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Jüdische Rundschau · 1911-02-17 · Heft 7 (17.2.1911) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVI (1911)
Issue
Heft 7 (17.2.1911)
Date
1911-02-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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No. 7. Iי*יי Kulturarbeit in Palästina״ utkrflf. ti« zu lördern und über der Not ihrer Umgebung nicht zu vergessen. dass! ״ Palästina Juden w o 1111 c 11. die auf unsere H i I f c a n g e w i c s c n sind. Vorsitzende des Verbandes ist Frau Professor War bürg, Berlin, Uhlamlstr. 175, Zu schrillen sind zu richten‘. Aus Deutschland an l'rau |)r. Ucszynsky, Berlin SV. Bayreutherstr. 3(1, aus den filmgcn!.ändern an l'räulcin cand. med. Kesu Hirse 11■ Berlin NW., Flcnsburgerstr. 12. AUS ALLCR W€LT ÜnttSi hlanü Die ״Moral'‘ derer um Brtilm ln Balle a. S, erscheint ein’ aiitisomltischcs Handalblättle, ״Reform‘" geheißen. dessen Redakteur Sch rüder dieser Taue in einer Schwurgerichts- Verhandlung wetten betrügerischen Bankrotts eines imhs.iitn Kaufmanns als Zeuge vernommen wurde. Dabei stellte sieh heraus, dali der tculselie Anti.se• 1!i1iu1i1.1110tli1ut frisch und froh als Sachverwalter des Bankrotteurs fungiert hatte. Während er am ׳läge in seiner ,.Reform“ die Juden frikassierte. fürchterlich Über die Unmoral des jüdischen Kapitals schimpfte ״^!,!ויוuulalgcschiehten aus jüdischen Geschäften er- /;!liltc. fiilirte cf am Abend dem jüdischen Kaufi.uiiti die Bücher und ..brachte sic in Ordnung." Wie *tos. geschah, geht daraus hervor, dali sich zahlreiche I :!ur.igungcn für ״Max und Moritz“ fanden oder! -1eIningen auf den 3t). I'ebruar l'Jtw! Biir seine solcher Art beschaffene Bemühung erhielt der ,!!lisemitciiführcr 120 Mk. Dem Gericht versicherte er. daü er sich nur deswegen mit den Juden eingelassen, weil er herausgefunden, dal! dieser ״ein guter Mensch“ sei. Oesterreich Massenabordnungen galizischcr SchanKw'rle Unter dem 13. Februar wird der ״Vosslsclicn Zeitung“ berichtet: Heute nacht treffen in zwei?uiiderzügcn wieder jüdische Schankwirte aus Galizien und der Bukowina in Wien ein. Vormittags werden die Manifestanten in geschlossenem Zuge unter Führung der Abgeordneten Strauclier, Stand und Breiter über die Ringslrallc vor die Hofburg ziehen, wo sic für den Kaiser eine IhdUigungsadrcsse und ein Memorandum, das ihre Wünsche enthält, abgehen werden. Die Massen ziehen dann zum Parlament. wo die in Wien weilenden Minister ihre Wünsche anhören werden. Fine fünfgliederige Ah- Ordnung unter Führung des Abgeordneten Stand bcgibt sieb nach Budapest zum Ministerpräsidenten Freiherrn v. Bicncrtli, um auch ihm ihre Bitte vorzutragen. Morgen abend findet eine große Versammlung statt, an der außer den galizischcn Schankwirten auch Wiener Interessenten tcilnehmcn werden. Nachts kehren die Schankwirte־ wieder nach Galizien zurück. Frankreich Die Pariser Hörer der Rechte machen wieder von sich reden. Sic haben kürzlich ihren Professor des bürgerlichen Rechts Wahl verhindert, seinen Vortrag zu halten, und sich nicht damit he gnligt, ihn aus der Fakultät zu vertreiben, sondern ihm auch noch vor seiner Wohnung eine wüste Katzenmusik durgebracht, der die Polizei durch einen JJJEDISCHE RUNDSCHAU Angriff auf die Lürmntaclicr und die Verhaftung ilircr Rädelsführer ein Fiule machen mußte. Sic werfen ihm •vor, daß er ein zu strenger Prüfer sei, mit zu eiser Stimme vertrage, um verstanden zu werden, ״״d sich eines Lehrstuhles vollkommen bemächtigt •',bc, in den früher zwei Professoren sich teilten. Das sind indes nur Vorwände. Den wirklichen Grund der Gellässigkeit verheimlichen die tapferen Jünglinge. Fs ist kein anderer als die Tatsache, daü l’rofcsor Wahl Jude Ist, Sic erklären, daß sie ihro Kundgebungen fortsetzen werden, bis sie die Fntfermmg Wallis aus der Fakultät durchgesetzt haben. Schweiz in Miqwch-lsracl), meines Wissens, diese Disziplin in fremder Sprache unterrichtet wird; es kann ferner in den oberen Flenicntarseliulklasseu in den Kolonien mit Erfolg benutzt werden. Hauptsächlich aber für diejenigen Schichten unseres Volkes, die sieh zum Beruf des Ackerbaues durch schweres Ringen und Kämpfen ob des Mangels an agronomischer Bildung emporarbeiten, für Kolonisten und Arbeiter in Palästina, ist das Buch, als praktischer Lehrer und Wegweiser, geradezu unentbehrlich. Das Buch Ist in London, im Selbstverlag des Verfassers erschienen, und Ist in der Buchhandlung ״Kadimnh,“ Oranienburgerstr. 27, in Berlin, zu hüben. Abraham M i b a s c h a n. Eine Broschüre von N. Sokolow ״Wo stellen wir Jclzt und warum sind wir nicht weher gekommen?“ — so lautet der Frage-Titel einer Broschüre, die N a h u m Sokolow den ״B n 0 Zion“ in Moskau 7,u Ihrem fünfmulzwanzigjälirigcn Jubiläum gewidmet hat. Die Broschüre trägt die Untcrbczelchnung: ״Zur gegenwärtigen Lage des Zionismus" und damit ist schon angedeutet, daß cs sich um eine zionistisclokritische Schrift handelt. Allerdfngs ist cs eine Kritik, die aus einem Herzen voll heißer Liebe für Judentum und Zionismus, für jüdisehen Zionismus, hervorströmt, die nio zu strengo wird und Immer zugleich aufbauend Ist, Wir werden auf dlo gedankenreiche, die theoretische wie die. praktische) Seite des Zionismus uinfassendo Der hi voriger Woche in Zürich abgelmUeiien Delcgiertcnversammltmg des Kantonnltuntvcrcins lag das Gesuch des jüdischen Turnverein» um Aufnahme in den Verband vor. Die Angelegenheit hatte bereits die letzte Abgeordueicnvcrsnmmhmg beschäftigt, war über an den kantonalen Vorstand zur weiteren Behandlung zurllckgcwluscn׳ worden. Der Turnverein Aullerslhl machte der Aufnahme nämlich energisch Opposition, Sein Vertreter erklärte, daß ihn drei Gründe hierzu veranlassen. Finmal sei der jüdische Turnverein ein konfessioneller Verein, der sich zum Schein einen nationalen Anstrich gebe. Die Juden hätten den Verein einfach gegründet, um sich nicht mit Andersgläubigen vereinigen zu müssen. Sodann bestelle kein Bedürfnis, neue Vereine in den Kaatonalverband aiifzunclmicn, weiche den bestehenden Sektionen einfach Konkurrenz machen. Drittens hätte die Aufnahme des jüdischen Vereins zur Folge, daß sich über kurz oder lang auch die verschiedenen katholischen Vereine zur Aufnahme melden würden. Fs gebe heute schon viele Turner, die gerne in die bestehenden Turnvereine cintrctcn würden, sic werden aber von den Fitem gezwungen, sich den katholisehen Sektionen anzusclilicßcn. Der Vertreter des Kantonalvorstandcs teilte mit, daß er und seine Kollegen einstimmig für die Aufnahme der Gesuehstüler seien. Sie hätten sich bei den ältesten jüdischen Turnvereinen des Auslandes und deren Statuten und Publikationen davon überzeugt, daß diese Vereine tatsächlich die Aufrichtung des nationa len Oedankens zur Orundlagc hätten und keine religiösen Bestrebungen. Das Resultat der lebhaften Diskussion war, daß der gcsuchstcllcndc Verein mit 151 gegen 2<| Stimmen in den Kantonalverband auf genommen wurde. Unsere Züricher Turner, die ihren Anschluß au die Jüdische Turnerschaft bereits bald nach Gründung des Vereins durehgeführt hatten, beglückwünschen wir zu dem schönen Achtungserfolg, den ihr selbstbewußtes Beharren auf dem nationalen Standpunkt •rrungen hat. Russland Die zlonIMischc Partei und die Organisation für hebrülsclte Sprache und Kuilur Vor kurzem fand eine gemeinsame Konferenz des Zionistischen Zentralkomitees In Rußland und der dortigen Leiter der hebräischen Kulturorganisation statt, wobei über das Verhältnis dieser beiden Organisatloncn zu einander eingehend beraten wurde. Nach zweitägigen Verhandlungen wurden dann folgende Resolutionen einstimmig gefaßt: 1. In Anbetracht dessen, daß die Arbeit für die hebräische Sprache und Kultur einen wesent- Schrift, deren Lektüre sieh demnach für alle Schichten unserer Gesinnungsgenossen empfiehlt, noch zurückkommen. . ,״ Zu beziehen ist die Broschüre zum Preise von einer Mark pro Exemplar (Vereine Rabatt) durch den Orient-Verlag, Berlin-Schmargendorf. Zionistische Bewegung, Ein neuer hebrüischcr Juflendschriftenwerlag Zur Erinnerung an den vor drei Jahren auf der Reise zum VIII. Zionistenkongreß plötzlich verstorbcnen M. Zcitlin haben seine Hinterbliebenen eine Uterarischo Anstalt unter dem Titel ״Turgeman" bcgründet, deren Sitz in Odessa ist mul die von M. Uss isch k i u. CI1. N. B lalik und J. C11. Rawnltzkl geleitet wird. Die Anstalt wird die besten Jugendschriften und volkstümlichen Erzühlungen der Weltliteratur periodisch in gediegenen hebräischen Ucbcrsctzungcn herausgeben. Im ersten Jahre sollen u. a. ln hebräischer Sprache erscheinen: ״Adventurcs of Tom Sawycr" von Mark Twain, ״Tausend und eine Nacht", ״Don Quixote" und eine Anzahl Erzählungen von Jules Verne. E n JubHüum der hebräischen Pesse Am 13. Februar sind 25 Jahre verflossen seit der Begründung der ersten hebräischen Tageszeitung, des von Dr. J, L. Kantor hcrausgcgcbcncn ״Hnlom" Seile 77. 2. liehen, untrennbaren Bestandteil des zionistisehen Programms bildet, und daß die Ziele ucr zionistischen Org.inisaton und die Aufgaben der Organisation für hebräische Sprache und Kultur vollständig übcreinstimmen, schlägt die Konferenz den Oeslnungsgcnosscn vor, die Bestrclmngen der Organisation für hebräische Sprache und Kultur zu fördern und sieh an ihren Arbeiten als zionistische Gruppen zu bc- (eiligen. Den der Leitung der Organisation für hebräische Sprache und Kultur angchörenden Zionisten liegt es ob, ein absolut harmonisches Verhältnls zwischen dieser und den Vertretern der zionistischen l.andcsorganisatlon anzubalmcn und zu erhalten. Die der Leitung'der Organisation für hebräische Sprache und 'Knltnr "angehörenden Zionisten erstatten auf den allgemeinen zionistischen Kon- (crenzen Rechenschaftsbericht über Ihre Tätigkeit und ihre Leistungen. Der Senat hat zti gunsten der von der Moskauer Polizei nnsgewleaenen jüdischen Kinder entschieden. Das Ministerium des Innern hat jedoch gegen diesen Beschluß Einspruch erhöhen, worauf ein Senator bcmerkte, die Regierung müßte eine neue Beamtenkatcgoric cinführen: ״Erzieherinnen iiir ausgewiesene jüdische Kinder." * Der oberste Gerichtshof in W i 1 n a hat das gegen Herrn Boris Goldberg, Mitglied des Landes- Komitee der russischen Zionisten, eingelcitctc Verfahren wegen Verbreitung stnatsgcliilirllchcr Schriften eingestellt und den Vertrieb des von ihm herausgegebenen Kalenders .,Kadihmah'' gestattet. Türkei Der ״Tnnin“ und der ״Tiempo" Fine kürzlich erfolgte Publikation des ״Tnnin", die eine Reproduktion der zionismusfeindlichen Briefe des ״Tiempo" darstclltc, Italic einen unserer Gesittmingsgcnosscn veranlaßt, dem bedeutenden jungtürkischen Blatte eine Entgegnung zur Verfügung zu stellen. Bei dieser Gelegenheit äußerte sielt der «aaaaaaaaaaaaaaaBaaaaaaaaaaBaaaaaaaaaaaaaaaaaaak• ..... ■ ■ aa Soeben erschien* •; II Südisefies || mm mm II Ver eins-J8ie der ßuefi «■ SS J. •rhtbl. mbimrti 51111:1 (HO Seiten) ** SS (n biegsam m Umsrin^g, pcdiepcm'r Ausführung. Preis SS SS pro Cxvmp a* Mk. 0,60 — 1 Kr. Ost. W. Del vrö acrun aa Urr>K liulicr K»l׳att. Zu herlchcn durch die aa Geschäftsste 10 der Indischen Turnerschaft SS B0»lin, A'exanderstr. 39. Regen Vordme diing fder N'achra»mc u. 10 P‘g. Porto *יי aa aa aa aa ״*י»* f ׳יי י■..*.«,. *,,״״ .. aa ■1 *:aa II enu crtcruin in wciiuen Wochen a a aa Notenanhang zum =.=.=—Vereinsliederbuch |; z 1 k.i 60 eigene Melodien pr״ Exemplar MN, 2.— , von ■■ 3 Exemplare •b & MN. 1.60) S! a>*<aaa1aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaBaaaaaaaaaaaaaaaaaa*a** *,ווו■.... in St. Petersburg. Man kann sich heute nur schwer einen Begriff davon machen, mit welchen Schwierigkelteii dieses Unternehmen zu kämpfen hatte. Der ״liaiom“ bezeichnet nicht allein den Beginn einer neuen Epoche lür die hebräische Presse, sondern eine nette Auffassung von der Bedeutung und dem Gebrauch der liebräiscltcn Sprache überhaupt, die damit :um ihrem engen Kreise hcraustrat und zum Ausdrucksmlttcl des vielseitigen sozialen und kultureiten Lebens wurde. Die Hauptmitarbeiter des , Hojam" während seiner zweijährigen Existenz waren David Frischinann und Bukö ben Jogli (Dr. J. L. Kat/.cnclsohn). Der allgemeine Rassenkongreß. Vom 26. bis zum 29. Juli wird von den Vertretern aller Rassen der Menschheit, auf Veranlassung von Dr. Felix Adler, einem Juden, Professor der sozialen Ethik an der Universität Columbia, ein Kongreß stattfinden. Lord Weardalc hat bei einem Interview, das er einem Journalisten gewährte, sich etwas überschwänglich dahin ausgesprochen, daß dieser Kongreß eine Hoffntmgsbotschaft für die jüdische Rasse werden könnte, wenn die Vertreter des Volkes Israel sich tätig und führend dabei beteiligen wurden. Der Kongreß könne für sie ebenso einen moralischen wie einen prakttsehen Nutzen haben. Welchen praktischen Nutzen diese etwas groß aufgemachten Diskussionen uns Juden bringen soll, ist nicht recht ersichtlich. Eine moralische Rehabilitierung aber hat das Judentum unseres Erachtens In den Kreisen, wo die Stimmen geistiger Orüßen Oeltung haben, nicht nötig. I

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