Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVI (1911)
- Issue
- Heft 50 (15.12.1911)
- Date
- 1911-12-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 594 N50 .•׳ JU E D]S C II li k l JN D SC 11 A U s TRIBI/6Ü6 3־ Wir haben in unserer vorigen NtiAuner Herrn Or. Felix A. T11 eil I1;t her das Wort vergönnt, der sich gegen eine Kritik seines (Huches ״Her Untergang der deutschen Juden“ seitens des Herrn Dr. Jacob Sega II wehren zu sollen glaubte. Nach Erscheinen unserer Nummer kommt uns das Dezemberheft von ״Im deutschen Reich“ zu Gesicht, in der I lerr Dr. S e g a 11 zu Tlieilhabers liinwänden, die auch dort erschienen sind, Stellung nimmt. Wir gehen loyalcrwcisc auch diesen Aus* führungen Raum und bemerken, dal! wir damit diese־ Polemik hcschliellen müssen: ״Ich hätte Herrn l)r. I'heilhaber einen besseren Sachverstiindigen für die Hcurteilung der Frage, ob der in meiner Kritik seines Huches ״Der Untergang der deutschen Juden“ angeschlagene Ton ״recht schroff gegen die in vornehmen Hlüttern gepflogene Sitte verstellt“, gewünscht, als gerade den Anonymus in der ״Jüdischen Presse“, auf den er sielt beruft. Ich hätte Dr. Theilhaber ferner einen besseren Sach* verständigen für die Beurteilung des wissenschaftlichen Wertes seiner Arbeit gewünscht als die ״Augsburger Postzeitung'', auf die er sich in der ״Israelitischen Wochenschrift für die Schweiz“ beruft; denn es dürfte ihm wohl bekannt sein, da(} die verantwortliche Scliriftlcittmg Uer ״Augsburger Poslzeitung“ in den Händen des Antisemiten Dr. Hans Rost ruht. Dali die Antisemiten an dem ״Untergang der deiilsehen Juden“ nichts ausztwctzeii haben, ist selbstverständlich. Ich brauche wohl kaum ausdrücklich zu erklären, dal! mir hei der Abfassung der Besprechung jeder persönliche Angriff gegen l)r. Theilhaber fern lag, dessen reine Bestrebungen ich anerkannte, und tatsächlich hat weder der Anonymus noch Theilhaber eine Stelle zu nennen vermocht, aus der hervorging, da!! ich den Rahmen der sachlichen .Kritik überschritten habe. Man bat mir im Gegenteil von fachmännischcr Seite zum Vorwurf gemacht, daß ich zu milde Kritik geübt habe, da das Buch voller Fehler sei. Wer ruhig und unbefangen meine Besprechung liest, wird auch ziigebcn müssen, <1:111 ich über manche recht schwere Verstöße leicht liinwcggcgaiigoii bin, so beispielsweise über die Außerachtlassung des Hevölkerungs/.uwachses, den Preuüen durch die Froheruiigen 18(11 und 1866 gewonnen hat, ein Verstoß, der selbst einem Laien' nicht passieren dürfte, um so weniger aber einem Manne, der sich jahrelang mit Bevölkeriuigsproblemen befaßt zu haben erklärt. Mich bestimmte zu einer eingehenden Kritik liaimtsächlich der Umstand, daß das Buch den Untertitel ״Volkswirtschaftliche Studie“ trägt, somit den Findruek erweckt, daß alles darin Gesagte auf streng wissenscliaftlicher Basis beruhe,!)eiiigegenüher kam cs mir darauf an, zu zeigen, dal! auf Grund unserer gegenwärtigen Kenntnis so weitgehende Schlüsse, wie sie Theilhaber gezogen hat, nicht am Platze sind, Von einem Optimismus ist bei mir nirgends etwas zu merken. Der Vorwurf, daß Theilhaber sein Material unzu* verlässig verarbeitet habe, fällt durchaus nicht auf den Schützen zurück, sondern bleibt in alter Stärke bestehen. Trotzdem das meiste Material in den 7 Jahrgängen der ״Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden“ enthalten ist — Theilhaber hat wenig Neues gebracht — sind doch die Theilhabersehen Zahlen, nicht bloß die von ihm berechneten, sondern selbst die abgeschriebenen, recht ungenau. Ein kleines Beispiel: Seine Ziffern über die unclielieben Geburten in Preußen von 1821 bis 1805 sind dem Heft 5, 3. Jahrgang der eben genannten Zeitung entnommen (S. 71). Dort lauten sie absolut: 1821/30 9», 1831/10 1303 1801/05 ,101 1841/50 ,27־. Der Prozemanteil der unehelichen Geburten an der Oesamtzalii der Geborenen: 1821/3U 1,09, 1831/10 2,0, 1841/50 2,11 und 1861/05 3,58. Bei Theilhaber abso lut: 1821/30 31, 1831/40 37, 18-11/50 50, 1861/65 102 und prozentual: 1821/30 0,5, 1831/40 Ü,6G, 1841/50 0,06, ISO 1/65 1.2. Was Theilhaber als Entschuldigung für seine Fruchtbarkeitsstatistik autührt, entbehrt jeder Begründüng. Die von mir zitierte Stelle Hindelangs ist so deutlich, daß ein Mißverständnis völlig ausge* schlossen ist. Außerdem habe ich mit Hindelang oft ausführlich über die von ihm gerügte falsche Methode der Fruchtbarkcitsmcssimg gesprochen. Theilliaber berechnet die Zahl der Kinder nro Ehe, indem er die jährlichen Gehurten in die Zahl der jährlich gcscltlossencn Ehen hineindividiert. Für Bayern geschiebt dies bei ihm für die Jahre 1001, 1006, 1007, 1008 und 1000. Zu seiner Rechtfertigung führt er an, daß er ״auch eine Fruchtbarkcitsbcstinumiug nach Scgall an einem Beispiele bringe." Er meint offenbar die in meiner Arbeit ״Die Entwicklung der Juden iu ,München von 1875 bis 1005“ enthaltene Tabelle über die Fruchtbarkeit der Münchener Juden. Hierbei ist ihm aber ein Fehler unterlaufen, der auch in der diesmaligen Replik wicdcrkchrt. Er wendet nämlieh eine nur für München hergcstellte Tabelle, also für eine einzelne Gemeinde, auf deren eigentümliche Zusanunensetzung ich in meinem Buene ausdrücklich aufmerksam mache, ganz allgemein auf die Juden in ־ Deutschland an. Diese Verallgemeinerung ist nntiirlieh unrichtig. Auf diese unwissenschaftliche Betrachtungsweise ist auch der Vorwurf zurückzuführen, daß ich mir in meiner Begründung der geringen Sterblichkeit widersprochen habe. Theilhaber hat es unterlassen, bei der Gegenüberstellung meiner Auf* fassung von 10!« und 1004 hervor/ulmbcn, dal! ich in meiner Arbeit im Jahre 1909 speziell von Münchcncr Juden spreche, wo eine Einwrndcrung pro* dukliver jugendlicher Kiäfte siaUfaiid, während in meiner Besprechung von preußi dien Juden die Rede ist und eine :;an/, andere /.eit in Frage kommt, nämlich die Pogrom/eit, in der viele alle t eilte und Familien mit kleinen Kindern aus Jem Auslande nach PieuBcn kauten. D.imit fällt Tlieilhabers Behauptung, daß ich mir widersprochen habe, in sieh selbst zusammen. Sie illustriert aber trefflich die Art mul Weise, wie Theilliaber zitiert. Ich habe meinen Ausführungen in der Septcmbermimmcr dieser Zeitschrift nichts hinztiziifügeii. I)r. Jacob Scgall. * Sehr geehrte Redaktion, Bei der 2. Dclegiertentagimg des Bezirksvcr- Bandes der jüdischen Jiigendvereine Nordwest־ Deutschlands sprach Herr Rechtsanwalt A. Lichten• herg־l laiinover (siehe Bericht In Nr. •18 Ihres Blattes) von einem ״Fall Dr. Sehönemaim-fiannover iu Hildesheim.“ In einer Berichtigung in Nr. 40 Ihres geschätzten Blattes kritisiert I lerr R. A. Dr. Apfel ״das Verhalten dreier zionistischer Herren" und sagt über mich folgendes: ״Ferner wurde das Verhaltung des Herrn Dr. Schöiiemaiut.einer Kritik unterzogen, der in geradezu unglaublicher Weise unserem Verbände in I lildcsheim in den Rücken gefallen war.“ Dm ,unglaublichen' ,,Fall" mödile ich aufklären: Ich sprach bei einem Vortrag in I lildcslirlm vor Milgliedern und Gästen des kaufmännischen Vereins von 1800 und kam atu Schlüsse meiner Rede auf die verschiedenen jüdischen Vereinigungen zu sprechen. Ich sagte, dal! in fast allen Bewegungen die Kräfte zentrifugal wirksam seien und letzten Endes gar nichts jüdisch-positives schaffen könnten,... Die hei allen Versammlungen jetzt so laut gebrauchten Worte, wie: Renaissance des Judentums, Regeneration des Judentums, jüdisches Scihsthcwußtscin, jüdischer Stolz ttsw. usw. seien im Munde jener grollen Grollredner nichts als eitle Phrusen. Ich suchte dann den komplexen Inhalt jener einer ganz anderen Bcwcgimg originellen Begriffe aufziizeigen und damit den Weg zur wirklich jüdischen Arbeit anzudeuten, lieber Jiigendvereine sagte ich mit einem Satze, daß auch sic die Lösung der Jttd'eiifrage nicht bringen, sondern sic nur diskutieren, bestenfalls vorbereiten könnten. In der Diskussion warf nur Herr Dr. Colin vor, ״i c 11 sei spurlos an der Jtigcitdvereiusbewcgting vortilKrgcgaugen," worüber ich ihn durch einen Hinweis auf meine Bekanntschaft mit mehreren Vereinen beruhigte. Weiter wurde auf eine Bitte des Vorsitzenden über Jugeiulvcrcine .nicht gesprochen, weil, wie der Vorsitzende sagte, ״nach Lage der Dinge und lokaler Vorgänge wegen eine weitere Debatte über Jugendvereine nicht opportun sei.“ Das ist das ״unglaubliche Verhalten" lind der ״Fall Dr. Sehönemami“, wie cs in der Terminologie der Herren Dr. Apfel und Lichtcnbcrg heißt. י Zu der Bemerkung des Herrn Dr. Apfel, daß mein Auftreten ״den allerschärfsten Protest, auch von seiten der meisten zionistischen Delegierten in Bremen, erfuhr," müssen die anwfcsend gewesenen Herren Zionisten das Wort nehmen. Wie mir be* richtet wird, lehnten cs die betreffenden Herren ab, auf Grund einer einseitigen Darstellung in einem der Delegiertentaguiig zugegangenen Briefe, dessen Verfasser verschwiegen wurde, über den ״Fall" zu diskutieren. Würde Herrn Dr. Apfel auch dies genügen, um von einem ״allcrschärfsten Protest“ zu sprechen? In dem in Nr. 23 der ״Jüdischen Rundschau“ »!)gedruckten Artikel ״Die Krisis der jüdischen Jugend Deutschlands" findet sich ein Passus, nach dem Herr Rechtsanwalt Liehtcuhcrg-I Iannover, der zweite Vor•' sitzende des Verbandes der jüdischen Jiigendvereine Deutschlands und der erste Vorsitzende des Hannoverschcit jüdischen Jugend Vereins von sich gesagt hat, daß er ״sich längst hätte taufen lassen, wenn die Zionisten nicht gekommen wären!“ Ich erkläre hierdurch öffentlich, d a 11 Herr Rechtsanwalt Lichtcnbcrg mir gegenüber 11 ie Acußcrung getan h a t: ״W 0 1111 der Zion i s m u s nicht gewesen wäre, wäre ich läufst getauft.“ Etwa acht Tage nach dein Erscheinen des erwähnten Artikels halle ich eine Unterredung mit Herrn Rechtsanwalt Lichtcnbcrg, die dieser mit dem Ausdruck seiner Entrüstung über die in dem Artikel enthaltene ״Unterstellung" einleitete. (riemeint war Uer oben angeführte Passus.) Ich machte Herrn Rechtsanwalt Lichtcnbcrg ohne Umschweife darauf aufmerksam, daß er nur gegenüber eine inhaltlich gleiche Aetißerimg getan habe, bemerkte auch, daß der Passus des Artikels möglicherweise auf die mir gegenüber gemachte Aciilierimg zuriiekgehe. Es hat sich inzwischen herausgestellt, daß der Passus des Artikels nicht a ul die mir g e g e 11 ii b e r g c tu a c h t c A e u II e r u 11 g, sondern 1) u f eine zweit e dem Inhalte nach gleiche Ae Ullerting des Herrn R echt s a u w a 11 Lichtcnbcrg einem dritten gegenüber zurück geht. Herr Rechtsanwalt Lichtcnbcrg hat behauptet, die Aciillcrting nicht getan zu haben. Er hat hierdurch den Vorstand des Hannoverschen juilKclieu Jugeiui• verein^ dem er als erster Vorsitzender aiigeliort - direkt oder indirekt veranlaßt, sich mit der Sache zu befassen und mich aiizufr.igen, oh ich ״die be. kannte Acullcrung'• auirechterlia.tcu wolle. Ich leimte die Beantwortung ab, iiulcm ich geltend tnaelilc, daß der Vorstand kein Recht habe, sah mit den privaten Angelegenheiten der Vercinsmitglicdcr zu belassen daß ich aber durch Beantwortung der vorstandssc,t1gcn Anträge cm solches Recht als gegeben anerkennen würde. Hierauf bat mich der Vorstand in beleidigen, der Form der Verbrc.tung einer ״unwahren Beliatip. tung“ bezichtigt und durch diese Haltung ernste Dihcreii/en verursacht. Herr Rechtsanwalt Lichtcnbcrg 11 a t die s c 11 r m a r k a n t e A c u ß c r u 11 g m 1 n d c s t c 11 s zwei P e r s o 11 e 11 g c g c 11 ii b t r a n v e r• s c h i e tl c neu Ort c n und zu v e r s c h i e de• neu Zeiten getan. Ein halbes J .11!ז später hat er die Acußcrung nicht nur bestritten, sondern mir mit Bezug auf sic die Verbreitung einer ״unwahren B e 11 a 11 p t u n g" v o r g e w o r f e n. Die Wertung dieser Handlungsweise kann ich dem Leser überlassen. Die Möglichkeit, Herrn Rechtsanwalt Liclitcnlhug seine Acußcrung nacli/uweisen, bot sich mir eist, nachdem meine Differenzen mit dem Vorstand des J. J. V. zum vollen Ausbruch gekommen waren und mit iiieiuein Ausschluß aus dem Verein geendet Jiatlen, Deshalb, und aus einem anderen taktischen Grund trete ich erst heute mit meiner Erklärung an die üeffentliehkeit. Hannover, den 27. November 1011, Obcrstr. 16. Julius K a t z e 11 s t c i n, stud. ing. Erwiderung 1. Herr Rechtsanwalt Lichtcnbcrg hat, ein• seitig informiert, den abwesenden Herrn Dr. Schöne m a n n hcltig angegriffen. Letzterer hatte, wie ich nunmehr weiß, in Hildesheim nach sachlieber Kritik der Verbandstätigkeit sicii lediglich gegen ganz persönliche Angriffe eines autizionistischen Arztes gewelirt. Von ״allerscbiirfstem Protest der meisten zionistischen Delegierten“ kann keine Rede sein, ledig• lieh ich habe das Schönem.innsche Verhalten miß• biil.gt, falls wirklich die Lichtenbergsehe Darstellung zutrafe. 2. Als Vorsitzender des Delegiertentages hatte idi keine Handhabe, gegen den uns begrüßenden Herrn Schragenlieim cinzusclireiteii. Von zionistischer Seile ist gegen seine Aetißcruitg auch in keiner Weise )rötest.ert worden, vielmehr suchte ich später in der )chatte den Delegierten die Acußcrung verständlich zu machen mul sie psychologisch zu erklär•׳(!. Aul einem anderen Blatt stellt, was Herr Dr. Ap!<■׳ gar nicht wissen kann, dal! in zionistischem Kre > a.’>w;•ls die Acußcrung fast allgemein als überi.ti••;: ׳!:. billigt wurde. Nachdem der gerade von Herrn Dr, Apfel begrüßten Tendcn/debatte, die natürlich auch ohne Herrn Schragenlieim und meine und Dr. Schönemanns angebliche Actißerungen stattgcfunde.i hätte, eine ergiebige geschäftliche Aussprache und ein har• monischer Schluß gefolgt ist, hätte Herr Schrägen• heim diese nachträgliche Polemik nicht verschulden sollen. 3. Herr Dr. Apfel hatte am Sonnabend zio* nis'ische und liberale Jugendorganisationen ver* worfelt, die Minderwertung der Abwehr.irbcit getadelt, obgleich das Verlangen nach positiver Arbeit nicht ganz unberechtigt sei, und erklärt, der Besuch einer jüdischen Volksversammlung koste heute große lieber- Windung, denn es herrsche dort die Phrase. I )ar 1111 erwiderte ich, die zionistischen Sonderbtinde arbeit! ten neben dem Verband, dem die meisten Zionisten als tätige Mitglieder .™gehörten, die liberalen nur gegen ihn. Die Gefahr der Phrase bestehe auch für ׳len Verband, so lange seine Neutralität nur den Zu• sammeuscliluß divergenter Meinungen, nicht ^igcn• scitige Anerkennung bedeute. Positive Arbeit sei illcf־ dittgs die I lauptsache, sie allein habe die jüdischen Energien der letzten Jahrzehnte geschaffen, Tmb• aller organisatorischen und auch sachlichen Verdienste eines Apfel, Regensburger und Lichtcnbcrg sei •!«■' Existenz, und der Plan der national-jüdischen Fe• wcgimg ans der Entstehung des Verbandes n.rht hinwcgztulenkcn. In großer, jedenfalls durch die Affäre Schöne• mann liervorgerttfencr Erregung, deren Zuviel Hc.r Dr. Apfel am nächsten Tage vor dem Delegiertem.•׳; sfjontan zugab, griff er mich darauf in seinem Sehhu wort au und warf mir vor, ich hätte durch zi׳•• nistische Propaganda den Frieden gestört. Eine d%s propagandistischen, fest'ichen Charakters des Abend־, wegen besonders maßvoll gehaltene persönliche B»• merkting meinerseits beantwortete Herr Dr. Apfel u•;'• mit der Erklärung, mir die Emanzipation sei für die deutschen Juden Brot, alles andere bestenfalls Kuchen. Jeder Zionist mul! immer und überall die Neutralität des Verbandes respektieren. Aber wir vir- .langen, daß seitens der Verbandsleiter auch die ,,bei־ läufigste“ Bemerkung unterbleibt, die geeignet oder gar darauf berechnet ist, Stimmung gegen uns zu machen. 011 die einzelne Versammlung das erkennt, ist gleichgültig. Wir werden solche geschickt caehierten Aeullerungen stets zurückweiseu, und lassen uns für gegnerische Provokationen nicht verantwort• lieh machen. Dr. Oscar Nathan, Hamburg.