Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XV (1910)
- Issue
- Heft 45 (11.11.1910)
- Date
- 1910-11-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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0 D ISCHF. RUNDSCHAU ן. 11Pי«—י.וווווןןון(III »«,« tf tCn. ICI\ sei Ut- *uf die ten inz id- ItlC seery- 3li-. mg las -(1נ sic, ica *c- USck. ett s- Jtit sc w, 0* ulnd nen 1tse- -וו ikn *s e- 1צ 1t h ic 1• 11 e,!s זן d le k. tk s-!0 0• 1: {.. It n tr is ir s* h No. 45. Seite 517. Statistik der Nationalfonds-Sammlungen Den in der ״Welt" vcröffcntliclitcn Mitteilungen des Hauptburcaus des Jüdischen Nationalfonds entnehmen wir folgendes: Die Hingänge vom 1. Januar bis .30. September d. J. betrugen 279 7(>1,59 Mk. gegen 291705 Mk. in derselben Zeit 1909; das ergibt zahlenmäßig einen Rückgang von ca. 15 000 Mk. Trotzdem aber können wir mit Recht behaupten, daß der N.-H. auch in diesem Jahre einen Zuwachs 7.11 verzeichnen hat. Zuniiehst entfiel auf 1909 die außerordentliche Spende der Madame Klur von 30 000 Mk., der in diesem Jahre nur 15 00(1 Fres. von B. K.. Wien, gegenüberstehen. Die Differenz, von 15 000 Mk. ist also ausgeglichen. Nun kommt hinzu, dall der bisher für die Siedlungsgenosscnschaft aufgebrachte Betrag von 5-1709,52 Mk. fast ausschliclllich der angestrengten Tätigkeit unserer N.-H.-Kommissäre zuzitschrcibcn ist, die naturgemäß entsprechend weniger Arbeit auf die einzelnen Zweige des N.-H. verwenden konnten. Im übrigen bleibt bekanntlich der Teil des Genossenscliaftsfonds. der sich aus Spenden unter 80 Mk. zusammensetzt, dem N.-F. als Kigentum. Zu unserer Freude hat Deutschland einen Zuwachs von ca. 10 000 Mk. gegen das Vorjahr aufzuweisen, und wie wir glauben, wird dieser Fortschritt umlauern, da die neue Kommission recht rührig und hoffentlich auch weiter erfolgreich arbeitet. Die Hingänge in den einzelnen Ländern betragen für die Zeit vom 1. Januar bis 30. September 1910 (die Ziffern für den gleichen Zeitraum 1909 sind daneben gestellt): 1910 1909 Rußland . . . . 76 076.57 105 402,82 Oesterreich . . 63 793.41 3,09ו)1 52 Deutschland . . 35 929,8(1 25 963,20 Nordamerika . . 31 647.22 35 146,64 Südafrika . . 14 369.42 14 570,54 Rumänien . . 12033,42 15 559,35 Kanada . . . . 7 439,11 3 219.21 England . . . . 6 302,38 14 266,77 Ungarn . . . . 5 343.85 3764,95 Belgien . . . . 4 716,74 6 606.81 Kroatien . . . . 4 545,55 l 916.86 Holland . . . . 3 637.12 2 202.11 Türkei . . . . 2 679,48 2 302.27 Argentinien . . 2381,96 3804,75 Bulgarien . . 1 932.88 2 563,90 Australien . . . 1716,06 386,54 Serbien . . . . 1015,- 403.51 Schweiz . . . . 871,32 1 234.54 Frankreich . . . 847,46 571,98 Aegypten . . 465,57 853.69 Brasilien . . 324- 247,60 Skandinavien . . 237,80 136,34 Ostasien . . 204.- 596,67 Italien . . . . 30,20 39,04 Griechenland . . — 80,40 Bei der Vergleichung der Hrgebnisse unserer Sannnclmittcl fällt die enorme Zunahme der Golden- Buch-Spenden auf: diese ist aber zum grollten Teil auf Kosten der Biichscncrtrügc zu verrechnen. Die Büchsen selbst gehen langsam, aber ständig voran; eine genaue Kontrolle der Hrgebnisse ist leider durch die verschiedenartige Verwendung derselben (für Goldcn-Buch usw.) sehr erschwert. Die anderen Sammclmittel haben durchweg Rückgänge aufzuweisen. Besonders bedauerlich ist dies bei der überaus populären und beliebten Oelbaumspcndc; wie wir erfuhren, ist in vielen Kreisen, besonders in Deutschland, die Ansicht verbreitet, daß die Propagicrung der Oelbaumspcndc nach ihrem günstigen Abschluß mit der Dessauer Gemeinde nicht mehr so sehr notwendig wäre. Wir müssen dieser Auffassung durchaus eutgegentreten, da gerade dieser Spendenzweig nicht nur das Wachsen unseres Fonds zum Zwecke hat, sondern durch seine Zweckbestimmung gleichzeitig neue Werte schaffen wird, die ebenfalls zur Hebung Palästinas beitragen werden. Hs ist dringend zu wünschen, daß unsere Vertrauensmänncr dem Wachstum dieser Spende ihre rege Aufmerksamkeit zuwenden. » |4 Allgemeine Selbst• Sammc.- Sammet• Ootdcncs Spender» lie*t. Bogen llUcItscn Duell c., 113) 95500,04 «207, lü il4J.,(׳a •:S4.s0.24 63937,81 10! } HIO 61 641.73 10034,7s 5535,8) 42178,86 85630,54 1 i :! —J3 914,31 1• 1847,09 - 5 816,23 •j- 6698,62 •:•31692,73 Oclhaum• Spende Land- Spenden N.-l׳.- Starken Telegramm Formulare 11» 111• 56641,98 , 47674,14 1863,47 28988.6S 21675,62 3731,61 2854,99 - 8965.84 •h 1861,4? — 73t3,(K> - 866,62 Aus dem vorher Gesagten ergibt sich jedenfalls die Tatsache, daß der Nationalfonds ständig wächst und vorwärts geht. Diese Feststellung wird besoitders dem Konstantinopelcr ״Tiempo" unangenehm sein, der vor einiger Zeit mit großer Freude einen Rückgang des N.-F. konstatiert hat und daraus auf eine Verringerung des zionistischen Interesses im allgemeinen schloß. Aber dieser unser ständiger Gegner hat zu früh• triumphiert, denn wenn er, was für die Bedeutung unseres Fonds eine interessante Beleuchtung ist, den Fortschritt der N.-F. mit dem unserer Bewegung überhaupt identifiziert, so »null er nach unseren heutigen Ausführungen vorläufig darauf verzichten, uns den so sehnlichst herbeige• wünschten Nekrolog zu halten. Und hoffentlich werden alle unsere Freunde sich bemühen, dieses Ideal des ״Tiempo" für alle Zeit unmöglich zu machen. aus DeMGCMeiMDen Dt« Mitarbeit unserer Leser an dieser Rubrik Ut besonder« - - —— erwünscht —■ Berlin. An der Lehranstalt iiir die Wisseusclialt des Judentums, N., Arlillcricstr. 14, wird im Winter- Italbjahr 191011 Herr Geheimer Regicrungsrat Prof. Dr. Geiger jeden D 0 it 11 c r s t a g A b c n d 7—8 Uhr über ״D i e Juden und die deutsche Literat u r" vortragen. Beginn 10. November. In gleicher Weise wird Herr Dr. Freund an der Lehranstalt Vorlesungen halten über ״Staat, Kirche und J it de » t u tu in Preußen." Beginn 15. November. Per Zutritt ist für jedermann, auch für Niehtmitglieder, unentgeltlich. Diejenigen, welche den Vorlesungen bcizuwolmen beabsichtigen, wollen sich int Bureau der Lehranstalt am 10. resp. 15, November, nachm, zwischen 5 und 7 Uhr melden und erhalten daselbst eine Eintrittskarte. Berlin. Ueber die Zurücksetzung der .luden In der Armee und die Aufgaben des Verbandes der Deutschen Juden werden in der von diesem gemeinschaftlich mit dem Zc n t ra I vc r e in deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens am Sonntag, dem 13. November, vormittags 11'•-• Uhr, in der P11 i 111 a r 111 o n i c veranstalteten öffentlichen Versammlung der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes Prof. Dr. Martin Philip pson und der Lanütagsnbgeordncto Geh, Justizrat Cassel sprechen. An der am 24. November folgenden Ver- Sammlung in Breslau werden außer Professor Philippson der bekannte dortige Nationalliberale, Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. K a 11 f f 111 a n 11 und der Vorsitzende der Ortsgruppe des Zcntrulvcrcitts, Sanitätsrat Dr. R c 1 c 11 als Redner tcilnchmcu. Berlin. .,!mlentaufen‘‘ sind ein Thema vorwiegern! christlichen Interesses. Aber die Kirche, die sich sonst gegen Religionsschätidung wohl zu wehren weiß, hat gegen diese gröbliche Profanierung ihrer geheiligten Institutionen kaum jemals Stellung gcitommen. Das Sclilagwort vom ״faulen Laub" scheint speziell für diese Frage geprägt zu sein und charakterisiert die Stellung, die wir ihr gegenüber cinzunehmen haben, aufs treffendste. Alles was uns intcrcssicrcn kann, ist Praephylaxis gegen die Taufscuche. Hier ist ein Gebiet, wo alle jüdische Organisationen zusammen zu wirken haben, entweder in stiller, volkscrzieltcrisclicr Arbeit, oder auch, wie cs am Donnerstag voriger Woche seitens des Zentralvcrchis deutscher Staatsbürger jüdischen (iluuhens in Berlin in einer gut besuchten öffentlichen Versammlung ge. schelten, durch Vorträge und Diskussion in breiterer ()Öffentlichkeit. Hier ist auch die Stelle Protest zu erheben gegen die unwürdige Praxis unserer Beborden das Renegatentum durch besondere Prämien auf die Unanständigkeit zu fördern. Nach einer Begriilliiiigsansprachc des Vorsitzenden, Justizrats Dr. Horwitz, wies der erste Redner des Abends, Rabb Dr. Weiße, in überzeugender Weise aus der Ge• schichte des Judentums nach, daß das Renegatentum nicht nur zur Hcidcnzcit dem Judentum die schlimm steil Wunden geschlagen, sondern auch bis in die neueste Zeit unzählige Unstimmigkeiten zwischen Christen mul Juden veranlaßt habe. Der Redner hetonte, wie nachteilig für beide Religionen der Uebertritt aus äußeren Gründen wirken müsse, und wie verhängnisvoll die auf den Konvertiten Stahl zurilckzuführciulc Losung vom ״Christlichen. Staat“ sei, welche die Verwaltung veranlasse, die Taufe zur Vorbediiigtmg für äußere Hliren und Würden zu machen, Alt einer Reihe von Beispielen zeigte er, daß jüdische Eltern, die :ms falsch verstandener Liehe ihre Kinder der 'laufe Zufuhren, sich diese nur dadurch cntfrcinden. Als zweiter Redner beleuchtete der Svndikus des Zcntrnlvcrcins Rechtsanwalt Dr. Holländer vom praktischen Gesichtspunkt aus die Hrbärmlicltkeit der ohne innere Ueberzeugung erfolgenden Ucbcrtrlttc. Beide Redner ernteten mit Ihren AusfUhrungen .stürmischen Beifall. Hierauf fand folgende Resolution einstimmige Annahme: ״Die am .1. November 1910 in der Philharmonie versammelten 1000׳ deutschen Staatsbürger jiidiselten Glaubens legen Verwahrung ein gegen das Vorgehen des Staates, der durch Beförderung und Auszeichnung getaufter Juden Unwahrhaftigkeil und Gesinnungslosigkeit züchtet. Die Ver- Sammlung fordert von Jedem Juden, daß er nicht durch Lässigkeit bei dem Uebergetretenen den Glauben auf kommen lasse, als sei seine Treu, losigkclt unserem sittlichen Empfinden gleichgültig. Die Versammlung erwartet, daß alle Juden sicl^ ihrer Pflicht bewußt sein werden, Schwankende auf die Unsittlichkeit eines aus außercn| Gründen erfolgenden Uebertritts hinzuweisen, und; insbesondere Hltcrn, die sielt mit den! Gedanken; tragen, ihre Kinder dem Judentum zu entziehen., über die Tragweite dieses verwerflichen folgcn-J schweren Schrittes aufznklären."; üttlsbttrg. Die Firma Cohen 6t Hpstein voranstaltct vom 7. bis 21. November eine große Ausstcllung künstlerischer Handarbeiten, die vor allem auch Erzeugnisse des Bundes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina und des Bezalcl aufweisen wird lind deshalb die Beachtung unserer Freunde in Rheinlaitd und Westfalen verdient. Die Zionistische Ver- , einigung Duisburg wird aus diesem Anlaß von einem angesehenen Düsseldorfer Kunstgewerbler einen Vor-, trag halten lassen und so das durch die Ausstellung für das palästinische Kimstgcwcrbc geweckte Inter-! esse zu vertiefen .suchen. Stclnhofst (Prov. Haimover.) Am 29. Oktober : fand das Hrntefest der Land- und Lehrgnts-Uesell-; Schaft statt, an dem neben den ungefähr 40!,ersollen, die zur Zeit auf dem Oute beschäftigt sind, auch die bäuerliche Bevölkerung regen Anteil nahm. Nun. nachdem auch die letzten Frntefrüchte geborgen waren und berechtigte Zufriedenheit über die Hriolge eines arbeitsreichen Jahres herrschte, konnte man sich allerseits rückhaltlos der Feststimimmg Itingeben.; Der Saal war auf das Schönste mit Erntefrüchten und j bunten Bändern geschmückt. Hincr unserer Lehrlingc leitete den Abend mit einem hübschen Prolog ein. Hs folgte eine Rede von Herrn Sartorius Rite inhold aus Hannover, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Gesellschaft, in dem die Freude an dem» Gedeihen unseres jungen Unternehmens zum Ausdruck kam. Herr Rhcinhold dankte all denen, die zu der guten Ernte mit beigetragen hatten und konnte hierbei •mell die Lehrlinge lobend erwähnen, in deren Händen bereits ein beträchtlicher Teil der Gutsarbeit liegt. An diese Rede schloß sieh eine flotic Auffüllrttng des Körner'sclten Stückes ״Der Nachtwächter‘* seitens der Lehrlinge, die viel Heiterkeit und Beifall fand. Hierauf fand eine gemeinsame Kaffeetafel statt und dann Mährend Verabreichung des Krntebieres -- ein mehrstündiger Tanz, au dem sich, wie es die Sitte will, alle Anwesenden mul ein guter Teil der Dorfbewohner beteiligten. In voller Harmonie ging das schöne ländliche Fest zu Ende. VSReiNS-RUNDSCHAU möglich»! knnno zu hatten und »Ic stets rechtzeitig clnzutendcn. öUnu.krloto nur atil einer Sette beschreiben — dcutltcho Schrillt ule Schrlfltiihrer der Vereine werden gebeten. Ule Berichte V. Oberschlcslschcr Zionislenlag Sonntag, den 20. November in Gielwitz, Hotel Deutsches Haus (Ring), Nachmittag pünktlich 3U• Uhr: Interne Sitzung. Tagesordnung: Eroftmings- und Begrüßungsansprachen. Bericht der Gruppcnvcrbandsleitung. Vortrag von R.-A. Dr. W e i s s m a n n - K a t - towitz: ״Unsere Stellung in den Gemeinden.“ Diskussion über die Punkte 2 und 3. Vortrag von Parteisekretär Blumenfcld: ״Die allgemeine Lage der zionistischen Bewegung“. A bends 81-• Uhr: Oclfcntllchcr Fcstkoinmers. Ansprachen der Herren Arnold W iencr- K a 11 o w i t z. Parteisekretär B111 m c n f c I d . Zahnarzt B10 c It - R a t i b 0 r. (Rcisebildcr aus Palästina.) Im Anschluß: Geselliger Teil. Berlin. Die Organisation Iiir hebräische Sprache und Kultur, Berliner Ortsgruppe A, veranstaltct Sonnabend, dem 12. November, 9 Uhr abends, Restaurant Simon, G i p s s t r. I2a, ihre erste Scincstcralversammlung. Tagesordnung: L Vortrag des Schriftstellers Herrn A. Heri e s 0 ז 1. 2. 3. 4. 5. m 0 ״ i - Konstamiuopcl über: 11 1 i e s 0 r Ben- J eh u da-Jerusalem und sein Wirken (anläßlich seines 25 jährigen Jubiläums). 2. Diskussion. Gäste, Damen und Herren, sind herzlich willkommen. Berlin. Wir weisen nochmals auf die öffentliche Versammlung hin. weiche der Verband der Deutschen Juden und der Zcntralvcrcin Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens int Großen Saal der Philharmonie. Beritburgerstr. 22-23, am Sonntag, dem 13. November 1910, vorm. U •.׳ Uhr. veranstalten und in der Herr Prof. Dr. Martin Philippson und Herr Geh. Justizrat SEE.‘ ״'״VE‘ J.udcn h" deutschen Heere und dio Aufgaben des Verbandes sprechen werden. Berlin. Am Sonntag, dem 13. November, nachm. 5 Uhr, .indet in Dräscls Fcstsälen, Neue Friedrichstraflc 35, eine Propagandavcrsammlung der Lehrlingsabtcilung des Jüdischen Turnvereins Bar Kocltba statt. Herr. Dr. Ja low׳ icz ,wird über ״Nationaljüdische Pflichten“ sprechen. Gäste herzlich willkommen.