Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVI (1911)
- Issue
- Heft 28 (14.7.1911)
- Date
- 1911-07-14
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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JU EDI SC HE RUNDSCHAU Seite 323 Nr. 28 ... n:1s ist eine Lüne.“ Was man davon zu * U 1"1. naduicm Hcrr Bigarl dws« Tatsache in! .cl (iifcnllich Z14׳csta1uk־n hat, ist klar. ןferr Dr. jifr. M. de Philo (llaa«) beantragte* ,111, m.in solle das C. C. in Paris nochmals I״;״ eine /weite atts orthodoxen Rabbinern zu• iiiinieo'M'l/te Kommission zu entsenden. |),1ru1t erkliirte unter großer Bewegung Herr ,cliielr. (Paris), er werde diesen Antrag dem C. C. ,'^1,111:1111 und auch in der Versammlung des C. C. illerstut ■*en. Heu• Oberrahbiiter Wagenaar gab darauf die Er• ׳,riing ah, er will gerne seinen guten Willen zeigen ,1,1 seiie Demission vorläufig zurüek/iehen. Aber t׳|,u:!>e nicht, daß Paris tun werde, was jetzt bean• p״l v.ul: die Herren verstehen einfach nicht, was ״ d.n Orthodoxen verlangt wird, sie können es ,11! \ stehen. Er fürchte die Versprechungen der ijfisei leitung; und er fürchte noch mehr, dal! ifklith untersucht werde, nicht wie früher, wo alles r.ipai. 1t worden war, aber so, wie die Zustände irklei. sind. Denn da wird man erst recht (irund;וווו /t'tern Italien. Redner teilte dann unter grober rfcc'v.׳ mit, was er von den Zuständen in Jertt• •,11011' ,111־ der Wirksamkeit des Herrn Anlebi so• 0111 .1 moralischer wie in religiöser Hinsicht und 11״ *lt 11 Zuständen in Konstantinopel wullte. Die 1aris1׳׳ leitung solle gestehen, daß diese Zustände 11l1alth.tr sind; erst dann könne eine Besserung ein• •tU‘1׳. aber nicht, solange ein Mann wie Rcinach, 1,-r 1!. Seele der Alliance ist, an der Spitze stehe. Im• zündende Rede des Ohcrrnhhincrs machte iiini uhcrwälligenden Eindruck, und Herr Dr. ־ranzte zog daher seinen Antrag. Herrn Dr. Jahuda intriU zu gewähren, zurück, jeuoch unter der Vor- )״•;'d/iiHg, dall der Vorstand sein Versprechen,!Urin Dr. Jahuda später eiu/uladeit, halten werde. Ii.oinch nahm Herr Bigart wieder das Wort: I r sagte, man solle beweisen, was man vor• ehracht hatte. ״Die Religion und die Moral werden 011 uer Leitung verteidigt, man solle doch ver•;tdicu, daß die Menschen im Orient selbst keine imlcr sind und klagen würden, wenn sie hierzu mmd hätten. Was Antcbi anbetrifft, führte Herr Jligart folgendes an: Der Mann, den Antcbi am meisten verachtet, bin ich, Bigart. Auch das C. C. liebt ihn nicht. Und das kann ich schon sagen, r wird nicht immer bleiben. Aber die, welche nicht «ollen, daß Antcbi geht, das sind die Rabbiner und [die Zionisten und die Juden in den Kolonien. Antcbi hat einen sehr schlechten Charakter, seine Art ist lebhaft und roh, aber er ist außerordentlich ange• sehen und fähig. (Antcbi est un tri:s mauvais carac• ihr, d'imc naturc un peu vive, grossere, entrCmeinen( distingue et habile.) Wenn Antcbi entlassen würde, so würden zuerst die Kolonien klagen. Wir billigen nicht, was Antcbi tut, aber wir brauchen ihn (Nous n'approuvons pas Antcbi, mais nous avons besoin d’Antehi).“ Weiter sagte er, er selber könne .י . * ».!•׳ _ _•_ t*_... 1... r\..■ nichts Leven tun; er sei der sei nur Leiter. ein Beamter. Der Präsident Die Waisen von Drohobycz j (Eine Anregung.) I Es würde uns Zionisten schlecht anstehen, wenn | «ir unsere Hilfsgelder auf die sinnlose Art der philan• thmpjschcn Assimilanten den Hinterbliebenen der in I Broliobycz Getöteten und den dort zu Krüppeln Cie• j machten einfach in bar auszahlen und so verzetteln! würden. Wir müssen vielmehr die gleiche Methode ein schlagen, die wir auch nach dem Pogrom von I Ei: cliinew befolgten, indem wir unsere Sorge vor allem •!den Waisen, welche ein Stück Zukunft unseres j Volkes repräsentieren, zuweiulett und deren Zukunft! mit der Zukunft unseres Landes innig verknüpfen. Die I Ki'chinewer Waisen sind in Palästina aufgezogen und! auch womöglich dort versorgt worden. Erst kürzlich , " ir von dem Plane zu lesen, dall das jüdische ־ Wa isc nhau s in J c rusa Ie in eine Zahl seiner Insassen nahe einer jüdischen Ackerbaukolonie unter•; bringe, damit sie sich der Landluft erfreuen und von jung aut mit dem Landleben vertraut machen. . ״Die An&icütung der Waisen von Drohobycz in Palästina“ wird ein zug. kräftiges S c h I a g w 0 r t sein, die H 11 f s hv reit schalt gerade der Zionisten zu "׳ecken, Sache des Jüdischen Nationalvereines, als Initiators der Sammlungen, wäre cs, zwecks Durch• tiilirung unseres Vorschlages, sich sogleich mit dem 'VKiionskomitec in Köln und den anderen maßgebenden Palästiuafaktorcn in Verbindung zu setzen und den Plan der Waisensiedclung ehestens zü verlautbaren. Wien. Dr. H. L., Dr. E. Z. Persönliches Am Mittwoch dem 12. Juli, feierte unser lieber Freund Richard Licht he im in Konstantinopel seine Vermählung mit Frau Irma, geb. H.efter. Unserem opferfreudigen Gesinnungsgenossen und Mitglicüc des CentraUComitces der Z. V. f. D., der den deutschen Zionisten erst jüngst durch Abfassung unserer neuen Propagandabroscnüre einen so her* vorragendeq Dienst geleistet hat, unseren herzlichen und aufrichtigen Glückwunsch I ג: AUS ALLCR Vf €11 :: Deutsch fand Der dieser/ Tage zum Gymnasiallehrer für Mathematik in Fürth ernannte Dr. A. Tachauer ist der erste Jude, den man in Bayern zur Beförderuug zum Gymnasiallehrer für würdig befunden hat. Türkei Eine i'euershnmst vernichtete am 28. Juni einen ansehnlichen Teil des jüdischen Viertels von Saloniki. Viele Familien sind dadurch ins Elend geraten. Man sehäi/t den Schaden auf etwa 2Va Millionen Eres. Itufislantt Der Gouverneur von Pctrikaii, Kammerherr Jat* sehewskij, erließ au die Bezirksvorstände und Poli• zeimeisler ein Rundschreiben mit der Aufforderung, die Vorschriften über die nach Rußland kommenden ausländischen Juden auf das strengste eiuzuhalten. Es ist namentlich darauf zu achten, daß die zu Handels* zwecken Konmiemlen mit der hierzu nötigen Genehmi• gtmg des Ministeriums versehen seien und die ent• sprechenden Erlaubnisscheine lösen. Selbständige Kanflciitc müssen das Patent der ersten Gilde zahlen, Handltiiigsreisende zahlen für ihr Patent 50 Rubel. Ohne solche Patente dürfen ihre Reisepässe nicht visiert werden. Juden, die zu anderen als Handelszwecken kommen, sind ganz besonders zu überwachen. Die Verordnung kehrt sich in erster Linie gegen die d e u t s e h e 11 J u d e n , weil fast ausschließlich deutsche Juden in Verkehr mit dem Grenzbezirk stehen und öfters nach Petrikati kommen. Die Verordnung ist geeignet, sie auch an einem ganz kurzen Aufenthalt im Gouvernement Petrikau zu hindern. PALAeSTINA-RUMDSCHAU Ein Zwischenfall in Haifa Aus Haifa wird uns geschrieben: Hier hat sich jüngst ein Zwischenfall zugetragen, der beinahe böse Folgen für die jüdische Bevölkerung gehabt hätte. Im Verlaufe einer Protestvcrsammlung gegen die kretischen Umtriebe hatte N e d j i b e f fendi Nassar, der Besitzer der antisemitischen Zeitung Carniel, die Rednertribüne bestiegen. Ein jiidi• scher Versammlungsteilnehmer, Herr Salomon Boz a g I 011 interpellierte und sprach ihm das Recht ab, zum Volke zu reden, da er bisher^ weiter nichts getan hätte als I laß zu predigen und Zwietracht im Volke zu säen durch seine antisemitische Tätigkeit. Der Beifall der diesen Worten gezollt wurde, erboste N e d j 1 b Nassar und seine Gesinmmgsgenossen. Sie wandten sich au die Zuhörerschaft und legten den Worten des Herrn Bozaglon einen vaierlandsfeindlicbcn, antipatriotischcu Sinn unter. Die stets impulsive!Menge, die noch obendrein durch die gärende Stimmung der Versammlung geladen war, stürzte sich auf Herrn Bozaglon, der nur mit Mühe und Not sich retten konnte. Nedjib Nassar und seine Leute wollten den Zwischenfall ausheuten und versuchten, Unruhen zu provozieren. Aber die Energie der führenden Persönlichkeiten stellte die Ruhe bald wieder her. Das ist in kurzen Umrissen die Geschichte des sehr bedauerlichen Zwischenfalles, ׳,ier unsere dortigen Glaubensgenossen stark erregt hat. Es war ein gefundenes Fressen für die antijüdisclte Presse* unseres Landes, Der ״Cariuel“ und seinesgleichen haben natürlich Feuer und Schwefel gegen die Juden gespuckt. So eine schöne Gelegenheit bietet sielt nicht leicht wieder, um die verabscheuten Juden der Wut der Menge auszuliefern. Niehl ein xbeliebiger Herr Bozaglon hat die Frechheit besessen, einem xbclicbigcn N c u « jib Nassar ins Gedächtnis zu rufen, daß jemand, der in einer Versammlung für das Wohl des Landes sprechen will, wohl erst mal aufhören müßte, Zwietracht unter den Söhnen eben dieses Landes zu säen; ... die Juden haben die Türken beschimpft. Und darum schweres Geschütz, vor! Wir haben unglücklicherweise nichts darauf zu er• widern: cs ist gute antisemitische Taktik. aomsTiscjie Gemeldete Walilrcsultatc 1. Breslau! Zahnarzt Hugo Schachtel, Dr. Walter Steiuitz, Delegierte, Dr. Hermann Hofstein, Dr, Hermann Badt, Dr. Julius Beeker*Berlin, Ersatz* delegierte. 2. ־NUrnberg‘Fürth1 R.-A. Dr. Münz., Delegierter, Zahnarzt Singer, Ersat/delcgierter. 2. Hamburg-Altona 1 Dr. Halpcrn, Dr, Huld• sclilncr, Delegierte, Dr. Chwolles, Leopold Landau, Ersatzdelcgierte. •I. Königsberg! Kurt Bltmienfcld, Moses Marx, Delegierte, Dr. Selimar Berlowitz, Dr. Julius Becker• Berlin, Willy Perlis, Ersatzdelcgierte. 5. Berlin! Dr. Klee, Dr. Heinrich Loewe. Pro• fcssor Warburg, Rechtsanwalt Gronemann, Dr. Hontkc, Delegierte, Dr. Isaac Zwirn, Lazarus Barth, Dr. Hey• mann, Ersatzdelegierte. 6. München-Uegensburg: Dr. Elias Straus-Mimeben, Delegierter, Alois Nat/Ier-Rvgeiishurg, Ersatzdelegierter. 7. Cbarlottcnburg: Leo Mot/kin, Delegierter, Davis Trietscli, Ersat/delcgierter. 8. Poscn-Distrikt! Georg KarcsköPoscn, Dr. Emil Simoiisoit-Herlüi, Delegierte, Dr. Alfred Klye- Berlin Ersat/delcgierter. 9. Posen-Stadt! Dr. Kolleiiseher-Posen Delegierter, Alfred Salingcr Ers.it/delegierter. 10. Wahlkreis Frankfurt a. M.: H. Bloch-Mainz, Dr. Siegfried Sclnvar/scliild-Frar.kfurt .1, M., Fritz. Soiulheimer-I'raiikfurt a. M., Delegierte, S. Lazarus- Mainz, M. I'riedemami-Mainz, Jacob L. Goifeiu-Fraiikfurt a. M.. Satly Gcis*Frankfurt a. M., S. II. Goldmaim-Fraiikfiirt a. M., Dr. Wolff-Offcnbach, Ersatz• delegierte. Außcrdeutsche Wahlresultate Bckaiintgegebcn in Nr, 27 der ״Welt“ vom 7. Juli 1911. (Die iu Klammem Genannten sind Ersatzdelcgierte.) Australien, Sydney: Solomon Pcchter-Sydiiev. Neu-Seelantl, Auckland; Morris CopelambAuck- Iniul. Frankreich, Paris: Dr. Max NordamPnris (Isidor Friedmami-Paris), Dr. Alexander Marmorck-Paris (Jacob Roiikliomovsky-Paris). Amerika (Knights of Zion) Max Shulm.in-Cliicago, B. Horwieli-Clucago, F. Lubin, I). P. Pollack•, A. Lcvinson, M. Marks, Dr. Julius Rosenfeld, Dr. Julius Loewcitheitn-Berlin, Max Perlmaim, Joseph Gold• Schmidt-Hamburg, Hermann Goldsehumlt-I fnnihurg. * Südafrika, lobannesburg; David Wolffsohn-Köln (Georg Hepner-lJerlin), Sam. Goldrcich-Iohanncsburg (Max Wollsteincr-Berliii), Leopold Keßler-London (Joseph Cowen-Loiulon). Dr. M. j. Bodenheimer- Köln (Johann Krcmenczky-Wien) brau Dr. Bodenheiincr-Köln (Johann Krcmene/kv-wien), Dr. Ed. Les* zynsky-Berlin (Dr. Chwolles-Altöna), Frau Betty Leszynsky-Bcrlin (A. Hofmann-Köln), Leopold Landau* Hamburg (Georg Hcpner-Berlin), D. L. Wolffsohn• Mentel (Johann Kremene/ky-Wien), Oscar Fischer- Antwerpen (Johann Krc1nene/kv*Wicn). Frau L. Wagner-Taiiber-Berlin (A. Hofmann-Köln), Frau Sa• loute Fischer-Antwerpen (Frau Dr. Marmorck-Paris). — Krugersdorp: Heinrich Lederer-Wien (D. L. Wolff* sohn-Meinel). Tunis, Stadt Tunis: Jacob Boccara-Tunis (S, Fried• niann-Paris). Die neue Propagandabroschüre Das .™gekündigte Erscheinen unserer neuen Propagandabroschüre Das Programm des Zionismus von Richard L i c h t h c i in hat in weiten Kreisen unserer Gesinnungsgenossen ganz außergewöhnliches Interesse erregt. Durch besondere Umstände sind wir in die Lage versetzt mit dein Versand der vorbestellten Exemplare schon f r ü h e r a I s a n g e k ü n d i g t zu beginnen. Das Erscheinungsdatum ist nunmehr auf Montag, den 17. Juli festgesetzt. Auf den Inhalt der wertvollen Broschüre wird sofort nach Erscheinen in der ״Jüdischen Rundschau“ ausführlich cingegnngcn werden. Für heute sei auf die vornehme Ausführung des 52 Seiten starken Heftes hingewiesen, welcher keine der bisher erschienenen zionistisehen Broschüren an die Seite zu stellen ist. Trotzdem beträgt der Preis im Einzelverkauf 30 Pfennig (ausschl. Porto), soüaß ein Masscuabsatz bei einigem Eifer seitens unserer Freunde gesichert erscheint. Bei größeren Bezügen greifen noch besondere Ermäßigungen Platz: 100 Exemplare kosten 20 Mk. 500 ״ 75 ״ 1000 ״ טסי ״ Sämtliche Preise verstehen sich schließlich des P a k e t p 0 r 10 s. Mit der neuen Broschüre wird unseren Freunden für die Propaganda eine Waffe in die Hand gegeben, wie sie der deutsche Zionismus noch nicht gekannt hat. Sie in seinem Kreise geschickt und erfolgreich zu führen, ist Sache jedes einzelnen, wo er immer stehe. Wir bitten um sofortige Aufgabe der Be- Stellungen. Zionistisches Zentralbureau Charlottcnburg, Bleibtreustr. 49.