Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1910-11-04 · Heft 44 (4.11.1910) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 44 (4.11.1910)
Date
1910-11-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2651273-2651657-2651702--07369-2664530
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

׳ ay Soile 500, Zu denken *!זיו die Utmlos-Ahäre allerdings auch dann noch Kenn*. Denn A11 i a 11 e e S e 11 li I c 1 sind es doch eben, wie ja stolz genug hervorgcliobei! wird, die es so herrlich weit gebracht haben in der ..Hochhaitun* jüdischer Sitte", und das Sprichwort existiert immer noch zu Recht, das da sagt: ״A •1 ihren br ü c 111 c 11 sollt Ihr sie e r k e 1111 c 1t* - die Brziehimg der Alliance-Schulen nilntlich! Die deutschen Juden und die Palästinaarbeit Die Juden Deutschlands erfahren in den l.iinderu, wo man das unmittelbare Verhältnis zur jüdischen Tradition mul zum jüdischen!.eben niemals verloren hat, bei ihren Stammesbrüdern eine wenig günstige und oftmals ungerechte Beurteilung. Die Vorgänge des vorigen Jahrhunderts, welche die Stellungnahme ' der deutschen Juden verständlich machen, .sind objektiver, historischer iJeiraelilmig noch nicht zu• gänglich und nur unser uuiuiUelbarcs, teilweise verwandtscliaftliclies Verhältnis zu den damaligen Trä• gern 11er Refoim im Judentum ermöglicht es uns, in jener Bntw ieklung die wir alle bedauern doch ein wenig mehr z.u selten, als den Treubruch von ba,1'"״'fh1cl1ti1!t׳u. Das waren die Vater. Wie zeigte sich nun aber das deutsche Judentum von heute, als ihm von Hasel aus vier Weg zur Rückkehr gewiesen w urde'.■׳ Wer da ein Urteil fällen will, der möge sich noch ein Jahrzehnt gedulden und iiir heute nur einige Anfänge anerkennen. Denn wer ihre Abkehr vom Imlcutuui nicht verstellt, der kann auch die Schwierigkeiten der Rückkehr nicht ermessen. All das. was auf kill• tnrellem biebiete erstrebt wird, will Weile haben. Die Anhänglichkeit au die jüdische!.ehre und die Pflege der jüdischen Sprache kann nicht von heute auf morgen im Wachstum beobachtet werden. Aber e i n jüdisches Interesse, das erfreulicherweise in realen Zahlen. in .Mark und Pfennigen greifbar ist. ist ganz unverkennbar in erfreulicher Zunahme begriffen: Das Interesse am jüdischen Zukimflslnude. Nur zum kleinen Teile findet es seinen Ausdruck nt der Zahl der organisierten Zionisten. Aber wo immer grolizugige jüdische Hilfsarbeit geleistet wird, richtet man jetzt das Augenmerk nach jenem l.umle. d.!s vor timizig Jahren zum erstell Mat als Ziel jüdischer Kolonisation genannt wurde. Was der llilfsvcrem, was die Cohn-Oppen• hcimschc Stiftung mul was neuerdings auch die *cgensreiclic '*miuiiscli.‘ StifMin״. m Palästina K־ist>׳t. ist kein Zionismus in unserem Sinne; auch die nam* haften Beträge, die dem Hezalel aus Deutschland /ufliehen, stammen zum Teil von Leuten, die hewm;t jüdischer Politik ferustchen: aber all das ist doch ein Zeichen dafür. dali man in Deutschland der indischen l'.ntwicklung. viie mit Macht nach dem alten Juden• lande Imistrebt, nicht verständnislos gegenübersteht, sondern die Zeichen der Zeit in gut) ulisehem Sinne zu deuten weilt. ,Mit der vorsichtigen ürüudliehkcit. die sie tliiem Wirtsvolkc abgesehen haben, beginnen die deutschen Juden heute noch in kleinem Maiistabe . an ' Palästina Interesse zu nehmen. Die Brfulge werden sie bald veranlassen, auch hier ganze Arbeit zu leisten. I U 11 י| ־ SC II I•: RUNDSCHAU tJe1».*1־ neuere Bewilligungen fur Palästina bc• liebtet heute auch die Simon* sehe Stiftung z.u lla 11 Ho ver. So hat sie dem Hilfsverein der deutschen Juden für drei Jahre je .*אאוי> Mark über• wiesen, mit denen au den Schulen des Hilfsvereins in Palästina II a 11 d f e 1־ t i g k e i t s IJ n t c r r i e In eiugefülirt und erteilt werden soll. Hierdurch soll gutes Handwerk in Palästina gefördert und auch ge• eignete* Iv’ekrulierimgsmaterial fur »las Technikum in Haifa heraugehiidet werden. Dem Dez a lei hat die Simon'selie Stiftung bereits (1000 Mark au Beihilfen überwiesen, mit deren Hilfe die Ateliers fur damaszenische Holz• und Melallarbcit im Bezalel eingerichtet worden sind. Neuerdings wieder hat die Simoii'selie Stiftung dem Bezalel einen Kredit in der llolie von 5000 l'res. zur Vertilgung gestellt. Binc weitere Bewilligung der Simoii'seheii Stiftung s״h der borderung der Landwirtschaft im heiligen Laude dienen. Wie hier schon mitgeteilt wurde, ist von!lern Agronomen I! in (mm ein ausgezeichnetes, 11 c h r ä i s e 11 g e s c h r i e b e 11 c s L 0 11 r l> u c h der j L a 11 d wirl s c h a f t erschienen. Dieses Werk ן wurde von der Simoii’seheii Siiftimg in hundert ן b.xcmplnrcn aiigcknnft und soll in Palästina teilweise ן au landwirtschaftliche Kolonien, teilweise an die , Leiter guter Lleiiientarsehulcii verteilt werden.! Büdlich vs erden auf dem von vier Stiitung mit ver• . walteten Lehiguo: Slcinhmst junge Leute lamlwirt• I schafllicli ,uisgchihict, die sich später in Palästina als , Kolonisten nicdeilasseii wollen. Die Rückkehr der Juden zur Landwirtschaft und dieP.LO.C. V«»11 I) r. Arthur Ru pp in. Jaffa.') j Die ll.iupiseliw ierigkcit. welche sich einer Kmi•! /cniraiioii der Juden in Paiasima euigcgeusldlt. hegt auf wirtschaftlichem (iebiete. nämlich in vier mangclmlen wirtschaftlichen Anziehungskraft Pa• lasimas. (lew 11!. die• Juden Osteuropas leben 111 materieller Not mnl mochten ausw׳andern, alter ihr Ziel ist nielit Palästina, somlern Amerika. Mit schonen Worten mul dem Apnell an das 11alioi1.de Oefulil Liltt sicli die Richtung des Auswanderer• ströme* nicht ahlcukeu: er gellt mit eherner Not• *) Wir eiiliicliiiien auch diesen i11len׳ssanU״: Aitikel der Palästina-Nummer vier ״Welt" mul hoffen, dal» sich die .Mehrzahl unserer Leser nunmehr in de״. Besitz des Heftes gesetzt hat, das zweifellos eines der wertvollsten und wirksamsten Werbemittel 111׳ unsere Arbeit im Lande Israel darstellt. die uns bis beute geboten wurden. Der schnelle Absatz, de:, die Nmmiier 111 den wenigen Wochen seit ihrem Lr• scheinen gefunden hat vcr.mlallte den Verlag, eine R e s e r v e a 11 f I a g e herzustelleii, die gleichfalls m kurzem zur Neige gehen durfte. Solange vorrätig, liefert der Verlag die Nummer fur Deutschland mul ()esterreu'loUiigarii mit (»5 Pig. für alle übrigen Lander mit 75 Prg. pro Bvcomlar. I'.veiuplare auf Kun.snln1ckt>:!1״er 1.51) Mk. Zioiusit• scheu Vereinen. Vertrauensmännern mul Kolporteuren he rechnet er für Deutschland und Oesterreich- Ungarn: 1(1 l'.vemplare mit 5 Mk,. .יי l’.semplure mit ld.75 Mk.. 5<! I'vemolare mit 22.511 Mk.. 1IM) b.vemnlare mit •lü Mk : fnr alle übrigen Länder: 10 b.vemnlare! mit 7 Mk., 25 Bxcmplarc mit 15 Mk. 5(1 Bxcmplarc mit 25 Mk.. Hin Bxemplarc mit ■15 Mk. N<). ■M, Wendigkeit dahin, wo die Bvisteii/aiisMeliu1, ״m besten sind, in Amerika, dem grollen Imlusti findet der bemittelte und der unbemittelte J11R;,;s Unternehmer oder Arbeiter sein Brot, und z׳.!r ,« demselhcii oder ähuiicheii Bcmfc. den er du Heimat ausgeiiht hat; in Palästina, dem AcU-rlu!!. lande, findet er cs in der Regel nur!1.um, uum u sich von seinem bisherigen Bei nie abkehr: ״! Landwirtschaft ziiweiulel. Das 1s! 110 1,1 Lcroy-Beaulieu heliauntct sogar, es sei nhetl!״ möglich. 11;1 ft ein Städter jemals ein Bauer Das schient über das Ziel hin,ms mnl K.mn w iderlegt w erden, dali cs in l'.ilaslma iumict 1 gewisse Zahl von Juden gibt, die den l iiih.i: prozell von Städtern z.u echten Landwirten!« macht haben. Aber soviel ist mizw cifclluu: , Umwaiidliing grolle An fordern 11 v:c״ au den M. stellt und in sehr vielen Ballen imüiingt. W as läüt sielt tun. um die Juden 111 >k Wirtschaft heimisch zu machen? Wollte!,., malisch Vorgehen, so miillie man indische k 1 n! ,, , •11:1 ו 1-rile. vluni, . e.:.! .!:..ז¬ 1 L ge - ■־• Ja־ ־'.Itc־; ■ v,. Buropa Schulen oder und in Palästina Betrieben für II: in laiubv 11 :s,!11c l.amlu 11u ziehen mul sie ilami als Kol״n!v1ca 111 IV siedeln. Aber dieser Weg ist ebenso lang־, kostspielig: jedes Kolonisten Ausbildung Siedlung würde I51KN1 201)00 Mark k«v. ist mehl abzusdie!!. woher diese enormu,! genommen werden sollen. Nach tutsci wird dieser Weg immer nur den Cliar.! LulmruturimjiYcrsuchs haben. Br miiOte; der K«»l״msa11ni1 eingesclilageu werden, schiidc•»• technische!־'ragen klurzustclV■11 grollen Kolonisation den Weg zu bereiu auch in der modernen Oroiiimhisirie de lorimtisversuch der praklisclicii Auwei, ('r*•-,v«. v1! ׳•׳. »geht. Will man nicht einig! sondern viele Tausende von Ko!״ni>.n-11 seit.!!;!, miiil!las Pi 1 v.iimleressc mit privaten \f K»ms.itioii trciheii. Aber wie ist!las zu uo Dm• Brf.ihrungen '!er bisher gea 1!!J 'die׳; K s ׳t.׳*:! babcu gezeigt, dal» cs 111! .kigci.u 1,!n!;■ bch ist. Leute im reifen Alt! 1. ,he luv(1 .׳ I• 1111,1 ll.uidw erher w aren, zu A! keibauei 11 bin eug! Sinne des Wortes im (kgcnvc.z zu Pilanznt'gvbau z.u macben. I,11׳!!!esc Kirnte zu umgeben. g.i ־!v r! '■ lielike.teii: I. Bemitielle Leute sollen uiclit Acl,׳• .׳ der!! Pilauziiugsbaucr werden, d. I:. in. ■•; B.1u:1.pn.01znt1gcn erwerben. Die l’ciitul׳ •,! . Pli inzuiigcii is! in dem dafür .iiiücror!:» eigneten Buden Palästinas eine sehr In •he 1׳; ׳ zungei! S'inuehcii. wenn sic eimu.i! I'i... keine besonders grolle Piicgc;.u! ko;!!.!T. < ialir auch vo!! I.eilten, die bisher kein. Le schaftliche Kemitmsse besahen. hewutN! vielt. L’icüieh weitlen!läse Leute damit wirte; aber sie lebe:) 1:1 einem l.mdw .1 (Milieu, u i.i ihre Kinder, wachsen, weiden bereits w eitlen, besonders wenn da!', die Kinder in den W anderlelirer elementaren!•!׳!. -,’■ge ui- •1 ■•׳ U:vse! .11 C.l. nie 1:1 z.u v, 1hei .*.!:,וו r• 1 v Dorfschulen <׳.! iaiulw 11 :vch.11: ternclit erS1.1!teil und ihr Intel cs*e tu!!hc scluft von Kindheit an durch Sdiingartc; weck! wird. Das ist vor allem!uns:! Tociiter notig, bei denen der Mangel ..׳ 11 >r, ■v e. 1. v »' i . V.! den. Der ״Briefkasten", der in dieser Nummer .schon einen recht stattlichen Umfang angenommen hat. zeigt am besten, welches Interesse der Leserkreis, .hingen wie Mädchen, an seinem Blatte niniinl. Audi um die schonen Büehcriircise, mit denen die rieh• tigen Lösungen des Preisrätsels aus der vorigen Nummer bedacht wurden, hat sieh bereits eine an• sehnliche Schar von Kindern beworben. Wir hoffen, dali auch unsere Leser das Ihre tun werden, um dem Blatte die Verbreitung, die ihm im Interesse gut• indischer Jugenderziehung zu wünschen ist. zu sichern, zumal unseren Abonnenten seitens des Ver• Inges ein VorzugsaboniieiueiU von nur (10 Pf. viertel• jährlich cingcrüumt wurde. Jung Israel erscheint zweimal monatlich um) kostet eine Mark vierteljährlich. Bestellungen nimmt jeder Briefbote, jedes Postamt, jede Buehluiudluug und der Verlag Jung Israel, Berlin SW. (!א, Ziinmcrstr. 77, entgegen. Sukkaus In meiner Laubhütte sit'.'e ich, schauernd und frierend in die Lekc geschmiegt, und meine erstarr• len Binger krampjei) die Hülle Uber meiner Brust zu• summen. Der Sturm heult und saust um das schwankende Hretterhüusehen und schlägt in wildem Takt die (k■• hänge fahglgelben Hcrbstlanbcs an die Hnlzwände. Und weiter rast er, hinweg über das dörrende (Jras, das sich z.itt! md an den B ״len schmiegt ind wieder empor gerissen wird wie die Wellen des wild•!! hees. Schwer, in .!alten Tropfen fallt!!er Reg •11. Pili neuer Windstoll kommt berausch,auM und wid.li j •I 1! ■1', «! 1 . ' י;■■usua.iiidcr. dal! 1<׳I1 mitten hinein• j scltatu• m den grauen, reger,scliv erep 111111111•!. an dem die Wolken kommen mul gehen, pfeilsehm II, geist'.'vhaft. wesenlos wie meine üed.iiikcn'. Lu: Ziltci 11 gellt durch meinen Körper. Um mich der schaurige, nordische Herbst, und in meiner Brust die :selmsiieht. das Dramen und Uhilien der ver• zehrenden SvhiiMichtsiUimme. bin Bild ist Ue: iu mein Her/, gegraben:!las Bild einer blühenden, prangenden, von goldener Merhsisoime d11rchghihL,11 Heimat im Süden! Bin heiller, flimmernder Bimst liegt am den weilten Bels, iippen meines Tramsilamles. und in .schwerer, üppiger Reife neigen sich die Brächte des Wcinstocks. Ich liehe, :(ehe dieses Land, ich. der ewige Jude, der vor vielen hundert Jahren hiiiausgetricheii ward, dem der Bngel mit dem blammensehvvcrt die Pforte des Paradieses verxeliloll! Ich habe cs geliebt alle die Jahrhunderte hin durch mit dergleichen *Hut. dem gleichen Begehren, meine Beliebte ist dieses Land, um die ich heilte Selmsuehtsmialen leide, mn die brennende Tränen auf mein Lager ilicDcii. -- ,1. Die Molken kommen und gch״n. sie heran, ugreiieu sich mit gietigcii Img! verschwinden. So ist es i:era11geschhel1en an mich 1a kalten Binger nach meinem Willen aii'g׳' ׳ Versiieluuig innde zu weiden, wunschlos! 1 meias.h, gleich dem Wanderer, der sein Hu! los in!len Schnee bettet. Ängste«.I| forsche ich in meinem >e!l Sehnsucht, meine Treue zu der fernen sudln.: ■ v heiller Sonne gckiilttcu lieliebivu. hist du laibeinCrkt c ngeselil.ifen'■' Wie die weihen Wolken ober den!ic.su. T :ml. so fliegen bange Zweifel ober meine S ' liebe ja doch dieses Land, das mich um.• . ■'« diesen wilden. .Instcrcii Ileibst, uh 1.!m: endlich au. niieli von dem raunen llaneli!' ,u.n gen zu lassen, der ans diesem Boden st!.0m. i•" ז \t! an. ׳:ins zu werden mit dieser sinrmz. 1 w 111:1 diesen frierenden Wäldern, dem Ucd.mkci.. herben ernsten Hauser und Turme schuf.!'׳ Perne anfragen. Zn erlassen beginne ich den hart• 11. * Sinn, die schweren (kul.mkeit der Kiudei!1! ilens. die langsam, fast mnm rkheli crw.u'io1 ׳ reifen wie es eines Tages unter der rauhen M״»<•'" hülle in diesem Boden langsam, langsam zu ctwuchvi und zu reifen beginnen wird. il'od'״ . S ■ mrmm

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.