettel haben, richtig nutzen. Nichts wäre verkehrter, als falsche Aengstlichkeit. Es ist ein Selbstbetrug, wenn wir uns einreden, «lall wir Juden in Deutschland politisch etwas zu verlieren haben. Wir haben zwar auch bei einer leisen Aenderung des Systems nicht viel zu gewinnen, aber wir können das herrschende System keinesfalls unterstützen. z\lso ־־ mit einer Hamletvariante: konsequ ent sein ist 0 110 s! ib. Dar« angebliche Niederlassungsvcrbot gegen die Juden in Palästina und Syrien Vor einigen Tagen wuHle der ״Tanps" zu herichten, dall die türkische Negierung einen (ieset/.. entvvurf vorhereile, durch den die Ansiedlimg von Juden in Palästina und Syrien iinlerhtimkn werden solle. Hierzu erhalt das ״berliner Tageblatt“ die folgende Information: ״Schon im Jahre ISS'J wurden seitens der türki. selten Regierung Eiitw.mdcningsbesdiräiihmigen gegen die Juden verfügt, die nach den grölten Jmlenverfo!. gütigen in Rulnand nach Palästina Limen und dort die ersten Kolonien gründeten. It>')2 wurde ein t'or. me lies Ein wand er ungs verbot erlassen. Diese Mallregeln entsprangen int wesentlichen der He• fiiic'.itung, die Massenansicdlung russischer Juden weide der russischen Regierung erwünschten Anlitlt bieten, sich fortgesetzt in türkische Angelegen, beiten c i n/.u m i sehe 11. In der Tat hihaitdc't die russische Regierung die Juden, die sich im < )rient nieücrlasscu, nach ganz anderen Prinzipien, als ihre jüdischen Untertanen in Rultiand selbst. Sie werden, sobald sie Rultiand verlassen haben, als ,,echte Riosen“ betrachtet ttttd sorgfältig ,,geschützt'•. I ׳alt die türkische Regierung trotz dieser seit ".11 Jahren he• stehenden Hcschräukimgen keine eigentlich judcit feind• lieh*! lialttmg entnimmt, geht damus hcivor, datt Von ISS : bis IS'Kr 2b jüdische Kolonien in Palästina gegründet wurden, und seit IS‘X> weitere Ul Kolonien, ohr.e da fl die Regierung erhebliche Schwierigkeiten gen acht hätte. Was nun die heutige Situation betrüb, so sind tatsächlich seit der Revolution v >11 Zeit zu Zeit Anzeichen antisemitischer Stimmungen auf. get echt, die aber künstlich van aultcii Itervorgenden wa».:n und gewissen politischen Plänen fremder Agent en dienten. Die Judenfrage wurde daun auch für lic innerpoütischen Kämpfe ausgemit/t, was zu der Kniainerdehattc über den /.ionistmts führte, /weck der Uehinig ־War die Kmnproinitticrmig des Ministeriitms. Vor einiger Zeit wurde dann im türkischen Miiustcrrat ein Oesel/.entwurt '11. raten, der die weitere' Einwanderung von Juden beschranken sollte. Dieser Entwurf, der von Ecritl Pascha stammte, wurde mit der Hegrümlung a b g e lehnt, e r v e r s t o II e g c g e tt die K o n s t i t u t i o n. In den letzten Tagen wurde nun ein neuer Entwurf, der sielt ebenfalls mit der jütlt* schon Eimvaiuleniiigsfrage beschäftigt, dem Staats• rat vorgelegt. U c b c r d c n Inhalt i st h i s zur Stunde nichts bekannt. Die Meldung der ״Tvtnps", cs sei ein Nicderlnssungsvcrbot heahsichtigt, ist eine leere Vermutung. Es ist kaum anztiuehmcn, daft die Türkei bei den jetzigen Wirren im Innern auch noch die jüdische Einwandertmgsfrage zu einer definitiven Erledigung bringen will. Jedenfalls wird es noch lange dauern, bis der Entwurf v«»r die Kammer kommt. Ob er für die jüdische Einwanderung günstig otler ungünstig ist, steht dahin. Die »heu erwähnten, bereits bestehenden Heselnänkuiigeii sind, wie gesagt, ohne praktische itcdeutung geblichen l>er Erlab'eines Gesetzes, das die Einwanderung ausliitidi• scher Juden verbietet, würde in s t r i I; t e m W i dersprucli zu den i n t e r tt a t i o n a I e n A h m a eitu ״ge n der Türkei stehen . was das ״Ileriiner Tageblatt" neulich ganz, richtig andctiUlc. Die Kapitulationen verbürgen jedem Ausländer das Recht, sielt in der Türkei niedcrzulassei! und Grundeigentum zu erwerben. Eine Beschränkung dieses Rechts zitungunsten der Juden wäre völkerrechtlich unhaltbar." Zionistische Arbeit in Palästina Die Schärfe, mit der Herr Ingenieur Wilbuschi•• witsch sielt in seinem Vortrag int Zionistischen Vciciii West-Berlin jüngst über die bisherige Arbeit det־ Zionisten in Palästina aussprach, hatte über die Ural• zen des Vereins hinaus Aufsehen erregt. Zwar w.tr der abfälligen Meinung des ausgezeichneten Palästina• kenners über den Wert und die Methode der von den Zionisten in Palästina geleisteten Arbeit schon in der sieh an den Vortrag auschliellcndcn Diskussion Prof. Warburg entgcgengetrelen. Immerhin abei* schien es wünschenswert, speziell über dieses Thema eine eingehende Aussprache hcrhci/.uführcii. I >as ge• seitab in einem DisKiissionsnbend, den der oben• genannte Verein speziell z.n diesem Zwecke für den Mittwoch verflossener Woche eittheriifeit hatte, und der ein gewähltes mul interessiertes Eorum von I 1etm• den unu Kennern Palästinas zu crspi'icltlicher Ausspräche versammelte. Es dürfte zweifellos auch unsere Leser sehr intcrcssicrcn, aus berufenem Munde zu erfahren, wie die palästinensischen Juden selbst über unsere Arbeit in Palästina denken, und auf welcher Grundlage ihre Meinung aufgebaut ist, mjd andererseits, was die he• riifemit Eührcr unserer Organisation dem entgegenzusctzeii haben. Es sei gleich vorweggciiommcn, dall «lic neuerliehen Ausführungen Wilbtisehewi!•clis nicht ganz jene Schärfe zeigten, die das erstemal so attfliel. Der absolute Mau;;ei jeglicher Anerkennung für die Arbeit der Zionisten in Palästina, der das Signum des ersten Vortrages bildete, milderte räch in der breiteren Dar• legtmg, die de!־ Vortragende seinen speziellen Dar- Icgungeii .diesmal geben konnte, zu;einer Kotislalierimg vieler schwerer l eider. Vor allem klagte er über die zahlreichen versäumten Gelegenheiten und übereilte im Prinzip nicht richtige Methode, beides Punkte, über die, wie die Debatte ergab, auch im Kreise der be• riifeusten Kenner, Meinungsverschiedenheiten sehr wohl bestehen. Das Grundlegende in den Ausführungen Wilhnseliewitsdis über die zionistische Arbeit in Palästina bildet das M i II v c r!1 ä 11 n i s z w i s c 11 e n d e m Möglichen und dem Erreichten. Er gibt zu, dall die zionistische Organisalion, dall vor allem tler Zionismus sehr viel in Palästina bewirkt und geleistet habe, mehr und besseres, als irgendeine andere Organisation. Aber schon diese He t rach- 11111 g s w eise möchte er für die zionistische Arbeit in Palästina ganz,;msgesclialtet haben. Diese möge für amlere Organisationen in Betracht kommen, aber nicht 111 r die zionistische, «lic immer mir betrachtet werden dürfe vom Standpunkt des E r r e i e 11 b a reu, mul nicht im Vergleich zu dem von anderen E r r e ichteil. Und von diesem Standpunkte aus sicht er allerdings viel 'Tadelnswertes. An einer Reihe von Beispielen mit Zahlen und Namen führte Wilhuschc• wilschs seine Meinung aus, dall der Zionismus oder die zionistischen Organe speziell aut dem Gebiete des l.mdcrwerbs und besonders in der Zeit vor Erlichtiiitg des Palästina-Amtes unschätzbare Gelegen• heilen verabsäumt hätten, zu ungewöhnlich günstigen Bedingungen wertvolle Ländereien zu erwerben, zu Bedingungen, deren Erfüllung auch mit beschränk• lereii Miltein als sie der zionistischen Organisalion zur Verfügung gestanden haben, möglich gewesen Ware. Jede Versäumnis gerade in dieser Beziehung rächt sich schwer, denn es ist nach der Meinung iles Referenten nicht richtig, mit Prot. Warburg .ווי• ziuuhineu. »lall das Land im allgemeinen nicht über stillen Wert hinaus bezahlt wird. Palästina hat eine Ila11dclshil.n1/, deren Eigentümlichkeit darin beruht, dall audcrordcntUchc Mengen gemünztes Gold ins Lmd eingeführt werden, daun Exportwerte nicht gegaiiibcrsteliai. Das beruht aut der Tätigkeit der Missionen aller Religionen in Palästina. Zwischen I) mul 21) Millionen Eres, kommen alljährlich als Spenden und Almosen nach Palästina, die natürlich dort aut den Geldwert «ehr drücken und andererseits zum nicht geringen Teil in Land angelegt werden zu Preisen, die natürlich viel höher sein können, als der gemeine Wert, 'ja sogar als der Spekulatioiiswert; dam die mit diesem Gehle investierten Anlagen hraueliai sieh ja nicht zu verzinsen. Schon aus diesem Grunde 11111(! daher darauf geachtet werden, dall kein annehmbares Angebot von Land unberücksichtigt bleibt, und muH das Bestreben darauf abzielai, so viel Land als möglich diesem framlai Kapital zu entziehen. Andererseits steigert natürlich die Konkurrenz der Juden und Christen, die sich heim Lnndkauf heule schon sehr fühlbar macht, die Preise. Dazu kommt, dall die von den Missionen stark in antijüdischem Sinne beciiiiitillte christliche Araberprcssc die 1111• glaublichsten und übertriebensten Gerüchte über die Zahl der nach Palästina kommenden Juden mul deren Absichten verbreitet und so in jedem Grundbesitzer die nbciitcucrhchstai Vorstellungen voll dem erweckt, was die Jmlai für Land zahlen wollen und können. In dieser Beziehung hat neuerdings der ,türkisch• italienische Krieg mul seine Begleiterscheinungen einen erfreulichen Umschwung hervorgerufen und es ist au uns, ihn zu benutzen. Unbedingt;erforderlich wäre, den gesamten Landerwerb von Juden in Pa• lästina zu organisieren und zu zentralisieren resp. die auf dieses Ziel auslaufaidcii Bestrebungen mit Energie weiter zu verfolgen. I linsielillieli der industriellen Ent• wieklung Palästinas hält Wilhiisehewitschs nicht soviel, wie /. B. Trictscli, von der Heimindustrie, die er offenbar auch volkswirtschaftlich nicht sehr hoch ein• schützt. Dagegen ist er überzeugt von den grollen industriellen Möglichkeiten Palästinas überhaupt. Nur kann diese Entwicklung nicht von der zionistischen Organisation bceiiiflulit werden. Die Industrie hängt immer ab von der Tatkraft und den Fähigkeiten ein• zeluer Unternehmer, die zionistische Organisation kann da nur indirekt, durch Anregungen und Aus• künflc, und dadurch, dall sie die Aufniaks.imkeil aut dieses Gebiet Senkt, wirken. Aber sogar in dieser Hinsicht sieht er Versäumnisse. Höchst wichtige Kon• Zessionen der letzten Jahre, die seiner Meinung nach gcwilS erreichbar waren, haben wir mellt erlangt. Von den Industrien kommen natürlich in erster Linie die auf Her Landwirtschaft beruhenden in Frage. Die Oe!• mul Scifcnfahrikation, die Scidenimlnstrie, die insbesondere dahin ergänzt werden kann, dall nicht mir rohe, sondern auch halb• iirnl ganzfertige Ware atisziiftihren wäre, die Stärkefabrik,itiou, für die im Lande selbst ein ausgezeichneter Rohstoff wächst, die Kalksandsteinmul Zanaitimlnsti'ie, die Glas• fabrikatiou, die Gewinnung von Asphalt und Erz usw. usw. bieten höchst schätzbare Aussichten. Oh wir aut diesen Gebieten etwas erreichen werden, das hängt in allererster Linie davon ab, ob innerhalb des Zionismus oder des Judentums Geld mul Leute genug da sind, die willens und imstande wären, der• artige Unternehmungen auf gesunder Basis mul mit Einsatz all ihrer Kräfte zu betreiben. I Der Zionismus hat nach der Meinung des Vor• tragenden zwei Aufgaben in Palästina. Die eine nt der Landerwerb. Lr muH betrieben werden, auch ohne dall wir halle schon wissen, wie mul in welcher Webe wir das Land spater verwerten oder bebauen wollen. Je langer wir wallen, desto mehr schwinden 111$ die Möglichkeiten des Bodaurwerhs und diese Gefahr ist viel grober, als irgendwelche, die wir aus einer derartigen Methode etwa sonst zu gewaltigen hihcii. Die zweite Aufgabe ist die der kulturellen Mission. Wir müssen den jüdischen EiufluH m der eingeborenen Bevölkerung stark machen. Indem wir das eingeborene Element durch Errichtung von Schulen, durch Installierung von jüdischen Acrzten, Rechtsanwälten tisw., durch die Presse, die heute im Lande fast .,mssdilicHlich von christlichen Arabern 111 aniijüdiselieni Sinne geleitet wird, kulturell bccin* (hissen, müssen wir unsere Position im Lande Marken, müssen wir die eingeborene Bevölkerung d 11 r c 11 die T a t von den Vorteilen idicrzcugcn, die wir ihr /u bringen imstande sind, müssen wir sie an uns . e* widmen lind tms Irenmlwilhg machen. Gerade auf diesem Gebiete wäre heule, und teilweise mit leichter Muhe, Grolles zu erreichen. Die Debatte, die sieb an den Vorirag ansddoll, zeigte in konzentrierter form die Gegensätze, die heute iuiicrh.ilb iles Lagers der Pal.istiiiafreunde besieben, die sieb aber alle in dem lebhaften Wunsche nach Stärkung der jüdischen Position im Lande hegcguai, und die alle darin ulHieinsiiimiiai, dal! diixe Methode der Schaffung einer jüdischen Sphäre in Palästina zugleich auch der einzig richtige Weg tür uns ist. Einig ist man sich auch innerhalb der ver• sdiicdcncn Richtungen über die hohe Bedeutung der Missionsidee, und besonders Prot. Warburg er• klärte sich davon durchdrungen. Dagegen bestehen Meinungsverschiedenheiten hin• sichtlich der praktischen Fragen, vor allem liinsichll.cli des Tempos im Landerwerb. Es ist vielleicht nur natürlich, dall, wie sich auch in dieser Debatte ergab, die Palästinenser seihst, die t «glich den Uebergnng dieses oder jenes Grundstücks an Nichtjudcii vor Augen selten, und die natiiigeiuäl! geneigt sind, nn l.aiidhesitz die Duelle alle« Guten zu erblicken, mit einer gewissen Verstämlnislosigkeii dem Zaudern der jüdischen lind speziell der zioni ,tischen Organisationen gcgaiiiberstcheii, ihre ganze Energie auf den I.and• erwirb zu kouzentrierai, und dal» sie geneigt sind, in diesem Zandern nicht nur eine übertriebene Vorsiebt, sondern direkt so etwa•, wie einen Verrat an tinscni heiligsten Gütern zu erblicken. Demgegenüber vertritt Warburg den Standpunkt, dall der Landerwi rb nicht;»lies sei, sondern vielmehr die l.audbes tznähme. Es genüge durchaus nicht, in dieser oder jener Eonn Besil/titel der Ländereien zu erwerl« •n. Wir iiiüssen vielmehr ilafür sorgen, dall diese L.n• dereiai auch in Wahrheit jüdische« Besitztum, d. 11. von Juden okkupiert werden. Dieser Standpunkt rollt aber gleich einen ganzen Komplex von Fragen auf: die Art der Kultur, die Betriebsmethode, die Seilhaft• inacliiutg mul vor allem die Arbeiterfrage. Alle diese Fragen müssen sehr sorgsam erwogen werden. Mit dem Landerwerb allein kommen wir durchaus nicht zum gedeihlichen Ende, wenn wir nicht glcichze.tig daraut bedacht sind, eine jüdische Bevölkerung seilha ft zu machen. Das bediiii't ein gewisses Zögern, ein Experimentieren, das verlangt aber auch die 111• vestierimg grober Mittel nicht ausschlielllich in! Land• kauf, sondern auch in der Bewirtschaftung, in der Kultivierung, im I lauserb,m usw. usw. Mit anderen Worten: wir müssen Gehl und Zeit und Kräfte für die Kolonisation übrig halten. Diesem Zwecke dienen ja die verschiedenen Unternehmungen (P. L. D. C., Versuchsstation, Arbeitergenossenschaft, Oclbamn• spende usw. usw.). Dali all dieses kleine, winzige Versuche sind, muH allerdings zugegeben werdai. Das aber , liegt, und liier wurden die Ausführungen Warhurgs /u einer bitterernsten Anklage, an der mangelnden Opferwilligkeit unserer Gesiiiuungs• genossen, die ihrer Pflicht Palästina gegenüber in einem viel zu geringen Malle nachkominen. Und doch sollte es heute allen klar sein, dall nur auf diesem Wege etwas zu erreichen ist, dall nur die praktisch e P a I ä s t i 11 a a r h e i t Pa• I ä s t i u a jüdisch und die zionistische Grganisation groll machen kann. Die reine Propaganda sei am Ende ihrer Möglichkeiten angelangt, Erfolge in Palästina aber köimicn mul wurden die Begeisterung wieder entfachen, die uns heule so oft erloschen dünkt. Als eine der wichtigsten Fragen in der mit der Palästinakolonisation zusammen• hängenden Probleme betrachtet Vl'.iitmrg die Kreditfrage, die aufs engste mit der Arbeiterfrage zu• sanuiiadiängt. Dazu kommt die Frage der landwnt schädlichen Erziehung. Der Jude muH erst wieder zum Ackerbauer erzogen werden, mul das kann nur geschehen, warn er auf dem Lande, in den Kolonien, von der frühesten Kindheit an systematisch an «lic Scholle gewöhnt wird. Das gleiche gilt von der!'"rage der I Icr.mbildimg jüdischer Bäuerinnen. So* lange wir keine jüdischen Bäuerinnen haben, werden wir keine bodenständigen jüdischen Kolonisten bähen, und heute haben wir noch keine Bäuerinnen,_ die mit der Landwirtschaft und ihren zahlreichen Erforder• nissen vertraut sind, wir haben nur Koloiiistaifrauen. Der industriellen Kolonisation stellt Warburg des• halb skeptisch gegenüber, weil der geringe Einfuhrzoll von || <>״׳ bei den schlechten Vcrkchisverbältiüssai im Lande nicht ausreicht, eine junge Industrie gegenüber der ausländischen aufkomniai zu lassen. Sollte aber einmal diese der Türkei von den Mächten auf• erlegte höchst ungerechte Beschränkung fallen, dann allerdings sieht auch Prof. Warburg alle Möglich• keilen für eine starke industrielle Entwicklung gc• gehen. Aber Wilbuschewitsch hat recht, wenn er die