Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVI (1911)
- Issue
- Heft 13 (31.3.1911)
- Date
- 1911-03-31
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 13. IUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 151. Zur Beachtung I Diejenigen unserer Abonnenten! wclctie die Ertieurtinff llircs Abonnenicnts für das zweite Quartal 1911 bisher versäumt haben, hltlcn wir von dem PosMcIiccklorniiilar, das wir der vorigen Nummer der .Jüdischen Rundschau** beliebten. unverzüglich Gchr.'iucli zu machen. Die gemeinsame Adresse von Redaktion, Verlag und Expedition Ist: Ucriin-Chur- ]Ottenburg, Welblrcustr. 49. Verlag ״Jüdische Rundschau** siomsriscHe Bev/ecuriG Freiwillige Beitrüge'5'־ " für das E. ft. C. Die ״Welt“ veröffentlicht die erste Liste von neinäßen, die dein Actions-Comitö auf Grund einer von Herrn Präsidenten Wolffsohn dmchßefiilirten Aktion von einer Reihe Opfer* williger Gesinnungsgenossen zur Verfügung gestellt worden sind. I lerr Präsident Wolffsohn hatte sich an eine Anzahl Zionisten mit der Bitte gewendet, ihm einen Betrag von 1000 Mark für die Zwecke der Organisation zu überweisen. Diesem Ersuchen haben einige Gesiniungsgenossen entsrochen; andere haben sich zur Zahlung dieses Betrages in Raten verpflichtet, und eine ganze Reihe haben statt dessen einen festen Jahrebeitrag gezeichnet. Alle diese Spender waren von der Erkenntnis durchdrungen, daß eine gesunde Finanzlage der Organisation die erste und vornchmlichstc Voraussetzung für ein Gedeihen aller unserer Arbeiten ist. Sie alle haben den Widerspruch gefühlt, der darin besteht, daß die Zunahme der Scliekelgelder der rapiden Steigerung unserer Spendcnsammlung so wenig entspricht. Die Veröffentlichung der ersten Liste wird hoffentlieh die Erkenntnis von der Wichtigkeit einer gesunden Finanzlage der Organisation in alle Kreise unserer Gesinnungsgenossen tragen, und wir dürfen wohl die Uebcrzeugung aussprechen, daß der zweite Ausweis der Organisationsbcitrage, der in der ersten Mainummer der ״Welt“ erfolgen wird, durch eine vermehrte Liste von Namen und Beiträgen den Beweis erbringen wird, daß sich unsere Gesinnungsgenossen die Sicherung unserer Finanzen zur nächsten und dringendsten Aufgabe gemacht haben.״) ( I. Ausweis: Einen einmaligen Beitrag zeichneten: D. Wolilsolm-Köln 1000 Mk. J. II. Hann-Haag Mk. »000, K Barbascli-Odcssa Mk. 1000, J- Cowcii- London Mk. 1000, Dr. N. Katzcnclson-Libau Mk. 1000. J Krcmcnczkv-Wicn Mk. 1000. Sir Francis Monteüoic-London Mk. 1000. Dr. A. Neulckl-Warscliau Mk. 1000. Pran E. Pcrutz-TcpÜtz Mk. 1000. A. S- ’s Gravcnliavc Mk. 1020. J. N. Schulhof-Esscg Mk. 1000, Dr. H. Spitzcr-Esscg Mk. 1000. J. Fischer- Antwerpen Prs. 1000. N. N.־A11twcrpcn Prs. 1000. B Hamburg-Berlin Mk. 500. S. Hcuncr-Bcr in Ml:. 500, Dr. S. Scliwarzschild-Frankfurt a. M. Mk. 500. S. Hirsch-MessingweTk Mk. WO. Dr. D. Akalav־ Belgrad Prs. 250. Kais. Rat C. HirschAVicn Mk. 200. Dr. E. Kalmus-Hamburg’ Mk. 100. Dr. A. Straus- Dcpcnau Mk. 100. Dr. Victor-Waiidsbcck Mk. 10״. M. S. Wolf •Hamburg Mk. 100. K. Rcsck-Prag Kr. 100. A. Glaser-Prag Kr. 100. N. N.-I1ainburg Mk. 50. Einen festen Jahresbeitrag zeichneten: M. Feldstein-Warschau Mk. 200. R. Lichthcini• Berlin Mk. 200. J. Simon-MamihcJm Mk. 200. Dr. J. L. Magnes-Ncw York $ 25, L. Diiiesmann-Konigsberg i. Pr. 15. Dr. M. J. Bodcnhcimcr-Koln Mk. 100. Frau Gust. G. Cohen-Hamburg Mk. 100. G. Schwabe- Varel Mk. 100. M. Klein-Pisck Kr. 100. 1• Lederer- Wien Kr. 60. Dr. A. Elias-Mülhausen11. Eis. Mk. 50. cand. phil. G. Straus-München Mk. 50, A. Glase Drag (s. o.) Kr. 50. R.-A. B. David-Hamburg Mk. 30. Die Summe der auf diese Zclclinuiwcca *»»slicf cingcgangcncn Betrüge beläuft sieb auf Mk. 9251,) *) Geldsendungen woll man an das Zionistisch ntralbureau, Köln, Karolingerring 31 (deutsches istschcckkonto Nr. 6207) oder an den Jcwisu iloniul Trust, Brook House, Walbrook, London E. u. erweisen. ftflilallonsrelsen des Parteisekretärs liohcnsalza. Am 9. Mürz fand liier im Mein- •scheu Saale eine sehr gut besuchte zionistische Propagandavcrsumiuhiiig statt, in der Herr Parteisekretär Kurt Blume nfeld über ..Das Programm des Zionismus” sprach. In formvollendeter Rede entwickelte Herr Blumciifcld die Tatsachen, die den Zionismus als eine historische Notwendigkeit erkennen lassen und gab ein anschauliches Bild von dem Wesen des Zionismus und seinen Zielen. Das Publikum lauschte mit grober Aufmerksamkeit den lichtvollen Ausführungen und dankte dem Redner mit begeistertem Applaus. Eine kurze Diskussion ließ erkennen, dait man sich ernsthaft mit den Problemen des Zionismus zu beschäftigen beginnt. Das erfreuliclie Resultat des Abends bestand in der Konstituierimg einer Ortsgruppe von 38 Mitgliedern. Es wurde ein provisorischer Vorstand gebildet, dem die Herren Nibrowicz, Abroinczyk, Philipp Rosen* berg und die Damen Frau Dr, Bcrgel und Frau Hulda Cohn ־iiigehören. Dem nüchsten zionistischen Vortrag wird in allen jüdischen Kreisen mit grober Spannung ciitgcgcngcschen. Tliorn. Am 10. Mürz fand hier eine stark bcsuchte zionistische Versammlung in unserem Gemeimlcsaale siatt. Der Vorstand der Synagogengemeinde, hatte trotz gegnerischen Standpunktes den Sani bereitwillig kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Publikum loigte mit gespannter Aufmerksamkeit der nach Form und Inhalt gleich schönen Rede des Rcefremcn Herrn Kurt BI u 111 e n f c I d. Die Diskussion dauerte bis Mitternacht. — Anfang April erwarten wir den Herrn Parteisekretär zum Zweck der Konstituierung einer Ortsgruppe, wir glauben, dall durch diese erste Versammlung die notwendigen Voraus- Setzungen geschaffen worden sind. Glogaii, Am Sonnabend, den II. Mürz er. sprach Herr Parteisekretär Blumcnfeld vor einem groheu Zuliörcrkrcise. Es war der erste Versuch, in Oiogau vor einer breiteren Öffentlichkeit Interesse für den Zionismus zu wecken. Das Publikum folgte den klaren und formgewandten Ausführungen des Redners mit grolier Aufmerksamkeit. In der Diskussion verfocht insbesondere Herr Justizrat Fr iedtna וווו mit grober Leidenschaftlichkeit den gegnerischen Standpunkt, während Herr Rabbiner Dr. I. u k u s in versöhnlicher Form seine ablehnende Haltung zu rechtfertigen versuchte. Herrn Blumenfcld, der auf die Angriffe sicher und überlegen amwartete, sei auch an dieser Stelle herzlich gedankt. — Anfang April spricht Herr Blumcnfeld wiedemm bei uns und wir hoffen, dall cs bei intensive^ Arbeit gelingen wird, in Glogau eine gut arbeitende Gruppe zu schaffen. 0 Ostrowo. Am 12. d. Mts. fand hier eine von Herrn Mumlok. Posen, geleitete öffentliche zionistische Versammlung statt, in der Herr Parteisekretür Kurt Hl u men fcld sprach. Die Diskussion gab dein Redner Gelegenheit, auf das jetzt wieder aktuell gewordene Thema unserer Türken- Politik einziigehen tmd alle nach dieser Hinsicht laut gewordene bedenken zu zerstreuen. Der Erfolg des Abends ist llir Ostrowocr Verhältnisse zufriedenstellend. Die Z. V. f. D. gewann 11 neue Mitglieder, so dal’, die Zahl der Scliekclzahler auf 2Ü gestiegen ist. — Die Gründung einer Ortsgruppe ist möglich, wenn, wie bereits angeregt, in einer zweiten, interneren Versammlung, zu der auch die zionistisch bereits interessierten Elemente hiuzugezogen werden können, eine straffe Organisation der einzelnen Scliekclzahler erzielt werden kann. Auch dieser Versuch wird in nächster Zeit gemacht werden. Mitteilungen des Zentralbureau3 der Zionistischen Vereinig• für Deutschland Wir erinnern daran, dafl am 3. April, abends, der Termin unseres Flugblatt-Preisausschreibens ablüuft. Die FlugblfUtcr sollen folgende Themata behandeln: 1. Was will der Zionismus? 2. Liberales und nationales Judentum. 3. Zionismus und Staatsbürgertum. 4. Zionismus und deutsche Politik. Jedem Bewerber ist cs gestattet, eines oder mehrere oder sämtliche Themata zu bearbeiten. Der Umfang der Flugblätter soll etwa 60—100 Druckzellen (von je 25 Silben gerechnet) möglichst nicht überschreiten. Die Manuskripte sind jedes besonders In einem Kouvert cinzurcichcn, das als Aufschrift 1. das Thema, 2. ein Kennwort zu enthalten hat. Namo und Adresse des Verfassers sind in einem besonderen verschlossenen Kouvert, das das gleiche Kennwort tragen muß, mitzutcilcn. , Wir setzen für die beste Bearbeitung jedes Themas einen Preis von 50 Mk. aus, behalten uns aber vor, auch andere als die preisgekrönten Entwürfe zu einem angemessenen Honorarsatz zu erwerben. Es versteht sich von selbst, dait wir keine ak.1dänischen Erörterungen über die angegebenen Themala wünschen, sondern kurze prägnante, im Stil eines politischen Flugblattes gchailcne Mahnrufe. Alle Bewerbungen sind mit der Aufschrift: Preisausschreiben! Zionistisches Zcntralhurcau Charlottcnburg 2, Bleibtrcustr. 49. zu versehen. Der itcshäftslührcnde Ausschuß. AUSTEN G6M6IND6N München. Die .luhlläiimsfestllclikeltcn zu Ehren unseres OOjührigcn Prinzregenten haben gezeigt, dall man an oberster Steile das Judentum als gloiclibercchtigt zu den anderen Konfessionen betrachtet. Zu allen offiziellen Veranstaltungen war Herr Rabbiner Dr. Werner von München als Vertreter der baveriselten Rabbiner bezw. der bayerischen Jden geladen und wurde gleichwie die Repräsentanten der arideren Kulten vom Priiizregcnten und anderen Prinzen ins Gespräch gezogen. Abseits dieser Ehrungen erhielt Herr Dr. Werner dieser Tagt noch ein vom Regenten eigenhändig unterschriebenes Handschreiben, worin den Rabbinern für die in einer Adresse ausgedrückten Segenswünsche der aufrichtige und herzliche Dank ausgesprochen wird. Sind diese Vorgänge schon an sich symptomatisch hi־׳ «las Verhültnis zwischen Herrscher und Judentum, so ist ein Vorkommnis, welches sich vor wenigen Tagen ereignete, erst recht dazu angetan, das Gesamtiudentum und insbesondere die bayerische Orthodoxie mit allergrößter Befriedigung zu erfüllen. Prinz Ludwig, der bayrische Thronfolger, hatte ohne äußere Ein- Wirkung den Wunsch geäußert, die orthodoxe Svnagogc der Rcligionsgesellscliaft .,()hei Jacob“ an der Herzog Rudulfstrußc zu besichtigen und war dann auch am 22. März in Begleitung seines Hofmarschalls zu einem längeren Besuche erschienen. Am Eingange zur Synagoge von der gesamten Vorstandschuft (an der Spitze der um orthodoxe Interessen hochverdiente Herr Handelsrichter und Großhändler Sigmund' F rä n k e I) und Herrn Rabbiner Dr. F. 11 ren treu empfangen, besichtigte der Prinz in eingehendster Weise die Männer- und Frauenabteilung des Gotteshauses sowie das anstoßende Belli- Manii'drasch bezw. die Räume f 11 r den Rcligionsunterrieht. Aus der geöffneten Thora-Rolle ließ sieh der Gast in der traditionellen alten Vortragsweise ein Kapitel aus der ״Sehirnh” in ..Parscli. Bcsehalach" vortragen, wobei er eine ausgezeichnete Kenntnis der heil. Schrift bekundete. Das ..ewige Lieht" wie auch andere, das traditionelle Judentum speziell bcrührende Fragen wurden In den Kreis der Bespreehung gezogen, ein Beweis, welch hohes Interesse der Thronfolger an den Tag legte. Am Ausgang drückte der Prinz. Herrn Prünkcl sowohl wie dem Rabbiner gegenüber seine Befriedigung über die cuipfaugenen Eindrücke aus: eine besondere Genugtuung dürfte es für die Freunde der Revision des veraltcten J1ulcngesctz.es von anno IK18 sein, daß der Prinz (der ja als Mitglied der Rcichsratskumiucr auch in der Gesetzgebung eine bedeutsame Stellung einnimmt) bei dieser Gelegenheit die Hoffnung aussprach, daß es den gesetzgebenden Faktoren des Landes beschicdcn sei. an Stelle dieses ein neues, die beiden Richtungen in der bayerischen Judenheit befriedigendes, zu schaffen. C. C, AUS HAMBURG-ALTODA Am Montag, den 3. April, ,־ibemls 9 Uhr, findet In FeUhneyers Gesellschaftsbaus. Kohlliorfcn 27, eine Propaganda• und Schekel-Versammlung statt, in wcleher Herr Dr. Osias Wa sc h i t z über ״B rennende T a g e s f r a g c n ” sprechen wird. Wir bitten die Gesinnungsgenossen, recht zahlreich zu erscheinen. Haiulmrg-Altoua. Gesellschaft zur Verbreitung Indischer Lltcruturwcrkc, c. V., in llainhurg. Am Donnerstag, den b. April 1911, 9 Uhr abends, wird Herr Julius Nctimann im Logenheim, Hartungstra- Ile, Über ״Moderne j ü d i s c 11 e Literatur" sprechen. Im Anschluß an den Vortrag wird die Verlosung des 1. Quartals 1911 stattfinden. In der festlich dekorierten Ernst Mcrkhalle des Zoologischen Garten veranstaltete die Zionistisch!» Frauengruppo am Sonntag, dem 19, März er., zum Besten ihres Kindcrlcrieiilonds ein Purlmklndcrfcs(, daß von etwa 550 Kindern und 300 Erwachsenen bcsucht war und in überaus harmonischer Weise verlief. Nach Bewirtung der Kinder mit Schokolade und Kueben begannen die Ecstauflührungcn. Aus der Fülle der Darbietungen heben wir den wirkungsvollen Prolog von Alfred Unna, vorzüglich vorgetragen von dem Schüler Barbanel, das reizende Purimspiel von H. Steinbek, ausgefülirt von 14 Knaben und 14 Mädchen, mit Gesang, Tanz und Stabübungen, ein-