Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVI (1911)
- Issue
- Heft 51-52 (22.12.1911)
- Date
- 1911-12-22
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 612 Nr. 51/52 j u e d 1 s c 1 n: IXüll D S C 11־ A U Hierzu sclircllvt Herr K a t z e n s t c i 11: Ich hin in der Lage, die in meiner Erklärung in Nr. 0ד cnlltnltcuch Angaben zu beweisen. Wenn Herr Hechtsanwalt I. i e 111 e n h e r g also glaubt, über diese Erklörmig durch einfaches Leugnen zur ,Tagesordnung übergehen zu können, so irrt er sich. Er wird die Vertrauensseligkeit seiner Kollegen 1111 Vorstand des Hannoverschen J. J. V. in der jüdischen Oeffentliclikeit vergebens suchen. Julius K a t z e n s t e i n. __; Erwiderung Der Hericht in Nr. •1$ Ihres Blattes über den 2. Dclegicrtcutag des Bezirksverbamies Nordwesldeutscher Jugendvereine ist von seiten des Herrn H.-A. Dr. Apfel einer abfälligen Kritik unterzogen worden. Ich erlaube pur daher, in kurzen Worten auf dessen Ausführungen ziiri'ickzttgreifen und zu* nächst zu bemerken, dali dieser von ׳mir verantwortuugsvoll gezeichnete bericht von drei Vorstands'- niitglicdern der hiesigen Ortsgruppe, welche gleichzeitig Mitglieder des hiesigen hurendvercins sind und der Versammlung heigewohnt haben, gemeinsam vorlabt worden ist. Er wird in allen Punkten aufrechterhalten.. . Was die 1111 Aufträge der Ortsgruppe von mir gehalten«: Begrüßungsansprache betrifft, so stehe ich auch heute noch auf dem Standpunkte,־ dall Odegierte von Organisationen ganz allgemein die He* rcchtigung, unter Umständen sogar die Verpflichtung haben, ihre Begrünungen aus tlcr Interessensphäre der von ihnen vertretenen Korporationen heraus zu halten. Wann etwas ״beklagenswert" war, so war cs die langatmige, nicht immer sachliche und uufruehtbare Debatte, die von seiten der Gegner an diese Anspräche geknüpft wurde. IS. Dezember 1911. E. S ch rage n h ei 111 Bremen. 25 V0M״ß6ZALeL'5=׳ Ein junger jüdischer Landmesser, namens B. Fabrikant, der vor kurzem seine Studien in der Schweiz beendet hat und sieh in Palästina niederlassen will, hat der Kuustgcwerbeschule ״ü e z a I e 1“ seine überaus reichhaltige Sammlung kunstgewerblicher und kimstgcsehiclitliclier Schriften, sowie verschiedene Kunstwerke hervorragender Meister zum Geschenk gemacht. Die Sammlung repräsentiert einen Wert von über 10 (HX) Francs. Sie wird als besondere Abteilung im Museum des Bezalel Aufstellung finden ׳md den Namen des Spenders tragen. PALAeSTINA-RUNDSCHAU Der hiesige Oberrabbiner A. J. K u k veröffentlicht in der jüdischen Presse einen Aufruf, in dem er darauf hin,weist, daB ein in unmittelbarer Nähe des Grab m a I s Habels bei Bethlehem befindliebes Grundstück seit einiger Zeit zum Verkauf steht. Kabbincr Kuk regt mm an, das betreffende Terrain sollte von jüdischer Seite erworben werden, um darauf eine Thora-Lehranstalt zu errichten. Späterhin könnte dort durch Zukauf geeigneter Ländereien eine neue jüdische Kolonie gegründet werden. י Die Bahn Haifa-Akku ist dieser Tage ab-, gesteckt worden. Die Balmbaiiten werden demnächst' ausgeschrieben. Eine deutsche Baufirma — Gehrüuer Beiharz in Haifa — hat den Bau der Bahn- Stationen bis M a a 11 erhalten. AUS DEM öSMCINDCN Berlin. Wie wir erfahren, bat der Vorstand des Bezirksvereins der Luisenstadt Berlin die liberale Reichstags-Kandidatur für den 3. Berliner Hoichstagswahlkreis unserem Freunde, Herrn Hechtsauwalt Dr. Klee-Berlin, angeboten. Dieser Wahlkreis wurde (cüUec im ILvrlamevd durch den hekannten Berliner Stadtvcrordnetcii-Vorstebcr, Dr. L a n g e r h a 11 8 , vertreten. Bei den letzten Reichstagswahlen kandidierte dort für die Liberalen das Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses, Leopold Roscnow. Wie wir hören, hat Herr Hechtsauwalt Dr. Klee ׳,her die Kandidatur abgefeimt, wie die ״Berliner Vossischc Zeitung“ schreibt: ״Leider für diesmal“. Frankfurt a. M.' An der letzten Sitzung des Tachkcmoni-Scbulkoniitccs nahmen mich Herr S. M e i s e I, Mitglied des Jnffacr Lokalkomitees der Anstalt, und •das Komitcemitglied I lerr CI1. N. K a 11 a 11 aus Charkow teil. Auf Grund der Berichte des Herrn Meisel wurde mit Befriedigung konstatiert, daß die hebräische Mittelschule ״Taehkemor.i“ trotz der geringen Mittel, die dem Komitee zur Verfügung stehen, sielt in fortschreitender Entwicklung befindet. Es wurde beschlossen, weitere zwei europäisch gebildete Lehrkräfte anzustcllcn, und sobald die erforderlichen Mittel vorhanden sind - unverzüglich an die Errichtung eines •eigenen Schulgebäudes zu schreiten. Herr Oh. N. Kaltau spendete aus diesem Anlaß für den in Angriff zu nehmenden Schulbau den Betrag von 10 000 Francs. Mosbach I. B. Am Sonntag, den 10. d. Mts. feierte der Bc/irksrabhiucr 1)1. I.ö weitst ein unter reger Anteilnahme von Gemeinden, Behörden und Privaten sein •tOjiihriges Jubiläum als Rabbiner und zugleich den 2ר. Gedenktag seines Amticreiis in ‘Mosbach i. B. Schon Tage lang waren seitens der Lehrer und Gemeinden seines Bezirks die um* lassemlsten Vorbereitungen getroffen, um diesen Tag würdig und festlich zu begehen. Und so hatten sieh am Festtage eine grölte Schar von Verehrern .'es Jubilars mul distinguierter l'eslgäste zur l'eier ciugefumlcu. In sehr loyaler Weise hatte die Stadthehörde Mosbach den festlich geschmückten Hathatissaal zur Begehung der offiziellen l'eier zur Verfügirng gestellt, wo neben ci::1״n reichen Flor von Daiuen und sonstigen I estteilnehuieru um 12 Uhr vormittags sieh die Spitzen der Behörden (Gr. Amts- Vorstand als staatlicher, der Bürgermeister als Verfreier der Stadt und der Vorstand des Reuigemiiasiums als Vertreter der Sehuleiije ingefiindcn halte,). Der Jubilar, vom Vertreter des Gr. Oberrnts, Herrn Konfcrvii/rnhhincr Dr. Appel-Karlsruhe, und den Bezirksäitesteii der Hahhiualsbezirke Mosbach und Mareliiugcii von der Wohnung zuhi Rathaus geleitet, wurde hier vom vereinigten Chor der Lehrer des Bezirks mit dem herrlichen ״Zadik katorna iphrnch“ von Lcwandowsky begrübt. Den Reigen der offi- /■»eilen Begrüßungsreden eröffnete Herr Stadtrat l)r. Rothschild Mosbach, zugleich im Namen des Bezirks die herzlichsten Glückwünsche übermittelnd. Namens ries Gr. Oberrats gratulierte dessen Vertreter Herr Rabbiner Dr. Appel-Karlsruhe, für «len l.umlesvercin zur Erziehung tlcr Waisen in Baden, dessen! Vorstand der Jubilar angehört, Herr Bezirks-Rabbiner l)r. Grzymiseh-Brnchsal, für die v, Rothschildsche Lungen- Heilstätte Nordrach, deren Verwaltungsvorstand der Jubilar seit ihrem Bestehen ist, Herr Baukdircktor Roseitbaum-Maimheim, der ein Gratulation*• und An* crkemnmgsschrcibeii des Oesanitvorstumics zur Verlestmg brachte׳ und überreichte. Herr He/irksällester Brtmner-Adelsheim überreichte als Jubiliimusgabc unter entsprechenden Glückwünschen die von den Gemeinden im Druck heraitsgcgcbcnen Feiertagspredigten des Jubilars. Auf alle diese Ehrungen dankte der Geleierte 1יי herzlichster Weise mul lieh seinen Dank aiiskliiigcn in einem Hoch auf den Lantlesfürs*en, in das die ganze f'eslversanunlmig freudig einstimmtc. Ein (ätorgesaug der Lehrer: I lallelujah (Lcwandowsky) beschlull die würdige Feier. Bei dem am Nachmittag stattgehabten Festmahl im Hotel ״Traube“, das in äußerst gemütlicher Weise verlief, wurde noch eine Reihe teils würdig-ernster, teils humorvoller Reden gehalten. Es sei hcrvorgcliohcn «lic sehr Inhaltsreiche und mit viel Humor gewürzte Rule des Lehrers Wcrthciiner-Nordlioim, Ansprachen der Lehrer Scheuermami-Eieholzheim und 1־ halmaim-Wertheim, der Vorstände Benerio-Werlheim und Ilär-Btieha, «leg Synodalahgeordiieten Dr. Simon-Heidelberg und Dr. \Vürz- Burger-Rappenau, dessen Worte in einem kräftigen I ladad auf den Jubilar ausklaiigeii. Die l'eier, die ^,.,^=======-.^==,. Ito, JÜDISCHER TURNVEREIN I ״BAR KOCHBA“ ם BERLIN Sonntag, den 24. Dezember 1911 abends 7‘/a Uhr ון קוו •® tt? Maceabaeff-ä’eieir 13 $״״. SSsftaagsfest imMarinchaus. Am Källnischcn Park9 r % Während des Kommerses: (Leitung Herr Rechtsanwalt Gronemann). Festrede des Herrn Dr. Theodor Zlochtt Marmorgruppen . (gestellt vom Bildhauer Jakob Plcnner und Mater Hermann Struck) Turnerische Vorführungen Rezitationen und musikalische Darbietungen SÄÄ ״״״ ooo Während der Kaffeetafel; HumoristkcJie Vorträge Eintrittskarten ״ M. 1,50 »hui im Vorverkauf auf allen Turnsälen, in unserem Bureau, Alexander* struße 39 (4 6 ־״ Uhr) und bei J. Lev/in, Gertraudtunstraßc 20-21 iinZigflreUciigoscImJt zu haben. Preis der Eintrittskarten an der Abendkasse M. 2,—. sehr angeregt und harmonisch verlief, legte beredtes Zeugnis ab von der Verehrung «h־s Jubilars weil über «lic Grenzen seines Bezirks hinaus.!Woge üim ein weiteres, recht langes, ihn mul alle seine Freunde hefrictligciides Wirken in seinem Amte bcschicdcn sein. Breslau. Einen uhcraus schweren Verlust hat die Breslauer jüdische Gemeinde zu Beklagen. An Snhhatmorgcii, am In. Dezember, ging Justizrat OUendorh wenige Tage nach Vollemimig seines 50. Lebensjahres zur ewigen Ruhe ein, — an Mann, der im Leben keine Müdigkeit kannte und sich nur selten eine kurze Ruhezeit gönnte. Neben seiner grollen anwaltlichen Praxis betätigte er sich im I )ienste der Stadt Breslau als Stadtverordneter und seiner politischen Partei er gehörte zu «len Führern der Fortschrittspartei in Breslau und nicht zum .wenigsten zum Wohlc der jüdischen Gemeinde und deren verschiedensten Institutionell. Fr war «ler stellvertretende Vorsitz.emle der Reprüsciitantcn-Vcrsamm• hing, mul es zeugte von einer allgemeinen Beliebt• heit, dall er bei der erst vor kurzem erfolgten Neu• wähl die höchste Stimmenzahl von allen Gewählten erhielt. Es «iür'te kaum ein Stimmzettel abgegeben worden sein, gleichviel von welcher Richtung, der nicht seinen Namen enthalten hätte. Er stand im liberalen Lager auch in religiöser Beziehung, er dis• kotierte aber sehr oft in «ler Gcmciiulevcrlrctimg mit seinen Parteifreunden: sein Gerechtigkeitsgefühl ging ihm über «lie Partei. Es ist sicher wahr, was ihm «lic Gemeinde uachruft, «lall er wohl sachliche aber keine persönliche Gegner gehabt habe. Dem Zionismus gegenüber verhielt er sich ah• leimend. Aber er stand uns doch näher als irgendein anderer der politisch und religiös-liberalen Parteiganger. Einstmals vor vielen Jahren, als es noch nicht so allgemein verurteilt wtirtfc, sich vom Judentum abzuwenden, gab es im ״Fortseliriltsverein‘' eine Diskussion über Zionismus. Einer der christlichen libcralctt Führer sagte da tt. a.: Es sei «loch klar, wenn es eines Tages aus irgend welchen Gründen darauf . nnkäine, sich als freireligiös zu bekennen, würde er und seine jüdischen Freunde keinen Moment zögern, eine solche Erklärung der Behörde gegenüber allzugeben und aus der ererbten Religionsgemeinschaft, «ler man doch nicht aus Ueberz.eugung augehore, aus/utreten. Da erhob sich als einziger von den Jüdisch-Liberalen Justizrat Ollcndorff und erklärte, während die anderen schwiegen: Für seine Person müsse er doch bekennen, daß es noch etwas mehr sei, was ihn mit dem Judentum verbinde, als die religiöse Formel; er würde jedenfalls nie eine solche Erklärung abgebeu können, wenngleich er in rehgiöser Beziehung sicher seinem christlichen Vorreilucr und Freuuilc nicht sehr fern stände. Dieser meinte darauf: Zum ersten Male seit ihrer langen Bekanntschaft und Freundschaft sei ihm sein Freund Ollcndorff eben absolut unverständlich geblichen... Ollemlorff hatte auch «len Wunsch, sich einmal griuullieh und ernstlich mit «lau Zionismus auseinamlerzusetzen, mul zwischen ihm und unserem Freumle Blum eu f cid war im Sommer dieses Jahres verabredet worden, sobald Bl. wieder einmal nach Breslati käme, wollte O. einige wenige Freunde von beiden Seiten zu einer Diskussion über Zionismus einladen. Er versprach sieh manches ela von, jedenfalls mehr als von einer Diskussion in «ler Oeffentlichkeit einer grollen Versammlung, bei «ler ja nicht immer die sachlichen Argumente entscheiden. Es sollte leider nicht mehr dazu kommen. Unseren praktischen Bestrebungen in Palästina brachte Otlcndorfl stets alles Interesse entgegen. Er interessierte sich sehr für unsere Sicdlmigsgenosseiischait und half uns gern bei den Vorbereitungen für die «lann so erfolgreich verlaufene Oppenheimer-Versammlung. Und noch ktirze^ Zeit vor seinem Tode stellte er sich gern für eine Soiulerpropagnnda zur Verfügung, die der ,Esra“ für die Errichtung von Arbcilcrheimstätten in Pa* instiua eben in Breslau uutcrnahiu ... So beklagen auch wir «len Heimgang dieses vornehmen Gegners unserer politischen Bestrebungen, eines edlen Menschen, den auch wir in Zukunft vermissen umi nicht vergessen werden. Wir «.‘inpfimlen mit der schwergeprüften Familie tles Heimgegangenen den schmerzlichen Verlust. hs. V/eReiNS-RUNDSCHAU Berliner Vcreinskalender Sonnabend, den 23. Dezember: M a k k a b i» e r f e i e r der ״Kadunali“. Verein jüdischer Studierender aus R u III n n d. Chamikahball. Sonntag, den 24. Dezember: Makkabäerfeier des Bar-Kochba. J ü d i s c h e r J u g c n d v e r c i n C h a r I o 11 e n - bürg. Chamikuhfeier. Mittwoch, den 27. Dezember: IT i s t a d rtt t b. Oeffentlicltc Versammlung. ... Z. 10n i s 1i8 cb e r Verein W e 81 - Be rI i u. Diskussionsabcnd. Montag, «len I. Januar: j. T. V. Bar Koch ha. Makkabäcrfcicr für dm Jugend. Mittwoch, den 3. Januar: Hasmonaea.!0. Stiftungsfest, Kommers. Donnerstag, den 4. Januar: H a s m ס n n c a. |0, Stiftungsfest, Hall. m