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Jüdische Rundschau · 1911-12-08 · Heft 49 (8.12.1911) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVI (1911)
Issue
Heft 49 (8.12.1911)
Date
1911-12-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1; Nr. 40 Au־* * ** dem Utircau der ״F reien Verein! g u 11 g (t1r (1 j c J nt er essen des orthodoxen 1,1(1 e n m m »" geht 911s folgende Notiz zu: ׳ Pas Schicksal der Novelle zum Strafgesetzbuch, die im Februard. J. vom Reichstag in /weiter Usin'k verhandelt und Heschlult gefaßt worden ist, 4Jf bi■ in die letzten Tage zweifelhaft. Nunmehr £l cs ids entschieden, datl mich diese Novelle in die Jjfihc «Irr vom Reichstage nicht zur Verabschiedung (brachten Gesetzentwürfe getreten ist. ln weiten 1.,iflam* .:tatischen Kreisen wird diese Wendung he• jiuert. *1.1 einige Materien der Novelle von besonderer I«(i11j׳li ,!keit sind, wie Kiiulcrschutz, Linderung der Grafen hei Notdiebstalil. Da aber andererseits erheb•!gltc M■ iiumgsverschiedenheiteii über gewisse Gegen• ,:,inde. nie die lex Wagner und den Urprcs-uuigspara• ,״pln ■ bestanden, so war die Möglichkeit einer jji-tcit I esung angesichts der kurzen Frist bis zur vdilicb ■11R des Reichstags nur gegeben, wenn eine libe V ׳,rstämligung eine möglichst dehatielose Ver• handln• 4 verbürgt hätte. Zu diesem Helmte hat am tO, No.rmbcr eine inoffizielle Besprechung von Ver• Kctern!Her Fraktionen statlgefumlen. Es jjel.n1}( nicht, iic G« gensät/e zu üherbrücken. In Beziehung auf die in der Novelle vorgesehene Aenderung des 'J(if) des St! dgeset/buchofl mul den in 2. Lesunjj mit über• wlti;.« inler Mehrheit beschlossenen Zusatz zur Siche• luiijj des Sehächlvcrfahrens ist die mtiimehr emt• (׳ältic* Ausscheidung der gesamten Novelle aus dem \rhcn'Programme insofern zu bedauern, als auch hei d. r dritten Lesung zweifellos eine starke Mehr• heit für den Schutz des Schäclitcns in der alten oder einer anderen, den staatsrechtlichen Gesichtspunkten der L> gierung gerechtwerdenden Fomi gestimmt hätte. Wehdem die Einigungsverhniid'.ungcn gescheitert sind, «ird der bisherige Rechtszustaiid wohl bis zur Ein• iuhrtmg des neuen Strafgesetzbuches, die vor 8 - H) bim ״ nicht zu erwarten ist, unverändert bleiheu. Oesterreich kt Dieser Tage fand die Relcksratswahl in Dro• linbycz statt, bei welcher der ehemalige Ahgeord• etc Dr. Nathan Loc weitste in gewühlt wurde. St'ie bekannt, wurde Abgeordneter Dr. Loewetisteiit bei den Hanptwahlcn am 19. Juni d. J. bereits ,׳(•wählt, hat aber angesichts des blutigen Ausganges kr Wahl auf das Mandat verzichtet. Hei der Wahl uirden 7596 gültige Stimmen abgegeben. Gewählt ׳;scheint Dr. Nathan L o c w c n $ l c i n (polnischer Amokrai) mit 5221 Stimmen. Ferner erhielten Dr. Uoif Scgal (parteilos) 1029, Dr. Artur Hausner!Sozialdemokrat) 1302 und Pater Mossora (Ukrai• ner) •1t Stimmen. Bei der Wahl vom 19. Juni halte Dr. Locwenstein von 7955 Stimmen 5979 erhalten; : auf den Nalionaldemokratcn Balieki waren 372, auf den Zionisten Dr. Zipper 000 und auf den Ruthencn Kbbryn 70S S.immcn entfallen. Die Vertrauensmänner .vier Parteien wohnten dem Wahlakte bei, und Abgc• ״rdneter f ) a s z v 11 s k i sprach dem He/irksiiaiiptiiumu von Droliobycz seine Befriedigung über die Mil• Wirkung der behördlichen Organe hei dieser Wahl ms. Die zweite Reichsratsergänziiiigswahl fand im iemke Zioczow statt. Das Mandat dieses Stadt• iczi kes, wo bei der Hauptwalil Abgeordneter Brei-!er gewählt worden war, erschien durch die Option Hreikrs für das lemberger Mandat erledigt. Hei der licuiijen Wahl wurde Heinrich Reizes (parteilos), nur annähernd so leben, wie einer unserer am ge• fing-ten versicherten Pensionäre? Und ich kann Ihnen verraten, dall nur sehr wenige derselben in einer Stuf׳■ eingetreten sind, welche einem Versicherungs• kapiv.il von 500GO M. gleichkommt. Also mit er• heb eh geringerem Aufwande von .Prämienzahlungen verbringen die Leute den Rest ihres Lehens im ge• wcih1׳:n Lande unserer Väter und mit einem Komfort, ׳nit angenehmen und gesunden Zerstreuungen, wie sie das modernste und vornehmste■ Hotel nicht in der Lag! ist zu bieten. In unserin Heim befinden sielt jetzt ca. 1SUÜ ver• sichere Gäste. Es ist leicht zu berechnen, daß sich die Kosten durchschnittlich für ,einen jeden, wenn er sich selbst beköstigen müßte, auf ca. 20 M. pro Tag belaufen würden, während Wir hier in der Lage *׳ml, unsern vcrsicheiteu Gäsftn auf Grund des ein• fach.ten Prinzips von der Wblt für verhältnismäßig!(etiii.'c Spareinlagen, die sic, fast ohne zu merken, *'äh.*•ml der Zeit ihrer Arbeitüperiade machen, einen *irl.iieh prachtvollen und sorglosen Lebensabend he• scheren zu können. Die Auflösung des Rätsels, wes• 11*״' um alles dies möglich ist, werden Sie wohl **löst inzwischen erraten haben. Die großen He• lastungcn, welche die Lebensversicherungsgesell• *chaften zu tragen haben, fallen bei uns fort. Wir brauchen erstens das Versicherungskapital weder am Fälligkeitstag noch vorher auszu/alilcn, zweitens za 11♦ len wir aucn keine Dividende, weder an Vcrsicherlc ״och «ן Aktionäre. Jeder Pfennig, der emfließt, strömt zum Kapital, vaus dessen Zinsen wir alles be* *tfcitcn, Nur dann, wenn jemand aus materiellen Oründen!eine Zahlungen nicht wcilcr Risten kann J U h'DISC m• RUN i) SC U A U Seile 581 den Abgeordneter Breiter empfo'i!!1 batte, mit 2802 Stimmen gewählt. Dir vom i;;! Ga.i Nationalrat kandidierte Minister a. 1). Dr. 1)111 ein ha blieb mit 2330 Stimmen in der Mimnil.it. Die Jü ii cha.stion.ileii hallen sich bekanntlich die :;mal de.*• Wahlkampfes enthalten. Noch sind die Resultate der letzten Volkszählung 1910 uieht g 111z bekannt, jedoch muß 11!1 : סיho!1 nach den bi;'.H;;;ge!1 Bercchiumgcn zur UH'•.','/ewjiuig koinmcii, d.i!i die Zahl der Juden sti. •׳' ' z0״״׳ck• :»eilt. 1111 Jahre 1890 haben die Juden dir (icsaiiithevöikerimg au■;;••!naelit, im Jahre 19f,0 11,1״״ und 1910 nur 19,9״,׳׳, Die Zahl der Polen ist in derselben Zeit von!.>.•' 0״ im Jahre IS'10 m׳d •15,7 im Jahre 1900 bis auf •10,'1 na im Jahre 1010 ge• wachsen, In Wes1t;״li/.!en war das Verhältnis 13,(1״., im Jahre 1890, 12,8 1901 •לי) uml 12,4 ״״ Im Jahre 1910. /tu ss fand ,Der Reichs rat hat die Prüfung der Gesetz• Vorlagen über den Glnuhen ovecl! »ei abgeschlossen. Der $ 3 ist dahin abgeiindert worden, dall es Nicht• Christen und I leiden zwischen dom zehnten Lebensjahr und der Erreichung der Volljährigkeit gestattet ist (I), das Christentum ntrztineluneii, und daß Personen unter vierzehn Jahren mit Erlaubnis der Eltern orthodox werden können, ln besonderen Aiisnahmefällcn bedarf es auf Beschluß des heiligen Synods der elterlichen Erlaubnis nicht. Die Gesetzvorlage wurde wegen be• deutender Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Reichsrat und der Duma einer besonderen Verein• bartingskoinmission von vierzehn .Abgeordneten der beiden Körperschaften übergeben. England In London ist eine Zvwjggruppe des Frnucnver• Landes für Kulturarbeit in Palästina gegründet worden und hat zahlreiche Beitrittserklärungen er• halten, Frankreich In der Klagcsache des Rabbiners Br aller von Tours, den seine Gemeinde wegen Verletzung der jüdischen Glaiibcnsgcsetze! aus dem Amte gejagt hatte, erfolgte nach mehrwöchigen Verhandlungen das Urteil. Brauer hatte vom israelitischen Konsistorium 500 00t) Fr. Schadenersatz verlangt. Das Gericht billigte ihm 12 IKK) Fr. zu und begründete dies mit der Unglaubwürdigkeit der Zeugen, die ausgesagt haben, daß er anstößige Beziehungen zu Frauen von schlechtem Lebenswandel gehabt, sich dem Trtinkc ergehen und in einem Cinsthof am jüdischen Ver* söhmmgstage Schwcinerippclicii gegessen habe. Das Gciicht glaubte dem Gastwirt, in dessen Lokal der Rabbiner diese verbotene Mahlzeit eingenommen haben sollte, mehr als den jüdischen Zeugen. Dieser Gastwirt aber versicherte, daß Brauer nie bei ihm Schweine• rippeheu gegessen habe. Das Gericht nahm an, daß ein Mann, der sich zum Rabbiner ausgehildet und in dieser Eigenschaft gewirkt hat, in vorgerückten Jahren keinen anderen Beruf ergreifen kann, wenn ihn seine Gemeinde unter Umständen an die Luft setzt, die ihm nicht gestatten, ein ähnliches Amt im Lande zu erlangen. Deshalb erkannte cs auf einen mäßigen Schadenersatz. oder er stirbt, geht das eingczahltc Kapital an ihn oder seine Erben wieder zurück. Im übrigen stunden wir auch Jahre hindurch Prämienzahlungen, bis der betreffende wieder 111 der Lage ist, weiter zu zahlen, oder seine Versicherung wird seinen gc• leisteten Einzahlungen entsprechend verkleinert. Sie können leicht berechnen, dafi allein durch den Ziusgewinn, der uns durch die Einzahlungen derjciiigen erwächst, welche Ihr Vcrsiehcrungsalter noch nicht erreicht haben, uns jährlich bedeutende Ucbev* schiisse zu Gebote stehen j denken Sic nur ferner an die Zinsen des fest cingc/aldtcn Kapitals der im Vcrsiclieriiiigsgcuussc befindlichen, ferner an den billigen Einkauf aller Materialien durch unsere Massenbtvilge, so können Sic sich wold ungefähr einen Be• griff davon machen, daß unser Unternehmen nicht nur rentabel ist, sondern jährlich gewaltige Ucberßchiissc bringen müßte, wenn wir den Verdienst ausschültcn würden. Wir haben aber nichts au:;/t1/.1hlen, sondern lassen alles, was wir erübrigen, den Versicherten zukoinmcn, und je reichlicher wir für die Reutcn|:f!1r. liefern können, desto weniger eilige/.,ililtes Priitni. geld ist für den Erwerb ui;.:011)111 erforderlich. Auf dmisch also, je weniger cit’.gezaldb'r. Prüu.ienjjcld notwendig ist. desto kürzer ist die Lu!/ :!ihingöpcriode, und in desto jüngerem Alter bekommen wir die Juden nach Paladin!!. < Uml das ist es ja, was wir er streben. Wir tünchen auch folgendes: wir wandeln gewöhnliche Ich ־usversichertingf.polifen . für Ir!achten, v,׳eh’:י he: eit 5 andcrwdtig versichert sind, in un־: .׳c in solchen Fällen trete;! wir in deren Rechtq tu! I Pflichten ,ein, ' ’ ־’/ b Türkei Die Affäre Zcl.i Boys, des ermordeten Jotirna• , listen, 11,1t zu einem Angriff gegen die Juden und gegen den Zionismus Ani.iß gegeben. Wahrend der Voruntersuchung wurde nämlich ein Brief Zcki Bey* verlesen, der schwere Anklagen gegen den clietnali* ' gen l'inanzministir D s c h a w i d B e y 1‘itthüll. Zckl'1 ׳ warf darin Duehawid, der Doninc ist, vor, die Baiujuc Ottomane zugunsten der ״Nationalbank für die Türkei״ gcschädigl, die Geschäfte einer eiigliscit-jiidiscltcn^ Fiiian/gruppc besorgt und den Zionismus unter dein' Deckmantel der Freimaurerei begünstigt zu haben. ' Wie dieser letzte Punkt zeigt, ist die Angelegenheit noch recht dunkel. Es sind jedenfalls nicht gerade Patrioten, die diese und ähnliche Gelegenheiten be• nuj/.en, gegen die besten Freunde des ottomaiiischcn •, Volkes zu hetzen, während der Feind an der Grenze.; des Reiches steht.!11* iln PALA(:5TI NA־RUÜ OSCH AU: , 24 Das Berliner Tageblatt meldet aus Jaffa vom November: ־ Vom Kriege merkt man hier sehr wenig. Das italienische Postamt in Jerusalem ist geschlossen worden. In Jaffa biwakieren und exerzieren 300 bis 400 Man» Rcdifs (Reservisten), die man zum Küsten• schütz eingezogen hat. Ihr Zeltlager auf einem freien. Platze der Stadt nimmt sich recht malerisch aus.., In der Nähe des Lagers sitzen die Mütter und Frauen der Reservisten, viele mit kleinen Kindern auf dem < Arme, und sehen den soldatischen Ucbungen zu, die übrigens unvergleichlich besser sind, als sic noch vor einigen Jahren waren. Der Einfluß der euro• ' päischcn Instruktion ist deutlich bemerkbar. Die ׳ Blockade der Lcvantchäfcn, von der in den europäischen Zeitungen soviel die Rede ist, und die > natürlich den Lcvantebandcl mit einem Schlage, ruinieren würde, fürchtet man hier nicht. Man hält es für ausgeschlossen, daß die Großmächte die Blockade zulassen würden, die ja ihren eigenen Staats• nngchütigcii am meisten schaden würde, da der Le• vantchaiidel bekanntlich zum großen Teil in den Händen der Nichtottomancn liegt. Die Cholera, die bisher in Beirut, Haifa und Damaskus geherrscht hat, ist dort erloschen. Nur in A k k a sollen täglich noch einige Fälle Vorkommen. Die Geld kn app h C11, % die sich kurz nach Ausbruch des Krieges, geltend machte und die Banken zur starken Einschränkung der Kredite veranlaßle, ist im Schwinden begriffen, und der Geldumlauf nimmt allmählich wieder nor•', male Formen an. Irgendwelche efhcblichen Schäden im Handel hat die vorübergehende Gcldkrjsis nicht' angcrichtet. Die Fallissements waren ebenso selten, , wie sic zu allen Zeiten liier infolge der strengen ‘ türkischen Konkursgesetzgebung selten sind. Es mag überraschend klingen, aber es ist doch wahr, daß Konkurse und schwindelhafte Geschäfte in der Türkei das kommunale Leben viel weniger stören als irgend-, wo in Mitteleuropa. * Die Cholera in Haifa, Jaffa und Beirut ist völlig erloschen. Nur in Akka kommen noch hin und wieder Erkrankungen vor. t. I■״ I..11,1■. ■1,1 1 ...■II.... ■■■!1U1J, und diese erhalten sofort ihre neuen •Rechte bei uns. Alles dieses ersehen Sic übrigens in unserm aus- ‘ führliclieii Prospekt, den Sic im Empfangszimmer be* , kommen können,״ Herr Dr. Hirsch schien mit seinen interessanten,; Ausführungen zu Ende zu sein; ich erhob mich. Mir war ganz merkwürdig zumute und ich dankte ihm. für seine klare mul eingehende Information, durch , welche ich, wie ich sagte,' darüber belehrt worden . bi«, daß diese Ar\ der Versicherung die einzige ideale . fArt ist, um *eip Alter behaglich und wirklich sorglos( , zu versichern. Indem er mich noch hat, das Ganze weiter auzu• sehen, verabschiedete, ich mich mit einem kräftigen . Händedruck und folgte meinem Onkel, der mir jetzt von einer Estrade aus die fast unter.dichten Pahrjgn verschwindenden ausgedehnten villcnait'.jcu Anlage!» . des gewaltigen Unternehmens zeigte. •,.•''* Sechs solcher Heime haben wir jetzt in Pnlädin^ j.•■ lind weitere sind in Aufeld geinnnmui, «Irkl.iftv cf mir; über HMHX) jüdische Herren und Damen 1»UtU allen Ländern lind Zonen sind in Urnen schoi! äug?• siedelt, eine interessante üe Ihchaft» du wlrsf *i*»;• hei Tischt* schon kennen lernen. יי' י Wir . gingen nunmehr eine mit schönen 1\1«(|ץ pflanzen versehene Freifrqg e herunter und gelangten*' in einen wundervollen P.nk, in welchem, wie mir'' der Onkel auscinanderset/te, beinahe d׳e ganze Flo!» 'י der Tropen vertreten Hl. Gewaltige Fontänen vuuO' ' murmelnde Wasserfälle belebten das Ganze und \'«f» breiteten eine behagliche Kühtc.!Prächtige Sch me V terlingc von hie gesehener Große und FutbcnpwKh, flogen von Blume• zu Blume, während autvjjhn At$L«rt. t

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