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Jüdische Rundschau · 1910-09-16 · Heft 37 (16.9.1910) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 37 (16.9.1910)
Date
1910-09-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
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_Seile •HO____,.. iiieiiisaiii mit der Redaktion die Richtlinien für die ziouiMisclic Poht.k des Blaues festzitlegcii. Dmcli den riiliriuen Verla g Jüdische Rundschau" iM es uns möglich gc\v»»1dcu, 111 jjroller Menne zionistische l.iteratiir zu verbrein 11. Zur Förderung der Agitation und nicht minder zur weiteren Orientierung unserer tlcsinuintgsge- Iinsseii haben wir eine Reihe literarischer Publikationen veröffentlicht, die auch außerhalb unserer l.audsinannseliaft Anerkennung und Ver• breituug gefunden haben. Zinn Breslauer Delegierten• tag erschien das von Herrn Dr. F r i e d e m a 11 n redigierte Z i o 11 i s t i s c 11 e A-H-C-Hueh. I'ie erste Anilage von «*um» Hscmplaieu ist vergriffen. Hine wiclititte H r«änxnt»>1 dieses Werkes stellt das P .11,1 s t i na Ha 11 dh 11 e 11 vun Davis T r i e t s c )1 dar. Wie das A-H*L*H11cl1 zum eisnn Male eine Uehersicht über den Ideeukreis des, Zionisiiiiis gib:, so enthält das Palästina-Handbuch eine vollständige Darstellung der jetzigen Wirtschaft־ liehen Verhältnisse in Palästina und gibt damit iedeni Juden die Möglichkeit einer objektiven Orientierung über das l.and unserer Väter. Hinen interessanten Versuch stellt die Heraus• gäbe eines ״Z i o 11 i s ui sc h c 11 Merkblattes" dar. dessen erste Auflage wir diesem Delegierten• tage vor legen können. Das von unserem (iesiiiiiungsgenossen Hugo Schnell toi redigierte Merkblatt gibt in knapper Form eine statistische Darstellung der Zionistischen Organisation, eine genaue Uebcr* sieht über die zahleiiinältigen lirgelnPissc unserer Arbeit und die wesentlichsten Paten iiber das indi• sehe Palästina unserer Zeit. Daneben haben wir ־zwei Schckclflugblättcr. eine zweite Auflage der Broschüre ״Zionismus und Staatsbiirgcrtum" von Rechtsauwalt Köllen• scher, eine Broschüre Jüdische Heiiicindeiiolilik" von demselben Verfasser und die Broschüre ״Wirt• schaftliehe Tätigkeit in Palästina" von Pavis T r i c t s c h herausgegeben. Unsere Palästiuakomnüssiun hat neue Serien v<m P .11 ä s l 111 a 1. i e 11 t b i I d e r 11 lierstclleii lassen, die sowohl in PeutschUuid wie im Auslände groben Anklang gefunden haben ur.d mit einem erläuternden Vortrag Interessenten zur Verfügung ge• stellt wurden. Von ihren weiteren Arbeiten sind die Agitation zum Absatz von Aktien der Anglo Palcstiue Company mul der Palestine l.and Pevelopmeiit Co. und besonders die in der Gründung befindliche P.ilustiuaforselmiigsgesellsehafi in Berlin zu crwal»• neu, die ihr Hiitstehcn im wesentlichen der Hnergie einzelner Mitglieder der Kommission zo verdanken bat. Ihn Arrangement von alljährlicnen Palästina* reisen mul l’alästinaaiisstelluugen hat sieh bisher leider noch nicht verwirklichen lassen, )'.inen ge• ringen Hrsatz boten bisher nur die Ausstellungen des Bezalcl. Unsere N ,1 11 o 11 a I f o 11 d s k o m ui 1 s sio 11 hat in der Bcriehts/.cit, insbesondere seit Anfang dieses Jahres, ihre Arbeit in verstärktem Umfang geführt, wie die /.nhlcnmaßigcn Hrgebnisse beweisen werden. Leider fehlt es uns zur Unterstützung der National• foiidspropaganda noch immer an einer für deutsche Verhältnisse geeigneten guten Agilalionsbroseliiüo und einem entsprechenden Plughlatt. Diese Flugschriften mliilten insbesondere die positive Tätigkeit unserer palästinensischen Institutionen, insbesondere des Jüdi• sehen Natiomdfonds deutlich vor Augen führen. Jugcndpropagandu Besondere Aufmerksamkeit schenkten wir der in starken» Anhehwung begrillcnen J 11 g e 11 d b c w׳ e - gung. Wie wir cs nicht anders erwartet halten, haben unsere jungen Freunde an dieser bedeutsamen Neuerscheinung des jüdischen Lebens den regsten An• teil genommen. Leider ist es hier und da zu Diffcrcu• zen gekommen. Wir sind aber überzeugt, dall gerade bei einem Versuch, die jüdische Jugend Deutschlands fest um die Halme des Judentums zu scharen, auch unsere erbittertsten Gegner duschen werden, dall die jungen Zionisten ihre besten Mitarbeiter sind und dal» ohne deren Tätigkeit eine Regeneration des deutschen Judentums unmöglich ist. Unsere eigene Arbeit auf diesem lieblet sollen zwei literarische Auregungen unterstützen, die schon Über das Stadium der Vorbereitung hinaus sind. Vom 1. Oktober d. J. ah wird eine Halbmonatsschrift für die reifere Jugend unter dem Titel ״Jung Israel" erscheinen. Die Probcnummcr liegt dem Delcgicrtcntagc vor. Wir bitten jeden einzelnen von Urnen, dieses neue Unternehmen zu fördern,• Nur so können wir der Zelt• J U E DI S C H EJUND S C HA U__ schrift eine grölte Verbreitung sichern. Hin Preis* a 11 s s c h r e i l> e 11 iiir eine lugcndschrift über Paläsiina soll die .Ocffentlichkcii auf das .vollständige Hehlen von Jiigcmlsehriftcn über Palästina aitfmerksam machen mul den Grundstock für eine jüdische Jugendliteratur legen. Pas Prcisrichtcramt haben neben Mitgliedern unseres Zentralkomitees in licbens* würdiger Weise die Herren Martin Huber, (icorg II er m an n mul Richard 1111 Id sc Inner überiHiinmeii. Hör die Vereinheitlichung der zionistischen Auschaumigen und jiir die Stärkung der geistig kulturellcu Zusammenhänge erhoffen wir viel von der in der Gründung begriffenen Uiganisatioii fur hebräische Sprache. Sammlungen Unsere Sammlungen für den Jüdischen Na* tionalfonds haben von Juli 1908 bis Juli l"t)9 •I.1 (111(1 Mark mul von Juli l'«w bis Juli FMo einschlieiSlich der Beiträge für die Sicdlungsgenossenschuft 71 (•ואו Mark ergehen. Hierzu treten noch die Hingänge fur den Pa 1 ü st i n a Pf I a uz 11 n g sverein, den I' a 1 t e i f יי u d s und die Kuiistge• werbesclmle Ile za lei mit ungefähr 57O'H» Mark Auch der iieiigegriindete und überaus riilirigc Vorband jüdischer Hrauen fur Kuituiarheit in Palästina verfugt heieits Uber Jalireseiiiiialime״ m I!ülic von duikiü Mark. Au geschäftlichen Untern e h 1111111 g e 11 in Palästina haben sich unsere deutschen Freunde in den letzten beiden Jahren in regerer Weise zu beteiligen begonnen. I So sind fur das Palastma-Iiidustriesyndikut allein m I Deutschland .V)סואן Mark, für die Palestine Land Development Company JOUtlli Mark und fiir Aktien der Anglo Palestine Company אא)ווי) Mark־ aufgebrach( worden. Hierzu kommen noch gröbere Land• atikäufc mul mdiistrieile Unternehmungen von Privatpersonell. Wir konstatieren auch mit freudiger (ieniigiumig. dall eine wachsende Anzahl unserer Freunde in Palästina seihst als Pioniere des natmnalcu Judentums fur unsere Siche arbeitet. Finanzlage So erfreulich die starke Beteiligung der dem* scheu Zionisten an allen Sammlungen der Partei und an unseren Unternehmungen in Palästina ist, so 1111erfreulich ist der Stand der P i 11 a 11 z e 11 unserer I.aiuJcsorgaiiisatiou. Hs bietet sich hier dasselbe Bild wie auf dem Kongrell. Unser Aktionskomitee verfügt zwar über ein Vermögen von 7!■: Millionen Mark mul iiber Jahreseinnahnien von etwa bOOOüll Mark, aber dieses Vermögen und der weitaus grollte Teil dieser Hinnahmen ist für bestimmte Zwecke festgelegt. Nicht anders liegt es bei uns. Bis vor zwei Jahren sind wir hei einem System änhersier Sparsamkeit mit wenigen lausend Mark jährlich ansgekommen. Wir haben Ihnen dargelegt, weshalb war gezwungen sind, unseren Ausgnbeuetat zu ver* gröilern. Fiir das laufende Jahr und für das konimunde haben wir einen Voranschlag von je 18(MN) Mark aufgestellt. In dem fiir morgen ange• setzten Speziatrefcrat über unsere Hinanzen werden Urnen die näheren Zahlen niitgVteilt werden. Sic werden sich davon überzeugen, dall der genannte Betrag ummigänglich notwendig ist. Um Pcckung fiir diesen Htat zu schaffen, haben wir zunächst außerhalb unseres Statuts unsere Freunde zur Zeichnung von .1 a h r e s 1) e i t r ä g e 11 für die Zionistische Vereinigung für Deutschland mit dem Miniinalbetrag von 5 Mark aufgefordert.. Aus einer größeren Anzahl von Ortsgruppen sind uns Bereits Beiträge fiir das laufende Jahr ziigegangen. und wir bitten Sie, den moralischen F.influß des Dclegiertentags geltend zu machen, damit auch die noch zögernden Ortsgruppen uns hui der Durchführung dieses Systems Beistand leisten. Daneben beantragen w׳ir. den auf dem Organisationsstatut der Partei beruhenden Land es beitrag auf drei Mark zu erhöhen, Wir muten damit niemandem ein zu großes Opfer zu. denn fast ausnalmislos ist jeder Zionist in Deutschland imstande, jährlich drei Mark für die Zwecke der Landesarganisatioi! aufziibringen. Wir werden daher weiter he• antragen, das Wahlrecht zum Dcleglertentag, wie dies auch früher der Fall gewesen »st, wieder von der Zahlung des Landcsheitrags abhängig zu machen. Wir köitiicn das System der Landesbeiträge trotz der neu eingeführten Jahresbeiträge von Privatpersonen nieht entbehren, da die Ortsgruppen für die Landesbeitrüge ihrer Mitglieder haften und etwa fehlende . .No. 17־ Beträge aus ihrer Kasse decken müssen. N:v> stumlhch gib 'he*• mir f»r diejenigen .Vu1׳:l,ujcr> keim•» Jahresbeitrag zahlen. I ails Nc u;,sVK״ v',' tlüge 11 /!!stimmt 11. hutKii wir. iinsnci 1 : dauernd entledigt zu sein. Allgemeine l'cirlcifrugcn In die allgemeinen A n g e 1 c g e n 1! t., t der Partei hat der GescliuitMithiemk Viw,!,,,. mir mit großer Zurückhaltung emgegrakn. einzige Aufgabe ist die Verwaltung der L..1 I,v, suiion und die Führung der Agitation. V,; ,l l|( datier bemüht, gegenüber de» ... , j P.trtci mogliclist objektiv zu sein. Wen.. s nicht immer gelungen ist. so liegt unsere giuig in den außerordentlich schwierige:! sclieu Verhältnissen des Zionismus 11! Du■ j Sind doch hei uns sämtliche Strömungen itius, sogar vielfach durch ihre Führer .;n;u. Wir haben uns daher jedes Hinflusses auf d.e '. zum IX. Kongreß enthalten und nur vc.־v . . t.r־ Aussprache, zunächst der deutschen h delegierten untereinander, sodann gvna,; :,״. Mitgliedern des russischen Zentralkoiu.tccs ,״׳ \u. mitteln. Die Besprechungen, die am 0. in.:;1. |1e. zember 191)9 in Berlin stattgeiundeii 11.!! . leider ohne Resultat verlaiiieti. Aui die I! ■ n.s« des Hamburger Kongresses im einzelnen eia/ .;che, würde unsere Aufgabe überschreiten. Die \! : oerksamkeit der deutschen Peiegierten w.!r v<>! der Frage der Parteileitung gi-.j!,{;. Der Stellungnahme der grollen Mehrheit der dcu:. selten Delegierten ist es zuzuschreiheii. c. . 1t Leitung unserer Partei in den Banden des auf dem Haager Kongreß gewählten Aktion»?,.,ni.itts und unseres sehr verelirteu P1.»snlenU! D.«v!J Wolffsohn geblieben ist. Die Diskussionen des Kongresses über d» Ir,.*ן der Leitung fanden in den Monaten nach ,Iv o Kongrell in den meisten Ortsgruppen ihre H!M0.!/u!!g. Wir haben daher eine allgemeine Aus»;!: ,!cl.c der deutschen Zionisten hcrbeigefulirt, inden. י r i:r den 27. und 28. März 1911) eine Sitzung des kotuüees tiutet Zuziehung der Vorstände aller Ortsgruppen cinbcrufeii haben. Die von mehr als S1׳tiesinutingsgeuosseu besuchte Konferenz lut leiJr ״er insokrn ein positives Hrgcbms gezeitigt, als c.r.c allgemeine Uobcreinstiuuuung uber die Prinzip.».:! der Paläsiinapolitik festgestelll wurde. Die erw.iiku Bcriilngmig iiber die Frage der Organisation de! l'mu•,• Icitung brachte erst die J a h r c s k o 11 i c n.: / der <icsamtpartci. die am 27., 28. und 29. Juni in ILri.r. tagte. Die deutschen Mitglieder der Jalircskm ureiu haben den Beschlüssen derselben, in ihrer gr1״kr. Mehrzahl nur nach sehr schwcien Bedenken zmrt• stimmt, und 'vir wollen hohen, daß auf ihre!!.:.״.ו• läge der bevorstehende X. Zimiisicnkungo.. de Organisationsfragc der Partei für längere friedeiistelleml regeln wird, (Icchrier Delcgiertcntag! Wir sind .! י•:•de unseres Geschuiisberichts. Wir bitten S.c. ״:■w־;e Tätigkeit zu!!rufen und zu untersuchen, um .ewe.r wir unsere I*flicht getan haben. Wir sind uns wohl bewußt, daß unsere Arbeit nicht alle Möglichkeiten erschöpft hat. und daß dem neuen Zentral•, '»e die Lösung vieler Aufgaben verbleibt, deren!;״>״• griffuahnic uns nicht gelungen ist. Nur wo'.ha ' e in Ihrer Kritik unsere rein technischen Arbeiten ::.sät zu gering eiiiseliätzen. Wir arbeiten für cm h< las Ziel. Bemessen an ihm, erscheint unsere Tages,.: :•e;t häufig gerade den besten von uns kleinheh. doch gibt sie erst die unentbehrlichsten Grund;.׳ •am Ihr sicheres Fundaiucnt ermöglichst erst den gs.s:;»׳•׳ Führer!» unserer Bewegung die Arbeit. Dinge 1ז!־• die notwendig sind, sind niemals kleinlich, i'ie ' י an ihrer Stelle genau so wichtig wie die gr prinzipiellen Fragen. Wenn diese Hiketmnns einmal Balm gebrochen haben wird, dann wv ] unsere zionistischen Körperschaften liberal[ li•־! j jederzeit und ohne Zögern die Notwendigkeiten ־!׳ willigt erhalten, ohne die eine erfolgreiche 1. 8־ keit nicht möglich ist. Aus diesem Grunde i־;״•‘"• w־ir von Ihnen eine durchgreifende Regelung ui.m's■׳ organisatorischen und finanziellen Schwierigkeiten. Auch diese Arbeit ist würdig der Größe Idee. Auch mit ihr legen Sic einen Grundstein ■:u! Hckstcin für die Stätte der Zuflucht und der Hem •׳'• die wir unserem Volke erbaue». 1»!!'■ H

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