Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XV (1910)
- Issue
- Heft 38 (23.9.1910)
- Date
- 1910-09-23
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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l .sind 1״I1. ciinlt. Jenen lan. iäncn einer UlllllJJ 1 ilin erden rein schon auf• Hie Pater erner |i a s - t, ״ זי er• irt. ulung jetzt KC• i n i gersbau Par• Pany. ו die angc-!Selbe ver• eine schcs hat Ä'illy sagt °g• ßc• ׳ der auflcr ruck• unten » soll ״En Jte 2 ülc 7 Ke- No. 38. JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 453. StaiisliK der bei der Verwaltung des J. N.-F, vom 1. Juli 1909 bis 30. Juni 1910 aus Deutschland eingegangenen Gelder. Oold. Huch• u. N.-P.. Spenden Selbst• bcsteucrung Büchsen OoonUsumme d. N.-P. Oclbäume Bczaicl Slcdlungsgenossen• schalt Mbrachist. Mutet• schule Kulturlonds Mlkroblol. Institut Diverses Gesamtsumme i 3, und 4. Quartal 1909 . 1 1, Ouartal J9I0 2 Quartal 1910. } 1 Juli 1909 bis 1. Juni 1910. ו 7235.01 4 502.85 •1040.08 15817.51 721.35 1400.03 47585 2003.83 3501.02 1538.11 2811.41 7017.17 11 521.58 7 507.02 7 300.31 20 308,51 10011.25 4077.12 «771.57 28003 21 301.05 IGS.“ 7040 500.45 5 050.30 5 788.20 10814.60 235.65 18:85 4O0 10 SJ5 00 128.60 02.20 1 - 10180 3079.91 4350 7•- 3130.44 1008.02 110.00 471 50 1050 12 30 330.09 18 115.49 17 885.17 72 330.75 $ c I!■י t Palästina beschäftigt sich mit Par- /clliernnK städtischer Terrains. Per Handel wird durch die Anglo Pa lest ine tomnany. welche in allen grollercn Platzen 11.11;,ןךץ errichtet hat. gefördert. Pas Gewerbe durch j1C K t: ns t ge wer beschule Bczaicl, welche K11n!'">!’Piche. Pamaskus-Mctallarbcitcn. Silber- Eilig 1•!•Arbeiten, Holzschnitzereien. Kunstkorbpjlcc' . reicii und l.ithographie cingefiihrt hat. Auch jor I ■ .111 e 11 ve rba nd für Kulturarbeit in p,11.!11 •י u >1 hilft hierbei durch Einführung der Spitz.■!ז ibrikation, wahrend für die Ürollindustrie ein 11.1.ין s! I na-ln d u s t r i c - Sy n d ika t gegründet wiird׳׳. welches verschiedene industrielle Projekte Studie ׳ 1• ■ die kulturelle Entwicklung arbeiten vorläufig .»1 Je!« Institutionen, mit besonders grobem Erfolg 4er II!'verein der deutschen Juden und, wenn auch •cilwoe ״och mit veralteten Methoden, die Alliance Israel::«.. Pie Aufgabe der völkisch fühlenden Juden ist es vor allem, für die a I Igc m c in c ׳ Einf ii h - ז u n g des Hebräischen als Umgangs- und י e It u I s p r a e h e zu sorgen, was in den KiM׳:!na auch schon gelungen ist. Ferner haben sic dafür «ii agitieren, dali die Einwanderer möglichst bald die o tt 0 in a n i s c h e Untertanenschaft annehnien. P:e türkische Regierung steht der Einwanderung der It .lcn nach der Türkei sympathisch gegenüber, da s.c weil!, dall sie von den Juden politische Schwierigkeiten nie zu befürchten haben wird, auch die /.:.׳nisten, welche von ihren Feinden insofern verleumdet werden, als letztere behaupten, sic Strehlen nach einem unabhängigen Staate in Pa-!a>!;:1.!. haben deutlich und absichtlich seit dem Heenn der Bewegung durch ihr Programm ausgedrückt, da!; '1c keinen Staat, sondern nur eine offen t- ' u h r. 0 1111 i c h gesicherte Heimstätte im indische Volk erstreben. Ist ein Kleinstaat MS;..’, in der Jetztzeit schon ein Unglück, so ist er es erst recht, wenn er nicht über die Grundlage einer I:,d:1st1ic verfügt, wie dies bei Palästina der Fall ist. 0a eine lokale Anton ״!nie Palästinas zu er• Sachen ist, ist eine ganz andere Frage, die mir im 1]«.1n1:rahmcn der Entwicklung des ottomanischen Reiches zu lösen ist. Pall solche Möglichkeiten evisticren. zeigen Länder wie Amerika, die Schweiz, bcir.scliland und Oesterreich, und selbst die Türkei besitz; ja einige Gebiete mit lokaler Autonomie. Pie türkische Politik verlangt aber sogar gebieterisch die Forderung der jüdischen Kolonisation, da sic einerseits nicht imstande ist, ihre gewaltigen, tncnschcn-!tvren Gebiete allein mit Mohammedanern zu be- Völkern und christliche Einwanderung ihr gewiß nicht dcneliai ist, da aber andererseits ein arabischer Nut:• ::alismus, der sich schon jetzt zu entwickeln beginnt, für die Einheit des ottomanischen Reiches über; 1s gefährlich ist, zumal sich die Araber nicht nur Erlangung einer Autonomie begnügen würder. '״ndem naturgemäß auch die Erlangung des Kalifates erstreben müßten.!’:.'S eine starke jüdische Bevölkerung *ich sehr gut mit der arabischen verträgt, zeigt die bisherige Kolonisation; die Juden ל"»■! Ion Arabern stammverwandt, sie gewöhnen *ich Licht aneinander, und vielfach betrachten die Araber die Juden wie ihre älteren Brüder, die nach langer Abwesenheit im Auslände reich an Er- Llirm.gen zurückkehren. /.um Schluß wird die Frage der Sympathien für <fcn Zionismus bei den westlichen Völkern be- W״c!!en. Große Sympathien genießt der Zionismus חי Amerika, England, Holland und bei den f r 0 in m c n chr;stlichcn Kreisen In Deutschland, •he .Lutschen Sozialisten bekämpfen ihn natürlich d)cu«1 wie jede andere völkische Partei, aber der 'n t e r 11 a t i o 11 a 1 c Sozialistcnkongrcß in Kopenhagen hat wieder gezeigt, daß auch die sozia- 1'Mische Partei die völkischen Unterschiede nicht hinwcgzurüumen vermag. Leider haben auch die liberalen in Deutschland für den Zionis- "ius noch nicht das richtige Verständnis. Es spielt hierbei wohl hauptsächlich der Wunsch eine Rolle, keine Trennung im Geistesleben in der deutschen Bevölkerung Platz greife, aber das gleiche ist auch iler Wunsch der Zionisten, und man kann leicht die Beobachtung machen, daß der Verkehr zwischen den Zionisten und ihren christlichen Mitbürgern ein freier und offener ist. Diese erkennen die Zionisten eher als gleichwertig an als die Assimilantcn, die sic, wie jeden sich selbst niedrig cinschützcndcn Menschen doch'mehr oder weniger verachten, während sie an den Zionisten gerade das ideale und ernste Streben hochsehätzcn. Noch mehr ist dies natürlich der Fall bei geistig hochstehenden Leuten; wir haben eine große Zahl von Zustimmungen aus diesen Kreisen; es sei hier nur erwähnt, daß erst in den letzten Wochen Tolstoi einem russischen Zionisten gcschricben hat, daß er mit der zionistischen Bewegung unter den Juden aus voller Seele sympathisiere. So ist denn zu hoffen, daß auch die liberalen Parteien ihre Stellung zu dem Zionismus über kurz oder lang einer Revision unterziehen werden. Wie dem auch sei, in die Zukunft können die Zionisten ruhig sehen, denn sic haben, wenn nicht de:1 größten, so doch den besten Teil ihrer nicht•• jüdischen Mitbürger für sieh und unter den Juden gehört ihnen der Zukunft, nämlich die Jugend. Was uns jetzt nottiit, ist nicht mehr die Bcgcistcruiig der ersten Jahre, denn sic hat geleistet, was sie leisten konnte, auch Menschen haben wir genug, denn wenn wir das Signal zum Aufbruch geben könnten, würden Hunderttausende, vielleicht Millionen unserer östlichen Brüder freudig ihre Zelte im Lando der Unterdrückung ubbrcchcn und gen Osten pilgern, und Zeliiituuscndc unserer westlichen Intelligenz würden bereit sein, die Führung dieser Arbeiterkolonncn zu übernehmen. Per Grundstein ist gelegt, die Kadres sind geschaffen. Jetzt ist es Zeit, die Gerüste auszubaucn, die Kadres auszufülleii, damit das große Werk der Vollendung entgegengehc׳n k a n n. denn unsere Palästinaarbeit verheißt den Juden des Ostens Erlösung, den Juden des Westens Achtung und der Menschheit die Wiederau(• c r s t c 11 u n g Jenes großen K u 11 u r z c n - t r u nt s. von d e 111 unsere westliche n Kulturen ihre besten Impulse c in p f a n - gen haben, und das auch in Zukunft berufen sein wird, der Menschheit unermeßliche Dienste zu leisten und ihr neue Kulturschätzc und Ideale zu bringen. Kefcral l)r. Oppenheimers Per Referent, stürmisch begrüßt, führt etwa folgendes aus: Man hält mein Projekt der Siedlungsgenosscnschuft für eine Utopie. Ein Utopist ist aber nur derjenige, der eine Gesellschaftsordnung aus dem Kopf erfindet. Die Sicdhingsgcnosscnschaft liegt jedoch in der natürlichen Entwicklung und in der Tendenz der Weltgeschichte. Mommsen hat die Tendenz der Weltgeschichte in jenem prägnanten Satz ausgedrückt: Weltgeschichte ist der Kampf zwischen asiatischem Sultanlsmus und europäischer Bürgerfreiheit, oder anders ausgedriiekt, die Weltg c s e h i c 111 c ist der Kampf zwischen Herrschaft und Genossenschaft. Pie ganze jüdische Geschichte ist nur ein anhaltender Kumpf gegen Sultunismus und für die Freiheit, ln Rußland und auch in Deutschland sogar führen noch heute die Juden diesen Kampf. Jedes Aufsteigen des Sultanismus in der Weltgeschichte ist von einem Verbote der Genossenschaft begleitet. Jeder Sieg der Freiheit von einem mächtigen Aufblühen derselben. Nach der französischen Revolution, nach der Niederläge der englischen Hochschutzzollpolitik, nach dem Siege der deutschen Revolution 1818, blühte in allen diesen Ländern die Genossenschaft mächtig auf. Die Genossenschaft als Gemeinde und als politischer Körper ist der Schlußstein aller Demokratie. Pie Genossenschaft ist nur zu schaffen durch eine Organisation der Landarbeiter. Diese sind aber bisher noch nicht organisiert. Die Gründe liegen zum Teil in Mangel׳ an Bildung unter den Landarbeitern, zum Teil aber in der Macht der Grundbesitzer. Die Landarbeiter können nur in der Produktiv-Oenosscnsehaft organisiert werden. Bisher aber sind all diese mißlungen aus den verschiedensten Gründen. Eine industrielle Produktiv-Gcnosscnschaft kann nicht glucken. Daraus folgte man, daß auch landwirtschaftliche Genossenschaften unbedingt mißiingen müßten. Diese aber sind immer geglückt. Es gab eigentlich nur eine wirkliche landwirtschaftlicher Genossenschaft, diejenige in Irland. (Redner skizziert kurz die Entstehung und Geschichte dieser Genossen- Schaft.) Es entsteht die Frage, warum mißlingen die industriellen Genossenschaften, während landwirtschädliche glücken? Der Grund dieser Tatsache ist in dem Gegensatz zwischen dem feindlichen Wettkampf und dem friedlichen Weltbewerb zu suchen. 1111 friedlichen Wettbewerb stehen die Käufer, d. h. sic teilen ihre EinkaufsMUcllcn und ihre geschäftlichen Vorteile einander mit. Die Verkäufer jedoch halten alle Geschaftsvortcilc streng vor einander geheim. Allein aus dieser Tatsache ist die Frage zu beantworten, mithin folgt daraus, daß industrielle Genossenschaften immer zu Grunde gehen, während die landwirtschaftlichen Genossenschäften unbedingt gelingen müssen. Dr. Oppenheimer geht nun auf die näheren Details der zu gründenden Sicdlungsgenosscnschaft in Palästina ein, die er bereits in verschiedenen Auf- Sätzen (u. a. in der ״Jüdische Rundschau") dargelegt hat. Er betont besonders, daß die Genossenschuft nicht eine Knebelung, sondern eine Vollendung der Individualität bedeute, daß sie ferner nicht zur Kleinkolonisation, sondern zu einer großzügigen Großkolonisation führen werde. Mit einem überaus eindrucksvollen Appell zur Unterstützung seines Projektes schließt der Redner seine mit brausendem Beifall aufgenommene Rede. Bericht derNationalfonds-Kommission Pie zu Beginn dieses Jahres geschallene Zen• trale für Deutschland wandte ihr Augenmerk in erster Linie der Organisierung der Büchsen •Sammlungen vii ln (U-r Erkenntnis, dal'! die Büchsen bei regeivollständigen, und so allmählich nach dem Vorbild des Kölner Haupthurcaus und der österreichischen Sammelstelle eine eigene Buchsen-Kartothek schaffen. Von vielen Ortsgrunnen erhielten wir nötigen Angaben und es gelang uns. eine grolle ־/ahl der in Deutschland verteilten Büchsen mittcln und ergänzen. Eint traucnsmänncrn /u die Anzu erdadurch auch die Kölner Kartothek zu ’״״. Keihe von Ortsgrunnen und Ver- 11,11■ haben jedoch aut unsere Zirkulare und Mahnbriefe nicht geantwortet, und auch die von uns verlangte zweimalige Leerung der Büchsen im Jahre wurde nicht von allen Ortsgrunnen durchgcführt. Dennoch können wir in letzter Zeit eine erliebliche Steigerung der Büchsenerträgnisse icststellen. Zur Zeit sind in Deutschland etwa WO() Büchsen verteilt, wir kennen iedoch nur bei 1850 Büchsen Kennbuchstaben und Nummer der Büchse sowie Namen und Adresse des Inhabers. Das ist ein Mangel, der aus früheren Zeiten stammt und hoiientlieb allmählich verschwinden wird. Wir sind dabei in erster Linie auf die Unterstützung unserer Vertrauensmänncr angewiesen und erwarten, daß diese uns. wie wir cs jetzt regelmäßig bei Versendung der Büchsen fordern, sogleich nach der Aufstellung Kerntbuchstabcn und Nummer der Büchse sowie Namen und Adresse der Biichseninliabcr angeben. Neu verteilt wurden seit dem 1. Juli 1909 885 Büchsen, davon 725 im Jahre 1910, also seit Schaffung der neuen Zentrale. Insgesamt gingen für Nationalfonds und Oclbatmtsnende vom 1. Juli 1909 bis zum 30. Juni 1910 rund 55 000 Mark gegen rund 41000 Mark im Vorfahr ein. Der Mchrcrtrag kam der Oclbaumspendc zu gute, die in diesem Jahre etwa 28 000 Mark gegen 10 000 Mark im Vorjahr cinbrachtc. Außer den Geldern für Nationalfonds und Oelbaumspende gingen für andere palästinische Zwecke vom 1. Juli 1909 bis zum 30. Juni 1910 aus Deutschland insgesamt 17 247,97 Mark ein. Davon entfallen <0 844,50 Mark auf den Sicdlungsgcnossenschafts- Fonds. In der Jüdischen Rundschau erschienen mehrfach Artikel über die Tätigkeit des Nationalionds sowie Aufrufe zu besonderen Sammlungen. W c In früheren Jahren, wurden auch diesmal anlüßlieh des Iodcstagcs Theodor Hcrzl’s durch Aufrufe und Rundschreiben besondere Sammlungen für den Hcrzlwald cingclcitet.!״, ,PI® j-fßcBnissc der Sammlungen wurden viertelährlich m ausführlichen Statistiken in der Jüdischen Rundschau veröffentlicht. Wir bringen den Dcic-?omCK׳di^a1Csa1m,^al!stik f,ür das Jahr vom I. Juli 1909 bis 30. Juni 1910 besonders zur Kenntnis Fer- Löst die Roschhaschanahwiinsche durch den Nationalfonds ab!