Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVI (1911)
- Issue
- Heft 27 (7.7.1911)
- Date
- 1911-07-07
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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י Seite 312 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 27 ZIOMISTISCHfi BeV/eßUNG Gesinnungsgenossen I Obwohl wir bereits seit mehrere» Wachen eine »mfasscitde Aktion für eine müffliclist grolle Ver• breitung der Kongrcßausgabe der ״Welt" eingeleitct und bei einer Anzahl von Vereinen und Vertruueusiniinner» auch die nötige Unterstützung bei unserer Werbearbeit gefunden haben, müssen wir konstatieren, dafl der gröliere Teil unserer Organisation bisher noch nichts für diese eminent wichtige propngamlischc Aktion unternommen hat. Wir appellieren daher an die gesinnungsgenössische Pflicht aller Zionisten, die Zeit von jetzt bis zum Kongrell zu einer intensiven Propaganda für die Verbreitung der Kongrellausgabc der ״Welt“ auszunutzen. Jeder Zionist muH die K 0 » g r e (I a ti s gäbe der ״W e 11“ abonnieren und keiner möge es unterlassen, in seinem Kreise für deren Verbreitung zu wirken. Hie Kongrellausgahe der ״Welt“ wird insgesamt fünf Nummern umfassen. Der Bezugspreis beträgt: für Deutschland 1,70 Mk., für Oesterreich-Ungarn 2 Kr., für Kußlaiul I Rbl., für Orolihritanuien 2,2 Shill., für Holland 1,2.) fl., für die Verein. Staaten 0,50 Doll., für alle übrigen Länder 2,50 Frcs. Bestellungen werden nur gegen Vorein- Sendung des Betrages h z w. N a c h n a h 111 e entgegengenonnnen. Der Bezugspreis kann auch in Briefmarken eines jeden beliebigen Landes entrichtet werden. 0 e si» n u n g 8 g e n 0 8 s e n, welche g r ö llcrc Aktionen zur Oe w i 1111 u 11 g v o n Abonnenten für die K o 11 g r e I) a u 8 g a b e der ״We 11" zu untern eh m eu bea bsi eh t i gen, erhalten von uns die nötigen Drucksachen (Prospekte, Bestellkarton, Erlagscheine und Plakate) kosten« 10» in beliebiger Anzahl geliefert. Auf zahlreiche Anfragen teilen wir nochmals mit, daß die ständigen und alle neu eintretenden Abonncnten, die mit der Einzahlung des Bezugspreises nicht im Rückstände sind, selbstverständlich Anspruch uuf die kostenlose Lieferung der Kongrellausgahe haben. Verlag ״DIE WELT“; Köln a. Rh., Karolingcrring 31. ־VOM HILFSVeReiN.i Der Hilfsverein versendet seinen neunten Ücschäftsbcricht (1010). Der Band ist diesmal einschließlich Mitgliederverzeichnis und Statuten etwa 320 Seiten stark und darf in technischer Hinsicht, was Uebersiclitlichkeit und Vollständigkeit betrifft, als mustergültig bezeichnet werden. Entsprechend den weitverzweigten und umfassenden Aufgaben, die sich der Hilfsverein auf allen Gebieten jüdischer Fürsorge gestellt hat, kann der Bericht heute bereits als eine ständige Chronik jüdischer Not und jüdischer Hilfsleistung aiigesproche» werden. Indem wir voraussetze», daß unseren Lesern das Hilfsvereinswerk als Ganzes heute bereits vertraut ist, sehen wir diesmal davon ob, einen Auszug aus dem Gesamtbericht zu bringen und wollen lieber durch eine Reihe von detaillierteren Berichten ein möglichst vielseitiges Bild von dem ״Wie?“ der Hilfsarbeit auf den verschiedenen Gebieten geben: Jüdisches Institut für technische Erziehung in Palästina Obwohl das ״Jüdische Institut für technische Er- Ziehung in Palästina“ eine selbständige Gesellschaft mit eigener Verwaltung ist, so wäre der Bericht des Hilfsvereins doch unvollständig, wenn hier nicht auch noch einige weitere Mitteilungen über dieses Institut ihre» Platz fänden, «leim die Gründung desselben ge- .seitab auf Anregung des I lilfsvereins durch diesen, die Wolf Wissotzky-Sliftimg lind Herrn Jakob II. Schiff, New York. Der Vorsitzende des Htlfsvcrcms mul der Geschäftsführer 1. E. sind in gleicher Funktion auch hei dem Jüdischen Institut tätig, und schließlich ist ein erheblicher Teil der Mittel des!lilfsvereins (die Colm-Oppciihcim-Stiftimg von 301) COÜ Mark) für die Zwecke des Jüdischen Institutes für technische Er- Ziehung festgclegt. Im Berichtsjahre wurden die Arbeiten für die Errichtuug der Baulichkeiten mit dein Terrain m llniia in Angrifl genommen. Wenn auch hei den Verhältnisseii im Orient ein rasches Forlschrcitcn der Ar-!)eilen vielfach auf Widerstand stößt, so ist doch volle Aussicht vorhanden, daß die Bauten in der vorgeseheneu Zeit vollendet sein werden. Das Bestreben der Leitung war cs, schon jetzt den Betrieb des Technikums mul das jährliche Budget sicher zu stellen. Nach einem von dem üeschättsfiilirer im Ehrenamt, Herrn Dr, Paul ׳Nathan, ausgcaibeiteten Plan würden die Kosten des Betriebs etwa wie folgt zu bemessen sein: Das Technikum und die Vorschule sollen, wenn sie voll ausgebaut und in Betrieb sind, für etwa 000 Schüler Raum haben; eine erhebliche Anzahl dieser Schüler wird in einem noch zu erbauenden Internat imtcrz.uhriugcit sein. Ein Teil der Zöglinge wird in der Lage sein, die Kosten des Unterhalts und des Unterrichts selbst zu bestreiten, für andere werden Zuschüsse, für viele auch die üesamtkosten gezahlt werden müssen. Wenn die regelmäßigen Einnahmen an Schulgeld usw., die das Institut ohne Zweifel im Laufe der Jahre haben wird, in Anrechnung gebracht werden, so wird voraiissichllirh zur Uiiterlialtmig der Schüler mul des Instituts eine Summe von 203 U00 Mk, erforderlich sein. Es bestellt mm die Absicht, diese Summe durch Stipendien (״scholarsliips") mifz.tibriiigen, und /.war in scholnrships von je 1030 Mk, jährlich, — so viel ist nötig, um einen Schüler zu unterhalten mm die Uiiterrielitskostcn für ihn zu zahlen, «Hierdurch Stipendien von 200 Mk. (die nur die .Uiiterrichtskosten decken). Es ist erfreulich, daß ein Teil der Mittel aut diese Weise bereits aufgebracht ist. Der Tätigkeit des Mitgliedes des Kuratoriums, I lerru Dr. S. Levin, verdanken wir es, daß in den Vereinigten Staaten für den Betrieb des Technikums bis jetzt 12030 Mk. für das Jahr gezeichnet worden sind. Auch in Deutschland haben Vorstandsmitglieder und einige Gönner des Vereins sich bereits zu jiilirliehen Beiträgen von 15 000 Mk. verpflichtet. Es ist hei der Opferwilligkeit unserer deutschen Glaubensgenossen zu erwarten, daß die Beiträge sich bis zur Eröffnung des Technikums noch bedeutend erhöben werden. Die Familie Wissot/ky hat ein einmaliges Stipendium von 30 000 Fr«, zur Verfügung gestellt. So sind die verheißungsvollen Anfänge gemacht, um die /.iikunft des ״Jüdische» Instituts für technischc Erziehung in Palästina“, das so reiche Svmpalhieii in allen Kreisen der Judenhcit gefunden hat, sicher zu stellen, Informationsdienst In den ersten Jahren seiner Tätigkeit staun der llillsvcreiu als Auskunftsstelle für jüdische Aus- Wanderer ziemlich allein tiiui hatte mich allem die gewaltigen Arbeiten z.u tragen, die eine richtige Inforiniermig der jüdischen Emigranten in den verschiedeiien Ländern mit sich brachte. Nachdem nunmehr nach unserem Verbilde und aut unsere Anregung sieh überall, besonders aber in Rull* laiul, zahlreiche Komitees gebildet haben, ist uns im \vcsentliclien die schriftliche Detailarbeit nbgennmmcii, Der russische Auswanderer wendet sich nicht mehr wie früher um Informationen nach Berlin, sondern ersucht persönlich das nächstgelegenc Bureau der lea aut, oder auch das Bureau der russischen Emigration«• gesellsclinft (in Kiew), und er kann sicii dort persönlieh besser mul eingehender orientieren, als cs in brieflicher Weise möglich wäre. Unser»! Bureau in Berlin ist die Aufgabe vcrblie* hen, als Informationsquelle für die jüdischen Inst!* tutionen und Komitees der verschiedenen Länder zu dienen und zugleich auch für diejenigen Auswanderer, die nicht die Möglichkeit haben, in ihrer Heimat die entsprechenden Bureaus aufzusuciien. Es muß zu diesem Zwecke sich eingehend über alles Wissenswerte auf dem Gebiete der Emigration informieren und die Organisationen und Komitees, die sich dieser!!;!!!) an uns wende״, auf dem Laufenden hallen. Auch dieser InformaUonsdieiist erfordert eine umlangrcichc Arbeit da sich fort laufend zahlreiche inmul .'iiislämliselie Komitees und auch Einzelpersonen mit den verselne- (lensten!־'ragen au uns wenden, die gewissenhaft bc. antwortet werden. Soweit es notwendig ist, uiilcrricli. len wir auch die ()Öffentlichkeit durch cnlsprcchcmlc Publikationen. Wörterbücher Die von uns hcraiisgegebenen e 11 g I f 8 c 11 •j (i d 1. sehe 11 und s p a 11 i's c h ■ j ü d i se hen Wörterhü cli er mußten bereits in vierter Auflage erscheinen, so stark ist die Nachfrage nach ihnen. Ein weiterer Neudruck mit einer großen Anzahl von,Verbesserungen ist in Vorbereitung, Zentralstelle für jüdische Wanderarmenfürsorge Zu den Rückwanderern aus den Vereinigten Staaten und aus anderen überseeischen Gebieten gesellen sich eine!Reihe von Rückwanderern, für die zu sorgen nicht zu den eigentlichen Aufgaben des Mills. Vereins gehört. Es sind dies diejenigen Personen uau Familien, die in kontinentalen Ländern oder auch in deutschen Städten Unterkunft gefunden haben, aber nicht festen F11B fassen konnten, ferner eine Reihe von Wamlcrarmcn, die ohne Ziel und Zweck die Wohl, tiitigkeit der jüdischen Gemeinden in Deiitsehlauu in Anspruch nehmen. Diese wurden bisher von den jüdischen Gemeinden derjenigen Orte unterstützt, die sie durch Zulall oder durch ihr Reiseziel gezwungen, aufgesucht hatten. Die Unterstiit/iiiigstatigkcit war eine sehr un* systematische, da die Gemeinden in keinem Zusain. inenhang miteinander standen, und sie war außerdem häufig für die Unterstützte» recht wirkungslos, da mit den kleinen (iahen, die die einzelnen Gemeinden!!ergeben konnten, den Armen in keiner Weise geholfen war. Um diesen Millständeii ahzulielfen, hat stell, wie wir bereits im Jahre IUD0 berichteten, eine einheitliche Organisation durch ganz Deutschland hindurch geluldet unter dem Namen ״Deutsche Zentralstelle für jüdische Wauderaruunfürsorge“, Diese Organisation ist auf folgenden Grundsätzen aulgcbaiit: Die Wamlerarme» sollen nicht von Ort zu Ort geschickt werden, sondern in möglichst großen Etappen, mindestens von Prnvinzial-Kassc zu Provinzial-Kassc. Für arbeitsfähige Personen soll durch Arbcitsnaehweise bzw. durch Arbeitsstätten oder durch Arbeiterkolonicn, soweit solche vorhanden sind, Arbeit geschafft werden. Die einzelnen Gemeinden bilden Ortskassen, denen diejenigen Mittel ziigefiilirt werden, die die Gemein• den oder Einzelpersonen für die Wauderarmen besinnmen. In der Regel solle» diese Mittel 2״,« des Ciemeimleetats erreiche». Die Ortskassen geben ihre Mittel aber nicht direkt den Armen, sondern sie führen •dieser Einnahmen au diu Provinzial- oder Lamleskasscn ah. Die Provinzial- und Lauüeskasseu, die bereits in über 20 Städten bestehen, sind die cigentliehen arbeitenden Organe, au deren Kassen und Bureaus die Untcrslützung-Suchenden abgefertigl werden. Ueher den Provinzial- und Ortskassen steht die .,Deutsche Zentralstelle für j ü ü i 8 c h c W a n d e r n r tu e n f ii r 8 o r g e“ in Berlin, die die verantwortungsvolle und schwere Arbeit hat, die ganze Maschinerie einheitlich zu leiten, die Verbindung zwisehen den einzelnen Provin/inlkassen .׳!Utrecht zu erhalten, den finanziellen Ausgleich zwischen ärmeren und reicheren Provinzialkasscn, zwischen solchen Kassen, die stark frequentiert werden und denen, di-: mir einen geringen Armenverkchr haben, her/ustell n, ferner die Infolge der Oesamtlage der jüdischen Hcv< Ikcrting des Ostens notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, sieh über den Arbeitsmarkt orientiert zu halten, die Provinzialkasscn zu informieren, Arbcilsnnchwci .0 oder Arbeitsstätten zu gründen, zu fördern oder d!■׳ bestehenden (Arbeitsnachweise haben in großer Z.-.' l in dankenswerter Weise die Logen eingerichtet) mit den Provinzialkasscn in Verbindung zu bringen,!.'׳'! den Organisationen in Deutschland und aullcrliJh Deutschlands die nötige Fühlung zu behalten usw. us\.. Es braucht kaum betont zu werden, daß die Fra׳ c der Waiider.irmenfürsorge in engem Zusnmmcnlia ..׳ mit allen Fragen der Aus- und Rückwanderung ste!.1, daher ist es selbstverständlich, daß der Hillsvercm ז Deutschen Juden eng mit der neuen Schöpfung v«.rknüpft ist und regen Anteil nimmt an den Arbeiten der □ □□□□□□□□□□□□□□□□nnnnnnnnnnnnnnnnririnnnEata 19 boginnon wir mit dom Vornand dor vorausbeatollton Exomplaro unsoror noaon Broschüre £■־■» üi Pro!« 30 Pfaimlg (augscbi. Porto) Von Richard I.lcl15:1clm Preis 30 Pfoiuilg (autsebl. Porto) 6- Bolton gr. 8 . — 100 Exomploro Mk. 20,—6 .־C0 Exomplaro Mk. 76,—. 1000 Exomplaro Mk. ICO,־־־. Zentralbureau der Zionistischen Verewigung für Deutschland Bcrlin-Charlottonburg» Blofibtrouctraßo 49 □ j j □ □ □ □ ם ם 03 ט m □ ם o 10 0 q □ ם ם ם q m □