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Jüdische Rundschau · 1910-10-12 · Heft 41 (12.10.1910) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 41 (12.10.1910)
Date
1910-10-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4SI IUEPISCHE RUNDSCHAU No. 41, □I :aa: Soeben erschienen! Soeben erschienen! Taschcnkaleiider-Forinat. M Seilen, mit Raum für Notizen. — Kürzeste und ncHn©ll«t«y Information über die zionistische iSowetfuntf und ihre Institutionen, über das tfanto jüdiwcho Palästina. Mit Kalender und Kartenskizze der jüdischen Kolonien In Palästina. Preis 10 pjg. Bel 100 Eiemplireo pro Stück 8 Pfg. Bei 100 Exemplaren pro Stütk 8 Pfj 0*1500 Exemplaren pro Stück 6 Pfg preis 10 pjg. Heraussjcgebe» und zu beziehen von der Zionistischen Vereinigung für Heutschlanö, CharloUonburg, Bleiblroustr. 49. □: :qüzt. PALAeSTINA-RUNDSCHAU Die Vorstöße des Banditentums ln der Umgegend von Haifa, unter der die deutschen Kolonisten 111 letzter Zeit so schwer zu leiden hatten, sind neuer• dmgs auch einem unserer palästinensischen Freunde gefährlich geworden, Ein solcher Annriit richtete sich jüngst gegen unseren Gesinnungsgenossen Dr. Taeliaiicr. verlief jedoch Kllicklicl1erwei.se oltuc ernstliche Folgen, Ihr Vorfall veranlagte den dciit• sehen Botschafter in Koiistaiitinopel naclidriicklicli bei dem W;.li vurstclÜK zu werden. Das Gleiche tat der deutsche Konsul hei den örtlichen Heltörden. Auf Be• fehl des Wali wurde eine Strafverfolgung eiiiKeleitct. Die Gendarmerie ist beauftragt, durch ständige Pa• trouillct: für die Sicherheit der Ansiedler zu sorgen. Wir hoffen. daß Dr. Taehaitcr von der leichten Verieizimg. die er sich hei dem unliebsamen Rencontre zugezogen hat. in Bälde ganz wiederhergestcllt sein wird. «־SPRCChSAAL־־»־ ror Mieten Teil übernimmt die Redaktion den Lesern ■ceenObcr keine Verantworten*. Jüdisches Künsllcretcnd Unser geschätzter Freund II er mann Struck sendet uns den folgenden ״Offenen Brief an die jüdischen Zeitungen": Sehr geeinter Herr Redakteur! Fine langjährige Erfahrung auf dem Gebiete des Kunstlerelends zwingt mir endlich die Feder in die Hand, um meine Stimme gegen eine Fortdauer dieser unhaltbaren Zustände zu erheben. Fortgesetzt wiederholt sieh in meinem Atelier dasselbe Bild: ein schmächtiger und blasser junger Manu verlangt mit schüchterner Stimme Gehör. Fr zieht ein Skizzen• buch :ms der Tasche oder präsentiert eine Rolle mit Zeichnungen, die fast ausnahmslos nur ein sehr mälliges Talent verraten. Fr aber erklärt, man Italic ihm in .seinem lleimatsort in RulSlaiid, Polen oder Galizien dringend geraten, er solle nach Berlin gelten und sieh zum ״Künstler" ausbildcn. In Berlin würde er Stipendien in 1 fülle und Fülle bekommen, und in j kurzer Zeit würde e׳r ein berühmter Künstler sein : mul seinen ״inneren Gefühlen", ״den Vorstellungen j seiner Phantasie" auf der Feinwand oder in Skull'־; turen Ausdruck verleihen können. Gewöhnlich! schwebt diesen jungen Leuten dabei der Name | Autokolskis vor. Mit aufrichtigem Bedauern und; wirklichem Schmerze muH ich dann diesen jungen I Feilten jedesmal eröffnen, dali sic sich bitter getäuscht i bähen. Wie andere deutsche Kuustzentren, so ist mich Berlin mit Iningenidcn Künstlern überfullt. denen es absolut nicht gelingen will, sich das tägliche Brot zu verdienen. Die wenigen Stipendien, die zu! haben sind, sind gewöhnlich längst vergehen, und so : stehen diese armen und bedauernswerten Junglingc! einem verzweifhingsvollcn Nichts gegenüber. I!1n J praktisches Handwerk, mit dem sie sielt ernähret.• : könnten. Dekorationsmalerei, Lithographie oder Alm•! liebes Italien sie nicht erlernt. Sic gehen wochenlang; hier herum, finden keine Arbeit und keine Unter• 1 Stützung und müssen sich endlich weinend ent• schlichen, nach eitlem anderen Orte weiter zu wan-! dem, wo es ihnen wahrscheinlich noch schlechter er* gehen wird. Diese jungen Leute trifft keine Schuld. , sie sind nur das Opfer derer, die in einem unbegre;!'- | liehen Mangel an Vcrantwortliclikcitsgcfiilil sie ver• anlasscn. den Künstlerberuf zu ergreifen, feit spreche es liier mit deutlichen Worten offen aus, Uall ich es geradezu für ein Verbrechen halte, Jünglinge zu dieser Laufbalm zu veranlassen, ohne «lall das zusagende Zeugnis eines Fachmannes vorlicgt. In der langjährigen Praxis, die ich in diesen Angelegenheiten habe, sind mir vielleicht drei Fälle vorgekotmnen. die ■wirklich zum Künstlertum nuscrwählt und berufen waren, und aucli diesen hochbegabten Menschen ist cs schwer genug geworden, sich durclizuset/.en. Ich warne durum alle diejenigen, die Finfhill auf diese jungen Menschen haben, aufs dringendste davor, sie leichtfertig mit lloffmmgcn zu erfüllen. Solche jungen Leute mögen doch lieber in ihrer Heimat ein kunst• gewerbliches Faelt erlernen, das sie befähigt, auf eigenen Fiillcn zu stehen. Sie können sieh dann nebenbei midi immer mit der sogenannten ״liolirrett Kunst" beschäftigen und sind Jedenfalls dann me ver• loren. Sollte aber jemand durchaus nicht davon ab* zubringen sein, so sende man. ehe man ihn zu einer Reise nach Deutschland veranlagt, seine \!; irgend einen bekannten Künstler zur Begu• Ich bitte die Redaktionen aller jud1sv tungett in den v erschiedenen Ländern aufs dr;: diese, meine gut gemeinten Worte, die nur leid mit so vielen Unglücklichen diktier! :.׳ drucken: und ich hoffe, dali sie dazu 1 werden, das Flcnd im Kiinsticrproletar.,. iniiulcrii. Hermann S! ,eiulee, V V. ד*ו;זז * UN V t\ . Die Kräfte begannen ihn zu verlassen und er sang immer stiller, stiller, stiller . . , Fr fiel mit dem (iesaiij׳ auf den l.ipnen aufs Heit und mit dem Huf: ״Ich sehe . . .“ schloß er für immer die blinden, nach Licht lechzenden Aujfcn, wie ein Sterbender Aar, der noch zur Seltne blickt. Der Sohn aber, der vom Strome des Oesaures f׳anz himferissen war, bemerkte den Tod seines Vaters nicht; er stand neben der I.eiche seines Vaters und sang noch immer fori den wunderbar schönen, nltheilifjen Oesatn־ ..Kol- Der Abotmementsprcis beträgt 8 Mark jährlich. Geldsendungen sind zu richten an: Herrn Dozenten Dr. F. Bandit, Berlin C., Rosen• thalcrslr. 25. oder Herrn Dr. M. Hildesheimer. Berlin. Linicnstr. HL Adresse der Redaktion: ״Haibri". Berlin N. 24. Kleines Feuilleton Kine hebräische Zcllunfl in Berlin Demnächst beginnt liier ein hebräisches Wochenblatt ״Haibri" unter der Redaktion des Herrn M. Berlin z,1> erscheinen. Wie in einem von mehreren! hervorragenden Persönlichkeiten Unterzeichneten Prospekt angekündigt wird, soll der ״llaibri" kein Parteiorgan sein, sondern die Interessen des Gesamtjudentums in volkstümlicher Weise vertreten und die jüdischen Kulturgüter vom nationalen und historisch überlieferten Standpunkt aus fördern. Der ״Haibri", dem zahlreiche bekannte Schriftsteller und Oclchrto ihre Mitarbeit zugcsichcrt haben, wird bcsonders danach streben, der hebräischen Spruche und dem hebräischen Schrifttum in wcstjildischcn Kreisen den Weg zu ebnen. Jung Israel. Illustrierte Halbmonatsschrift für die jüdische .lugend. Verlag ״Jung Israel." Her- Im S.W. 1>H, t. Jahrgang, Bett 2. Das ׳zweite Hefte dieser neuen Jugendsehriit hält vollauf das, was das erste versprochen hat. Die einleitenden Aufsätze sind unseren Festen gewidmet und scheinen geeignet den Kindern die Bedeutung der Feiertage in verständlicher und leicht faßlicltcr Weise nahe zu bringen. Max NorUau hat ״Jung Israel" durch einen Origiualbeitrag atisgezeicliuct. ״Der zahme Löwe", ein lehrhaftes Märeien, das den Kindern gewiß viel Freude machen wird, beginnt ln dieser Nummer zu erscheinen. Auch das Preisrätsel, welches geschickt zusammcngcstcllt ist, wird gewiß fleißige Rater finden. ״Jung Israel" erscheint zweimal monatlich und kostet 1 Mark vierteljährlich. Bestellungen nimmt k der Briefbotc, jedes Postamt, jede Buchhandlung und der Verlag Jung Israel. Berlin SW. 68. Zimmer- Straße 77, entgegen. F.s empfiehlt sich, der Finfacltheit wegen für mehrere Quartale voraus zu bcstellen. Direkten Bestellungen bei dem Verlage bcliebe mail den üezugsbetrag beizufügen. Am einfachsten bestellt man auf dem Abschnitt einer Postanweisung (Porto bol Sendungen bis zu 5 Mk. inner¬ —׳־(V'jjkjft ausd€n QetAeimm Dt• MlUrbcll unserer Leser an dieser Rubrik ist besolden — — ■— erwünscht--■ Berlin. Professor Barth, »lern \ geschätzten <iostiitmgsgenosscti Lazarus i m, ä, Vorsitzenden der Berimer Zionistischen \\ rv,1. wurde anläßlich des Umversitatsiuhilaums ,k . c,. ter als ״Geheimer Regiermigsrat" veiiuluii Berlin, Fs war eine imposante, etliekm! lä. er, der wir am 26. September Dci/11 ss<ihnen tukgci.u,: hatten. Unter Beteiligung der staatlichen m l selten Hehorde״. vieler Rabbinen. unter viere;!!.,• Dr. Stier, Seminar-Rektor Dr. Hui 1' m .! n n ,!*ג Dr. Mu 11 \ genannt seien, der Vertreter der ji;d!sv;..-, Gemeinde, der Deputierten iast sämtlicher Reb׳1׳.׳.r,s• und Woliltatigkcits-Vcrcine iand die I ־>.< t,ן neu erbauten Synagoge Bellt Zion. I׳,;;; :r. Jt, statt. Das Gotteshaus, das einen sehr :! . .״.liehen Findruck macht und 520 Plätze faßt, wm ,.seit!;!er die vcrnigliarcii Platze gefüllt. Als die I!,״farö.lvn unter Votaiitnlt der beiden amtierenden Rabb1r.cn Dr. Weiße und Dr. Höxter, am Fingang der v!.״* erschienen, stimmte ein ueiiüeli geschulter C.. r unter Leitung des Dirigenten Herrn I!...in!״n;;uh tauwa an. Herr Rabbiner Dr. Weiße zmiJcte darum' j.c ewige l.ampc an, über deren Bedeutung er suii m ticfdtirchd.ich teil weilte vollen Worten verbumu• und welches mit Gehet für Kaiser um! löi.l; schloß. Nach dem Wcchsclgesatig des shen scl.e׳.: :, des vorzüglich stimiubcgabten Kantors mul des eixs betrat Herr L'.ililmicr lloxlcr die K. ׳el mal I...: die I esttnedigl. In zmidenden. tiel zu Ik./eti geh;:.• '•co Worten sprach er im Anschluß an das B1b1.h r. malt ti.iuro Itammokaum hasch ״her die Friial er.U;: des Gotteshauses und über den F.im'lui;. .L!! cs halb Deutschlands nur 10 Pi.) Postabonnenten ssoken das Blatt recht bald besteilen. damit du Zusul• hing pünktlich am I. Oktober beginnen Kan! Jedoch ejetauit ... Fitten beschämenden Beleg daiur. wie vc!: d.c Nichtachtung fremder Religionsgemeuischaiun v> ו jüdischen Täuflingen bisweilen getrieben wn.J. bie:c: das folgende Inserat des ״B. T." Junger Mmm, Mitte Dreißiger, aus Itester . jüdischer Familie, jedoch getauft, Prokurist und in erster Position einer großen 11.111• delsiirma, großes F.inkouikommen mul eigenes Vermögen, in einer sehr schonen, größeren Stadt, einige Stint• den von Berlin entfernt 10• bctul, mochte sich mit junger . Dame aus guter Jüdischer Familie verheiraten. ()iicrtcti unter .1. II. 12 82* bef. die Exped. d. Bl. Ob dein strebsamen, ״jedoch getauften'■ Mann wohl die Finheirat in die ersehnte ..gute 1•״'* sehe Familie" gelingen wird? Oder wird er. wie e* so vielen seiner Leidensgefährten ergeht, mit ״jedoch getauften" vorlicb nehmen müssen?

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