Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVI (1911)
- Issue
- Heft 31 (4.8.1911)
- Date
- 1911-08-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2651273-2651711-2651742--07879-2665078- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
ssz Seite 356 JUEDISCHIJ RUNDSCHAU Nr *J1 »er sollten Jahresproise für Gemüsebau, Geflügel- *lieht und Milchwirtschaft ausgesetzt werden. nd 3, Daß die jüdischen Arbeiter teurer sind als die arabischen, wird allgemein zugegeben; mir die Jemeniten machen in dieser Beziehung eine Ausnähme. Viele von diesen möchten sich gerne in Paliistina ansiedeln. Hierfür sollte der NF. einen größeren Betrag aussetz.cn und auch die für sie nötigen billigen Häuser bauen. Auch den schon in Palästina beschäftigten Arbeitern sollte der NF. in verstärktem Maße durch Errichtung billig zu vermietender Häuser das Leben erleichtern, sowie ferner auch den Frauenverband zur Errichtung von Arbeitcrküchen subventionieren. ad 4. Sehr wichtig ist die Verbilligung des Nutzviehes durch rationelle Futterwirt• schalt. Der NF. sollte Vieh- und Milchwirtschafts־ Stationen einrichten, möglichst mit gleichzeitiger Stationierung von Vichärztcn. Auch der äußerst wichtigen Frage des Ersatzes von Nutzvieh durch Motor• pflüge sollte der NF. seine Aufmerksamkeit zuwenden. Was diese einzelnen Maßnahmen kosten werden, läßt sieb noch nicht übersehen. Der Kongreß sollte daher vorläufig nur prinzipielle Beschlüsse fassen. Die Leiter der zionistischen Arbeit in Palästina werden dann die Aufgabe haben, präzisierte Vorschläge zu erstatten. Montag, 14. August Sitzungen der Landsmannschaften Kommissionen, und Tagesordnung des X. Zionistenkongresses (9. bis 15. August 1911 In Basel). Mittwoch, 9. August Vormittag: Eröffnungsrede des Präsidenten des E. A. C, Herrn David Wolffsohn. *— Rede des Herrn Dr. Max Nordau. — Wahl des Bureaus. Nachmittag: Bericht des Actions-Comitös. — Generaldebatte. Donnerstag, 10. August Vormittag: Fortsetzung der Generaldebatte. Nachmittag: Bericht des Jüdischen Nationalfonds: Dr. M. I. Bodenheimer, Köln. — Bericht über die Banken: Dr. N. Katzeneisohn, Libau. — Debatte. Freitag, 11. August Vormittag: Organisationsstatut: Referent Dr. E. Margulies, Leitmeritz. ־־ Beratung des Statuts. Nachmittag: Fortsetzung der Beratung des Statuts. Sonntag, 13. August Vormittag: Referate über die Emigrations• frage: Referenten Dr. N. Katzcnclsohn, Libau und Herr Leo Motzkin, Berlin. Debatte. Nachmittag: Referat über die hebräische Sprache: Referent Herr Nahum Sokolow, Warschau. — Debatte, — Referat über die Arbeit der Frau im Zionismus: Referentin Frl. Prof. M. Schach, Paris. — Debatte. lösunjr des Judentums. Dazu muß der Qcist ins Leben kommen. Und das kann in jedem Augenblick ge• schchcn, wenn jenes Unbedingte, das Uuber das Judentum nennt, dasganzc Volk inseinen Einzelnen ergreift. Das sind die Ideen, die Kämpfe um sic im Juden und in der Menschheit, die Ziele, das Absolute, das Judentum Bubers, Es ist gleichzeitig das Judentum der großen Zeiten in uns selbst. Das, was Buber in den drei Reden kündet, ist Religion, neue Religion. Religion ist das, was uns von den Nutz• zwecken loslöst und zu Urziclcn fuhrt. Religion ist das Unabänderliche des Einzelnen, was über seine Lebenstage hinausreicht und ihn die Unsterblichkeit erfühlen läßt. Bubers Worte über sein Judentum haben etwas von diesem Hauch der Unsterblich• keit in sich und er weht durch unsere Seele, wenn sie jenscit des Tages die Fäden ihrer Herrlichkeit spinnt. Es wird wohl einst die Zeit kommen, da das Unzulängliche der durch den Nutzzweck dogmatisch gewordenen Religionen hinweggehaucht wird von dem zweckbcfrciten Glaube« an das Ziel der Men• sehen in <Icr blutcntsprungcncn Urgemeinschaft. Viel• leicht wird der Tag kommen. Die Worte Bubers lassen etwas von ihm ahnen; und sic legen ein herr• hch*schüncs Hoffen in das Herz des Juden: daß die Juden diesen Tag der Lösung bringen werden. Dteses Eigenartige, das in dein Buche liegt, führt 1C«drc öbcr ücn Tag hinaus. Judentum ist £wr7\dci.Ta^c■ cin Bekenntnis, für Starke eine Erkenntnis; hier, jenscit des Tages, ist es Bekennen. Dienstag, 13. August Vormittag: Wahlen. — Beratung des Budgets für das Verwaitungsjnhr 1. Juli 1911 bis 30. Juni 1912. — Schließung des Kon* grosses. Sftzungstafel zum X. Kongreß Sonntag, den 6. Anglist, nachmittags 3 Uhr: Legitimationsausschuß. Montag, den 7. August, vormittags 10 Uhr: Engeres Actions-ComiK•. - Vormittags 11 Uhr• Generalversammlung des Jüdischen Nationalfonds. — Nachmittags 4 Uhr: Großes, Actions־Comit6. Dienstag, den 8. August, vormittags 10 Uhr: Agrarkreditkommission. — Nachmittags 4 Uhr: Permanenzausschuß. Montag, den 14. August, nachmittags 4 Uhr: Generalversammlung des Jesvish Colonial Trust. Die erste Sitzung der Deutschen Landsmanuschaft findet am Montag, den 7. August, abends 8 Uhr, in der Safranzunft (neben der Hauptpost) statt. ‘ * Die Mitglieder des Actio ns-Co in itds werden hiermit zu einer ersten Sitzung vor dein Kongreß am Montag, dem 7. August, 4 Uhr nachmittags, im Stadtkasino zu Basel cingcladcn. * Die Landsmannschaften und Föderationen werden darauf aufmerksam gemacht, daß die erste Sitzung des Pcrmancnzausschusscs am Dienstag, dem 8. August, nachmittags um 4 Uhr, Im Stadtkasino zu Basel stattfinden wird. * Der Lcgitimationsausschuß, das Große Actions■ Comite, die Agrarkredit-Kommission und der Permanenzausschuß, sowie die Generalversammlung des Jüdischen Nationalfonds werden im Stadtkasino tagen. * Tribüiienkarten Die Karten für Mittwoch, den 9. August sind bereits sliniliich vergriffen. ♦ Das Bureau des X. Zionistenkongresses teilt mit: Es werden keine Bestellungen aut Tri büneu karten mehr angenommen. Die Ausgabe der Tribünenkarten erfolgt am Sonn• tag, den 6., Montag, den 7״ und Dienstag, den 8. August, vormittags von 10—12 und nachmittags von 2—6 Uhr, sowie am Mittwoch, den 9. August, vormittags• von 8—9 Uhr, gegen Vorzeigung der ent* sprechenden Gutscheine am Schalter des Kongreß, burcaus im StaiJlkauino. Die Schalter werden ferner an jedem weiteren Kongreßtage vormittags von 9 12 Uhr geöffnet sein. Die Adresse des Zionistischen Zentralburcaus ist vom 1. August bis nach dem K 0 n g r c h Bureau des Zehnten Zionisten-Kongresscs Stadtcasino Basel. Allo Kongreßteilnehmer sollten sich mit einem Zionistischen Iilerkblatt versehen «—** »,»!׳ י■ •m m׳ m»1rl Die Wahlen in Deutschland Breslau: Zahnarzt Hugo Schachtel, Dr. Walter Steluitz, Delegierte. — Dr. Hermann Hof. stein, Dr. Hermann Badt, Dr. Julius Becker• Berlin, Ersatzdclcgierto. Nürnberg-Fürth: R.-A. Dr. Münz, Delegierter. — > Zahnarzt Singer, Ersat/dclcgiertcr. Hamburg*Altona: Dr. Hatpern, Dr. Huld, s c hi n c r, Delegierte. — Dr. C h w o 11 e s, Leopold Landau, Ersatzdclegierte. Königsberg: Kurt B1 u m c 11 f e l d * Berlin, Moses Marx, Delegierte. — Dr. Sclimar Bcrlo• Witz, Dr. Julius B e c kc r - Berlin, Willy P e r I i 8, Ersatzdclegierte, Berlin 1 Dr. Klee, Pr. Heinrich L o e w e, Professur W a r b u r g, Rechtsanwalt Grone mann, Dr. H a n t k c, Delegierte. — Dr. Isaac Zwirn, Lazarus Barth, Dr. Hey mann, Ersatz• delegierte. MUnchen-Regensburg: Dr. Elias S t r a u s•München, Delegierter. — Alois N a t z I c r * Regensburg, Ersatzdelegiertcr. Chariottenburg: Leo M ot zk i n, Delegierter. — Davis 3 riet sch, Ersatzdelegiertcr. Posen-Distrikt: Georg Kareski, Dr, Emil Simon־ s o 11 n * Berlin, Delegierte. — Dr. Alfred Klee* Berlin, Ersatzdelegiertcr. Posen: Dr. Köllen sch er •Posen, Delegierter. — Alfred Saling er* Filchne, Ersatzdelegiertcr. Frankfurt a. M.i H. BI o c h Mainz, Dr. Siegfried Sch war zs eh i Id, Fritz So nd heim er, Delegierte. — S. Lazarus* Mainz, M. F r i c d* m a n n Mainz, Jacob L. G 0 i t c i n, Sally Geis, S. H. G 01 d c m a n 11, Dr. W o l f f Offenbach, Ersatzdclegierte. Memcl-Glogau 1 Kurt BI u m e n f c l d, Delegierter. — Richard Lichtheim, Ersatzdelegiertcr. Dessau-Lübeck: Dr. Paul Moses- Dessau, Dele• ‘ *״ י־"״' ” “"*5 ״ Hannover 1 Dr. J a k o b s o 11 n, Delegierter. — Rechts• anwalt Hans Block, Ersatzdelegiertcr. Halberstadt-Halle - Dresden: Dr. H. G. Hey• ן mann- Berlin, Delegierter. — Ingenieur Loewenberg -Halle, Ersatzdelegiertcr, Köln 1 David Wolffsohn, Delegierter. — Max Ooldrcicli, Ersatzdelegiertcr. Mannheim: Julius Simon, Delegierter. — Rechts• anwait G o i t c i n, Ersatzdelegiertcr. Obcrschlcsicn: Arnold Wiener- Kattowitz, Dr. Isidor Dobrzy nski-Bcuthca, Rechtsanwalt L a c 11 m a n n - Königshiittc, Zahnarzt Block- Ratibor, Dr. Hermann S t a h I Tarnowitz, Kmt BI u m c 11 f c I d, Delegierte. — Siegiuund R a p p a p o r t * Kattowitz, Amtsrichter Dr. P o z• n a 11 s k i Nicolai, Isidor H c r z f c I d - Beuthen. Was Buber meint, kann nicht mit dem Maßstab der Wirklichkeiten in derJudcngemcinscliaft gemessen, son־ dem nur — und dieses ״nur‘1 ist cin Segen und tut not — in der Wirkung auf den Einen, der cs fühlt, ermessen werden. Wer cs im hellen Licht des Tages liest und die vorüberhuschenden Wirklichkeiten (die nur Lieht und Schatten sind) hineinvcrglciclit, der wird das, was darin gesagt ist, immer nur — miß• verstehen. Aus diesen Worten spricht kein NationaUs* mus oder Zionismus. Denn Nationalismus ist ge* wissermaßen erst bedingt aus der Idee des Judentums im Einzelnen. Und Nation und Nationsbekenntnis sind Formen des äußeren Lebens. In dem Buche ober sind Phasen des inneren Erlebens berührt. Es gibt sicher auch viele, die das, was Buber hier sagt, als antinationalistisch bezeichnen werden. Sic Haben etwas Richtiges getroffen. Nur geht cs ihnen um das Dogma, um sozusagen körperliche Prinzipien. Hier gilt cs aber etwas anderes: Es geht in diesem Buche um das, was über das Bcgrcnzt-Wescnhaftc im Judentum — besser gesagt, int Bewußtsein des Nationalen — hinattsgeht. Ein zweischneidig Schwert für die, welche nicht zugleich allein und mit allen sein können. Darum ist dies cin Buch für die Einen, nicht für die Vielen. Es gibt eben ein Problem des Judentums für die Einen und für die Vielen. Die Frage des Judentums für die Vielen muß mit ״Ja“ beantwortet werden und zur Lösung führen Im großen Kampf bei Tage, Die Frage des Judentums für die Einen hat Buber hier berührt. Sie ist größer. Und wer sic ganz fühlt, den! beantworten sie Bubers Worte in wundersamem Einklang des feierfrohen Herzens mit dem lösend-befreienden ״Ja“. Doch um sie ganz zu fühlen, muß man allein sein mit der eigen«״ Seele; daun hört man das große ״Ja“. Das ist der Olaube, der das Ziel sieht und unendlich weit spann«, aber werkfördernd wirkt für die kleine und die grob״ Tat. Unendlich groß ist das Problem des Juden* tums. In den drei Reden Bubers wird seine Unend• UeUkeit in der Seele des Einzelnen gestreift; in den Tagen der Werkesmül»', der gemeinsamen Arbeit, hascht jeder nur cin Endchen davon. Es ganz erleben heißt es glauben. Das ist die neue Re• ilgion des Judentums. Sic weht durch Bubers Wort«׳. Leben kann sic jeder, der seine großen Zeiten fühlt. Sic tut not unserem neuen Leben. . . . ׳ Doch das ist jenseits des Heute. Bubers Worte vom Judentum sind nicht für das Heute. Sie sind In der Dauer . . , Unser Judentum ist Dauer . . . Wir sind Dauer ... ln großen Zeiten . . . Ofitrau, Juli 1911. Siegfried Schmitz. Druckfehler-Berichtigung ln dein Artikel von Felix Roscnblüth in der letzten Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ ״U n ־ 8 e r e P r o g r n m in s c 11 r i f t" sind leider zwei sinn• entstellende Druckfehler unterlaufen: Statt ״die litcrarischcn Organisationsmethoden sind mit Recht der Vergessenheit verfallen“, muß cs heißen: ״Agi* t u t i o 11 s nt c t h o d c n1*, Statt ״es war nicht leicht .... die Gottlosigkeit des liberalen Judentums . . . darzustcllen“, muß cs heißen: ״die Haltlos(?* keit des liberalen Judentums“. i* reaamar »w