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Jüdische Rundschau · 1910-09-09 · Heft 36 (9.9.1910) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 36 (9.9.1910)
Date
1910-09-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seile ‘128 .1 UI: P IS C H I! RUNDSCHAU No, 3(» nur damit;iiofnilcii. das P a n <1 unserer Zukunft vor* zubereiten, sondern wir müssen uns selbst lieran* bilden, das l'.rbc der Väter würdig und gerüstet an* 7,u treten! Ein kleiner Nachtrag zu der Betrachtung über ״Jüdische Genügsamkeit“. Von Prof. Pr. Kaliseber. Es war mit aiifgefnlleii, dal!!«•11 die Bmladmig zur NJ. Versammlung Deutscher Naturforscher und Aerzte in Königsberg erst am 21. Juli erhallen hatte laut Poststempel war sie am 20. Juli in Königsberg zur Post Kettchen . während doch den ״Teilnehmern mosaischer Konfession" au der Kundfahrt durch die Ostsee die Beseitigung der für sic ..sonst bestehenden Schwierigkeiten■■ nur im den Pall /iigesiohen wird, dall ..die Anmeldung z 11 r T e 11 u a 11 m e 11 i s spätestens Pude .10111 c r folgt ist”. Oa die Verspätung der nur zuge* g.itigcncii Piiil.ulutig ein Zufall sein konnte, so suchte ich mir Aufklärung zu verschallen, eist bei dem imlernehmemleii Rciselmreau und d.inn, als ich hier keinen Hrfolg hatte, bei der Geschäftsstelle in Königsher«. In meinen Anfragen sprach ich die Vermutung aus, dal! die Versendung der Piiiladimgcn wohl all* Keinem eist im Juli slatlKefiiiideu habe, und bc* merkte unter Hinweis auf obige HesliiimuiuK. dall es ..demnach mir als Juden iiiimüKbcli Kemacht wäre, an der Palm tcilzmieluneii, wenn ich es mir hatte bei* kommen lassen wollen, von der russischen tinade Gebrauch zu machen.*' Meine AnfrnKc an die Ge* schäftsstelle beantwortet nun der ״Vorsitzende des Veikeins*Ausschusses" foRenderinaHen: ״Hie oiiiz.iellen Pinl.idimgen zu der Naturforscher* Versammlung sind in der Tal erst im Juli versandt worden. Hie darin enthaltene Ankündigung der Dampfer1 muliahi t, deren Redaktion bezüglich der Passe allerdings zu dieser Zeit etwas verfehlt ist, war aller mir eine Wiederholung vielfacher Aukmidi* gütigen in der Tagespresse und in den Paehzeit* Schriften, die Wochen vorher im Juni erschienen sind." Ich glaube mich jedes Kommentars zu diesem Gescheide enthalten zu sollen und bemerke nur. dall mir eine derartige Ankündigung nicht zu Gesicht gc* kommen ist. An der Sache wird natürlich nichts geändert d.iiinuli, dal! die Palm der Clioleiagefahr wegen aufgegelieii worden ist. ) S. No. dl (2(1. August) S. •J03. .1-rr?—r-rr^1a Dem I>clcglcrtc11luu wird bereits eine Probe• itummer unserer neuen JugeudzeUscItrllt ..JUNG* ISUAPl.“ vorlicKcu. Unser Verla« Ist bereit, das Heit auch an sonstige Interessenten zu versenden. 3E Von der Deutschen Paläslina-Bank Zu unseren vurwüchigen Ausführungen über die Kapitalscrliülmng dieser Hank sind uns verschiedene Zuschriften zugegangeu, die übereinstimmend kon* statiereii. dall die Geschäfte der Hank nur in ver* hiiltnisinülüg «ermgem Umfange in Palästina kreiert werden. Wir gelten daher nur unserem geschätzten Prcimdc Max Wollst einer das Wort, dessen fachmännisches Urteil besondere Beachtung verdient: ..111 der vorigen Nummer ist davon die Rede, dall die He uts che Pu I ä s t i n a IJa n k ihr Kapital beträchtlich erhöht, und zwar handelt es sieh um 15(KM)(MIO Mark, die neuerdings in die Kassen der Hank fliehen sollen. Diese Mitteilung wird für uns gleichzeitig als ein Ansporn und als eine Warnung hingestellt. Als Ansporn will ich die Noch 1 icht gen! ׳! .•י,•,! I.inmii, weil uns der Absatz der Aktn׳ ״ ■׳׳ Dank sein110. ־ Herzen!;,,:11!! . '• •«• . kann imles obige T.1 ts.iclic mGit am,., 1,ח״!!,״!,;!, da die Deutsche Palästina-Batik seit geraumer Zeit den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit nicht 1111 Orient, sondern in I)cnisclilaml bat. Hie Hank ist das ihi.m/ielk• tust 1־innen( des Hohenlohe• l'uisl Pulsten• bcig-Konzciiis und befahl sieb im wesentlichen mit der Pinnnzicrung der llnternelmumgen dieser fnrstliehen Kaiiileute. Has Kapital der Hank betrug 11r• spruuglicli I 0000(10 Maik. und mit diesem tieble wurden die ITIialeu in Heimt. Haifa, Jaffa und .lern• salein ausgestattet. In Merlin bat die Zentrale ihren Sitz. 1111 Jahre 1'XkX wurde die Hank das Pinait/.* Institut des oben genannten Konzerns und erhöhte ihr Kapital auf 5 Millionen Mark, welche Summe aber keineswegs oder doch nur zu einem geringen Teil nach Palästina wamlerte: vielmehr blieb dasselbe in Heiiisehlaml, um hier die Unternelmmngeii der ge* tiaimteu fürstlichen Gruppe zu finanzieren. Jetzt wird, wie bekannt, das Kapital um weitere 15 Millionen Mark vermehrt, die ebenfalls nur für europäische Zwecke bestimmt sind. Wir lialicn somit durchaus keinen Aulali, die Konkurrenz der Hcuischcn Palästina-Hank zu furchten: ganz, das Gegenteil ist der Pall. Her Vorstand der Hank schreibt, dad das Jahr hin* sichtlich der allgemeinen Gestaltung des Levante- Handels die gehegten Hoffnungen nicht erfüllt bat und die ganze Wirtschaftslage Ihres Interessen• gehietes keine genügende war. Perucr erwähnt die Hank die A11 g I o * P a I e s t i 11 e * Co m p a tt y zwar mein duckt, schreib! aber, doli sich eine scliaifc K<mklirren/ nicht nur der altangcscsscneu, sondern auch neuer Huiik-Unicrnelmiimgcn, die ihr Interessengebiet in Palästina und Syrien haben, stark fühlbar mache. Man kann einen Vergleich der Deutschen Palästina-Hank mit unserer Anglo-Palestine Company überhaupt nicht ziehen. Die Dividende von (> Prozent. die ersterc für das vorige Jahr zur Verteilung gebracht hat, stammt eben nur zu einem kleinen Teil aus den Orient-Geschäften, wurde vielmehr hauptsächlich in Herliu selbst verdient. Ps bleibt selbstredend unsere Pflicht, unsere Hank in Palästina durch energischen Absatz von Aktien auf eine Hohe zu!)ringen, die ihr jeden Konkiirreiizkaiitiif erleichtert und ihre Position festigt." ihr zusammen saß, und wo ihn #!•!/. aiulctv 1 iofühle bewerten - aber er vermag es nielil. I r weiß sich jelzt nicht zu erinnern, weshalb er sich jetzt >0 glücklich fühlte, was ihn so!׳Itick* lieh machte, hu Gegenteil, alle die Dinge er• scheinen ihm jetzt so töricht, lind er wundert sich über sieh selbst, wie er alles dies zu Um ver* mochte. Ja der Mataral hat in allen (*unkten recht. Dies alles ist mir der sinnliche Taumel eines Alicen bl icks, während jene Dinge der Ewigkeit angehören, und die heilige Lehre, die vor tausend Jahre bestand, bestellt in der gleichen Gestalt jetzt und wird unverändert nach tausend Jahren fortleben. Was ich lerne, denkt er nun bei sich, das verschafft mir einen Teil am Jenseits, und wenn ich auch selbst nicht mehr existiere, so bleibt dies alles doch dereinst für die Welt. Und sein bleiches Antlitz erscheint einge* fallen und voller Schmerz, Mil gebrochenem 1 ler/en begiba er sieh in seine Stube. Dann ergreift er ein Buch und nimmt es aus dein Schrank. Es ist der ״Beör lia-Gulats“. Er versucht zu lesen und beginnt sich;111111011( 11 darin zu vertiefen. Die Polemik gegen Rabbi Azeinlt und den ״Mea ha-Einajim“ beschäftigt sein Hirn. * , Stille und weiche Mattigkeit erfüllt die Um- : gegend. IVr Golem träumt vor sich hin und; verfällt alhniiliih in leisen Schlummer. Draußen j in der glühenden Sonnenhitze stellt eine Akazie, halb verdorrt, nach einem Wassertropfen lech* zend. Auf tk-iii l'eitsler hat sieh eine Kal/o, müde und schlüCvig liingesUeckt. Ab und zu öffnet sie halb die Augenlider, schließt sie dann wieder halb, blinzelt in die Luft, während die Sonne ihr auf den Rücken brennt. Die Bank vor dem I lause glüht Der gelbe Sand des Erdbodetts brennt, als käme er eben aus einem 1 lochofett. Einige Mädchen spielen auf der Gasse mit Nüssen, und der Schweiß trieft von ihnen. Sonst; kt alles still und schweigsam, und die geringste | Bewegung hört man deutlich. ן Und betäubende Düfte entsteigen dem Gar- 1 ten. Ueber den Armen des zerbrochenen Sab*! bathleuchters schwebt in dieser Minute ein i I Windel .Sonnenstrahlen, und tausend bunte Ear* I **Pn-TCUu sich auf der gegenüberliegenden j Wand wieder. 1 Der Golem verläßt die Stube, eingehüllt in I eitlen Scidenkaflait, ein rotes Tuch um den Hals i gebunden, und begibt sich nach dem Beth'-ha’־ ן Michras. I:r durchschreitet den Garten und bleibt eine Weile stellen. Als er vor der Luube 1 nnlangt, vermag er nicht weiterzugehen Er :: AUS ALL6R W€LT :: I DGutschlund I Pille wichtige Entscheidung hat aus Aula(, Beschwerde des Distriktsralihincrs Hr. Hambcrgcr ״; , liud Kisshigeii der kgl. VerwaUiingsgctichtsh.,1 ([J ׳ München in seiner Sitzung vom 22. Juni t|. ״ ןc troffen. Hie israelitische Kultiisgemeuidu d,,t:H;1nl! hatte in ihr neues Statut durch einstimmigen kn;:,n.; gumeiiidchcschluU bestimmt, daß Beamten mtj |g,. dluiiMeleu der KuUusgemelnde weder aktives nock i passives Waldrecht zustehc. Dagegen liatu ,1,^ ׳ Rabbiner Stellung genommen und auch ohgesiv,:■ |)tf; Senat II des kgl. VcrwaltmigsgerichtsluiR., ’mc|;1c j sich auf eine ähnliche Piilsclieidmig vom 20, ־,־,!,!Ksj In Sachen Neuwahl der israelitischen K!1'• usver. י waltimg in Wallerstein, dall allen selhstanJr, .!! an. j sassigeii Israeliten uiihcstritteiierm.ilkn W.T! m;j , Sfimiiirecht ziistehe: infolgedessen dem l.d r Gemeinde Wallerstein und in diesem I.» jV1.( I ‘ .i'lonei in Kissingcii das volle Wahl* mi-.I :,ein /״gestanden werden iiiiinsc. IR! Uu 1 mts Jicidung lieH der hohe Vervealtuugsge; . die P'ragc. ob nicht nach $ 31 des IMd In, Juni IM3 dem Rahhincr der Vorsitz . j,r KiiUiisveiwaltuiig gebühre, vollständig am dt,;! Hetrachle seiner Putsclicuhmg. 111 P reu II e n gcuicllcit hekanntlicli .ן,,. ' sehen Geiiieindebeaiiiteu Steuerfreiheit. \!;tl , Pntwuif dei dem XI. HeutsUi-lsiaelitiw, (it. | nieiudetag voilag, sali in seinem J: •h, d!. I!. Iv•. Iialtmig dieses Zustandes vor. der von den!.c.e.'.a schon lange als eine Zurücksetzung e:. .»:!,nJa wurde, da dieses Privileg n.iiiirgeuialS d. .!'-,;,ee und passive Wahlrecht ausscliloll. Das l .gei.res י der Beamten wurde damals iiliereiiistinu... , .1. ms. besondere auch von der Kommission des n, hiimles, als berechtigt aiieikaiiiil und cntsj.i,,.(lj, durchaus dem Zuge der Zeit, wie er sich .u,jtreu Gebieten geltend macht. Massen d i. ,.״J1 j,c Staatsbeamten ihre Siaatssteiierii ein!!,:J liaheii d.dnr das volle aktive mul passiv 1 \\.!hlii.ht : zum Abgeorduetenhause und Reichstags | Da das bestehende Schulgesetz t. ,uiJ• Italnmg bietet, um die Aiistellungs-, Pntlas ,.- und HesolUungsvcrhältuisse der lsruclltlschcu Uvligimis- Iclirer Im (irollher/ogtiim Hessen gesv;,J1 /! regeln, 11.1t der Vorstand des ״Unabhängige(׳ tischen Lehrcrvereiiis" auf Anregung eines lic'sss.kn Kreisamtes liescbtossen, allen hessischen Kie>'.*1n:etn ilureli Vrnlagc eines entsprechenden N o 1 m I Au• .s t e 111! 11 g s v e r t r a g s, unter gleichzeitig*׳[ im• Icgung der Page der israelitischen Religi• ׳:deiner Gelegenheit zu gehe״, diese Beamten bei \! - t״!:;;.! und in ihrer Wirksamkeit vor bedauerlichen leier• j grillen und willkürlicher Behandlung durch <!׳ | Vorstände wirksam zu schützen. Pie isi.uhuschen 1 Pelirei cilioucu aber, dal! Regierung und I .,;:di-c; sich mit den liier zutage getretenen beklage: 'ucriei Vorkommnissen beschäftigen werden und .!1: cd dem Wege der gesetzlichen Verordn m. e.ic dauernde Abhilfe der tinzcitgeiiiullen uiul 1 «,irdiger. j Zustande in der Anstellung der israeh!.'c!.1a R d• | gioiislehrer. wie in Baden, Württemberg and 11. \ern, i gesell,lifcii wird. setzt sieh für einige Minuten nieder. 1 r sit/t Ja und träumt, träumt und schließt die Atigm, Ab er sie wieder öffnet, steht Eva vor ihn; (Portsctzung folgt.) Tolstoi über den Zionismus Pin Zionist aus Jekatcrinoslaw wandte -.Gi •1n den Grafen Leu Tolstoi mit einem t*chr» •■! weleliem es 11. a. Iieillt: ״Ich Inn Jude. Als solcher Iielfe ich c,e I des zweitaiisendjalirigcn Golutli, die das j diwlie Volk erdriickt, auf meinen Schultern inn.r.iccr. Sie kennen doch die unsäglichen Leiden ch' Volkes, die himmelschreiende U11gcK\d;.gkc!1 seiner t.age, die cs der elementarsten Me!■'ein׳»• rechte beraubt, Soll nun das indische V!J•1' ganz unterzugeben droht, noch unendlich tauge warten, bis die Wirtsvolker zur Pinsiclu gv laugen werden? Piudet der Zionismus als cm ßc־ streben, die Jiideufrage auf friedlichem Wege *׳• wiihl für die Juden, wie auch für die Wirtsvolker zu lösen, Ihre Anerkennung?" Dieses Schreiben wurde im Aufträge des Grafen Tolstoi durch folgenden Brief von Uulgakou l׳e• antwortet: ״Sehr geehrter tlerr! Lew Nikoluiewitscl! Tolstoi beauftragt mich, Ihnen in Beantwortung Ihres Schreibens inilziiteileii, 11.111 er mit der zi"* nlstisehen Bewegung unter den Juden aus voller Seele sympathisiere.“

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