Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVI (1911)
- Issue
- Heft 13 (31.3.1911)
- Date
- 1911-03-31
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 152. I Ul: D | SC H JliiHiM No. n. studiert von den Damen Engel. Lcwaml o w s k i und Katzenstein, sowie 2 Kimlcriieder, die von Fräulein E. Weil mit lieblicher Stimme vornetragen wurden, besonders hcryor. Nach der 1*010naisc und zwanglosem Tanz, zogen die Kinder gegen 7 Uhr mit glückstrahlenden Oesiehtehen von dannen. -- Um 9 Uhr begann der überaus zahlreich besuchte Purimball der Erwachsenen, der die Teilnehmer bis nach 4 Uhr morgens zusammenhlelt. Hei der Kaffee* tnfcl feierte Herr Dr. Haine rn ln warmen Worten die Vorsitzende der Frauengruppe, Frau Huldschmer, die In unermüdlicher Weise für das (klingen des Festes tätig gewesen war. Hie Veranstaltung ergab einen bedeutenden Überschuß zu Gunsten des Kinderferiutfonds. Am Donnerstag, dem 23. Mürz er., beendete die Zionistische Ortsgruppe in einer zweiten aulierordentliehen Generalversammlung die Statutenberatung. Der Antrag Gottschalk auf Erhöhung der Zahl der Vorstandsmitglieder von 9 auf 13 wurde nach stundenlanger Debatte nhgclchnt. Im 8 10 warden die 3 schon bisher bestehenden Kommissionen (Agitutioiiskommission, Nationalfondskonnnission und Palästinakommission) statutarisch fcstgelegt. Auf Antrag der Kommissionen haben gemeinsame Sil/.uugen des Vorstandes mit den einzelnen Kommissionen stattzufinden. Hei 8 6 wurde die vorgeschlagene Ttirnuswahl abgclehnt. so daß der Vorstand in seiner Gesamtheit alljährlich wiedergcwühlt wird. Hierauf wird der so geänderte Entwurf in der Gesamtabstimimmg fast einstimmig angenommen. Am Beginn der Sitzung berichtete Ne u in a n n kurz über den Verlauf des Verbandstags der Jugend vereine. Wie das hiesige ״Israelitische Painilienbiatt" herichtet, hat die Firma Albert H c r 11 h 0 I d & C o., Stadthansbrückc 8, die einen grollen jüdischen Ktmdenkreis besitzt, das F.ngagcmcnt einer jüdischen Verkäuferin mit der Begründung ahgelelmt. daß sic mit Rücksicht auf ihre Bcamtcnkundschaft prinzipiell kein jüdiselics Personal annchmc. , Auf Anfrage des Familicnblatts erschien der Firmeninhaber in der Redaktion desselben und erklärte, daß er an diesem Prinzip auch in Zukunft fcsthaltcu wolle. Wir werden von jetzt ab regelmäßig an dieser Stelle auf solche antisemitische Geschäfte aufmerksam machen. Der jüdische Turnverein ״Har Kochba“ macht bekannt, daß der Spiclbctricb am Sonntag, dem 2. April, nachm. 4 Uhr, beginnt. Der Spielplatz befindet sieb Alstcrdorfcrstr. 300, unweit des Winterhuder Marktplatzes. Telephon: Gr. V. 5849. Straßenbnhnlinicn Nr. 12, 18. 25 und 28, außerdem Station Ohlsdorf der Vorortbahn (15 Minuten). Zum Spielwart ist Herr Hugo Goldschmidt, zum Spielleiter Herr K. Rechtem gewählt. VSR61N STR 0 N D'SCHA Ü Berlin, Der Herzl-Chib veraustastet am Montag, den 3. April im ״Altstaedtcr Hof" am Neuen Markt einen Vortrag. Referent Herr Heinrich Kuhn wird über das Thema: Der Talmud und seine nationale Bedeutung sprechen. Gäste, insbesondere junge Kaufleutc und Handwerker sind willkommen. Bcrlhi. Am Mittwoch, 5. April, abends 9 Uhr, spricht im großen Saale des Tiergartenhofs (um Hahnhof Tiergarten) Herr Dr. S c h c m a r j a Lewin Uber das Thema: Peter Sehlem iel und der verlorene Schatten.' Um zahlreiches Frscheinen wird gebeten. Hesondere Einladungen er-* gehen nicht. Berlin, Der ,!. T.V, ״Bnr Kochba** eröffnet am Mittwoch, den 5. April, abends 8 Uhr, in der Turnhalle SchloswlgcrUlor 14 (XIII. Realschule) eine neue Jugcmlahtellung mit einem Öffentlichen Türmen unserer Lehrlingsabteilung. Gäste sind herzlich willkommen. Die neue Jugcndabteiluiig. die für Schüler und Lehrlinge im AUcc vou U bis Ui Jwlsms bestimmt Ist, \vn\l jeden Mittwoch, abends l'A—9H Uhr, turnen. In das Somiiicrprograumi sind außerdem jeden Sonntag nachmittag auf eigenem Spielplatz stattfindende Spiele und sportliche Konkurrenzen ferner Schwimm- Übungen und allmonatliche Turnfahrten vorgesehen. — Bei der Bedeutung, die unser Verein für die jungiüdische Bewegung und die neue Abteilung für die Organisierung unserer Jugend haben, möchten wir alle, die unseren Bestrebungen Wohlwollen entgegenbringen, dinglichst bitten, für diese Abteilung energisch zu propagieren und Adressen von Intercssicrtcn umgehend an unser Büro, Alexan* derstraße 39, aufzugeben, das auch zu jeder anderen Auskunft gern bereit ist. Berlin, In den Räumen des Tiergartenhofes vereinigte am letzten Donnerstag nachmittag die iiid nat. Fraticnverclnlgung eine stattliche Kinderzahl zu einem fröhlichen Purlmfcstc. Einen besonders schönen Ab- Schluß fand das Fest durch einen dem Verständnis . der Kinder angepaßten Llchtbildcrvortrag Dr. Löwes über Palästina, welcher ganz besondere Begelstcrung horvorrief. י - \ 1 'Berlin. Za der schon in letzter Nummer der ״J. R." avisierten Veranstaltung bei A, Wert heim wird uns vom Verbund Jüdischer Frauen für Kultur* nrheli In Paliistiua mitgctcllt: Am Montag, den 27. März wurde in Berlin auf Veranlassung des Deut so heu I. y e eil ui s - C I u b s in der Volkskimstabteihnig hei A. Wertheim eine Ausstellung palästinensischer S p 11 - zenarbeiten und Arbeiten des Bczalel eröffnet. Der Lyccum-Club war hauptsächlich bestrebt, in dieser Ausstellung neben underen Handarbeiten aus Palästina, diejenigen Spitzen zu zeigen, die in den Ateliers des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit ia Palästina hergestellt werden, um das Publikam auf die Tätigkeit des Verbandes aufmerksam zu machen. Die Spitzen fanden sehr viel Beifall: cs wurde vielfach von Sachverständigen die Feinheit der Technik bewundert, was umso bemerkenswerter ist, als ia den Ateliers des Verbandes erst seit zwei Jahren, in Tiberias gar erst seit vier Monaten gcarbeitet wird. Der Verband beschäftigt in scinncn Ateliers in Jaffa, Jerusalem und Tiberias z. Z. über lOOMädeben, außerdem arbeiten etzt schon einige Kolonist innen bei Jaffa diese Spitzen. Im Namen des I.yceum-Clabs cröffnctc Fräulein Marellc die Ausstellung, Herr Professor Warburg wies sodann in einer Ansprache auf die Momente hin, die zur Gründung der Zionistischen Organisation, des Bczalel und des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina führten. Berlin. Eine sehr interessante, von über 000 Personen besuchte Versammlung des Vereins zur Erhaltuug des iihcrllcicrtcii Judentums beschäftigte sich am Montag, den 20. März mit den bekannten Auscinamlcrsctzungcn der Herren!*rofessoren Dr. Köhler, Rabbiner Dr. Maybaum und Dr. Walter Ratlicnnu, in der deutschen Montagszeituiig über die Judenfrago. Die " ' einen sehr würdigen und eind....I. Nacli einer kurzen Begrüßung gab der Vorsitzende Herr Wedel, bekannt, daß die drei genannten Herich zur Versammlung besonders cingcladc» seien, iedoeh ihr Nichterscheinen schriftlich entschuldigt hatten. Professor Maybaum teilte mit, daß er demnächst in dem offiziellen Berliner jüdischen Gemcindcblatt nochmals zu dem angeregten Thema Steilung nehmen werde. Dr. Rathenau ließ sich durch seinen Privausekretär vertreten. Sodann ergriff der Redner des Abends, Herr Dr. 1* i n k, das Wort zu?וחי׳י״ס Vortrag und unterzog die Kundgebungen der drei erwähnten Doktoren einer scharfen und schonungslosen Kritik die von der Versammlung durch lebhaften Beifall als In jeder Hinsicht berechtigt anerkannt wurde. Herrn 1*10(. Kollier, der den Juden eine Ver- Schmelzung mit der germanischen R׳׳sse enmiaül und die Ansicht vertrat, daß aus solcher Blutmischung eine kulturell besonders wertvolle, hoher differenzierte Edelrasse hcrvorgchcii würde, hielt der Referent eiltgegen, warum der Herr Geheime Justizral nicht auch einmal den umgekehrten Weg empfehle und dafür Propaganda treibe, daß möglichst viele christliche Germanen zum Judentum fiberträten, da doch das Resultat im Sinne Kolliers dasselbe bleiben würde und dem Judentum wegen seiner Minderzahl eine Auffrischung seines Blutes und Verstärkung weit eher nötig sei. Herrn Dr. Rathenau warf er vor. daß er sieh zum Richter einer Sache aufspielc, von der nach eigenem Geständnis er wenig oder gar nichts verstehe, daß er dem Judentum ein gefährliches Kompliment sage, wenn er seiner Ethik nachrühme, daß sic an die des Christentums heranreiche. Und Herr Rabbiner Dr. Maybaum, der in seiner Kundgebung die völlige Verkeimung des Judentums und die ühcrhandnchmcudc Fahnenflucht beklagte, hielt der Referent vor, daß das nur die Früchte seiner eigenen rcformatorisclicn Tätigkeit seien, er sich da* her am allerwenigsten über die schwindende Kenntnls der jüdischen Lehre und Anhänglichkeit an jildisehe Ideale wundern dürfe. An das Referat schloß sich eine interessante Diskussion. in der die Ausführungen des Vortragenden besonders wirksam durch Herrn Rechtsanwalt Dr. Bruno Blau und Herrn Dr. Arthur Kahn unter* stützt und ergänzt wurden. Rechtsanwalt Dr. Blau warnte insbesondere vor der In letzter Zeit mit so grollen Aufwendungen betriebenen angeblichen Apologie'des Judentums, die mit heißem und doch so unnötigem Bemühen zu erweisen suche, daß die jüdische Moral auf gleicher Höhe wie die christliche stehe. Herr Dr. Kahn wies auf die Notwendigkeit einer bcsseren Jugenderziehung hin. Nachdem noch zum Schluß der Sekretär des Herrn l)r. Rathenau seinen Chef zu verteidigen suchte und Herr Dr. Fink liier darauf erwidert hatte, gelangte folgende Resolution einstimmig zur Annähme: ״Die heute von dem ״Verein zur Erhaltung des überlieferten Judentums" nacli Ncumanus Fcstsälcn ciuberuiene und von mehr als MH» jüdischen Gemeindcmitgliedcrn besuchte Versammlung, spricht ihre Ilefriedigung aus über die regelmäßige Veröffentlichung der Austritte aus dem Judentum seitens der jüdischen Gemeindeverwaltung, andererseits richtet sie mit Rücksicht auf die erschreckend große Zahl der Taufeil und Mischehen in der Berliner jüdischen Gemcindc, die dringende Aufforderung an den Vorstand der jüdischen Gemeinde, alle auf Erhaltung des Judentums gerichteten Bestrebungen wirksamer als bisher zu unterstützen. Nicht in einer der jeweiligen Zeitströimmg folgenden Reformierung des Judentums, sondern ln der!,Hege und Kräftigung des jüdischen Bewußtseins und Erziehung der jüdischen Jugend in! Geiste des überlieferten Judentums, erblickt sie ihc beste Schutzwehr gegen Abfall und 111üiffcrc11tisu111&a*׳ Cliarhittenliurg. Der dieswöchige Sonnabend war in der zionistischen Ortsgruppe Charluttenhurg der ö s t e r r c i c )1 i s e 11 e 11 11 a t i 011 a I j ü d i s c 11 c n S t u d e 111 c n b e w e g u ng und dem von ihr herausgegebenen Alma nach ״Hu r kochba" gewidmet. Ilerr D i p I. -1 ״ g. Popper Kochba, Prag) gab einleitend Skizzen aus dem l ohen der jüdischen Studenten in Prag und Böhmen und führte uns ihre zahlreichen erfreulichen Leistungen auf zionistischem und jüdischem Gebiete vor Augen. Hiernach wurden aus dem Alinanach Ilerzl-Iiriefv und Aphorismen Prof. Kellners verlesen. Darauf Munch Herr Dr. Reiß (Wien) über die Studentenliewvgung in Wien und Westüsterreieh. besonders über ihre Bemühungen zwecks Anerkennung der jüdischen Nationalität. Nach einigen Ausführungen des Herrn Gott lieb über die Bukowina sprach dann in von lebhaftem Beifall oft unterbrochenen Darlegungen Herr L u e i a n B r 1111 »er. der bekannte Wiener jüdische Politiker und Bankier, über seine zwanzig, jährigen Erfahrungen und Erlebnisse in der osterrcichisdicn Akademikerbewegung, die er von!■.her mit seinen reichen Mitteln unterstützt hat. nitwalt Dr. Jalowicz, der Vorsitzende der iudi• sehen Turnerschaft, über . I) i eil e d e u t u n g der Jüdischen T 11 r n e r s c 11 a f t in der z i 0 * 11 i s t i s c 11 c 11 Be w c g u n g". Hannover. Am 12. März fand die diesjährige ordentliche Generalversammlung der liicsigen Zionistischen Ortsgruppe statt. Der erste Vorsitzende, Herr Oberlehrer Sc h ö 11 c in a 1111, erstattctc den Bericht des Vorstandes. An Vcranstaitimgen im Berichtsjahre sind zu erwähnen, eine llurz.U feier, die überaus stimmungsvoll verlief und den besten Eindruck hintcrlassen hat, ferner ein Vortrag des Herrn Jul. Katzenstein, über die Oppenhcimcrsche Sicdlungsgenossenschaft und des Herrn Dr. jur. A. Löb über Köhlers Artikel ״Die Juden", endlich ein Presse-Referat. Eine öffentliche Versammlung in der Herr Parteisekretär Blumcnfcld über ״JudciTtuiii and freies Menschentum" sprach, diente der Agitation nach außen. Den Kassenbericht erstattete unser verdienter Kassierer Herr B. Neu in a n n. der daß Amt des Schatzmeisters seit nunmehr fast 10 Jahren verwaltet. Es ist gelungen, unsere Einnahmen an Ortsgruppenbeiträgen im letzten Jahre wesentlich zu erhöhen. Die Bilanz zeigt folgendes Bild: E i n a h 111 c n : Bestand am 1. Jan. 1910 . . . 12,21 M. Schckolim.115,— ״ Landes- und Organisationsbeiträge M»,— ״ Erlös für Broschüren üsw. . . . 56.— ״ Ortsgruppenbeiträge. 234,50 ״ 483,71 M. Ausgaben: Schckolim .115,— M. Landes- und Organisationsbeiträge 66.— ״ Broschüren. 25,95 ״ Herzlfcier. 47,90 ״ Porti, Drucksachen tisw. , . , 67,94 ״ Diverse. 46,40 ״ Bestand am I. Jan. 1911 . . , 114.52 ״ 483,71 M. Aus dem Bericht der Nationalfo11ds-Kommisv11״, den Herr Jul. Katzenstein erstattete, ist zu crv.ilinen, daß die Zahl der aufgestellten N. F.-Bücli.eti von 25 auf 59 erhöht werden konnte. Der dinch* schnittlichc Jnhrescrtrng einer Büchse betrug 4,70 ■M. Ein Konto über die N. F.-Spenden ans Hannover.<1.׳s an der Hand der Ausweise in der J. R. geführt wurde,, stellt sich folgendermaßen: Jüdischer Na Ilona Ifonds: Büchscnlccrimgcn .... 192,50 Goldnes Huch. 205,- Oclhauiuspcndc .... 132,— Allgem. Spenden .... 51,82 Sa. M. 581.32 Sicdlungsgenossenschaft . . . 246,21 Parteifonds.32.73 Die Spende für das Goldne Buch, sowie ,יי׳ Teil der Spenden für die SiedlungsgenossensU• וי (80 M.), sind als außerordentliche Spenden zu ׳ c trachten, so daß noch ca. 600 M. als Leistung 1 Ortsgruppe verbleiben. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt, woi׳.׳ > zu den Wahlen geschritten wurde. Es wurden dar«-! Zuruf wiedergcwühlt: Oberlehrer S c h ö n e m a n ״ Dr. jur. A. Jakobsohn (Vorsitzende). B. Neu mann (Kassierer), Edmund Lew. Lehrer Ab pcl (Schriftführer), A. Londner, Karl Schlei' ncr (Beisitzer), stud. ing. Julius Katzen sie (Nationnlfondskoininissär). J. R• Duisburg. Am 21. März veranstaltete die Jiid: sehe Vereinigung als P u r i m f c i c r einen jüdisch humoristischen Abend, der gut besucht war und trei! licli verlief. Die Herren Frankenberg und Meu machten sich besonders verdient. Frankfurt a. AL Einen würdigen Abschluß dt regen Arbeit, die die hiesige Zionistische Jugeru gruppe in diesem Winter, leistete, bildete die Oef f entliehe Versammlung, die im Saale de Kaufm. Vereins stattfand und zu welcher sich c ca. 300 köpfiges Publikum, vorwiegend junge Leut