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Jüdische Rundschau · 1910-09-23 · Heft 38 (23.9.1910) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 38 (23.9.1910)
Date
1910-09-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seile 452. 1י e tue. namentlich 11er vom Risehoner Keller entfermer gelegenen Kolonien betrachtet. Hin Teil aber Oer /um Aiishneken ihrer (Hirten verurteilten Kolo• liiMcn \\ iileisliebt Oie.sem Vorschläge Oer Kcllervcr» Wallung mit großer Heftigkeit, trot/Oem eine Litt- Schädigung von oll Pres. für jeden Dunain vernichte* teil Weinbergs nusgcscl/.t wiirOe, Oie aus dem Ke*!•ervetonds Oes Syndikats be/alilt werden, damit den betroffenen Kolonisten die Anlage neuer Pflanzungen, insbesondere Maiiilclpfl.ui/.iing ermöglicht wird. z10rnsT1sa!e Bewe6uh6 Nachtrag Cibcr den XII. Oclcgtcrtcntag Prof. Warburfts!*aUisllnarcferaf Die Stellung der jüdischen Kreise zu dieser Trage ist eine verschiedene. Während die Assimilanten der Paläslinaarheit feinölb'h gegemibursiehcn, halten sich die orilmiloxen Kreise nur ans dem Grunde noch reserviert, weil sie eine Schädigung ihrer religiösen Ideale durch die Art der Arbeit befürchten, während sic Oer Arbeit selbst Interesse entgegenbringen. Pie jüdischen l’hilautropcn hingegen betrachten die Pa* lästiiiaarbeit nur als ein Mittel, um die Not der im Osten befindlichen Juden zu lindem. Praktisch wurde die l’alästinaarheit in Angriff genommen von den östlichen Juden, die seit drciltig Jahren in zuuclimcudem Malle nach Palästina einwamlern, es existieren .schon über drciltig jüdische I) ö r f e r, die im Anfang klein, sielt teilweise schon zu bedeutenden Flecken entwickelt haben. Während in der ersten Zeit Harun l'.dtmmd von Rothschild diese jiidiselten Pörfcr mit beträchtlichen Mitteln hat unterstützen müssen, sind jetzt schon die meisten so gut wie seihständig. In noch weit bedeutenderem Malle hat die Hin- Wanderung in die Städte Palästinas sich entwickelt. Jerusalem besitzt Jetzt 5(11100 Juden unter ,siKHNt Liuwolmern, Tiberias 7(NH) .Inden unter S(00׳ Liuwolmern. lls sind dies als!! die jüdischsten Städte der Welt. Neuerdings ist auch die Lutwick- ' Itmg der heidett Hafenstädte Jaffa und Haifa eine sehr schnelle, geworden, namentlich in Jaffa bestellt schon eine grolle jüdische Gemeinde tntd Haifa hat alle Aussicht, nach dem Ausbau des Hafens und der l'.isenbalm nach Jerusalem ein bcdeutendes jüdisches Zentrum zu werden. Picse l'.ntwicklmig ist im Wesentlichen eine Folge der /imelimeiuleii l.uiuhvirischaft, exportiert doch Jana jetzt schon fast eine Milli 011 Kisten Orangen und wird die vierfache Menge exportiereu, sobald die indischen Pflanzungen der Umgegend ertragfähig geworden sein werden. Fine Folge dieses wirtschaftlichen Aufschwungs ist auch eine gewaltige Steigerung der I. a n d p r e i s e e , die in der Umgegend von Jaffa in den letzten •10 Jahren auf das Zwanzig- bis Fiinfzigfaelic gestiegen sind. I) i c meisten der Skeptiker, welche in d e n letzten Jahren Palästina hcre'ist 11 a b e 11, sind befriedigt oder gar l> e ■ geistert z 11 r ii e k g e k e 11 r t. Während dies alles im Wesentlichen durch die osteuropäischen Juden geleistet ist, ist es jetzt Zeit, dud auch die w e s 11 i e h e n Juden sielt m ehr tttul Mittag halle es noch nicht au^cliötl Von tien Steinen rieselt das Wasser herab, von den Häutncn fallen einzelne Tropfen und mitunter, wenn ein Windstoß kam, ersieht sielt ein ganzes Sturzbad und hört sofort wieder auf. Die ganze Umgegend ist verlassen und öde, trost* und hoffnungslos. I .in Huhn mit durchnäßtem Gefieder stellt neben einem Diingerhaufen und piekt mit dem Schnabel (ielt'eideküvtter auf. Für Nachmittag ist das Leichenbegängnis von Rabbi Madcschni Meiscls, des großen l.clt* rers, deji ein plötzlicher Tod ereilte, angeknndigt. Die ganze Stadt bereitet sich für das Begräbnis dieses berühmten Frommen und Wohltäters vor: Die schwarze Bahre, die vor dem 1 lause des Verstorbenen steht, sicht noch siebenzigmal schwer- und wehmütiger aus infolge des dünnen und kalten Regens, der auf sie licrabströmt. Die Besucher des ״Versammlungsltaus der Gelchrten , das der Verstorbene aus seinen Mitteln er• richtet hat, sind gekommen, um dem Toten die letzte Ehre zu erweisen. Die Schüler seiner ״Jesclnbats sind ebenfalls da, und ringsum sieht alles so aus, als ob die ganze Welt und alle Kreatur heute 111 das feuchte Grab steigen wollte. Q. 5riJbe die Angesehensten der Staat dem Toten Nachrufe. Einer, ein gewisser [UEDISCH E RUNDSCHAU als bisher an dieser Umwicklung beteiligen. _ Her Zionismus hat schon seit seiner Begründung Palästina als »las richtige Siedclmigsgebiet erkannt und nies in sein noch heute gültiges Programm atilgeiimmiieii. I!i11c praktische Tätigkeit hat die zionistische Orgauisution mir deshalb in den ersten Jahren nicht in Palästina entfaltet, weil die rechtlichen Garantien fehlten und weil man glaubte, diese durch diplomatisehe Schritte erlangen zu können. (laiiz im Oegeusatz hierzu bat die Jewislt Colonisatioii (ICA) die Bedeutung der Orientkolonisatioii bis heute nicht richtig gewürdigt, obgleich die F.rfaltruugett. die sie dort seit Jahren gemacht hat, keine uugliiistigen gewesen sind, beider hat sie sieh aber entschlossen, ihre Tätigkeit daselbst allmählich ganz einzustellen und benutzt ihre riesigen Geldmittel, abgesehen von der anerkennenswerten Kolonisation in Amerika, besonders in Argentinien und Kanada, im wesentlichen dazu, in Rußland kulturelle Aufgaben zu erfüllen, die stets an dem Widerstande der russischen Regier u n g s c heiter 11 w erde 11. So kommt die ICA. die infolge der Grüße ihres Kapitals berufen sein sollte, die Führung in dieser Kolonisation im Orient zu iioeruehmen. leider für diese wichtigste aller Arbeiten nicht in Betracht. Trotzdem brauchen wir nicht zu verzagen, und zwar deshalb nicht, weil ja die Hauptarbeit von den östlichen Juden seihst geleistet wird und den westliehen .luden im Wesentlichen nur die Aufgabe zufällt, diese Arbeit zu organisieren. Und diese Orgauisution hat die zionistische Bewegung schon grölitenteils begonnen. So /.. B. hat der N a t i o 11 a i f o u »I s immerhin schon 2boü (MH) Mark gesammelt, die ausscliliclllicli /um l.andkauf in Palästina bestimmt sind, und /war soll dieses Land (icnicingut des jüdischen Volkes bleiben. Die bisher gekauften l.üiulcreieu dienen einerseits einer Lehr farm, andererseits der Be- Pflanzung und Aufforderung des Landes durch Oelbäume, ein weiteres Gut ist für die Zwecke einer geim s s׳ c u s c 11 a ( 111 e h e 11 Siedl u 11 g bcstimmt. Außerdem besitzt der Nationalfmtds noch einige für kulturelle Zwecke dienenden Oebämle in »km Städten. Zum Zwecke der Parzellierung ist eine besondere Gesellschaft gegründet, die P a I e s t i 11 e I. a n d P e v c I ין ס m ent C o m p a n y . eine englische Aktiengesellscliaft, mit einem Kapital von!.st. 5t)(HM) in shares von ein Pfund Sterling (211,511 Mark). Pie Gesellschaft hat ein seltenes Gut in »ler IHielte .lesteel gekauft tniil beginnt gerade mit »ler Parzellierung. Leider kamt sie mir Bemittelte, mit einem Kapital von mindestens KMMMI Mark ausiedelu, du sie Kredite nicht geben kann und es andere Institutionen, um ländlichen Besitz zu beleihen, in Palästina nicht gibt, indem es Weiler 11a»׳h dein Türkischen Gesetz juristische Personen gibt, noch ein Hypothekenrecht in unserem Sinne existiert. Halter ist eine großzügige Kolonisation, wie sic z. B, die preußische Ansiedlungskominisxion leistet, vorläufig in Palästina eine Un* i mögiiehkeit, seihst wenn das nötige Geld hierfür vorhanden wäre: wir holten und erwarten aber, daß ilic n c tt türk i s c 11 c Gesetzgebung schon in wenigen Jahren diese Schwierigkeiten und llinder• uisse beseitigt haben wird und datut wird es uuiglieh sein, mit den Mitteln, wie sie der Nationalfonds be* Rabbi Jont-tow Mppmann Udler, sprach, in der gewöhnlichen Art der Leute, über das Leben des Menschen und über (las, was nach seinem Tode bleibt. (Fortsetzung folgt.) 0 weint .um sie ... Von Lord Byron. Deutsch «on Helene Hanna Cohn 0 weint um Sie, die cinot geweint in Babel, Ihr Tempel ward zerslört, Ihr Land zur Fabel. Um Dudas Harfe, die zersprungen, weint. An Golfes Stätte hausei Gottes Feind, Wo rastet Oudas todesmatter Fuss? Wann schallt von Zions Uü£)d süsser Gruse? Wann schlagen wonnetrunkne Herzen wieder Beim himmlischen Gesang der Zionslieder? Du Uolk, das rastlos wandern muss hlnieden, Mit milder Brust—wann endlich winkt dlrFrledon? Oer Tauben Nester, Füchsen Höhlen gab, Oie Erde uns — gibt Ouda nur das Grab. ____No. ׳ts sitzt, mindestens ebenso viel zu leisten, (־)1ן preußischen privaten Landbunkeit, welche nut Kc. ringeni Kapital I aus c u 11 l v »* 11 B .1 u 1־!!!!!׳ siedeln. Audi die Kosten der Ansiedelung sind in Palästina annähernd dieselben wie in Preußen. Ob sich ein dauerndes Pa 0 h t s y st c m ln Palästina bewähren wird, womit ja die l kt jcs Nationalfonds rechnet, läßt sich noch nicht ub״. sehen: der Lrfolg kleiner Versuche der letzt•■•u /.Vlt ist ermutigend, ein Versuch in größerem wird demnächst begonnen iliirdt die Siedh.n-gs. g c!1 oss c n sc h a f t im Sinne des bekannte.. Na:!׳,, nalokotiomen Pr. Oppenheimer, wm.! Land schon bercitgcxtcllt ist, während im tmsseitschaftsfonds von 1U0 000 Mark noch ge•,; wird. Line der wichtigsten Fragen ist die. d. seiten Arbeiter an die Scholle zu fesseln 1 dient genug, um zu leben, aller nicht, um eine ernähren zu können, ohne daß die Frau ctv. erwirbt, oder um mehrere Monate im Jaln. zu können, wie es die dortige Landwirt*■,, fordert. Per vor kurzem ins Leben gern! beiterheimstättenfonds wird wenigstens In . gesunde Wohnungen .schaffen, sowie kleu ׳ für Gemüsebau und Gefhigel/ucla, im L’vlu,,׳. die Linfiilitmig von Hausindustrien die keilen der Scßhufttnachung der Arbeiter w. c Sehr gute Resultate hat die Ansiedluitg j:1!.• , heiter aus Yemeu in Arabien gehabt, die *• Anspruchslosigkeit ebenso gut auskoimne!. arabischen Fellachen. Audi andere landwirtschaftliche Institutn.:! in den letzten Jahren geschahen. m< die Ge• eine Lamlkaiifgeseilschaft. ferner eine < icsvl. weiche Pflanzungen für auswärts Wolmer.de . Company besorgt. Ferner existiert em 1׳ z 1111 g s v c r e i u Palästina, »ler KU*.:. י mit Mandeln mul Oliven bcm'l.m/.l und ans*.. Bivideiulc den F.igentümern jährlich eine ־ ..:m.g von PalästinafriiclUen /.»«kommen laßt. I•!:! - intdeit jüdische Arbeiter Beschäftigung uni ׳..Jeu schließlich selbständig gemacht. Lmc glänzende Umwicklung hat der Verein Oe I b au m s p v n d c genommen, »ler je׳./; •.Is-m 1111 Begriffe stellt, den dritten Odhautuv .1 : .01: Ländereien des Nationalfonds zu bepflanzen. P.c Uehersclmsse dieser Pflanzungen sollen ׳!.••-־,er kulturellen '/.wecken in Palästina dienen. 1'e;:.er existiert jetzt eine Lehr farm am '1' i b »• r*• sec, wo •tu indische Arbeiter ihre VmliLl . , <. :• halten, vor allem aller ist jetzt eine lau Ja;!;• s e 11 a f 11 i c 11 e Versuchsstation in iurg U.IS < ie- •■aieit imJi. v»r. * י * *e d.l/il ה:,.׳• י er. At. nnj 'U11 ■ >rj r 1 '.en, \r.;!er da• •י gen . n ׳un -־!er p .1 i a s : also A: begriffen, die, von zionistischer Seite angereg: durch amerikanische Philantropen iiiunz.ie. sichert ist. P i e Gr u n »i I a g e für »11 e sc 11 c I. a n »I w 1 r 1 s c 11 a f l ist schaffen. Ls handelt sich jetzt um den und zwar vor allem um die Lntwicklung »!ei zelliei imgsgesdlscliaft, der Pevelnpmeu» Co:״.• Sobald die Gesetze es erlauben, w irtl auch .0 Schaffung einer Agrar-Kredu-GcscllscluU hem־,;ge• gangen werilen. Lute Vorsubskrimion in, diew'.bc hat schon große Lrfolge gezeitigt. Auch die städtische Lntwickhuig wird durch w.׳• sehiedene Institutionen gefördert: so hat /.. I; v.u Gesellschaft kiirz.lidt in Jaffa ein vornehmes k:/! ge• - 11! ׳ K C * •ז.\1 uBY. a;c l\ ls Jude! (Fine wahre Anekdote.) Die Gemeinde einer kleinen Residenz ha: Vetter Moritz, zum Raw gewählt. Onkel V»'1llv bringt die Neuigkeit nach I lause und *-dt scherzweise: ״Denkt Fach, Moritz ist (1 r o ß h e r z »> d * lieber O b e r r a b b i n c r geworden.“ Da entfährt es der kleinen Trude in ge* rechtem Erstaunen: ״A1 s J u 11 e!“- I5cnchüfjun(j ln »Jen bisher veröffentlichten Abschnitten der Krzälilung der .,Golem“ von Prischmnnu s׳n»l .!״■'er anderen weniger störenden Irrtiimcrn f»>lgcn»le Bruck• fehler zu berichtigen: No. 35 Seite 415 Spalte 3 Zeile 4 und 9 von innen stall ״Gor vajets" * ״Gur arjets“. No. 3(» Seite 427 Spalte 1 Zeile ,J von untca >*;>' * nach ״Rasiel" Wegfällen und dafür nach •Tn sopte" (Zeile ü und 7) gesetzt w׳crdeu: Sp.»!*1' ־ Zeile 6 von oben statt ״Aejeli" — ״arjeh“: Zeih• " statt ״Gewartli" ■— ״Gewuratli". Ferner muß überall stau ״Sem" ״Schern־ ge* schrieben werden. *וון»»*^*1ו9*>«יי”*< *■**«*׳''•*e.w | twr*

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