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Jüdische Rundschau · 1910-12-30 · Heft 52 (30.12.1910) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 52 (30.12.1910)
Date
1910-12-30
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 52 IUED1SCHE RUNDSCHAU. Seite 599 >.ic benützen wollen, ehebaldigst an das Informatioitsburau zu wenden. Wir bemerken auch, daß auf dem Schüfe rituelle Verpflegung verabreicht wer* den wird. Selbstredend muH die Hinreise gemeinsam in Triest augetreten werden, während die Wahl des Zeitpunktes der Rückreise auf einem beliebigen Dampfer der entsprechenden Linie federn Teilnehmer frei gestellt wird, ohne dadurch der gewährten Hegiinstigung verlustig zu werden. Auch werden die Teilnehmer durch kein gemeinsames Programm des Aufenthaltes in Palästina gebunden, wodurch Jeder in der Lage sein wird, seine Palästina-Routen nach Beliebe» zu wühlen. Unsere Institutionen in Palastina haben sich bereit erklärt, den Teilnehmern der Gesellschaftsreise zu jeder Zeit mit Rat beizustehen. Auskünfte über die Reise, Voranschläge des Aufeuthaltcs in Palästina erteilt das Informationsburcau, Wien IX. Tiirkenstrallc 9. ziomsTisofc BeweGunG Plenarsitzung des Zentralkomitees Am 20. Dezember fand die statutenmäßige Vieridahrssitzuiig in Berlin statt. P.s waren fast sämt• hebe Mitglieder des Zentralkomitees erschienen, nur die I lerren Dr. U o d c u h e i m e r, Zahnarzt Schachtel, Pritz S o » d h e i m e r und .lulius S i nt o n waren am Erscheinen verhindert. Das Zentralknmtce konstituierte sich wie folgt: I. Vorsitzender: Herr Rechtsanwalt Dr. liantke, 2. Vorsitzender: Herr Dr. A. Pricdemann; I. Sehriftfilhrer: Herr Rechtsanwalt Grottemann. 2. Schriftführer: Herr Hermann Struck; S c h a t z m c i s 1 e r: Herr Dr. Hans Hcymann. Namens des Ucscluiflsführcndcn Ausschusses erstalleien der Vorsitzende über den Stand der Arbeiten der Organisation, Herr Dr. Hcymann über die Lage der Piuanz.cn. Herr Dr. Pricdemann iihor die Arbeiten der Palästinukommission Bericht. Herr Parteisekretär BI u nt e n f e I d berichtete über die Ergebnisse seiner letzten Reise und gab Anrcgimgcu für die Agitation. ־־• Zur Piuanzfrage wurde auf Antrag des Referatum folgende Resolution einstimmig angenommen: ..Das Zentralkomitee der Zionistischen Vereinigung für Deutschland schürft allen Gesinuungsgeuossen strenge Beobachtung der Prunkiurt.־r Beschlüsse hinsichtlich der Neuregelung der Piliunzen cm. Ps fordert alle Gesinnungsgcin ssen auf, den Gcscltäftsfiihrenden Ausschuß durch Zahlung fester Jahresbeiträge zu unterstützen. Ls erklärt, daß nur durch äullerstc Opk! Willigkeit der Gesinnungsgenossen die grollzügige Propaganda für die Ausbreitung unserer Bewegung in Deutschland aufrecht erhalten werden kann." Die N a c h m i 11 a g s s i t z 11 tt g war fast ausschließlich der Präge der Neuorganisation der Gesamtp.irtei gewidmet. Mit Rücksicht auf den vertraulichen Charakter der meisten Beratungsgcgcnstände sind wir nicht in der Lage, einen ausführlichen Bericht über den Inhalt der Beratungen zu bringen, doch können wir mitteilen. dal! sich in den wichtigen Prägen der Neuorganisation der Parteileitung und in der Art der Betätigung der Zionistischen Vcrcini* >״11׳g für Demscltlaud im allgemeinen jüdischen!.eben eine erfreuliche Übereinstimmung zeigte. Der Vorsitzende konnte daher die Sitzung unter allgemeinem, Beifall mit der Lrwartung schließen, daß diese Tagung den Anfang einer neuen weitgehenden Billigung innerhalb der deutschen Landesorganisation bedeutet. Propagandarcise des Parteisekretärs ,Marburg a. L. Am Sonntag, dem 18. Dezember, sprach im Hotel Isettberg Herr Parteisekretär Blumenfcld über: ״Zeit- und Streittragen im Judentum". Lin überfülltes Lokal lauschte den fcindurchdachtcn und tiefempfundenen Ausführungen des Redners, der — obwohl er zwei Stunden sprach — vielen zu früh schloß. Eine einzige kleine Frage wurde aufgeworfen und beantwortet; sonst fand eine Diskussion nicht statt, ein Beweis dafür, daß die Gegner — deren eine große Zahl anwesend war — entweder durch de» Vortrag vollkommen überzeugt wurden oder aber den Mut nicht fanden, zu entgegnen. Schließlich sei noch erwähnt, daß vor allem die hiesige jüdische Jugend, und unter ihr am meisten die Damen, vertreten war. Dagegen fehlte eine große Zahl älterer Marburger, was wohl auf die bekannte große Indolenz derselben zu* rückzuführen ist. B—d. Essen (Ruhr). In! einer stark besuchten öffentliehen Versammlung' sprach Herr Partei- Sekretär Kurt Blumcnffcld am 13. Dezember über das Thema: ,,Zionismus und freies Men* sehe ntutn1*. Der überaus interssunte, geistvolle und formvollendete Vortrag erntete den vollen, wohlverdienten Beifall der Versammlung, auf die die Ausführungen des Redners einen tiefen Eindruck machten. Die anschließende Aussprache zog sich bis gegen 1 Uhr hin, « Die anläßlich des IX. Kongresses zusammengcstellten N.-F.-Atnrkcn-Sätze sind noch in beschränktcr Anzahl gegen bar zu haben bei Dr. Julius Locwenhcim, Berlin W.. Neue Bayrcuther Str. 8. Die Sätze enthalten: 7 Hcrzlmarkcn 35 Pf., 7 Nordaumarken (sonst vergriffen) 20 PI., zuzüglich Porto. AUS D€M ö£M€IMD€N DU Mlur&elt unterer Uier an dieser Rubrik Ist besonders —־——— srwltntcht. .. Berlin. Dem Andenken Br. Hirsch Hildeslicfmcrs galt die schlichte, eindrucksvolle Leier, die das Rahhinersemiuar zu Berlin am Sonntag vormittag in der Synagoge der Israelitischen Gemeinde (Adass Jisrocl). Artillcriestr. 31. veranstaltet hatte. Das Gotteshaus war Ins auf den letzten Platz gefüllt; unter den Erschienenen bemerkte man Abordnungen verschiedener jüdischer Gemeinden und vcrschiedener jüdischer Vereine aus dem In- und Auslände. U. a. sah mau auch James Simon ,den greisen Menschenfreund Moritz Mannheimer, Prof. Dr. Philinson. Justizrat Dr. Puchs, das gesamte Lehrerkollegium des Seminars.. Nachdem ein Hörer des Seminars, Herr Goscheidt, einen Psalm gesungen, zeichnete Dozent Dr. Wohlgctmith ein von warmer Empfindung getragenes Bild des Verblichenen, Anknüpfend an das Bibclwort ״Der Sproß des Alten ist emuorgestiegen", schilderte er, wie Dr. Hirsch Hildesheimer, getreu den Uchcrlicfcrungcn seines Elternhauses, nicht nur an dem angestammten Glauben fcsthiclt. sondern auch für dessen Lauterkeit und Reinheit mit aller Latschlusscnliclt kämpfte. Er war ein Kämpfer fürs Recht, dabei beseelt von hingehender Menschenliehe, stets bereit, Not und Elend zu lindern. Galt es. anderen zu hellen, da scheute er keine Mühen, keine Bittgänge bei anderen, nachdem er selbst reichlieh von dem Seinen beigesteuert. Als im Innern Rußlands vor 5 Jahren die niedrigsten Leidenschaften gegen Tausende seiner Glaubensgenossen entfesselt wurden, du irrten wenige Wochen darauf Hunderte v׳׳n ihnen wie betäubt -- man hatte ihre Kinder vor ihren eigenen Augen verstümmelt und ermordet — durch das Gewirr der Straßen der Rcicltshauptstadt, mir den einen suchend, dessen Namen sie in hebräiselien Leitern auf ilircn Zetteln verzeichnet hatten. Und dieser Name־ lautete: Hirsch Hildesheimer. Neben dem Glnubensstreiter und Menschenfreund wurde die Schilderung auch dem Gelehrten und trefflichen 1 obrer gerecht. Nachdem der Rektor des Seminars. Di. I). Hoffman״, das Eriimcruagsgcbct (״Gott des Erbarmens") gesprochen, schloß der Vortrag eines Psalmcs die Leier. Berlin. Wie seit Jahrzehnten, veranstaltet auch in diesem Jahre die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums eine Reihe von Vorlesungen zum Besten ihres Stipetidicnfonds. Auch in diesem Jahre weist die Liste der Vortragenden die glänzendsten 1 Namen auf. Am 9. Januar snricht I). Dr. Adolf D r i e s in 11 n. ordentlicher Professor an der Königl. Universität über ,.Die Scptuaginta-Uebersetzung des hebräischen Alten Testa- 111 c n ts in ihrer welthistorischen Bed e u t u n g", am K». Januar Geh. Justizrat Dr. Köhler, ordentlicher Professor an der Universität, über ״Die neuesten Entdeckungen im a 11 h u b y 1 0 11 i s e 11c n R c c 111". am 30. Januar Privatdozent Dr. Pclix Palk aus Genf über ..Was ist uns Moses Mendelssohn?", am 13. Pcbruar Rabbiner Dr. J. Bergmann über ״Griedien tu m und Judentum", am 27. Pcbruar Archivar und Dozent Dr. Eugen Tä übler über ״I) i e weltpolitische Stellung des j ti d i - selten Staates in der hellenistischen und römischen Zeit", am 13. März M. Soberuhe im über ״Ausflüge iu Svricn um Beirut. Damaskus und Aleppo" (mit Lichtbildern). — Die Vorlesungen finden in der Aula der Lehranstalt. Artillcriestr. 14. Montags abends 8 Uhr statt. Einlaßkarten zu 5 Mark fiir den g‘״״cn Cyclus, 1 Mark fiir eine Vorlesung, sind zu haben beim Hofjuwelicr Eugen Markus. Unter den Linden 31, beim Sekretariat der Lenranstalt und am Eingang in den Saal. Berlin. Anfang Dezember fand hier die erste Generalversammlung des ״Zcatral-Vcrbnades selb• ständiger Handwerker Deutschlands“ statt, zu der außer aus Berlin noch aus Frankfurt a. M., Cöln und Hamburg Delegierte erschienen waren. Der Vorband, der im vorigen Winter in Hamburg begründet wurde, umfaßt heute vier Vereine mit insgesamt 800 Mitgliedern. Der Verband bezweckt die Wahrnelnmmg und Förderung der Interessen des jüdischen Handwerkerstandes Deutschlands, und sicht als eine Hauptaufgabe an, für einen guten Nachwuchs zu sorgen. Es können in den Verband auch solche jüdischen Vereine aufgenontmen werden, deren Zweck die Förderung des Handwerks ist. Die diesjährige Tagung, die viele Stunden in Anspruch nahm, beschäftigte sich fast ausschließlich mit der Beratung der Verbandsstatuten. Der vorgelegte Entwttrf wurde mit kleinen und größeren Änderungen schließlich einstimmig angenommen. Der Sitz des Verbandes ist Berlin. Der Verbandsvorsitzende ist Herr Malermeister Löwenstein, Krausnickstr. 5, der gern jede Auskunft erteilt. VSReiMS'RUHDSCHAU Berlin. Die Zionistische Vereinigung ladet zu folgenden Veranstaltungen ein: Am Dienstag, dem 3. Januar, abends 9 Uhr, findet in den Arminhallcn, Kommandantcnstr. 58/59, der zweite Palästinaabend statt, der durch ein Referat von Herrn Dr. Theodor Zlocisti über ״Palästinensische Erzichuugsfragcn" cingelcitct wird. — Am 5. Januar, abends 9 Uhr. spricht in der ersten Distrikts Versammlung des Nordens Herr Lazarus Barth über ״Wahrheit und Irrtum über die zionistische Bewegung“. (Lokal: Beckiiianns Festsäle, Schönhauser Allee 4, am Schönliattser Tor). Auch in den andern Stadtteilen werden in kurzer Zeit Distriktsveranstaltungen abgclialtcn werden. Berlin. Am Mittwoch, dem 4. Januar, abends 9 Uhr, findet im Burghotel, Burgstr. 20, eine Ver- Sammlung der Mlsrachlgrnpne statt. Auf der Tagesordnung steht der erste Vortrag eines vier Vorträge umfassenden Zyklus’ über ״Prinzipien und G cschichte der zionistischen Bewegun g". An dem Abend wird die Vorgeschichte bis cinschl. I. Kongreß behandelt werden. Anschließend Diskussion, die sich auch mit der Frage ״Zionismus und jüdische R e I i g i 0 n" beschäftigen wird. Gäste herzlich willkommen. Berlin. Der Jüdischer Turnverein Bar Kocliba veranstaltet für die .lugendabteilungen (Schüler- und Mädchcnabtcihutg) am Sonnabend, dem t. Januar, nachmittags 4 I hr, in Dräsels Pestsälen. Neue Priedriehstraße 35, eine Kinder - Alakkahäerfelcr. (Turnerische Darbietungen. Pestspiel. Deklamationen us.״.) Die Pestrede hat Herr Rabbiner Dr. Lewy. Charlottenhurg. frcundlichst übernommen. Eintritt 50 Pf. (einschließlich Schokolade und Kuchen). Für die Mitglieder unserer Jugcndabtcihmgcn ist der Eintritt unentgeltlich. Gäste herzlich willkommen! Berlin. Der ״Jüdische Frauenbund für Turnen und Sport‘4 veranstaltet am Sonntag, dem 1. Januar, abends 7 Uhr, im Architcktcnhaus (Saal 9). Wilhelm- Straße 9293׳, einen öifcntlichen Vortragsabend. Herr Rabbiner Dr. Emil Cohn aus Kiel spricht über .Das Christentum und seine Ents t c 1111 n g". tListe. Damen und Herren, herzlich willkommen. Zur Deckung der Unkosten wird ein Eintrittsgeld von 20 Pf. erhoben. Charlottenburg. Am Sonnabend, dem 7. Januar, abends 9 Uhr, spricht Herr Alexander Lcvy in unserer Zionistischen Ortsgruppe über ״Arbeit iu den Ortsgruppen und der X. K o 11 g r c ß“. Lokal: Cafe!־ Kutschcra (Sezession). Kurfürstendatum 20S. Gäste willkommen. Berlin. Die Ritdcrrlcgc des Jüdischen Jugendbuiidcs zu Berlin hat in diesem Jahre ganz erhebliehe Portschritte gemacht, welche nunmehr das dauernde Bestehen der Riege gewährleisten. Die Riege wurde int Juni 1909 von 20 Herren gegründet, von welchen aber nur ein geringer Teil den phvsiselten Anforderungen entsprach. Dies halte zur Folge, daß die Mitglicderzahl sich bis zum Herbste 1909 auf acht Aktive verringerte. Im Jahre 1910 traten dann zwei ältere Ruderer aus anderen Vereinen und 16 Junioren ein. von welchen die meisten während des Bassinrudcrns noch im Winter eine gründliche Vorbildung genossen und gleich zu Beginn der Saison ins Boot genommen werden kenntcn. Die Flotte der Riege besteht aus einem Sechser und drei Vierern. Ein neuer Doppelzweier kommt im Frühjahr 1911 zur Ablieferung. Das größte Bindernis für die Entwicklung der Ruderriege ist nunmehr durch die Verlegung des Bootshauses von Griinuu nach Niedcrsehöneweide beseitigt worden. Das neue Heim befindet sielt im Hause Berliner Str. 96/97. in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes Nieder-Schöneweide und ist von Berlin aus schnell und billig zu erreichen. Es stehen zwei geräumige Bootshallcn zur Verfügung nebst ener Klubwohnung, bestehend aus Anklcidcräumcn. Bad und Gesellschaftszimmer. Die Obungsabcndc im Freien beginnen in der Woche nach Ostern und werden an den Dienstagen und Donnerstagen von 7—11 Uhr abends abgclialtcn. Das im Winter des Vorjahres durchgeführte Bassinrudcru hatte überaus günstige Resultate ergeben: Die Riege hat sich daher entschlossen, in den Monaten Januar, Februar und März abermals im Bassin zu rudern. Die Übungsabende linden an jedem Donnerstag, von 9!1—11 Uhr, in der Schwimmhalle des Passage- Bades, Kottbuser Damm 79. und Hobrcchtstr. 55, statt und dienen der Fortbildung der älteren Ruderer und der Vorschulung der Junioren. Insbesondere für den Anfänger ist das Bassinrudern (Kastenrudern) von großer Wichtigkeit. Bevor er ins Boot gelangt, muß er im ״Kasten", einem breiten, fest verankerten Boot mit flachem Boden all die ,vielen Bewegungen erlernen und üben, ans welchen sich der Ruderschlag

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