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Jüdische Rundschau · 1911-03-17 · Heft 11 (17.3.1911) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVI (1911)
Issue
Heft 11 (17.3.1911)
Date
1911-03-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 122, J0P1SCHE RUNDSCHAU No. n. dition Israels pflegten und die Oesetzcseifiillung zum Kemwcrt machen wollten, daß diese Man* ncr, die bis dahin höchstens moralisch ge* herrscht hatten, nunmehr an die Spitze der ge* samten Judenschaft gehoben und also in die Lage versetzt wurden, diese ganz und gar in ihre Bahnen zu lenken ... Das Leben in der Gcsetzescrfiillung, zu dem ihre Rabbiner sie an* hielten, mußte aber auch den Juden aus inneren Gründen, aus Herzensgründen, als das wert* vollste Leben erscheinen: weil cs das einzige war, das ihnen inmitten der Verfolgungen und Demütigungen, denen sie von allen Seiten ausgc* setzt waren, ihre Menschenwürde und damit überhaupt eine׳ Dascinsmöglichkcit gewährte . . Man hat!reffend den Talmud mit einer Kruste verglichen, mit der sich die Juden während des Exils umgaben: sie machte sie gegen jeden äußc* ren Reiz unempfindlich und schützte ihre innere Lebenskraft.“ Was Sombart im einzelnen von der Einwirkung jüdischer Religionsmaximen auf die Wirt* Schaftsgesinnung der Juden sagt, wird sicher am häufigsten dem Widerspruch begegnen. Er* staunlich bleibt es aber, daß ein nichtjüdischcr Gelehrter so tief in ein ihm wesensfremdes Gebiet eindringen konnte, und die Kritik wird hier neben der Feststellung der Mängel und Unrich* tigkeiten vor allem auch konstatieren müssen, wieviel Richtiges diese Forschungen enthalten, und welche neuen Gesichts* punkte durch die anderseitige Behandlung gerade dieser Frage wirklich gewonnen wor* den sind. — In der neuesten Zeit glaubt Sombart bereits einen Rückgang speziell des Einflusses wie der Anteilnahme der Juden im Wirtschaftsleben konstatieren zu könen. Er führt ihn im Vorwort auf die zunehmende Bureaukratisieruna unserer kapitalistischen Großbetriebe zurück, die spe* zifisch kaufmännische Talente immer mehr ent* bchrlich mache. Das mag zumteil richtig sein, aber uns will scheinen, daß da gewisse Verändcrungen in der Struktur des ״jüdischen Geistes“ jedenfalls eine ebenso wichtige Rolle spielen, wie eine Reihe äußerer Umstände, die zusammen das ausmachen, was man Judenfragc“ nennt. Denn darüber ist sich Sombart anscheinend durchaus klar, daß eben dort, wo sein Buch schließt, die jüdische Frage beginnt! Im Hinblick darauf Sombarts Anschauuri• gen zu besprechen, die namentlich im dritten Abschnitt seines Werkes zum Ausdruck kommen, soll die Aufgabe eines weiteren Artikels sein. Himmlische Konversation Episcli-mclodramatischer Liederkranz für die Ur• fidclität. — Zum Vortrag gelangt auf der Semester* Schiunkneipe 1910/11 der Verbindung im K. Z. V. Hasmonaca. Anregung, Quellc und Motto: Allgemeine Zeitung des Judentums, 23. Dezember 1910. No. 51. Leitartikel: Judas Makkabaeus und Theodor Herz'. (Ein Gespräch im Paradise.) Von X. Y.. insbesondere die folgenden, wörtlich entnommenen Stellen: Hcrzh . . . Eine solche Enttäuschung, wie sie mir das Paradies gebracht, hub’ ich auf Erden nie erlebt. Und das will viel sagen. Dieses Assimilantcntum! Als wäre da unten gar nichts vorgcfallcn, sch' ich täglich Moses mit Jesus Arm in Arm spazieren gehen, Jesaja mit Platon. A k I b a mit Paulus. Ma f m u n i mit Luther. Und überall eine Sprache, eine Sitte. Keine Spur von Nationalitäten, Rassen. Und gesell' ich mich zu ihnen, will ihnen vom Zionismus erzählen, kehren sie mir den Rücken und gölten weiter. Juda: Und dieser Himmclsfricdcii, diese Ein- Uacht. Gelt, die kommt dir spanisch vor ... . Eure Geschichtsschreiber haben mein und meines Vaters Streben ziemlich mißverstanden. Glaubst du etwa, daß wir uns gegen der Griechen Geist auflchncn wollten, oder uns weigerten, Untertanen des Syrers zu heißen? Prag* nur meinen Vater, dort steht er neben Mlltlados. dem Helden von Marathon. Wie gern las er im Homer. Oft vergaß er den Opferdienst, war er versunken ln den Das Ende der türkischen ParlamenisUvlse In der Kammer hat Dschawid Hei nunmehr seine grolle Antwortrede auf die Angriffe der Opposition während der Budgetdebatte gehalten. Er sprach glänzend, äußerst lebendig und hatte st a rk en Bei fall. Per Minister beendete am Nachmittag seine insgesamt etwa fünfstündige Rede. Er griff die Redner der Opposition der Reihe nach an. Am׳ schärfsten den Abgeordneten Ltttfi Fikri. Nach* dem er gegenüber Kosmidi die Tcrrdainvcrkauf-Verhandlungcu wegen des Taximgelündcs vertei* ■ digt hatte, sprach er, auf' die Angriffo Fikris ant* wortend, über die Juden Salem, Russo und M c 11 a c 11 e, die er warm verteidigte. Als Dschawid dann auf die Lage der Türkei Europa gegenüber cinging, schlug er patriotische Tüne an, die natürlich starken Beifall auslüsten. Dabei warf er Pikrl vor, daß dieser seine Informationen aus Artikeln des ״Tcnips" und' der ״Times“ schöpfe, die nicht die Mcinung Frankreichs und Englands darstclltcn. Seine Ausführungen gegen Fikri schloß er mit dem Hinweis darauf, daß er unter der Palme der Komitee- Partei diene und nur deren Wink, nicht dem der Opposition weichen werde. Von den tatsächlichen Ausführungen ist die Erklärung Dschawids von Inter* esse, daß die Zolle in na Innen sich täglich er* hüllten und daß cs zurzeit unmöglich sei, die Steuer* erhebung durch Zehnten durch ein besesres System zu ersetzen. Er sei fest davon überzeugt, daß das Budget schon in wenigen Jahren ohne Defizit baianzieren werde, Das von Zohrab vorgeschlagene Projekt einer Erbschaftssteuer nehme er schon heuto im Prinzip an. Diesem Redner der Opposition sowie Fcrid von Kuthaliia sprach Dschawid seine Anerkennung über ihre Ausführungen aus, deren Sachlichkeit angenehm von den persünliehen und oberflächliche״ Angriffen der übrigen Opposition abgcstochcn hätten. Zur Eisenbahnfrage äußerte sich Dschawid betreffs der B n g d a dbahn natürlich ebenso wie letzthin Hakkt und fügte hinzu, daß man für die Gesamtprojekte von Eisenbahn• bauten in der Türkei eine Anleihe von 20 bis 25 M i 11 i 0 n c n 1י f u 11 d nötig habe. Ucbcr den Zwischenfall KeniaI ging er stillschweigend hinweg. Er widerlegte auch nicht Kcmals Angriffe, da dieser nicht anwesend war. Auf Vorschlag Talaats erteilte die Kammer nach Schluß der Rede Dschawid ein Vertrauensvotum durch Handaufheben gegen eine geringe Majorität. Ica und die russische Regierung Der ״N. J. K." wird von gut informierter Seite geschrieben: Sclir bezeichnend für die Gefüllte, weiche die russische Regierung den Juden ilircs Landes entgegenhringt. ist ihre Stellungnahme gegenüber der Jcwisli Colonisation Association, der Gesellschaft, welche zurzeit die grolle Stiftung des verstorbenen Baron Hirsch verwaltet. Diese Gesellschaft ist bckanntlicii in Rußland legalisiert worden. Sie beschüftigl sich dort vorzugsweise mit der Wirtschaftliehen Erleichterung des Loses• der einheimischen Gang der köstlichen Erzählung. Mein Bruder Simon kannte keinen höheren Genuß als Platons ״Staat". ״Wür’ ich Fürst" — so hört’ ich oft Hin spreciien — ״nur so würde ich ein Land regieren." Armer Bruder! . . .*) So hast du sic hincingczcrrt in nationalen Hexensabbath und törichten Rasscnrummcl. Das war deine Sünde. Du hast zu wenig auf das Herz vertraut, mein lieber Hcrzll.Israels Ideale sind nicht an Zelt und Raum gebunden. Melodie: ״Der Bicrtala war der chtzlge Sohn Von all seines Vaters sein Out." 1. X. YpsiRm war der clnzigo Rest Von all seines Vaters sein Geist. ״Du bist mein Soiin und all mein Geist, Sie man zu, daß du nach '11 Himmel reist!" ״Schon recht!" seggt X. YpsiRm — I6n — Irtn, ״Schon recht!" X. Ypsilön, 2. Als X. Ypsilon zum Himmel rauf kum, Zur liberalen Fraktion, Makkabi vor der Tilre stand Und hielt ein grusgrllnes Blatt In der Hand. ״Wühlt nicht Klee!" seggt Makkabi lala commeca, ״Wählt nicht Klee!" seggt Makkabi lala. 3. Wie Makkabi noch vor der Türe stand ־ Mit seinem grasgrünen Blatt, י) Anmerkung. Welcher Kenner denkt hierbei nicht an die schöne Geschichte, wie Ml kose h bei dem frisch gemalten Bilde seines längst verstorbenen Bruders stellt: ״Arrmcr Brudder. wie host du dirr vorränderrt!" Juden. Diese Tätigkeit entspricht aber keineswegs den Intentionen der maßgebenden Verwaltung, stellen. Man hat die Ica nämlich in der Voraus. Setzung genehmigt, daß sic die Auswanderung der Juden in großem Stile fördern werde, und ist nun wenig erbaut davon, daß sic dieses ursprüngliche Programm nicht cinhält. Die Erfahrungen, die man In dieser Beziehung mit der Ica gemacht hat, werden geradezu als ״traurige" bezeichnet, weil sic die Stellung der Juden durcli die Begründung von Dar. Iclmskasscn, Kreditgenossenschaften und andere Maß. nahmen fördere, was der Regierung sehr unerwünscht erscheint. Und wenn die Ica selbst einer kleineren Zahl von Juden zur Auswanderung vcrltclfc, so niltzc dies nicht — meint man — dem Staat, sondern nur den Juden, besonders im Ansiedlungsrayon, wo ihre Lago durch die Abwanderung sclir erleichtert werde. Daran habe aber die Regierung gar kein Interesse. Mau bereite der Ica zwar nicht gerne Schwierig, keiten, schon mit Rücksicht auf die europäische Presse; schliclllich werde man aber wohl zu R©. prcssalicn greifen müssen. Es sollen denn auch, wie wir erfuhren, bereits ernste Maßnahmen bevorstehen. Der in diesen Anschauungen zutage tretende Zynismus von Leitern eines sogenannten Kulturstaatcs ist sehr charakteristisch. Er gewinnt aber noch bcsondere Bedeutung, wenn man die Stimmung im Vcrwultungsrat der Ica kennt. Dort erhoffen sehr einflußreiche Herren noch Immer alles Heil von einer wirtschaftlichen Erlcichterung des Loses der russischen Juden in Rußland selbst. Und einige von ihnen verhehlen keineswegs, daß sic die Einstellung jeder kolonisatorischen Tätig* keit anstreben würden, wenn nicht das Statut bindernd im Wege stände. Es wäre dringend zu wünschen, daß man sich endlich über die Situation keiner Täuschung mehr überließe und die sehr notwendige und logische Folge* rung zöge, entsprechend den kolonisatorischen Ab• sichten des Stifters der Ica den Bedrängten eine menschenwürdige Existenz auf eigenem Boden za sichern, statt Ziele anzustreben, die zugleich uner* reich har sind und Gefahren in sich schließen. Ausweis Sclickcl: Königsberg i. Fr. lü Ms. Landcsbeifrägc: Kosclimin t. Rate 20 Mk. Orgunlsatioiisiomls: Mannheim (laut Spezifikation im N.*F.*Auswcis) 25 Mk.. Dr Walter Stcinltz*Brc$• lau 10 Mk., Posen 2. Rate 107 Mk., Hamburg (laut Spezifikation im N.*F.־Auswcis) 3 Mk., Profcssot Dr. Otto Opet*Kiel 9 Mk.. Martin Ruppin-Magde• bürg 10 Mk., Rechtsanwalt Lcwin ־ Dcutsch-Evlaa 5 Mk., Ln.szlo Fürst-Berlin 5 Mk.. Dr. Kaminski• Berlin 15 Mk., Dr. Albert Goldbcrg-Bcrlin 15 Mk״ Gustav Glatkc*Ostcrode i. Ostpr. 5 Mk. Gcsamtclngmig der Woche vom 9. bl» 14. Märs 1911: Schekel: 10 Mk.; Landcshctfrägo: 20 Mk.; Organlsatloiisionds: 209 Mk. Gcsnmtchigang bis zum 14. Mürz 1911: Schekel: 1033 Mk.; Lamlcsbcltriigc 1503,50 Mk.; Organisation•• londs: 5827,30 Mk. Adresse für Geldsendungen: Zionistisches Zcntrnlburcau. Charloücnburg, Bleibtrcustr. 49. Postscheckkonto 8091. Da kam ein Mann von Ocstrcich her, Der wollt gern wissen, wo Zion wär. ״Will hei furt!“ seggt Makkabi laia commc eu, ״Will hei furtf" seggt Makkabi laia. Und Makkabi sang ihm nach: Mci.: ״Ich bin ein Preuße . . ." (Streng): Ich bin mosaisch! kennt ihr meine Farben??? Die Fahne weht mir jenaclidcm voran! Daß für das Judentum wir einstmals starben. Das ist nicht wahr, du Rasscurummclmann! Nicht für den Judcnstaut, 0, Nein, für Homer und!,lato. Für Wcihnaclitsbaum und syrische Reform Rief ich dereinst die Konfession zum Storni! Mci.: ״Mein' Mus' ist gegangen in des Schenken sein Haus . . ." (Neckisch): Mein' Mus' ist gegangen in des Geigers sein llaiisl Sie steckt im Rcformklcid und kann nicht hcrausl Sic schimpft auf den Sabbath und streichelt Ihr Scli wein I —־ Da dreht sic die Orgel und winkt mir hereinf X. Y.: Mci.: ״Was kommt dort von der Höh'.". Was macht der Herr Papa? Was macht der Herr Papa? Der liberale Herr Papa? Ja, ja, Herr Papa? Was macht der Herr Papa?

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