Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XV (1910)
- Issue
- Heft 45 (11.11.1910)
- Date
- 1910-11-11
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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.1UEDISCIIE RUNDSCHAU Seile ׳MO. No. <1 •>. und die Zuverlässigkeit des Arbeiters höhere Ah* spriiehe stellt. Hie 1*. I1 ״). C. ist durch ihre eben skizzierten Ziele ein wichtiges, vielleicht 'das wichtigste Glied in der Aufgabe, die Juden in der Landwirtschaft heimisch zu machen. Hoffentlich findet sic mit dem wachsenden Verständnis filr ihre Ziele auch die grollen Mittel, die für ihre Arbeit erforderlich sind. AUS AU.CR WC LT Deutschland k l'elicr die Konfession der Gymnasiallehrer au den lu hcreu Knabenschulen Berlins lassen sich nach dein neuesten Knn/.ekalcndei׳ (Stand vom'l. Mai d. Js.) tolgcitdc Angaben ermitteln: An den 7 staatlichen (einschlieillich .loacltintsthalschcs und Prinz Heinrich- (lymnasiuml und den Ar» st keltischen Anstalten befanden sich unter den 7.11 Gymnasiallehrern oder 87 «א Prozent eeaugelischor, 27 oder 3.0׳) Prozent katholischer Konfession und 51 oder 7,5 Prozent um* .s.nselieii (ilnuheiis• Von den Staatsaiistallen he* schädigt keine einen Katholiken, und nur das 11.111 ׳• z.nsisclic Gymnasium I .luden. Je 5 Anstalten hesitzen 2 katholische und je 17 einen katholischen ()herklircr. An je n Anstalten unterrichten 3 Juden und an je 12 Anstalten 2 Juden: je 12 Anstalten besitzen einen;י disclien Lehrer. * Pie Germania rügt in einer ihrer letzten Nuuiinert» eine Ungehongkeit des ,.Ulk“, die sieh gegen die .»ns Portugal vertriebenen Jesuitenmönchc richtete. Audi wir miilbilligen diese geschmacklose Verhol»־ imiig mul Beschimpfung katholischer Ordcnslenie auis entschiedenste mul wurden diese Intoleranz besonders verächtlich t'iuleu, wenn uns die Gewiltheit. datt die Autoren Juden sind, ebenso sicher wäre, wie der Re־ daktüm der t'.ermania. Unseres Wissens versammelt sich m den Mosscschcn Redaktionen in der Haupt* saclte eine (iescllschaft von Taufjmlen, Tauikamli* daten 1111.1 gesiiinungsverwaiulteii Ariern. Wenn wir jedoch die Erbitterung überzeugter Katholiker über den Ausfall des ..Uik" wohl verstehen können, y» zeigt doch ein Passus der betreffenden Notiz wieder einmal, dal! eine gelegentliche Uebeiem.stinimung in Pingen des politischen Geschmackes uns nicht vor* leiten dart. die ofii/.iellcn Vertreter des deutschen Katlmlizisnms iur weniger iudcnfeimllicli zu halten, als den ersten besten evangelischen Millelstniulspolitiker. Hie ״Ueiiii.mia" schreibt n.'.inhch a!n Sclünli ihrer Ausführungen in recht unverkennbarer Pogrom- Miitnmmg:.dasselbe ״Herliuer Tageblatt". welches gegen Jeu Zuzug russischer Juden, die als Sclinoria. Sozialisten und Anarchisten Peutschland I!eim:-nel1u1. uiehts cin/nw׳enden hat." Und das. nach* dem!•!:•*1 voilicr die Proteste konservativer Juden gegen die Rede des lliirgei iiieisiers Nathan ausdruekj lieh ar.eikaimt hat. Ms werden denma»־l1 auch jene Juden, deren ganze politische Weisheit darin bestellt, nach Bundesgenossen l'mscliau /u halten, sich damit ahiimlcn miissen. datt heim deutschen Katholizismus, selbst dort. v,o er eine Minorität bildet, für sie nichts zu holen ist. Aber lliilcls Mahnung ..Hilf’ dir seihst" kann unseren Kirchtitrinspolitikcru nicht oft genug von i'ieimd mul peimi ciih'cgcngcriifcn werden. Wie die ״Tägl. Rundschatt" erfahrt, hat sich eine neue Partei iur die Pfalz gegründet, die den Namen ,,CI1ris1lleh-M1zl.de Partei" fiilirt und zunächst im Hontlmrger Waldkreise aktiv eingreit'cu soll. . . . Und neues Leben wächst aus den Ruinen. Russland Der neue liiUluncisminisler und die Juden Der ..schwarze Kultusminister" ist nun ans Oe* MiudlieitM׳licksichteit zuriigkgetreten. ln manchen mdisehen Kreisen kuitpiie man daran neue Hofiniingeii. Man erwartete, dal! sein Nachfolger die in den letzten Jahren den .luden gegenüber befolgte rigorose Bcselirünkungsimlitik auf dem (lehiete des Schulwesens mildern werde. Diese Hoffnungen s«*IIt11 :י aber nur zu schnell zunielite gemacht werden. Der neue Hildmigsministcr erklärte bald nach seiner Hrnenmmg einem ״echt-russischen Piilirer" zu dessen Beruhigung, er werde wohl manche Reformen auf dem Sehulgebiet, namentlich bezüglich der Verfassung der Hochschulen, in Erwägung ziehen, — den Juden gegenüber aber die bisherige Politik tinvcrändert fortsetzen Die Judeneiurechliing hat sieh zu sehr ״bewährt", als datt sielt ein Zarenminister von ihr abwenden könnte. Galizien Eine IlilÜsaklion für die gnUzlKclum Juden Aus Wien: wird der ״N. J.K." berichtet:' Am 30. Oktober hat in Wien eine Besprechung von Vertretern verschiedener jüdischer Korporationen stattgefimdcii, die sich mit dem Plane einer Hilfsaktion titr die galizisehen Juden beschäftigte. l׳s waren die Wiener Allianz, die JCA, der llilfsvercm der deutschen Juden, die Alliance IsruGÜe Universelle und der üalizlschc Ifilfsvereln durch Delegierte vertreten. Unter den Anwesenden befanden sich 11. a• James Simon, Dr. Paul Nathan und Professor Philippsolin (Berlin), Jusiizrat Ulan, UroUindustriellcr Hatvanv-Deiitsch (Wien) und David R• v. Putmann. Die Beratungen wurden noch nicht abgeschlossen. ßngland Der 70. Geburtstag Lord Rothschilds l.ord Rothschild hat am 8. November seinen 7t». Geburtstag gefeiert. Hie jüdische Gemeinde Londons lnt du״. tU0‘׳h die Überreichung eines Urauil.UatusuUus.n mu den Unterschriften der Präsidciuen aller jüdischen lusumtmiHui Lugluuds gefeiert. Die Oherreiclnmg ist am Mittwoch Nachmittag 111 New Court, dem Silze der Rotlisehiklscheii Bank, erfolgt. An demselben Tage hat auch der Vorstand der vereinigten Synagogen Londons, dessen Präsident der Lord ist. l.ord Rothschild eine Adresse lihei'i eicht. Persien Nach Pralitberiehtcu, die hei dem Zcmral-Komitcc der Alliance Israelit!־ Universelle cingcgangcit sind, ist das jüdische Stadtviertel in Seldras (Persien) völlig verwüstet worden. 5(MM) Personen stelle» mittellos da. Mehrere Juden wurden getötet, viele schwer verwundet. Gleich nach Eingang dieser Meldüng hat das Zentrai-Koiuilee telegraphisch SIMM) Eres, nach Schiias überwiese!» und das Arswärtige Amt in Paris um eine Intervention hei der persischen Regicrung zum Schutz der Israeliten gebeten. Das Deutsche Bureau der Alliance Isradlitc Universelle teilt mit. datt das Zcntral-Koinitee der Alliance in Paris iur die jüdische U e Völker u n g 111 T 1 1 p o 11 s , die von der Cholera besonders beimgisucht wird. UMltl ITancs iiherwieseu hat. Russische Landeskonferenz der Organisation tor hebräische Sprache und Kultur (Von unserem Spczialbericliterstatier.) 3. November 101(». Heine wurde unter zahlreicher Beteiligung die russische Landeskonferenz der ״Organisation f ii r h e I) r ä i s c 11 c S p r a s 11 e 1111 ü Kult 11 r" er- Öffnet, zu der die namhaftesten Repräsentanten und 1‘oideivr da hebräischen Sprache und Literatur eiltgetiufiei) smd. Unter den Konferenzteilnehmern hefinden sich auch C11. N. B i a I i k . der grollte , hebräische Dichter vier Gegenwart, und M. Ussischkin aus Odessa: der Leiter des T'chiah-Verlagcs A. 1.. Ii e 11 ־ A v i g d o r und Nühuin So ko low aus Warschau: der bekannte Binanzier J. A. Naiditsch mul Rabbiner Mose aus Moskau. Die Konferenz ist auf vier Tage berechnet und wird über Brägen der hebräischen Organisation, über den iieubegriimleteii hebräischen Veilag ״T ' e 11 i a 11" sowie aber den künftigen 11 e I» r ä i s e h e n Kulturk 0 11 grell hcrateu. Herr llillel Z I!» I ין ״ o I s k i - Kiew bcgrultt die Erschienenen und widmet einen warmen Nachruf dem jüngst plötzlich verstorbenen Bulirer der liebiäischen Retiaissanechcwegting E. I.. Le w i n s k i. Darauf werden die Herren Zlotopolski, Ussisclikiu und Rabbiner Mose in das Präsidiiun der Konferenz gewählt. Zlotopolski eröffnet die Verhandlungen, die in hebräischer Sprache ׳gcSühn werden, indem er die Beilciilmig der uatm- Haien Sprache und Kultur für das jüdische Volk hervorhebt. Ohne geistige Renaissance sei auch die politische Befreiung des Volkes nicht denkbar. Wer letztere erstrebt, müsse deshalb auch für die ersterc mit aller Kraft wirken. Hall sich auf diesem Gebiete mich in der Diaspora etwas Positives erreichen lasse, beweise die Arbeit in dieser Stadt, wo jetzt zehn erfolgreich wirkende hebräische Vereine existieren und wo mau die Laute der hebräischen Konversation in allen Stadtteilen vernehmen könne. Sodann wurden zahlreiche Begriilttmgsschrcibeii verlesen. Au eines derseilten selilolt sich dann gleich die Diskussion au, D r. T s c 111 e 11 o w - Moskau legte nämlich in einer brieflichen Beglückwünschung der Konferenz nahe, über das Verhältnis der Organisation für hebräische Sprache und Kultur zur zionistischen Partei zu beraten. U s s i s c 11 k i n tritt diesem Vorschlag milder Begründung entgegen, da» die Konferenz sich lediglich die Erörterung über interne Angelegenbeiten der hebräischen Organisation zur Aufgabe gestellt habe. Bialik und Uoruchow finden eine solche Beratung für angebracht und wünschenswert. Redakteur C/.eriiowitz-Wiiua weist darauf!,,״ da» die hebräische Organisation Cl״c!| unparteiischen Charakter tragt. |:s s<!, deshalb keine Veranlassung, ein bestimmtes Vah.ii•. nis derselben zu einer Partei fcstzulcgcn. Hir';, ,} wurde eine besondere Kommission eingesetzt. a»v über den Vorschlag Tsclileiiovv eingehend beraten und das Resultat ihrer Erörterungen der KonKreuz. unterbreiten soll. Den Rest der heutigen Sitzung füllten Verbandhingen über organisatorische Fragen aus. Anlülilich der Konferenz linden verschiedene öffentliche Veranstaltungen statt. Rabbiner Mose- Moskau, ein bedeutender jüdischer Gelehrter und hervorragender Redner, hielt in der Brodskv- Synagoge vor einem mchrtaiisendkopiigen l11׳l>!1kum einen glänzenden Vortrag über die Bedeutung der hebräischen Sprache und Kultur für das Judentum und die Notwendigkeit eaier grollzügigen, umfassenden Tätigkeit auf diesem Gebiete, der sich alle treuen Volksgenossen .mschlieUer. niiilltcit. Seine von liinreilleuder Begeisterung ge• trageneii, formvollendeten und inhaltsreichen Aus• ftihriingcn liinterliellcn einen tmvcrgclilichen Eindruck. Zu Ehren des Dichters €11. N. Bialik wird ein Banket veranstaltet. Sch. W. Die wichtigsten Koniercii/hesehliisse. (Telegraphischer S ין e z i;111> e r i c h t der ״J. R.") Die Konicrcnz wählte ein russisches L .indes komitce der hebräischen Kulturorgaiiisatiu?! n! Sitz in Kiew, bestellend ans den Herren M <» s (Vorsitzender). ii c n - A v j g d 0 r, Sokolow Kaplan, Ussisclikiu, Klausner, Zloto p o I s k y , S c h e s k i n und N a 1 d i t z s c 11. Laut Konfacnzbcselilur• soll der hebriiische Kn.• tnrkongreR Chunukah nächsten Jahres in Deutschland stattlindeu. Bialik hielt auf der Konferenz ein g'.a! zeudes Referat aber den Kulturkongrc». Bur d. neuen liehräischcn Verlag ״T’chiah" wurden, n.unci. lieh vom bei,;muten Millionär B rods k y Kivw, I..• deiüende Beiräge gestiftet. Die Koiiftreiiz. wurde in sehr gehobener Su!a• iiiuug aller Teilnehmer geschlossen. Das Buh'.• Bankelt nahm einen eindrucksvollen Verlauf. ZIOMiSTISCHe BeWCGUMG Sitzung des Aktionskomitees in Berlin P;1 von Seiten russischer Mi.'Rlietler de* A.-C der lebhafte Wunsch zum Ausdruck Rebracht worden ist, daß die zum 22. Novemhc; nach Köln einberttfene Sitzung des A.-t'.. nicht dort, sondern in Berlin ahgeaalkm werden s״l! hat das 1;. A •C. beschlossen, diesem Wundu gemäß als Ort der Sitzung Berlin zu bestim• men Die Sitzungen werden im Konierenzsa.ii , des 1.1 i t e * I! o t e 1 (am Bahn 1» o f 1 r i c - j d 1־ i e h s t r a ß e ), Neustadt i.»»he Kir lisiraß . statlliiuien. Auch die an beraumten Sitzungen di- I'. A.•('.., iles Direktoriums des J, N. 1;. mui <11: verseliietlenen Verwaltungsorgane der Banka: werden nunmehr in Berlin staulinden. I Zuteilungen des Zcntralbureaus der Zionistischen Vereinig, für Deutschland Ausweis ,lnhro.be'. träge: Dipl! an-big. Lue" cnbcig-H.ni. י Mk . Dr. mvd. Prager-Suvn bei Koblenz 0 M OrgaiiBalionsfomls: Gleiwitz }».So Mk״ Mennige.»׳: ,1 Mk.. Berlin 20.51) ,Mk. (Spezifik.1ü׳>u im N.-l \<׳v Vas). Schekel 1000 1910: Messingwerh-Ehctswula׳. 2 Ml... Marburg 7 Mk.. Leipzig 27 Mk. Schekel l«׳lü tnil: Suva bei Koblenz! Mk- Lamlesbeiiräue: Nurnhag •tu Mk.. Messingwerk-Eberswaldc 2 Mk . Marburg 7 Mk., Leipzig 3 Mk. (icsumtcliignng bis ,h November l*)HV Orgam»•»• tionsioiuls (Jahresbeiträge und gelegentliche Zuwcii• dnitgcit) (M)23.35 Mk.. Schekel |0iw 1910 •1710.50 Mk״ Schekel 1')1(»G')|1 י.! Mk.. Lamlcsheiträge 0ן1י*וB*Gt> 3130.3b Mk.. Landesbciträgc lölü l'Ul 2יי Mk. I׳'rau Dr. Wach st» er in GroB-StrehUtz uut uns mit, da» seit einiger Keil so zahlreiche Anbau»'11 nach geeigneten Festspielen zu Chauukali hei dir einlaufen. da» sie uns in Kürze ein ücr.irtic׳» Theaterstück zur Verfügung zu stellen gedenkt. M r danken der eifrigen (lesinnungsgeimssiu für ihre Be- 1'eitwilligkeit und werden das Stuck entweder an dieser Stelle veröffentlichen oder aber es unsere״ Lesern durch die Jugendzeitschrift ״Jung Israel zugänglich machen.